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Ausgabe vom 28.08.2009

Seite 1

Unten links

Der Peter (Struck) ist sauer auf die Angela. Hat er dem »Stern« gepetzt. »Merkel kann mich nicht leiden, und ich sie nicht.« Ätsch. Das hat sie jetzt davon. Jedenfalls will er nicht mehr mit ihr spielen. Wo sie immer alles bestimmen will. Und außerdem ist sie so fies zum Frank-Walter. Das ist der Kumpel vom Peter. Seit der Frank-Walter gesagt hat, er will auch mal bestimmen, findet die Angela alle...

Merkel: Siedlungsbau stoppen

Berlin (AFP/ND). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Israel zum Stopp des Siedlungsbaus aufgefordert. Mit Blick auf eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses müsse in dieser Frage »eine substanzielle Veränderung eintreten«, sagte Merkel nach ihrem ersten Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag in Berlin. Zugleich zeigte sie sich optimistisch über die Chancen,...

René Heilig

Noch ist Polen nicht verloren ...

Staatenbündnisse sind so eine Sache. Es gibt wenige Nationen, die das besser beurteilen können als unser Nachbar Polen. Gerade in diesen Tagen. Man wird gekauft, verkauft, doch im Grunde ist man oft nur – ganz gegen die eigene Wahrnehmung – Spielball »höherer« Interessen. Denen man zu dienen hat, ohne sie zu kennen oder gar beeinflussen zu können. Die NATO hat Polen als vorgeschobene N...

ndPlusRené Heilig

Versuchsballon gegen US-Raketenschild

Die Pläne für einen US-Raketenschild in Polen und Tschechien sind Geschichte. Das jedenfalls behauptet die polnische Zeitung »Gazeta Wyborcza« und beruft sich auf anonyme Quellen und intime Vorgänge im amerikanischen Kongress.

Gysi sieht SPD in der Ypsilanti-Falle
ndPlusGabriele Oertel

Gysi sieht SPD in der Ypsilanti-Falle

Nicht nur Rückenwind für die Bundestagswahlen am 27. September erwartet die LINKE von den drei Landtagswahlen am Wochenende in Thüringen, Sachsen und dem Saarland. Vor allem sei das Abschneiden ihrer Partei wichtig für die soziale Entwicklung im Lande, so die beiden Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, am Donnerstag vor der Presse in Berlin.

Seite 2
»Gewalt bestimmt das Handeln der Putschisten«

»Gewalt bestimmt das Handeln der Putschisten«

ND: Herr Botschafter, Sie haben sich gegen den Putsch positioniert, der am 28. Juni gegen Präsident Manuel Zelaya stattgefunden hat. Welche Konsequenzen hatte das für Sie? Castañeda: Zwei grundlegende: Erstens wurde ich in einem rechtswidrigen Akt durch das Putschregime meines Postens enthoben. Zweitens wurden alle Zahlungen eingestellt. Es gibt seither weder finanzielle Mittel aus Honduras für di...

Seite 3
Ein Langläufer biegt in die Zielkurve

Ein Langläufer biegt in die Zielkurve

ND: Nur ein Prozent der Deutschen ist vom Wahlkampf begeistert, über die Hälfte noch unentschieden, wen sie wählt. Haben die Wähler womöglich den Spruch »Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten«, verinnerlicht? Oder ist der falsch? Ramelow: Der hat schon was Wahres. Der Spruch ist in einer Zeit entstanden, als Wahlen obrigkeitsstaatlich so organisiert waren, dass das Wahlrecht nichts w...

Seite 4

DGB: Junge Frauen in Ausbildung benachteiligt

Berlin (dpa/ND). Junge Frauen haben während ihrer Berufsausbildung deutlich mehr Nachteile als männliche Auszubildende. Angehende Friseusen, Verkäuferinnen und Arzthelferinnen haben in der Regel weniger Urlaub, eine schlechtere Bezahlung und einen ungünstigeren Überstundenausgleich als Auszubildende in sogenannten Männerberufen. Dies zeigt der neue DGB-Ausbildungsreport, der am Donnerstag in Berli...

Lubmin bald »Atomklo der Republik«?

Lubmin (dpa/ND). Nach der Infragestellung von Gorleben als Atomendlager und den beabsichtigten Castor-Transporten aus Karlsruhe befürchten die Grünen den Ausbau Lubmins zu einem Atomendlager. Er sei erstaunt, dass die Landesregierung tatenlos dabei zuschaue, wie Mecklenburg-Vorpommern nach dem absehbaren Aus für Gorleben zum »Atomklo der Republik« werde, sagte der Bundestagsabgeordnete Harald Terp...

ndPlusLutz Debus

Bottrop – Kommunisten hoffen wieder auf Wahlerfolg

In Bottrop im Ruhrpott ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ein kommunalpolitisches Schwergewicht. Seit Jahrzehnten sind die Kommunisten dort im Stadtparlament vertreten und mit außerparlamentarischen Aktionen aktiv.

ndPlusMartin Sommer

Saarland wirklich Aufsteigerland?

Lange Zeit war das Saarland Montanland. Doch die rosigen Zeiten sind längst vorbei, deutsche Kohle ist kaum mehr wettbewerbsfähig und auch Stahl »Made in Germany« hat es schwer. Das Saarland muss sich deshalb umstellen und neue Wirtschaftsbranchen anlocken.

Seite 5

Imker Grolm zieht ins Gefängnis ein

Tonndorf (dpa/ND). In Handschellen und begleitet von Sympathisanten wurde der Imker Michael Grolm aus Tonndorf bei Weimar am Donnerstag ins Gefängnis nach Suhl-Goldlauter gebracht. Er hatte 2007 mit Gleichgesinnten ein Feld mit Genmaispflanzen bei Altreetz in Brandenburg zerstört. Als Begründung gab er unter anderem an, dass der Genmais seine Berufsfreiheit als Imker gefährde, da belasteter Honig ...

Wolfgang Hübner

Drama, Baby, Drama!

Je näher die Wahlen rücken, desto höher die Frequenz, in der altbekannte Sprüche geklopft werden. Kaum hat Frank-Walter Steinmeier mitgeteilt, dass die SPD-Landesverbände selbst entscheiden dürfen, ob und wie sie mit der Linkspartei kooperieren (siehe Hessen 2008), schnellen warnende Zeigefinger nach oben. Selbst Angela Merkel unterbrach ihren Sommerschlaf und ließ wissen, dass jede Stimme für ein...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Zorn auf »Abschlag Ost« hinter den Ladentheken

Im Einzelhandel in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wird wieder gestreikt. Handelsketten und Gewerkschaft streiten um den Zeitpunkt einer Tarifanpassung – und um´s Prinzip: Die Verkäuferinnen im Osten wollen sich nicht mehr benachteiligen lassen.

»Austritt, wenn es am meisten schadet«
Velten Schäfer, Schwerin

»Austritt, wenn es am meisten schadet«

Die Linkspartei-Spitze in Schleswig-Holstein sieht die Fronten geklärt und hofft auf einen harmonischen Wahlkampf. Andere fürchten spektakuläre Austritte kurz vor dem Bundes- und Landtagswahltermin am 27. September – ähnlich wie zuletzt in Hessen.

Seite 6

Japans Regierungspartei vor Wahlniederlage

Tokio (AFP/dpa/ND). In Japan kommt es am Sonntag höchstwahrscheinlich zu einem historischen Machtwechsel. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der japanischen Tageszeitung »Asahi Shimbun« kann die größte Oppositionspartei, die Demokratische Partei Japans (DPJ) unter Vorsitz von Yukio Hatoyama, bei der Wahl zum mächtigen Unterhaus mit einer absoluten Mehrheit von 320 der 480 Sitze rech...

Neue Regeln für ISAF

Mit einer »Richtlinie zur Aufstandsbekämpfung« will der Kommandeur der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF seine Soldaten auf einen neuen Kurs einschwören.

Karadzic klagt an

Radovan Karadzic hofft, dass sein Prozess endlich die Wahrheit über den Krieg auf dem Balkan ans Licht bringt. Für den in Den Haag Angeklagten liegt die Hauptschuld für den Krieg bei westlichen Ländern.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Beslan ruft nach Medwedjew

Das Geiseldrama von Beslan jährt sich nächste Woche zum fünften Mal. Eine glaubhafte Aufklärung über die damaligen Geschehnisse aber gibt es noch immer nicht.

Seite 7

Klagen gegen »Aftonbladet«

Stockholm (AFP/ND). Nach einem schwedischen Pressebericht über den angeblichen Handel israelischer Soldaten mit Organen getöteter Palästinenser sind beim Justizministerium in Stockholm zwei Klagen wegen Aufstachelung zum Rassismus eingegangen, wie das Ministerium jetzt mitteilte. Nach schwedischer Gesetzgebung muss sich jetzt Justizkanzler Göran Lambertz dazu äußern, ob der vergangene Woche in »Af...

Litauen will Aufklärung
ndPlusOlaf Standke

Litauen will Aufklärung

Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite hat Berichte über angebliche CIA-Geheimgefängnisse in ihrem Land bedauert und eine schonungslose Aufklärung versprochen.

Kommissions-Beschwerde
ndPlusHorst Grützke

Kommissions-Beschwerde

Am 11. August 2009 bestätigte das Sekretariat des Europäischen Bürgerbeauftragten den Eingang einer Beschwerde über die Brüsseler Kommission. Ihr wird mangelnder politischer Wille für die Durchsetzung demokratischer Verhältnisse in der EU vorgeworfen. Die Europäische Kommission bedient in ihren Entscheidungen einseitig die Interessen der Wirtschaft und berücksichtigt zu stark nationalstaatliche Ei...

Harald Neuber

Washington greift in den EU-Luftverkehr ein

Zum zweiten Mal binnen weniger Monate haben die US-Behörden aus politischen Gründen in den EU-Luftverkehr eingegriffen. Ein Air-France-Flugzeug durfte den US-amerikanischen Luftraum nicht benutzen.

Brüssel braucht mehr Transparenz

Brüssel braucht mehr Transparenz

ND: In Brüssel gibt es nicht nur viele EU-Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche Lobbyisten. Katzemich: Interessenvertretung ist ein Element der Demokratie, und Politik wird immer komplexer. Für die Politiker ist es schwierig, alle Aspekte eines Themas bei ihrer Arbeit von sich aus mitzudenken. Da ist es grundsätzlich richtig und nötig, dass Interessengruppen ihre Forderungen einbringen. Wogegen wen...

Seite 8
ndPlusKurt Stenger

Mit weißer Weste

Liechtensteins Banken können recht gut mit dem verschärften internationalen Vorgehen beim Kampf gegen Steuerhinterziehung leben. Zwar flossen Kundengelder im Umfang von fast drei Milliarden ab, doch diese Summe liegt weit unter den fürstentümlichen Befürchtungen. Geradezu panisch hatte man in der kleinen Alpenrepublik schon mit dem Gedanken gespielt, groß in den Emissionshandel mit CO2-Verschmutzu...

ndPlusOlaf Standke

Obama-Gala

Ein derartiger Auftritt wäre bei seinem Vorgänger, der die Vereinten Nationen immer verachtet hat, undenkbar gewesen: USA-Präsident Barack Obama will sich auf einer Sondersitzung des Weltsicherheitsrats in vier Wochen höchstpersönlich für die atomare Abrüstung stark machen. Washington bestimmt im September die Agenda des wichtigsten UN-Gremiums. Es wird die Fortsetzung der historischen Rede Obamas...

Ina Beyer

»Natürlich« ungleich

Die Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports sind nicht sonderlich überraschend. Weibliche Azubis stehen schlechter da als männliche. Sogar der Entgeltunterschied von bis zu 22 Prozent entspricht der allgemeinen Lohnschere zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Im Grunde besagt das DGB-Papier, dass schon ab dem Zeitpunkt, an dem junge Menschen ihre ersten Schritte in die Arbeitswelt unternehmen,...

Tief gestürzt

Tief gestürzt

Es ist, als würden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie Kollegen anderer Institute ihrer Posten enthoben und von der Polizei abgeführt. Dies geschieht derzeit mit den Chefs von fünf Großbanken in Nigeria, die zusammen 40 Prozent des Kreditmarktes ausmachen. Prominenteste Person in dem Finanzskandal ist Cecilia Ibru. Die bisherige »First Lady« im gesamtafrikanischen Bankensystem stellte sich am...

Zurück zu den Kommunen
Christa Luft

Zurück zu den Kommunen

Im Bereich öffentlicher Daseinsvorsorge deutet sich ein Trend zur Rekommunalisierung an. Die neoliberale Verheißung »Private können es besser« ist blamiert. 1998 hatte die Liberalisierung in der Energiewirtschaft eingesetzt. Finanzklamme Kommunen machten Stadtwerke zu Geld. Die Energiekonzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW sicherten sich marktbeherrschende Positionen. Sie kontrollieren Preise und...

Seite 9

Geliebtes Land

Der Dichter der sowjetischen und der russischen Nationalhymne, Sergej Michalkow, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das teilte sein Sekretär Denis Baglaj am Donnerstag in Moskau mit. Michalkow schrieb den Text zur ergreifenden Musik des Komponisten Alexander Alexandrow zunächst im Auftrag Stalins. Er verfasste auch den neuen Text für die 2000 von Präsident Wladimir Putin wieder eingeführte Hymn...

Jan Freitag

Wie von Tarantino

Manche Geschichten sind zu surreal für die Realität. Manche Geschichten kann sich aber auch keiner ausdenken. Die von Charles Manson ist so eine. Vor 40 Jahren hat der Amerikaner seine kleine Sekte im Dienste einer kruden Weltherrschaftsmission mordend durch Kalifornien geschickt. Eher willkürlich fiel ihr Roman Polanskis schwangere Frau Sharon Tate samt vier Hausgästen zum Opfer. Dann ein Unterne...

Klaus Bellin

Schule des Sehens

Er reiste inkognito und war am Abend des 29. Oktober 1786 in Rom. Beim Pfarrer von S. Maria del Popolo gab er an, Philipp Möller zu heißen und Maler zu sein. Keine Laune trieb ihn dazu, auch nicht der Umstand, dass ihn Tischbein in seine Wohnung am Corso mitgenommen hatte und er dort, im einfachen Quartier, unter lauter Malern lebte. Er hatte in den Wochen unterwegs schon viel gezeichnet, ohne sei...

Seite 10

Bildungsnetze

Deutschlehrerin Ulla Kebe hat mit ihren Drittklässlern ein interessantes Projekt organisiert: Die Acht- bis Neunjährigen erstellten im Unterricht Plakate zum Mauerbau und zur Zeit der deutschen Teilung. Schließlich hatten die Kinder die Idee, die Mauer mit Umzugskartons wieder aufzubauen. Das geschah im letzten Jahr nicht in Berlin, sondern in San José in Costa Rica. Dort arbeitet Ulla Kebe seit e...

Bildungssplitter

Berlin. (ND-Nowak). Mehr Chancengleichheit, individuelle Förderung und eine bessere Durchlässigkeit des Schulsystems sind Themen einer zweitägigen Tagung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die heute in Berlin beginnt. Unter dem Motto »Zukunft der Bildung« werden u. a. Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien mit den Gewerkschaftern diskutieren. Das Ziel der Veranstaltung sei es, aus ...

Verrücktes vom Prenzlberg
Lena Tietgen

Verrücktes vom Prenzlberg

Der letzte Schrei auf dem Prenzlauerberg ist ein lautloser: In dem bereits vollen Terminkalender wird nun der Kurs »Gebärdensprache« eingetragen. Auf Forschungen gestützt nutzt man Erfahrungen gebärdensprachiger Eltern und wirbt mit den vorteilhaften Verknüpfungen im Gehirn gebärdensprechender Kinder. Zielgruppe sind sprechende Eltern, die mittels der Gebärdensprache frühzeitig mit ihren Säuglinge...

Angelika Röpke, dpa

Big Brother im Bienenstock

Biologieunterricht einmal anders: Mit Hilfe einer computergestützten Lernplattform können Schüler das Leben von Bienen live beobachten. Möglich macht das eine Forschergruppe der Universität Würzburg.

»Das wirst du nie haben«
ndPlusErik Heier

»Das wirst du nie haben«

Ohne Schulabschluss keine Berufsausbildung: Diese einfache Logik hängt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen von vielen jungen Menschen, die sich in der Schule schwer tun. Im ostbrandenburgischen Bad Freienwalde gibt es für besonders benachteiligte Schüler ein ganz spezielles Angebot: Gymnasiasten sollen sogenannten Lernbehinderten helfen. Es ist das 5000. Förderprojekt der Initiative dieGesellschafter.de. Doch dabei gibt es ungeahnte Probleme

Seite 11

Mehr Hausverkäufe

Washington (dpa/ND). Die Zeichen für eine Stabilisierung des US-Immobilienmarktes mehren sich. Im Juli stieg die Zahl der Verkäufe neu gebauter Häuser nach Angaben des Handelsministeriums im Vergleich zum Vormonat um 9,6 Prozent und damit zum dritten Mal in Folge. Zwar seien die Neubau-Verkäufe noch nicht auf dem Niveau des Vorjahresmonats, aber die Talsohle der Immobilienkrise scheine erreicht, s...

Konsumklima gut, keine Inflation

Wiesbaden (Agenturen/ND). Die Abwrackprämie für Altautos hat im ersten Halbjahr 2009 den privaten Konsum in Deutschland gestützt. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gaben die Bundesbürger in den ersten sechs Monaten für den Autokauf rund 36 Milliarden Euro und damit 23 Prozent mehr aus als vor einem Jahr. Der gesamte private Konsum steigerte sich um 0,1 Prozent im Vergleich zu 2008, w...

ndPlusElfi Schramm

Eine Chance für alle Kinder

»Eine Gesellschaft kann nur dann überleben, wenn sie ihren Kindern eine Chance gibt«, betonen Bernd Siggelkow, Gründer des Jugendhilfswerks »Die Arche«, und Wolfgang Büscher, Pressesprecher der Einrichtung, in ihrem neuen Buch »Deutschlands große Chance«, welches sie am gestrigen Donnerstag vorstellten.

Solarwirtschaft beim Boxenstopp

Solarwirtschaft beim Boxenstopp

ND: Derzeit werden im Wahlkampf zahlreiche Solarparks und -kraftwerke eingeweiht. Doch die Branche schwächelt: Woran liegt das? König: In den letzten Jahren gab es eine sehr erfreuliche Entwicklung in der deutschen Solarbranche. Wir hatten einen Zuwachs von 65 Prozent im letzten Jahr. Die Hälfte davon waren Exportgeschäfte. Mittlerweile hat die Photovoltaik-Branche 50 000 Beschäftigte. Solarproduk...

Seite 12

Aus Bächlein ein Strom

Die scheinbare Ruhe im dahinplätschernden Wahlkampf wird bald vorbei sein. Nach dem Wahltag kommt knallhart die Frage: Wer kommt für die Finanzierung maroder Banken auf? Wer zahlt die Zeche? Längst ist die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes auf 25 Prozent ebenso im Gespräch wie die Rente erst ab 69 und starke Kürzungen im Sozialbereich, bei Gesundheit und Renten. Massenentlassungen drohen. Eine mas...

ndPlusChristian Bunke

Faktisch ein Berufsverbot

Über Jahre »abonnierten« britische Bauunternehmer eine von einer Privatdetektei zusammengestellte schwarze Liste, die Namen von engagierten Gewerkschaftern enthielt. Wer drauf stand, stand bei seinem Arbeitgeber oft auch schnell wieder vor der Tür.

Seite 13

Bewegungsmelder

Polizei will Liste von NATO-Gegnern erzwingen (ND). Die Staatsanwaltschaft Rostock droht einer Friedensaktivistin mit Beugehaft, damit sie die Namen von NATO-Gegnern herausgibt, die im April zu Protestaktionen nach Straßburg gefahren sind. Die Frau, die im Rostocker Friedensbündnis und der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) aktiv ist, hatte den Reisebus gemietet. Zwei der Mitfahrenden wurden ...

Gemeinsam auf Lesbos

Etwa 400 Aktive aus antirassistischen, autonomen und flüchtlingssolidarischen Organisationen haben sich seit Dienstag auf der Insel Lesbos zum »noborder-camp 2009« versammelt. Die meisten aus Griechenland und Deutschland, einige kommen auch aus Österreich, Frankreich, Ungarn oder Spanien und Marokko. Unter den Teilnehmenden sind nicht nur internationale Aktivisten, sondern auch ehemals auf der Ins...

ndPlusVelten Schäfer

Kunstrasen über den Graswurzeln

Man darf annehmen, dass der PR-Branche eine bestimmte professionelle Gewissenlosigkeit eigen ist. Da lässt es aufhorchen, wenn ein »Ethik-Kodex« dieses Berufszweiges bestimmte Praktiken für ungehörig erklärt. Nichts anderes gilt für das »Astroturfing«: Der »Code of ethics« der »Public Relations Society of America« erklärt solche Praktiken für illegitim. Orchestrierter Volkszorn Was klingt wie eine...

Die Fessel, die uns gefangen hält
Osaren Igbinoba

Die Fessel, die uns gefangen hält

Die Zusammenarbeit zwischen deutschen antirassistischen Gruppen und selbstorganisierten Flüchtlingen in Deutschland war in den letzten Jahren durch eine Reihe von Rückschlägen geprägt. Trotz einiger guter gemeinsamer Kampagnen – insbesondere die Anti-Abschiebungskampagne »Deportation Class« – fällt die Gesamtbilanz negativ aus. Die Ursachen sind mannigfaltig und wurzeln tief. Während d...

Seite 14

Vollbeschäftigung bis 2020. Wie soll das gehen?

Es debattieren: Gustav Horn, Jahrgang 1954, ist Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung und Elmar Altvater, Jahrgang 1938, ehemaliger Professor für Politikwissenschaft...

Notwendige Provokation
ndPlusGustav Horn

Notwendige Provokation

Vor etwa 20 Jahren veröffentlichte der damals noch nicht Nobelpreisträger Paul Krugman ein Buch, das ihn erstmals breiten Kreisen bekannt machte. Es hieß: »The Age of Diminished Expectations«, das Zeitalter gedrückter Erwartungen. In diesem Buch beschrieb er, wie die Menschen in den USA sich nach Jahren Reaganscher Angebotspolitik auf eine wirtschaftliche Lage mit hoher Arbeitslosigkeit und wenn ü...

Strohfeuer bis zur Wahl
Elmar Altvater

Strohfeuer bis zur Wahl

Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier verspricht in seinem vor wenigen Tagen vorgelegten »Deutschlandplan« »Wachstum, Wohlstand und Arbeit in einer solidarischen Gesellschaft«. Man wird misstrauisch. Denn gleich auf den ersten Seiten des Papiers werden die Bürgschaften für marode Banken und die Milliarden für toxische Papiere als »Brücken hin zur Arbeit von morgen« und Kurzarbeitergeld u...

Seite 15
Robert Zion

Das Ende der Sackgasse am Hindukusch ist erreicht

1753 schrieb der französische Aufklärer Denis Diderot in seinen Gedanken zur Interpretation der Natur: »Wenn man einen falschen Weg einschlägt, verirrt man sich um so mehr, je schneller man geht. Und wie könnte man zum Ausgangspunkt zurückkehren, wenn man einen unermesslichen Raum durchlaufen hat? Die Erschöpfung der Kräfte lässt dies nicht zu; die Eitelkeit sträubt sich dagegen, ohne dass man es ...

Seite 16
ndPlusJürgen Holz

Bolt-Auftritt in Zürich

Zum ersten Aufeinandertreffen der Leichtathletikstars der WM von Berlin kommt es heute beim 5,9 Millionen Euro teuren Meeting »Weltklasse Zürich« im mit 26 000 Zuschauern ausverkauften Letzi-grund. Fünf Tage nach den WM geht hier die fünfte und vorletzte Station der Golden League über die Bühne. Dabei kommt es in den 16 Disziplinen zu etlichen WM-Revanchen, denn es wurden 16 Einzelweltmeister und ...

Wilde Tänze der Gastgeberinnen

Von Alexander Sarter (SID), Helsinki Wilde Tänze im Kreis, La-Ola-Wellen mit den Fans und Party in der Kabine – doch die Begeisterung, mit der die sonst etwas unterkühlten Fußballerinnen von EM-Gastgeber Finnland ihren Einzug ins Viertelfinale feierten, konnte nicht verbergen, dass ein Hauch der »Schande von Gijon« durch das Olympiastadion von Helsinki wehte. Schließlich hatte der 2:1 (1:1)-...

ndPlusOliver Händler

Noch ein Beinwickler, noch ein Gold

Ein Tag, sagt Ole Bischof häufig, habe sein Leben verändert. Eigentlich war es nur ein Augenblick. Der Augenblick, in dem Bischof 90 Sekunden vor Ende des olympischen Judofinals von Peking am 12. August 2008 sein rechtes Bein von innen um das des Südkoreaners Kim Jae-Bum wickelte und den Gegner kurzerhand auf die Matte drückte. Olympiasieg durch Yukon. Bischof war damals schon Europameister, aber ...

Seite 17

Auf den zweiten Blick

Auf den ersten Blick riecht es nach Zensur und Skandal. Parallelen zu Konflikten, wie die um die Mohammed-Karikaturen oder die abgesagten »Idomeneo«-Aufführungen in der Deutschen Oper klingen an. Erste Aufrufe gegen das Einknicken vor Islamisten werden laut. Doch auf den zweiten Blick – eignet sich die Weigerung der Neuköllner Werkstatt der Kulturen, die Ausstellung »Die Dritte Welt im Zweit...

Martin Kröger

Kein prima Klima für Lompscher

Bis Ende August war die Frist verlängert worden. Doch viele Verbände haben die geforderte Stellungsnahme zu dem von Umweltsenatorin Katrin Lompscher (LINKE) eingereichten Entwurf für ein Klimaschutzgesetz bereits zurückgeschickt. Wobei man die Kritiker in zwei Lager teilen kann: Auf der einen Seite stehen die Unternehmer und die Wohnungswirtschaft, die Änderungen an dem Vorhaben verlangen, in dem ...

Kurzarbeit als Sorge und Hoffnung
Klaus Joachim Herrmann

Kurzarbeit als Sorge und Hoffnung

Was mit ihren 30 Mitarbeitern die MagForce Nanotechnologies AG zustande bringt, überraschte gestern nicht nur den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). MagForce steht für Magnetkraft, und eben die erhitzt und bekämpft mit Hilfe winzig kleinster Metallpartikel Tumorzellen, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Noch in diesem Jahr soll für die neuartige und weltweit derzeit einzigartige Behand...

Seite 18
Wolfgang Weiß

Schwerarbeit am Trog

Gabriele Rühling ist in Treptow-Köpenick als Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung bekannt. Weit weniger Einwohner wissen, dass die schlanke, energievolle Frau, Jahrgang 1954, auf eine stolze Köpenicker Ahnenreihe zurückblicken kann. Sie ist die Ur-Ur-Ur-Enkelin von Henriette Lustig, der berühmten Gründerin der ersten Lohnwäscherei Berlins 1835. Was damals Novum und auch unternehmerische...

Arbeiten im goldenen Käfig
ndPlusAnne Britt Arps

Arbeiten im goldenen Käfig

Der Neubau in der Lichtenberger Bornitzstraße wirkt hell und freundlich. 120 schwerbehinderte Menschen haben hier gestern ihre Arbeit aufgenommen. Es sind überwiegend junge Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen, die in der geräumigen Halle an großen Werkbänken Glühbirnen montieren oder in der Wäscherei nebenan eine riesige dampfende Mangel bedienen. Insgesamt vier Betriebszweige sin...

Seite 19
Die S-Bahn als politisches Vehikel
ndPlusAndreas Heinz

Die S-Bahn als politisches Vehikel

Nachdenklich blickt Meinhard Schröder auf den Nachbau eines S-Bahn-Wagens aus den 1960er Jahren in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Vorsichtig setzt sich der 66-Jährige auf eine der Holzbänke und beginnt langsam über seine Flucht aus Schwerin nach West-Berlin zu reden. Schröder ist einer der Zeitzeugen, die bei der Sonderausstellung »Mit der S-Bahn in den Westen« zu Wort kommen....

Die Üblichen Extreme
ndPlusVolkmar Draeger

Die Üblichen Extreme

Auch in der zweiten Woche zeigte der »Tanz im August« Extreme auf, wie man sie von Berlins Internationalem Festival erwartet. Vieles brach sich im Betrachter misstönig, manchmal verstand man die Auswahlkriterien nicht, doch solange man sich über die Produktionen wenigstens aufregen kann, haben sie ihren Zweck erfüllt. Fraglos trifft das auf »More, More More… Future« des kongolesischen Chore...

Lucía Tirado

Tanz der Klischees

Die Gedanken fliegen. Was hier passiert, ist ungestüm und frei. Die Künstler hätten vor der Aufgabe gestanden, für das österreichische Kulturfestival DIWAN/Regionale 08 etwas zum Thema Integration aufzuführen, aber keine Lust verspürt, schon wieder ein Aufeinandertreffen von Okzident und Orient zu thematisieren, sagte Regisseur und Autor Patrick Wengenroth vor der Berliner Erstaufführung im Theate...

Seite 20
Hunde auf Linkspolitiker gehetzt
ndPlusAndreas Fritsche

Hunde auf Linkspolitiker gehetzt

Einen Listenplatz konnte der junge Landtagsabgeordnete Torsten Krause nicht ergattern. Um wieder ins Parlament einzuziehen, legt sich der jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion jetzt richtig ins Zeug. Er will erneut seinen Wahlkreis im Norden Brandenburgs gewinnen, der aus Teilen der Kreise Oberhavel und Uckermark besteht. Dazu fährt er mit seinen Helfern unermüdlich übers Land, steckt sein W...

Steffi Prutean, dpa

Die Erben von Kummerow

Ein buntes Völkchen zieht durch die Uckermark. Manche haben eine Schürze umgebunden oder tragen historische Hüte, anderen schaukelt ein Picknickkorb am Arm. »Nur barfuß oder in Holzschuhen geht keiner«, sagt Eckard Kolle aus Biesenbrow, dem Geburtsort des Dichters Ehm Welk (1884-1966). An diesem Wochenende wird im Nordosten Brandenburgs der 125. Geburtstag des Dichters gefeiert. Dazu wird am Sonna...

Wilfried Neiße

Je nach Blickwinkel zu viel oder zu wenig Lehrer

Das von allen Parteien im Wahlkampf entdeckte Thema Bildung ist bei genauerem Hinsehen ein Streit um die Zahl von Lehrer-Stellen. Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linkspartei) warf gestern der Koalition vor, bildungspolitisch am Ende zu sein. Was SPD und CDU anbieten, fuße weder auf einer soliden Analyse, noch sei es geeignet, den aufgewühlten Bildungsbereich wieder in ruhiges Fahrwasser zu b...