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Ausgabe vom 10.12.2009

Seite 1

Unten links

Erinnerungsarbeit tut weh, heißt es gelegentlich. Das weiß momentan niemand besser als Lech Walesa. Bei den Gedenkfeierlichkeiten am 9. November in Berlin war es die Aufgabe des früheren polnischen Streikführers, Solidarnosc-Vorsitzenden und Staatspräsidenten, den ersten von tausend Dominosteinen umzustoßen. Damit sollte der Mauerfall vor zwanzig Jahren symbolisch nachgestellt werden. Zwar war es ...

ndPlusUwe Kalbe

Lack blättert

Was wusste Guttenberg wann? Die Frage scheint zunehmend darüber zu entscheiden, welche Blessuren der Luftangriff bei Kundus bei dem Minister hinterlassen wird. Hat er – nun also dank eines Berichts vom Roten Kreuz – von dem Ausmaß der Katastrophe gewusst, als er den Angriff zunächst guthieß? Was ist ihm nachträglich bekannt geworden, dass er sein Urteil vor dem Bundestag schließlich re...

Jürgen Amendt

Kultusminister unter Druck

Einen Tag vor dem Treffen der Kultusminister in Bonn, von dem Weichenstellungen für eine Reform der Bachelor- und Master-Studiengänge erwartet werden, haben gestern der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) Nachbesserungen auch beim Bafög gefordert. Unterstützung bekamen die Verbände vom Statistischen Bundesamt, das am Mittwoch auf die anhaltende Unterfinanzierung des gesamten Bildungswesens hinwies.

Seite 2
ndPlusElsa Rassbach

Statt Oslo Hiroshima

Die in Berlin lebende US-Friedensaktivistin meint: Ein echter Friedenspräsident würde heute nach Japan statt nach Oslo fliegen.

2009 – ein Jahr der verpassten Chancen

Seit dem Sommer dieses Jahres leitet Monika Lüke (40) die weltweit viertgrößte nationale Sektion von Amnesty International. Die 1961 gegründete Menschenrechtsorganisation zählt in Deutschland rund 700 Gruppen und 100 000 Unterstützer. Mit der promovierten Völkerrechtlerin sprach Olaf Standke.

Seite 3
ndPlusKay Wagner, Brüssel

Premiere im Zeichen Lissabons

Es soll ein historischer EU-Gipfel werden. Nicht, dass heute und morgen in Brüssel medienwirksame Punkte auf der Tagesordnung stehen, die Themen lassen wenig spektakuläre Arbeitsvereinbarungen erwarten. Doch die werden Weichen für die Union stellen. Und dann ist es der erste Gipfel im Zeitalter des Lissabon-Vertrages.

»Wir wurden von Mal zu Mal frecher«
Folke Havekost und Volker Stahl

»Wir wurden von Mal zu Mal frecher«

Vor 125 Jahren legte der norddeutsche Pastorensohn und Kolonialist Carl Peters mit einem Schurkenstück den Grundstein von »Deutsch-Ost-Afrika« – in seinem Geburtsort tut man sich heute schwer mit Peters’ Erbe.

Seite 4
Christian Klemm

Auf einem Auge blind

Traurige Kontinuität in der deutschen Außenpolitik: Das Kabinett beschloss gestern, die Einsätze am Horn von Afrika und in Bosnien-Herzegowina um zwölf Monate zu verlängern. Damit führt Schwarz-Gelb den Umbau der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer Interventionsarmee fort – und vergreift sich damit einmal mehr am Grundgesetz. Vor der Küste Somalias kreisen die Kanonenboote der E...

Kurt Stenger

Nicht einfach Wachstum

Wachstum, Wachstum und nochmals Wachstum – so lautet das Ziel der Wirtschaftspolitik in den großen Industriestaaten, seit die tiefste Krise seit den 1930er Jahren ihren Lauf genommen hat. Wo man auch hinschaut, überall sind gewaltige Konjunkturprogramme auf den Weg gebracht oder werden sogar noch weiter ergänzt. Angesichts des Ausmaßes der Krise ist dies trotz der damit verbundenen Haushalts...

ndPlusRoland Etzel

Holbrookes Rabulistik

Die Konzentration der USA auf Irak war ein Riesenfehler. Richard Holbrookes Erkenntnis, mit der er am Dienstagabend im ZDF aufwartete, klingt nach Einsicht. Aber der Eindruck täuscht. Es ist noch nicht einmal Nachdenklichkeit, geschweige denn Reue. Wenigstens nicht in dem Sinne, wie ihn die meisten Zuschauer vermutlich verstanden und der von ihm gewiss auch vermittelt werden sollte. Ein Missverstä...

Detlef D. Pries

Mihai Ghimpu / Der bekennende Rumäne fühlt sich als Übergangspräsident Moldovas wohl.

Zu Wochenbeginn scheiterte das Parlament der Republik Moldova ein weiteres Mal bei der Wahl eines Staatspräsidenten. Im Frühjahr hatte sich die Opposition geweigert, die Kandidatin der regierenden Kommunisten zu unterstützen – was zur Parlamentsauflösung führte. Jetzt lehnten die in die Minderheit geratenen Kommunisten den Bewerber der regierenden Vierparteienkoalition »Allianz für Europäisc...

Warum rollt jetzt der Atommüll?

Warum rollt jetzt der Atommüll?

ND: Sie befürchten, dass Anfang 2010 Atommüll ins Zwischenlager Ahaus rollt. Eickhoff: Der Betreiber des Zwischenlagers, die GNS, das steht für Gesellschaft für Nuklearservice, hat im November eine Genehmigung der Bezirksregierung Münster erhalten, nach der jetzt zunächst schwach- und mittel-radioaktiver Atommüll eingelagert werden kann. Die GNS betreibt in Duisburg eine Atommüll-Konditionierungsa...

Seite 5

Zweifel an Angleichung der Renten

Berlin (dpa/ND). Zweifel an der von Union und FDP angekündigten raschen Angleichung der Renten in Ost- und Westdeutschland hat der Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Herbert Rische, geäußert. »In dieser Legislaturperiode wird vermutlich der Grundstein für ein einheitliches Rentensystem gelegt, ob diese Angleichung dann schon zu 100 Prozent umgesetzt wird, da bin ich sehr skeptisch«,...

Streit um Jobcenter spitzt sich zu
ndPlusFabian Lambeck

Streit um Jobcenter spitzt sich zu

Um die Zukunft der Jobcenter zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen wird derzeit heftig gerungen. Während Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Arbeit von Bund und Kommunen wieder trennen möchte, plädieren SPD und LINKE für die Beibehaltung der jetzigen Betreuung aus einer Hand.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Ex-Manager soll Migranten helfen

Der frühere AMD-Manager und CDU-Wirtschaftsminister Martin Gillo ist neuer Ausländerbeauftragter in Sachsen. Nach CDU-Sicht soll er vor allem Integration fördern; Migrantenverbände fürchten nun eine Lücke.

ndPlusOliver Hilt, Saarbrücken

Saarbrücker »Horrorkatalog«

Ein Spargutachten für die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken sorgt seit Wochen für heftigen Streit zwischen Stadt und Land. Die Landesregierung drängt auf Umsetzung der Sparvorschläge, die rot-rot-grüne Ratsmehrheit wehrt sich gegen den »Horrorkatalog«.

Seite 6

Entschädigung für Indianer

Washington (dpa/ND). Historische Einigung mit Indianern: Nach 13 Jahren erbitterten juristischen Tauziehens entschädigt die US- Regierung Ureinwohner mit 3,4 Milliarden Dollar. Von den Zahlungen sind rund 300 000 Ureinwohner betroffen, die von diversen Regierungen um die Einnahmen ihrer ehemaligen Stammesgebieten gebracht wurden. Justizminister Eric Holder meinte am Dienstag (Ortszeit), das Abkomm...

Belgier gegen Kruzifixe

Brüssel (epd/ND). In Belgien gibt es einen Vorstoß mehrerer Parteien, der auf eine strenge Trennung von Kirche und Staat zielt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird am heutigen Donnerstag im zuständigen Ausschuss des belgischen Senats, der zweiten Parlamentskammer, erörtert, wie die Zeitung »De Standaard« am Mittwoch berichtete. Darin wird vorgeschlagen, dass keine Kruzifixe und Marienbilder au...

Mandat zur Piratenjagd verlängert

Berlin (dpa/ND). Die Bundeswehr soll vor der ostafrikanischen Küste ein weiteres Jahr gegen Piraten vorgehen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch in Berlin die Verlängerung des Mandats für die EU-geführte »Atalanta«-Mission. Auch der Stabilisierungseinsatz in Bosnien-Herzegowina soll weiter von deutschen Soldaten unterstützt werden. Während die Zahl der deutschen Soldaten, die im Rahmen von »Atalan...

Dissident droht Zwangsarbeit

Ein Jahr nach seiner Festnahme will die chinesische Polizei den inhaftierten Bürgerrechtler Liu Xiaobo vor Gericht bringen. Die Behörde habe den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben und fordere die Erhebung einer Anklage wegen »Aufwiegelung zum Sturz« der Regierung, sagte Lius Anwalt.

Holbrooke wirbt um mehr Soldaten

Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, hat für die Entsendung weiterer Bundeswehr-Soldaten an den Hindukusch geworben. Zugleich räumte er Fehler bei der bisherigen Strategie für Afghanistan ein.

Seite 7

Niederlande angeklagt

Den Haag (dpa/ND). Mehr als 60 Jahre nach einem der grausamsten Kapitel der niederländischen Kolonialgeschichte haben Angehörige von Opfern eines Massakers in Indonesien die Niederlande auf Wiedergutmachung verklagt. Neben Entschädigungen für die Ermordung von Dorfbewohnern – die Opferstiftung spricht von 431 Zivilisten – durch niederländische Truppen verlangen die Kläger, dass der nie...

ndPlusHarald Neuber (PL)

Richterin reduzierte Strafen für Kubaner

Ein Ende des Justizskandals um die »Cuban Five« – jene fünf Kubaner, die in den USA wegen angeblicher Spionage für Havanna zu hohen Strafen verurteilt wurden, ist nicht in Sicht, geringere Strafen hingegen schon.

Bernhard Clasen

Armenien schickt Soldaten nach Kundus

40 Soldaten aus Armenien werden im Februar nach Afghanistan entsandt, wo sie unter deutschem Kommando als Teil der ISAF-Truppen im Raum Kundus stationiert werden sollen.

Pinochet hat Chile vergiftet

Marco Antonio Enríquez-Ominami wurde wenige Monate vor dem Putsch Pinochets 1973 geboren. Sein Vater Miguel Enríquez war Führer der marxistisch-leninistischen Bewegung der Revolutionären Linken (MIR) und wurde 1974 vom Geheimdienst der Diktatur DINA erschossen. Marco verbrachte fast seine gesamte Kindheit in Frankreich. Er studierte Philosophie in Chile, danach ging er Mitte der 90er wieder nach Frankreich und lernte das Filmemachen. Im Dezember 2005 wurde er als Abgeordneter ins Parlament gewählt. Mit ihm sprach für ND Jürgen Vogt.

Seite 8

Abspann

Heute gibt es kaum noch Menschen, die geradeaus sagen, was sie denken, ohne die Konsequenzen zu fürchten. Sebastian Koch...

STARporträt

STARporträt

Seit 2007 hat sich die schöne und begabte US-amerikanische Schauspielerin (Foto: AFP) in Hollywood als aufstrebendes Talent einen Namen gemacht, zuerst in Teeniefilmen. Für ihr Kinodebüt, die Gastgeberin einer wilden Party in »Superbad« von Greg Mottola, bekam sie 2008 den Young Hollywood Award. Mit ihrem neuen Film, »Zombieland«, in dem sie eine äußerst clevere Jugendliche spielt, die sich vor de...

Über Lichtjahre hinweg

Jostein Gaarder, 1952 in Oslo geboren, wurde international bekannt durch seinen Roman »Sofies Welt«. Nach der Verfilmung des Welt-Bestsellers 1999 wurde der wohl persönlichste der Romane Gaarders von der norwegischen Regisseurin Eva Dahr umgesetzt: Der Familienfilm ist ein romantisches Märchen voll poetischer Imagination.

Der Überlebende
Caroline M. Buck

Der Überlebende

Max Mannheimer ist ein begeisterter, mehr noch: ein wirklich guter Witzeerzähler. Einer, der nicht einfach nur loslegt, sondern die Herausforderung schätzt. Nicht irgendeinen Witz will er erzählen, nein, er macht sich anheischig, zu jedem Stichwort, das sein Gegenüber spontan ins Rennen wirft, einen guten Witz zu kennen. »Fisch«, sagt der Freund auf der Rückbank des Wagens. »Fisch«, grübelt Mannhe...

Seite 10

DDR-Marken: 17 Prozent überlebten

Erfurt (AFP/ND). Rund 17 Prozent der früheren DDR-Marken wie Rotkäppchen oder Spee haben den Mauerfall überlebt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die MDR-Werbung am Mittwoch in Erfurt vorstellte. Die Ostmarken profitieren dabei am meisten von ihrem Bekanntheitsgrad aus der Vorwendezeit. Derzeit erlebten sie sogar einen starken »Retro-Trend«, schreibt Studienautor Christian Duncker. So bietet...

Wald kaum geschützt

Berlin (epd/ND). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat von der Bundesregierung einen stärkeren Schutz des hiesigen Waldes gefordert. Die Waldzerstörung sei weltweit eine der größten Gefährdungen der Lebensgrundlage, sagte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin. Deutschland sei kein Vorbild beim Waldschutz.Wegen der drastisch gestiegenen Abholzung speichere der d...

Ruinöser Tabakanbau

Heidelberg (dpa/ND). Der Anbau von Tabak ist nach Ansicht von Forschern ein globales Umweltrisiko. »Der Tabakanbau hinterlässt eine Spur der Umweltzerstörung und des sozialen Elends«, sagte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Mittwoch in Heidelberg. Böden und Gewässer würden durch Pestizide massiv vergiftet, wertvolle Wälder zugunsten von Anbauflächen zerstört un...

VW fliegt auf Suzuki

Die Branchenkrise, weltweite Überkapazitäten und hohe Investitionen in neue Technologien etwa für das Elektromobilitäts-Zeitalter haben zu einem Konzentrationsprozess in der Autobranche geführt. Nach Nissan-Renault, Fiat-Chrysler und PSA-Mitsubishi haben jetzt auch Volkswagen und der japanische Autobauer Suzuki eine Allianz beschlossen.

Seite 11

Körtings Attacke in der Kritik

(ND). Die Kritik an Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wegen seines Vergleichs von linksradikalen Gewalttätern mit »rotlackierten Faschisten« verstärkt sich. In einem Offenen Brief warnte die Berliner VVN-BdA, dass populistische Faschismusvergleiche die Arbeit gegen Rechts gefährdeten. Die Vereinigung erinnert daran, dass seit 1990 in Deutschland 140 Menschen von rechtsradikalen Tätern getötet wur...

Pianist des Populismus

Wieder schlägt die Stunde der Schwarz-Weiß-Maler. Neuköllns Bürgermeister kritisiert im Sender »N24« gleich mal die gesamte islamische Gemeinschaft in seinem Bezirk, da nach seiner Sicht in einigen Moscheen Kinder einer »Gehirnwäsche« unterzogen und »Gotteskrieger« ausgebildet würden. Damit erweist er dem Anti-Islamismus in diesem Land einen Dienst. Denn im Klima der Schweizer Minarett-Verbotsdeba...

Peter Kirschey

Nutzen der Umweltzone erwiesen

Elf Berliner sind gestern vor dem Berliner Verwaltungsgericht mit ihrem Versuch gescheitert, die Umweltzone juristisch zu Fall zu bringen. Das Gericht wies die Anträge gegen die von ihnen gezählten 73 Schilder, die den Beginn der Zone im Innenring markieren, zurück. Der Luftreinhalte- und Aktionsplan vom August 2005 sei rechtmäßig und verletze die Kläger nicht in ihren Rechten, erklärten die Richt...

Seite 12
ndPlusTobias Riegel

Musikmesse zieht um

Der in diesem Jahr abgesagten Musikmesse Popkomm ist ein kleiner Coup gelungen: Im nächsten Herbst wird sie auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof ausgetragen – das »Berlin-Festival« mit Konzerten angesagter Pop-Bands im Schlepptau. Versammelt werden die beiden Veranstaltungen unter dem Dach der »Berlin-Music-Week«. Vom 8.-10. September wird das Fachpublikum, am 10. und 11. Sept...

Mehr Drohung als Hoffnung
Volkmar Draeger

Mehr Drohung als Hoffnung

Seit gut 55 Jahren lebt Walter Womacka in Berlin. Da entwickeln sich Heimatgefühl und Interesse für die Historie eines Ortes. Sein Freundeskreis schenkte ihm nun zum 84. Geburtstag eine Ausstellung im Palais am Festungsgraben. In 25 Werken, von der großformatigen Stadtlandschaft bis zum kleinen Porträt, vom Ölbild bis zur Zeichnung, bezeugt sie Womackas Berlin-Bezug und ist doch nur eine Auswahl s...

Fitchers Vogel, Fischers Fru
ndPlusLucía Tirado

Fitchers Vogel, Fischers Fru

»Fitchers Vogel«, liest die Naive auf der Bühne aus einem kleinen Buch vor. Fitchers? Vielleicht doch Fischers Vogel? Da sei wohl ein Druckfehler im Spiel, argwöhnt sie und fährt im Lesen des Märchens der Brüder Grimm fort. Kein Fehler, muss sie bald feststellen und wird in der Geschichte zur ersten der drei Schwestern, die ein Hexenmeister wie andere Schöne entführt. Wie ihre Vorgängerinnen büßt ...

Seite 13

Kein neues Kraftwerk in Mainz

Mainz (dpa/ND). Das umstrittene Kohlekraftwerkprojekt in Mainz ist wohl endgültig vom Tisch: Nach der gescheiterten Finanzierung des Neubaus hat nun auch die neue Ampelkoalition im Stadtrat das Projekt beerdigt. In der Koalitionsvereinbarung, die am Dienstag vorgestellt wurde, heißt es: »Die Parteien sind sich einig, dass das Projekt ›Kohleheizkraftwerk Ingelheimer Aue‹ beendet ist.« D...

Wolfgang Weiß

Parkbahn springt für S-Bahn ein

Die Parkeisenbahn in der Köpenicker Wuhlheide wird in diesen Tagen ihrem Motto »Kleine Bahn für große Augen« wieder vollauf gerecht. Mehr als den halben Dezember über dreht die Schmalspurbahn, die zu DDR-Zeiten, als Pioniereisenbahn gegründet wurde, ihre Runden im Südosten Berlins.In diesem Jahr sind sogar noch ein paar zusätzliche Fahrten hinzugekommen. Die Parkeisenbahn, so Geschäftsführer Dirk ...

Kulturkahlschlag in Erfurt
Anke Engelmann, Erfurt

Kulturkahlschlag in Erfurt

Die Finanzkrise ist in Erfurt angekommen. Der Kinoklub steht vor dem Aus, das Jugendtheater »Die Schotte« muss möglicherweise dichtmachen, lauten derzeit die Schlagzeilen. Doch es könnte noch viel heftiger kommen.

»Nur für Schafe aus gutem Stall«

»Nur für Schafe aus gutem Stall«

Mit Satire gegen schlechte Studienbedingungen: An der Beuth Hochschule für Technik blöken Schafe gegen die bestehenden Missstände im deutschen Bildungssystem an. Aert van Riel sprach mit den Studierendenschafen Ludwig, der vor Kurzem von Berlin an die Universidad Autónoma de Barcelona gewechselt hat, und dessen Freundin Beuthla, die in Berlin zurückblieb, Über Bildungsproteste, Studienbedingungen und Gewalt gegen Schafe.

Seite 14

Politiker sollten nach Leistung bezahlt werden

Potsdam (dpa/ND). Die Bezüge der Landtagsabgeordneten sollen sich stärker am Arbeitsaufwand orientieren und nicht mehr pauschal berechnet werden. Das empfiehlt die Unabhängige Kommission beim Landtag unter Vorsitz des Rechnungshofpräsidenten Thomas Apelt. Am Mittwoch hat das Gremium dem Landtagspräsidium seine Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Abgeordnetenrechts übergeben. Die Hinweise zielen...

Arien im Blumenladen
Volker Stahl, Hamburg

Arien im Blumenladen

Sie gilt inzwischen als Hamburger Original: Die Holländerin Catharina Toos Nantke-Sio. Dienstags und freitags singt die 70-Jährige auf dem Isemarkt im Stadtteil Eppendorf.

ndPlusUlf Vogler, dpa

Der Fall Mannichl bleibt rätselhaft

Der Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat vor einem Jahr im In- und Ausland für Schlagzeilen gesorgt. Nach wie vor gibt es keine Spur vom Täter.

ndPlusStephan Mauer, dpa

Quelle ist schon fast vergessen

Trotz des Quelle-Desaster hat Frankens Wirtschaft die Finanz- und Wirtschaftskrise bislang ganz gut überstanden. Und im Jahr 2010, so heißt es bei Verbandsvertretern, soll es wieder richtig aufwärtsgehen.

ndPlusAndreas Fritsche

Ein Brief an Präsident Obama

Heute erhält Barack Obama in Oslo den Friedensnobelpreis, und heute wollte Frank Baier von der Friedenskoordination (FriKo) Potsdam in der Berliner Botschaft der USA einen Appell an den Präsidenten übergeben. In dem »Ruf aus Potsdam« fordert die FriKo den Preisträger auf, die Kampfhandlungen in Afghanistan endlich zu beenden. Dem Botschafter Philip D. Murphy kündigte Frank Baier seinen Besuch ...

Seite 15
Stefan Amzoll

Ja, es arbeitete ...

Helmut Zapf, unermüdlich komponierender Einzelkämpfer und Begründer der »Zepernicker Randspiele«, stand im Blickpunkt eines Abends im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses Berlin – als Hauptakteur im zweiten Konzert der Reihe »Vom Gehorsam. Von der Verweigerung.« Komponisten, die in der DDR gewirkt haben, stellt das Ensemble United Berlin, selbst noch Produkt aus der Spätzeit des Landes, darin ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Eine Aktivistin des Leidens

Wer in Not ist, schreit und sucht nach einer Hand. Die muss nicht mal gewaschen sein; die gefürchtete harte Hand wäre jetzt sogar die hilfreichste. Man nähme gegen Sumpf oder Absturz sogar eine Mörderhand. Nur raus und weg und festen Boden unter die Füße! Wer in Not ist, aber noch die eigene Hand rühren kann, zum Schreiben etwa, das einem Schrei gleichkommt, der liefert sich dem Wunder einer furch...

Seite 16
ndPlusSabine Neubert

Einer allein

Was geschieht, wenn nichts geschieht?« Mit dieser Frage beginnt der Klappentext. Selbst wenn sich der Leser also darauf gefasst macht, dass in diesem Buch wenig geschieht, so geschieht eigentlich noch viel weniger. Der Autor denkt und denkt, redet und redet (mit sich selbst, mit wem denn sonst?). Anders würde ja auch kein Buch daraus. Und dieses Buch ist tatsächlich brillant geschrieben. Zusammen ...

Werner Jung

Dazugehörigkeitsverlangen

Was halten wir da eigentlich in Händen? Einen Roman, einen Essay, einen autobiografischen Text? – Genau: all dies zusammen. Und das liegt daran, dass es ein unordentliches, ungehöriges, unkorrektes Buch – eben ein romantisches Buch, ganz im Sinne des jungen Friedrich Schlegel, ist, der die romantische Poesie, jene progressive Universalpoesie, als »Spiegel der ganzen umgebenden Welt, ei...

Irmtraud Gutschke

Kein Beichtvater weit und breit

Lässliche Todsünden«? Also, Katholiken würden sagen: Entweder »Todsünde« (wofür man in die Hölle kommt) oder »lässliche Sünde« (da hat man im Fegefeuer noch eine Chance). Dass Eva Menasse die Erzählungen ihres Buches den sieben Lastern widmet, mag spielerisch gemeint oder eine Frage der Gliederung sein, um sich keine weiteren Titel ausdenken zu müssen. Auf jeden Fall ist es aufstörend, weil man be...

Seite 17
ndPlusFranz-Karl Hitze

Pata Pata mit Miriam Makéba

Auf diplomatischem Parkett werden Erfahrungen gesammelt, die nicht immer in Protokollen festgehalten sind. Und eben solche von DDR-Diplomaten offeriert die neue Publikation des Verbandes für Internationale Politik und Völkerrecht. Wolfgang Bator berichtet über den tragischen wie mysteriösen Hubschrauberabsturz in libyscher Wüste, bei dem DDR-Hoffnungsträger Werner Lamberz sowie Paul Markowski, Arm...

Hans Müncheberg

»Wir wussten nichts.«

Vor drei Jahren gab Professor Wolfgang Mühl-Benninghaus eine Publikation mit dem Titel »Drei Mal auf Anfang. Fernsehunterhaltung in Deutschland« als Projekt des Deutschen Rundfunkmuseums im Berliner Vistas-Verlag heraus. Sie widmete sich den Anfängen des Fernsehens in der Nazizeit und den Nachkriegsentwicklungen in Ost- und Westdeutschland bis in die Mitte der 60er Jahre. Trotz einiger Auslassunge...

Zwischen den Stühlen
ndPlusChristian Klemm

Zwischen den Stühlen

Er hat 17 Jahre die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) geführt und stand bis zum Schluss fest an der Seite der Genossen in den realsozialistischen Staaten. Er war Vorsitzender der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Westdeutschland, setzte Mitte der 80er Jahre große Hoffnung in den neuen Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow, und wurde von ihm nur einige Jahre später bitter enttäuscht. Her...

Seite 19
ndPlusOliver Händler

Stinkt Geld?

»Die Gehälter sind einfach zu hoch.« Oho, da hat sich Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff mal was getraut. Er halte es für sinnvoll, Spielergehälter zu begrenzen, ist im Handelsblatt zu lesen. Die Schulden bei Real Madrid oder Manchester United seien Bierhoff einfach zu hoch. Naja, das ist mir dann schon wieder egal. Bierhoff glaubt jedenfalls, dass eine Begrenzung der Gehälter – lei...

Handballerinnen erreichen Hauptrunde
ndPlusAlexandra Fischer (SID), Wuxi

Handballerinnen erreichen Hauptrunde

Mit ungeahnter Leichtigkeit haben die deutschen Handballerinnen bei der WM in China das Minimalziel Hauptrunde vorzeitig erreicht. Am vierten Spieltag setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann überzeugend gegen Schweden 33:27 (18:12) durch und ist in der Gruppe A nicht mehr von einem der ersten drei Plätze zu verdrängen. Auch im letzten Vorrundenspiel heute gegen Frankreich soll a...

Oliver Händler

Die Gefahr des Siegens

Ein Berliner Radiosender hatte vor dem dritten Spiel von Alba Berlin im Eurocup eine interessante Statistik bemüht: »Eigentlich müsste Alba mit einem halben Punkt Vorsprung gewinnen! Das geht natürlich nicht.« Nach zwei knappen Siegen mit zunächst zwei und dann sogar nur einem Punkt Vorsprung schien es am Dienstagabend zwischenzeitlich, als versuchten die Albatrosse in heimischer Halle gegen Galat...

Elisabeth Schlammerl, Turin

Mit Volldampf ins Achtelfinale

Es gab nichts an Louis van Gaal, was auf das freudige Ereignis ein paar Stunden zuvor hindeutete. Keine stolze Geste, keine glänzenden Augen, kein erleichtertes Lächeln. Der Trainer des FC Bayern München wirkte wie immer, als er am Mittwochmorgen in Turin das Flugzeug bestieg: Unnahbar, fast frostig. »Sie werden mich am Tag nach einem Sieg niemals euphorisch erleben«, erklärte er. »Ich bin nur eup...

Seite 20
ndPlusFolke Havekost

Im Internet gegen Scientology

Als Scientology-Gründer Lafayette Ron Hubbard 1986 starb, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Nun bringt eine »Anonymus-Initiative« aus dem weltweiten Netz, die am Wochenende in Hamburg tagte, Hubbards Nachfolger in Bedrängnis. »So eine Bewegung hat Scientology noch nicht erlebt«, erklärte die Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology in der Hamburger Innenbehörde, Ursula Caberta. »Außerd...