Ausgabe vom 26.09.2009

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Unten links

Dass am Sonntag Wahl ist, wissen wohl die meisten Deutschen. Was viele aber nicht wissen: Welche Partei kreuzt der Lebenspartner an? Von dessen politischer Präferenz hat einer Umfrage zufolge jeder dritte Deutsche keine Ahnung. Wobei 39 Prozent der Frauen die Absicht des Mannes nicht kennen, umgekehrt 27 Prozent der Männer bei der Frau im Dunklen tappen. Was erklärt das? Erstens: Die Frau ist komm...

Sonntag ist Wahltag – das Volk wählt »das Volk«
Wolfgang Hübner

Sonntag ist Wahltag – das Volk wählt »das Volk«

Werbung soll Aufmerksamkeit erregen. Richtig sein muss sie nicht. In gelungenen Momenten übertreibt sie nicht nur, sondern spielt bewusst mit falschen Bildern. Das alles könnte man auch jenem Großplakat unterstellen, das seit Jahren auf dem Berliner Hauptbahnhof, ganz in der Nähe des Regierungsviertels, sein Dasein fristet – »400 Meter von hier regiert das Volk«. Tausende Menschen passieren ...

Wahlkampfaction auf dem Alex

Wahlkampfaction auf dem Alex

Berlin (ND-van Riel). Nachdem am Freitag der Bundesgeschäftsführer der LINKEN Dietmar Bartsch für die letzten 48 Stunden vor der Wahl »Wahlkampfaction pur, deutschlandweit« angekündigt hatte, warben am Nachmitttag beim Wahlkampfabschluss auf dem Berliner Alexanderplatz Spitzenpolitiker der LINKEN für ihre Partei.Gesine Lötzsch, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, übte harte Kritik...

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ndPlusAndreas Fritsche

Rot-Schwarz oder Rot-Rot in Brandenburg

Die Brandenburger Landtagswahl am Sonntag verspricht auf den ersten Blick kaum Spannung. Überraschungen sind aber nicht ausgeschlossen. So satt ist der Vorsprung der SPD nicht, dass sie sich vor der LINKEN in Sicherheit wiegen könnte.

Seite 3
Korrekturfaktor und Alternative

Korrekturfaktor und Alternative

Bei der Bundestagswahl 2005 wurde DIE LINKE mit 4,1 Millionen Stimmen und 8,7 Prozent Wähleranteil zur viertstärksten Fraktion im Parlament. Bei der jetzigen Wahl hat sie sich das Ziel »10 Prozent plus X« gesetzt. Mit Gregor Gysi, neben Oskar Lafontaine einer der beiden Vorsitzenden der Linksfraktion, sprachen Gabriele Oertel und Jürgen Reents.

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Uwe Sattler

Muskelspiele

Das Europaparlament probt den Aufstand: Fast ein Dutzend Gesetzesvorschläge der EU-Kommission gingen am Freitag an den Absender zurück. Unter den Vorlagen, bei denen die Abgeordneten Überarbeitungsbedarf sahen, war auch das heftig umstrittene Vorhaben zur Datenspeicherung von Flugpassagieren. Bemerkenswert ist dabei weniger die Tatsache, dass es an den Entwürfen der Kommission heftige Kritik gibt ...

Uwe Kalbe

Die dunkle Macht

Nicht nur der Kreis der Verdächtigen, sondern auch der Kreis der Verdacht Hegenden wird ständig vergrößert. Außer der Polizei soll auch der Geheimdienst Zugriff haben auf den inzwischen unüberschaubaren Kreis an potenziellen Verdächtigen – natürlich nicht nur auf ihre gespeicherten Telefonverbindungsdaten, sondern auch auf die private Wohnung, den privaten Computer, den genetischen Fingerabd...

ndPlusMartin Ling

Abgewirtschaftete G8

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist lernfähig: Die G20 seien das Format der Zukunft, ließ sie in Pittsburgh verlauten. Das hörte sich in Heiligendamm 2007 noch ganz anders an. Die G8 verstehe sich nicht nur als Klub der starken Wirtschaftskräfte, sondern auch als Wertegemeinschaft, lautete der Kanzlerin Argument gegen eine Erweiterung des exklusiven Staatenklubs. Es sind weniger veränderte Werte als...

Ohne Visum
ndPlusIrmtraud Gutschke

Ohne Visum

Gerade ist sein Buch »Fräulein Hallo und der Bauernkaiser« im S. Fischer Verlag auf Deutsch erschienen, da ist es gleich in aller Munde. Denn die chinesischen Behörden haben für den Autor Liao Yiwu in Deutschland eine Werbung gemacht, wie man sie sich medienwirksamer nicht denken kann: Sie verweigern ihm die Ausreise – also die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse und kurz vorher an einem ...

Angst vor der FDP?

Angst vor der FDP?

ND: Sie haben an alle Mieter nicht nur appelliert zu wählen, sondern auch klug zu wählen. Hat der Mieterbund etwa Angst vor der Entscheidung am Wochenende? Rips: Angst ist übertrieben. Aber wir fürchten, dass die Mieterrechte deutlich reduziert werden, falls die FDP in die Bundesregierung kommen sollte. Und wir sagen, für Mieter ist die FDP nicht wählbar. Warum? FDP-Chef Westerwelle hat eindeutig ...

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Fabian Lambeck

Bananenrepublik Deutschland

Der „Global Corruption Report“ der Organisation Transparency International geht mit der Großen Koalition hart ins Gericht. Union und SPD taten zu wenig, um die Korruption wirksam einzudämmen. Besonders peinlich: Deutschland hat die bereits 2005 in Kraft getretene UN-Konvention gegen Korruption bislang nicht ratifiziert.

Neuer »Horrorkatalog« aus dem Hause Schäuble

Zwei Tage vor der Bundestagswahl haben Pläne aus dem Bundesinnenministerium die politische Öffentlichkeit in heftige Aufregung versetzt. Geplant ist danach die weitere Verschmelzung der Aufgaben von Polizei und Verfassungsschutz.

Seite 6
ND braucht neue Abonnenten

ND braucht neue Abonnenten

Liebe Leserinnen und Leser, wir sind im Endspurt unserer Abo-Kampagne zu den Bundestagswahlen. Bis zum 30. September haben Sie die letzte Gelegenheit, ein Aktionsabo für drei Monate zum günstigen Sonderpreis von 33 Euro zu ordern. In der nächsten Woche werden wir eine ausführliche Auswertung vornehmen. Wie Sie unserem Abobarometer entnehmen können, haben wir mit einem Netto-Zugewinn von 112 bezahl...

Rüttgers' CDU zeigt Nerven

In Nordrhein-Westfalen hat die CDU offenbar die SPD-Spitzenpolitikerin Hannelore Kraft ausspionieren lassen. Die SPD fordert jetzt Aufklärung, inwieweit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) verwickelt ist.

Hendrik Lasch, Leipzig

Der dritte Weg zwischen Abriss und Sanierung

In ostdeutschen Städte stehen viele Häuser leer. Bisher lautet die Alternative meist: Sanierung oder Abriss. In Leipzig wurde mit den »Wächterhäusern« ein dritter Weg entwickelt – der zunehmend auf Nachahmer stößt.

Seite 7

Chávez versöhnlich gegenüber Obama

In der UNO-Vollversammlung wurde die Generaldebatte am Freitag fortgesetzt. In der Nacht zu Freitag hatten Venezuelas Präsident Chávez und Israels Premier Netanjahu gesprochen.

Zelaya beginnt Dialog in Honduras

In Honduras hat Präsident Manuel Zelaya Gespräche mit der Putschregierung von Roberto Micheletti begonnen. Diese steht gewaltig unter Druck, da der Internationale Währungsfonds sie nicht anerkennt und ihr den Zugriff auf Kredittranchen verweigert.

Seite 8
Leo Burghardt, Havanna

Kuba plant den strukturellen Wandel

Der wiederholt verschobene 6. Parteitag der KP Kubas wird 2009 definitiv nicht stattfinden. Erst soll das alltägliche politische Feld so bestellt werden, dass der Kongress strategische Analysen und Richtlinien vornehmen und -geben kann.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Verstimmung nach UNESCO-Wahl

Die Nominierung der Bulgarin Irina Bokowa für die UNESCO-Präsidentschaft könnte die europäisch-arabischen Beziehungen belasten. Zumal insbesondere Frankreich dem ägyptischen Bewerber Hoffnung gemacht hatte.

Seite 9

Suche nach Kupfer

Spremberg (dpa/ND). Die erste Bohrung zur Erkundung von Lausitzer Kupfererz ist am Freitag bei Spremberg (Spree-Neiße) gestartet worden. Dazu nahm die Kupferschiefer Lausitz GmbH im Beisein von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) die Bohranlage unweit der Landesgrenze zu Sachsen in Betrieb. Die Bewohner können sich bei einem Tag der offenen Tür mit dem Projekt vertraut machen. ...

Mehr Geld für Forschung

Bielefeld (ND.) 160 Milliarden US-Dollar wurden im Jahr 2005 weltweit in die Gesundheitsforschung investiert, 34 Milliarden mehr als zwei Jahre zuvor. Die meisten Gelder stammen laut der konzernkritischen BUKO Pharma-Kampagne aus öffentlichen Mitteln.An der Steigerung der Forschungsausgaben seien zwar sowohl der öffentliche Sektor als auch die Industrie beteiligt. Obwohl aber die Investitionen der...

Faires Angebot für Lehman-Geschädigte

Hannover (dpa/AFP/ND). Die Sparkasse Hannover geht im Streit um Schadensersatz bei Lehman-Papieren in die Offensive: Das Institut bietet rund 1000 Kunden, die Anleihen oder Zertifikate der Pleite-Bank erworben hatten, einen Vergleich an. »Wir wollen einen Schlussstrich ziehen«, sagte der Vorstandschef der Sparkasse, Walter Kleine. Mit dem Schritt solle einen jahrelangen Rechtsstreit vermieden werd...

ndPlusBenjamin Beutler

Hedgefonds schwimmen wieder oben

Die Branche der Hedgefonds verwaltet rund 1,4 Billionen Dollar. Nach schweren Verlusten im Vorjahr winken schon wieder üppige Renditen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main

Fahrt aus der Krise?

Auf der diesjährigen IAA war die Krise der Autobranche deutlich zu spüren. Während der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) allerdings Optimismus verbreitet, befürchten Gewerkschafter, dass das dicke Ende – inklusive Stellenabbau – erst noch kommt.

Seite 10

World Cup: Erste Niederlage

Die deutschen Handballerinnen haben beim World Cup im dänischen Aarhus ihre erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen Olympiasieger und Weltmeister Norwegen unterlag die Mannschaft von Trainer Rainer Osmann am Donnerstagabend mit 25:26. Dennoch zeigten die Deutschen im letzten Vorrundenspiel eine engagierte Leistung. Beste Torschützinnen waren Franziska Mietzner (Frankfurt/Oder) und Ania Rösler (Le...

Titelkämpfe zur Unzeit

»Wir wollen nicht nur dabei sein, sondern uns richtig in die WM reinbeißen und so weit wie möglich kommen«, sagt Horst Hrubesch, Junioren-Trainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zum Start in die U 20-Weltmeisterschaft in Ägypten wartet mit der Auswahl der USA am Samstag ein schwerer Prüfstein. »Wir sind in eine echte Hammergruppe gelost worden«, meinte der Coach.Nach dem Auftakt gegen die Amer...

Torwarttor, Hundebiss und Wechselsünder
Mark Wolter

Torwarttor, Hundebiss und Wechselsünder

Zum 134. Mal treffen heute Borussia Dortmund und Schalke 04 aufeinander. Wer wegen der Anzahl der Wiederholungen Langeweile vermutet, der irrt. Kaum ein anderes Fußballderby kann mit ähnlich brisanter Rivalität und bewegenden Randgeschichten aufwarten wie das Duell im Ruhrpott.Eine könnte Friedel Rausch erzählen. Vom legendären Hundebiss vor fast genau 40 Jahren. Von Schäferhund Rex, den ein Dortm...

Seite 11
ndPlusOliver Händler

Rad-WM: Deutsche Frauen favorisiert

Zwei Medaillen sind es schon, aber »da ist noch was drin«, sagt Udo Sprenger. Der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) ist mit den Leistungen der Deutschen bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Mendrisio (Schweiz) noch nicht vollauf zufrieden – trotz der zwei Bronzemedaillen im Zeitfahren durch U 23-Fahrer Patrick Gretsch (Erfurt) und Jungstar Tony Martin (Eschborn). Ausger...

Dagobert Kohlmeyer, Valencia

Kasparow zeigt frühere Klasse

Die Schlacht ist geschlagen, der Sieger heißt Garri Kasparow. Vier Tage blickte die Schachwelt nach Valencia, wo zwei Legenden des Denksports noch einmal ihre Figuren zogen. Im Palast der Künste triumphierte Kasparow im Schnellschach mit 3:1 über seinen russischen Landsmann Anatoli Karpow, obwohl er viereinhalb Jahre kein Turnier mehr gespielt hatte. Im Blitzschach stand es am Ende von acht Spiele...

Olympia 2012 in London im Visier
ndPlusJürgen Holz

Olympia 2012 in London im Visier

»Wenn ich mich noch ganz doll steigere, rechne ich mir eine Chance sogar für Olympia 2012 aus. Man muss sich Ziele setzen und um sie kämpfen.« Zwei bemerkenswerte Sätze von Nadja Bahl. Sie ist mit 17 Jahren noch eine junge Leichtathletin vom SC Potsdam, die beim Bundesfinale »Jugend trainiert für Olympia« im Berliner Mommsenstadion mit der Mannschaft der Sportschule Potsdam unter den Teams aus 16 ...

Seite 12
Martin Koch

Philosophie der Lust

Sie verstanden sich als Propheten der Sinnlichkeit: die epikureischen Philosophen der Antike. Einer von ihnen war Diogenes von Oinoanda, von dem man, außer dass er existiert hat, kaum Näheres weiß. Er ist vor allem nicht mit seinem berühmten Namensvetter Diogenes von Sinope zu verwechseln, der angeblich in einer Tonne hauste – und am helllichten Tag mit einer Laterne über den Athener Marktpl...

Seite 13
Unsere andere Seite
ndPlusSebastian Hennig

Unsere andere Seite

Als in den achtziger Jahren im Reclam-Verlag Alfred Kubins illustrierter Roman »Die andere Seite« als wohlfeiles Taschenbuch auf holzhaltigem Papier, aber in großer Auflage erschien, fand das Büchlein besonders unter Künstlern großen Zuspruch. Die Attraktionen der verwesenden Donau-Monarchie dienten dem deutsch-böhmischen Zeichner und Schriftsteller als Vorlage für seine fantastisch-makabren Schil...

Seite 14

Ware Wahl

So wirbt man für Produkte! Der Lockruf des Marktes erfolgt über die (Wahlkreuz-)Signale der aktuellen Politik. Als wüsste der Markt genau, dass diese Signale nur da noch ernst genommen werden, wo es ums Entscheidende geht: den Konsum. Der Markt ist der Gewinner des Utopieschwunds. Nachhaltigkeit? Ach was, Haltbarkeit genügt.Der »Times«-Journalist Roger Boyes bezeichnet die Deutschen als »eine Nati...

PLATTENBAU
Michael Saager

PLATTENBAU

Ist es Zufall oder schlicht Ausdruck der allgemeinen Wellenfunktion von Hypes und Trends, der sich ja beinahe alle Popphänomene unterzuordnen scheinen? Seit kurzem passiert wieder etwas im Segment ernstzunehmenden Noise-Rocks jenseits der Nine Inch Nails und wahlverwandter Bands – nicht zuletzt medial. Man muss nur an die radikalen Math-Rocker Battles oder die vom verzerrten elektronischen L...

Karlen Vesper

Wer, wen

Rechtzeitig vor der Bundestagswahl haben Elke und Wolfgang Leonhard ihre knallrote Fibel auf den Buchmarkt gebracht. Es ist zu hoffen, dass viele Genossen der SPD, aber auch der LINKEN, sie gründlichst studiert haben. Sollte dies noch nicht geschehen sein, so wäre dies nachzuholen, wenn der große Jammer wieder beginnt, heftig gestritten und geschimpft wird, wer mit wem warum koaliert oder eben auc...

Seite 15
ndPlusAndreas Fritsche

CDU geht bei Rot

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) agiert auch im Wahlkampf mit vollem Körpereinsatz. Vor dem Babelsberger Studio, in dem ein Fernsehduell zur Landtagswahl aufgezeichnet werden sollte, küsste und herzte er am Donnerstag anwesende Journalistinnen. Es mag aufschlussreich erscheinen, welche Kolleginnen von welchen Medien dies geschehen ließen und welche nicht. Darüber decken wir a...

Katharina Zeiher

1000 Kreuze gegen Selbstbestimmung

Selbsternannte »Lebensschützer« wollen heute dunkel gekleidet und mit weißen Kreuzen durch Berlins Mitte ziehen. Unter dem Motto »1000 Kreuze für das Leben« planen die christlichen Abtreibungsgegner einen »Marsch der Trauer um alle abgetriebenen Kinder«, wie ein Mitglied des aufrufenden Bundesverbands Lebensrecht (BVL) sagt. Doch linke Gruppen und Frauenorganisationen rufen zum Protest auf: »Laut ...

Bernd Kammer

S-Bahn knausert bei Entschädigung

Am 13. Dezember soll bei der S-Bahn die Zeit der Notfahrpläne vorbei sein. »Dann werden wir wieder das volle Angebot auf die Gleise stellen können«, kündigte S-Bahn-Chef Peter Buchner am Donnerstagabend bei einem Forum des Fahrgastverbandes Igeb an. Zudem bestätigte er, dass im Dezember Stammkunden gratis fahren können. Was natürlich nicht ausreicht, wie auch Buchner selbst weiß. »Da muss noch was...

ndPlusEkkehart Eichler

Spurensuche hinter dicken Mauern

Vielfach großartig restauriert und vielfältig genutzt sind Klöster einer der bedeutendsten, aber auch unbekanntesten Schätze Mecklenburg-Vorpommerns. Mal bei Mondlicht, mal im Schnee, mal romantisch, mal eher mystisch – wohl jeder hat sie schon einmal gesehen: Die imposante Backsteinruine des Klosters Eldena bei Greifswald war ein Lieblingsmotiv des Malers Caspar David Friedrich und wurde du...

Seite 16
Vier Teile für die neue Kynastbrücke

Vier Teile für die neue Kynastbrücke

(ND). Der Abriss der alten Kynastbrücke in Friedrichshain und die Vorbereitungen zum Neubau laufen seit Februar 2008. Nun steht mit dem Aufbau der neuen Brückenkonstruktion am Ostkreuz der letzte große Schritt vor Abschluss der Arbeiten bevor. Seit Donnerstag werden die Teile der neuen Kynastbrücke eingesetzt. Die Montagearbeiten dauern bis zum 5. Oktober und werden jeweils in der Nacht durchgefüh...

Heidi Diehl

Vermummte Garnelen

Vielleicht finden Sie ja heraus, vor welcher Gefahr das im südafrikanischen Durban fotografierte Verkehrsschild warnen will? Vor Krokodilen oder vor übermütigen Rollifahrern? Dagegen ist das Schild am Lago di Mergozzo in Italien, auf dem erklärt wird, dass »Strand reserviert für die chef von hund« ist, eine klare Ansage. Doch was erwartet einen, wenn man auf Teneriffa einen Saft »geschlagen von de...

Andrea Barthélémy, dpa

Sandmännchen und Top-Forscher

Hoch hinaus, immer wieder neu. Schon vor 100 Jahren war das die Devise in Adlershof. Damals hoben die Brüder Wright als Flugpioniere vom ersten Motorflughafen Deutschlands im Südosten ab. Heute, nach wechselvoller Geschichte, ist auf dem gut vier Quadratkilometer großen Areal eine der größten Wissenschafts- und Medienstädte Europas entstanden, in der fast 20 000 Menschen arbeiten und studieren &nd...

Pralles Leben im ehemaligen Kaiserpalast
ndPlusAlexander Richter

Pralles Leben im ehemaligen Kaiserpalast

Split – ein Name, der uns auf der Zunge zergeht. Das gleichnamige Eis ist hierzulande ein beliebter Klassiker. Der Bananasplit beim Eismann um die Ecke ebenso. Die nach Zagreb zweitgrößte Stadt Kroatiens indes ist eine Delikatesse, die sich dem Besucher nicht unbedingt auf Anhieb erschließt. Denn Split an der Küste Mittel-Dalmatiens hat ein Ansichts-Problem. Wer sich der Stadt vom Flughafen,...

Seite 17
Lucía Tirado

Unterwegs mit Isabella aus Kastilien

Nichts soll ablenken. Ein Flügel, ein roter Vorhang dahinter. Lediglich ein paar Weingläser voller Wasser sind noch auszumachen. Bei »Verrückte Zeiten« der Berlin Comedian Harmonists triumphieren allein die Stimmen der Sänger. Sie feiern im Theater am Kurfürstendamm zwölf Jahre gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Erfolgs. Lars Wernecke schrieb ihnen dafür ein kleines Programm, in das sie ihre musik...

Kunst für den Stadtraum
ndPlusVolkmar Draeger

Kunst für den Stadtraum

Größer ist sie geworden, die abc art berlin contemporary, und ihren Namen hat sie auch geändert. Hatten letzten September 44 Berliner Galerien erstmals zu einer gemeinsamen Präsentation 77 ihrer Künstler in den Postbahnhof am Gleisdreieck geladen, so stehen der aktuellen Schau zwei geräumige Hallen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg zur Verfügung. Was sich bei der Vorjahresausgabe den Schw...

Dr. Müllers Berufe
Christina Matte

Dr. Müllers Berufe

Dr. Ralf C. Müller übt viele Berufe aus, etwa zehn, man kann sich leicht verzählen. Jeder von ihnen spielt in seinem Leben eine andere Rolle: Einer verbindet sich mit einem Traum, ein anderer ist ein gar nicht so übler Kompromiss, wieder andere haben sich notwendig gemacht, einer ist gar existenzsichernd. Einfach ist Müllers Leben nicht. Nicht schwarz oder weiß, nicht vorhersehbar, der glückliche ...

Seite 18
»Es kann ja nicht immer so bleiben…«
ndPlusWilfried Neiße

»Es kann ja nicht immer so bleiben…«

Das Wetter hatte es gut gemeint und die Stimmung war optimistisch. Auf der großen Abschlusskundgebung zum Wahlkampf zogen die Kandidaten der Linkspartei noch einmal alle Register. Mit »Kling Klang«, dem populären Lied der Gruppe »Keimzeit«, untermalte die A-cappella-Singegruppe »Musix« die Veranstaltung auf dem Potsdamer Luisenplatz. Klingend bekamen die Sängerknaben Konkurrenz von Spitzenkandidat...

Schwaches Boot an großem Schiff

Als Paul Fleming am 9. November 1633 in Travemünde im Range eines Truchseß und Hofjunkers als Mitglied der holsteinischen Gesandtschaft des Herzogs Friedrich von Gottorp an Bord eines seetüchtigen Seglers nach Riga ging, ahnte er nicht annähernd, was ihm in den nächsten sechs Jahren bevorstand. Dank der Fürsprache seines Leipziger Professors und Förderers Adam Olearius in dieses Abenteuer der Erku...

Seite 19
ndPlusEberhard Demm

Wer kann, stimmt mit den Füßen ab

Der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, forderte kürzlich, den deutschen »Sonderweg« beim Atomausstieg zu verlassen. In der Tat beschlossen mehrere europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Finnland und Polen den Bau neuer Atomkraftwerke, und selbst Italien und Schweden, die vor ca. 25 Jahren Vorreiter beim Atomausstieg waren, schlossen sich dieser Entscheidung an. In ...

Seite 20

WochenChronik

25. September 1944: Ein Hitler-Erlass ermächtigt, alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren zur Wehrmacht einzuziehen; doch auch diese Totalmobiliserung kann keine Wende mehr im Krieg herbeiführen. 28. September 1864: In London wird die International Working Men's Association, die erste Internationale Arbeiter Association (IAA) ins Leben gerufen, als deren theoretischer Kopf Karl Marx gilt. 28. Septem...

Hans Canjé

Gnadenfieber

5505 Gesetze hat der Bundestag laut Bundestagspräsident Norbert Lammer (CDU) von 1945 bis zu seinem 1999 vollzogenen Umzug nach Berlin beschlossen. Diese Bilanz legte er jüngst beim Festakt im Bonner Wasserwerk zum 60. Jahrestag der konstituierenden Sitzung des ersten Deutschen Bundestages vor – nicht ohne zu rühmen, dass durch diese »zentrale Institution« für den Westen Deutschlands »eine b...

ndPlusArmin Jähne

Als Arminius zum Hermann wurde

Wer kennt es nicht – das Hermannsdenkmal bei Detmold: den stolzen germanische Recken mit Flügelhelm und erhobenem Schwert, wie er weit hinein ins deutsche Land schaut. Aber kaum einer weiß von der Existenz eines ähnlichen, nur kleineren Denkmals, des Hermann Heights Monument, in New Ulm (Minnesota). Mit dem Bau des einen wurde bereits 1838 begonnen, doch erst nach der Reichsgründung von 1871...

Kurt Pätzold

Es ist kein Zwang erkennbar

Wer sich auf dem Gefechtsfeld Geschichte einigermaßen auskennt, war nicht überrascht, als zum 70. Jahrestag des Abschlusses des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages eine von der Wissenschaft ad acta gelegte Deutung wiederum unter das Publikum gebracht wurde. Die macht Hitler und Stalin als Schuldige am Zweiten Weltkrieg aus, dieser habe jenem den Weg in den Krieg freigemacht. Zweifel an der...

Seite 21

Solarzelle aus Kunststoff

Noch bestimmen die blau glänzenden Siliziumpanele das Bild der Solartechnik. Seit Jahren wird allerdings an billigeren und vielseitiger einsetzbaren Alternativen geforscht. Eine davon sind Kunststoffe (Polymere) mit Halbleitereigenschaften.Der große Vorteil von polymeren Solarzellen ist, dass sie sehr schnell und einfach produziert werden können und sehr flexibel sind. Der Nachteil ist ihr bisher ...

ndPlusSteffen Schmidt

Mäuse aus Hautzellen

Embryonale Stammzellen wurden jahrelang als Wundermittel gegen unheilbare Krankheiten angepriesen. Inzwischen hat sich in großen Teilen der Wissenschaftlergemeinde die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Zellen nur noch für die Forschung relevant sind. Die Gründe erläuterte diese Woche der deutsch-amerikanische Wissenschaftler Rudolf Jaenisch bei einem Pressegespräch anlässlich seiner Ehrung mit d...

Robert Meyer

Gefrorener Superkleber

Für kurzlebige Existenzen hat die Physik ihre eigenen – ziemlich extremen – Maßstäbe. So haben jetzt Physiker der Universität Heidelberg für einen speziellen Materiezustand berechnet, dass er im Experiment gerade mal eine hunderttrilliardstel Sekunde vorhalten wird. Bei dem für hochenergetische Zusammenstöße von Bleikernen am Teilchenbeschleuniger LHC im Europäischen Kernforschungszent...

Martin Koch

Dialektik, Chemie und Sozialismus

Im Sommer 1884, zur Zeit des Sozialistengesetzes, ging bei der Polizei in Darmstadt ein Spitzelbericht ein. Danach war ein Geheimkurier der Londoner Sozialistenzentrale nach Hessen unterwegs, um seinen Genossen wichtige Informationen und das im Ausland gedruckte Parteiblatt »Der Sozialdemokrat« zu überbringen. Ein Trupp von Polizisten brach also auf, den Kurier zu verhaften. Doch der war, wie die ...

Seite 22
Doch noch in den Wahlkampf gebombt
Gerry Woop

Doch noch in den Wahlkampf gebombt

Außenpolitische Themen dienen nur selten als Thema im Wahlkampf. Schröders Nein zum Irak-Krieg vom Marktplatz in Goslar war eher die Ausnahme. Jahrzehnte zurück liegen die Auseinandersetzungen um die Ostpolitik und das Engagement von Willy Brandt. Auch der Versuch der LINKEN, den Krieg in Afghanistan in den Fokus zu bringen, scheiterte zunächst am Desinteresse der Medien wie auch am bewussten Ausb...

Seite 23
Wirkliches und Wahres
Hans-Dieter Schütt

Wirkliches und Wahres

In jedes Bild drängt sich der Zusammenhang von Werden und Vergehen. Vergangene Existenz pocht auf eine Gegenwärtigkeit, die es nicht gibt – obwohl man sie doch in Augenschein nimmt. Was wir auf Fotos wahrnehmen, ist tot; so versetzen sie unsere Kenntnis von einem kleinen Weltausschnitt in eine eigentümliche Zwiespältigkeit. Jede Aufnahme reißt in den Strudel einer furchtbaren Gewissheit: das...

Seite 24
Testspiel

Testspiel

Wer sagte es?Das Unsympathische an Computern ist, dass sie nur ja oder nein sagen können, aber nicht vielleicht.Welcher war es?Ein im Exil befindlicher Nationalrat verkündete am 26.9. 918 in Paris die Errichtung eines Staates in der Mitte Europas. Welcher war es?Welches war es?Welches Gesetz trat am 27.9.1950 in der DDR in Kraft?Wozu war es?Am 28.9. 864 wählte eine in der Londoner St. Martin's Hal...

In die Zwangslage komponiert
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

In die Zwangslage komponiert

Der Mann wurde vor zehn Jahren als Schach-Komponist in die »Chess Hall of Fame« aufgenommen: Milan Vukcevich. Er wurde am 11. März, 1937 in Belgrad (Jugoslawien) geboren und starb am 10. Mai, 2003 in Cleveland (USA). Als Schach-Komponist errang er den Großmeistertitel, aber auch als Spieler war Vukcevich sehr erfolgreich und besaß den Titel eines Internationalen Meisters. Schach war seine Passion,...

Süßes für sich, Fleisch für Kinder

Als Wespen bezeichnet man in Aussehen und Lebensweise ganz unterschiedliche und nur entfernt verwandte Hautflügler: Blatt-, Gall-, Schlupf-, Grabwespen usw. (Foto: U. Sedlag). Um das, was man landläufig unter Wespen versteht, genauer zu bezeichnen, spricht man indes von Faltenwespen. Sie zeichnen sich durch bei Nichtgebrauch längs zusammenfalte Flügel aus. Darunter gibt es im Garten stets auch wen...

Merkur auch mal fernglasnah
Hans-Ulrich Keller, dpa

Merkur auch mal fernglasnah

Der Riesenplanet Jupiter ist das derzeit hellste und auffälligste Gestirn in der nun immer früher einsetzenden Abenddämmerung. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigt er sich als heller, gelblich-weißer Lichtpunkt halbhoch im Süden. Der Riesenplanet beherrscht die erste Nachthälfte. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich Jupiter völlig zurück und verlagert seine Untergänge in die Zeit vor Mitternacht.Am...