Nobelpreis für Physik geht an Andre Geim und Konstantin Novoselov

Stockholm (AFP) - Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Niederländer Andre Geim und den russisch-britischen Forscher Konstantin Novoselov. Wie das Nobelkomitee der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mitteilte, werden die Wissenschaftler der Universität Manchester für ihre "bahnbrechenden Experimente zu zweidimensionalen Graphen" geehrt. Der K...

Fünf Jahre Haft und fast fünf Milliarden Euro Schadenersatz

Fünf Jahre Haft und fast fünf Milliarden Euro Schadenersatz: Der ehemalige französische Börsenhändler Jérôme Kerviel ist am Dienstag in Paris wegen Veruntreuung, Fälschung und betrügerischer Manipulation verurteilt worden. Von den fünf Jahren Haft wurden zwei auf Bewährung ausgesetzt.

Teilstopp der Abrissarbeiten bei "Stuttgart 21" angekündigt

Stuttgart (AFP) - Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat einen Teilstopp der Abrissarbeiten bei dem umstrittenen Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" angekündigt. Der Südflügel des Bahnhofs solle vorerst nicht abgerissen und weitere Bäume erst nach Beginn der "Vegetationsperiode 2011" - also ab dem Frühjahr - gefällt werden, sagte Mappus am Dienstag in Stuttgart. Der Regier...

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Unten links

Kurz vorm 20. Jahrestag der Einheit gab es eine Randnotiz, die aufhorchen ließ: Jetzt endlich, im Herbst 2010, hat Deutschland seine letzten Schulden aus Wiedergutmachungsleistungen wegen des ersten Weltkriegs bezahlt. Das sind Schulden, die der Westen mitgebracht, über die er aber vor 20 Jahren lieber nicht geredet hat. Seitdem stellt sich der Osten besorgt zwei Fragen: Was haben wir uns da einge...

Wilders in Amsterdam vor Gericht

Amsterdam/Berlin (AFP/ND). Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders steht seit Montag wegen Volksverhetzung vor Gericht. Zum Auftakt des Verfahrens wegen Anstachelung zum Rassenhass und der Diskriminierung von Muslimen verteidigte Wilders sein Recht auf Meinungsfreiheit, schwieg dann aber zu den Vorwürfen.»Zusammen mit mir steht das Recht auf freie Meinungsäußerung vieler Niederländer vor ...

Markus Drescher

Faustrecht

Langsam aber sicher ist es nur noch peinlich: Nach Bahnchef Grube am Wochenende äußern sich gleich vier weitere hochrangige Befürworter des steuermilliardenschweren Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 schrill zu Wort, schimpfen wie die Rohrspatzen über ihre Gegner, bezichtigen sie der Unaufrichtigkeit, stilisieren sich selbst zum Opfer und wiederholen zum x-ten Mal das Mantra von der demokratisch gefäll...

Politiker pöbeln gegen S 21-Gegner

Die Auseinandersetzung um Stuttgart 21 geht ungebremst weiter: Die verantwortlichen Politiker, die unter keinen Umständen vom neuen Bahnhof ablassen wollen, ergehen sich weiter in Demonstrantenbeschimpfung. Projektgegner können sich eine Vermittlung vorstellen. Voraussetzung: Baustopp. Derweil prüft das Stuttgarter Verwaltungsgericht, ob die Baumfällungen rechtswidrig waren.

René Heilig

Vor Afrika beginnt eine neue Piratensaison

Mit dem Ende der Monsunzeit werden Piraten wieder aktiver. Eine deutsche Fregatte hat vor der ostafrikanischen Küste einen Überfall auf ein liberianisch geflaggtes Schiff verhindert.

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Dilma Rousseff muss in die Verlängerung
Gerhard Dilger, Porto Alegre

Dilma Rousseff muss in die Verlängerung

Wahl paradox: In Brasilien hat Dilma Rousseff, die Kandidatin der regierenden Arbeiterpartei (PT), die Präsidentschaftswahl zwar klar für sich entschieden. Mit 46,9 Prozent der Stimmen verfehlte die 62-Jährige jedoch die erforderliche absolute Mehrheit. Ihren Mitstreitern von der PT und dem designierten Vizepräsidenten Michael Temer von der Zentrumspartei PMDB stand Sonntagabend die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

ndPlusWolfgang Kötter

Stoppschilder für den Sternenkrieg gesucht

Am Montag nahm am New Yorker UNO-Hauptsitz der für Abrüstung und internationale Sicherheit zuständige Ausschuss seine Beratungen auf. Genau 53 Jahre nach jenem Tag, der mitten im Kalten Krieg im Westen für den sogenannten Sputnik-Schock sorgte.

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Ambivalente Beziehung
Aert van Riel

Ambivalente Beziehung

Die Situation von Juden in der DDR wurde seit den 1990er Jahren sehr unterschiedlich bewertet. Während einige Historiker von einem staatlichen Antisemitismus sprechen, gehen andere von zunächst repressiven, aber später auch toleranteren Phasen aus. In Berlin debattierten vor kurzem Zeitzeugen über dieses brisante Thema.

ndPlusMartin Lejeune

Nur noch Utopien sind realistisch

Mitten in seinem Vortrag wird Oskar Negt jäh unterbrochen. Gerade eben hat der Soziologe beim Kongress »Demokratie und Öffentlichkeit« vergangenes Wochenende in Berlin von der betriebswirtschaftlichen Mentalität gesprochen, die sich »überall hineinfrisst in die Opernhäuser, Schauspielhäuser und Schulen«, da ruft eine Frau dazwischen: »Kann nicht endlich auch mal von Zivilgesellschaft gesprochen werden?« Negt spricht weiter, doch die Frau lässt nicht locker, trotz der Saalordner, die mittlerweile unruhig werden. Kaum werde Protest artikuliert, werde man auch schon zum Schweigen gebracht, ruft die etwa 50-jährige Frau erneut dazwischen. Schließlich wird es Negt zu bunt. »Sie unterbrechen mich andauernd, so dass ich meinen Faden verliere.« Demokratische Öffentlichkeit könne aber nur funktionieren, wenn man den anderen ausreden lasse. Das Publikum lacht, doch die Frau gibt nicht auf. »Ich bin die proletarische, Sie inzwischen die bürgerliche Öffentlichkeit!«

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ndPlusRené Heilig

Tauziehen in Thailand

Viktor Bout (43) sitzt seit über zwei Jahren in einem thailändischen Gefängnis. Washington hatte Geheimagenten als Provokateure ausgeschickt, um den Russen in die Falle zu locken. Nun fordern die USA seine Auslieferung. Moskau dagegen setzt sich für Bouts Freilassung ein. Was immer die zuständigen Richter in Bangkok entscheiden, sie entscheiden falsch. Deshalb wurde der Fall gestern abermals aufge...

ndPlusAndreas Fritsche

Niederlage unvermeidlich

Dass Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg die Potsdamer Oberbürgermeisterwahl am Sonntag nicht gewinnt, war vorher klar. Es war auch klar, dass der Abstand zu Jann Jakobs (SPD) größer sein würde als vor acht Jahren, als Jakobs noch keinen Amtsbonus hatte und die Nase mit gerade einmal 122 Stimmen vorn behielt. Jetzt am Sonntag waren es allerdings 11 000 Stimmen. Diese deutliche Niederlage i...

Olaf Standke

Obamas Crew

Nun hat es Rahm Emanuel offiziell gemacht: Barack Obamas ehemaliger Stabschef will im nächsten Jahr Bürgermeister in Chicago werden. Das scheint dem 50-Jährigen attraktiver zu sein, als dem vermeintlich mächtigsten Mann der Welt als rechte Hand zu dienen. Damit hat der USA-Präsident einen weiteren engen Mitarbeiter verloren. Zuvor kündigte schon Top-Wirtschaftsberater Lawrence Summers seinen Absch...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Lust

Heiner Müller träumte von der Bibliothek der unbekannten Lebensläufe – jedem Menschen der Welt ein literarisches, zumindest protokolliertes Bewahrtsein!, jedem Einzelnen ein Denk-Mal aus Erzählung und Erfahrung! Claude Lanzmanns berühmter Dokumentarfilm »Shoah«, fast zehn Stunden lang, erinnert an Müllers unmögliche Utopie. Zwölf Jahre Arbeit für ein erschütterndes Sprechen, und es sprechen ...

So ein Tag, so wunderschön
Mathias Wedel

So ein Tag, so wunderschön

Ich bin glücklich, glücklich, glücklich, nun schon 20 Jahre lang! Manchmal denke ich: Ich muss doch auch wieder mal ein bisschen unglücklich sein, z. B. wenn das Finanzamt zuschlägt oder mich die Gattin verlässt. Nein – ich bin stabil glücklich, unterbrochen höchstens von Bierdurst. Da geht es mir wie Thierse. »Ich habe immer noch ein Glücksgefühl im Bauch«, sagte der am Sonntag, wie an jedem 3. Oktober. Ich weiß nicht, wo genau das Glück bei ihm lokalisiert ist – mir sagt mein Hausarzt, ich so...

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SPD will Hartz-Plänen nicht zustimmen

Die SPD will die Regierungspläne zu Hartz IV einschließlich des Bildungspakets für Kinder in der vorliegenden Form nicht mittragen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck warf der Regierung vor, immer mehr Menschen in Armut zu treiben.

Hans-Gerd Öfinger

Warnstreiks in der Milchwirtschaft

Mit Warnstreiks im Regierungsbezirk Schwaben versucht der bayerische Landesbezirk der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wieder Bewegung in die Milchwirtschaft-Tarifrunde zu bringen.

Anschlagsziel Fernsehturm?
René Heilig

Anschlagsziel Fernsehturm?

Die USA haben einen Reisehinweis herausgegeben. Wer nach Europa will, solle wachsam sein – vor allem bei Flügen und Bahnfahrten. Denn: Al Qaida bereitet angeblich gleichzeitige Attacken in Europa vor, die die Anschläge im indischen Mumbai im Jahr 2008, die über 160 Tote gefordert haben, in den Schatten stellen sollen. Doch nichts Genaues weiß man nicht.

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40-Prozent-Frauenquote

München (AFP/ND). Die CSU soll auf ihrer Führungsebene eine Frauenquote von 40 Prozent bekommen. Für den Leitantrag zum Parteitag Ende des Monats beschloss der Vorstand der Christsozialen am Montag, eine entsprechende Quote für den Parteivorstand, den Landesverband und die Bezirksvorstände verbindlich einzuführen. Für die Kreis- und Ortsverbände werde die Quote nicht verpflichtend, sondern eine »S...

Grünen-Spitze tagte in Gorleben

Die Grünen haben sich demonstrativ hinter die Anti-Atom-Initiativen im niedersächsischen Gorleben gestellt. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) warf SPD und Grünen wegen ihres Moratoriums für die Erkundung des Salzstocks Verantwortungslosigkeit vor.Berlin (AFP/ND). Auf einer Sondersitzung von Parteivorstand und Bundestagsfraktion in Gorleben unterstützten die Grünen am Montag die Protestbewegung ...

ndPlusLeonhard F. Seidl

Castorgegner vor Gericht

Morgen wird in Karlsruhe sechs Anti-Atom-Aktivisten der Prozess gemacht, die 2008 einen Castortransport blockierten. Aus Solidarität mit den Angeklagten finden in der Stadt seit mehreren Tagen Aktionen gegen Atomkraft statt.

Merkel muntert Konservative in der CDU auf

Vernachlässigt CDU-Chefin Merkel das Konservative in ihrer Partei? Roland Koch sagt: Nein. Mit seinem neuen Buch will er den Konservativen mehr Selbstbewusstsein geben.Berlin (dpa/ND). Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat die Konservativen in ihrer Partei zu mehr Einsatz ermuntert. Das Konservative sei in der CDU zwar vorhanden, dessen Vertreter könnten ihre Anliegen aber »zum Teil schlecht artik...

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Vichy erneut unter Anklage

Paris (dpa/ND). Ein neuer Beleg für den Antisemitismus des französischen Vichy-Regimes, das während des zweiten Weltkriegs eng mit den Nazis zusammenarbeitete, hat in Frankreich Aufsehen erregt. Mehrere Pariser Zeitungen druckten am Montag den Gesetzesentwurf ab, der die Rechte der Juden damals erheblich eingeschränkt hatte. Mehrere handschriftliche Änderungen, die den Text noch verschärfen, werde...

Schlappe für Zapatero

Madrid (dpa/ND). Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat in der eigenen Partei eine bittere Schlappe erlitten. Die Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) in Madrid lehnten die von Zapatero favorisierte Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez als Spitzenkandidatin für die Regionalwahlen im Mai ab. Sie entschieden sich stattdessen für den Madrider PSOE-Parteiche...

ndPlusAbida Semouri, Algier

Gnadenlose Gesetzeshüter

Weil sie im Fastenmonat Ramadan am helllichten Tag gegessen und getrunken haben, drohen zwei Algeriern jetzt Gefängnisstrafen. Die Staatsanwaltschaft hat in dem Prozess, in dem am heutigen Dienstag das Urteil erwartet wird, drei Jahre Haft wegen »Angriffs auf die Gebote des Islam und Gefahr für die öffentliche Ordnung« gefordert.

Kein Vertrag in Cancún

Auf dem Weltklimagipfel in zwei Monaten in Cancún (Mexiko) wird kein rechtlich bindendes Abkommen für den globalen Kampf gegen die Erderwärmung angestrebt. Dies erklärte UN-Klimachefin Figueres auf dem UN-Vorbereitungstreffen in der nordostchinesischen Stadt Tianjin.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Auf Kollisionskurs

Nachdem der italienische Ministerpräsident und Senator Ciarrapico innerhalb kürzester Zeit Juden, Frauen und Katholiken kränkten, reagiert vor allem der Vatikan empört.

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Ungarns Rechte triumphiert

Budapest (dpa/ND). Die in Ungarn regierende Rechte hat bei den Kommunalwahlen am Sonntag deutliche Erfolge verbucht. Der Bund Junger Demokraten (FIDESZ) von Ministerpräsident Viktor Orbán sicherte sich Bürgermeisterposten und Mehrheiten in fast allen Großstädten des Landes, darunter erstmals seit 1990 auch in der Hauptstadt Budapest. Auch in jedem der 19 Bezirke gewann der FIDESZ die Mehrheit.In B...

Janusz Palikots »Modernes Polen«
Julian Bartosz, Wroclaw

Janusz Palikots »Modernes Polen«

Über 4000 Menschen versammelten sich am vergangenen Wochenende im Kongressaal des Warschauer Kulturpalastes, um die Bewegung »Modernes Polen« aus der Taufe zu heben.

Karin Leukefeld, Damaskus

Demokratie auf Irakisch

Sieben Monate nach den Parlamentswahlen hat Irak einen zweifelhaften Weltrekord aufgestellt. Die Parteien haben sich noch immer nicht auf die Bildung einer neuen Regierung einigen können. Ob neuere Stellungnahmen und Versprechungen Vorboten einer Lösung sind, bleibt abzuwarten.

Vergewaltigungen in Kongo kaltblütig geplant
ndPlusOdile Jolys, Johannisburg

Vergewaltigungen in Kongo kaltblütig geplant

Der Krieg in der Demokratischen Republik Kongo ist offiziell beendet. Trotzdem gehört für viele Kongolesen Gewalt immer noch zum Alltag. Margot Wallström, UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konfliktfällen, ist bis zum 6. Oktober auf Arbeitsbesuch in Kongo, während im Osten des Landes die Gewalt wieder aufflammt.

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Opel kündigt Aus für Antwerpen an

Rüsselsheim (dpa/ND). Der angeschlagene Autobauer Opel macht auf seinem Sanierungskurs das Werk im belgischen Antwerpen dicht. Es habe sich kein Investor mit »tragbarem Geschäftskonzept« für das Werk gefunden, teilte das Unternehmen am Montag mit. In dem Werk hatten früher rund 2500 Beschäftigte gearbeitet, etwa die Hälfte davon ist nach einem Sozialplan bereits ausgeschieden. Opel will sich zum J...

Hochtief wehrt sich gegen Übernahme

Die angekündigte »freundliche« Übernahme von Hochtief durch ACS entwickelt sich immer mehr zur Übernahmeschlacht. Am Montag protestierten rund 500 Arbeiter gegen die Offerte, auch Aufsichtsrat und Konzernführung stellen sich gegen ACS.

ndPlusKurt Stenger

Die Abwicklung des HRE-Ballasts

Am Montag hat die Abwicklungsanstalt der gestrauchelten Hypo Real Estate mit einigen wenigen Mitarbeitern in München die Arbeit aufgenommen. Sie soll über 12 500 Einzelpositionen von 2000 Geschäftspartnern aus fast 70 Ländern verwerten.

Jörg Meyer

Falsche Zeit für die Bremse

Die Wirtschaftswissenschaftler des gewerkschaftsnahen IMK prognostizieren 3,5 Prozent Wachstum für 2010. Doch ab 2011 lässt die Dynamik deutlich nach. Die Reallöhne sinken 2010 und stagnieren 2011.

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Nord-Süd - Termine

HEUTE IN BERLIN – »Wir schützen unser Saatgut und unsere Ernährung selbst!«, Erfolgreiche Beispiele lokaler Saatgutbanken im internationalen Kontext. Veranstaltung mit Pramila Panda (WORD), Indien, Lamine Biaye (ASPSP), Senegal; Bennedikt Haerlin (Save our Seeds), Deutschland, 19 Uhr, GLS- Bank, Schumannstr. 10, 10117 Berlin.GLOBALISIERUNG – »Die Graswurzelglobalisierung«, mit dem Auto...

Geschacher um kranke Menschen
ndPlusMartin Ling

Geschacher um kranke Menschen

Es steht viel auf dem Spiel bei der bis heute andauernden Geberkonferenz in New York: die künftige Handlungsfähigkeit und Schlagkraft des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GF) ebenso wie die Glaubwürdigkeit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Verlässlichkeit Deutschlands als multilateraler Akteur. In ihrer jüngsten Rede vor der UN-Generalversammlung s...

Antje Krüger

Argentinien schützt die Gletscher

Kaum jemand hatte mehr damit gerechnet. Nach zweijährigem Ringen mit einem Veto der Präsidentin, parlamentarischen Taschenspielertricks und einem immer schärfer werdenden Interessenkonflikt zwischen Bergbaulobby und Umweltverbänden (ND 14.09.2010) wurde im Kongress von Buenos Aires um 4.30 in der früh am 30. September nach einer Marathonsitzung das Gesetz 26.418 zum Schutz der Gletscher und ihres ...

»Der Ball liegt nun bei Deutschland«

María Fernanda Espinosa ist Ecuadors Ministerin für die Koordination des National- und Kulturerbes. Sie war in der vergangenen Woche in Berlin zu Gast, um über die Yasuní-ITT-Initiative zu sprechen. Bei diesem Vorschlag ihrer Regierung geht es darum, rund 850 Millionen Barrel Erdöl unter dem Konsumentenstaaten die Hälfte des zu erwartenden Gewinns in einen Treuhandfonds unter UN-Verwaltung einzahlen. Mit ihr sprach für ND Harald Neuber.

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Archiv der Jugendkulturen vor dem Aus

(dpa/ND). Das mehrfach ausgezeichnete Archiv der Jugendkulturen in Berlin steht vor dem Aus. Falls bis Ende des Monats nicht 40 000 Euro zusammenkommen, werde es schließen müssen. Weder der Bund noch das Land Berlin seien zu einer Hilfe bereit, sagte eine Sprecherin. Dagegen hätten mehr als 40 Professoren sowie Musiker zur Unterstützung aufgerufen und mehrere tausend Euro gespendet. Dazu gehören d...

Rückfall

Ob VBB-Chef Hans-Werner Franz ein gläubiger Mensch ist, ist nicht bekannt, aber in punkto S-Bahn vertraut er offenbar nur noch höheren Mächten. »Vielleicht hilft es ja, zu Petrus zu beten«, sagte er angesichts der offenbar nicht ausreichenden Wintervorbereitungen des Unternehmens. Die jüngsten Entwicklungen sind jedenfalls nicht gerade ermutigend, was die Fähigkeiten der S-Bahn betrifft, ein neuer...

Kennzeichnung der Polizei kommt bald

(dpa). Bei der Berliner Polizei gibt es nach eigener Darstellung in diesem Jahr so wenig Ermittlungsverfahren gegen gewalttätige Beamte wie seit langem nicht mehr. Bis September sei in 418 Fällen wegen Körperverletzung im Amt gegen Polizisten ermittelt worden, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Montag im Innenausschuss. Hochgerechnet auf das ganze Jahr sei das der niedrigste Wert der vergan...

S-Bahn lässt den Fahrplan sausen
ndPlusBernd Kammer

S-Bahn lässt den Fahrplan sausen

Fahrgäste der S-Bahn bekommen es jetzt wieder deutlich zu spüren: Es läuft noch lange nicht rund bei dem Unternehmen. Seit gestern gibt es weitere Einschränkungen auf den Linien S 2, S 25, S 7 und S 75. Die Fahrgäste müssen unterwegs in Anschlusszüge umsteigen, die am anderen Gleis bereits warten. Dies ist notwendig, damit der Füllstand der Bremssandanlagen überprüft werden kann. Dafür müssen Züge...

Der Dampfmaschine gehört die Zukunft
ndPlusNicolas Šustr

Der Dampfmaschine gehört die Zukunft

Keine stampfenden Kolben, kein Rauch, kein Zischen. Die Dampfmaschine der Zukunft hat nichts von der urtümlichen, körperlich spürbaren Kraft, an die man unweigerlich denken muss, wenn der Begriff fällt. »Die ist so leise wie eine Nähmaschine«, berichtet Michael Hoetger, Geschäftsführer der Amovis GmbH stolz. Wir sind mitten im Bezirk Wedding, in den ehemaligen Werkshallen der AEG an der Voltastraß...

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Kleist-Grab wird neu gestaltet

(dpa). Das Grab Heinrich von Kleists in Berlin soll zum 200. Todestag des Dichters im November 2011 neu gestaltet werden. Das kündigte Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz am Montag an und stellte entsprechende Pläne vor. »Der gegenwärtige Zustand des Kleist-Grabes wird der Bedeutung Heinrich von Kleists in keiner Weise gerecht.«Mit Unterstützung der Cornelsen Kulturstiftung, die dafür 500 0...

Der Vernichtung entgangen
Katja Herzberg

Der Vernichtung entgangen

18 Holzkisten standen am Montag Mittag in der Breite Straße bereit. Sie sind mit »WWK« und einer Ziffer gekennzeichnet. Die Abkürzung steht für »Walter Womacka Kiste«, wie der Geschäftsführer einer Berliner Landschafts- und Gartenbau-Firma, Werner Markert, erklärte. Seine Mitarbeiter demontierten das Wandbild des kürzlich verstorbenen Malers »Der Mensch, das Maß aller Dinge« vom Gebäude des einstigen Bauministeriums der DDR zu einem »Solipreis« für die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM)...

Anouk Meyer

Theater unterm Dach

»Bionade-Biedermeier« nennt eine Wochenzeitung das von hedonistischen Akademikerfamilien geprägte Milieu in Prenzlauer Berg. Eigentlich merkwürdig, dass sich noch kein Dramatiker dieses überaus dankbaren Stoffes angenommen hat, surreale Komik fände man sicherlich genug. Das ortsansässige Theater unterm Dach geht immerhin einen Schritt in diese Richtung, indem es Teile aus im Bezirk geführten Inter...

Barbara Schneider, epd

Schürfwunden und Karibikbräune

Mit Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen oder Narben kennt sich Wolfram Langer bestens aus. Als Geschäftsführer und Juniorchef leitet er ein Familienunternehmen, das weltweit führender Hersteller für Kunstblut und Theaterschminke ist.Produziert wird in Berlin-Wedding. Während im Hof der Firma Kryolan mehrere Arbeiter Pappkisten für den Versand stapeln, wird im Inneren des Gebäudes zusammengemi...

ndPlusArabel Benzel

Manipulationskönigin nach Fontane

Am Ende dürfen sie sogar zusammen singen, die Kommerzienrätin Jenny Treibel und der Professor Willibald Schmidt, der zu diesem Anlass seine alte Gitarre herausholt. Wunderbar kitschig und melancholisch zugleich, stimmen die beiden leise ihre alte Schnulze an: »Wo sich Herz zum Herzen find’t«. Der Untertitel von Fontanes Bildungsbürgerroman »Frau Jenny Treibel« als Duett zweier gealterter Sch...

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LINKE kritisiert WestLB-Boni

Düsseldorf (ND-Meier). 24 Manager der staatlich gestützten Westdeutschen Landesbank (WestLB), darunter acht Manager in Deutschland, verdienten 2009 mehr als eine halbe Million Euro an Boni. Das berichtet »Der Spiegel« unter Berufung auf einen internen Bericht des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin). Diese Landes-Banker überschritten damit die Jahresgehalts-Obergrenze für jene Banken, di...

Cochstedter Himmelsstürmer

Ein kleiner Flughafen nahe Magdeburg will nun auch Passagiere aus Berlin anziehen. Der Airport Magdeburg-Cochstedt solle künftig »Airport Magdeburg-Berlin International« heißen, sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers der »Mitteldeutschen Zeitung«. Der Flughafen liegt knapp 200 Kilometer von Berlin und rund 40 Kilometer von Magdeburg entfernt.

Uwe Kraus

Rosa Tanne auf dem Teller

Im Juni 2009 erklärten neun Gastronomen und Hoteliers in Mecklenburg-Vorpommern, dass sie keine gentechnisch veränderten Lebensmittel in ihrer Küche verwenden wollen. Inzwischen gibt es weitere Unterstützer.

Faustrecht unter der Sicherheitsglocke

Faustrecht unter der Sicherheitsglocke

Bewaffnete Staatsmacht – ein Wortungetüm, das unangenehm berührt. Es vereint Macht, Staat und auch das Recht auf Gewalt. Das haben alle Beamte, die auf Demonstrationen im Einsatz sind, zu verinnerlichen: Ihr seid die Herren am Platz, euren Anweisungen ist widerspruchslos Folge zu leisten! Keinen rechtsfreien Raum zulassen, nicht zurückweichen! Das bestimmt den Geist der harten Männer. So war es auch am 12. September 2009, als die Demonstration »Freiheit statt Angst« – ein zehntausendfacher Prot...

ndPlusJanin Hartmann

Jung, weiblich, gewalttätig

Drei Mädchen fragen einen betrunkenen Mann nach einer Zigarette. Als er verneint, tritt ihm eines der Mädchen ins Gesicht. Dieser Gewaltausbruch ist kein Einzelfall. Im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht Jugenddelinquenz der Berliner Polizei ist belegt, dass im Jahre 2009 der Anteil weiblicher Tatverdächtiger unter 21 Jahren auf 28,4 Prozent angestiegen ist. Und dennoch löst es nach wie vor u...

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Potsdams OB lehnt Rot-Rot ab

Potsdam (dpa/ND). Der wiedergewählte Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bleibt bei seiner Ablehnung eines rot-roten Bündnisses mit der LINKEN in Brandenburgs Landeshauptstadt. Er werde an der bisherigen »Rathaus-Kooperation« mit CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen festhalten, sagte Jakobs am Montag vor Journalisten. Diese Parteien hatten ihn in der Stichwahl am Sonntag unterstützt, nachd...

Robert Luchs, Mainz

Das Schloss, die Steuern und König Kurt

Bei der Suche nach Wahlkampfmunition ist die CDU-Opposition in Mainz auf das Schlosshotel im pfälzischen Bad Bergzabern gestoßen, dessen Sanierung fast ausschließlich mit Steuergeldern finanziert wird. Da das Schloss samt Hotel mitten im Wahlkreis von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) liegt, hat die Affäre einige politische Brisanz.

Ulf Vogler, dpa

Sozialrichter gegen CSU-Rebellen

Grüne Bürgermeister gab es in Bayern schon, einen Oberbürgermeister der Grünen noch nicht. Dies könnte sich nun ändern. In der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut gilt ein Grüner bei den anstehenden Wahlen als schärfster Konkurrent des CSU-OB.

ndPlusStefan Prutean, dpa

Vögel bis zum Horizont

Zehntausende Kraniche auf dem Zug in ihre südlichen Winterquartiere rasten in Brandenburg. Touristen bietet sich ein einzigartiges Schauspiel rund um ihre Schlaf- und Fressplätze. Ehrenamtliche Zähler erfassen derweil den Bestand der imposanten Vögel.

ndPlusMarina Mai

Iraker konnten nicht Deutsch lernen

Als besonders hilfsbedürftige Menschen wurden sie im vergangenen Jahr von der Bundesregierung ins Land geholt: Flüchtlinge aus dem Irak. Anders als Asylbewerber müssen sie nicht um ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland kämpfen. Das ist viel.Doch der Brandenburger Flüchtlingsrat kritisiert, dass die 79 ins Bundesland gekommenen Flüchtlinge nur unzureichend integriert wurden. »Es fehlen Sprachkurse«, ...

Wilfried Neiße

SPD-Mann hielt LINKEN auf Abstand

Die Wiederwahl des Sozialdemokraten Jann Jakobs zum Potsdamer Oberbürgermeister war nicht überraschend. Überraschend war, mit welcher Deutlichkeit er sich von Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg distanzierte. Als »Bestätigung seiner Politik« wertete Jakobs seine über 60 Prozent bei der Stichwahl am Sonntag. Herausforderer Scharfenberg kam auf 39 Prozent. Das Langzeitduell zwischen den beid...

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Würde und Werk

Das Grab Heinrich von Kleists in Berlin soll zum 200. Todestag des Dichters im November 2011 neu gestaltet werden. Das kündigte Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz am Montag an und stellte entsprechende Pläne vor.Mit Unterstützung der Cornelsen Kulturstiftung, die dafür 500 000 Euro zur Verfügung stellt, sollen die Grabstelle und die umliegende Parklandschaft am Ufer des Kleinen Wannsees ne...

Sebastian Hennig 

Der Süden im Norden

Auf dem Parterre des Barockgartens entfaltet sich eine letzte machtvolle Blütenpracht. Noch bewirken die Orangenbaumkübel die erwünschte mediterrane Kulisse. Eines ihrer Winterquartiere ist inzwischen eine Kunstgalerie. Bild für Bild werden hier Ausblicke und Rückblicke zu einer südlichen, einer sommerlichen Welt gelegt. Drei Hyperboräer treffen sich in der Übereinkunft für ein hesperidisches Idea...

ndPlusMartin Hatzius

Tod auf der Flucht

Mit einer Uraufführung ist der RIAS-Kammerchor in die neue Konzertsaison gestartet. In Kooperation mit dem Ensemble musikFabrik stellte man Samir Odeh-Tamimis Oratorium »Hinter der Mauer« vor, Libretto: Christian Lehnert. Noch vor 21 Jahren hätte der Titel des Auftragswerks auch den Ort der Aufführung treffend beschrieben: Dargeboten wurde das 70-minütige Stück im Berliner Radialsystem V, einem vo...

Hans-Dieter Schütt

Wasser trinken und brennen

Mit seinem Roman »Der liebende Mann« hat Martin Walser aus der Zuneigungspein eines Dreiundsiebzigjährigen gegenüber einer Neunzehnjährigen eine wunderbare leichte Tragödie gemacht. Was da funkelt, ist etwas, das landläufigem Regelwerk nach gar nicht strahlen, glänzen, glühen darf. Diese Unbeholfenheit des Menschen. Diese Art, wie einer sich überspreizt im Willen, ganz unschuldig und ganz natürlic...

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ndPlusKai Agthe

Pessimist mit Pudel

Ich bin ein Mann, der Spaß versteht« – der Titel dieser Auswahl mit Aphorismen Arthur Schopenhauers spielt mit einem Klischee. Denn das Bild, das das kollektive Bewusstsein von dem Philosophen bewahrt, ist das des ewigen Griesgrams, Besserwissers und Nörglers. Der 1860 gestorbene Denker behauptete jedoch von sich selbst: »Ich bin ein Mann, der Spaß versteht.« So steht unser Eindruck gegen se...

Telefon - Gesagt ist gesagt

Zum Beispiel hatten nur wenige Leute ein Telefon. Sie haben sich deshalb viel häufiger besucht. Das wird heute als Nähe verklärt, die aber aus purer Not entstand. ANDREW PORT, US-Historiker Frankfurter Allg. Sonntagszeitung Die DDR als Raum, in dem man nur notdürftig leben konnte. Existenz als reine Notwehr. Nichts Neues. Und wenn Gemeinschaft vorkam, sie kam reichlich vor, dann nur als zusätzlich...

Irene Constantin

Das Ende der Angst vor dem Sterben

Selbst das Datum, 3. Oktober 2010, stand im Dienste der Erhöhung der Wucht des Ereignisses. Es wurden gefeiert: die Welturaufführung einer Oper, die Eröffnung der neuen Saison, die erste Premiere unter der Leitung des neuen Staatsopernintendanten Jürgen Flimm, die Einweihung der Ausweichspielstätte für das Ensemble der Berliner Staatsoper während der für drei Jahre geplanten Rekonstruktion des Sta...

Seite 17

Haarscharfe Diagnose

Einer kanadischen Studie zufolge lassen sich drohende Herzinfarkte Monate vorher in den Haaren erkennen.

Neue ADHS-Therapie

Bei der Behandlung von ADHS-Kindern darf nicht mehr zuerst ein Medikament mit dem Wirkstoff Methylphenidat verordnet werden, beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (GBA).Künftig ist es unzulässig, Kinder, die an einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erkrankt sind, sofort medikamentös zu behandeln. »ADHS-Kinder brauchen Spezialisten für Verha...

Die Rezension: Dialogform Kunst

Die Rezension: Dialogform Kunst

In den zurückliegenden Jahren konnten viele neue Erkenntnisse für eine verbesserte Begleitung von Menschen mit Demenz gewonnen werden. Dass defizitorientierte Bilder und Konzepte nicht weiterführen, wird von immer mehr Menschen in der Praxis der Pflege und Betreuung so gesehen. Schöpferische Handlungsebenen, sei es der Umgang mit Musik, Geräuschen und Lauten, oder das künstlerische Arbeiten sind nicht länger nur Beschäftigung oder Prävention gegen einen befürchteten Kompetenzabbau. Sie werden v...

MAKS macht aktiv
Wolfgang Weiß

MAKS macht aktiv

Neue Hoffnung für Menschen, die an Demenz erkrankt sind: Im Bundespressehaus in Berlin stellten Wissenschaftler und Praktiker das Projekt MAKS aktiv vor. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine nicht-medikamentöse Mehrkomponententherapie, die zum Teil über ein Jahr in fünf verschiedenen Pflegeheimen getestet wurde und überraschende Ergebnisse gebracht hat.

Seite 19

Europa holt Ryder Cup

Trotz eines völlig indisponierten Major-Gewinners Martin Kaymer hat Europas Golfteam in einem dramatischen Finale den Ryder Cup zurückerobert und den entthronten Titelverteidiger USA um Superstar Tiger Woods frustriert nach Hause geschickt. Der 25 Jahre alte Debütant aus Mettmann zahlte in seinem Einzel am Montag gegen Dustin Johnson bitteres Lehrgeld und kassierte mit 6 und 4 die höchste Niederla...

Medaille in Reichweite

Mit neuem Mut und Selbstvertrauen nehmen die deutschen Volleyballer die finale Phase im Kampf um die erste WM-Medaille seit 40 Jahren in Angriff. »Dies ist eine große Gelegenheit für uns. Auch wenn wir sehr starke Gegner haben, hoffen wir, dass wir hier bleiben können für die Halbfinals. Das ist unser Traum«, sagte Bundestrainer Raúl Lozano vor den entscheidenden Partien heute gegen Tschechien und...

Maß voll: Training statt Wiesn

Das Maß ist voll beim FC Bayern München. Mit ernster Miene machte Karl-Heinz Rummenigge am Tag nach der 0:2-Pleite bei Borussia Dortmund die Krise beim deutschen Fußball- Rekordmeister amtlich. »Jetzt stecken wir in der Scheiße und müssen aus ihr wieder rauskommen«, beschrieb der Vorstandschef nach dem historischen Fehlstart die Situation, »die uns Sorgen macht. Ein FC Bayern kann sich nicht erlau...

ndPlusJürgen Holz

Außenseiter bedrängt Favoriten

Beinahe hätten sich die Ringer des Titelfavoriten 1. Luckenwalder SC gründlich blamiert – und das im Berlin-Brandenburg-Duell der 1. Bundesliga (Staffel Ost) beim Aufsteiger SV Luftfahrt Berlin. Denn vor dem letzten Kampf führten die Luckenwalder beim 16:14-Stand nur mit einem 2-Punkte-Vorsprung. Ein 3-Punkte-Sieg im Schlusskampf des für Luftfahrt ringenden Türken Dogukan Karakus über Damian...

ndPlusJörn Hartwich und Andreas Schirmer, dpa

1,6 Millionen Euro abgezockt

Verkaufte Spiele, korrupte Sportler, bestechliche Schiedsrichter: Vor dem Bochumer Landgericht beginnt am Mittwoch der erste Prozess um den größten Skandal des europäischen Fußballs. Auf der Anklagebank sitzen vier mutmaßliche Wettbetrüger im Alter zwischen 32 und 55 Jahren. Es geht um 32 Spiele aus Deutschland, Belgien, Slowenien, Ungarn, Kroatien und der Schweiz. Ebenfalls unter Manipulationsver...

Seite 20
ndPlusMartin Koch

Viel Sonne, viel Regen, Frost und heftige Gewitter

Im vergangenen Monat hat der Herbst begonnen – und das gleich zweimal. Während für Meteorologen bereits am 1. September Herbstanfang ist, wird der kalendarische Start der dritten Jahreszeit auf den 22. oder 23. des Monats verlegt. Dann nämlich steht die Sonne senkrecht über dem Äquator und es kommt zur sogenannten Tagundnachtgleiche, die dadurch gekennzeichnet ist, dass überall auf der Welt ...

Licht am Ende des Tunnels

Unter großem Beifall der Angehörigen der verschütteten Bergleute sind am Wochenende sechs Lastwagen bei der chilenischen Unglücksmine San José eingetroffen. Sie brachten die Wohn- und Lazarettcontainer in das Lager Esperanza (Hoffnung), in denen die 33 Bergleute nach ihrer Rettung aus 700 Meter Tiefe eine medizinische Erstversorgung erhalten sollen.Die letzten Vorbereitungen für das Ende des längs...

Seite 21
Irmtraud Gutschke

Labyrinth der Bücherwelt

Der Buchumschlag zeigt ihn sinnend auf einem Lehnstuhl unter Palmen. Das Gesicht – erleuchtet – zum Himmel gewandt. Wir wissen: Jorge Luis Borges (1899-1986) hat im Laufe seines Lebens sein Augenlicht verloren. Ein blinder Seher? Die Vorstellung mag viel zum Nimbus des Erzählers, Lyrikers und Essayisten beigetragen haben, der heute als größter Autor Argentiniens und Klassiker der Weltl...

ndPlusUwe Stolzmann

Die Dichter und die Diktatur

Ein seltsamer Ort, dieses Buenos Aires. Man fühlt sich rasch heimisch in Glanz und Gewühl, unter Menschen, deren Vorfahren erst vor drei, vier Generationen aus Europa kamen. Aber dann, im Gespräch, berührt der Gast einen Stoff, der ihn bewegt – die jüngste Diktatur im Land (1976-1983) –, und schon schwindet die Vertrautheit. Nein, das Regime der Herren Videla, Viola & Co. und die 3...

Seite 22
ndPlusMatthias Biskupek

Harmonische Störung

Texte aus dem Nachlass sind immer problematisch: Hat der Autor bewusst zu Lebzeiten auf einen Druck verzichtet? Kommt man seinen Intentionen mit einer behutsamen Anordnung, einer gelegentlichen Kommentierung nahe? Gisela Kraft, die im Januar 2010 verstorbene Westostberliner Dichterin, die ihre letzten Jahre in Weimar verbrachte, hat es dem Herausgeber der »Weimarer Störung«, Kai Agthe, leicht gema...

Horst Nalewski

Woher weiß der Dichter das von mir?

Ein »Brevier« – es möchte eine Verführung zum Werk des Lyrikers und Diarienschreibers Hanns Cibulka (1920-2004) sein: vom ersten Gedichtband »Märzlicht« (1954) bis »Späte Jahre« (2004). Hans-Dieter Schütt, der das Wagnis einer Auswahl angegangen ist, bekennt in seinem exzellenten Nachwort: »Ich habe herausgesucht, was mich ein Leseleben lang begleitete«, und er schließt, betroffen und getrof...

Kai Agthe

Lust am Widerspruch

Allein schon bei dem Gedanken, seine deutsch-deutsche Lebensgeschichte aufzuzeichnen, verspürte Thomas Brasch (1945-2001) Unbehagen. In seinem Tagebuch notierte er, er wolle sein Leben nicht literarisch »verwursten oder sensationalisieren«. So zu lesen in Insa Wilkes Studie, die weniger eine Biografie, sondern eher eine Werkinterpretation mit biografischen Elementen ist. Die Autorin nähert sich de...

Seite 23
Kai Köhler

Ein schönes Nebeneinander

An Lyriksammlungen besteht kein Mangel. Eine neue Anthologie muss sich also legitimieren, sei es durch ein überzeugendes Konzept, sei es dadurch, dass sie dem Wichtigsten unter dem Bekannten das Entdeckenswerteste des noch Unbekannten vorstellt. Entsprechen die gut 400 zwischen 1990 und 2010 entstandenen Gedichte, die Michael Lentz und Michael Opitz für ihr Buch »In diesem Land« ausgewählt haben, ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Staub und Marmor

Wer will, wer sieht schon das reale Rom! Noch im Beschreiben der dortigen Katzen haben Schriftsteller wie Koeppen und Kaschnitz, Eich und Bachmann die Zeitvorhänge zerrissen und sind gern kapitulierend dem Mythos verfallen wie einem prunkenden Dämon. Rom ist keine Stadt, Rom ist Anlass für jeweils Heutige, sich in die Geschichte zu verlieren; demütig der eine, berauscht der andere; der eine provok...

Seite 24
Katrin Greiner

Von-der-Seele-Schreiben

Ein Oberschlesier ist ein Oberschlesier ist ein Oberschlesier – oder anders gesagt: Ein Werner Heiduczek ist kein Deutscher, kein Vorzeige-Polter-Germane, und so eher ein (schreibender) Mann der leiseren, weiseren Töne. Nachzulesen sind die in diesem Band mit neun Essays von 1978 bis 2004. Allein sechs der Texte stammen aus den 90er Jahren, als die Nachwehen der 1989er und 1990er Ereignisse ...

ndPlusKlaus Bellin

Spöttische Jahrhundertschau

Wieder ein Roman, in dem es hoch hergeht, ein Galopp durch mehrere Jahrzehnte, angetrieben von einem blendend aufgelegten Erzähler, der aus Bilbao kommt (wie der Autor), in Leipzig aufwächst (wie der Autor) und der uns ironisch und zuweilen leise kichernd mit seiner umfänglichen, nicht gerade leicht überschaubaren Umgebung vertraut macht. Alles fängt im Dezember 1943 in einer Bombennacht an, wenn ...

ndPlusEberhard Reimann

Einblicke mit Sachkenntnis

Unter der Überschrift Im Osten ging die Sonne auf fragt Alexander Cammann in einem längeren Essay im letzten Jahr in der »Zeit«: »Lichtjahre voraus: Warum die Literatur, die aus der DDR kam, die Werke des Westens immer noch überragt.« Zu den Namen, die er nennt, lassen sich sicher weitere hinzufügen, aber das Fazit in der Überschrift ist schon aufregend genug, um nach denen zu fragen, die mit Inne...

Seite 25
ndPlusWalter Kaufmann

Sommer einer Jugend

Cowboysommer« – an dem Roman des in Irland lebenden Schweizers Hansjörg Schertenleib stimmt alles außer dem Titel. Der scheint weder zu Hanspeter, dem feinfühligen Erzähler, zu passen noch zu dem siebzehnjährigen Boyroth, zu dem er aufblickt, weil der alles kann, weiß, was er will, und den die Mädchen umschwärmen. In einer Bewunderung für den Freund treibt es den Erzähler um. So wie der will...

Werner Jung

Glück in glücksfernen Gegenden

An sein erstes Haus erinnert sich der Erzähler in Roland E. Kochs neuem Roman sehr gern, denn es war zugleich das schönste. Dort hat der aus Osteuropa nach Deutschland für viel Geld eingeschleuste Simon erstmals die Freiheit erlebt. Simon ist, wie der Leser schnell erfährt, schwer traumatisiert. Die Erinnerung an eine noch relativ unbekümmerte Kindheit vermischt sich mit fürchterlichen Bildern von...

Michael Hametner

Geschichte zurückgeholt

Devastierung« oder »devastieren« wären geeignete Kandidaten für ein Unwort des Jahres gewesen. Klingen so schön lateinisch-neutral und bezeichnen doch etwas, was Menschen schwere Schicksale aufgegeben hat. Gemeint sind Verwüstungen, Landschaftszerstörungen, am häufigsten in Deutschland praktiziert, um Braunkohle abzubauen. Im Rheinland, in der Lausitz und im mitteldeutschen Revier sind noch bis in...

Seite 26
Jenny Becker

Journalisten brauchen Liebe

Eine Tageszeitung in Rom, der es nicht gut geht: Was Tom Rachman in seinem Debütroman »Die Unperfekten« über das fiktive Blatt schreibt, richtet die Nackenhaare, aber auch die Mundwinkel auf. Die Zeitung hat keine eigene Webseite. Der introvertierte Jungverleger spricht nur mit seinem Hund. Ihre Leser schwinden dahin, ebenso die Motivation der Mitarbeiter. Überhaupt scheint das Arbeitsklima noch t...

ndPlusKlaus Haupt

Weltpanorama

Ein Buch über den Ersten Weltkrieg aus der Feder des britischen Bestsellerautors Ken Follett: Er entwirft ein großes Panorama zwischen Washington und Wladiwostok, behandelt Vorgeschichte und Auswirkungen des verdammten Völkermordes. Als auf Seite 215 das Attentat vom 28. Juni 1914 auf den Habsburger Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo zur Sprache kommt, befinden wir uns in London vor dem Hotel Ritz. Graf Robert von Ulrich, Militärattaché der österreichischen Botschaft, eine der erstrangigen...

ndPlusReiner Oschmann

Willkommen im Club

Wirkt der Roman wie das Buch eines 26-Jährigen? Ja und nein. Die Schilderung der Campus-Atmosphäre an der Harvard-Universität, auf Karriere zielende Geheimbündelei künftiger Absolventen oder studentische Sex- und Trink-Fantasien legen eine jugendliche Quelle nahe. Tatsächlich war Nick McDonell, der einer New Yorker Medienfamilie entstammt, selbst an der Elite-Uni. Der Hauptthemenstrang des Buches ...

Seite 27
ndPlusKarlheinz Kasper

Schmerzen und Hoffnungen

Deutsch schreibende Autoren, weiß man, leben in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, kommen aus Rumänien oder haben türkische Wurzeln. Über russlanddeutsche Literatur ist weniger bekannt, obwohl es diese Literatur seit 200 Jahren gibt. Bereits im Mittelalter kamen Deutsche nach Nowgorod, Moskau und Sankt Petersburg. Ihre Namen findet man unter Militärs, Wissenschaftlern, Politikern, Künst- le...

Irmtraud Gutschke

Ein »Mischka«-Konfekt

Sie ist die Tochter einer Bestsellerautorin – Margaret de Moor –, und sie hat, als Holländerin, Slawistik studiert. Hat sogar für mehrere Jahre in St. Petersburg gelebt und als Zeitungskorrespondentin gearbeitet. Marente de Moor, 1972 geboren, ist ein Beispiel dafür, wie das Russische, taucht man erst einmal darin ein, in einem bleibt, wo immer man später auch wohnt. Und dennoch, man s...

Seite 28
ndPlusHarald Loch

Was wäre wenn?

Die Rohstoffgier des Menschen verwüstet ganze Landstriche, und die Ordnungskräfte der wenigen Überlebenden haben nichts Besseres zu tun, als die Brache in Claims abzustecken, Eigentum selbst an wertlos gewordenem Grund und Boden zu sichern. Das ist zwar eher in einem Nebensatz untergebracht, aber die gesellschaftliche Zentralaussage der »Einladung an die Waghalsigen« von Dorothee Elmiger. Die Kraf...

Claudia Wangerin

Generation Prekär

Ein Roman, in dem mit größter Selbstverständlichkeit über Facebook-Freunde gesprochen wird, tut weh. Trotzdem: Es lohnt sich, ihn zu lesen. Angelika Reitzer hinterfragt nicht nur neue gesellschaftliche Verpflichtungen durch das Internet, sondern die ganze Gesellschaft, in der gebildete junge Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen von einem Projekt zum nächsten stolpern und dabei versuchen, so...

Peter Henning

Geschmeißfliege und Herrenmensch

Es ist eine an sich kleine, kammerspielartige Geschichte, die uns Inger-Maria Mahlke in ihrem ersten Roman erzählt – entrollt am Beispiel des pensionierten, ehemaligen Polizisten Hermann Mildt, der eine krude Obsession fürs Fotografieren hegt, und der ihm sprichwörtlich zugelaufenen spröden Polin Jana Potulski, deren Wege sich zufällig kreuzen – und im Folgenden Stoff für eines jener kleinen tragischen und in engstem, privatem Rahmen stattfindenden Schauspiele bieten, die Patricia Highsmith ein...

ndPlusRalph Grüneberger

Die lange Nachkriegszeit

Dieses Jahr wurde Rosemarie Fret 75. Zwischen dem ersten Buch, ihrem Erzählungsband »Nachsaison«, und dem jüngsten liegen fast vier Jahrzehnte und etliche andere Publikationen. Denn Rosemarie Fret ist eine Doppelbegabte, die zwei Kunst- hochschul-Diplome erworben hat. Ihre Fotobände sind legendär. Sie zeigen die Weite des Landes und die Weite der See. Bewundernswert ist das Malerische dieser Fotog...

Seite 29
Lilian-Astrid Geese

Pennywell und die Frauen

Vielleicht sollten Sie Anne Tyler nicht unmittelbar nach Jonathan Franzens neuem Meisterwerk »Freiheit« lesen. Aber wenn Sie Desperate Housewives¸ Friends und andere anglophone Soaps mit Niveau mögen, dann werden Sie Tyler lieben. Nicht Gesellschaftskritik ist die Absicht, sondern gute Unterhaltung. Fehlender Tiefgang wird durch Realitätsnähe ausgeglichen. Und dann ein klitzekleines, freches Stück...

Fokke Joel

Sultan von Paris

Das größte Problem für Mohamed Ben Mokhtar ist seine Mutter. Mit vierzig hat er sich immer noch nicht getraut, sie zu verlassen und von zu Hause auszuziehen. Dabei ist er ein sogenannter »Integrationserfolg« und bewegt sich in der französischen Gesellschaft wie ein Franzose. Nach einem Eins-A-Abitur und -Studienabschluss hatte er keine Probleme, einen guten Job zu finden. Schon lange hätte er unab...

ndPlusMichael Sollorz

Aus gutem Hause

Es war nur eine Frage der Zeit, dass eine so vielköpfige Gruppe wie die eltweit verstreute vietnamesische Diaspora irgendwann ihre Literatur hervorbringt, eigene Themen artikuliert, eigene Stimmen sucht. Mit ihren inzwischen durch Veröffentlichungen in renommierten Verlagshäusern bekannt gewordenen US-amerikanischen Kollegen Monique Truong (»Das Buch vom Salz«, »Bitter im Mund«) oder Nam Le (»Im B...

Seite 30
ndPlusHarald Loch

Wirklichkeit und Vorstellung

Die Venedig-Episode im Leben Schopenhauers, als Roman erzählt, der Schwere des Gedankens enthoben, angereichert um die nicht im Einzelnen überlieferte, deshalb hinreißend gestaltete Liebesgeschichte mit der Venezianerin Teresa – das ist der Gegenstand des ersten Romans von Christoph Poschenrieder. Der Münchner ist sonst als Journalist und Autor von Dokumentarfilmen tätig und schreibt seit 20...

ndPlusKlaus Bellin

Subversive Hommage

Ein Buch kehrt zurück, das es eigentlich nicht gab. Niemand wusste von ihm, kein Biograf hat es erwähnt. Es erschien mitten in Hitler-Deutschland, gedruckt im angesehenen Haus Poeschel & Trepte in Leipzig und erinnerte an den Dichter und Maler Joachim Ringelnatz, den die Nazis zu den Entarteten rechneten. Seine Auftritte in Deutschland hatten sie verboten, die letzten Bücher beschlagnahmt. Er ...

Monika Melchert

Es gibt kein So-wie-früher

Kann man mit einem Toten leben? Eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern hat durch einen Sportunfall ganz unerwartet ihren Mann verloren, mitten aus einem glücklichen Familienleben heraus. Sich einfach damit abfinden und weitermachen wie bisher, ist das die Lösung? Das ganze Trauerjahr über ist sie die starke Mutter, die ihren Söhnen eine normale Welt erhalten will, die ihnen den Vater zu ersetzen...

Seite 31
ndPlusErik Baron

Ein Stück Utopie

Seit geraumer Zeit lebt Helga M. Novak zurückgezogen im polnischen Wald – dem Vergessen preisgegeben. Längst verzogen ist das Aufsehen, das sie mit ihren beiden autobiografischen Romanen »Die Eisheiligen« und »Vogel federlos« erregte. Ab und zu ein Gedichtband, ansonsten meidet die heute 75-Jährige jegliche Öffentlichkeit und ignoriert die Hektik des profitorientierten Literaturbetriebs. In der Wildnis scheint die literarische Aussteigerin endgültig angekommen zu sein.Nunmehr ein Band »Liebesge...

Hans-Dieter Schütt

Bodenlos am See

Der Wunsch dehnt sich buchlang aus, er streckt sich wie ein Körper, der eine Enge verlassen, aber nicht etwa aus der Haut fahren will. Der Wunsch heißt: »Wie schön, wenn man sich allem anpassen könnte … Nichts Bestimmtes sein.« Später hat der Wunsch die Worte: »Ich würde mich am liebsten nie wieder auf etwas konzentrieren.«Das nennt Martin Walser »Todlosigkeit«, so, wie Imre Kertész von Schicksallosigkeit spricht, in seinem »Roman eines Schicksallosen«, freilich in ganz anderem, furchtbarem Lag...

Seite 32
Eva Peter

In der Friedensschule

Schon als ich geboren wurde, kamen immer wieder Soldaten in unser Dorf. Sie haben Hütten angezündet und Dorfbewohner getötet oder mitgenommen. Das hat mir meine Mutter erzählt. Mein Vater hat immer gesagt, das würde schon vorbeigehen, wenn wir ihnen geben, was sie wollen.« – Kikolo war acht, als sein Dorf niedergebrannt wurde. Soldaten brachten ihn per Lastwagen in ein Urwaldcamp. »Zusammen mit anderen Kindern habe ich viel gelernt: Essen kochen, Wäsche waschen, Gewehre tragen und auf Menschen ...

ndPlusSybille Walter

Monster und Zombies

Trix Solier, der gerade 14-jährige Held dieses Romans, ist beim Umsturz im Königspalast mit dem Leben davongekommen. Seine Eltern, sein Zuhause und den Thron hat er verloren. Er muss fliehen. Allein und mittellos treibt er in einem Ruderboot auf dem Fluss. Wen wundert's, dass dieser Junge, der seine Identität verloren hat, auf Rache sinnt und auf Wiedergutmachung. – Um diese Ausgangssituatio...

Irmtraud Gutschke

Ein nasser Maulwurf

Katrin Pieper könnte die Großmutter sein in diesem Buch: »eine kluge Frau. Nicht nur, weil sie Bücher liest, sondern weil sie auch Kummer lesen kann.« Kummer hat Tom. Er freut sich auf die Schule, aber ist sich nicht sicher, wie es sein wird dort. Allenthalben hört er ernste Prophezeiungen. Sollte es da wirklich Tränen geben? Und ist er überhaupt klug genug? Hat ja noch nicht mal seinen ersten Milchzahn verloren ... Aber Tom ist wohl ein Kind der Tat und beschließt spontan, die Schule auf eigen...

Seite 33
Gabriele Oertel

Ein bitterer Befund

Ginge es nach der Art und Weise, wie Jubelfeiern zu diversen Jahrestagen organisiert werden, wäre die deutsche Einheit schon am 3. Oktober 1990 vollendet gewesen. Auf anderen Gebieten ist sie noch 20 Jahre danach weit von Vollendung entfernt. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die sich nicht nur mit ihren Memoranden gegen den Zeitgeist stemmt. Folgerichtig ne...

ndPlusAndré Brie

Verwirrend, entwirrend

In den »Bibliotheken über die Ereignisse vor zwanzig Jahren« (Hans Misselwitz) steht inzwischen mehr Selbstbeweihräucherungsliteratur und seichter Kitsch als in jeder heutigen Kleinstadtbibliothek. Doch im versteckten Regal finden sich auch nicht wenige kritische, analytische und konstruktive Werke, die die These vom Ende und der Vollendung der Geschichte widerlegen, die 1989/90 erreicht worden se...

Seite 34
ndPlusKarlen Vesper

Beharrlich

Goyas Zeichnung »Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer« ziert das Cover des Buches. Passend. Handelt es sich doch hier um ein Aufklärungsbuch, das einem Aufklärer gewidmet ist, »einem überaus produktiven und vielseitigen Wissenschaftler und akademischen Lehrer«, dessen forschendes und publizistisches Selbstverständnis »im besten Sinne als politisch zu bezeichnen ist«, wie es im Vorwort der Her...

Günther Frieß

Ein mutiges Paar

In ihrem neuen Buch beleuchtet die Politikerin und Publizistin Antje Vollmer ein nahezu vergessenes Kapitel der Verschwörungsgeschichte gegen Adolf Hitler und das NS-Regime. In einer bewegenden und faszinierenden Doppelbiografie zeichnet sie das Leben zweier junger Adeliger aus Ostpreußen nach, die ebenso erschütternde wie tragische Geschichte des Scheiterns von Heinrich und Gottliebe von Lehndorf...

Helmut Müller-Enbergs

Schwabes dunkle Seite

Schwabe«, der »Spion, der aus dem Schwarzwald kam«, glaubt, dass es im November 1957 war, als alles begann. Er will in Leipzig studieren. Im Prorektorat der Universität wird er gefragt: »Natürlich kannst du hier studieren, Genosse … Aber wieso studierst du nicht im Westen? Die Partei könnte dich unterstützen.« Nach den Stasi-Unterlagen ist es im März 1957 gewesen, als »der Mann, der aussieh...

Seite 36
Harald Loch

Soziales Handeln

Mit dem Satz »Soziologie ist ein Kampfsport« beschrieb Pierre Bourdieu (1930 – 2002) in einem Radio-Interview sein Selbstverständnis als Wissenschaftler. Kaum ein Soziologe hat sich so eingehend mit der öffentlichen Rolle der Intellektuellen und der Rolle der Massenmedien in der modernen Gesellschaft auseinandergesetzt wie er, kaum ein Theoretiker hat so klar zu politischen Fragen Stellung b...

ndPlusGerhard Klas

Eigennutz

Angesichts der vielfältigen Krisen und der Unfähigkeit des Weltwirtschaftssystems, die großen Herausforderungen der Menschheit in den Griff zu bekommen, tritt die Irrationalität des Kapitalismus heute deutlicher denn je zu Tage. Dass sich viele Menschen dem dennoch unterwerfen, trage deshalb religiöse Züge, meint der Theologe Christoph Fleischmann. Sein kritischer Blick auf das weltweit vorherrsch...

Hermann Klenner

Geist auf leisen Sohlen

Von Helmut Seidel, dem Philosophen unter den Philosophieprofessoren der DDR, konnte man viel lernen. Vor wie nach 1989/90. Und kann es noch nach seinem Ableben. Wer seine nun endlich publizierten Texte über die berühmtesten Aufklärungsdenker des 17. und 18. Jahrhunderts liest, begreift, warum die einstigen Vorlesungen des Autors an Leipzigs Universität fachübergreifend geachtet waren. Wie wenige J...

Seite 37
ndPlusGünter Meisinger

Debattierwut

Der Professor an der Indiana University in Bloomington widersprach bereits in früheren Veröffentlichungen den Thesen von Kollegen, die Ereignisse im Oktober/November 1917 einen »linksextremen Minderheitenputsch Lenins« nennen. In diesem Buch belegt Alexander Rabinowitch eingehend seine gegenteilige Ansicht. Mit den Recherchen hierfür hatte er bereits 1980 in Moskauer und Leningrader Bibliotheken b...

ndPlusHeinz Niemann

Glaubwürdig

Nach etwa zwanzig Büchern von Erhard Eppler erscheint nun also eines über und mit ihm. Die beinahe kongeniale Biografin und Interviewpartnerin Renate Faerber-Husemann hat mit diesem Buch sicher einem der auffälligsten Köpfe der SPD ein würdiges literarisches Denkmal geschaffen, manchmal vielleicht mit etwas allzu viel Euphorie, aber mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen. Der Verzicht auf Vollst...

Jörg Roesler

Zukunft antizipiert

Kaum einem Wirtschaftswissenschaftler gegenüber ist die SED-Führung so misstrauisch geworden und geblieben wie gegenüber Fritz Behrens. Kaum einer der zu DDR-Zeiten Verfemten hat nach der Wende soviel Anziehungskraft für die dem Sozialismus weiterhin anhängenden deutschen Ökonomen gehabt wie der »56er-Wirtschaftsreformer«. Dies ist der dritte seit 1990 erschienene Sammelband, in dem sich seine Zun...

Seite 38
Gerd Fesser

Fata Morgana

Pünktlich zum 80. Geburtstag von Dietrich Eichholtz ist ein neues Buch aus der Feder des bekannten ostdeutschen Wirtschaftshistorikers erschienen – und zwar zu einem Forschungsgegenstand, der ihn die letzten Jahre fesselte. Wie seine publizistischen Vorgänger wirkt auch dieses Buch wie ein historischer Kommentar zu aktuellen globalen Geschehnissen, zum weltweiten Kampf um den begehrten Rohst...

Jukka Tarkka

Es geht auch anders

Seit 30 Jahren wird dem deutschen Michel weisgemacht, dass er über seine Verhältnisse lebt und die Sozial- und Rentensysteme »reformiert« werden müssen, damit die Wirtschaft wachsen kann. So tönt es von den sogenannten »Wirtschaftsweisen« im Namen der hehren Wissenschaft, unverblümter von Seiten der Wirtschaftsverbände, und so hat bisher jede Regierung seit 1990 ihr Scherflein zur Schleifung des S...

ndPlusChrista Luft

Paradiesisches Flair

Seit dem entwürdigenden rot-grünen Hartz-IV-Gesetz mehren sich Publikationen zum Grundeinkommen. Wenn auch in differenzierter Ausgestaltung, hat es Anhänger in fast allen politischen Lagern. Dieses Buch stammt aus der Feder eines wohlhabenden Unternehmers (Gründer der Drogeriemarktkette dm) und einer Kulturwissenschaftlerin (vormals Wissenschaftssenatorin im rot-roten Berliner Senat). Ein bedingun...

Seite 39
ndPlusHeinz-Dieter Winter

Rückgratlosigkeit

Beobachter halten die Anfang September aufgenommenen direkten Gespräche zwischen der israelischen Regierung und der palästinensischen Autonomiebehörde für die letzte Chance, um den palästinensisch-israelischen Konflikt durch eine Zwei-Staaten-Lösung zu beenden. Angesichts der fortgesetzten israelischen Siedlungspolitik überwiegt Skepsis. Auch David Gardner, von 1995 bis 1999 verantwortlicher Middl...

ndPlusUwe Stolzmann

Trauma Diktatur

Dreißigtausend Tote, hunderttausend Folteropfer oder mehr – das ist die Bilanz der jüngsten Diktatur in Argentinien (1976-83). Fast drei Jahrzehnte nach dem Rücktritt der Generäle ist die Vergangenheit noch immer präsent – in den Medien, Gerichtssälen, in der Kultur, im öffentlichen Raum. Wer durch Buenos Aires flaniert, wird unsanft mit der Geschichte konfrontiert: Auf dem Gehsteig si...

Wolfgang Gehrcke

Hilferuf eines Soldaten

Der Krieg war verloren, ihre Seele auch.« In diesem Satz artikuliert sich die Botschaft des Buches, das ich allen Bundestagsabgeordneten als Pflichtlektüre verordnen würde, wenn es denn in meiner Macht stünde. Jede Parlamentarierin, jeder Parlamentarier sollte wissen, spüren, verinnerlichen, dass sie oder er mit ihrem Abstimmungsverhalten Verantwortung über Leben und Tod übernehmen. Nicht nur der ...

Seite 40
Franziska Klein

Kein totes Land

Die postmortalen Angriffe gegen die DDR sind in diesen Monaten kaum zu überbieten. Sie belegen eigentlich, dass die DDR noch sehr lebendig ist. Warum sonst müsste man mit fanatischem Eifer den Kampf gegen diesen Staat weiter führen«, schreibt Hans Bauer und fährt fort: »Die DDR besteht zwar nicht mehr als Staat, aber im Bewusstsein, in der Erinnerung der Menschen, im täglichen Leben ist sie noch s...

Nora Goldenbaum

Wie eine Familie

Ohne die Filmfabrik ist Wolfen nicht zu denken, lautet der erste Satz. Das einst knapp 600 Seelen zählende Dorf verdankt dieser den Aufstieg zu einer Stadt mit Weltruhm. Darauf ist man noch heute stolz, bemerkten Rainer Karlsch und Paul Werner Wagner bei ihren Gesprächen mit ehemaligen Arbeitern und Angestellten vor Ort: »Das Werk war ihre Familie ... Mit glänzenden Augen erzählten sie, wie stolz ...

ndPlusHans Modrow

Schwierige Beziehungskiste

Die Befunde über die innere Einheit sind schlecht.« Dieser Befund stammt von Beatrice von Weizsäcker, der Tochter des Alt-Bundespräsidenten. Ihre Erkenntnis lautet: »Ohne die Menschen kann die Politik wenig erreichen … Das gilt ebenso umgekehrt: Wenn die Politik zu Annäherung und Aussöhnung bereit ist, wird es auch menschlich viel leichter.« Auf politischer Ebene findet die Autorin jedoch w...

Seite 41
Lucía Tirado

Selbstbewusst

Eine gelernte DDR-Frau schafft das. Hinter dieser Redewendung steckt Selbstbewusstsein. Da ist die Gewissheit, improvisieren zu können und mit Geschick aus einer keineswegs perfekten Situation etwas zu zaubern, worüber andere sich manchmal nur wundern können. So locker ist das in einem wissenschaftlichen Buch natürlich nicht zu finden, aber zwischen den Zeilen steht es auch. Frauen in der DDR nutz...

ndPlusSahra Wagenknecht

Haircut

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist nicht vorbei. Zwar sind die Auftragsbücher der deutschen Industrie wieder gut gefüllt, doch der Aufschwung beschränkt sich auf wenige Kernländer Europas. In der EU-Peripherie sieht es ganz anders aus. Ob in Griechenland, Irland, Spanien, Portugal, Ungarn, Rumänien oder im Baltikum, überall klagen Privatpersonen, Unternehmen und Staatshaushalte über enorme Schul...

ndPlusRosi Blaschke

Bis zum jüngsten Tag?

Das größte Problem bei den Renten sind die Rentner.« Und: »Die Langlebigen bringen den Staat um.« So die hämischen Spötter auf der Kabarettbühne. Die Satiriker geißeln damit die Politik. Die Politiker sagen eigentlich dasselbe, nur meinen sie in der Tat die (ostdeutschen) Rentner: Die Beitragszahler aus dem Westen bezahlen für Ostrentner – das gehe in die Milliarden Euro. Und gar erst die Os...

Seite 42
Harald Loch

Wirkungsmächtige Wahrheit

Mitten im 20. Jahrhundert mussten inmitten einer europäischen Metropole Zeitdokumente in Blechkisten und Milchkannen vergraben werden, um Zeugnis für die Nachwelt abzugeben. Die Rede ist vom Untergrundarchiv Oyneg Shabes, das das Leben im Warschauer Ghetto unter der deutschen Besatzung minutiös dokumentiert. Der jüdische Historiker Emanuel Ringelblum hatte die geheime Sammlung veranlasst und dafür...

Susann Witt-Stahl

Das Böse der Banalisierung

Wenn Ideologiekritik instrumentalisiert und so zur Lüge wird, dass sie sich der kritisierten Ideologie annähert, sogar in sie zurückfällt, dann ist eine Kritik dieser ideologisierten Kritik nötig. Vor allem, wenn es sich um eine Kritik an einer Ideologie handelt, die noch virulent ist: Antisemitismus. Statt dem real existierenden Judenhass entgegenzuwirken, glitte die Antisemitismuskritik mehr und...

ndPlusKurt Pätzold

Begegnungen

Der Titel lässt keinen Zweifel. Das ist ein Pamphlet. Der Autor beherrscht das Metier. Wessen Gewohnheit es ist, sich mit Büchern vor deren Kauf oder Lesen dadurch bekanntzumachen, dass man in dessen Anfangs- und Endseiten blättert, der stößt hier am Schluss auf das Bekenntnis des Autors, wonach die Deutschen zwar Autos und Autobahnen brauchen, aber keine Denkmäler. Daran schließt sich die Parole ...

Seite 43
ndPlusWladislaw Hedeler

Streik im Lager

Sie bleibt ihrem Thema und Versprechen treu. Ursula Rumin berichtet auch in ihrer neuesten Publikation über ihr Schicksal und das ihrer Leidensgefährtinnen in den sowjetischen Besserungsarbeitslagern. Während der Arbeit an einem Drehbuch für einen Film über den Jugendstrafvollzug in der DDR war sie am 25. September 1952 aus Westberlin nach Ostberlin gelockt, verhaftet, der sowjetischen Geheimpoliz...

ndPlusJohnny Norden

Lehrstück

Arthur Ewert war ein erfahrener Kader der KPD. Er wurde Anfang der 30er Jahre als Komintern-Beauftragter für Brasilien tätig und arbeitete eng mit Luis Carlos Prestes zusammen. Am Schicksal dieser Beiden macht Jürgen Mothes deutlich, welche Möglichkeiten in den ersten zehn Jahren der Komintern noch bestanden. Diese beiden Protagonisten der revolutionären Bewegung auf dem lateinamerikanischen Kontinent hatten versucht, dogmatischer Verengung entgegenzuwirken, wurden jedoch letztlich für Stalins ...

Ingolf Bossenz

Ein Augiasstall und kein Herkules

So unbeirrt von aller der Finsternis abgerungenen Erkenntnis ist sie ihrer Finsternis treu geblieben, dass es schon wieder imposant ist in seiner Konsequenz, vergleichslos, wirklich einzig.« Der Satz des Schriftstellers Hans Wollschläger (1935 – 2007) ist aktuell wie vor über 30 Jahren, als er geschrieben wurde. Er bezieht sich auf die katholische Kirche, jenes »Monstrum« (Wollschläger), des...

Seite 44
Reimar Paul

Weder sicher noch nötig

Die künftige Energiepolitik, und hier insbesondere die Entscheidung der Bundesregierung, die 17 deutschen Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen, bestimmt seit Wochen die öffentliche Diskussion. Mehrere Bücher sind kürzlich schon zum Thema erschienen. Einen Beitrag zur Debatte will auch der neue Band »Störfall Atomkraft« leisten. Im Untertitel versprechen die Herausgeber Karl-W. Koch, Astrid Schn...

ndPlusSabine Neubert

Die Anderen wahrnehmen

Dieses Buch ist hoch aktuell. Kultur- und Literatur-, Sozial- und Sprachwissenschaftler präsentieren Ergebnisse ihrer Arbeiten. Erstmals wird hier der Versuch unternommen, verschiedene Perspektiven der Forschung zu Transnationalismus interdisziplinär zusammenzuführen und auf einem hohen Niveau zu diskutieren. Wohltuend unterscheidet sich dieser wissenschaftliche (und – etwa bei Sprachproblem...