Hövelmann: Abschlüsse aus dem Ausland anerkennen

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hat sich für eine Anerkennung der Berufsabschlüsse von Zugewanderten ausgesprochen. Die Qualifikationen, die Menschen im Ausland erworben hätten, müssten in Deutschland akzeptiert werden, sagte Hövelmann am Dienstag zur Eröffnung der Interkulturellen Woche in Magdeburg. Wenn Menschen mit hohen akademischen oder beruflichen Abschlüssen zu unqualifizierten Tätigkeiten gezwungen seien, würden Leistungen aberkannt und Potenzia...

Mehr als 3000 Beschwerden zu Parlamentswahl in Afghanistan

Kabul, 21. September (AFP) - Zu den Parlamentswahlen in Afghanistan hat die Wahlbeschwerdekommission (ECC) bereits mehr als 3000 Beschwerden wegen angeblichen Unregelmäßigkeiten und möglichem Wahlbetrug erhalten. Bislang seien 1388 Einsprüche über Vorfälle während des Urnengangs am Samstag eingegangen, sagte ein Verantwortlicher der EEC der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Zu Unregelmäßigkeiten während des Wahlkampfes in den Wochen zuvor habe die Kommission rund 1700 Beschwerden erhalten. Die...

Länder schicken Roma nicht in Massen zurück

Berlin (dpa) - Die Bundesländer gehen unterschiedlich mit ausreisepflichtigen Roma aus dem Kosovo um. Manche Länder haben noch keinen einzigen gezwungen, in das Balkanland zurückzukehren. Vor allem die großen Flächenländer setzen konsequenter Rückführungen um.Die Lage ist anders als in Frankreich, wo in den vergangenen Monaten mehr als 8000 Roma vor allem aus den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien abgeschoben oder gegen Heimkehrprämie ausgeflogen wurden. In Frankreich handelt es sich auch nicht -...

Defizit der Kommunen fast verdoppelt

Wiesbaden, 21. September (AFP) - Das Defizit der Kommunen ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich angewachsen. Das Finanzierungsdefizit der Gemeinden war im ersten Halbjahr 2010 mit 7,8 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Im ersten Halbjahr 2009 lag das Defizit, also die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen, noch bei 4,2 Milliarden Euro.Die Einnahmen der Kommunen blieben den Angaben zuf...

Jeder Fünfte aus Gesundheitsgründen frühzeitig in Rente

Wiesbaden (epd). Aus gesundheitlichen Gründen musste 2008 jeder fünfte Erwerbstätige seinen Job aufgeben. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, lag das durchschnittliche Alter der Frührentner bei gut 55 Jahren und damit rund 8,5 Jahre niedriger als bei denen, die regulär in den Altersruhestand gingen. Das geht aus einer Untersuchung zum Übergang älterer Menschen vom Erwerbsleben in den Ruhestand hervor, für die Daten des Mikrozensus ausgewertet wurden.Weiter hieß es,...

Vattenfall kündigt »strategische Neuausrichtung« an

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat einen radikalen Umbau und den Verkauf umstrittener Kohlekraftwerke angekündigt, die deutsche Tochter aber ausdrücklich ausgenommen. Hier gilt: Kohle- und Atomkraft wie gehabt. Während sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers erleichtert dazu äußert, rechnet der Linke-Abgeordnete Wolfgang Neskovic dennoch mit dem mittelfristigen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung.

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Unten links

In Deutschland werden jährlich rund 30 Milliarden Euro für Werbung ausgegeben. Auch die Bundesregierung trägt ihr – oder besser: unser aller – Scherflein dazu bei. Laut einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn waren das im letzten Jahr zwar nur 48,9 Millionen Euro, also unter zwei Promille aller deutschen PR-Ausgaben, die aber sollen im laufenden Jahr u...

Schwedens Konservative in Bredouille

Stockholm (Agenturen/ND). Der Erfolg der Rechtspopulisten hat Schwedens Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt um die absolute Mehrheit gebracht. Trotz des Erfolgs seiner konservativen Partei muss der Regierungschef mit seiner Koalition nach den Wahlen vom Sonntag neue Partner suchen.Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten schafften mit 5,7 Prozent erstmals den Einzug ins Parlament; sie stellen...

Olaf Standke

Rechte Kosmetik

Brav gescheiteltes Haar, Schuljungen-Brille, eleganter Anzug samt Seidentuch – Jimmie Aakesson schaut aus wie Schwiegermamas Liebling. Auch das mag geholfen haben beim erstmaligen Parlamentseinzug seiner vom rechten Rand kommenden »Schweden- demokraten«. Die haben sich inzwischen das Etikett »nationalistisch« verpasst, ihre Wurzeln aber liegen in der Neonazi-Szene. Heute trägt man Nadelstrei...

Hartz IV nach Kassenlage

Hartz IV nach Kassenlage

Nach dem Verfassungsgerichtsurteil zu den Hartz-IV-Regelsätzen kommt Bewegung in die Neuberechnungs-

Gesundheitssystem ohne Solidarität

Unbegrenzte pauschale Zusatzbeiträge für die Versicherten, Geschenke an die privaten Krankenkassen: Vor dem Regierungsbeschluss wird die geplante Gesundheitsreform heftig kritisiert.

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Allianz gegen den Verfassungsbruch
Katja Kipping

Allianz gegen den Verfassungsbruch

Nun liegen die ersten Vorstellung von Frau von der Leyen zur Neuberechnung der Regelsätze vor. So vage und intransparent vieles noch ist, so deutet sich schon an: Das beharrliche Nachhaken der LINKEN zeigt erste Früchte. Denn besonders dreiste Manipulationsversuche wurden in letzter Minute doch noch vom Sozialministerium fallen gelassen.

ndPlusFabian Lambeck

Hauptsache billig

Bis Jahresende muss die Bundesregierung die Hartz-IV-Regelsätze neu berechnen und die Bildungsausgaben für arme Kinder stärker berücksichtigen. Schwarz-Gelb will die Kosten dafür so gering wie möglich halten und riskiert einen erneuten Verfassungsbruch.

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Gregor Putensen

Reinfeldt sucht nach Partnern

Zeitgleich fanden am Sonntag in Schweden Wahlen zum Reichstag und zu den Provinz- und Kommunalparlamenten statt. Während der bisherige Premier Reinfeldt mit seiner bürgerlichen Vier-Parteien-Koalition als Sieger aus der Abstimmung hervorging, ist die Stimmauszählung in den Regionen noch nicht abgeschlossen.

Das Armenhaus im Herzen Beiruts
ndPlusKarin Leukefeld, Beirut

Das Armenhaus im Herzen Beiruts

Palästinensische Flüchtlinge dürfen auf Beschluss des libanesischen Parlaments seit kurzem legal in Libanon arbeiten; eine Entscheidung, die sie sehr begrüßt haben. Doch ob und wie das Gesetz ihre Lage tatsächlich verbessert, ist noch nicht ausgemacht.

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ndPlusKurt Stenger

Leisten der Landesbanken

Nun wird es Ernst mit der politisch gewünschten Neuordnung des Landesbankensektors. Die krisengeschüttelte Bayern LB und die nicht minder angeschlagene WestLB verhandeln über eine Fusion – es wäre der erste Zusammenschluss zwischen zwei Landesbanken-Schwergewichten. Dass die Initiative von den auf möglichst viel Eigenständigkeit pochenden Freistaatlern ausgeht, zeigt, wie schlecht es um die ...

ndPlusUwe Kalbe

Der Ruf des Sarrazin

Sigmar Gabriel verteidigt zwar das Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin, zugleich aber zeigen seine eigenen »Erkenntnisse« zur Integrationspolitik: Der Ruf des Hasspredigers löst auch in der SPD-Spitze die übliche Reaktion aus. Einem unwiderstehlichen Impuls folgend, werfen sich alle, die dem Mehrheitsglauben an die deutsche Leitkultur folgen, gen Mekka in die Schützengräben, sobald jema...

Silvia Ottow

Vor unserer Zeit

Fast scheint es so, als habe sich das Protestpotenzial der Menschen mit den Demonstrationen gegen Nazis, Datenausspähung oder Atomstrom erschöpft. Keine Kraftreserven mehr, wenn in dieser Woche Röslers Gesundheitsreform durch das Kabinett gewinkt wird? Das ist mehr als bedauerlich, denn in diesen Tagen geht die Demontage der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in eine neue Runde. Aber bis auf e...

ndPlusH.-D. Schütt

Lust und List

Reden wir über eine Frau! Von Kopf bis Fuß war sie nicht auf Liebe eingestellt, sondern auf eine Gschamigkeit, die ihr den Rock kilometerweit über die Knie zog, und dieser Wollrock fing weit oben im Hirn an. Marlene Jaschke alias Jutta Wübbe, die Heidi Kabel der Alternativen. Sie gehörte wie die abgetakelte Filmdiva Lilo Wanders alias Ernie Reinhardt zum »Schmidt-Theater« des Corny Littmann &ndash...

Heiterer Abschied von Hartz IV
Ernst Röhl

Heiterer Abschied von Hartz IV

Ursula von der Leyen hat die Nase voll von Hartz IV. Das heißt, die Sache selbst sagt ihr, im Gegensatz zu den Betroffenen, durchaus zu, aber dieser Name, also wissense, nee! Nicht mal eins ihrer Reitpferde würde sie Hartz IV nennen. Sie möchte den Igitt-Ausdruck lieber heute als morgen aus der Welt schaffen. Darum sagte sie der »Welt«, es sei »absolut wünschenswert, dass Hartz IV verschwindet«, d...

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»Wegweiser Demenz« im Internet

Berlin (dpa/ND). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will Demenz-Kranke und Angehörige erstmals aus einer Hand über Hilfsangebote informieren. Dazu hat Schröder das Internetportal »Wegweiser Demenz« freigeschaltet, wie ihr Ministerium am Montag in Berlin mitteilte. »Wir müssen den Erkrankten eine Stimme geben, pflegende Angehörige unterstützen und Ehrenamtliche in ihrem Engagement bes...

Ines Wallrodt

Alte Ungerechtigkeiten durch neue ersetzt

Das Thema Unterhaltsrechtsreform hat gut zweieinhalb Jahre nach dem Inkrafttreten nicht an Brisanz verloren. Der Deutsche Anwaltverein sieht großen Verständigungsbedarf und fordert gesetzliche Klarstellungen. Die Einzelfallprüfung habe nicht zu mehr, sondern zu weniger Gerechtigkeit geführt.

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Hendrik Lasch, Magdeburg

Mittagessen für nur einen Euro

Mit einem Rundum-Konzept will Sachsen-Anhalts LINKE ihre Regierungstauglichkeit unter Beweis stellen. Bei der Kandidatenkür für die Wahl 2011 gab es derweil einen Paukenschlag.

ndPlusCarsten Hübner

Schlammschlacht im braunen Sumpf

Der DVU-Bundesvorstand hat sich auf seiner letzten Sitzung in Bitterfeld für ein Zusammengehen mit der NPD ausgesprochen. Im November sollen Parteitage über das neue Projekt entscheiden. Doch in beiden Organisationen ist das Vorhaben umstritten.

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UNO hofft auf Gelder durch Gipfeltreffen

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat am Montag in New York einen Sondergipfel der Vereinten Nationen eröffnet, der den Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheiten in der Welt vorantreiben soll.

Baskenfrage: Madrid gegen Vermittler

Die spanische Regierung hat den Vorschlag der Untergrundorganisation ETA zurückgewiesen, den jahrzehntelangen Konflikt um ein selbstständiges Baskenland mit Hilfe von internationalen Vermittlern zu lösen.

»Ethnisch einheitlich«

Der im Konflikt mit den Palästinensern als Hardliner geltende israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat im Falle eines Friedens den »Austausch« von Bevölkerungen zwischen beiden Seiten gefordert.

Abida Semouri, Algier

Die Lunte brennt am Pulverfass Sahelzone

Nur wenige Wochen nach der Freilassung von zwei spanischen Geiseln ist die Sahelzone erneut Schauplatz von Entführungen. Sieben Menschen – fünf Franzosen, ein Togoer und ein Madagasse – sind seit vergangenem Donnerstag in der Gewalt bisher unbekannter Kidnapper.

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Jindra Kolar, Prag

Slowaken sind wahlmüde

Die neoliberale Partei Freiheit und Solidarität hatte im Wahlkampf die Einschränkung von Parlamentarierprivilegien in der Slowakei versprochen. Darüber und über fünf andere Fragen sollte am Wochenende das Volk abstimmen. Doch das Referendum scheiterte an zu geringer Beteiligung.

ndPlusGiacomo Fernando, Valletta

Malta im Rosenkrieg

Als einziges Land Europas erlaubt Malta keine Scheidung. Das könnte sich bald ändern: Ein Abgeordneter der regierenden Nationalisten will die Aufhebung des Verbots. Regierung und Katholische Kirche sind dagegen.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Schlacht um Moskau auf Russlands Fernsehkanälen

Selbst Wohlwollende fürchten inzwischen, dass für Moskaus ewigen Oberbürgermeister Juri Lushkow das letzte Stündlein im Amt geschlagen hat. Gleich mehrere überregionale Fernsehkanäle setzen sich seit etwa zwei Wochen äußerst kritisch mit dem selbstherrlichen Regierungsstil Lushkows und den Machenschaften seiner Ehefrau Jelena Baturina auseinander.

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Photokina: Kameras mit System

Köln (dpa/ND). Hohe HD-Qualität, dreidimensionale Bilder, immer kleinere Kameramodelle, in denen immer größere Technik steckt: Das sind die Themen, auf die sich die weltgrößte Fotomesse photokina diesmal fokussiert. Mancher sieht die internationale Branchenschau in Köln, die heute beginnt, auch als Austragungsort für »den Kampf der Systeme«: Die Klassiker wie digitale Spiegelreflexkameras konkurri...

Regierung verteidigt HRE-Boni

Berlin (AFP/ND). Die Bundesregierung hat die Zahlung von Millionenboni beim verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) verteidigt. Es sei zwar verständlich, dass die Zahlungen auf den ersten Blick zu Kritik geführt hätten, sagte der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Montag. »Auf den zweiten Blick aber, wenn man tiefer schaut, gibt es doch auch maßgeblic...

BayernLB verhandelt mit WestLB

München/Düsseldorf (dpa/ND). Die angeschlagenen Landesbanken BayernLB und WestLB prüfen eine Fusion. Das teilten die beiden Institute am Montag in München und Düsseldorf mit. Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt die Überlegungen. Die Sparkassen plädieren seit Längerem für eine deutliche Reduzierung der Zahl der LandesbankenErgebnisse der Prüfung sollen bis Jahresende vorliegen...

ndPlusHermannus Pfeiffer, Hamburg

Spitzel bedrohen »Dr. No«

Bei der krisengeschüttelten HSH Nordbank jagt derzeit ein Skandal den anderen. Unter dem medialen Dauerbeschuss könnten jedoch die eigentlichen Probleme der Bank verschüttet gehen: Immer noch droht die Pleite und damit auch der finanzielle GAU für die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein.

John Dyer, Boston

BP kämpft um seine Zukunft

Das Bohrloch im Golf von Mexiko ist geschlossen. Doch nun beginnt die juristische Aufarbeitung der Ölkatastrophe. Das könnte für BP zum Albtraum werden. Gleichzeitig berät der US-Kongress, das Unternehmen von weiteren Bohrungen auszuschließen.

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Nord-Süd - Termine

HEUTE IN BERLIN – »Momo – le doyen«. Ein Film über das Leben des berühmten Jazzmusikers Momo Wandel Soumah, den Gründer des Circus Baobab aus Conakry in Guinea. Momo Wandel Soumah verstarb 2003 und gilt als Altmeister des afrikanischen Jazz. Der Film ist nur mit französischen Untertiteln zu sehen, aber die Bilder und die Musik sprechen für sich. Sein Sohn Sekou Wandel Soumah ist am Fil...

Niebels Dolchstoß für Yasuní
ndPlusMartin Ling

Niebels Dolchstoß für Yasuní

Mit »ein Dolchstoß!!!« hat Alberto Acosta im spanischen Original seines Offenen Briefes den von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) angekündigten Rückzug aus dem Regenwaldschutzprojekt im Yasuní-Nationalpark in Ecuador bezeichnet. Acosta, der seine profunden Deutschkenntnisse während seines Studiums in Köln erwarb, initiierte 2007 als damaliger Energieminister das Vorhaben. Die Zielsetzun...

Verottende Getreideberge in Indien

Von Ranjit Devraj, Delhi (IPS) In Indien liegen tausende Tonnen Getreide im Regen und verrotten, weil es nicht genug Speicherplatz gibt. Die logische Konsequenz wäre, das Korn kostenlos an die Armen zu verteilen, wie dies bereits das Oberste Gericht gefordert hat. Doch statt dem Urteil Folge zu leisten, verbat sich Ministerpräsident Manmohan Singh jede »Einmischung« in seine Agrarpolitik, die E...

Luz Kerkeling

»Was haben wir zu feiern?«

Das offizielle Mexiko feiert 200 Jahre Unabhängigkeit und 100 Jahre Revolution – die indigene Bevölkerung ist jedoch weiterhin Opfer von Rassismus, Gewalt und Benachteiligung.

Kai Walter

Kein Menschenrecht auf Gesundheit

Weltweit wird das Gesundheitswesen durch neoliberale Politik ökonomisiert und entsolidarisiert. In Industrieländern können sich zunehmend Menschen eine ausreichende medizinische Versorgung nicht mehr leisten, und hunderte Millionen werden in Entwicklungsländern noch tiefer in die Armut getrieben.

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CDU: Bürgerarbeit für Arbeitslose

(dpa). Die 78 000 Langzeitarbeitslosen in Berlin sollen nach Plänen der Berliner CDU durch sogenannte freiwillige Bürgerarbeit wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden. Sie könnten beispielsweise als Pförtner tätig sein, heißt es in einem Zeitungsbericht.Ähnliche Modelle seien in Hessen und Sachsen-Anhalt erfolgreich gewesen. Die CDU will über die Bürgerarbeit auf einem kleinen Partei...

Ehemaliger Landeschef der NPD vor Gericht

(epd). Der ehemalige Berliner NPD-Landeschef Jörg Hähnel muss sich ab Mittwoch wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Dem 35-jährigen rechtsextremistischen Liedermacher wird unter anderem vorgeworfen, vor der Bundestagswahl im September 2009 auf der NPD-Homepage einen »Fünf-Punkte-Plan zur Ausländerrückführung« veröffentlicht zu haben, teilte die Berliner Justizpressestelle am Montag mit....

Kein Tal der Namenlosen

»Wer nichts zu verbergen hat, ...« Zahllose Werkzeuge zur Überwachung unbescholtener Bürger wurden mit dieser Floskel bereits propagandistisch unterfüttert – auch von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die neue Instrumente zur Verbrechensbekämpfung wie Lauschangriff oder Rasterfahndung meist allzu gerne in ihren Katalog aufnimmt. Nun könnte jene konservative Allzweck-Argumentation auf die P...

»Diktatur des Lobbyismus«
ndPlusKatja Herzberg

»Diktatur des Lobbyismus«

»Ich fühle mich bestohlen«, sagte Dr. Motte im Roten Salon. Der bekannte DJ echauffierte sich über die Teilprivatisierung der Wasserbetriebe. Zusammen mit Schriftsteller Ingo Schulze, Popmusikerin Ulla Meinecke und Ritchie Barton von der Band Silly unterstützt er das Wasser-Volksbegehren. Am Montag riefen die Kulturschaffenden im Namen weiterer Prominenter dazu auf, in den verbleibenden fünf Woche...

Kein Schaden trotz Mängelliste
Klaus Joachim Herrmann

Kein Schaden trotz Mängelliste

»Kein Schaden für Berlin« – das war der Kernsatz der gestern erläuterten Koalitionssicht auf die Ergebnisse des 1. Untersuchungsausschusses »Spreedreieck« zum Immobiliengeschäft am Bahnhof Friedrichstraße. Für die beiden Fraktionssprecher im Ausschuss, Uwe Doering (LINKE) und Torsten Schneider (SPD), schlugen letztlich sogar »mindestens« 4,277 Millionen Euro positiv für den Berliner Etat zu Buche. Dabei ließen sich ihrer Meinung nach sogar noch 32 Millionen Euro draufschlagen, wenn man die mögl...

Seite 12
Volkmar Draeger

Kulturzentrum China

Wer traditionelle Tuschemalerei liebt, sollte sich die aktuelle Exposition im Chinesischen Kulturzentrum nicht entgehen lassen. Mit insgesamt 42 Werken von 13 Künstlern präsentieren sich dort die Stadt Tianjin und ihre Akademie der bildenden Künste. Ihren Namen »Himmelsfurt« erhielt die südöstlich von Peking nahe dem Gelben Meer gelegene 4-Millionen-Metropole während der Ming-Dynastie. Heute gilt ...

ndPlusHaiko Prengel, dpa

Swinger im Jagdschloss

Im Berliner Jagdschloss Grunewald fielen im Januar 1891 alle Hüllen: Die Kaiserliche Hofgesellschaft feierte eine wilde Gruppensex-Party, die bald einen Polit-Skandal auslöste.Ob Kurfürst oder König: Zum Jagen ging man ins Jagdschloss Grunewald, das war über Jahrhunderte so. Fast alle preußischen Herrscher ritten von dort zur Sauhatz oder Parforcejagd nach Hirschen aus. Kaum bekannt war bislang, d...

Hans-Günther Dicks

Männermächte, Frauenrechte

Streng und hochgeschlossen gekleidet in Rüschen und Tüll, streng und grimmig auch die Mimik, dazu eine Sprache und Gestik, die fordert und keinen Widerspruch duldet – so kennt man die oft militanten Verfechterinnen des Frauenwahlrechts zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die als »Suffragetten« der Schrecken der von Männern beherrschten Gesellschaft waren. Eine verdienstvolle, von Madeleine Berns...

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Zurück zur alten Havel

Havelberg/Magdeburg (dpa/ND). In Havelberg (Sachsen-Anhalt) haben am Montag Arbeiten zur Renaturierung der Unteren Havel begonnen. Ein Bagger trug nach Angaben des Umweltministeriums erste Steine vom Ufer ab, die den Fluss in ein künstliches Bett zwängen. Der Abschnitt soll auf einer Länge von 160 Metern beräumt werden, um wieder ein natürliches Ufer zu schaffen. Das Vorhaben ist Teil eines der gr...

Ein Arzt ist stets zur Stelle

Andreas HeinzIn Berlin leben nach Auskunft der Senatssozialverwaltung etwa 30 000 Menschen mit einer Pflegestufe in Heimen, rund 100 000 Berlinerinnen und Berliner haben eine Pflegestufe. »Rund 2,25 Millionen pflegebedürftige Menschen leben zur Zeit in Deutschland in Heimen, in zehn Jahren werden es schon 40 Prozent mehr sein«, so die Prognose von Gabriel Schmidt, Vize-Vorstandsvorsitzender der Ka...

Jens Bayer-Grimm, epd

Wo Mohammed auf Jesus trifft

Möglicherweise einzigartig in Deutschland ist das Projekt des Theodor-Heuss-Berufsschulzentrums im hessischen Offenbach. Es heißt »Verschiedenheit achten – Gemeinschaft stärken« und führt Schüler verschiedener Glaubensrichtungen im Religionsunterricht zusammen.

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Campus statt Kaserne

Rund zwei Milliarden Euro sind in Rheinland-Pfalz seit 1992 in die Umwandlung einstiger militärischer Liegenschaften geflossen. Jetzt zog die Landesregierung eine Zwischenbilanz.

Seite 14

Start für Gemeinschaftsschule

Düsseldorf (dpa/ND). Nach langem politischen Streit gibt Nordrhein-Westfalen den Startschuss für Gemeinschaftsschulen. Die rot-grüne Minderheitsregierung erlaubt Kommunen schulformübergreifende Schulen als Modellversuche. »Die Gemeinschaftsschule ist ein Angebot«, sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Montag in Düsseldorf. Keine Schulform werde abgeschafft. Der Versuch dauert sechs Jahr...

ndPlusJan Fragel, epd

Höhenrausch mit Folgen

Entgegen einer landläufigen Meinung ist der Brocken nicht 1142 Meter hoch, sondern nur 1141 Meter. Ihren Ursprung hat die Verwirrung in der preußischen Landvermessung Mitte des 19. Jahrhunderts.

Simone Humml, dpa

Rabenschwärme fallen Kälber an

Der Landesbauernverband von Mecklenburg-Vorpommern beklagt Verluste durch Kolkraben bei frischgeborenen Kälbern, Lämmern und Ferkeln in Freilandhaltung. Verbandssprecher Harald Kienscherf fordert deshalb, die Jagd auf die ganzjährig geschützten Vögel zu bestimmten Zeiten zu erlauben.

ndPlusAndreas Fritsche

Enttäuschung für die Bürgerlichen

Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg ist »zufrieden« mit seinem Ergebnis, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) äußerte sich »sehr zufrieden« mit seinem Abschneiden. Am Sonntag gab es die erste Runde bei der Potsdamer Oberbürgermeisterwahl. Scharfenberg erhielt dabei 33,1 Prozent und schnitt damit besser ab als vor acht Jahren. Jakobs kam auf 41,7 Prozent und büßte ein.Am 3. Oktober treffen d...

Seite 15

Autoren für den Frieden

Rund 80 Schriftsteller wollen sich zum UN-Weltfriedenstag am heutigen Dienstag an einer globalen Lesung im Internet beteiligen. Die 24 Stunden dauernde Aktion »authors for peace« (Autoren für den Frieden) ist im Rahmen des Berliner Literaturfestivals geplant. Sie erinnert an die Kriege sowie die 365 politischen Konflikte auf der ganzen Welt, die Forscher im Jahr 2009 zählten, wie es in der Ankündi...

Stefan Amzoll

Als wäre das ein Museumsstück

Erster Akt: Fern vom Vater spielt der pubertierende Robert Hot den Soldaten mit finsteren Augen, zackigen Schritten und straffen Gesten, eine Rolle, die ihm gar sehr missfällt. Karg die Bühne. In der Mitte ein stoffbespanntes flaches Hügelchen, wo man runterrollen kann und liegen und kriechen und singen kann in allen Lagen. Dahinter eine Art Falltür. Oder ein Verließ? Hot will ja in den Knast, um ...

Das Herz aus dem Leib gerissen
ndPlusKarin Weber

Das Herz aus dem Leib gerissen

Im »Lauf(e) der Zeit« zählt man die Jahre auf einmal und trifft mit der Vergänglichkeit zusammen. Man sammelt ein, was vom Tage übrig blieb und glaubt, sich endlich zu kennen, auch den Unterschied zwischen den Handlungen, die man gewollt und die man gemusst hat. Man durchschaut Zusammenhänge und merkt, dass es eigentlich die Fragen waren, die uns reicher machten, nicht die spärlichen Antworten, di...

Seite 16
ndPlusMartin Hatzius

Wut, Welt, Worte

Die Kunst der Slampoeten, die mit hitzigen Textvorträgen um die Gunst ihres Publikums streiten, ist selten im großen Saal eines Hauptstadttheaters zu finden. Poetry Slams und Vorlesebühnen, Formen der seit zwei Jahrzehnten sich ausbreitenden Live-Literatur, haben für gewöhnlich in Klubs und Kneipen ihr Zuhause. Dort herrscht Konzertatmosphäre: ausgelassen, feierlaunig. Die »Songs« sind Komposition...

Konservative Dämmerung
Jürgen Amendt

Konservative Dämmerung

Angela Merkel hat Thilo Sarrazins Buch »Deutschland schafft sich ab« nicht gelesen. Das sei empörend, echauffierte sich daraufhin FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher in seinem Blatt. Schirrmacher klärt uns auf, dass auch andere Politiker offen zugeben, das Buch nicht gelesen zu haben und folgert daraus eine Krise der politischen Kommunikation. Schlimmer noch: In Unkenntnis des Inhalts habe die poli...

Gunnar Decker

Das Leben, eine missliche Sache

Jeder hat seinen Lieblingssatz, den er von einem Autor mit sich trägt, um sich notfalls daran festhalten zu können. Bei Schopenhauer ist es für mich eine Bemerkung in einer Fußnote: »Daß die Herren Professoren sind, geht die an, die sie dazu gemacht haben: ich kenne sie bloß als schlechte Schriftsteller, deren Einfluß ich entgegenarbeitete.«Der Satz findet sich in »Über die Universitätsphilosophie«, enthalten in der Sammlung »Parerga und Paralipomena«. Der Text ist eine frühe kritische Nachfrag...

Seite 17
Die Rezension - Fliegen können

Die Rezension - Fliegen können

Peter Böttcher lässt das Thema Trinken nicht los. Mit eigenen Erfahrungen als Alkoholiker stellt er sich nach dreizehn Jahren Abstinenz die Frage nach deren Dauerhaftigkeit in einem zweiten Buch. Dazu hat er ehemalige Weggefährten aus der Suchtklinik befragt, aber auch Ärzte und Therapeuten. Er bietet keine Patentlösungen an, aber unterschiedliche Lebensgeschichten. Der Leser erfährt die Geschicht...

Ulrike Henning

Kuren beim östlichen Nachbarn

Der beste Heilschlamm im Osten, so schwärmen Piestany-Reisende noch heute. Auch die Mineralquellen von Marienbad oder das Glaubersalz in Franzensbad wussten DDR-Bürger zu schätzen. Das scheint bis heute so geblieben, erst recht, seit die traditionellen osteuropäischen Kurbäder wieder in neuem »alten« Glanz erstrahlen. Zahlreiche Besucher aus den neuen Bundesländern wissen sich dort und auch in Pol...

ndPlusWalter Willems

Schmerz ohne Krankheit

Schmerzen in der Brust haben oft keine klare Ursache. Auch wenn Mediziner Herzerkrankungen und andere organische Ursachen ausschließen, pilgern viele Patienten weiter zu Kardiologen – manchmal jahrelang. Zu einem Psychologen wagt sich dagegen kaum jemand, wie eine Studie zeigt.

Seite 19
Christian Heinig

Kühner Kodex

Man weiß über ihn, dass Marko Marin der fastschnellste Dribbler der Welt ist. Erst vor Kurzem hat er die deutsche Bestmarke geknackt. Zum Rekord des Schnellsten auf einem Parcours, den der argentinische Dribbelfloh Lionel Messi hält, fehlen nur ein paar Wimpernschläge. Was man auch über Marko Marin weiß, ist, dass die gegnerische Strafraumgrenze auf ihn hin und wieder eine ähnliche Wirkung hat wie auf andere nur flügelverleihende Energydrinks. Gern mal verliert Marin im Sechzehnmeterraum die Bo...

Neue Gelassenheit

Neue Gelassenheit

Alba Berlins Basketballer starten heute in die Qualifikation zur Euroleague, der höchsten europäischen Spielklasse. Gegner in Runde eins ist Chorale Roanne, der Dritte der französischen Meisterschaft. Das Rückspiel findet am Freitag statt. Mit Manager MARCO BALDI (Foto: dpa) sprach CHRISTIAN HEINIG für ND über die Aussichten der Albatrosse, die Lukrativität der Euroleague und die Saisonziele.

ndPlusAlexander Ludewig

Schlagfertig in der Schlussphase

Am Sonntagabend beschwerte sich niemand mehr. Nach ihren Siegen in den ersten vier Saisonspielen in der Handball-Bundesliga hatten die Füchse Berlin noch damit gehadert, dass sie diese jeweils erst in der Schlussphase sichergestellt hatten. Gegen den THW Kiel aber wurde der Makel zur Stärke. »Steht es kurz vor dem Ende Unentschieden, gewinnt normalerweise Kiel«, weiß der Berliner Kapitän Torsten L...

ndPlusThomas Lipinski und Günter Bork, SID

Zweifel am Magier

Der Mythos Magath bröckelt. Nach dem historischen Fehlstart mit Schalke 04 ist der als Meistermacher geholte Felix Magath zum ersten Mal ratlos. »Wir müssen die Situation neu bewerten«, sagte der starke Mann der Königsblauen, nachdem beim 1:3 (0:1) im Revierderby gegen Borussia Dortmund schonungslos alle Schwächen seines Millionenensembles aufgezeigt worden waren. An seinem »schlimmsten Tag auf Sc...

Seite 20
Michael Lenz, Singapur

Tradition mit revolutionärer Füllung

Yeo Tiong ist nicht mehr zu halten. »Die Champagnertrüffel-Mondkuchen von Raffles sind sooo lecker«, schwärmt der Grafiker. »Sie zergehen im Mund, so cremig sind sie. Die muss ich einfach zum Mondfest haben«, beteuert der 32-Jährige, für den Markenwaren wichtig sind, der immer das neueste Handymodel hat und natürlich »die richtige Mode« trägt.Über solche »Fashionistas« mag man die Nase rümpfen. Ab...