Ausgabe vom 20.10.2009

Seite 1

Unten links

Da wir als Atheisten nur begrenzt an Zufälle glauben, muss etwas dahinter stecken, dass ausgerechnet jetzt eine Studie über das Weinen erschienen ist – da zwei Frauen in Deutschland sich anschicken, Regierungen zu leiten. Wir nehmen an, dass Frau Merkel und in Thüringen Frau Lieberknecht dem weiblichen Durchschnitt entsprechen, welcher bis zu 64 Mal im Jahr weint, wie das Augenarzt-Fachjourn...

ndPlusOlaf Standke

Wahlfarce am Hindukusch

Der neue Akt passt sich nahtlos in die afghanische Wahlfarce ein. Zwei Monate nach dem umstrittenen Votum ist die Untersuchung der Betrugsvorwürfe zwar offiziell abgeschlossen, ein Endergebnis aber weiter unklar. Die Auszählung in 210 Wahllokalen erklärte die von der UNO unterstützte Beschwerdekommission (ECC) zwar für ungültig, doch ob Amtsinhaber Hamid Karsai nach Abzug der gefälschten Stimmen d...

Ina Beyer

Karlsruhe prüft Hartz-IV-Sätze für Kinder

Am heutigen Dienstag verhandelt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder unter 14 Jahren. Geprüft werden soll die Bemessungsgrundlage der Leistungen.

Seite 2
ndPlusGabriele Oertel

Rangeleien im Prima-Klima-Klub

Die Woche der Entscheidungen hat in Berlin begonnen. Eingeleitet wurde sie mit einem zünftigen Streit zwischen CDU-Vize Christian Wulff und FDP-Chef Guido Westerwelle in Sachen Steuerpolitik am Wochende. Gestern war man allenthalben bemüht, dem Prima-Klima-Gefühl der künftigen Koalitionäre wieder öffentlich Geltung zu verschaffen.

Silvia Ottow

Abschied vom Haifischbecken

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) scheidet nach knapp neun Jahren aus dem Amt. Unter Schwarz-Gelb könnte sich so mancher nach ihr zurücksehnen.

Seite 3
Denis Grigorescu, Nitchidorf

Vom Sonderangebot zum Bestseller

In ihrem rumänischen Heimatdorf ist Herta Müller trotz ihres Literaturnobelpreises so gut wie unbekannt. Vor 22 Jahren hat sie dem Land den Rücken gekehrt.

Tunnel als Lebensader

Tunnel als Lebensader

Das Auswärtige Amt riet mir – wie immer – aus Sicherheitsgründen dringend von dem Besuch ab. Es folgten langwierige Mail- und Telefonkontakte mit dem Auswärtigen Amt, der deutschen Botschaft in Tel Aviv und der israelischen Botschaft in Berlin. Letzterer erläuterte ich zudem in einem persönlichen Gespräch meinen detaillierten Reise- und Gesprächsplan. Beide Botschaften erklärten sich s...

Seite 4

Zwei-Klassen-Impfungen

Eine Woche vor dem Stichtag für den Start der Schweinegrippe-Impfungen gibt es weiter Ärger um die unterschiedlichen Impfstoffe.

Döner, Sandaletten und Repräsentanzen
ndPlusRudolf Stumberger, München

Döner, Sandaletten und Repräsentanzen

In Bayern leisten türkische Unternehmen einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Beschäftigung und Wertschöpfung. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Freistaat und der Türkei sollen mit der Eröffnung einer bayerischen Repräsentanz in Istanbul weiter verstärkt werden.

Seite 5
Velten Schäfer

Schüler-Daten gleich zweimal geklaut

Mindestens zwei Hacker haben massenhaft Profildaten aus dem Netzwerk »Schüler-VZ« gesammelt, die ihnen eigentlich nicht zu Gesicht kommen sollten. Es gehe ihnen aber nur um die Sicherheit der Nutzer.

Seite 6

Talibanchef in Pakistan eingekreist

Peshawar (AFP/ND). Am dritten Tag der Bodenoffensive in Süd-Waziristan sind die pakistanischen Streitkräfte auf die Bastionen der Taliban vorgerückt. Die Truppen bereiteten am Montag nach Angaben aus Armeekreisen die Stürmung von Kotkai vor, der Heimatstadt des Talibanführers Hakimullah Mehsud. Die Truppen hätten in den Außenbezirken von Kotkai Stellung bezogen, hieß es. Die Stadt könnte demnach i...

Deutsche in Terror-Trainingslagern

Mindestens 30 Islamisten aus Deutschland sind einem US-Zeitungsbericht zufolge seit Januar zur paramilitärischen Ausbildung in Trainingslager nach Pakistan gereist.

Hilmar König, Delhi

»Giftpott« ankert vor Alang

Vor der Küste des westindischen Unionsstaates Gujarat ankert wieder ein verseuchter Ozeanriese, der in Alang, dem größten Schiffsfriedhof der Welt, abgewrackt und entsorgt werden soll.

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Empfindliche Stelle Irans getroffen

Nach dem schweren Anschlag auf Offiziere der Revolutionsgarde hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Pakistan beschuldigt, in das Attentat verwickelt zu sein. Teheran verlangt zudem von Pakistan die Auslieferung des Anführers der sunnitischen Rebellengruppe Dschundallah, Abdolmalik Rigi.

Seite 7
ndPlusJohn Dyer, Boston

Pentagon profitiert von der Krise

Seit 1973 besteht die US-amerikanische Armee nicht mehr aus Wehrpflichtigen, sondern aus Freiwilligen. Immer hatte die »Army« Personalsorgen. Jetzt ist zum ersten Mal seit 35 Jahren das Einstellungssoll erfüllt worden – nicht zuletzt dank der Wirtschaftskrise.

Leo Burghardt, Havanna

Kuba wappnet sich für die Kaltfront

Die Kubaner stöhnen in diesem Jahr unter der Hitze: Seit Mai steigen die Temperaturen täglich auf 30 und mehr Grad. Dafür blieb die Insel bisher von Hurrikans verschont.

»Es gibt keine Bedingungen für freie und faire Wahlen«

ND: Die Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Manuel Zelaya und den Putschisten über eine Wiederherstellung der demokratischen Ordnung sind praktisch gescheitert. Hatte es überhaupt die Chance auf eine Einigung gegeben? Oliva: Meiner Ansicht nach war es von Beginn an ein Dialog mit Gehörlosen. Die De-facto-Regierung unter Roberto Micheletti setzt weiterhin auf die Verzögerung einer Lö...

Seite 8
Ingolf Bossenz

Krise, Kirche, Kinder

Die Krise in Deutschland ist auch eine Krise der Kirchen. Im vorigen Jahr stieg die Zahl der Austritte drastisch. Insgesamt 290 056 Bürger verließen die christlichen Großkirchen – 29,5 Prozent mehr als 2007. Bei knapper werdenden Kassen wollen viele wenigstens die Kirchensteuer sparen. Angesichts dieses Einbruchs beschwor der Münchner Erzbischof Reinhard Marx die Bedeutung des Christentums f...

Olaf Standke

Brennstoff für den Dialog

Auf den ersten Blick sieht es sehr technisch aus, was da auf der Tagesordnung der Atomgespräche zwischen Experten Irans, der Internationalen Atomenergiebehörde, Frankreichs, Russlands und der USA steht. Sie wollen in Wien die Details eines Deals über den Transport iranischen Urans zur weiteren Anreicherung ins Ausland aushandeln. Die eigenen Anlagen in Natan können nur niedrig angereichertes Nukle...

ndPlusUwe Kalbe

Erneuerung – nein danke

Keine Chance für die Grüne Jugend. Ihr Wunsch nach einer inhaltlichen und personellen Erneuerung der Grünen-Partei kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Mit einem Wahlergebnis im Rücken, das 17 zusätzliche Sitze im Bundestag beschert hat, lässt sich die Parteiführung kein Versagen vorwerfen – auch wenn die Grünen nicht wie gewünscht drittstärkste Kraft geworden sind. Ohne diesen Vorw...

Chef-Taliban

Chef-Taliban

Die Armee Pakistans setzte auch gestern ihre »Großoffensive« gegen die Taliban in Süd-Waziristan fort – und dabei stoßen die inzwischen 28 000 Soldaten offensichtlich auf viel stärkeren Widerstand als erwartet. »Bis zum letzten Blutstropfen« werde man kämpfen, so ein Sprecher der radikalen Islamisten. Süd-Waziristan gilt als sicherer Rückzugsort für Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer, die für Ans...

Fremdschämen als Dienstleistung

Fremdschämen als Dienstleistung

Eine Milliarde ist ’ne schöne Stange Geld. Du musst bloß 20 Jahre lang jede Woche eine Million im Lotto gewinnen, mein Freund, schon hast du deine erste Milliarde zusammengespart und darfst dich zu den Leistungsträgern und Bestverdienern zählen. Gottlob ist unsere Heimat ein Land mit extremer Milliardärsdichte. An der Pole Position: Karl Albrecht von der Supermarktkette Aldi Süd mit einem Sc...

Seite 9

Normalität

Schon Normalität ist ein hohes Gut. Sie ist offenbar ein Jahr nach der Eröffnung einer Moschee in Pankow-Heinersdorf eingezogen. Dass eine Religionsgemeinschaft ihr Gotteshaus baute, es friedlich nutzen kann und dahin sogar zu Kaffee und Kuchen lädt, gehört allemal zu einer erfreulichen Bilanz. Vielleicht hat gerade der Widerstand vieler Bürger erst den Wert solcher Normalität bewusst gemacht. Den...

Kaffee und Kuchen in der Moschee
ndPlusAntje Stiebitz

Kaffee und Kuchen in der Moschee

»Gelobt sei Gott, die Lage hat sich beruhigt«, sagt Isa Musa, Diener der Khadija-Moschee. Er klingt erleichtert.Von der gewonnenen Normalität können sich Interessierte am 22. Oktober um 16 Uhr überzeugen: Die Khadija-Moschee im Berliner Ortsteil Heinersdorf, Bezirk Pankow, lädt – initiiert von der Initiative »Wir sind Pankow: tolerant und weltoffen« – zum Besuch. Imam Abdul Basit Tariq...

Abends sitzt das Geld lockerer

Abends sitzt das Geld lockerer

(dpa). Drei Jahre nach der Einführung des liberalsten Ladenschlussgesetzes in Deutschland ziehen die Berliner Kaufleute ein positives Fazit. Wie eine Umfrage der dpa ergab, profitiert der Einzelhandel in der Hauptstadt dank des späten Ladenschlusses gleich doppelt: Zum einen wird in den Abendstunden und an verkaufsoffenen Sonntagen ein hoher Umsatz erzielt, Touristen und Berufstätige werden angezo...

Seite 10
ndPlusKilian Klenze

Einem Leben auf der Spur

Sie muss eine starke Frau gewesen sein: Martha Maas, geboren 1893 in Aachen als zweite Tochter des jüdischen Unternehmers Salomon Rosenfeld, gestorben 1970 in der Schweiz. Dazwischen liegt ein Leben, das eine Ausstellung wert ist. Besichtigen kann man sie in der Bibliothek des Lette-Vereins. In der 1890 an jenem Verein gegründeten, weltweit ersten Photographischen Lehranstalt, die Frauen eine Chan...

Weltenmüde und rastlos
Volkmar Draeger

Weltenmüde und rastlos

Wie die Jünger beim Abendmahl sitzen sie an einer langen weißen Tafel. Doch es ist kein Festessen, das sie lockt. Manisch zerreißen sie Papier, ballen, werfen die Schnipsel über den Tisch, verwandeln die Szene des Theaters Rambazamba in eine Schneelandschaft. Die Darsteller des renommierten Behindertenensembles wagen sich mit ihrer Inszenierung an ein Zentralwerk europäischer Musik: »Die Winterrei...

Seite 11
ndPlusBarbara Staacke

Idylle am Straßenrand

Es ist ein ungewöhnliches Bild, das sich an der Hellersdorfer Straße bietet. Wo einst verdorrtes Gras meterhoch wuchs, steht man nun in einer sich über mehrere hundert Meter erstreckenden Gartenlandschaft. Der Schöpfer des am Straßenrand stetig wachsenden Pflanzenparadieses ist Anwohner Hans-Joachim Fichtl. Seine Idee ist, die verlorene Vegetation der Natur wieder zurückzuführen.Nicht etwa, dass d...

Andrea Barthélémy, dpa

Deutsch auf dem Schulhof Pflicht

Auf dem Hof der Gustav-Falke-Grundschule in Wedding tummeln sich trotz des miesen Herbstwetters lachend und schreiend die Schüler. Über 300 sind es insgesamt, aber ein blonder Haarschopf ist kaum zu entdecken – neun von zehn Kindern haben hier ausländische Wurzeln. Das soll sich bald ändern: Mit einem einzigartigen Modellprojekt, einer kleinen, top-ausgestatteten Klasse mit »Deutsch-Garantie...

Ein Sofa für den Landtag
ndPlusAndreas Fritsche

Ein Sofa für den Landtag

Bislang arbeitete Marco Büchel (26) als Angestellter bei der DAK. Nun ist er der jüngste Abgeordnete im Brandenburger Landtag – für die LINKE.

Seite 12

Bayerns Bürger rüsten ab

In den größeren bayerischen Städten sind in den letzten Monaten mehr als 7000 Waffen bei Ordnungsämtern abgeliefert worden. Der Amoklauf in Winnenden, bei dem ein Schüler im März 15 Menschen und sich selbst erschossen hatte, trug nach Einschätzung der Behörden zu dieser Entwicklung bei.

Wilfried Neiße

Maßlose Angriffe gegen Platzeck und Kaiser

Nichts verbindet so stark wie ein gemeinsamer Gegner. Diese menschlich-politische Grunderfahrung erweist sich derzeit in den Koalitionsverhandlungen in Potsdam. Mit zum Teil maßloser Kritik und Beschimpfung werden die Koalitionspartner überzogen, die in Verhandlungen zu einer möglichen rot-roten Regierung stehen. Sowohl auf SPD als auch auf die LINKE hat das eher ungewollte Auswirkungen: Zum einen...

Volkmar Draeger

Die permanente Wende

Der künstlerische Einstand des neuen Ballettdirektors am Theater Plauen-Zwickau, Torsten Händler, ist eine amüsante Parabel auf das Politevent.

Seite 13
Stefan Amzoll

Bestehen vor der Wirklichkeit

Ein Abend mit neuer Musik dürfte in Neubrandenburg eher selten in der Planung sein. Aber die Stadt mit den Vier Toren am Tollensesee bot sich an, ein deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt gleichsam zu vollenden. Zentraler Gegenstand: Friedrich Schenkers fast abendfüllende »Stettiner Sinfonie« für Chor und Orchester auf Texte von Johannes Bobrowski. Der Auftrag erging vom Künstlerhaus Vorpommern....

ndPlusJan Freitag

»Der Kanzler des Vertrauens«

Filmbiografien beginnen gern mit dem Ende. Aus dem Herbst eines gereiften Lebens blicken die Porträtierten auf ihren Frühling zurück und arbeiten sich chronologisch zur finalen Jahreszeit vor. So schafft man Gegenwärtigkeit, so entsteht Komplexität, so gewinnt ein Biopic an Relevanz – und Reibung. Nun bietet ein zeitgeschichtlicher Koloss wie Helmut Kohl von alldem reichlich, vor allem letzt...

Seite 14
ndPlusHans-Dieter Schütt

Es lebe das langweilige Buch

Klaus Wagenbach gibt in seinem Verlag die berühmten roten Bände heraus, und er trug auf der Messe rote Socken … Kathrin Schmidt hatte … und in dem Moment, als Roger Willemsen ... nein, wenn man erst damit anfängt, hört dieser alles und jeden verseichtende Impressionismus nicht auf. Messefläche fasst viel Oberfläche. Ein Ende erst mit dem letzten Messegong. Der ist nun auch schon wieder...

Seite 15

Metzger geständig

Deggendorf (dpa/ND). Ein Metzgermeister aus Niederbayern hat in einem Prozess vor dem Landgericht Deggendorf zugegeben, tonnenweise verdorbenes oder minderwertiges Fleisch in den Handel gebracht zu haben. Der Verteidiger des Metzgers verlas am Montag eine Erklärung, wonach alle Anklagepunkte zutreffend seien. Der 56 Jahre alte Angeklagte aus Metten bestätigte dann diese Erklärung. Der Mann soll mi...

Lebensmittel mit Mängeln

Berlin (AFP/ND). Die Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr bei zahlreichen Herstellern und Anbietern von Geflügeldöner und Speiseeis mangelnde Hygiene moniert. In der Produktion von Geflügeldönerspießen wurde 2008 jeder zweite Betrieb wegen unzureichender Sauberkeit beanstandet, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Montag bei der Vorstellung sein...

Privatbankenpleite nach Kundenansturm

Amsterdam (dpa/ND). Die niederländische Privatbank DSB ist pleite. Nachdem letzte Versuche zur Rettung des Finanzunternehmens mit rund 400 000 Kunden am Sonntag gescheitert waren, erklärte am Montag ein Gericht in Amsterdam den Bankrott der Bank des prominenten Unternehmers und Sportförderers Dirk Scheringa. Er bedauere die Folgen des Zusammenbruchs für die Sparer sowie für die mehr als 1700 Besch...

43 Prozent weniger CO2 machbar

Deutschland kann 43 Prozent seiner Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 einsparen. Bis 2030 kann sogar annähernd 60 Prozent Minderung gegenüber 1990 erreicht werden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde.

Milchbauern erhalten EU-Hilfsfonds

Luxemburg (AFP/ND). Europas Milchbauern sollen gegen die Krise einen mit 280 Millionen Euro dotierten Milchfonds erhalten. Die EU-Kommission gab am Montag beim Agrarministerrat in Luxemburg Forderungen von Deutschland und 20 weiteren Mitgliedsländern nach.Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem »Zeichen« an die Milchbauern und rief die Bundesländer in Luxemburg au...

Susanne Götze

Sarkozys Ökosteuer

Während Schwarz-Gelb üppige Steuergeschenke ausreichen will, besteuert Frankreich ab 2010 den CO2-Ausstoß. Präsident Nicolas Sarkozy will das eingenommene Geld am Jahresende den Bürgern zurückgeben – wie seinerzeit auch die Vordenker der deutschen Ökosteuer.

Seite 16

Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN MÜNCHEN – Die neoliberale Variante in Kolumbien – Militarisierung und die Situation der politischen Gefangenen«, Bericht von Vertretern der sozialen Bewegungen, 20 Uhr, Eine Welt Haus, Schwanthalerstr. 80, Weltraum. AFRIKA – »Aktuelle Chancen von Frauen in Afrika – Versuche einer Annäherung«, Referent: Klaus von Freyhold, 26. Oktober, 20 Uhr, Überseemuseum, Bahnhof...

Sucre kratzt am Status des Dollars
Martin Ling

Sucre kratzt am Status des Dollars

Ab Januar geht es los: Dann werden die bis dato neun Mitgliedstaaten der Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) ihren intraregionalen Handel auf der Basis der virtuellen Währung Sucre verrechnen. Ein eindeutig positiver Impuls für den intraregionalen Handel, weil kleinere Unternehmen nicht mehr vor der Hürde des Devisenzugangs stehen. »Es ist ein wichtiger Schritt für die S...

Kuba muss Subventionen kürzen

Von Patricia Grogg, Havanna (IPS)Auf der Karibikinsel Kuba sieht sich die Regierung zur Kürzung der öffentlichen Subventionen gezwungen. »Niemand, weder Einzelpersonen noch ein Land, kann auf Dauer mehr ausgeben, als er einnimmt«, sagte Staatspräsident Raúl Castro zur Begründung der jüngsten Sparmaßnahmen.Nachdem die Urlaubszuschüsse für Arbeitnehmer bereits 2008 gestrichen worden sind, hat die Re...

Meerwasserentsalzung als Entwicklungshilfe?

Meerwasserentsalzung als Entwicklungshilfe?

ND: Was haben Meerwasserentsalzung, Hungerbekämpfung und Reduzierung des CO2-Ausstoßes miteinander zu tun? Yding Andersen: Eine ganze Menge. Hunger in der Dritten Welt ist ein permanenter Faktor, während in vielen Regionen die spärliche Vegetation verbrannt wird, um einerseits Ackerland von zumeist schlechter Qualität zu schaffen und andererseits Heizmaterial zu haben. Der Teufelskreis wird verstä...

»Kampf um Land im eigenen Land«
ndPlusJürgen Weber

»Kampf um Land im eigenen Land«

Seit rund 40 Jahren kämpfen maoistische Gruppen in Indien für eine »Volksdemokratische Revolution«. Der Naxaliten-Bewegung, deren Name auf ein Dorf im Bundesstaat West-Bengalen zurückgeht, will die Regierung mit einer Doppelstrategie aus militärischer Offensive und Entwicklungsprojekten nun den Garaus machen.

Seite 17

Geschichten, die das Auge schreibt

Kathrin Lemler zeigt in ihrer Wohnung in Kettig (Rheinland-Pfalz) eine Buchstabentafel. Die 24-jährige junge Frau sitzt im Rollstuhl. Sie leidet an einer infantilen Cerebralparese. Ihren Sprachcomputer, den steuert sie mit den Augen, die übrigen Muskeln ihres Körpers gehorchen wegen einer frühkindlichen Hirnschädigung nicht immer. Mit Hilfe der Buchstabentafel kann sie Worte und Sätze bilden. Kürz...

Die Rezension - Melancholiefalle

Die Rezension - Melancholiefalle

Bekommen zu viele Menschen Antidepressiva oder zu wenige? Hilft Meditieren gegen Depression oder nicht? Ist Depression eine Krankheit oder Symptom der entgleisenden Wohlstandsgesellschaft? Für den interessierten Laien ist es schwierig, diese Fragen zu beantworten. Die verfügbare Literatur richtet sich meistens an ein Fachpublikum. Darüber hinaus gibt es Selbsthilfeliteratur oder Ratgeber. Das vorl...

Unordnung im Ohr
Elfi Schramm

Unordnung im Ohr

Rund zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Schwindelgefühlen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlicher Natur. Die meisten Varianten sind jedoch gutartig und lassen sich nach Aussage von Spezialisten erfolgreich behandeln. Doch bevor der betroffene Patient den richtigen Arzt für sein Problem findet, können Jahre vergehen. Das Erfolgsmodell der Schlosspark-Klinik Berlin ist nicht überall bekannt.

ndPlusUlrike Henning

Tieftraurig oder aggressiv

Den Kenntnisstand zu depressiven Störungen und Suizidalität bei Heranwachsenden trugen kürzlich in Berlin Kinder- und Jugendpsychiater sowie Psychotherapeuten zusammen.

Seite 19
Thomas Prüfer, dpa

Mit Heimvorteil nach Südafrika

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika fordert die Überraschungsmannschaft aus Bosnien-Herzegowina die Auswahl Portugals mit dem teuersten Fußballer der Welt heraus. Das Team um das Wolfsburger Duo Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic, das sich in seiner Qualifikationsgruppe allein dem übermächtigen Europameister Spanien beugen musste, spielt in den entscheidenden Relegationsduellen am 1...

Alba Berlin schlägt den Meister

Alba Berlin hat Titelverteidiger EWE Baskets Oldenburg im Spitzenduell der Basketball-Bundesliga in die Schranken gewiesen und eine Kampfansage an die Konkurrenz gerichtet. »Wir wollten zeigen, was los ist in der Bundesliga«, sagte Nationalspieler Steffen Hamann nach dem 69:67-Erfolg am Sonntagabend. Neben Oldenburg kassierte auch der Mitteldeutsche BC mit einem 91:101 bei den Artland Dragons die ...

Lob und Spott für neuen Weltmeister

Von Jens Marx (dpa), São Paulo Als der geschlagene Sebastian Vettel mit tieftrauriger Miene schon eine Stunde nach Rennende das Fahrerlager verließ, ging die Party bei Jenson Button und den siegestrunkenen »Brawnies« erst richtig los. »Ich bin Weltmeister und ich werde das die ganze Nacht sagen«, meinte Formel-1-Triumphator Jenson Button, ehe es ihn zur feucht-fröhlichen Feier eines brasilianische...