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Ausgabe vom 26.06.2009

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Unten links

»What a surp-rise, Mr. President«, kickelte die Merkelin bei einer Begegnung mit Barack Obama. Hä? Was für'n Reis? Wollte die Kanzlerin den mächtigsten Mann der Welt beleidigen? Nun ja, wenn der lacht, ähnelt er tatsächlich Uncle Ben auf der Verpackung des weltberühmten Parboiled-Produktes. Als Slim-Variante. Michelle LaVaughn Robinson Obama steht ja auf Diät-Kost. Sie lud schon Fast-Food-verfette...

UNESCO enterbt Dresden

Dresden/Sevilla (ND/epd). Das Dresdner Elbtal hat seinen Status als Weltkulturerbe endgültig verloren. Auf seiner Tagung im spanischen Sevilla zog das UNESCO-Welterbekomitee am Donnerstag die erwarteten Konsequenzen aus dem jahrelangen Streit um die Waldschlößchenbrücke. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) war persönlich nach Sevilla gereist, um zu erreichen, dass das Welterbe-Komitee s...

ndPlusUwe Kalbe

Nächstenliebe

Die Islamkonferenz ist ein riesiges Missverständnis. Sie diente nicht der Überwindung von Vorbehalten zwischen Muslimen und den Nichtmuslimen in Deutschland, sondern der Überwindung von Vorbehalten zwischen ausgewählten Repräsentanten beider Seiten. Man sei sich emotional näher gekommen, freut sich Wolfgang Schäuble. Wenn dies für ihn und seine Gesprächspartner gälte, wäre das schon ein schönes Er...

Kranke werden weiter abgezockt

Gesetzlich Versicherte müssen auch in Zukunft zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal zahlen. Die Gebühr verstößt nach einem Urteil des Bundessozialgerichts nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung.

Versöhnung bleibt frommer Wunsch

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK), die Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) 2006 ins Leben gerufen hatte, fand am Donnerstag zum letzten Mal statt. Die Ergebnisse der Konferenz sind wenig greifbar, das Lob ist umso größer.

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Olaf Standke

Zankapfel Guantanamo

Die SPD macht Druck. Zuletzt war es Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die sich vor der Abreise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Richtung Washington für deutsche Hilfe bei der Schließung des berüchtigten Gefangenenlagers Guantanamo stark gemacht hat. »Wenn Obama um Hilfe bittet, sollten wir dann auch konstruktiv prüfen, wie wir unseren Beitrag leisten können.« Schließlich habe Merkel ...

ndPlusHans Voß

Russland hat das Dialog-Fenster geöffnet

Auf der griechischen Ferieninsel Korfu finden am Wochenende gleich mehrere Treffen von Gremien statt, die Einfluss auf die europäische Sicherheitslandschaft haben. So tagt am Samstag der NATO-Russland-Rat, und einen Tag später treffen sich die Außenminister der OSZE-Staaten.

ndPlusOlaf Standke

Wahlkampf im Rosengarten

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Donnerstag zu ihrem offiziellen Antrittsbesuch in Washington aufgebrochen. Für heute ist ein Vier-Augen-Gespräch mit Präsident Barack Obama im Weißen Haus geplant. »Die Zeit wird knapp und uns nicht langweilig werden«, ist sich die Kanzlerin angesichts der Themenfülle für ihre Antrittsvisite bei Präsident Obama sicher

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»Eine ganz zarte Luftblase«
ndPlusVelten Schäfer, Greifswald

»Eine ganz zarte Luftblase«

In Greifswald interessierte sich kaum jemand für die Debatte über ein Berliner »Freiheits- und Einheitsdenkmal«. Frühere Bürgerrechtler übten sogar Kritik an dem Projekt.

Extraportion Fingerspitzengefühl
Simone Schmollack

Extraportion Fingerspitzengefühl

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, als Methode der Früherkennung gilt auch das Abtasten der Brust. In der Frauenklinik in Chemnitz macht diesen Job jetzt Yvonne Hoffmann, sie ist Medizinische Tastuntersucherin.

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Union gerät in Erklärungsnot

Die Union plant einem Zeitungsbericht zufolge eine Anhebung der Mehrwertsteuer sowie zusätzliche Belastungen für Hartz IV-Betroffene.

ndPlusHendrik Lasch

Hingucken, aber dann nichts sagen

»Hingucken« ist eine Kampagne überschrieben, mit der Sachsen-Anhalts Regierung zu stärkerem Engagement gegen Rechts ermutigen und dem miesen Ruf begegnen will, den ein Land nun einmal hat, in dem Schauspieler wie in Halberstadt von Nazis verprügelt, ein Obdachloser in Dessau von Rechten ermordet, das Anne-Frank-Tagebuch beim Prettiner Dorffest verbrannt und der Mitarbeiter einer Dessauer Initiativ...

Martin Dolzer

Folteraussagen nicht mehr tabu?

Seit März 2008 stehen in Stuttgart-Stammheim fünf Menschen vor Gericht, denen die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Der heutige Freitag ist der hundertste Hauptverhandlungstag. Auch vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf wird seit Januar 2009 mit gleichem Vorwurf gegen eine Person verhandelt.

Seite 5

Weiter Ungewissheit über »Kriegsverräter«

Eine pauschale Rehabilitierung der von der NS-Justiz zum Tode verurteilten sogenannten Kriegsverräter durch den Bundestag ist weiter ungewiss. Die Initiatoren hoffen aber, dass ein Beschluss noch vor der Bundestagswahl fällt.

Arbeitnehmer sind pessimistisch

Arbeitnehmer in Deutschland sind mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden. Das geht aus dem diesjährigen Report des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) über die Arbeitswelt hervor.

ndPlusVelten Schäfer, Schwerin

»Schiffe sind unsere Autos«

Die Lage bei den Werften im Nordosten spitzt sich zu. Um weiterarbeiten zu können, braucht das Unternehmen schnell 40 Millionen Euro. Ministerpräsident Erwin Sellering appelliert derweil an Berlin.

Harte Zeiten für Roma in Hessen
Hans-Gerd Öfinger

Harte Zeiten für Roma in Hessen

Der Kasseler Rechtsanwalt Axel Selbert schlägt Krach. »Hessen ist bundesweiter Vorreiter für die Deportation von Roma ins Kosovo«, kommentiert der Jurist den Fall einer vollzogenen Abschiebung des 26-jährigen Elvis A. Ende Mai durch die Zentrale Ausländerbehörde beim Regierungspräsidium Kassel.

Seite 6

Geladene Rhetorik aus Pjöngjang

Seoul (dpa/ND). Die Koreanische DVR (Nordkorea) hat am Jahrestag des Ausbruchs des Korea-Kriegs (1950-53) erneut ihren Willen erklärt, sich mit allen Mitteln verteidigen zu wollen. In der Zeitung »Rodong Sinmun« bekräftigte die KDVR am Donnerstag, die atomare Abschreckung ausbauen und auf Atomwaffen niemals verzichten zu wollen. Südkorea werde im Falle eines Konflikts der »Feuerschauer der atomare...

Anschlag fordert 62 Tote

Nur wenige Tage vor dem geplanten Rückzug der US-Streitkräfte aus den Städten Iraks sind bei einem Sprengstoffanschlag in Bagdad mindestens 62 Menschen getötet worden.

Trauermarsch abgesagt

Zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Iran gerät die Protestbewegung zunehmend in die Defensive. Das Innenministerium verbot alle Kundgebungen.

Hilmar König, Delhi

Mädchenschule zerstört

In der pakistanischen Provinz Süd-Waziristan haben Aufständische eine Mädchenschule durch einen Anschlag vollkommen zerstört. Die Armee belegte daraufhin am Donnerstag Stellungen der Taliban mit Artilleriefeuer.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Kaukasische Gerüchteküche

Die Regierung der russischen Teilrepublik Inguschetien hat sich gegen die von der Opposition geforderte Einberufung eines Kongresses des inguschischen Volkes ausgesprochen.

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Italien führt Sünderliste an

Brüssel (dpa/ND). Italien nimmt es mit den EU-Regeln für den gemeinsamen Binnenmarkt mit rund 500 Millionen Menschen offensichtlich nicht so genau. Wie das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW/Köln) am Mittwoch in Brüssel mitteilte, verletzte das Land unter den fünf größten EU-Staaten am häufigsten das geltende Recht in der Europäischen Union.Der Europäische Gerichtshof (EuGH) ver...

Kay Wagner, Brüssel

Schutz oder übertriebene Regulierung?

Werbeslogans, die die Gesundheit eines Lebensmittels anpreisen, sollen nach dem Willen der EU-Kommission verboten werden, wenn ihre Richtigkeit nicht hundertprozentig belegt ist. Die Industrie wehrt sich gegen dieses Vorhaben. Sie sieht den Standort Europa gefährdet.

Nein heißt Nein
Tobias Pflüger

Nein heißt Nein

Der EU-Gipfel hat am vergangenen Freitag in Brüssel ein »Zusatzprotokoll« zum Lissaboner Vertrag verabschiedet. Dieses Protokoll muss, damit es gültig wird, in allen EU-Staaten ratifiziert werden. Plan ist, dass die EU-Mitgliedsstaaten das »Protokoll« z.B. beim Beitritt von Kroatien mit unterzeichnen und dann in den jeweiligen nationalen Parlamenten beschließen. Es beinhaltet drei Punkte: Steuerpo...

Stefan Tolza, Luxemburg

EU-Gericht stärkt Gemeinderechte

Der Europäische Gerichtshof hat in einem überraschenden Urteil die Rechte der Gemeinden bei der interkommunalen Zusammenarbeit gestärkt. Dem Streben der EU nach immer mehr Wettbewerb könnte dadurch ein Riegel vorgeschoben werden.

Seite 8
ndPlusMartin Ling

Leere Versprechungen

Die Forderung war überfällig: ein globales Hilfspaket für die Entwicklungsländer zur Milderung der Folgen der Wirtschaftskrise. Mit dieser Forderung weiß die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul die Mehrheit der Staaten auf der UNO-Konferenz zur Wirtschaftskrise hinter sich. Doch diejenigen, auf die der Appell zielt, haben sich bisher taub gestellt. Keiner der reichen G7-Indus...

ndPlusSilvia Ottow

Sturm im Wasserglas

Es wäre schon verwunderlich gewesen, hätte das Bundessozialgericht gegen die Praxisgebühr entschieden. Sicher, sie ist ungerecht. Aber für Ungerechtigkeiten innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung ließen sich viele Beispiele anführen. Sollten sie eines Tages alle vor dem Gericht landen, kämen die Richter wohl noch mehr in Verzug. Schon vor Jahren hatte ein Richterspruch bestätigt, dass die ...

René Heilig

Keine Bilder vom Krieg

Jeden Abend erklärt uns Peter Mezger von der ARD hoch oben überm nächtlichen Teheran den Ernst der Lage in Iran. Fernab vom Geschehen, denn leider verbietet das Regime jegliche Aufnahmen, klagt die Tagesschau und nennt den Grund: Das Regime habe Angst vor der Wahrheit. ARD und ZDF und jede Menge Journalistenverwaltungsorganisationen, ja sogar der Außenminister, protestierten und forderten das Rech...

Kulturdiplomat
Markus Drescher

Kulturdiplomat

Zwei Dinge prägen das Berufsleben von Koichiro Matsuura: Kultur und Diplomatie. Seit 1999 ist der Japaner Generaldirektor der UNESCO (UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur). Zu deren Gliederungen gehört auch jenes Welterbekomitee, das gestern dem Dresdner Elbtal wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke seinen Welterbetitel aberkannte. Bis zu seiner Wahl zum Generaldirektor war Matsuu...

Wem gehören Geistes-Produkte?
Harry Nick

Wem gehören Geistes-Produkte?

Selbst der heftige Streit über das »Schweinepatent« vermochte bislang nicht die nötige allgemeine Aufmerksamkeit für das Problem zu erregen, um das es geht: das Problem des geistigen Eigentums. Wem geistige Güter gehören sollen, ist eine der wichtigsten und kompliziertesten Fragen der Gegenwart. Vor allem auch wegen der neuen Möglichkeiten der Verbreitung, Aneignung von Informationen, wie sie vorn...

Seite 9

Repertoire ohne Risiko

Die deutschen Theater und Orchester haben der Auffassung des Komponisten Siegfried Matthus widersprochen, dass zu wenig für junge Opern-Komponisten getan werde. »In den vergangenen Spielzeiten sind in Deutschland jeweils knapp 50 Opern uraufgeführt worden«, sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, am Donnerstag. Hinzu kämen 10 bis 15 neue Musicals. »Problemati...

Der Auftrag

Der Auftrag

Sie war die älteste Tochter Bert Brechts. Der ihre Mutter, die Opernsängerin Marianne Zoff, nach zwei Jahren Ehe verließ. Hanne Hiob (Foto: Archiv), Tänzerin und Schauspielerin, brillierte 1959 in Gründgens' »Heiliger Johanna der Schlachthöfe«. Eine Uraufführung und Pfeilspitze gegen den damaligen bundesdeutschen Brecht-Boykott. Kunst gegen den Antikommunismus. Fast zehn Jahre später spielte sie d...

Harald Loch

»Entehre die Trauer nicht.«

Eigentlich sollte der Bericht von der Ermordung der Juden aus dem Wilnaer Getto und vom jüdischen Widerstand in Litauen in einem Schwarzbuch der Sowjetunion gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erscheinen. Ilja Ehrenburg leitete das Herausgebergremium, dem auch Wassili Grossman und Abraham Sutzkever angehörten. Das Projekt war politisch nicht genehm und wurde von oben abgeblasen. Immerhin ...

ndPlusVolkmar Draeger

Dichter der Liebe und des Aufruhrs

Mit dieser letzten Premiere beschloss das Staatsballett Berlin eine mutige Saison, die drei abendfüllende Erzählwerke aufbot. War Angelin Preljocajs »Schneewittchen« schon bei der Übernahme erfolgserprobt, lag das Risiko bei den beiden Uraufführungen hoch. Mauro Bigonzettis Fantasie um »Caravaggio«, den Malerstar des italienischen Frühbarock, kam zwar die Handlung abhanden; die glänzende Solistene...

Seite 10

Quergelesen

Lehrer gelten nach einer Untersuchung der Universität Potsdam als besonders gefährdet, am sogenannten Burnout-Syndrom zu erkranken. Schlechte Arbeitsbedingungen, Mängel in der Ausbildung sowie das Scheitern an den eigenen, hochgesteckten Zielen lassen vergleichsweise viele Pädagogen seelisch krank werden. Der Psychotherapeut, Mediziner und Psychiater Wolfgang Hagemann beschreibt in seinem Buch »Bu...

Bildungssplitter

Berlin (dpa/ND). Städte und Gemeinden wollen mehr als Hälfte der Finanzmittel aus dem jetzt anlaufenden Konjunkturpaket II in die Sanierung von Schulen und den Ausbau von Kindergärten stecken. Von den 12,4 Milliarden Euro, die insgesamt zur Verfügung stehen, sind 6,8 Milliarden für solche Projekte im Bildungsbereich eingeplant. Dies ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Umfrage bei 300 Kom...

spickmich.de – Aufrüstung im Internet
ndPlusJürgen Amendt

spickmich.de – Aufrüstung im Internet

Lehrer müssen es hinnehmen, dass sie von Schülern im Internet benotet werden. Das verkündete der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Dienstag in einem Urteil. Die Begründung der Richter: Die Meinungsfreiheit der Schüler sei höher zu bewerten als das Persönlichkeitsrecht der Pädagogen. Soweit die juristische Argumentation. Wie aber wirkt sich das Urteil auf die Lernkultur an den Schulenaus ? Sehr pos...

Lernen ohne Methodenzwang
ndPlusMartin Koch

Lernen ohne Methodenzwang

Waldorf und Montessori kennen heute viele. Dagegen sagt der Name Peter Petersen wohl nur Insidern etwas. Was bedauerlich ist, denn Petersens reformpädagogische Ideen könnten den modernen Schulalltag durchaus beleben.

Jens Thomas

»Ich habe eine 50-Stunden-Woche«

Langweilig ist Mimoza Troni nie. Mimoza Troni studiert im zweiten Semester Geschichte an der Uni Potsdam. Nebenher ist sie noch als freie Autorin tätig, beteiligt sich in jugendpolitischen Projekten und betreut eine Schulklasse. »Ich habe eine 50 Stunden Woche«, sagt die 21-Jährige Bachelor-Studentin. So wie Mimoza Troni studieren in Deutschland inzwischen rund 600 000 der zwei Millionen Studieren...

Seite 11

Potsdam träumt weiter

Potsdam (dpa/ND). Die Landesregierung Brandenburgs setzt trotz des vorläufigen Stopps für das Gesetz zur umstrittenen CCS-Technologie auf eine baldige Lösung nach der Bundestagswahl. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) werde den Bund jetzt beim Wort nehmen und auf eine schnelle Einigung drängen, sagte Ministeriumssprecher Alexander Gallrein am Donnerstag. Die entsprechende EU-Richtlinie zur...

Agrargelder: EU startet Verfahren

Brüssel (AFP/ND). Die EU-Kommission will Deutschland zur Offenlegung aller Empfänger der milliardenschweren Agrarsubventionen zwingen. Wegen mangelnder Transparenz leitete die Brüsseler Behörde am Donnerstag ein Strafverfahren gegen die Bundesregierung ein. Grund ist die Weigerung Bayerns, Auskunft über die Empfänger der Agrarhilfen zu geben.Deutschland erhält im Jahr rund sechs Milliarden Euro an...

Ex-Manager von Siemens aufgespürt

München (AFP/ND). Nach anderen früheren Top-Managern ist nun auch der ehemalige Griechenland-Chef von Siemens im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal des Konzerns festgenommen worden. Der bislang flüchtige Michalis Christophorakos sei in der Nähe von Rosenheim aufgespürt worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München am Donnerstag. Christophorakos habe sich »seit einiger Zeit«...

Dieter Hanisch, Flensburg

Etappensieg im Kampf gegen CCS

Die schleswig-holsteinischen Kritiker der Verpressung von Kohlendioxid unter die Erde wollen wachsam bleiben, auch wenn in dieser Legislaturperiode dazu kein Bundesgesetz mehr verabschiedet wird.

Hans-Gerd Öfinger

Streik bei EDS geht weiter

Auch zum Ende der vierten Streikwoche ist kein Ende des Arbeitskampfes beim IT-Dienstleister EDS absehbar. Nach Angaben der Gewerkschaften ver.di und IG Metall waren am Donnerstag bundesweit wieder rund 1000 Beschäftigte an den Standorten Bochum, Bremen, Eisenach, Essen, Frankfurt am Main, Darmstadt, Hannover, Köln, Ludwigsburg, München, Rüsselsheim, Schweinfurt und Wuppertal im Ausstand.

Seite 12

Befristete Arbeitszeitverkürzung

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung hat die tariflichen Bestimmungen in mehr als 30 Branchen untersucht. 26 davon sehen befristete Arbeitszeitreduzierungen in einer Krise vor oder Korridore, mit denen die Regelarbeitszeit an die wirtschaftliche Lage angepasst werden kann. Als Gegenleistung darf Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit reduziert haben, nicht b...

Ina Beyer

Wem nützt das Arbeitsrecht?

Demnächst befasst sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt mit dem Fall der gekündigten Kaiser's-Kassiererin Barbara E., die unter ihrem Spitznamen »Emmely« mittlerweile bundesweit bekannt geworden ist. Emmely war Anfang 2008 wegen angeblich falsch abgerechneter Pfandbons im Wert von 1,30 Euro nach über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos gekündigt worden. Das Berliner Landesarbeitsgeric...

ndPlusSusann Witt-Stahl, Hamburg

Der zündende Funke?

Die Wirtschaftskrise bedeutet für Betriebs- und Personalräte eine besondere Herausforderung: Während für die Verursacher der Krise ein Schutzschirm nach dem anderen aufgespannt wird, stehen die Arbeitnehmer weitgehend im Regen.

»Viele warten seit Monaten auf ihren Lohn«

»Viele warten seit Monaten auf ihren Lohn«

Kambiz Behbahani ist in Iran geboren und lebt seit 1973 als Journalist in Berlin. Er schreibt auch für Neues Deutschland, unter anderem über Themen der iranischen Gewerkschaften. Mit ihm sprach Ina Beyer.

Seite 13

Bewegungsmelder

Wie weiter mit den Krisenprotesten? (ND-Nowak). Für dieses Wochenende lädt das Bündnis »Wir zahlen nicht für Eure Krise« zu einer Aktionskonferenz in die Universität Kassel ein. In dem Bündnis haben sich Gewerkschaftslinke, Attac, Sozialprotest- und Studierendengruppen sowie Mitglieder der Linkspartei zusammengeschlossen. In Kassel soll über die Zukunft der Krisenproteste beratschlagt werden. Sie ...

Niels Seibert

Kampf um die Ermittlungsakten

Im Prozess gegen die drei wegen Mitgliedschaft in der »militanten gruppe« (mg) beschuldigten Männer kritisieren die Verteidiger von Anfang an, dass ihnen Ermittlungsakten vorenthalten werden. Offenbar halten die Ermittlungsbehörden entscheidendes Material zurück. Zu einem rechtsstaatlichen Verfahren passt das wenig. Worum geht es beim Streit um die Akten?

»Die Einstellung wird hinausgezögert«

Andrej Holm (39) ist Sozialwissenschaftler und hat sich in der Protestbewegung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm engagiert. Am 31. Juli 2007 wurde er zusammen mit drei in Brandenburg (Havel) Festgenommenen mehrere Wochen inhaftiert wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung namens »militante gruppe« (mg). Die verantwortliche Bundesanwaltschaft (BAW) sah sich daraufhin mit einer Welle internationaler Kritik konfrontiert. Weil der Bundesgerichtshof keinen dringenden Tatverdacht sah, wurde Andrej Holms Haftbefehl im Oktober 2007 aufgehoben. Die Ermittlungen dauern allerdings bis heute an. Gegen die drei Männer, die mit Holm festgenommen worden waren, läuft seit mehreren Monaten ein Indizienprozess vor dem Berliner Kammergericht nach Paragraph 129, der auch als Gummi- oder Gesinnungsparagraph kritisiert wird.

Seite 14

Streitfrage: Bringt die iranische »Reformbewegung« die politische Wende?

Es debattieren: Prof. Dr. Werner Ruf, Jahrgang 1937, von 1974 bis 1982 Professor für Soziologie an der Universität Gesamthochschule Essen und anschließend bis 2003 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kassel und Dr. Behrouz Khosrozadeh, Jahrgang 1959, Politologe und Publizist, von 2004 bis 2006 Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen....

Tiefe Legitimationskrise der Islamischen Republik
ndPlusBehrouz Khosrozadeh

Tiefe Legitimationskrise der Islamischen Republik

Die Islamische Republik hat nach der totalen Machtübernahme des schiitischen Klerus (1981) bisher etliche schwere innere und äußere Krisen überstanden, so den achtjährigen Krieg gegen den Irak. Die heutige Krise ist jedoch völlig anderer Natur. Diesmal hat der Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei nicht ein paar Studentenführer vor sich. Das Wahlergebnis wird vom ehemaligen präsumtiven Khomeini-N...

Kein Kurswechsel im Rentenstaat Iran
Werner Ruf

Kein Kurswechsel im Rentenstaat Iran

Sinnvollerweise wurde bei der Vorgabe dieses Themas der Begriff »Reformbewegung« in Anführungszeichen gesetzt. Das ist gut so! Denn: Wer weiß, ob Mir Hussein Mussawi ein Reformer ist oder sein darf? Was heißt überhaupt »Reform« in der Islamischen Republik? Wofür gehen Hunderttausende auf die Straße? In Iran gibt es weder politische Parteien noch die Möglichkeit freier Kandidaturen: Sämtliche Bewer...

Seite 16
ndPlusMichael Rossmann, dpa

Zittrig argumentiert

Isabell Werth bleibt gesperrt und muss Kritik einstecken. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt verzichtete nach dem positiven Doping-Test ihres Pferdes Whisper am Donnerstag auf einen Protest gegen die vorläufige Suspendierung und verlangte auch keine Öffnung der B-Probe. Der Tierschutzbund zeigte sich unterdessen »entsetzt«, der Pharmakologe Manfred Kietzmann hält Isabell Werths Erklärunge...

Jürgen Holz, Brandenburg

Selbst das Küken zeigt Zähne

Die Rennkanuten sind naturgemäß Wasser gewöhnt, von unten natürlich – aber so einen Dauerregen wie am Vormittag des ersten Wettkampftages der EM auf dem Brandenburger Beetzsee ist nicht so ihre Sache. Als Fanny Fischer zusammen mit ihrer Vereinskameradin Franziska Weber vom KC Potsdam am Nachmittag auf die 500-m-Vorlaufstrecke ging, hatte sich der Regen endlich verzogen. Doch strahlende Gesi...

Klaus Weise

Weitsichtig argumentiert

Britta Steffen ist eine Ausnahmeathletin. 2008 in Peking rettete die aus Schwedt stammende, für die SG Neukölln startende 25-Jährige den deutschen Schwimmsport mit zweimal Olympiagold vorm Bankrott. Gestern schwamm sie bei den nationalen Titelkämpfen in Berlin schon im Vorlauf über 100 m Freistil mit 52,85 s Weltrekord. Ihre Reaktion darauf? Lediglich gelassene Freude. Denn möglich war die neue Be...

Seite 17

Senator eiskalt

Sportsenator Ehrhart Körting ist eigentlich ein ruhiger, besonnener Mann mit einer überaus gepflegten Ausdrucksweise. Wenn so einer wie gestern im Abgeordnetenhaus sagt, »die haben doch ein Rad ab«, dann läuft er entweder irgendwie nicht rund – oder die haben wirklich »ein Rad ab«. Körting bürstete mit derart eiskalten Worten die Kritiker seiner Eishockey-Ersatzvariante im Velodrom ab. Das l...

Pedram Shahyar

... so viel geweint

In Berlin gibt es ca. 10 000 Exiliraner, in Deutschland über 100 000. Die große Fluchtwelle begann Mitte der 80er, als das Abschlachten der Linken und der Opposition in Iran auf Hochtouren kam. Die Gemeinde war zunächst sehr links und unter dem Einfluss kommunistisch orientierter Organisationen. Nach 1989 zerfielen die Gruppen. Nicht nur das Scheitern des kommunistischen Projekts zehrte die Linke ...

Klaus Joachim Herrmann

Keine Macht den »Kiez-Taliban«

Extremistische Gewalttaten der vergangenen Wochen und Monate vom 1. Mai über Brandanschläge auf Autos bis zur versuchten Besetzung von Tempelhof wurden gestern in Übereinstimmung aller Parteien im Abgeordnetenhaus verurteilt. Es gehe um Straftaten, die verfolgt und geahndet werden müssen, lautete der Tenor der Debatte in der Aktuellen Stunde. Diese hatte die CDU allerdings mit dem provokanten Hinw...

Seite 18
Bangen um Indianerbanane und Büffelbeere
Nicolas Šustr

Bangen um Indianerbanane und Büffelbeere

Ein rot-weißes Flatterband spannt sich mitten durch das Gelände der Karlshorster Gartenarbeitsschule. Man könnte denken, dass es dazu dient, Jungpflanzen vor unachtsamen Kindern zu schützen. Schließlich sind Tag für Tag Kitagruppen und Grundschüler hier, um etwas über die Natur zu lernen, über Pflanzen, wie man sie anbaut, wie sie sich anfühlen, riechen und schmecken. In der Gartenarbeitsschule &n...

Mehr Bildung statt Frust
ndPlusKatharina Zeiher

Mehr Bildung statt Frust

Am Checkpoint Charly, wo an normalen Tagen desorientierte Touristengruppen das Straßenbild prägen, waren gestern Mittag hunderte Grundschulkinder unterwegs. Im Nieselregen strömten sie mit ihren Lehrern und Eltern einer Kundgebung an der Zimmer-/Ecke Wilhelmstraße entgegen. In Seh- und Hörweite des Abgeordnetenhauses wollten sie lautstark gegen die schlechten Lernbedingungen an Grundschulen in soz...

Seite 19
Tobias Riegel

Mit Multimedia gegen die Patina

Auch die genialsten Partituren großer Musikstücke können ihre Wirkung ohne das Orchester nicht entfalten. Der Genuss geschriebener Noten, ohne dass sie vorher mit Hilfe von Instrumenten in Schallwellen umgesetzt wurden, ist Spezialisten oder Sonderlingen vorbehalten. Mit zeitgenössischer Lyrik verhält es sich anders. Gedichte werden meist lesend – also abstrahiert vom Instrument »Stimme« &nd...

ndPlusAnouk Meyer

Imbissmeile wird Kunstparcours

Zwei Tage lang Kunst und Kultur nonstop präsentiert vom 26. bis 28. Juni das Festival »48 Stunden Neukölln«. Zum elften Mal zeigt der kulturell florierende Norden des »Problembezirks«, welch kreatives Potenzial in seinen Bewohnern steckt – und das kommt an: Die ungeheure Vielfalt an Ausstellungen, Tanz, Theater und Konzerten, Führungen und Festen ziehe jedes Jahr mehr Besucher aus ganz Berli...

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Wilfried Neiße

Mit dem Bus zu fahren, müssen Kinder lernen

Die Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg ist deutlich zurückgegangen. Trotzdem fordert die Linkspartei von der Landesregierung eine kritische Auswertung des Verkehrssicherheitskonzeptes. Zwischen 2004 und 2008 sank die Zahl der im Straßenverkehr umgekommenen Menschen von 280 auf 222. Erstmals konnte für das vergangene Jahr vermeldet werden, dass kein Kind tödlich verunglückte. »Das ist natürlich ...

ndPlusAndreas Fritsche

Kohlendioxid in umgekippten Tassen

»CO2 ist ein Gas, das jeder ausatmet, aber kaum einer richtig kennt«, betont Professor Andreas Dahmke von der Universität Kiel. Kohlendioxid sei nicht giftig und nicht explosiv, versichert am Donnerstag Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe AG. Für diese Sätze – geäußert in der Berliner Zentrale des Energiekonzerns – gibt es einen triftigen Grund:CDU, CSU und SPD s...