In Dorsten machen Jugendliche EU-Politik und rocken gemeinsam
Charlotte Noblet

In Dorsten machen Jugendliche EU-Politik und rocken gemeinsam

Wie sieht es in den einzelnen europäischen Ländern mit der Jugendbeteiligung in Kommunalpolitik aus? Die Stadt Dorsten nahm die Kulturhauptstadt RUHR.2010 zum Anlass, um Jugendliche aus ihren Partnerstädten einzuladen und diese Frage zu beantworten. Daraus entstanden ist ein spannendes "europäisches Jugendforum".

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Unten links

Neues aus der Genforschung: Nachdem Thilo Sarrazin die Öffentlichkeit mit der sensationellen Entdeckung von baskischen und anderen Genen aufgescheucht hatte, wurden nun weitere Forschungsergebnisse bekannt. In Potsdam, wird berichtet, hat sich in rasanter Geschwindigkeit das Sarrazin-Gen ausgebreitet – 700 Menschen wurden dabei beobachtet, wie sie in einem Saal begeistert applaudierten, als ...

Massive Empörung über geheimen Atomvertrag

Mit Protest und Empörung haben die Opposition sowie Umweltgruppen auf den Inhalt einer ursprünglich geheim gehaltenen Vereinbarung der Bundesregierung mit den AKW-Betreibern reagiert. In der inzwischen veröffentlichen Vereinbarung haben sich die vier großen Stromkonzerne zahlreiche Begünstigungen und politische Schutzklauseln gesichert.

Ina Beyer

Protest in Berlin – wer filmt wen?

Zur Großdemonstration »Freiheit statt Angst« werden am heutigen Samstag tausende Teilnehmer in der Hauptstadt erwartet. Für die Berliner Polizei ist es die erste Großdemonstration, nachdem das Berliner Verwaltungsgericht im Juli das polizeiliche Filmen friedlicher Demonstrationen für rechtswidrig erklärt hatte.

Vom Anschluss Undeutschlands
Otto Köhler

Vom Anschluss Undeutschlands

Das erschüttert uns alle im 20. Jahr deutscher Einheit: Matthias Platzeck, Brandenburgs Ministerpräsident, ist nach Erkenntnissen der bekannten Freiheitskämpferin Vera Lengsfeld von der »alten Propagandawerkstatt der umbenannten SED« infiziert. Er hat das Wort Anschluss in den Mund genommen und von Deindustrialisierung gesprochen. Die wahrheitsdurstige Vera, die schon 2009 auf ihrem CDU-Wahlplakat »mehr zu bieten« hatte, nämlich einen zur Freiheit drängenden Busen, ist empört. In der Preußische...

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»Dem Internet droht die Spaltung«

ND: Herr Böhning, was bedeutet »Netzneutralität«?Böhning: Alle Dateien, alle E-Mails werden im Netz gleich behandelt. Egal, welche Größe sie haben, welchen Inhalt sie haben. Und Netzneutralität bedeutet, dass es keine Spaltung in Dateien gibt, die schnell übertragen und andere, die langsam übertragen werden. Und diese Netzneutralität halten Sie für gefährdet. Durch wen?Sie ist gefährdet durch Telekommunikationsunternehmen und Netzbetreiber, die zweierlei machen wollen. Erstens wollen sie eine ...

Hartnäckiger Freiheitsdrang
Ines Wallrodt

Hartnäckiger Freiheitsdrang

Die Datenschutzbewegung, die heute in Berlin für »Freiheit statt Angst« demonstriert, hat einige Erfolge vorzuweisen. Die Themen gehen ihr deshalb nicht aus, gleichwohl fehlt dieses Jahr die Zuspitzung.

ndPlusCarsten Hübner

Piraten in Seenot

Ein relevanter Teil der heutigen Demonstranten dürfte zur Wählerschaft der Piratenpartei gehören. Vier Wagen hat sie angemeldet. Vor einem Jahr wirkte die »Freiheit statt Angst«-Demonstration zuweilen wie eine reine »Piraten-Veranstaltung«. Doch der Eindruck täuscht. Der Stern dieser Neugründung sinkt. Besonders deutlich ist das im Mutterland Schweden zu merken. Der »Piratpartiet« (PP) liefen in den vergangenen Monaten scharenweise die Anhänger davon.Seit Ende letzten Jahres schrumpfte die Mitg...

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»Keiner ist allein«
Gabriele Oertel

»Keiner ist allein«

Der frühere SPD-Fraktionschef Peter Struck hat ein Buch geschrieben, das Volker Kauder, sein Unionspartner aus der Großen Koalition, Klasse findet.

Der lange Sommer der Anarchie
ndPlusChristoph Villinger

Der lange Sommer der Anarchie

»Krieg den Palästen – Friede den Hütten!« Vor 20 Jahren spannte sich ein Transparent mit dieser Aufschrift quer über die Mainzer Straße in Berlin.

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ndPlusMartin Ling

Viel Lärm um Fidel Castro

Viel Lärm um wenig: Vom Spanischen ins Englische ins Deutsche übersetzt, antwortete Fidel Castro mit »Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr für uns« auf die Frage, ob das kubanische System noch immer als Exportmodell dienen könne. Dass die Zeiten Kubas als generelles Exportmodell schon längst vorbei sind, ist eine Binsenweisheit, die sich daran zeigt, dass keines der linksregierten ...

ndPlusRené Heilig

Die kauf' ich mir!

Unsere Regierung ist bestechlich? Hat etwa jemand gesehen, wie Frau Merkel die Hand aufgehalten hat, als sie die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert hat?! Na eben! So läuft das nicht zwischen Politik und Wirtschaft. Wir sind ja schließlich nicht unter gewöhnliche Gangster gefallen. Der Vertrag, den die Regierung mit den vier Atomriesen zu deren Gunsten geschlossen hat und der eigentlich so sc...

Velten Schäfer

Kein Getöse, Rest egal

Gerade hat die Republik den wiederholten Ausfall eines frustrierten Beamten zum Diskussionsanstoß geadelt: ob unsere ethnisch angeordnete Klassengesellschaft nicht doch primär biologisch-kulturell zu erklären sei. Droht nun, nachdem einmal auf dem Tisch liegt, was man im CDU-nahen Bund der Vetriebenen (BdV) so über den Zweiten Weltkrieg denkt, eine »Debatte« darüber? Wie würde sie ausgehen –...

ndPlusOliver Händler

Friedensdoppel

Als Rohan Bopanna und Aisam-Ul-Haq Qureshi am Mittwoch in New York ihr Halbfinale des Tennisdoppel-Wettbewerbs bei den US Open spielten, saßen zwei hohe Herren in ihrer Zuschauerbox. Die UNO-Botschafter Indiens und Pakistans klatschten bei jedem Punkt, den Rohan und Aisam erspielten. »Das kommt nicht oft vor, dass die Beiden die gleiche Sache unterstützen. Darauf kann man stolz sein«, sagt Aisam, ...

Warum kein Bürgerentscheid?

Warum kein Bürgerentscheid?

ND: Herr Conradi, nun will auch die SPD, die erklärter Befürworter von Stuttgart 21 ist, einen Volksentscheid und zwar auf Landesebene. Wie bewerten Sie das?Conradi: Ich freue mich, dass sich in der SPD Baden-Württemberg etwas bewegt. Den Vorschlag finde ich allerdings politisch und rechtlich sehr schwierig. Das ist ja so, als wenn ein Bundeskanzler mit einer manipulierten Vertrauensfrage Neuwahlen erzwingen will. Aber es hilft natürlich, wenn das Thema Volksbefragung da diskutiert wird. Edzar...

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Jeder für sich?

Viele Seiten buhlen derzeit um Aufmerksamkeit für ihr Thema: Bürgerrechtler sind heute auf der Straße, die Anti-Atom-Bewegung will am nächsten Wochenende das Regierungsviertel umzingeln, wenig später blockieren Krisenbündnisse die Banken und die Gewerkschaften wollen erst in den Betrieben und dann auf der Straße für Unruhe sorgen. Wer alle Protesttermine wahrnehmen will, dessen Terminkalender ist voll. Das ND hat Vertreter von vier Protestbewegungen zum Gespräch in die Redaktion eingeladen. FELIX WERDERMANN und INES WALLRODT fragten nach: Machen sich die Bewegungen gegenseitig Konkurrenz? Warum gibt es nicht eine konzertierte Aktion? Schrebergartendenken oder ausgetüftelte Protestdramaturgie?

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Stuttgart: 54 000 fordern Baustopp

Stuttgart (dpa/ND). Mit einem »Stuttgarter Appell« haben mehr als 54 000 Bürger einen Baustopp und eine Bürgerbefragung für das Bahnprojekt Stuttgart 21 gefordert. Der Baustopp soll nach dem Willen der Initiatoren des Appells für Gespräche zwischen Projektträgern und Gegnern genutzt werden. Darin sollen unter anderem die Kostenkalkulationen und das mögliche Verkehrsaufkommen im Bahnhof und auf den...

Wulff erleichtert über »Herrn Doktor Sarrazin«

Bundespräsident Wulff bleibt die Entscheidung über eine Entlassung von Bundesbankvorstand Sarrazin erspart – nach dem Wirbel um seine Thesen zur Integration von Migranten scheidet der 65-jährige Notenbanker nun freiwillig aus dem Amt.

Velten Schäfer

Ostpreußen-Chef »differenziert« Kriegsbeginn

Zum Vertriebenen-Jahreskongress »Tag der Heimat« muss die CDU die Wellen glätten: Die Causa Steinbach sei »gegessen«. Zugleich prescht ein rechter Vertriebenen- und CDU-Politiker mit neuen Thesen über den Weltkrieg vor.

ndPlusUwe Kalbe

LINKE verzichtete auf Scharmützel am See

Auf ihrer Klausur im brandenburgischen Bad Saarow am Scharmützelsee hat die Linksfraktion des Bundestages nach den Parteiquerelen der LINKEN in den letzten Wochen die Rückkehr zum Politischen beschworen und unter anderem einen Arbeitsmarktgipfel ins Gespräch gebracht.

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Neues Dokument zu Millenniumszielen

Nach zähen Verhandlungen haben sich die UNO-Mitgliedstaaten auf ein gemeinsames Dokument zu den Millenniums-Entwicklungszielen geeinigt, das nun auf einem Gipfel formal verabschiedet werden soll.

Serbien stimmt Dialog mit Kosovo zu

Die UNO-Vollversammlung hat eine von Serbien vorgeschlagene Kosovo-Resolution verabschiedet, die Belgrad nach massivem Druck der EU allerdings deutlich abschwächen musste.

Protest vor Camp der Bundeswehr

Bei Protesten gegen die Ankündigung einer Koranverbrennung in den USA ist vor dem Bundeswehr-Feldlager im nordostafghanischen Feisabad nach Regierungsangaben ein Demonstrant erschossen worden.

Julian Bartosz, Wroclaw

»Schwarze Orte« aufgehellt

Seit Mittwoch gibt es keine Zweifel mehr: Im geheimen Gefängnis, das die CIA auf dem Gelände der ehemaligen polnischen Agentenschule in Kiejstuty im Nordosten des Landes zwischen 2002 und 2005 eingerichtet hatte, wurden Angehörige von Al Qaida gefoltert.

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Erdogan setzt auf Sieg bei Referendum

Am Sonntag wird in der Türkei über eine Verfassungsreform abgestimmt. Dabei geht es unter anderem um eine Stärkung der zivilen Kontrolle über die Militärs und eine Neustrukturierung wichtiger Institutionen der Justiz.

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Athen: Defizitabbau kommt voran

Athen (AFP/ND). Griechenland kommt bei der Senkung seines Haushaltsdefizites schneller als geplant voran. In den ersten acht Monaten des Jahres belief sich die Neuverschuldung auf 14,5 Milliarden Euro, das waren 32,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das griechische Finanzministerium am Freitag in Athen mitteilte. Ursprünglich angestrebt war ein Rückgang um 26,5 Prozent.Entscheidend se...

Gletscher schmelzen von unten

Hamburg (dpa/ND). Warmes Wasser aus subtropischen Regionen lässt grönländische Gletscher von unten schmelzen. Nach aktuellen Auswertungen von Messbojen-Daten dringt das höher temperierte Wasser das ganze Jahr über in die Fjorde ein, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Freitag in Hamburg mit.Ins Meer ragende Gletscher der zu über 80 Prozent von Eis bedeckten Insel werden demnach so vo...

Frankfurter Börse feiert sich selbst

Frankfurter Börse feiert sich selbst

Frankfurt am Main (dpa/ND). 425 Jahre Börse – ein Grund zum Feiern am Finanzplatz Frankfurt. Mit einem Festakt erinnerten Börsianer und Banker am Freitag an den 9. September 1585: Damals setzten Händler am Messestandort Frankfurt einheitliche Wechselkurse für Münzen durch. Sie wollten damit Wucher und Betrug ein Ende setzen und gaben zugleich das Startsignal für die Frankfurter Börse. Heute ...

Jenny Becker

»Rote Karte« für Unternehmen

Die Deutsche Umwelthilfe veröffentlichte am Freitag die erste Umfrage zum »CO2-Ausstoß der Dienstwagenflotten deutscher Unternehmen«. Die meisten Firmen verweigerten die Aussage, insbesondere zu Vorstandslimousinen.

Marian Krüger

Petrobras mit Rekord-Kapitalerhöhung

Der halbstaatliche brasilianische Ölkonzern Petrobras hat hohen Kapitalbedarf, den er über die Börse zu befriedigen sucht. Es geht um die risikoreiche und kostenintensive Erschließung von Öl in mehreren tausend Metern Tiefe am Grund des Atlantiks unter einer dicken Salzschicht.

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ndPlusThomas Nitz

Sinkende Rohstoff-Abhängigkeit

Während nordamerikanische und europäische Ökonomien im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise förmlich einbrachen, legten die afrikanischen Volkswirtschaften im Schnitt um zwei Prozent zu. Davon profitiert auch der deutsche Außenhandel. Die Exporte nach Afrika stiegen im ersten Halbjahr 2010 auf Rekordniveau.

ndPlusRené Heilig

Die »Paten« diktierten ihren Vertrag

Ihr Energiekonzept leite eine Energierevolution ein, hat die schwarz-gelbe Regierung versprochen. Herausgekommen ist ein mieser kleiner Deal mit der Atomindustrie, dessen »Zusatzabkommen« nur durch ein Missgeschick öffentlich wurde.

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»Mutter« der ND-Bestsellerliste
ndPlusIrmtraud Gutschke

»Mutter« der ND-Bestsellerliste

Eine Journalistin bei der Arbeit: Annemarie Görne in der ND-Feuilletonredaktion. Sie ist dabei, die Bestsellerliste Ost für August zusammenzustellen, als der Fotograf Ulli Winkler (unter dem Vorwand, alle Redakteure abzulichten) für einen Moment um ihre Aufmerksamkeit bittet. Sieht diese Frau wie 80 aus?Andere Zeitungen oder Magazine beauftragen Agenturen. Die ND-Bestselleriste ist liebevolle Hand...

Karlen Vesper

Faktentreue, bitte!

Falsch, Frau Steinbach. Faktentreue, bitte! Dies ist um so dringlicher geboten, wenn Deutsche über ein Kapitel Geschichte sprechen, das sie oder ihre Vorfahren mordend geprägt haben. Die Mobilmachung war in Polen am 30. August 1939 erfolgt. Im März des Jahres hatte es nur eine Teil-Mobilmachung gegeben. Und die hatte ihren Grund – im zunehmend unverschämteren, dreisteren Verhalten Hitlerdeut...

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PLATTENBAU

PLATTENBAU

Nina Hagen scheint nach weidlich ausgelebter Esoterikmacke und Ufo-Spinnereien nun schlussendlich zu Jesus gefunden zu haben – zu ihrem persönlichen, wie der Albumtitel verrät: »Personal Jesus«. Allzu viel theoretisches Wissen um die christliche Morallehre unterstellt man der schon als „Godmother of Punk“ betitelten Musikerin wohl besser nicht, auch wenn sie sich im letzten Jahr ...

ndPlusH.-D. Schütt

Theater

Die deutschen Theater mutieren allmählich zu Inszenierungsfabriken. CHRISTINE DÖSSEL Süddeutsche Zeitung * Das Theater ist tot, sagen die Propheten des Zeitgeistes. Aber nach wie vor heilig, sagen die Regisseure. Also die Hölle, sagen die Zuschauer. Und die Kritiker, diese gefallenen Engel, schreiben das hohnlachend auf. Währenddessen die Schauspieler den nächsten Besetzungszettel trotzdem erwarte...

Man sieht die Fahnen ...

Mr. Twain, Sie haben Generationen von Kindern »Tom Sawyer« und »Huckleberry Finn« geschenkt. Dafür wurden und werden Sie geliebt, auch von mir. Man hat diese Romane in viele Sprachen übersetzt, und ich darf Ihnen versichern: Auch im Deutschen haben Ihre Texte nichts von ihrer Poesie eingebüßt. Was also haben Sie gegen die deutsche Sprache?Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist. Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und sy...

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Finaltraum geplatzt

12 000 Argentinier feierten lautstark ihre WM-Fiesta, während die deutschen Frauen enttäuscht in der Kabine hockten. Die 1:2-Niederlage gegen die Gastgeberinnen ließ alle Träume von der ersten Finalteilnahme bei einer Weltmeisterschaft seit 24 Jahren zerplatzen. Jetzt geht es nur noch um Bronze gegen England.Die routinierte Tina Bachmann hatte als erste Spielerin die Sprache wiedergefunden. »Gegen...

ndPlusLars Reinefeld, dpa

Warten auf den Lieblingsgegner

Nur noch zwei Spiele bis zum Traumfinale: Die Türkei fiebert heute mit ihrer Basketball-Nationalmannschaft und hofft am Sonntag auf den großen WM-Showdown gegen Topfavorit USA. »Es ist ein historisches Ereignis, dass wir es so weit geschafft haben«, sagte der türkische Coach Bogdan Tanjevic vor dem heutigen Halbfinalduell mit Serbien in Istanbul. Zuvor stehen sich die USA und Litauen gegenüber.Ers...

ndPlusChristian Heinig

Euphorieverbot vor heißem Ritt

Ein Lächeln könnte Genugtuung bedeuten, vielleicht hat es sich Marco Kurz deshalb verboten. Wo man den Trainer des 1. FC Kaiserslautern zuletzt auch zu Gesicht bekam, ob beim 3:1 zum Bundesliga-Auftakt in Köln oder der anschließenden 2:0 Betzenberg-Sause gegen den FC Bayern, Kurz wirkte beständig lächelresistent.Er tut das nicht, weil er ein Freudloser wäre, vielmehr will er als bodenständiger Rea...

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Dankbar

Zu Beginn der Innenausschusssitzung am Montag würdigte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Rande seines Jahresberichtes den Mut und die Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehrleute. Und bat sodann die Abgeordneten, gleiches zu tun, damit er dies seinen Leuten mitteilen und ihnen auf solche Weise danken könne. Die Abgeordneten von SPD, Linkspartei, Grünen, CDU und FDP dankten also – alle ei...

Henkel wünscht mehr Rückenwind

(dpa). Die Berliner CDU verlangt von der Bundespartei ein Ende offener Streitigkeiten und mehr konservatives Profil. »Ich würde mir wünschen, dass man nicht so viel gackert und die Eier legt, wenn es so weit ist«, sagte Landes- und Fraktionschef Frank Henkel der dpa. »Es muss endlich mal Schluss sein mit dem immer wieder in die Öffentlichkeit getragenen Streit.«Außerdem dürfe die Union ihre Stammk...

Marina Mai

Rot-Rot-Grün gemeinsam gegen Nazis

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, LINKEN und Grünen im Abgeordnetenhaus sowie führende Vertreter des DGB, der Jüdischen Gemeinde, des Türkischen Bundes und weiterer gesellschaftlicher Gruppierungen rufen alle Berlinerinnen und Berliner auf, am 18. September für ein buntes und demokratisches Berlin zu demonstrieren. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Michael-Brückner-Haus gegenüber dem S-Bahnhof Schönewe...

Katja Herzberg

Schluss mit Abrissbirne

Berlin ist zu einem »Denkmalort« geworden, auch wenn dies unmittelbar nach dem Mauerfall nicht sofort erkannt worden sei. So das Berliner Denkmalpflegeamt bei einem Blick auf sein Wirken in den vergangenen 20 Jahren in der vereinten Stadt. Im Rahmen des zum 24. Mal stattfindenden Tages des offenen Denkmals beschäftigten sich das Landratsdenkmalamt und die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger auf e...

Martin Kröger

Neue rechtspopulistische Partei

Der Ansturm ist enorm. Mehrere Kamerateams, Korrespondenten, unter ihnen viele aus den Niederlanden, sowie Dutzende Reporter drängten sich gestern zur Pressekonferenz des ehemaligen CDU-Abgeordneten René Stadtkewitz in einen Hinterraum eines italienischen Restaurants. Sie waren gekommen, um die Ankündigung Stadtkewitz' für eine neue Partei namens »Die Freiheit« zu verfolgen. Ursprünglich wollte St...

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ndPlusTobias Riegel

Pressestelle

Eine Partei sitzt auf der Couch. Wenn sich die Berliner SPD momentan vor etwas nicht retten kann, so sind dies die aus den Redaktionen auf die Genossen einprasselnden Ratschläge. Diese sind teils gut und ernst gemeint, teils sind sie vergiftete Geschenke. Als letzteres kann man wohl den – exemplarisch unter zahllosen ausgewählten – Kommentar von Jochim Stoltenberg im »Tagesspiegel« vom...

Volkmar Draeger

Erfinder der Langsamkeit

Aus dem Dunkel des präparierten Ausstellungssaals 3 leuchten 29 Monitore verschiedener Größe auf. Wie in Samt gebettet wirken sie auf dem schwarzen Grund und hängen doch frei an drei der Wände. Separat zu sehen sind Körperbilder einer würdigen Greisin. Abwechselnd oder gleichzeitig scheinen die Sequenzen auf, einzeln oder in Dreiergruppen. Welke Hände strecken sich, spreizen gichtige Finger, drehe...

ndPlusAstrid Schwabe

Die Rückseite der Sonne

Im Film »Verhängnis« von Fred Kelemen, mit dem heute im Kino Krokodil die Werkschau »Die Rückseite der Sonne – Filme von Fred Kelemen« eröffnet wird, gibt es keine Sonne, denn dieser Film spielt in der Nacht. Und trotzdem ist dieser Titel nicht nur ein wunderschönes Absurdum, sondern vor allem – wie für alle Filme Kelemens – auch für diesen Film zutreffend. Denn die Sonne ist immer da, auch wenn bei uns Nacht ist und wir sie nicht wahrnehmen. Und ihre Rückseite, die es ja eigentlich gar nicht g...

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Anonymer Hinweis auf Altbekanntes

Magdeburg (ND-Lasch). Der Umweltpolitiker André Lüderitz, der für die LINKE den sachsen-anhaltischen Landtag angehört, hat den Wehrdienst bei einem DDR-Wachregiment geleistet und nach einem Studium an der Offiziershochschule Löbau drei Jahre lang auch als Offizier in der Einheit gedient, bevor er 1984 auf eigenen Wunsch ausschied. Die Tatsachen sind bekannt und im Handbuch des Landtags nachzulesen...

ND-Leser laufen ins »Löcknitz Idyll«
ndPlusAndreas Fritsche

ND-Leser laufen ins »Löcknitz Idyll«

Das »Löcknitz Idyll« gehöre zu den ältesten Ausflugslokalen im Berliner Umland, erzählt Inhaber Olaf Stolze. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Henri Reinbold erwarb er das traditionsreiche Restaurant in Erkner im Jahr 2008. Ursprünglich wollten sie es verpachtet lassen. Doch weil es nicht so lief wie gedacht, betreiben sie das Restaurant seit dieser Saison selbst.Am 19. September bewirten die zehn Mitarbeiter des Hauses die Teilnehmer der ND-Leserwanderung, die im »Löcknitz Idyll« endet. Ge...

Arbeitskampf im bayerischen Nahverkehr

Arbeitskampf im bayerischen Nahverkehr

Der Deutsche Beamtenbund macht ernst: Am Freitag legten zum ersten Mal im Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer die Arbeit nieder. Etliche Bahnen in München, Augsburg und Nürnberg fielen aus, die Wirkung des Ausstands war dennoch begrenzt.

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Schüler erinnern an Brandanschlag

Wittstock (epd/ND). Mit einer Fahrradsternfahrt zur NS-Todesmarsch-Gedenkstätte im Belower Wald haben am Freitag rund 50 Jugendliche aus Nordbrandenburg an den antisemitischen Brandanschlag auf das Museum vor acht Jahren erinnert. In der Gedenkstätte bei Wittstock stand nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten auch ein Gespräch mit einem Überlebenden des Todesmarsches auf dem Progr...

Rot-Grün flaggt für Vertriebene

Düsseldorf (ND-Meier). Heftige Kritik aus Reihen der LINKEN löst die Anordnung von NRW-Innenminister Ralf Jäger aus, zum heutigen »Tag der Heimat« des Bundesverbandes der Vertriebenen alle öffentlichen Gebäude in Nordrhein-Westfalen zu beflaggen. Die neue rot-grüne Landesregierung setze »mit dieser Anordnung die fragwürdige Politik ihrer Vorgängerregierung fort«, sagte Anna Conrads, die innenpolit...

Gewerkschaften läuten »Renten-Herbst« ein

Frankfurt am Main (AFP/ND). Die IG Bauen-Agrar-Umwelt startet ihren bundesweiten Protest gegen die Rente mit 67. Die Gewerkschaft begann nach eigenen Angaben am Freitag damit, auf den bundesweit mehr als 60 000 Baustellen Unterschriften gegen die Verlängerung der Lebensarbeitszeit um zwei Jahre zu sammeln. Die Kampagne soll in den Betrieben von Gebäudereinigern sowie von Garten- und Landschaftsbau...

ndPlusWilfried Neiße

Fernsehgebühr für Blinde?

Ist es möglich, einem Menschen Geld für eine Leistung abzuknöpfen, die er nicht will oder braucht? Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramm scheint das zu gehen. Im Juni haben die Ministerpräsidenten Eckpunkte für eine veränderte Rundfunkfinanzierung beschlossen. In Zukunft soll jeder die Rundfunkabgabe zahlen – unabhängig von der Nutzung eines Rundfunkgerätes. Ausgenommen sind nur noch ...

Modemarke an Uni Greifswald unerwünscht

Greifswald (dpa/ND). Studenten und Mitarbeiter der Universität Greifswald sollen nach dem Willen der Uni-Leitung keine Kleidung der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke »Thor Steinar« tragen. »Wir können das zwar nicht generell verbieten, aber wir sagen, das ist bei uns unerwünscht«, sagte der Sprecher der Universität, Jan Meßerschmidt, am Freitag in Greifswald. Dazu sei die Hausordnung mit Wirk...

Schöne Lücke – schadstofffrei
Heidrun Böger, Leipzig

Schöne Lücke – schadstofffrei

Im Jahr 2004 begann Ralf Kalupner in Leipzig Fahrräder zu vermieten. Die Idee kam an. Die Firma expandiert. Mittlerweile stehen die Drahtesel von »nextbike« in 70 Städten in Deutschland und auch in Österreich, der Schweiz, Lettland und sogar Neuseeland.

Andreas Fritsche

40 Kilometer bis zum Streifenwagen

Innerhalb von nicht einmal einer Woche sammelte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schon knapp 6500 Unterschriften gegen die beabsichtigte Schließung von Wachen. Der GdP-Landesvorsitzende Andreas Schuster ist deshalb überzeugt davon, dass die notwendige Zahl von 20 000 Unterschriften für eine erfolgreiche Volksinitiative zusammenkommt. Falls Innenminister Rainer Speer (SPD) nicht einlenkt, wäre da...

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Da wird kein Auge zugedrückt
ndPlusChristina Matte

Da wird kein Auge zugedrückt

Stephanie Thieme arbeitet bei der Gesellschaft für deutsche Sprache. Ihr Arbeitsplatz allerdings befindet sich im Bundesministerium der Justiz, in der Berliner Mohrenstraße. Etwa 200 Gesetze und Verordnungen werden in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr verabschiedet. Seit 2002 hat Stephanie Thieme daran einen gewissen Anteil: Sie prüft, ob die Entwürfe sprachlich korrekt, möglichst verständ...

Seite 20
»Du – nach Tirana?«

»Du – nach Tirana?«

Joachim Seyppel, bekannt durch über 30 Bücher, ist in seinem Leben viel gereist, aber wenn er jetzt darüber schreibt, geschieht das aus der Erinnerung. Entsprechend lakonisch sind die Texte, die er in seine Schreibmaschine tippt. In kurzen Abständen schickt er Manuskripte – per Hand korrigiert, mit hineingeklebten Änderungen – eine dicke Mappe habe ich schon. Voller Originale. Und immer wieder musste ich den Autor vertrösten: Irgendwann gibt es noch eine Seite für ihn. Jetzt aber, seit einiger Z...

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Andreas Diers

Demokratisch zum Sozialismus

Am 15. September jährt sich zum 25. Mal der Todestag des sozialistischen Juristen und Politikwissenschaftlers Wolfgang Abendroth. Sich heute wieder verstärkt mit seinem Leben und Werk zu befassen, empfiehlt sich für die Linke sowohl als gesellschaftliche Bewegung wie als Partei. Abendroths Charakterisierung des Sozialismus als Demokratie auf allen Ebenen der Gesellschaft ist auch heute noch aktuel...

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WochenChronik

13. September 1950: In der Bundesrepublik findet erstmals eine Volkszählung statt; sie ergibt eine Bevölkerungszahl von 47,3 Millionen. 14. September 1960: Die erdölexportierenden Länder Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela gründen in Bagdad die OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries). 16. September 1620: Eine erste Gruppe von 102 Puritanern, die »Pilgrim Fathers«, verlässt...

Lore Lorentz
ndPlusEckart Roloff

Lore Lorentz

Das ist Glück: dass eine Frau Lore heißt und einen Herrn Lorentz heiratet. Das prägt sich schnell ein. Und so wurde Lore Lorentz (Foto: dpa) rasch zu einem Markenzeichen. Es stand für bestes, schärfstes Kabarett. Ihr Leben begann vor 90 Jahren in Mährisch Ostrau, am 12. September 1920. Nach der Schulzeit wird studiert, etwas ganz Normales: Geschichte, Philosophie und Germanistik in Wien und Berlin...

Einem Bergrutsch gleich
Kurt Laser

Einem Bergrutsch gleich

Mit den Worten »Ein ganz fürchterliches Ergebnis« kommentierte Staatssekretär Hermann Pünder am Abend nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930 das Ergebnis. Seine Äußerung bezog sich auf das Abschneiden der NSDAP. Sie erhielt 6,4 Millionen Stimmen – das waren 18,3 Prozent – und stellte 107 Abgeordnete. Da ist es völlig berechtigt, wenn die Tageszeitungen einen Tag später von eine...

Lothar Tyb'l

»Die ganze Insel ist ganz prächtig«

Das offizielle Berlin steht noch immer vor der Aufgabe, der »Roten Kapelle« neben dem Widerstand der Gruppen um den 20. Juli 1944 die gebührende Achtung zu schenken. Eine Geschichte aus der märkischen Kleinstadt Teupitz soll das verdeutlichen.

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Martin Koch

Schöpfung im Experiment

Die bekannteste Theorie über die Geschichte und Entwicklung des Universums nimmt ihren Ausgang in einer kosmologischen Singularität, die man kurz »Urknall« nennt. Dafür, dass ein solcher vor rund 13,7 Milliarden Jahren stattgefunden hat, gibt es nach einem Wort von Physik-Nobelpreisträger Steven Weinberg »eindrucksvolle Anhaltspunkte«. Nun jedoch wollen Physiker mehr. Am Large Hadron Collider (LHC...

Ferngesteuerte Fadenwürmer?
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Ferngesteuerte Fadenwürmer?

Ein Horrorfilm? Tausende Würmer krabbeln auf uns zu! »Nature Nanotechnology« berichtet von Fadenwürmern (Nematoden), die mit magnetischen Nanopartikeln ferngesteuert werden können. Die sechs Nanometer (6 Milliardstel Meter) kleinen Partikel bestehen aus einer Verbindung von Eisen, Mangan und Sauerstoff und reagieren auf ein Magnetfeld, in dem sie sich erwärmen. Außerdem lagern sie sich nur an best...

ndPlusMargit Mertens

Der Riecher der Mücken

Der Sommer hat auch seine Schattenseiten. Entweder ist er zu heiß oder man wird bei feuchterem Wetter von Stechmücken heimgesucht. Sie sind zart, höchstens 1,5 Zentimeter groß und verfügen doch über bemerkenswerte Fähigkeiten. So soll das nervige »Tssss« nicht den Menschen warnen, sondern den passenden Sexualpartner anlocken. Es wird beim Flügelschlag durch kleine Schwingkolben erzeugt, durch spez...

Seite 24

Trotz Schikane nicht getrennt

Auf die Beschlüsse des faschistischen Reichstages folgten am 14. November 1935 Verordnungen. Beamte des Reichsinnenministeriums hatten darin Kriterien für die Sortierung von »Volljuden« und »jüdischen Mischlingen« getroffen. Hans Maria Globke und sein Vorgesetzter Wilhelm Stuckart, beide Juristen, kommentierten 1936 die »deutsche Rassengesetzgebung«. Sie schufen damit eine Anleitung für die NS-Beamten. Was sie unmittelbar bewirkten, davon zeugen diese Texte.

Kurt Pätzold

Die Lüge vom »deutschen« Blut

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren in den deutschen Teilstaaten, in einem früher, in anderen später, Gesetze oder Gesetzesartikel gefallen, welche die Bürger jüdischen Glaubens unter ein Sonderrecht gestellt hatten. Als das Deutsche Reich Bismarcks 1871 gegründet und ihm eine Verfassung gegeben ward, galt der Rechtsgrundsatz der Gleichheit von Juden und Nichtjuden, wenn es an seiner Wahrung mitunter auch haperte und der Kampf um seine Einhaltung wie gegen jede Form des Antisemitismus seine a...

Seite 25
Heikle Operation am Kopf der Barbarine
Harald Lachmann, Königstein

Heikle Operation am Kopf der Barbarine

»Männer, wir haben nur einen Versuch, der muss sitzen!« So schärft der Dresdner Steinmetzmeister Andreas Hempel seinen beiden jungen Kollegen ein. Alles müsse zudem sehr zügig gehen, denn das Harz trockne schnell. »Und nehmt Euch was zu trinken mit hoch«, mahnt er noch.Junior Paul Hempel und sein Partner Alexander Brock aus dem thüringischen Greiz – beide 29 und auch bereits Steinmetzmeister...

Ein Sommer mit Arletta, Tamara und Aida
ndPlusHorst Jacob

Ein Sommer mit Arletta, Tamara und Aida

Sie heißen Arletta, Arosa, Tamara, Davoletta oder Aida, sind gut gebaut, fast immer für eine Streicheleinheit zu haben und – sie haben vor allem unglaublich treu blickende Augen. 14 an der Zahl, wurden sie deshalb allesamt meine Freundinnen, die Milchkühe vom Buchli-Hof in Flims, zu denen sich noch gut drei Dutzend nicht geschlechtsreife Rinder und Kälber gesellen. 55 Tiere insgesamt beherbe...

Seite 26
Heidi Diehl

Entdeckung auf Schritt und Tritt

Wer immer mal wieder am Wochenende auf den ND-Reiseseiten vorbeischaut, kennt André Micklitza. Zumeist sind es Wandergeschichten, die er schreibt. Unterwegs sein – ob zu Fuß oder per Rad – das ist seine Leidenschaft und die seiner Frau Kerstin. Jetzt haben beide ein Büchlein mit 20 ihrer schönsten Wandertouren zwischen Böhmischer Schweiz und den Felsenwelten östlich vom Riesengebirge h...

ndPlusJürgen Hahm

Spiel von Licht und Farben

Steil schlängelt sich der Weg bergab in ein schmales Felstal; an seinem Ende das Meer. Staunend bleiben die Wanderer stehen. Der Anblick der Atlantikküste in der Normandie ist einfach überwältigend. Am Ufer ragen weiße Felsen, durchsetzt mit rotbrauner Erde, bis zu 100 Meter senkrecht in die Höhe. Davor das Meer, je nach Tiefe und Sonneneinstrahlung in den Farben gelbgrün, türkis und blau.Eine Augenweide, die schon vor 140 Jahren Maler scharenweise anzog. Sie stellten ihre Staffeleien direkt in...

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Karsten-Thilo Raab

Pamukkale erholt sich langsam wieder

»Pamukkale« – hinter dem Namen verbirgt sich ein geologisches Wunder, dessen wattig-weißes Aussehen bei der Namengebung Pate stand. Die warmen Wasser einer heißen Kalziumkarbonatquelle wandelten den Bergzug circa 19 Kilometer nördlich vom türkischen Denizli im Laufe der Jahrtausende in beeindruckende Sinterterrassen um. Das wohlig temperierte, bis zu 35 Grad Celsius warme Wasser ergießt sich seit Urzeiten von einem Becken in das nächste und schaffte so eine atemberaubende Gesteinsformation, die...

ndPlusAndreas Steidel

Scharfe Sachen in Baiersdorf

Wer von Isabel Kohlmann behauptet, sie sei eine scharfe Frau, liegt genau richtig. Isabel ist 22 Jahre alt, groß gewachsen, blond und insgesamt das, was man eine attraktive Erscheinung nennt. Vor allem ist Isabel I. jedoch Königin des Meerrettichs in Bayern. Sie trägt Tracht, Schärpe, Krone und zumeist einen Korb mit der knochenförmigen Wurzel unter dem Arm. Eine bodenständige Repräsentantin des s...

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Testspielauflösung vom 04./05.09.

Auflösung der Preisfrage vom 4./5. 9.Wer und welcher? - Es war der Film »Jud Süß« unter der Regie Veit Harlan (22. September 1899 - 13. April 1964)Eine ND-Überraschung geht an: Kurt Chittka, 18311 Ribnitz-Damgarten, Wolfgang Repp, 63067 Offenbach, Helmut Meyer, 39638 Gardelegen.Auflösung vom 11./ 12. 9....

Kinderspiel
Udo Bartsch

Kinderspiel

Wie war das noch: Spielen ist eine ernste Sache, vorrangig geeignet für Rechner und Strategen? »A la carte« beweist fröhlich das Gegenteil. Es wird gestöhnt, gelacht, gelitten und – gekocht. Unsere Arbeitsmittel sind ein Pappherd mit Drehregler und eine Pfanne aus der Puppenküche. Die Rezepte heißen »Kaffeewasser nach Art des Meisters« oder »Elefantenrüssel an Blattspinat«, und erfordern sow...

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Testspiel: Wissen, lernen und gewinnen!

Preisfrage heute: Hat er? Nikita S. Chruschtschow, Partei- und Regierungschef der UdSSR bis 1964, starb am 11. September 1971. Zu einer der Episoden über seine Impulsivität gehört, dass er 1960 bei einer Rede vor der UNO-Vollversammlung mit dem Schuh auf den Tisch gehämmert hat. Hat er? Auflösung wie immer bis Donnerstag: testspiel@nd-online.de oder kurzweil@nd-online.de oder Fax: (030) 29 78 - 1...

Peter im Pech
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Peter im Pech

Miskolc, die drittgrößte Stadt Ungarns, veranstaltete dieses Jahr bereits zum fünften Mal ein Schnellschachmatch – stets mit dem ungarischen Starspieler Peter Leko (31) als Hauptakteur. Das Konzept: Leko spielt gegen einen prominenten Großmeister pro Tag zwei Partien, insgesamt acht, mit jeweils 25 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und zehn zusätzlichen Sekunden nach jedem Zug. Bisher hat Leko trotz Heimvorteils übrigens nur ein Mal gewonnen, 2006 gegen Anatoli Karpow (Russland; 59).Dieses Jahr ga...

Tomaten in den Topf, Monstera ins Haus
ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Tomaten in den Topf, Monstera ins Haus

Es ist kalendarisch zwar noch Sommer, aber überall werkelt schon der Herbst. Und dazu gesellen sich reizvollerweise Blüten an Sträuchern und Stauden, die eigentlich im Frühling ihren großen Auftritt haben: Am Ranunkelstrauch hängen gelbe Bommeln, die Weigelie schmückt sich noch einmal sparsam, und sogar manche Bergenie trumpft mit neuem Blütenschaft auf. Dieses Nebeneinander von Werden und Vergehe...

Wer rennt, lebt länger
ndPlusRené Gralla

Wer rennt, lebt länger

Früher ging es richtig feierlich zu. »Meine Spielfiguren sind im Per-Nefer fest etabliert«, durfte der Sieger verkünden. »Ich bin vollzählig an der Spitze des Per-Nefer, meine sieben Figuren liegen in gutem Fahrtwind in Führung.« So lautete das stolze Schlusskommuniqué im Ägypten der Pharaonen nach einer Runde »Senet« (dt. »vorbeigehen«). Womit die Grundidee schon im Namen auf den Punkt gebracht w...