Ausgabe vom 20.11.2009

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Unten links

In dieser Zeitung lese ich mit Erstaunen, die Immunzellen im menschlichen Körper bewegten sich hundert mal schneller als andere Zellen, sie »rasen wie Autos«. Das erklärt, warum ostdeutsche Erwachsene, einer aktuell pfostendummen Umfrage nach, weit schneller an Erkältungen erkranken als Westdeutsche. Ein Altlastenproblem. Denn der Trabant ist bekanntlich keineswegs ein Raser, er ist also auf Melde...

Zukunft für Rentner nicht rosarot

Berlin (dpa/ND). Entgegen Prognosen der Bundesregierung rechnet der Sozialverband Deutschland (SoVD) mit weiteren Nullrunden für Rentner. »Rentenkürzungen von insgesamt vier Prozent müssen ab 2011 nachgeholt werden, weil diverse Sicherungsklauseln jetzt Rentenkürzungen verhindern«, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer der »Nordwest-Zeitung«. Es sei nicht zu erwarten, dass die Altersbezüge bis 2023 ...

Ina Beyer

Signal setzen

Kinder sollten Kinder sein dürfen. Besonders in einem wohlhabenden Land wie Deutschland, in dem es an Ressourcen nicht mangelt, ist nicht nachvollziehbar, aus welch anderen als fremdenfeindlichen Abschreckungsgründen weiterhin ein Unterschied zwischen »deutschen« und »Flüchtlingskindern« gemacht wird. Die Ratifizierung der UNO-Kinderrechtskonvention im damals gerade wiedervereinten Deutschland fie...

Ina Beyer

Vorbehalte gegen Kinder abbauen

Anlässlich des 20. Jahrestages der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UNO) fordern Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, die Stellung von Kindern im deutschen Asyl- und Aufenthaltsrecht zu verbessern. Verlangt wird unter anderem, dass die Bundesregierung mit ihrem Vorsatz, die deutsche »Vorbehaltserklärung« zur Konvention abzuschaffen, nun auch Ernst macht.

Seite 2

Plastikgeld als Falle

Am 1. November dieses Jahres haben viele Banken neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) eingeführt, die den europaweiten Zahlungsverkehr erleichtern sollen. Auch für Kreditkartennutzer ändert sich einiges: Künftig dürfen Kreditkartenunternehmen ihren Kunden Kredite mit bis zu zwölf Monaten Laufzeit gewähren. Verbraucherschützer warnten bereits im Vorfeld vor dieser Klausel, weil Kunden den Über...

ndPlusRené Heilig

OK-Einkaufsbörsen im Internet

An der Landesgrenze endet die Zuständigkeit der Polizei. Das freut die Verbrecher. Zumindest jene, die – da es um große Vorteile geht – international organisiert sind. Menschen- und Rauschgifthändler haben sich ebenso vernetzt wie Wirtschaftsverbrecher und Internetkriminelle.

Kreditkartenskandal erfasst Europa
Ralf Streck, Madrid

Kreditkartenskandal erfasst Europa

Die größte Umtauschaktion von Kreditkarten, die es in Deutschland je gegeben hat, ist so gut wie abgeschlossen. Das vermeldete zumindest der Zentrale Kreditausschuss der Banken am Donnerstag. Die Aktion wurde nötig, nachdem die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard vor einem Datenleck gewarnt hatten. Wie viele Kunden betroffen sind, ist bisher unklar, inzwischen wurden aber aus mehreren anderen europäischen Ländern Betrugsfälle gemeldet.

Seite 3
ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Heizen nach dem Prinzip Kühlschrank

Die Hastedtstraße liegt in einer unspektakulären Wohngegend im Hamburger Stadtteil Harburg. Und doch passiert dort Bemerkenswertes: Mittels eines Wärmetauschers im Siel werden in einem Altbau künftig 215 Wohnungen mit Wärme aus Abwasser beheizt. Das in dieser Größenordnung bundesweit einmalige Pilotprojekt wird vom genossenschaftlichen Eisenbahnbauverein Harburg, den Hamburger Wasserwerken und dem...

Auf den Spuren stummer Stars
Silvia Ottow

Auf den Spuren stummer Stars

Sandmännchen-Events sind derzeit Mode: Filme, Fernsehshows, Ausstellungseröffnungen, Musicalankündigungen. Der DDR-Puppentrickfilmstar feiert am 22. November seinen 50. Geburtstag. Ein Mann hat seine Karriere und die der vergessenen Westkollegen begleitet.

Seite 4

Studenten protestierten mit ihrem Blut

Mainz/Landau (dpa/ND). Etwa 3000 Studenten und Schüler haben am Donnerstag in Rheinland-Pfalz für bessere Lehr- und Lernbedingungen demonstriert. In Mainz zogen laut Polizei etwa 300 Medizinstudenten vor das Bildungsministerium, wo sie neben einem Schild mit der Aufschrift »Die Lehre blutet aus« mit Studentenblut gefüllte Röhrchen ablegten. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sprach mit einem Meg...

ndPlusFabian Lambeck

Was wusste der Finanzminister?

Nach einem Gerichtsurteil vom Dienstag nimmt der Skandal um zwangspensionierte hessische Steuerfahnder eine neue Wendung. Kurz nach Bekanntwerden des Urteils wurde gegen Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) Strafanzeige gestellt.

Die Kleinstaaterei lebt
Marina Mai

Die Kleinstaaterei lebt

Dem Wiener Kongress von 1814, dem Norddeutschen Bund von 1867 und der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 zum Trotz besteht Deutschland heute noch immer aus Kleinstaaten: Für Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge sind die 413 Kreise und kreisfreie Städte oft unüberwindbare Hindernisse.

Seite 5

Steinbach stellt Ultimatum

Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat der Bundesregierung im Streit über ihren Sitz im Stiftungsrat des Zentrums gegen Vertreibungen ein Ultimatum gestellt.

Nahles sorgt sich um die Linkspartei

Berlin (AFP/ND). Die Krebserkrankung des Linkspartei-Vorsitzenden Oskar Lafontaine hat eine Debatte um die Zukunft der Partei ausgelöst. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte den LINKEN am Donnerstag eine schwierige Zukunft für den Fall voraus, dass Lafontaine seine Ämter aufgeben muss. Die Linkspartei selbst geht indes davon aus, dass der am Donnerstag in einer Klinik in Homburg an der Saar o...

ndPlusRené Heilig

Guttenberg belebt europäische Konzepte

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) flog am Donnerstag zum Antrittsbesuch in die USA. Erster Gesprächspartner sollten Ministerkollege Robert Gates, herausragendes Thema Afghanistan sein. Guttenberg will sich dringend und aus erster Hand über den möglichen Kurs von US-Präsident Obama informieren.

ndPlusPeter Liebers

Lieberknecht bleibt vage

Die neue Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat gestern im Landtag ihre erste Regierungserklärung abgegeben und einen Aufgabenkatalog für die schwarz-rote Koalition präsentiert. Die Opposition kritisierte ihn als nicht konkret genug.

Seite 6
ndPlusSteffen Klatt

Schweiz will Europarat entschlacken

Der Europarat soll Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit sichern. Daneben tut er noch vieles andere. Die Schweiz will während ihrer jetzt begonnenen Präsidentschaft den Rat wieder stärker auf die drei Kernelemente zurückführen.

Geschäfte oder Sicherheit?
Michael Cramer

Geschäfte oder Sicherheit?

Im Sommer 2006 wurde in London eine Terrorgruppe enttarnt, die – dem britischen Geheimdienst zufolge – mit explosiven Flüssigkeiten ein Flugzeugattentat geplant hatte. Unter Zeitdruck hatte der Verkehrsministerrat in Zusammenarbeit mit der Kommission eine Verordnung beschlossen, um solche Attentate in Zukunft zu verhindern. Dabei wurde, entgegen der üblichen Praxis, das Europäische Par...

Bürger sollen EU-Politik gestalten
ndPlusStefan Tolza, Brüssel

Bürger sollen EU-Politik gestalten

Im Lissabon-Vertrag ist die Möglichkeit für Bürger vorgesehen, der EU-Kommission Handlungsvorschläge zu unterbreiten. Wie das praktisch funktionieren soll, ist aber noch weitgehend offen.

Seite 7

Reformen in der Türkei erlahmt

Berlin (epd/ND). Trotz einiger positiver Entwicklungen in der Kurdenpolitik ist die Lage der Menschenrechte in der Türkei laut Amnesty International weiterhin angespannt.Die Menschenrechtsverletzungen gingen weiter, sagte der kurdische Rechtsanwalt Tahir Elci am Donnerstag in Berlin. Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Kurden würden nach wie vor verfolgt, so Amnesty. Elci verwies auf Fälle von F...

Lula entscheidet über Battisti
Andreas Knobloch

Lula entscheidet über Battisti

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio »Lula« da Silva wird über die Auslieferung des ehemaligen Linksextremisten Cesare Battisti nach Italien entscheiden. Das beschloss der Oberste Bundesgerichtshof in Brasília.

Irina Wolkowa, Moskau

Todesstrafe in Russland abgeschafft

Das russische Verfassungsgericht hat die Anwendung der Todesstrafe untersagt. Mehr noch: Bei dem Verdikt, so ein Sprecher am Donnerstag gleich nach der Verkündung, handele es sich nicht um die Verlängerung des Moratoriums zur Aussetzung der Todesstrafe, sondern um deren Abschaffung.

Seite 8
Ingolf Bossenz

Diner des Grauens

Das ist grauenvoll«, befand Bill Bennett. Mit seinem Verdikt meinte der CNN-Kommentator die tiefe Verbeugung von US-Präsident Barack Obama vor dem japanischen Kaiserpaar in Tokio. Wirklich Grauenvolles begann am Donnerstag, als Japans Walfangflotte in die Antarktis auslief. Walfang? Fangen bedeutet: »ein Tier oder jmdn. verfolgen und es oder ihn fassen, ergreifen und festhalten«. So steht es im »B...

Olaf Standke

Leere Versprechen

Es war ein Tag der Versprechungen und der Mahnungen, auch von deutscher Seite. Und damit unterschied sich die gestrige zweite Vereidigung von Hamid Karsai nur wenig von seiner ersten Amtseinführung vor fünf Jahren. Selbst der grüne Umhang und die schwarze Lammfellmütze des afghanischen Präsidenten schienen dieselben zu sein. Nur hat sich die Lage am Hindukusch weiter verschlechtert, und das liegt ...

ndPlusVelten Schäfer

Gespenst der Reitpeitsche

Selten genug, dass in einem Landtag die Weltgeschichte auf der Agenda steht, doch gestern war in Schwerin ein solcher Tag. Es ging um die ostdeutsche Bodenreform, Schwarz-Gelb in Berlin will prüfen, ob Alteigentümer bei Privatisierungen zu bevorzugen seien. Und dieser Tag zeigte, dass es noch große Gefühle in der Schweriner Politik gibt. Ein sonst trockener SPD-Minister ruft »verdammt noch mal!« i...

Martin Ling

Unverblümt

Scheu vor großen Namen kennt er nicht: Kumi Naidoo. »Wir sind enttäuscht von Barack Obama. Im Wahlkampf hat er permanent von einem gefährdeten Planeten gesprochen, jetzt lässt er offen, ob er überhaupt zum Klimagipfel nach Kopenhagen fährt.« Das »Wir« steht für die Meinung des 1965 in Südafrika geborenen Naidoo und für die Organisation Greenpeace International gleichermaßen. Seit wenigen Tagen ist...

Steuerpolitischer Amok
ndPlusChrista Luft

Steuerpolitischer Amok

Mit einem »Fest der Freiheit« wurde aufwendig an das 20. Jahr des Mauerfalls erinnert. »Soziale Gerechtigkeit« zu feiern, darauf gibt es hingegen in absehbarer Zeit keine Aussicht. Im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP kommt der Begriff gar nicht vor. Dort ist verschwommen von »Generationen-«, »Leistungs-« und »Beitragsgerechtigkeit« die Rede. Hinter diesem Wortgeklingel verbirgt sich nichts...

Seite 9

Ost und West

»Wir sind ein Volk! Und ihr seid ein anderes« steht auf den Plakaten, die Unbekannte in Prenzlauer Berg angebracht haben. Die Botschaft wird als Angriff der Alteingesessenen auf die vielen Schwaben und die anderen Westdeutschen gedeutet, die seit 1990 zugezogen sind. In vielen Häusern und in manchen Straßen bilden sie inzwischen die Mehrheit und nerven zuweilen – wenn sie sich überhaupt für ...

Abfackeln politisch?
Jörg Meyer

Abfackeln politisch?

»Ob friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand!« Dieser Klassiker unter den linken Demonstrations-Parolen dürfte ein Fazit der Diskussion sein, zu der die »taz« am Mittwochabend eingeladen hatte. Auf dem Podium saßen der innenpolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, Tim Laumeyer von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und der Journalist Christoph Villinger,...

Gedenken an Antifaschisten
ndPlusPeter Sonntag

Gedenken an Antifaschisten

Antifa- und Hausbesetzergruppen rufen wieder zur traditionellen Silvio-Meier-Demonstration am U-Bahnhof Samariterstraße in Friedrichshain auf. Silvio Meier wurde 1992 von einem Neonazi erstochen. In diesem Jahr stehen neben den aktuellen Entwicklungen in der rechten Szene die linken Hausprojekte im Fokus der Demonstration, hieß es in einer Mitteilung der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB). Bei...

Seite 10

Musikpreis

(dpa). Die Pop-Echos werden im kommenden Jahr erneut in Berlin, aber in einem kleineren Rahmen vergeben. Die Gala ist am 4. März 2010 in der Berliner Messe vor rund 3500 Zuschauern geplant; im vergangenen Frühjahr hatten rund 10 000 Besucher das Spektakel mit Peter Fox und Udo Lindenberg in der O2-Arena gefeiert. »Es gibt mehr Intimität, aber die Show ist genau so aufwendig und glamourös wie bishe...

Prall gefüllter Eiscocktail
ndPlusVolkmar Draeger

Prall gefüllter Eiscocktail

Noch hat der Winter nicht Einzug gehalten: Mit Tempo, Glamour und prickelnden Einfällen ist der Friedrichstadtpalast schon mal in die nächste kalendarische Saison vorgeprescht. Seine »WinterTräume« werden den Revuetempel sicher durch die Kälte geleiten. Zumal, wie Intendant Berndt Schmidt vorm Vorhang zur Premiere stolz verkündete, schon 70 Prozent der Karten verkauft sind. Nach »Qi«, derzeit im W...

So machen es alle
Lucía Tirado

So machen es alle

Hagel mag Mozart. Zweifelsohne gelingt es dem Dirigenten und Regisseur, Werke des Komponisten überall hin mitzunehmen. Nach der gelungenen »Zauberflöte in der U-Bahn« in der Station Bundestag 2008 verwunderte die Ankündigung zur Aufführung von »Cosi fan tutte« (So machen es alle) im E-Werk in der Zimmerstraße in Mitte deshalb nicht. Dort dirigiert er die auch ungewöhnliche Orte gewöhnten Berliner ...

Seite 11

Daehre erwägt Kandidatur

Magdeburg (dpa/ND). In das Rennen um die CDU-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2011 ist Bewegung gekommen. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre sagte am Donnerstag der dpa in Magdeburg, er überlege, ob er für das Amt antrete. »Ich bin in den letzten Wochen von verschiedenen Seiten angesprochen worden. Ich werde mich rechtzeitig entscheiden. Das ist das, was ich dazu zu sagen habe, nicht mehr, a...

ndPlusEdgar Bauer, dpa

Das Ende der Hausfrau

Der Deutsche Hausfrauenbund fand seinen Namen nicht mehr zeitgemäß. Unter anderem weil er suggeriert, dass Hausarbeit Frauensache ist.

Wissenschaftszug macht Station

(ND). Der Ausstellungszug »Expedition Zukunft« fährt seine letzte Station an und macht vom 21. bis 24. November am Bahnhof Gesundbrunnen Halt. Aus diesem Anlass laden die Veranstalter zu einer Langen Nacht der »Expedition Zukunft«. Bis in die späten Abendstunden haben am Wochenende alle wissbegierigen Berlinerinnen und Berliner Gelegenheit, die zwölf Themenwaggons zu besichtigen und die Faszinatio...

CDU-Vorhaben bedroht Freizeitstätten
ndPlusWolfgang Weiß

CDU-Vorhaben bedroht Freizeitstätten

Vor dem ehemaligen Rathaus Treptow, in dem die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) der Südostberliner Großgemeinde tagt, versammelten sich am Donnerstag zahlreiche Menschen, um gegen Pläne zur Privatisierung der kommunalen Seniorenbegegnungsstätten und Nachbarschaftszentren zu protestieren. Die CDU-Fraktion hatte einen – inzwischen modifizierten – Antrag eingebracht, demzufolge diese E...

Hendrik Lasch, Dresden

Sdrawstwujte und Na shledanou

In Dresden hat gestern das erste russische Kulturzentrum im deutschsprachigen Raum eröffnet. Die tschechische Repräsentanz fällt dagegen wohl Sparmaßnahmen in Prag zum Opfer.

Seite 12

CDU-Antrag zu Stasi-Behörde abgelehnt

Potsdam (dpa). Das Amt des Stasi-Landesbeauftragten werde im ersten Quartal 2010 besetzt, kündigte Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) gestern im Landtag an. »Früher ist das nicht zu realisieren.« Brandenburg ist bislang das einzige neue Bundesland, das noch keinen Stasi-Beauftragten hat. Der Antrag der CDU, die Arbeitsfähigkeit der Behörde bereits bis Mitte Dezember zu gewährleisten, den Post...

Gemeinden klagen gegen Nachtflüge am BBI

Blankenfelde-Mahlow (dpa/ND). Vier Umlandgemeinden des künftigen Schönefelder Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) haben Klagen gegen die geplante Nachtflugregelung eingereicht. »Der Flughafenbetreiber hat nicht nachgewiesen, dass es überhaupt einen Bedarf für Flüge in den Randzeiten gibt«, begründete gestern Rainer Manning, Referent des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow, den...

Sigrun Stock, dpa

Stammtisch rettet Tante Emma

Gerade in Dörfern und Kleinstädten verschwinden mehr und mehr Läden, Arztpraxen oder Bäder. Mancherorts versuchen Bürgergenossenschaften diese Entwicklung zu stoppen.

ndPlusWilfried Neiße

Weihnachtsgeschenke für Reiche

Die Steuergeschenke der Bundesregierung erschweren die Finanzsituation des Landes Brandenburg deutlich. In der ersten Aktuellen Stunde des neuen Landtags wurde das Thema gestern nach der politischen Farbenlehre dekliniert. Die Verluste des Landes durch die aktuellen Beschlüsse der CDU-FDP-Bundesregierung belaufen sich für Brandenburg auf 140 Millionen Euro, rechnete der SPD-Landtagsabgeordnete Mik...

Peter Jähnel, dpa

Wenn ein Blinder eine Zugreise tut

Bahnfahrten sind für Blinde oft eine abenteuerliche Hindernistour mit ungewissem Ausgang. Die Deutsche Bahn AG verspricht Abhilfe.

ndPlusAnja Sokolow, dpa

Warum die Digedags plötzlich ins All reisten

Bücher über Kirchen, Theologie und Kunst sowie Bibeln füllen die wuchtigen Regale im Arbeitszimmer von Pfarrer Matthias Friske aus dem uckermärkischen Schönwerder. Der Talar hängt griffbereit am Schrank. Ein typisches Pfarrhaus, könnte man meinen, wären da nicht die Comics an den Wänden und die Sammlung aller »Mosaik«-Hefte im Wohnzimmer des Geistlichen. Der 41-Jährige ist Fan des 1955 erstmals er...

ndPlusVelten Schäfer, Schwerin

Thandorf fordert Schwerin heraus

Mecklenburg-Vorpommern will auch in der Krise Neuverschuldungen vermeiden. Die Kommunen wurden daher mit umfangreichen Finanzkürzungen konfrontiert. Nun soll ein Notfonds Härten ausgleichen. Bestücken sollen die Kommunen diese Ausgleichskasse allerdings selbst – durch Neuverschuldung.

Seite 13

Zuhause

Wer ein Eigenheim kauft, schränkt seine Mobilität ein und macht sich dadurch äußerst verdächtig auf einem Arbeitsmarkt wachsender Mobilität. ANDREW J. OSWALD, Frankfurter Allgemeine Zeitung * Was der britische Ökonom sagt, gleicht der schleichenden Aufkündigung eines Grundgesetzes: Auch der Besitz, in dieser Gesellschaft ein so wesentlicher Schutz des Individuums, schränkt seine Dienste ein. Das T...

ndPlusErnst Reuß

Triumph der Generation »Ich«

Er ist politischer Redakteur der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und nun hat Majid Sattar eine politische Biografie geschrieben – über Guido Westerwelle. Der Autor interviewte für sein Buch eine erstaunliche Anzahl von Personen, um dem FDP-Vorsitzenden und nunmehrigem Vizekanzler der Bundesrepublik auf die Spur zu kommen. Einzig der ehemalige Außenminister Joschka Fischer wollte sich nicht...

Vom Komiker lernen
Volker Trauth

Vom Komiker lernen

Die Geschichte führt ins Goethe-Institut nach Istanbul. Im Rahmen eines Kurses zur Vorbereitung auf einen Einbürgerungstest für integrationswillige Türken stellt Ahmed, der türkische Fan des deutschen Komikers Heinz Erhardt, das Leben seines Idols vor – als ein Beispiel für »gelungene Integration« –, hatte doch Erhardt aus dem lettischen Riga kommend in Deutschland die Höhen der Belieb...

Licht über Häusern
Peter H. Feist

Licht über Häusern

Seit dreizehn Jahren vergibt das Land Berlin jährlich den nach der dadaistischen Malerin Hannah Höch benannten Preis an einen älteren bildenden Künstler oder eine Künstlerin, deren Werk und Leben eng mit Berlin verbunden ist. Diesmal wählten die Preisrichter Konrad Knebel aus, der auf eine ganz stille Weise seit über fünfzig Jahren zu einer festen Größe in den oberen Rängen der Berliner Künstler w...

Seite 14

Hamburger Geldadel düpiert Schwarz-Grün

Hamburg (ND-Tietgen). Hamburgs Gegner der sechsjährigen Grundschule haben mit ihrer erfolgreichen Unterschriftensammlung gegen die Verlängerung der Grundschulzeit auch die schwarz-grüne Koalition in der Hansestadt ins Wanken gebracht. Das geht aus den ersten politischen Reaktionen hervor. Wie gestern vermeldet, konnte die Initiative »Wir wollen lernen« anstelle der benötigten 61 834 Unterschriften...

Hessen ohne Äpfel und Birnen
Peter Nowak

Hessen ohne Äpfel und Birnen

»Iss, trink und beweg dich«, lautet das Motto einer Kampagne der Europäischen Kommission, die die Förderung gesunder Ernährung von Schulkindern zum Ziel hat. Obst und Gemüse soll kostenlos in den Schulen verteilt werden. Damit soll Falsch- und Mangelernährung und der damit verbundenen gesundheitlichen Folgen begegnet werden. Finanziert werden soll das Programm teils von der EU, teils von den jewei...

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Es bleibt in der Familie

Wer in Deutschland studiert, stammt in der Regel aus der akademisch gebildeten Mittel- und Oberschicht. Den skandinavischen Ländern wird dagegen mehr soziale Aufstiegschancen zugeschrieben, zumal dort die Aufnahme eines Studiums deutlich weniger vom Geldbeutel der Eltern abhängt wie hierzulande. Soziale Selektion gibt es dennoch, stellt jetzt in Dänemark eine Studie am Beispiel des Medizinstudiums fest.

Martin Koch

Wenn die Sprache streikt

Im Alter von zwei bis fünf Jahren erlernen Kinder in rasantem Tempo ihre Muttersprache. Und genau während dieser Zeit fangen etwa fünf Prozent der Jungen und Mädchen ohne ersichtlichen Grund an zu stottern. Zwar verliert sich bei 80 Prozent der Betroffenen diese Sprachblockade bis zur Pubertät wieder. Für die anderen jedoch wird das Sprechen fortan häufig zur Qual. Obwohl sie wissen, was sie sagen...

Seite 15

Üppiger Geldregen an Aktionäre

Düsseldorf (AFP/ND). Die Aktionäre deutscher Großkonzerne können einer Studie zufolge auch für das Krisenjahr 2009 auf üppige Dividenden hoffen. Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (DAX) würden kommendes Frühjahr voraussichtlich 20,3 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner auszahlen und damit nur zwei Milliarden Euro weniger als für das Geschäftsjahr 2008, berichtete das »Handelsblatt« am Donn...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Wasser – nicht länger ein öffentliches Gut

In Italien wird die Wasserversorgung privatisiert. Per Vertrauensvotum – also ohne Diskussion im Parlament – beschloss die Regierungsmehrheit am Mittwoch, dass die öffentliche Hand künftig nicht mehr als 30 Prozent der Wassergesellschaften besitzen darf.

Die Erneuerbaren als Sündenbock

Düsseldorf/Berlin (dpa/ND). Strom wird für Millionen Verbraucher deutlich teurer. Zum Jahreswechsel wollen mindestens 40 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich fünf Prozent erhöhen, berichtete das Tarifvergleichsportal Verivox am Mittwoch. Diese neuerlichen Preissteigerungen bedeuten für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr eine Mehrbelastun...

Marc Engelhardt, Nairobi

Afrika fordert Kompensation

Afrikas Regierungen wollen beim Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen erstmals mit einer Stimme sprechen. Und sie machen Druck: Ohne Reparationen in Milliardenhöhe würden sie die Verhandlungen scheitern lassen, droht der Chefunterhändler.

Seite 16

Betriebliche Mitbestimmung in Zahlen

Betriebsräte vertreten gut die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland. Das geht aus der jüngsten Betriebsbefragung des zur Bundesagentur für Arbeit gehörigen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Die Vetretungsdichte variiert jedoch stark nach Sektoren, Branchen, wie auch zwischen Ost und West. Während so etwa 90 Prozent der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst durch einen Perso...

Rechtsfrage

Gutscheine bei Leistungssanktionen Kommunen oder Jobcenter, die Hartz-IV-Empfängern Leistungen streichen, müssen alternativ Gutscheine für Sachleistungen zur Verfügung stellen. Eine derartige Verpflichtung zur Sicherung des Existenzminimums leite sich aus dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes ab, entschied das Landessozialgericht NRW in Essen. Die Richter folgten der Entscheidung der Vorinstanz....

ndPlusPeter Nowak

Rote Karte für Zeitungsverleger

»Ihre Zeitung finden Sie in ihrem Briefkasten«. Mit dieser schriftlichen Mitteilung an die Abonnenten protestiert der Berliner Zeitungszusteller Gerhard Auth gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen in der Branche. Dazu gehört beispielsweise auch die Verpflichtung, die Zeitung auf Wunsch bis an die Wohnungstür der Abonnenten zu bringen.

Hans-Gerd Öfinger

Nicht einlullen lassen!

Auf Angela Merkels Lob sollten sich die Gewerkschaftsspitzen ja nicht zu viel einbilden. Die Gewerkschaften hätten einen »wesentlichen Beitrag« zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise geleistet, schmeichelte die Kanzlerin am Mittwochabend bei einem Spitzentreffen den Vertretern der DGB-Gewerkschaften im Kanzleramt ins Ohr. Ihr Lob drückt auch die Erleichterung von Kabinett und Kapital übe...

ndPlusAert van Riel

Kampagnen gegen Nazis dokumentiert

Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre nahmen rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland erheblich zu. Um gegen den braunen Mob vorzugehen und nicht zur duldenden Mehrheit zu gehören, gründeten sich lokale Vereine gegen Rechts. So auch im niedersächsischen Salzgitter. Dort initiierten Mitglieder der Industriegewerkschaft IG Metall gemeinsam mit Vertretern von Kirchen, Flüchtlingsorgani...

Verhandlungen ohne Beschäftigte
Haidy Damm

Verhandlungen ohne Beschäftigte

In dieser Woche sollte es in die zweite Runde der Verhandlungen um einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Programmkinos »Babylon Mitte« gehen, das im Herzen der Hauptstadt liegt. Nun wurden die Auseinandersetzungen jedoch erstmal wieder vertragt.

Seite 17

Streitfrage: Mit der Wehrpflicht auch den Zivildienst abschaffen?

Es debattieren: Dr. Jens Kreuter, Jahrgang 1965, Bundesbeauftragter für Zivildienst im Familienministerium; Dr. Bernd Niederland, Jahrgang 1947, Bundesgeschäftsführer der »Volkssolidarität« und Ralf Siemens, Jahrgang 1961, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung (asfrab)....

Ein unsinniger Vorschlag
Bernd Niederland

Ein unsinniger Vorschlag

Die geplante Verkürzung des Zivildienstes von neun auf sechs Monate wirkt wie eine Idee, die von Theoretikern am Schreibtisch aufgesetzt wurde. Dieser Vorschlag wird den Aufgaben und auch der Bedeutung des Zivildienstes im sozialen Bereich nicht gerecht. Der Zivildienst ist ein »Dienst am Menschen«. Der Zivi übernimmt ergänzende Tätigkeiten im sozialen Bereich, ob beim »Essen auf Rädern«, im Krank...

Als billige Arbeitskräfte missbraucht
ndPlusRalf Siemens

Als billige Arbeitskräfte missbraucht

Da leistet sich die Bundesrepublik im 21. Jahrhundert immer noch eine allgemeine Kriegsdienstpflicht, und die öffentliche Aufgeregtheit schlägt sich in der Wehklage nieder, die Zivildienstleistenden können nicht mehr »richtig« eingesetzt werden. Es ist höchste Zeit, die Diskussion um die Dienstverkürzung auf sechs Monate wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Der Zivildienst hat keine eigene Das...

ndPlusJens Kreuter

An die Wehrpflicht gekoppelt

Zur Diskussion um die Zukunft der Wehrpflicht in Deutschland kann der Zivildienst nichts beitragen. Solange es die Wehrpflicht gibt und solange junge Männer den Dienst an der Waffe verweigern, wird es einen Zivildienst geben. Wenn eine der beiden Voraussetzungen wegfällt, entfällt auch der Zivildienst. Solange es aber den Zivildienst gibt, soll er für die jungen Männer so attraktiv wie möglich sei...

Seite 19

Algerien gelingt die Revanche im Sudan

Otto Rehhagel brachte seine Kritiker mit dem erfüllten WM-Traum Griechenlands wieder einmal zum Schweigen. Portugals verletzter Superstar Cristiano Ronaldo jubelte vor dem Fernseher in Madrid. In Algerien und Uruguay zogen Tausende Fans auf die Straßen. Für die Griechen schoss Dimitrios Salpingidis das Tor zur WM gegen die Ukraine auf. Für Portugal tat dies Raul Meireles, doch beim 1:0-Sieg in Bos...

Der Premier putzt den Spielern die Schuhe

Zunächst flossen Freudentränen, anschließend der Schampus. Sloweniens Staatsoberhaupt Danilo Turk höchstpersönlich eröffnete mit einer Champagnerdusche für die Fans nach dem Abpfiff eine der größten Partys in der Geschichte des nach Einwohnern kleinsten WM-Teilnehmers in Südafrika. In Maribor, wo Slowenien mit einem 1:0 (1:0) über Russland überraschend sein zweites WM-Ticket nach 2002 gelöst hatte...

Dem Fußball droht neuer Wettskandal

Der internationale Fußball wird vielleicht von einem neuen Wettskandal erschüttert. Die Staatsanwaltschaft Bochum gab bekannt, dass im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen eine international agierende Bande am Donnerstag »eine Vielzahl von Durchsuchungen und Festnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland« vorgenommen worden seien. Der Bande werden »fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügere...

Irland legt Protest ein
ndPlusRainer Kalb (SID), Paris

Irland legt Protest ein

»Die Hand Gottes« war im Spiel – und Frankreich versinkt vor Scham im Boden: Der »Grande Nation« ist die erschlichene Qualifikation für die Fußball-WM 2010 in Südafrika durch das schmeichelhafte 1:1 (0:1, 0:1) nach Verlängerung im Play-off-Rückspiel gegen Irland peinlich. Nach dem 1:0-Sieg in Dublin reichte das Unentschieden im Stade de France von St. Denis zur Qualifikation. Die »L'Equipe« ...

Mark Wolter, Gelsenkirchen

Zwischen Abschiedsgruß und Alltag

Der Torjubel von Lukas Podolski fiel verhalten aus, fast bedächtig: eine kurze Geste, den Finger gen Himmel gestreckt. »Die Tore waren für Robert«, sagte der Stürmer nach dem letzten Länderspiel des Jahres – und gleichzeitig dem ersten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem Tod ihres Torhüters Robert Enke. Das Spiel gegen die Elfenbeinküste am Mittwochabend in Gelsenkirchen endete...