Ausgabe vom 28.07.2009

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Unten links

Wir kennen ihn alle, den Traum, trotz größter Anstrengungen nicht von der Stelle zu kommen! In der deutschen Hauptstadt läuft ein gigantisches Projekt, diesen Urwunsch des Homo urbanus technicus in alltägliche Realität zu verwandeln. Natürlich gibt es unter den Vielen, die zwangsläufig in den Genuss des ehrgeizigen Umerziehungsprogramms kommen, auch Verzagte, Ängstliche, Kleinmütige, die es leider...

ndPlusIna Beyer

Ende des Stellungskriegs

Mit der Einigung im Kita-Streit geht ein regelrechter Verhandlungsmarathon zuende. Ein halbes Jahr zogen sich die Gespräche hin, die manche im Gewerkschaftslager auch schon mal als »Stellungskrieg« bezeichneten. Die Gewerkschaften hatten mit ihrer Forderung nach einem Gesundheitstarifvertrag Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt. Im Hintergrund war es aber immer auch um deutliche Lohnerhöhungen gegan...

Kita-Streit endlich beigelegt

Nach einer zähen letzten Verhandlungsrunde ist im seit Monaten währenden Streit um einen besseren Gesundheitsschutz und mehr Gehalt für die bundesweit rund 220 000 Beschäftigten im Erziehungswesen gestern endlich eine Einigung geglückt. Durchschnittlich erhalten Erzieherinnen demnach künftig 120 Euro mehr im Monat. Außerdem wurde ein Gesundheitstarifvertrag vereinbart.

Silvia Ottow

Die meisten Ärzte bekommen mehr Geld

Die Honorarreform für niedergelassene Ärzte, über die sich die Mediziner in den letzten Monaten sehr aufgeregt hatten, bescherte der heilenden Zunft ein Gesamtplus von 472 Millionen Euro, das wären 7,4 Prozent mehr Geld pro Praxis.

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Langes Ringen noch auf der Zielgeraden

Es war ein langer Streit bis zur Einigung: Im Januar hatten die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 220 000 Erzieherinnen begonnen, im April scheiterten die Gespräche. Neue Verhandlungen folgten ab Mai. Noch vor gut einer Woche konnten sich die Tarifparteien in Frankfurt am Main nicht auf einen Abschluss einigen. Und auch in der achten und entscheidenden Verhandlungsrunde, die am Donnerstag...

ndPlusRené Heilig

Bankdaten per Überweisungen direkt zur CIA

Der Weg ist (weiter) frei – für den »Datenaustausch« zwischen der EU und den Vereinigten Staaten von Amerika. Klartext: Alles bleibt beim Alten, Washingtons Geheimdienste schnüffeln die »Alte Welt« aus. Mit deren Einverständnis.

»Jede helfende Hand ist willkommen«
ndPlusSimone Schmollack

»Jede helfende Hand ist willkommen«

Erzieherinnen haben einen verantwortungsvollen und körperlich schweren Job. Der soll besser bezahlt werden. Dafür haben Angestellte und Gewerkschaften seit Wochen gestreikt. Ein Lied von den berufstypischen Strapazen können auch die Erzieherinnen in der Berliner Kita »Schwalbennest« singen.

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Endlose Suche nach der Neustart-Taste
ndPlusFolke Havekost und Volker Stahl

Endlose Suche nach der Neustart-Taste

Die Hamburger Morgenpost ist eine der wenigen Zeitungen mit Wachstumsraten. Die Redaktion will aber mehr sein als eine Renditequelle für Anleger.

Adlerhorst und Käseverkostung
Rudolf Stumberger

Adlerhorst und Käseverkostung

Tranche vom iberischen Schwein, bretonischer Steinköhler im Bouillabaisse Fumet, lauwarmes Rhabarberküchlein – 102 Euro kostet ein Fünf-Gänge-Menü im Restaurant »Le Ciel«. Der Name ist Programm, immerhin liegt das »InterContinental Berchtesgaden Resort« am Obersalzberg auf einer Höhe von gut 1000 Metern. Das Menü kommt aus der Küche von Sternekoch Ulrich Heimann und der 44-jährige Schwarzwäl...

Seite 4

Anklage gegen Pastörs erhoben

Saarbrücken (dpa/ND). Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage wegen Volksverhetzung gegen den NPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, erhoben. Das teilte die Behörde am Montag in Saarbrücken mit. Pastörs, der im Frühjahr erfolglos für den Bundesvorsitz der rechtsextremistischen Partei kandidiert hatte, soll auf einer Aschermittwochs-Veranstaltung der Saar-NPD im Februar Juden ...

Gabriele Oertel

Schmidts Sommerlochtheater

Nicht nur Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will die Debatte um die Nutzung ihres Dienstwagens im Spanien-Urlaub als Sommerlochtheater herunterspielen – Politikerkollegen, Journalisten und Wirtschaftstüchtige nutzen das Vorkommnis freudig zur Belebung der ereignisarmen Zeit.

ndPlusInes Wallrodt

Feldzug der Tugendwächter

In Baden-Württemberg wurden am Wochenende zwei Bordelle nach einer Großrazzia geschlossen. Die Aktion war der vorläufige Höhepunkt einer Kampagne gegen Sex-Einrichtungen mit Pauschaltarifen.

ndPlusHendrik Lasch, Halle

Rasterfahndung als »Ultima Ratio«

Zur Suche nach einem Sexualtäter löst die Staatsanwaltschaft Halle eine groß angelegte Rasterfahndung in drei Bundesländern aus. Die Methode ist umstritten, aber nach Ansicht der Ermittler das letzte Mittel.

Seite 5

U-Ausschuss zu HRE hat keine Akten

Berlin (dpa/ND). Die Opposition wirft dem SPD-geführten Bundesfinanzministerium vor, Akten für den Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate (HRE) zurückzuhalten. Im Ministerium lägen seit mehreren Wochen rund 300 Akten der Finanzaufsicht BaFin, sagte der Linkspartei-Abgeordnete Axel Troost am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der FDP und den Grünen in Berlin. Das Ministerium scha...

Hartz IV »kläglich gescheitert«

Während der Paritätische Wohlfahrtsverband am Montag das Scheitern der Arbeitsmarktreform Hartz IV konstatierte, wird anhaltend um eine mögliche Verlängerung der Altersteilzeit gestritten. Die Gewerkschaften wollen Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) mit seinem Vorstoß kurz vor der Bundestagswahl beim Wort nehmen, die Unternehmer lehnen das Vorhaben strikt ab.

Volker Stahl

Hamburg tut nobel, hält aber den Rotstift bereit

Den Hamburger »Pfeffersäcken« – für Nicht-Hanseaten: Kaufleuten – eilt der Ruf voraus, gut mit Geld umgehen zu können. Für die Hamburger Politikerkaste scheint das nicht zu gelten. Schwarz-Grün treibt den in 40 SPD-Regierungsjahren angehäuften Schuldenberg in Rekordhöhen – schuld ist nicht nur die Wirtschaftskrise.

Seite 6

USA und Israel einig gegen Iran

Jerusalem/Teheran (dpa/ND). Zum Auftakt eines Besuchs in Israel hat US-Militärminister Robert Gates mit seinem israelischen Amtskollegen Ehud Barak über die Gefahr einer iranischen Aufrüstung mit Atomwaffen gesprochen. Israel und USA seien sich einig, dass eine iranische Atommacht eine Destabilisierung der gesamten Region bedeuten würde, sagte Gates. Die Bereitschaft zum Dialog mit Iran sei zeitli...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Dem Attentat folgt der Politpoker

Sieben Tote – darunter vier Polizeibeamte – forderte der Anschlag eines Selbstmordattentäters in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny am Sonntagabend.

Seite 7
Herausforderungen für den Orient
ndPlusKarin Leukefeld

Herausforderungen für den Orient

Nach vier Jahren Arbeit hat die arabische Arbeitsgruppe des Weltentwicklungsprogramms (UNDP) einen Bericht über die menschliche Entwicklung in der arabischen Welt vorgelegt. Untersucht wurden die politische und soziale Situation in den 22 Staaten der Arabischen Liga sowie die Folgen militärischer Interventionen in Irak, den besetzten palästinensischen Gebieten und Somalia.

Die Großoffensive in Afghanistan ist dumm

Die Großoffensive in Afghanistan ist dumm

Johan Galtung gilt als Begründer der Friedensforschung. 1959 gründete der Norweger in Oslo das Internationale Friedensforschungsinstitut PRIO (The International Peace Research Institute, Oslo). Im Jahr 1987 erhielt der 79-Jährige den Alternativen Nobelpreis, 1993 den Gandhi-Preis. Weltweit wirkte er in über 120 Konflikten als Vermittler. In Krisengebieten wie dem Nordkaukasus, in Ecuador, Afghanistan und Sri Lanka war er aktiv. Mit dem Friedensforscher sprach für ND Nissrine Messaoudi.

Seite 8
ndPlusSilvia Ottow

Liebe Frau Schmidt!

Acht Jahre waren Sie Ministerin ohne Skandal – mal abgesehen von Gesundheitsfonds, Ärztehonoraren und der Kleinigkeit, dass sie seit Jahren behaupten, die Kassenbeiträge zu senken – während die schneller steigen als ein Papierdrachen im Herbstwind. Sie haben auch nicht die mindeste Ordnung in das strukturelle Chaos des Gesundheitssystems gebracht. Sie behaupten, der Kompromiss zum Gesu...

ndPlusRoland Etzel

Sprachliche Kühnheiten

Der patriotische Israeli ist vielleicht stolz darauf: Sein Staat ist der einzige, dessen Politiker dem amtierenden US-Präsidenten immer wieder folgenlos das Wort im Munde herumdrehen. Auch gestern wieder. Bei seiner als historisch bezeichneten Rede an die Muslime der Welt hatte Barack Obama Anfang Juni zur israelischen Siedlungspolitik auf palästinensischem Land gesagt: »Die Vereinigten Staaten ak...

René Heilig

Aktueller Schießbefehl

Die Taschenkarte – ursprünglich war das Ding einmal dafür gedacht, jedem Bundeswehr-Soldaten klar zu machen, dass er bei der Wache oder bei einer Streife nicht nach Gutdünken um sich schießen darf. Um »den militärischen Sicherheitsbereich gegen unberechtigten Zugang zu schützen« und »Angriffe abzuwehren, die sich gegen Personal und Rechtsgüter der Bundeswehr und der verbündeten Streitkräfte ...

Velten Schäfer

Blitzkarriere

»Die Senkrechtstarterin« war vor wenigen Monaten ein Portrait von Manuela Schwesig in einer Regionalzeitung überschrieben. Da war die 1974 in Frankfurt (Oder) geborene Diplom-Finanzwirtin von Nordost-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gerade zur Sozialministerin ernannt worden. Wenn stimmt, was große Zeitungen jetzt spekulieren, muss das nächste Mal »mit Raketenantrieb« über dem Artikel stehe...

Epo – endlich auch am Arbeitsplatz
Ernst Röhl

Epo – endlich auch am Arbeitsplatz

Ich geh nicht zum Arzt, denn ich bin zum Sterben noch nicht bereit. Neulich erklärte in Nordhorn/Niedersachsen ein Notarzt eine 89- jährige Frau für tot und stellte pflichtgemäß den Totenschein aus. Der Irrtum des voreiligen Doktors fiel erst dem Bestatter auf, der die quicklebendige Dame in einen Sarg betten sollte. Bei dieser Meldung aus dem Reich des schwarzen Humors kommt der lebensfrohe Zeitg...

Seite 9
Lolita labil
Tobias Riegel

Lolita labil

In der Psychologie gibt es das Phänomen des »Fremdschämens«, also des unangenehm Berührtseins von anderer Leute Peinlichkeiten. Manchmal ist dabei die Pein des Beobachters größer, als die des Verursachers. Beim Britney-Spears-Konzert am Sonntag in der o2-Halle in Berlin lauerte die Sorge vor diesem Gefühl hinter jedem Tanzschritt, den die psychisch angeschlagene und seit Jahren meist unberechenbar...

»Dumme Ahnungslosigkeit«
ndPlusKlaus Bellin

»Dumme Ahnungslosigkeit«

Es ist ein heiterer Abend gewesen. Sie saßen in Schlichters Weinstuben, einem Berliner Künstlerlokal, und gönnten sich einige Flaschen. Die Stimmung war prächtig. Hans Fallada, gelöst und gar nicht streitsüchtig wie manchmal nach ausgiebigem Alkoholkonsum, gab ein paar Schnurren zum Besten, auch Ernst Rowohlt genoss die behagliche Atmosphäre und hatte nicht einmal Lust, das Glas, aus dem er getrun...

Seite 10

Kritische Ausgabe

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte will in den kommenden sechs Jahren eine wissenschaftliche Ausgabe von Adolf Hitlers »Mein Kampf« vorbereiten. Das Institut stehe seit einiger Zeit mit der bayerischen Landesregierung in einem »konstruktiven Dialog über das Für und Wider einer historisch-kritischen Ausgabe«, teilte das Institut für Zeitgeschichte am Montag in München mit.Bislang hat die Land...

ndPlusRoberto Becker

Radames per Schnellboot

Im Sommer sieht man in Bregenz schon von Ferne, was Sache ist. Von Ende Juli bis Ende August ist hier nämlich die Seebühne der Hingucker schlechthin. Denn für die Festspiele am Bodensee gibt es immer eine möglichst großformatige und einprägsame Bühnenbildmetapher, die einen der Renner des Opernrepertoires sozusagen auf den Punkt bringt. In diesem Jahr Verdis »Aida«.Dafür steht aber nicht etwa eine...

Gunnar Decker

Der verspielte Kredit

Am Anfang war es der Versuch, der Freiheit ein kämpferisches Asyl zu geben. Der Welt zu zeigen: Es gibt sie noch, eine deutsche Jugend, die nicht Hitlers Jugend ist. 1936 wurde die FDJ in Prag, Paris, London von deutschen Emigranten gegründet. Die Utopie einer Weltföderation der demokratischen Jugend! Aber es steckte in dieser so hochidealistischen Gründung auch jener doktrinäre Virus, der bereits...

Seite 11

Konsumklima besser

Nürnberg (AFP/ND). Die Stimmung der deutschen Verbraucher wird trotz anhaltender Krise besser. Die Hoffnung auf ein baldige Besserung der Wirtschaftslage wächst, wie aus dem am Montag veröffentlichten Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervorgeht. Dank niedriger Inflation, höherer Rente und Geld aus dem zweiten Konjunkturpaket steigt die Kauflaune.Im längerfristigen Vergle...

Ralf Klingsieck, Paris

Jeder vierte behandelt keine Armen

Viele Franzosen werden von ärztlichen Behandlungen ausgeschlossen. Der Grund: Sie sind arm und verfügen nur über die staatlich finanzierte Basis-Krankenversicherung.

Schweinegrippe: 3400 Erkrankte

Berlin/Erfurt/Mannheim (AFP/ND). Die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen in Deutschland nimmt weiter stark zu. Ende vergangener Woche seien binnen 24 Stunden knapp 500 neue Fälle hinzugekommen, sagte der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, am Montag in Berlin. Demnach waren bis Freitagnachmittag insgesamt 3400 Erkrankungsfälle gemeldet. Am stärksten seien Nordrhein-West...

Seite 12

Kreditvergabe hängt vom Banktyp ab

München (dpa/ND). Die deutschen Industrieunternehmen kommen einer Umfrage zufolge am schwierigsten bei privaten Geschäftsbanken und bei den Landesbanken an Kredite. Genossenschaftsbanken und Sparkassen werden dagegen als weniger restriktiv bewertet, ergab die Befragung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, die am Montag in der bayerischen Landeshauptstadt München veröffentlicht wurde. Damit ...

Konkurrenz für die bunten Steine
ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Konkurrenz für die bunten Steine

Fast jedes Kind auf der ganzen Welt kennt ihn: den Legostein. Doch hinter den Kulissen der dänischen Plastiksteinschmiede tobt seit Jahren ein grundsätzlicher Kampf um den Patentschutz. Der Gewinner wird erst in einigen Jahren feststehen.

ndPlusWalter Schmidt

Bio kann viel mehr als gesund sein

Zwar sind Öko-Lebensmittel durchschnittlich etwas gesünder als konventionelle Ware, doch das ist längst nicht der einzige Unterschied. Das verzerrte Image haben vor allem die Medien lange genährt.

Seite 13
ndPlusDanielle Kurtzleben, Washington (IPS)

Afrika fordert Abbau von Subventionen

Die vier großen Baumwolle produzierenden Staaten in Afrika – Benin, Burkina Faso, Mali und Tschad – verlangen von den USA einen zügigen und umfassenden Abbau der Baumwollsubventionen und damit die überfällige Einlösung einer Zusage, die 2005 bei der Welthandelsorganisation (WTO) von den USA und allen weiteren WTO-Mitgliedern gegeben wurde. Im Vorfeld eines Treffens mit dem US-amerikani...

Die fetten Jahre sind vorbei
Martin Ling

Die fetten Jahre sind vorbei

Was für die Weltwirtschaft gilt, gilt auch für die 49 am wenigsten entwickelten Länder dieser Welt (LDC): Die fetten Jahre sind vorbei. Der neue Jahresbericht der Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) über die LDC sieht nach der Phase des starken Wachstums von 2002 bis 2007 ein Tal der Tränen, das 2008 nur seinen Anfang nahm. Die Kombination aus fallenden Rohstoffpreisen, sinkender Weltnac...

Gefälschte Beweise gegen Friedensaktivisten?

Gefälschte Beweise gegen Friedensaktivisten?

Gloria Cuartas ist in Kolumbien als »Bürgermeisterin für den Frieden« bekannt. Sie ist Mitglied in der Linkspartei PDA und in der Gruppe Kolumbianer für den Frieden. Mit ihr sprach für ND Harald Neuber.

Sonnenstrom für die Sozialen Dienste
ndPlusAndreas Boueke, Guatemala-Stadt

Sonnenstrom für die Sozialen Dienste

Seit fast einem Jahr lebt der zwanzigjährige Sebastian Beyer in dem mittelamerikanischen Land Guatemala. Dort arbeitet er als Freiwilliger im Rahmen des vom Bundesministerium für Entwicklung geförderten Programms »weltwärts«. In dem Projekt Soziale Dienste Hermano Pedro kümmert sich Sebastian Beyer um Behinderte und inzwischen auch um die Anschaffung einer großen Solaranlage.

Seite 14

Vulkan schickt Gefahr

Cadmium ist in Lebensmitteln unerwünscht, weil es die Gesundheit schädigen kann. Kürzlich einigte man sich auf die Herabsetzung der in Lebensmitteln zulässigen Höchstwerte.

Hirn liebt Sprachtalent

Jugendliche mit guten Sprachkenntnissen haben gute Chancen auf ein Superhirn im Alter, berichten Pathologen.

Elfi Schramm

Die Rezension - Rat bei Allergien

In den vorliegenden Büchern geht es um allergischer Erkrankungen. Beide Autoren, erfahrene Heilpraktiker, bieten alternative Therapieverfahren an, die dem Patienten wirklich helfen sollen, sich gegen die Entstehung der Allergien zu schützen und vorhandene besser in den Griff zu bekommen. Leibold nennt es in seinem Standardwerk »unangemessen«, wenn das Immunsystems einige Stoffe als Gefahr bewertet...

Nachrichten

Schlafmangel lässt Blutdruck steigen Schlafmangel kann den Blutdruck deutlich in die Höhe treiben. Dabei lässt die fehlende Nachtruhe sowohl den systolischen als auch den unteren, diastolischen Wert nach oben klettern, wie eine US-Studie zeigt. Demnach steigert jede täglich fehlende Stunde Schlaf das langfristige Risiko für eine Hypertonie um 37 Prozent. Als optimales Pensum gingen die Mediziner v...

Walter Willems

Mythos Borreliose

Borreliose ist zu einer Projektionsfläche für Beschwerden aller Art geworden. Häufig führen Menschen selbst Probleme wie Müdigkeit oder Schlafstörungen auf die durch Zecken übertragenen Bakterien zurück.

Seite 15
»Ich werde nicht um Mitleid betteln«

»Ich werde nicht um Mitleid betteln«

Bei der Sachsentour begann der frühere Dopingsünder und Kronzeuge PATRIK SINKEWITZ (Foto: dpa) sein Comeback und fuhr dem Feld gleich davon. Vielen Fahrern war er ein Dorn im Auge. Für ND sprach MANFRED HÖNEL mit dem Hessen.

Richard Janssen und Marc Zeilhofer (dpa), Rom

Michael Phelps staunt noch immer

Es schien, als hätte Weltmeister und Weltrekordler Paul Biedermann nur auf diese Frage gewartet. Ohne Zögern begegnete er dem Misstrauen nach seiner Steigerung über 400 Meter Freistil um unglaubliche 6,6 Sekunden. Die Antwort auf die im Raum stehende Doping-Frage kam mit ernster Miene und festem Blick. »Natürlich muss ich mir solche Vorwürfe gefallen lassen. Aber ich bin absolut sauber«, sagte der...

ndPlusGerd Holzbach, SID

Die Spiele, die niemand wollte

Keine andere Stadt der Welt wollte diese Olympischen Sommerspiele haben. Nach dem finanziellen Fiasko von Montreal 1976 hatten alle Angst vor einer weiteren Pleite. Doch mit den heute vor 25 Jahren eröffneten ersten privat finanzierten Spielen der Geschichte in Los Angeles wies Peter Ueberroth, Präsident des Organisationskomitees, Olympia ungeachtet des neuerlichen Boykotts einen neuen Weg. Auch f...

Seite 17

Per Express zum Profit

Was sei das für ein Wettbewerb, wenn man das günstigste Angebot abgebe und trotzdem nicht alle Strecken bekommen könne, schimpfte die Deutsche Bahn (DB). Nun fiel die Entscheidung. In den Jahren 2011/12 muss DB Regio einige Verbindungen in Berlin und Brandenburg an die Ostdeutsche Eisenbahn ODEG abgeben. Das Monopol der Bahn AG bröckelt weiter, der Staat spart Geld, der Steuerzahler frohlockt viel...

ndPlusAndreas Heinz

Kanzler Kohls Elefant kam ohne Papiere

Sommerzeit, Ferienzeit. Die Wochen, die für die Menschen meist Erholung bedeuten, sind für Christian Böhm Wochen der erhöhten Aufmerksamkeit. Der Zollamtsrat sitzt im Luftfrachtgebäude des Flughafens Tegel und achtet mit seiner Truppe darauf, dass Touristen keine Tiere oder Produkte aus Tieren illegal einführen. Lebewesen, die unter Artenschutz stehen, werden beschlagnahmt.Was Touristen so alles a...

ndPlusBernd Kammer

S-Bahn-Vertrag wird nachverhandelt

Noch knapp zwei Wochen müssen sich S-Bahnfahrgäste mit dem Rumpfprogramm begnügen, dann soll es langsam wieder besser werden. Beim Bahngipfel mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat die S-Bahn gestern bekräftigt, dass ab 10. August wöchentlich etwa 25 Viertelzüge – bestehend aus zwei Wagen – die Werkstätten verlassen und in Betrieb gehen werden. Zunächst soll der ...

Seite 18

Neue Wege für Radler

(ND-Liebigt). Alte Wege sollen saniert, neue angelegt werden: Die Radwege und Radspuren auf Berlins Straßen werden ausgebaut. In diesem Jahr stehen dafür drei Millionen Euro€ zur Verfügung und für den Doppelhaushalt 2010/11 sind von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ebenfalls jährlich drei Millionen € angemeldet worden. Für die Unterhaltung von Radwegen steht 2009 ein gesonderter...

Krach um Spielplätze
Anne Britt Arps

Krach um Spielplätze

Ob auf Spielplätzen, dem Fußballfeld oder in Kitas – viele Kinder machen viel Lärm. Zu viel für manchen Anwohner und weit mehr als das Gesetz erlaubt. Bundesweit müssen daher Kitas immer wieder den gerichtlichen Klagen lärmgeplagter Nachbarn weichen. In Friedenau traf es zuletzt die Kita »Milchzahn«. Im November 2008 musste sie ihre Pforten in der Odenwaldstraße schließen, nachdem das Landge...

Seite 19
ndPlusAlison Brunn

Pop und Porno

An der Fassade hängt ein Adonis im knappen Höschen. Innen tummeln sich Pornostars, Popdiven und Heilige: Das französische Künstlerduo Pierre et Gilles zeigt seine Werkschau. Es ist das erste Mal seit zwölf Jahren, dass eine große Ausstellung die ironisch-kitschigen Bilder in Deutschland präsentiert. »Ein Universum des Lebens«, so nennen es die beiden Männer, die seit 1976 zusammen leben und arbeit...

Geboren aus kreativem Chaos
Volkmar Draeger

Geboren aus kreativem Chaos

Eine Stolperleiste vor dem Cabuwazi-Grundstück weist darauf hin: Hier verlief bis zum Mauerfall die Grenze. Heute ist die kleine, baumumstandene Zeltstadt erst vom Eingang aus sichtbar. Zum 15-jährigen Bestehen geht der Blick nun zurück und nach Vorne. Auslöser der Zirkusgründung war eine Elterninitiative in Kreuzberg. Dort hatte Karl Köckenberger vom Betriebsrat einer Krupp-Filiale Einräder kaufe...

Seite 20
ndPlusAndreas Fritsche

Deutsche Bahn ausgebremst

In der umstrittenen Ausschreibung von 16 wichtigen Regionalbahnstrecken in Berlin und Brandenburg ist die Entscheidung gefallen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erteilte jetzt den Zuschlag an die Deutsche Bahn (DB) und die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG).Die Regionalexpress- und Regionalbahn-Linien reichen zum Teil nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hinein. Die Länder bestell...

Die Sprache Kinshasas vergessen
Klaus Muche

Die Sprache Kinshasas vergessen

Wenn Jean-Mpaka Manuel die dunklen Rhythmen aus seiner Trommel holt, dann scheint er weit entrückt. Die Leute bleiben stehen, Frauen lachen, beginnen, sich im Schritt zu wiegen, als wären sie auf einem Platz in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire. Sie stehen aber in Cottbus und protestieren gegen die rechtsextremistische DVU.Jean-Mpaka Manuel und seiner F...