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Unten links

Der demografische Faktor – wir hatten es an dieser Stelle letzthin mehrfach erörtert – schlägt unbarmherzig zu. Wobei die Alterung der Gesellschaft durchaus positive Folgen für das marode Gesundheitssystem haben kann. Wenn immer mehr Menschen defekte Komponenten ihres Organismus' gegen Ersatzteile austauschen lassen, steht bald die Frage: Wohin, wenn es im Inneren quietscht, knarrt und...

Duisburgs LINKE beantragt OB-Abwahl

Nach tagelanger Dauerkritik an Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wegen der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat die LINKE im Rat der Stadt jetzt seine Abwahl beantragt.

Generalangriff gegen soziale Grundfesten
Bernd Niederland

Generalangriff gegen soziale Grundfesten

Wir werden anders aus der Krise hervorgehen, als wir hineingegangen sind, verlautete die Kanzlerin vor der Sommerpause. Wie wahr. Als die schwarz-gelbe Koalition im Juni ihr Sparpaket verkündete, rühmte sie sich, Rentnerinnen und Rentner nicht zu belasten. Just zu einem Zeitpunkt, da Rentenbescheide über die »Nullrunde« 2010 ins Haus flatterten. Man könne doch über 20 Millionen ältere Wähler nicht...

ndPlusInes Wallrodt

Juristen fordern Therapie statt Wegsperren

Die schwarz-gelbe Koalition streitet über die geplante Reform zur Sicherungsverwahrung. Die Union will fast alles so lassen wie bisher, die FDP etwas mehr ändern. Grundsätzliche Alternativen verhandeln beide nicht.

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Streubombeneinsätze im 21. Jahrhundert

Afghanistan (2001-2002): Die US-Luftwaffe warf 1228 Streubomben mit 248 000 Bomblets ab. Kinder, Bauern und Schafhirten litten unter den Spätfolgen der Restmunition, die seither über 120 Tote und Verletzte forderte. Irak (2003): Britische und US-amerikanische Truppen setzten 13 000 Streumunitionscontainer mit 2 Millionen Stück Submunition ein. Weitgehend in bevölkerten Gebieten angewendet, tötete ...

Rudolf Stumberger, München

Ballerei im bayerischen Schulkeller

In Olching soll eine neue Hauptschule gebaut werden. Das wäre wohl kaum eine Nachricht wert, hätte die Gemeinde nicht beschlossen, den Keller der Sporthalle einem Schützenverein zur Verfügung zu stellen.

Die meisten Opfer sind Zivilisten
Wolfgang Kötter

Die meisten Opfer sind Zivilisten

Es sind keine verspäteten Vuvuzelas, die weltweit die sonntägliche Ruhe stören, sondern Trommeln. Sie verkünden, dass die Konvention zum Verbot von Streumunition am 1. August in Kraft tritt, und erinnern die Regierungen gleichzeitig an ihre Verpflichtung zur Opferhilfe.

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ndPlusRoland Heine

Der Schwesterpartei-Trick

Der Eingang ist tot. Vor der Tür mit dem milchigen Panzerglas hat sich Dreck gesammelt, »Löschwassereinspeisung« steht an den zwei halbhohen, roten Hydranten, die beiderseits der Tür wie Posten aus dem Gehweg der Taubenstraße ragen. In der DDR wurde diese Straße in Berlin-Mitte nach dem Liberaldemokraten Johannes Dieckmann benannt, und hinter jener Tür am Haus 48/49 befand sich über viele Jahre di...

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ndPlusAnna Maldini, Rom

Klammern an der Macht

Achtung! Was in den nächsten Monaten in Italien geschieht, könnte für das Land selbst, aber auch für ganz Europa gefährlich werden. Vielleicht ist das Bild des verwundeten Stiers, der wild um sich tritt, abgegriffen und falsch, da Berlusconi nun wirklich kaum etwas mit einem Stier gemein hat. Trotzdem kann man nicht voraussehen, wie er reagieren wird. Ihm schwimmen viele Felle davon: Seine Regieru...

ndPlusInes Wallrodt

Leichte Punkte

Das FDP-geführte Bundesjustizministerium will die Praxis der Sicherungsverwahrung ein einigen Stellen entschärfen; grundsätzlich in Frage stellen will es diese »deutsche Art der Todesstrafe« nicht. Trotzdem will die Union Widerstand leisten. Sie weiß die Öffentlichkeit hinter sich, wenn sie auch die kleinen, im Übrigen vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof geforderten, Verbesserungen hintertr...

Gabriele Oertel

Parade-Beispiel

Auch heute auf der offiziellen Duisburger Trauerfeier für die 21 Toten dürfte die Erbärmlichkeit, mit der die Organisatoren der Love Parade ihrer Verantwortung mit wechselseitigen Schuldzuweisungen zu entwischen suchen, nicht auszublenden sein. In die Trauer mischt sich seit Tagen nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen Verachtung für diejenigen, die die Folgen ihres leichtfertigen Umgangs mit d...

ndPlusJirka Grahl

Sprintmarathon

Olympia, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften. Olympia, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften. Und dann alles wieder von vorne: Im Leben der Merlene Ottey ist der Sprint zu einem Marathon geraten: Ein Lauf, bei dem das Ziel ewig in weiter Ferne scheint. Die 50-Jährige wird heute mit der slowenischen 4x100-m-Staffel bei den Europameisterschaften in Barcelona antreten und damit die ältest...

Überwachungsmanie der Polizei?

Überwachungsmanie der Polizei?

ND: Am 18. September dieses Jahres ist wieder eine Anti-Atom-Großdemonstration in Berlin geplant. Glauben Sie, dass die Polizei nach dem Erfolg Ihrer Bürgerinitiative in dieser Woche vor dem Berliner Verwaltungsgericht dann wieder filmen wird? Ehmke: Das müssen sie unterlassen, denn der Polizei wurde ja gerade attestiert, dass das Filmen von friedlichen Großveranstaltungen rechtswidrig ist. Als De...

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Hunderttausende wechselten Krankenkasse

Die ersten Zusatzbeiträge haben hunderttausende Krankenversicherte zum Kassenwechsel getrieben. Nun will die Koalition solche Aufschläge in unbegrenzter Höhe zum Normalfall machen und neue Versicherten-Wanderungen auslösen.

ndPlusUwe Kalbe

Lothar Bisky verteidigt Klaus Ernst

Der langjährige Vorsitzende der Linkspartei Lothar Bisky hat den wegen angeblich unkorrekt abgerechneter Flüge und unangemessen hoher Einkünfte in der Kritik stehenden Parteichef Klaus Ernst verteidigt. Dieser verdiene monatlich 17 000 Euro, hatte am Freitag die »Bild«-Zeitung zusammengerechnet. Mit Blick auf Ernsts Parteigehalt, das dieser neben den Einkünften als Bundestagsabgeordneter bezieht, ...

»Eine monatliche Ordnungsstrafe«

»Eine monatliche Ordnungsstrafe«

ND: Das Bundesverfassungsgericht hat die gekürzten Renten Ihrer Mandanten für rechtens erklärt. Wieso können Sie sich nicht damit abfinden? Christoph: Das Gericht setzt damit die Serie negativer Entscheidungen zu Rentenansprüchen ehemaliger DDR-Bürger fort. Erst Ende 2009 wurde eine Verfassungsbeschwerde der in der DDR geschiedenen Frauen abgelehnt. Sie werden in der Bundesrepublik mit Minirenten ...

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Wenige Worte von Woerth

In der französischen Steuer- und Spendenaffäre hat erstmals ein Kabinettsmitglied von Präsident Nicolas Sarkozy ausgesagt.

UNASUR muss weiter vermitteln

Die Staatschefs des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR werden die Suche nach einer Lösung aufnehmen, um die Krise zwischen Kolumbien und Venezuela beizulegen.

1000 somalische Polizisten verschwunden

Die Bundesregierung hat die Ausbildung von 1000 somalischen Polizisten in Äthiopien finanziert, die zwei Monate nach Ende ihres Trainings nicht mehr auffindbar sind.

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Iran bereit zu sofortigen Gesprächen

Teheran (AFP/dpa/ND). Iran hat seine Bereitschaft zu sofortigen Verhandlungen über den Austausch von nuklearem Brennstoff erklärt. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, sagte am Freitag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur MEHR, Teheran könne »in den nächsten Tagen« mit der Wien-Gruppe (bestehend aus den USA, Russland und Frankreich) in Verhandlungen treten. Zugle...

»Aggressive Suche« nach undichter Stelle

US-Verteidigungsminister Robert Gates will nach der Veröffentlichung zehntausender überwiegend geheimer Militärakten zum Afghanistankrieg entschlossen und »aggressiv« nach der undichten Stelle suchen. Bei der Untersuchung soll die Bundespolizeibehörde FBI helfen, teilte Gates am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mit.

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EADS-Bilanz fällt mager aus

EADS-Bilanz fällt mager aus

Paris (dpa/ND). Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat im ersten Halbjahr 2010 einen deutlichen Rückschlag erlebt. Belastet von höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie gestiegenen Kosten für die Absicherung von Wechselkursrisiken brach das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 51 Prozent auf 185 Millionen Euro ein. Auch die Kosten für das Programm des Großraumfliegers ...

Motorola verdient wieder an Handys

Schaumburg (dpa/ND). Motorola hat in seinem lange verlustreichen Handygeschäft die Wende geschafft. Vor allem die Smartphones sorgten für einen ordentlichen Gewinn in der Sparte wie im gesamten Unternehmen. »Wir sind in einer guten Position, unseren Marktanteil im schnell wachsenden Smartphone-Markt auszubauen«, sagte Co-Konzernchef Sanjay Jha am Donnerstag in Illinois. Motorola konnte seinen Gewi...

Christian Klemm

Zur Sache

In der Bundesrepublik sind alleinerziehende Mütter überdurchschnittlich oft von Armut bedroht. Etwa 30 Prozent von ihnen müssen mit einem Einkommen von weniger als 1100 Euro netto pro Monat auskommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Statistischen Bundesamtes, die sich auf den sogenannten Mikrozensus 2009 stützt. Der Betrag umfasst Gehalt, Hartz-IV-Bezüge, Kindergeld und Unterhaltszahlungen....

ndPlusArmin Osmanovic, Johannesburg

Streit um Kernkraft am Kap

Während der Fußball-WM blieben in Südafrika alle Lampen an. Dennoch hat das Land mit Energieversorgungsproblemen zu kämpfen. Der Strommonopolist ESKOM will dem auch mit einem neuen Atomkraftwerk begegnen. Das weckt Widerstand.

ndPlusSteffen Klatt, St. Gallen

Schwere Zeit für Frankenwächter

Die Schweizer Exportwirtschaft ächzt: Der Franken ist gegenüber dem Euro so stark wie nie. Langfristiger Trend und kurzfristige Börsenentwicklung verstärken sich gegenseitig. Die Nationalbank stemmt sich nun nach einer Pause wieder gegen die Aufwertung.

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Anna Maldini, Rom

Italiens Süden leidet schwer

Wenn die Krise ganz Italien fest im Griff hat, ist es für den Süden des Landes ein Würgegriff. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Svimez hat in seinem letzten Bericht deutlich gemacht, dass die Schere zwischen Nord und Süd in Italien immer größer wird.

ndPlusHermannus Pfeiffer, Hamburg

Kreuzfahrer feiern in Hamburg

Am späten Samstagabend startet der Höhepunkt der Schiffsparty im Hamburger Hafen: die große Auslaufparade. Dazu formiert sich eine weiße Flotte aus sechs Traumschiffen, umschwirrt von Traditionsseglern, unzähligen Booten, Barkassen und Salonschiffen. Mit den »Cruise Days« feiert die milliardenschwere Kreuzfahrtbranche am letzten Juliwochenende tagelang ihre Hochzeit des Jahres.

ndPlusUlrike Henning

Wenn der Gerichtsvollzieher droht

Wolfgang M.* ist seit 20 Jahren privat krankenversichert. In der Folge zweier Autounfälle erkrankte er 1997 schwer, so dass er im Jahr darauf seine Tätigkeit als Unternehmensberater aufgeben musste. Es folgten Rehamaßnahmen, und er begann, um nicht gewährtes Krankentagegeld zu prozessieren. In die gesetzliche Krankenkasse konnte er nicht wechseln, weil er sich noch im Rechtsstreit mit seiner priva...

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Plattenbau

Das Leid bündeln und zu Songs verarbeiten, das ist die Devise von Reuben M. Koroma. Der optimistische Mann mit dem runden Gesicht ist der Songwriter der Sierra Leone's Refugee All Stars. Alles andere als eine gewöhnliche Band, denn der Name ist Programm. Alle Musiker haben den überaus brutal geführten Bürgerkrieg in Sierra Leone erlebt und sind irgendwann im Flüchtlingscamps Semnbakounya in Guinea...

ndPlusRoberto Becker

Vielleicht kein Gott ...

Natürlich entstanden trotz des berühmten apodiktischen Gebots auch nach Auschwitz noch Gedichte. Und natürlich kann man auch das unfassbare, beispiellose Grauen, kann Auschwitz auf die Bühne bringen. Man kann es sogar, wie sich jetzt bei der verspäteten szenischen Erstaufführung von Mieczyslaw Weinbergs Oper »Die Passagierin« in Bregenz gezeigt hat – wenn man die Perspektive der Täter einbez...

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MEDIENsprech

Heute also endlich das Facebook. Dass damit kein Buch der Gesichter gemeint ist, wurde an dieser Stelle einleitend bereits mehrfach angemerkt. Aber was ist es dann? Vor gut sechs Jahren entwickelte der Student Mark Zuckerberg gemeinsam mit Kommilitonen an der Harvard University. eine Website, auf der sich Harvard-Studenten mit Namen, Bildern, Hobbys, Interessen und anderen Informationen vorstellen...

lechts, rinks
Hans-Dieter Schütt

lechts, rinks

Er war Lehrer, also arm. Er war Wiener, also Melancholiker. Er war Dichter, also einsam. Ein Schleusenwärter zwischen Körper- und geistigen Schattenwelten. Ernst Jandl (Foto: »Du«) hat nach dem Motto gearbeitet, Reden sei Silber, Silbe sei Gold. Er drehte und wendete Sprache, bis sie bloßstellte, was sie oft genüg verhüllen soll. »lichtung« nannte er den Vierzeiler, der das Jahrhundert der Ideolog...

ndPlusGunnar Decker

Notizen aus Venedig

Am Fondamenta Nuove liegt das Krankenhaus, das Ospedale von Venedig. Der Stadt wird es allmählich zu teuer. Wo gibt es das sonst noch, ein Krankenhaus, das nur per Boot zu erreichen ist? Schließungsgerüchte machen die Runde. Inzwischen ist das alte Ospedale, das wie eine wuchtige Kathedrale unter den anderen Kathedralen der Stadt wirkt, so etwas wie das Herz Venedigs jenseits der Touristenströme. ...

Tragödie, Narben, Nachklang

DER IRRTUM – so heißt die Romantrilogie von Lutz Jahoda, deren dritter Teil nun erschien. »Das Schöne war nichts als des Schrecklichen Anfang«, »Die Hütte Gottes bei den Menschen« und »Nur die Toten durften bleiben« lauten die Untertitel der Bände (Edition Lithaus, insges. 1038 S., 39,90 Euro, Paperback; auch einzeln erhältlich). Schriftstellerin Gisela Steineckert und Enkeltochter Laura M. Steineckert haben gemeinsam gelesen: ein deutscher Geschichtsstoff im Test zweier Generationen ...

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Ergebnisse Leichtathletik-EM

Ergebnisse Leichtathletik-EM 100 m Frauen: 1. Sailer (Mannheim) 11,10 Sek. (- 0,6 m/s), 2. Mang (Frankreich) 11,11, 3. Soumaré (Frankreich) 11,18; ... 16. Möllinger (Mannheim) 11,60 (Halbfinale). Speerwurf Frauen: 1. Stahl (Leverkusen) 66,81 m, 2. Obergföll (Offenburg) 65,58, 3. Spotáková (Tschechien) 65,36, 4. Molitor (Leverkusen) 63,81. 50 km Gehen Männer: 1. Diniz (Frankreich) 3:40:37 h, 2. Sud...

Entscheidungen Wochenende

Sonnabend Nach ihrer Jahresbestzeit in Lausanne (12,57 Sekunden) sind im Hürdensprint alle Augen auf Carolin Nytra gerichtet. Dass die Konkurrenz wie die Irin Dervan O'Rourke sie nun für das Finale zur Favoritin machen, ist der 25-Jährigen aus Bremen egal: »Es hat sich nichts geändert.« Es ist ein Klassiker – das Speerwurfduell Andreas Thorkildsen gegen Tero Pitkämäki, der norwegische Olympi...

Zu schnell, um den Erfolg zu genießen
Jirka Grahl, Barcelona

Zu schnell, um den Erfolg zu genießen

Auf den schmalen Schultern der Mannheimer Sprinterin Verena Sailer (Foto: dpa) lastete eine ganze Menge, als sie am Donnerstagabend um 21.40 Uhr im Olympiastadion von Barcelona als Halbfinalschnellste an die Startlinie des Endlaufs über 100 Meter trat. Die Einschaltquoten in der Heimat lagen im Keller, das Interesse an der EM war gering, drei Nullen standen für den deutschen Leichtathletik-Verband...

ndPlusChristian Heinig

Auf Wohlfühlklub getrimmt

Es wird wie immer sein. Viel wird Martin Börner heute nicht vom Spiel mitbekommen, wenn Carl Zeiss Jena zum Heimauftakt der neuen Drittligasaison im Rudolf-Harbig-Stadion gastiert. Börner ist Fanbeauftragter bei Dynamo Dresden, seit drei Jahren schwirrt er immer dann im Rund der Arena umher, wenn unten auf dem Grün das Leder rollt. Er schaut im Gästeblock nach dem Rechten, später kontrolliert er d...

Der Extra-Kick verhilft zum Sieg

Der Extra-Kick verhilft zum Sieg

Nach dem enttäuschenden medaillenlosen Auftakt der Leichtathletik-EM in Barcelona durfte das deutsche Team am Donnerstagabend gleich zweimal jubeln: Über Verenas Sailers Gold im 100-Meter-Sprint und den Doppelerfolg im Speerwerfen der Frauen, das sensationell LINDA STAHL (Foto: dpa) gewann. Mit persönlicher Bestweite von 66,81 Metern im fünften Versuch überraschte die Leverkusenerin ihre Teamkollegin Christina Obergföll und die favorisierte Tschechin Barbora Spotáková, die mit verletztem Arm nicht mehr kontern konnte. Nach ihrem ersten Titel sprach JIRKA GRAHL mit der 24-jährigen Siegerin.

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Selbstbedienung bei Sparkassen

(dpa). Die Berliner Sparkasse baut ihr Netz von Selbstbedienungszentren aus. Bis Ende 2012 sollen zu den bisherigen 20 Standorten 30 SB-Center hinzukommen, teilte die Mutter Landesbank Berlin am Freitag mit. In den SB-Centern können Kunden Geld abheben, Überweisungen veranlassen oder Kontoauszüge ausdrucken. Der Schritt gehört zu einem Programm, mit dem die Sparkasse die Kundenwünsche besser erfül...

Steuersünder zeigen sich an

(dpa). Bis Ende Juni gingen in Berlin 683 Selbstanzeigen von Steuersündern in Zusammenhang mit Geldanlagen in der Schweiz und Luxemburg ein, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht. Daraus resultierten 32 Millionen Euro an Nachzahlungen, die nach »sehr grober Schätzung« noch bis auf 50 Millionen Euro anwachsen...

Strobel neuer IG BAU-Chef

(ND). Erhard Strobel ist neuer Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) in Berlin, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Der 64-jährige gelernte Zimmerer ging bereits als Lehrling in die Gewerkschaft und vertritt jetzt als Nachfolger von Lothar Näthebusch, der in den Ruhestand gegangen ist, die Interessen der rund 8700 Berliner IG BAU-Mitglieder. Als seine politischen...

Polizisten wurden suspendiert

(dpa). Zwei Berliner Polizisten stehen im Verdacht, beschlagnahmte Zigaretten in mehreren Fällen unterschlagen zu haben. Die beiden 31 und 39 Jahre alten Beamten wurden am Freitag vom Dienst suspendiert, wie die Polizeibehörde mitteilte. Sie sollen die unversteuerten Zigaretten bei der Überprüfung illegaler Händler beiseitegeschafft haben. Nach Polizeiangaben kam der Hinweis von Kollegen, die an d...

Lompscher und Tack gegen Atompläne

(dpa/ND). Gegen eine Laufzeitverlängerung von Atomanlagen haben sich Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher und Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (beide LINKE) ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie das Vorhaben der Bundesregierung am Freitag als »umweltpolitisch falsch« und »wirtschaftspolitisch kontraproduktiv«. Eine Laufzeitverlängerung blockiere einen Umstieg a...

ndPlusBernd Kammer

Tierliebe

Dass die Berliner tierlieb sind, ist allgemein bekannt. Natürlich gilt diese Eigenschaft auch für Berliner Politiker. Als während der Hitzeperiode junge, noch flugunfähige Mauersegler reihenweise aus ihren aufgeheizten Nestern flüchteten, kamen Naturschützer kaum hinterher, sie einzusammeln und aufzupäppeln. Was auch ins Geld ging, denn das Spezialfutter für einen einzigen Piepmatz kostet 40 Euro....

Grüne wollen Heim-Diskussion beenden

(dpa/ND). Die Berliner Grünen haben den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) aufgefordert, die Debatte um geschlossene Heime für kriminelle Kinder zu beenden. Wowereit hatte sich am Donnerstag für die Einrichtung geschlossener Heime ausgesprochen. Ähnlich hatten sich in den vergangenen Tagen Abgeordnete der Oppositionsparteien CDU und FDP geäußert.Elfi Jantzen, kinderpolitische Sprecheri...

ndPlusMartin Kröger

Junge Nazi-Proleten terrorisieren Nachbarschaft

»Diese Internetseite veröffentlicht illegale Inhalte. Bis diese Inhalte gelöscht sind, ist die Seite nicht erreichbar.« Die Internetpräsenz der Kameradschaft »Freie Nationalisten Berlin Mitte (FN-Mitte)« ist seit Neuestem offline. Dem Vernehmen nach müssen die jungen Neonazis, die sich den multikulturellen Wedding als Aktionsfeld ausgesucht haben, erst mal einige hundert Euro berappen: Sie waren a...

Zugänglich wie Fort Knox
Andreas Heinz

Zugänglich wie Fort Knox

Die unzureichende bis mangelhafte Beratung von Erwerbslosen bei den Berliner Arbeitsagenturen lockt immer mehr unseriöse Berater vor die Jobcenter in den Bezirken. »Sie machen Geschäfte mit der Not der Menschen, die von ALG II leben müssen. Das wird ausgenutzt und muss bezahlt werden«, warnte der Leiter des Berliner Arbeitslosenzentrums (BALZ) in Wedding. BALZ selbst war sechs Wochen mit seinem Be...

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ndPlusNada Weigelt, dpa

Geldquell Tacheles

Das Kunsthaus Tacheles soll möglichst viel Geld bringen. Vor dem Verkauf sollen deshalb rund 30 Künstler die Kaufhausruine in der Oranienburger Straße räumen. Berlins »Regierender« will ihnen helfen – zumindest ein bisschen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will das von der Zwangsräumung bedrohte Kunsthaus Tacheles nicht durch eine Stiftungslösung retten. »Es macht keinen Un...

Peter Nowak

Aus für den Linienhof?

Geschäftiges Treiben herrscht im Linienhof in der Kleinen Rosenthaler Straße 9 in Berlin-Mitte. Noch wird auf dem Areal und in den beiden Garagen gehämmert, geschmiedet und gelötet. Seit 1991 wird das Gelände als offenes Kulturprojekt, aber auch selbst organisierter Handwerkshof genutzt. »Bis zu 30 Menschen arbeiten im Linienhof an verschiedenen Projekten. Manche reparieren Autos, andere gestalten...

ndPlusSabine Neubert

Donner und Blitz

Kommissar Gereon Rath hat alle Hände voll zu tun, das kann heiter werden. Morgen um fünf wird dieser Wessel beerdigt, und er soll sich das Spektakel mal diskret ansehen. Da kommt auch noch ein Sofortauftrag: »ne Schauspielerin hat’s erwischt. Mitten in den Dreharbeiten«, sagt sein Vorgesetzter und schickt ihn nach Marienfelde raus ins Tonstudio. Wir sind in der quirligen Metropole Berlin im ...

Protagonist des Informel
Volkmar Draeger

Protagonist des Informel

Eine Schenkung gab den Anlass. Die Fondation Hans Hartung & Anna-Eva Bergman in Antibes übereignete dem Kupferstichkabinett 213 druckgrafische Werke von Hans Hartung. Damit besitzt Berlin neben Genf und Paris einen repräsentablen Querschnitt durch das Werk eines der Hauptvertreter des Informel. Ist Hartung eher als Maler bekannt, schuf er zwischen 1921 und 1984 mehr als 600 druckgrafische Arbe...

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Polizei mit neuer Videotechnik

(dpa). Wenige Tage nach dem gerichtlichen Verbot von Filmaufnahmen bei friedlichen Demonstrationen nimmt die Berliner Polizei am Sonntag eine neue Videotechnik in Betrieb. Vom 1. August an sollten die Aufzeichnungen aus Funkstreifenwagen heraus die »Eigensicherung« der Einsatzkräfte verbessern, teilte die Polizei am Freitag mit. Rechtsgrundlage sei das Allgemeine Gesetz zum Schutz der öffentlichen...

Verzicht auf Gegendemo

Anklam (epd/ND). Ohne Gegenproteste soll am Sonnabend ein Aufmarsch der rechtsextremen NPD im vorpommerschen Anklam bleiben. Wie die »antifa unlimited« in einer Presseerklärung vom Freitag mitteilte, werde die ursprünglich geplante »antifaschistische Gegendemonstration« am gleichen Tag in Anklam nicht stattfinden.Nachdem das Greifswalder Verwaltungsgericht am Donnerstag das Verbot für die NPD-Demo...

Ein Leben für die Gründerzeit
Klaus Teßmann

Ein Leben für die Gründerzeit

Vor 50 Jahren – am 1. August 1960 – öffnete Charlotte von Mahlsdorf das erste Mal die Tür ihres Gründerzeitmuseums in Mahlsdorf. Damals umfasste die Ausstellung nur zwei Räume, heute sind es 14. Zur Feier des Tages lädt der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. am Sonntag zu einem Tag des offenen Museums.»Wir präsentieren eine ganz neue Ausstellung zur Geschichte des Hauses«, berichtet ...

Peter Kirschey

Jetzt kommt die Linke-Keule

Der Streit um die Personalie Holzapfel ist nicht beigelegt. Carl-Wolfgang Holzapfel, ND berichtete am 16. Juni über den Fall, sollte am 17. Juni als Vertreter der Anti-DDR-Verbände am alljährlichen Gedenkritual in Berlin zum »Arbeiteraufstand« neben Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper (SPD) einen Kranz niederlegen.Dagegen richtete sich der Protes...

Bayernweit Familienfeiern

Am Sonntag tritt in Bayern das bundesweit strengste Rauchverbot in Kraft. Doch schon gibt es neuen Ärger – um die Ausnahmeregelung, dass bei privaten Feiern weiter gequalmt werden darf. Das Nichtraucher-Bündnis protestiert, das Ministerium sagt: »Privat bleibt privat.«   

ndPlusHendrik Lasch

Sachsens Polizei nennt Täter verwirrt

Nach mehreren Brandanschlägen auf ausländische Imbissläden im sächsischen Freiberg wurde ein Täter gefasst, der nach Einschätzung der Polizei verwirrt, aber nicht ausländerfeindlich sei. Zuvor hatte Sachsens Ausländerbeauftragter das »gute Klima« für Migranten und Studenten in Freiberg als gefährdet bezeichnet.

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Gratis auch für Zweijährige

Harxheim (dpa/ND). Die Einführung der bundesweit bisher einmaligen Kita-Beitragsfreiheit auch für zweijährige Kinder in Rheinland-Pfalz bedeutet für Eltern eine Einsparung von jährlich rund 800 Euro. Dies sagte Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) am Freitag in Harxheim bei Mainz. Die Regelung sei »auch ein wichtiger Schritt zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem«, sagte sie. Für Ahnen ist da...

Thälmann-Zimmer weg, Freundeskreis da
Andreas Fritsche

Thälmann-Zimmer weg, Freundeskreis da

Es stand zur Entsorgung bereit, die Bauarbeiter hatten nichts dagegen, dass es mitgenommen wird. Das Sperrholzteil gelangte in die ND-Redaktion, lehnt dort an einer Wand. Offenbar diente es in Ziegenhals als Verkleidung. Beklebt ist es mit Seiten einer Ausgabe der Gewerkschaftszeitung »Tribüne« aus dem Jahr 1965. Das ist übrig von der beseitigten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, abgesehen natürlich vo...

Velten Schäfer

Ab jetzt ohne Netz

Nach einem Jahr Warten in einer Transfergesellschaft heißt die Alternative für viele Werftarbeiter in Wismar und Warnemünde: Wegziehen – oder weniger haben. Die Werften selbst sehen weiter in eine ungewisse Zukunft.

ndPlusAndreas Fritsche

Forstleute frei, aber nicht verfügbar

In der Prignitz drohe sich aktuell eine Forstbetriebsgemeinschaft aufzulösen, weil eine qualifizierte Bürokraft fehle, weiß Enno Rosenthal. Dabei setzt das Land Brandenburg geeignete Fachkräfte im Zuge der Forstreform gerade frei. Von derzeit 2400 Beschäftigten in der Forstverwaltung sollen im Jahr 2015 nur noch 1516 übrig sein. Den Hintergrund bildet die Finanznot des Bundeslandes. Es soll gespar...

Klaus Tscharnke, dpa

Poet der Zirkusmanege

Sein Markenzeichen ist die schwarz-weiß karierte Ballonmütze, sein Erfolgsrezept die schlichte Moral seiner anrührenden Geschichten. Oleg Popow, der heute in der Fränkischen Schweiz lebt, gehört noch immer zu den ganz Großen unter den Zirkusclowns dieser Welt – jetzt wird er 80.   

ndPlusKlaus Tscharnke, dpa

Der 15-Zentimeter-Unterschied

Zuckertüten nennen sie die einen, Schultüten die anderen. Aber das ist nicht der einzige Unterschied: Viel schwerer wiegt, dass die Erstklässler im Westen immer noch zu kurz kommen. Wie vor 20 Jahren.

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Burga Kalinowski

Diese ganze Ungerechtigkeit

Da fahre ich nun von Berlin nach Bad Rothenfelde. Eine Fahrt ins Osnabrücker Land. Eine Fahrt ins Blaue, um nicht gleich zu sagen: ins Ungewisse. Denn abgesehen von einer kleinen Zeitungsnotiz und einem kurzen Telefonat ist unklar, was bei dieser Recherche herauskommt. Es ist die pure Neugier auf eine Geschichte dahinter. Berliner Zeitung , Mittwoch, 16. Juni 2010: »Die Linkspartei hat von einem R...

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Das Zitat

Nu, zitiert so eine katholische Priester während seine Predigt eine Dichtermenschen, den Kaschpar wohl kennt, weiß er aber nicht, wo fromme Mann das bei diese franzesische Flieger hat gefunden, denn Dichter war eine Flieger, erst, um Post aus seine Land in andere Länder zu bringen, dann, als Hitlär seine Krieg hatte gemacht, auch als Aufklärer ieber feindliche Linien. Postfliege hat er alle gut ie...

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Noch einmal Kommunismus

Der Titel der Konferenz »Idee des Kommunismus«, die Ende Juni in Berlin stattfand, signalisierte den Versuch, eine Diskussion über den Kommunismus erneut anzustoßen. Im Zentrum des Interesses stand die Frage, was aus den Ruinen jener Experimente zu retten sei, die unter diesem Namen gescheitert sind. Als die Volksbühne, der Ort der Veranstaltung, schon wieder umdekoriert wurde und die letzten Teilnehmer längst gegangen waren, trafen sich SAMI KHATIB, JAN ROLLETSCHEK und BENEDIKT WAHNER zu einem Gespräch mit dem Philosophen SLAVOJ ZIZEK, der die Konferenz zusammen mit Alain Badiou initiiert hatte.

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Elfriede Wächtler
Martin Stolzenau

Elfriede Wächtler

Sie hinterließ etwa 400 Arbeiten, die in Stil und Farbigkeit viele Gemeinsamkeiten mit den Gemälden von Otto Dix und Oskar Kokoschka aufweisen. Elfriede Lohse-Wächtler (Foto: Förderkreis Elfriede Lohse-Wächtler e.V. Hamburg) war jedoch nach ihrer Ermordung vor 70 Jahren vergessen; erst jüngst erfuhr sie wieder Aufmerksamkeit, so mit einer Ausstellung in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Das 1899...

ndPlusHelmut Bock

Schon wieder alles vergessen?

Vom 17. Juli bis 2. August 1945 entschieden auf Schloss Cecilienhof in Potsdam die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die Sowjetunion, USA und Großbritannien, über den Aggressor Deutschland. Stalin, Truman und Attlee bestimmten für das schuldige Land die sogenannten 5 D: Denazifizierung, Demokratisierung, Dezentralisierung, Demontage und Demilitarisierung, damit von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehe. Zehn Jahre später gab es zwei deutsche Staaten und zwei deutsche Armeen, eingebunden in die Militärpakte zweier sich feindselig gegenüberstehenden konträren polit-ökonomischen Systeme. Doch weder Bundeswehr noch NVA waren in Kriege involviert. 65 Jahre nach Potsdam sind die Schwüre und Gebote von damals vergessen – auch die zur »Wiedervereinigung« vor 20 Jahren.

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Sensor-T-Shirt für Sportler

München (dpa/ND). Der Sportler der Zukunft kann sich künftig noch sorgloser schinden. Ein intelligentes T-Shirt aus Sensor-Textilien macht das möglich: Das Kleidungsstück ändert die Farbe, wenn es am Körper mit sauren oder basischen Verbindungen in Berührung kommt. So wird dem Sportler angezeigt, dass er dringend zur Wasserflasche greifen muss, weil seine Salzreserven verbraucht sind. Wissenschaft...

Dem Plankton wird warm

Dem Plankton wird warm

Die Erderwärmung führt zu einer starken Verringerung des pflanzlichen Planktons in den Ozeanen, was zunehmend die gesamte Nahrungsmittelkette in den Meeren gefährdet. Zu diesem Schluss kommen drei Forscher der Universität Dalhousie in der kanadischen Provinz Neuschottland im Fachblatt »Nature« (Bd. 466, S. 591). Demnach ging die Masse an Phytoplankton in den vergangenen 60 Jahren um rund 40 Prozen...

ndPlusMartin Koch

Migration der Beuteltiere

Der britische Seefahrer James Cook war der erste Europäer, der 1770 in Australien ein seltsam auf den Hinterbeinen hüpfendes Tier erblickte. Auf seine Frage, was das sei, gab ein Ureinwohner die Antwort: »Gang-oo-roo«, was soviel bedeutete wie »Ich verstehe nicht«. Da Cook aber fälschlich annahm, das sei der Name des Tieres, wird dieses seither »Känguru« genannt. So zumindest will es die Legende, ...

Dünne Luft und DNA
Reinhard Renneberg, Hongkong

Dünne Luft und DNA

Nach den Olympischen Spielen in Peking besuchte ich einen chinesischen Kollegen in Schanghai. Der ist sehr stolz auf die chinesischen Erfolge. »Und, wurde viel gedopt?« frage ich. »Ich weiß nur: Der gesamte Schwimm-Komplex simulierte den Sauerstoffgehalt der Luft im Hochgebirge.« »Also sauerstoffarm! Ihr habt wochenlang die roten Blutkörperchen der Sportler gedopt, damit die Sportler bessere Leist...

ndPlusEugen Reichl

Die »Privaten« kommen

Am Anfang stand ein Schock: Am 1. Februar dieses Jahres verkündete NASA-Administrator Charlie Bolden auf Geheiß von US-Präsident Barack Obama die Einstellung des »Constellation«-Programms. Im Rahmen dieses Vorhabens hätten zwei neue Trägerraketen entwickelt werden sollen. Dazu zwei neue Typen bemannter Raumschiffe: »Orion«, mit dem man schon in wenigen Jahren zunächst die Internationale Raumstatio...

Seite 24
»Wir Heimatlosen. Wir Verfluchten«
ndPlusGeorg Pichler

»Wir Heimatlosen. Wir Verfluchten«

Im Sommer 1940 »spielte sich der letzte Akt der Tragödie Frankreichs ab, und ich war in einer Stimmung, in der es mir sinnlos erschien, weiterzuleben. In dieser Zeit machten meine Kameraden und Kollegen, denen dieses Tagebuch gewidmet ist, ihrem Leben in äußerster Verzweiflung ein Ende. Ich wusste das damals noch nicht, aber es lag in der Luft.« So beschrieb Arthur Koestler in Abschaum der Erde, d...

Seite 25
Seetauglich und ökumenisch offen
Dejan Vilov (epd)

Seetauglich und ökumenisch offen

Wenn Pfarrerin Iris Schmitt auf große Dienstfahrt geht, hat sie neben Kerzen, Liedblättern und Bibel auch die Sonnenbrille im Gepäck. Dann sticht die 38-jährige Gemeindepfarrerin aus dem pfälzischen Einöllen als Bordseelsorgerin auf einem Kreuzfahrtschiff in See. Ihre erste große Tour führte die Theologin vor zwei Jahren durchs östliche Mittelmeer und bis nach Nordafrika. In diesem Jahr stand die ...

ndPlusKnut Henkel

Auch »Arbeitsbienen« haben Rechte

Die Bänke in dem kleinen Park sind fast alle besetzt. Die Bibel macht die Runde, hier wird vorgelesen, dort aus dem Kopf zitiert und eine Bank weiter inbrünstig gebetet. »Völlig normal im Parque de Tacuba«, erklärt Ana Laura. »Hier flanieren am Wochenende die Dienstmädchen, die im Zentrum Mexikos arbeiten, und viele von ihnen gehören Bibelkreisen an«, weiß die 34-jährige Frau. Sie arbeitet selbst ...

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Der nächste Reise-Winter kommt bestimmt
Heidi Diehl und Michael Müller

Der nächste Reise-Winter kommt bestimmt

Die großen deutschen Reisekonzerne gehen mit branchenüblichen Optimismus in die Wintersaison 2010/11. Tendenziell wird Urlaub in Europas Sonne und Schnee etwas günstiger als der auf der Fernstrecke sein. Mit den schillerndsten Rabattangeboten werden Käufer gelockt. Die wissen aber, dass sie jähe Wendungen wie jüngst die Aschewolke, demnächst eine Luftverkehrsabgabe oder auch eine plötzliche eigene Hartz-IV-Situation ebenso einkalkulieren müssen. Und die Reiseanbieter hoffen, dass die Kunden sich nicht zuletzt deshalb unter dem Schirm der gewinnbringend organisierten Veranstalterreise am besten aufgehoben wissen – und genau eine solche buchen.

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Grüezi und Lady's slipper
ndPlusHeidi Diehl

Grüezi und Lady's slipper

Seit vielen Jahren schon packen Dawn, René und Hazel im Juli ihre Koffer, um nach Arosa zu reisen. Und immer wohnen die Engländerinnen im Kulm Hotel. Während ihre Männer eine Woche lang dort den Tag in einem Seminar verbringen, ziehen sie jeden Morgen gemeinsam mit Steffi Bürger los, um die Schweizer Bergwelt zu Fuß zu erkunden. Steffi hat einen Traumjob im Hotel, sie ist Gästebetreuerin und Wande...

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Auflösung von 24./25.7

Auflösung vom 24/25.7. Preisfrage: Was war es? - Eine der 1,80 Meter breiten Treppen im Plenarsaal. Die ND-Überraschung geht diesmal an Bernd Neuber, Helmut Holfert, Berlin; Elli Fischer, Halle-Neustadt. Wer schrieb es? - Elias Canetti (25. Juli 1905 - 14. August 1994), dt.- sprachiger, aus Russe (Bulgarien) stammender Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1981. Wie viele? - Insgesamt wurden 52 Spie...

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Wer schrieb es? Einzig die Richtung hat einen Sinn. Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst; denn man kommt nirgendwo an, außer im Tode. Wer und wo? Man sagt, er erfand den Fortsetzungsroman in der Tageszeitung. Wer war es, und wo wurde sein erster Text gedruckt? Wie lautete er? Walter Ulbricht (30. Juni 1893 - 1. August 1973) benutzte in den 20er Jahren bei Auslandsr...

Macht und Money in Macao
ndPlusHeiko Frings

Macht und Money in Macao

Macao im späten 17. Jahrhundert: Lange bevor Portugal die Macht an sich reißt und noch viel länger vor der Rückgabe an China streben wir als Händler nach dem größten Prestige. Dabei ist das Geld in dem ostasiatischen Handelsposten für uns bloß Mittel zum Zweck. Zwölf Runden lang kommt es auf einträglichen Handel mit Übersee und entschlossene Expansion in den Stadtteilen genauso an wie auf den klug...

Dreier-Fesselung
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Dreier-Fesselung

Das Dortmunder Chess-Meeting 2010 hat Ruslan Ponomariow (Ukraine; 26) sensationell dominiert. Mit seinem Einpunktvorsprung vor dem – ebenfalls sensationellen – Le Quang Liem (Vietnam; 19) erinnerte er mich an die Art und Weise, mit der er sich 2002 in Deutschland mit 18 Jahren den Weltmeistertitel geholt hatte. Nun gewann er das wichtigste Deutschlandturnier. Und allein der Zweitplatzi...

Lücken schließen und schlagen
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Lücken schließen und schlagen

Halbzeit beim Sommer – da ist in manchem Staudenbeet einiges abgeblüht. Wer keine Lust hat, neu zu pflanzen, kann Lücken durchaus mit Topf- bzw. Kübelbewohnern schließen. Ich mag die mobilen, und so manches Exemplar wechselt mehrmals seinen Standort. Da sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt. Vor einigen Jahren zog die Staudensonnenblume in meinem Garten ein. Inzwischen hat sie für reichlic...

»Into The Green« würde Elfen gefallen
René Gralla

»Into The Green« würde Elfen gefallen

Was Eva-Maria Irek und Andreas Petersen aus Hamburg komponieren, ist für eine ganz spezielle Klientel bestimmt: für Spieler. Und dabei wiederum für eine ganz eigene Spezies. Nicht Schach- oder Fußball-, nicht Poker- oder Golfspieler. Das Paar von der Elbe produziert vielmehr Instrumentaltitel für Rollenspieler.