ndPlusBasil Wegener und Kirsten Baukhage, dpa

Künast wird grüne Spitzenkandidatin in Berlin

Berlin (dpa/ND) - Renate Künast will im kommenden Jahr die erste Grünen-Regierungschefin von Berlin werden und Amtsinhaber Klaus Wowereit (SPD) verdrängen. »Ich bin bereit, ich kandidiere für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin«, sagte die Grünen- Fraktionschefin im Bundestag unter dem Jubel von 900 Parteifreunden und Gästen am Freitagabend in Berlin.Dem Land steht ein beispielloser Wahlkampf bevor. Seit Monaten war erwartet worden, dass die 54-Jährige den Regierenden Bürgermeiste...

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Unten links

Was macht eigentlich Heiner Geißler, der große Schlichter, wenn er mal nichts zu schlichten hat? Wahrscheinlich langweilt er sich ganz furchtbar. Mit dem einen lächerlichen Tag Stuttgart die Woche ist er nicht ausgelastet. Ursprünglich wollte er dort ohne Pause durchschlichten, sieben Tage, 24 Stunden. Aber dann wären sie zu schnell fertig geworden und hätten nicht gewusst, was sie mit dem lieben ...

Transport ist unterwegs

Berlin (ND/Agenturen). Der Zug mit hoch radioaktivem deutschen Atommüll hat sich am Freitag in Richtung Gorleben in Bewegung gesetzt. Der Transport mit elf Castor-Behältern und drei Waggons mit mehreren Dutzend Polizisten startete nach Angaben von Greenpeace um 14.22 Uhr im nordfranzösischen Valognes. Aktivisten der Umweltorganisation begleiten diesen mit Thermografiebildern und akkustischen Strah...

Warten auf Castor
Jochen Stay

Warten auf Castor

Zehntausende werden heute in Dannenberg demonstrieren. Der im Bundestag abgenickte Beschluss der schwarz-gelben Koalition, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, hat nicht zu Resignation geführt, sondern zu einem Jetzt-erst-Recht-Gefühl: Inzwischen ist der häufigste Satz, den man zum Thema hört: »Damit kommen die nie durch.« Nicht eingefleischte Anti-Atom-AktivistInnen reden so, sondern Leute, die normalerweise eher sagen »Die da oben machen ja doch, was sie wollen.« Da verschiebt sic...

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Wer zahlt für die Polizei?

Osnabrück (epd/ND). Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat die Atomkonzerne aufgefordert, sich an den Sicherheitskosten für den Castor-Transport nach Gorleben zu beteiligen. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Atomindustrie jedes Jahr Milliardengewinne einstreiche, die Kosten für die Sicherheit beim Transport von Atommüll aber beim Steuerzahler ablade, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt d...

Reimar Paul, Lüchow

Bunter Auftakt zu Protesten

»Lernkraft statt Kernkraft«, steht auf einem Transparent. Auf einem anderen heißt es: »Ich bin nicht der Feind, ich will nur überleben.« Mit einer bunten und lauten Demonstration protestierten am Freitag in Lüchow Schülerinnen und Schüler mehrere Stunden lang gegen den Castor-Transport nach Gorleben – 1400 Jugendliche waren es nach Angaben von Bürgerinitiativen, die Polizei nannte 600 bis 80...

Reimar Paul

Atomkraftgegner gegen Vereinnahmung

Nach jahrelanger Eiszeit will sich die Grünen-Spitze wieder im Wendland beim Protest gegen den bevorstehenden Castor-Transport sehen lassen.

Die Renaissance einer Bewegung

Dieter Rucht gilt als führender Experte der Bewegungsforschung und hat sich lange und intensiv mit der Anti-Atom-Bewegung beschäftigt. Der 64-Jährige ist Ko-Leiter der Forschungsgruppe »Zivilgesellschaft, Citizenship und Politische Mobilisierung in Europa« am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Honorarprofessor im Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften an der Freien Universität in Berlin. An diesem Wochenende ist er im Wendland unterwegs. Mit ihm sprach für ND Ina Beyer.

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Im Auge des Sturms
ndPlusJürgen Amendt

Im Auge des Sturms

Längengrad 11 Breitengrad 53; 49 699 Einwohner (Stand: Dezember 2009) und damit nach der Einwohnerzahl der kleinste Landkreis Deutschlands. Landrat: Jürgen Schulz (parteilos). Mitten in Deutschland gelegen, aber doch am Rande der Welt. Wer ins Wendland will, braucht Zeit; es führen nicht viele Wege dorthin, die großen Straßen machen einen weiten Bogen um das weite Land, vom Schienennetz ist es abg...

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Tagebuch

Schaufenster angucken ist eigentlich nicht so mein Ding. Abends in der kopfstein-gepflasterten Einkaufsstraße von Dannenberg an den Geschäften entlang zu bummeln, hat aber Spaß gemacht. Mindestens jeder zweite Laden hat dem großen Ereignis Castor-Transport entsprechend dekoriert. An den Scheiben kleben große Anti-Atom-Sticker und Plakate, die für die heutige Großdemonstration oder die Sitzblockade...

Die Quartiermeisterin
ndPlusInes Wallrodt, Dannenberg

Die Quartiermeisterin

Die vielen Castor-Gegner, die von auswärts zu den Protesten anreisen, müssen irgendwo auch schlafen. Seit Wochen verbringt Christina Schuster den größten Teil ihrer Zeit damit, für sie eine geeignete Bleibe zu finden – die Nachfrage ist groß, das Angebot aber auch.

Eine Region in Alarmbereitschaft
Ines Wallrodt, Dannenberg

Eine Region in Alarmbereitschaft

Die ersten Castorgegner haben sich schon postiert. Sie sitzen oder lehnen an Straßenecken und Bäumen, neben sich Schilder mit »Atomkraft stoppen«. Wenn es dunkel ist, tauchen sie plötzlich im Scheinwerferlicht auf. Noch sind es nur menschengroße Puppen. Aber sie sind die Vorhut. Schon Tage vor dem Atommüll-Transport ist jedermann in der Region Lüchow-Dannenberg damit beschäftigt, seine Ankunft vor...

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Mutmaßlicher Terrorist verhaftet

Sicherheitskräfte haben im saarländischen Neunkirchen einen Terrorverdächtigen festgenommen. Gerüchteweise wurde davon gesprochen, dass die Polizei so einen Bombenanschlag verhindern konnte.

ndPlusMarian Krüger

Kraft an der Bundesratsspitze

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ist neue Bundesratspräsidentin. Im Plenum der Länderkammer am Freitag hielt sie ihre Antrittsrede.

ndPlusUwe Kalbe

Nervosität vor dem Konvent

Nach mehreren Regionalkonferenzen, nach Stellungnahmen von Parteigremien und -zusammenschlüssen kommen die Abgesandten der Linkspartei am Sonntag zu ihrem Programmkonvent in Hannover zusammen.

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Holger Politt

Von Vergangenheit und Verantwortung

Für den Nahostkonflikt – ein Dauerthema auf der internationalen Tagesordnung – zeichnet sich noch immer kein Ende ab. Auch in der deutschen Parteienlandschaft werden die Wege zu einer gerechten Lösung kontrovers diskutiert. Damit befasste sich in dieser Woche eine Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Potsdam.

ndPlusDaniel Kestenholz, Bangkok

Zages Hoffen in Myanmar

Erstmals nach 20 Jahren finden am Sonntag in Myanmar (Burma) wieder Wahlen statt. Eine »Farce« – urteilen Gegner der herrschenden Militärs im In- und Ausland kategorisch. Kaum dringen in diesem Chor Stimmen von Oppositionellen und Beobachtern durch, die in diesen Wahlen immerhin einen Hoffnungsfunken sehen.

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68 Tote bei Absturz in Kuba

Havanna (dpa/ND). Der Absturz eines Passagierflugzeugs auf Kuba hat alle 68 Insassen in den Tod gerissen, unter ihnen auch zwei Deutsche. Die zweimotorige Turbo-Prop-Maschine vom Typ ATR-72-212 war auf einem Inlandsflug von der im Osten gelegenen Stadt Santiago de Cuba in die Hauptstadt Havanna. Die Ursache des Absturzes war zunächst nicht bekannt. Es wurde vermutet, dass Ausläufer des in der Kari...

Terroranschlag beim Freitagsgebet

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee im unruhigen Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 50 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden.

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ndPlusOlaf Standke

Kein Nostalgie-Trip

Als wäre die vor allem ihm selbst angekreidete Niederlage seiner Partei bei den Kongresswahlen nicht schon genug gewesen, musste Barack Obama einen Tag nach dem Debakel in der jüngsten »Forbes«-Liste der weltweit einflussreichsten Menschen lesen, dass er auch dort den Spitzenplatz verloren hat, an seinen chinesischen Amtskollegen Hu Jintao. Der USA-Präsident werde es nach der Wahlschlappe nun schw...

ndPlusDieter Janke

Vergiftetes Angebot

Mit seinem Vorstoß zu einem kommunalen Hebesatzrecht bei der Einkommensteuer gibt Finanzminister Schäuble wieder einmal seinen Lieblingspart, den des ausgebufften Schlitzohrs. Dem Vernehmen nach will er die festgefahrenen Verhandlung über die Kommunalfinanzen wieder in Gang bringen, indem er auch ein Entgegenkommen bei den Soziallasten in Aussicht stellt. Bei Lichte betrachtet ist die Offerte jedo...

René Heilig

Wehret den Paketen!

Die EU ist aufgeschreckt – Paketbomben wohin man blickt! Überall Sprengfallen, in Laserdruckern, im Kanzleramt, sogar für Europol waren schon welche gebastelt. Gestern trafen sich in Brüssel allerlei zumeist ministerielle Experten, um herauszufinden, wie man Lücken im globalen (Luft-)Frachtsystem schließen kann. Am Montag wollen die EU-Innenminister das beim Mittagessen zum Tischthema machen...

ndPlusMarcus Meier

Fürs Grobe

Politisch schien Oliver Wittke, 44, abgemeldet. Jetzt gibt der ehemalige Bau- und Verkehrsminister von NRW seinen lukrativen Job in der Wirtschaft auf und wird Generalsekretär der NRW-CDU. 30. Mai 2006: Der NRW-Landtag debattiert zum Thema »Arbeitsmarktreform Hartz IV«. Eine Million Menschen des einwohnerstärksten Bundeslandes sind zu diesem Zeitpunkt arbeitslos. Auf den Regierungsrängen sitzt gut...

Welchen Kurs verfolgt Niebel?

Welchen Kurs verfolgt Niebel?

ND: Sie reisen mit dem deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel durch Südamerika. Welche Perspektiven sehen Sie für das deutsche Verhältnis zu dieser Region? Hänsel: Die Perspektive hat die Bundesregierung in ihrer neuen Lateinamerika-Strategie eindeutig beschrieben. Es geht um Rohstoffsicherung, Exportförderung und die Absicherung deutscher Wirtschaftsinteressen. Dabei sind die linken Regierung...

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Bahnschlichtung läuft zweigleisig

Berlin (dpa/ND). In der komplizierten Tarifrunde der Bahnbranche soll eine zweigleisige Schlichtung Lösungen ohne neue Streiks ermöglichen. Die Deutsche Bahn (DB) und sechs große Privatbahnen wollen je eigene Schlichtungsverfahren mit den beiden Gewerkschaften Transnet und GDBA beginnen, die aber ein gemeinsamer Vermittler zusammenhalten soll. Das teilten die Beteiligten am Freitag mit. Während de...

ndPlusDieter Janke

Einkommensteuer bald Gemeindesache?

Bislang waren die Gespräche zwischen der Bundesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden zur Neugestaltung der Finanzen der Städte und Gemeinden ohne greifbares Ergebnis geblieben. Nun macht Finanzminister Schäuble einen Vorstoß, der nicht auf ungeteilte Gegenliebe stößt.

Marcus Meier, Köln

Claims heimlich abgesteckt

Für die Hälfte der Fläche Nordrhein-Westfalens wurden Berechtigungen zur Suche nach schwer förderbarem Erdgas erteilt – vor allem an Konzerntöchter von ExxonMobil, BASF und Shell. Erkundungsbohrungen finden bereits statt. Öffentlichkeit und Parlament erfuhren das nur durch Zufall.

ndPlusKnut Henkel

Run auf die Baumwolle

Baumwolle ist die Naturfaser Nummer eins. Jedes Jahr werden rund 25 Millionen Tonnen der weißen Flocken geerntet, aus der rund ein Drittel unserer Kleidung besteht. Doch der Rohstoff, der in über 70 Staaten angebaut wird, wird immer teurer. Derzeit hat der Preis sein höchstes Niveau seit 14 Jahren erreicht.

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Goldtraum vom Winde verweht
ndPlusThomas Becker, dpa

Goldtraum vom Winde verweht

Licht und Schatten gab es am ersten Finaltag bei den Weltmeisterschaften in Neuseeland für die deutsche Ruderflotte: Der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Daniela Reimer und Anja Noske (Potsdam/Saarbrücken, Foto: dpa) und der Doppelvierer mit Schlagfrau Julia Richter (Berlin) gewannen am Freitag Medaillen. Ein Goldtraum platzte allerdings auf dem Lake Karapiro. Der Doppelvierer mit Schlagmann Mathia...

Michael Fox, dpa

Mit etwas Glück ins Halbfinale

Träumen erlaubt! Bravourös meisterten die deutschen Volleyballerinnen die erste WM-Etappe, zur Belohnung lockt nun sogar der langersehnte Aufstieg in die Weltspitze. »Es gibt keine Mannschaft, gegen die wir nicht gewinnen können«, macht Bundestrainer Giovanni Guidetti seinem jungen Team vor dem Start in die Zwischenrunde Mut. Das große Plus der deutschen Mannschaft: die Geschlossenheit, der Teamge...

Sebastian Stiekel, dpa

Die zwei Gesichter des VfB Stuttgart

Ein kurzes Abklatschen auf dem Rasen, eine kleine Welle vor den mitgereisten Fans: Viel mehr gönnten sich die Spieler des VfB Stuttgart nach ihrem 3:0-Sieg beim FC Getafe und der frühzeitigen Qualifikation für die K.o.-Runde der Europa League nicht. »Wir haben gezeigt: Wir können es, wir sind gut«, sagte Torschütze und Rotsünder Ciprian Marica. »Aber wir dürfen uns nur ein paar Stunden freuen. Denn am Sonntag erwarten die Fans und wir selbst von uns wieder einen Sieg gegen Werder Bremen. Der wä...

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Luft

Über Wiedervereinigung und Einheit wird in der Politik viel und gern geredet. Im alltäglichen Berliner Hintergrund sieht dann die Sache doch immer noch etwas anders aus. Auf dem Weg von Wedding zur Bornholmer Straße nach Pankow fragten zwei Damen dieser Tage unterwegs beim Einsteigen den Fahrer, wie weit er fahre. Antwort: »Bis Grenze«. * Mit Selters und nicht Sekt bewirtete gestern der Hausherr d...

Kein Abi mehr nach elf Jahren

(dpa). Hochbegabte in Berlin können bald nicht mehr das beschleunigte Abitur nach elf Jahren ablegen. Zum Schuljahr 2012/2013 werden letztmalig Schüler in Schnellläuferklassen aufgenommen, die nach sieben Jahren am Gymnasium zur Hochschulreife führen. Das teilte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gestern mit. Vom nächsten Schuljahr an bieten nur noch drei der ursprünglich dreizehn Schulen den ku...

Bus-Ausfälle: Entschuldigung gefordert

(dpa/ND). Die bereits mehrfach in Brand geratenen BVG-Busse der Citaro-Baureihe aus dem Jahr 2002 werden noch genauer untersucht als ursprünglich geplant. Techniker des Herstellers Mercedes und ein unabhängiger Gutachter sollten buchstäblich jede Schraube umdrehen, sagte BVG- Sprecherin Petra Reetz. Immer wieder war es bei Bussen dieser Baureihe zu Bränden im Motorraum gekommen. Die Ursache ist ab...

Klaus Joachim Herrmann

Sparen bleibt die Formel

Das »Mantra eines Finanzsenators« erläuterte gestern Ulrich Nußbaum (parteilos) bei der Vorstellung der Steuerschätzung für Berlin in Form dieser Gleichung: »Mehreinnahmen ungleich Mehrausgaben«. Einräumen musste er, dass nicht alle das so sehen würden und die Formel bevorzugten, Mehreinnahmen seien gleich Mehrausgaben. Das aber habe der Senat nicht beschlossen, die Linie sei eine andere. Bei eine...

Sarah Liebigt

Ernst zu nehmende Piraten?

Rund 6000 Teilnehmer haben sich im Internet bereits für die heutige Demonstration für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) angekündigt. Das Bündnis »Global Change now« hat dazu aufgerufen, zwei Tage vor der Tagung des Petitionsausschuss im Bundestag für die Petition »Der deutsche Bundestag möge beschließen, ... das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen« auf die Straße zu gehen. Unterstützt...

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Tobias Riegel

Pressestelle

Die Grünen und ihre designierte Berlin-Kandidatin Renate Künast sind als momentane Umfrage-Überflieger und neue Darlings der Bürger-Presse sicherlich die Letzten, die eines medialen Schutzes bedürfen. Darum an dieser Stelle erst einmal Lob für Malte Lehming, der im »Tagesspiegel« vom Freitag darlegt, wie bei den Öko-Yuppies die Arbeiter und Rentner hinten herunterfallen würden und warum »Öko den, ...

ndPlusVolkmar Draeger

Innen wird Außen

Genau hinsehen muss, wer Renata Lucas’ leichte Eingriffe in die Umgebung wahrnehmen möchte. Das liegt im Konzept der gebürtigen Brasilianerin des Jahrgangs 1971. Nach ihrem Masterstudium der bildenden Kunst in Campinas und Promotion in Sao Paulo, wo sie eine nichtkommerzielle Galerie mit führt, hatte sie ab 2001 Einzel- und Gruppenausstellungen außer in ihrer Heimat auch in Los Angeles, Lond...

ndPlusKatharina Dockhorn

Goldener Spatz

Das Wochenende sollten sich alle Fans von »Schloss Einstein« rot im Kalender anstreichen. Luisa Liebtrau und Florian Wünsche präsentieren am Sonnabend um 14 Uhr im Filmtheater »Toni« in Weißensee die 581. Folge der beliebten Serie, die im Frühjahr beim Kinder-Medienfestival »Goldener Spatz« mit dem Preis der Kinderjury für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Am Sonntag um 16 Uhr werden sie si...

Sehnsüchte im Land des Silbers
Tom Mustroph

Sehnsüchte im Land des Silbers

Wer in die Betongruft der Akademie der Künste herabsteigt, gelangt ans Ende der Welt. Ein Videotriptychon zeigt eine Handvoll Menschen, die auf einer Oberfläche wandeln, in der sich die Wolken spiegeln. Plötzlich prasseln dichte Regenschauer. Alles ist Wasser. »Schiffbruch der Menschheit« nennt Charly Nijensohn dieses Video, das er in der bolivianischen Salzwüste Uyuni in der Regenzeit aufnahm. Di...

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Richterbund attackiert Justizministerin

Rostock/Parchim (dpa/ND). Der Richterbund Mecklenburg-Vorpommern hat Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) scharf angegriffen. Sie verhindere aktiv Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte der Richter und Staatsanwälte, kritisierte der Vorsitzende Peter Häfner am Donnerstag in einer Mitteilung. Kuder habe die Chance für ein modernes Richtergesetz in dieser Legislaturperiode, die im Herbst 2011 ende...

SOS für Menschenrechte
ndPlusUta Herrmann

SOS für Menschenrechte

Das Bühnenbild im GRIPS Theater Mitte im Podewil in der Klosterstraße erinnert an Urlaub – Sonnenschirm und Liegestühle auf einem Bootssteg. Doch der Schein trügt. Hier im Mittelmeer, wenige Kilometer vom Ziel Europa entfernt, geht es um Flucht, um Bleiberecht, Überleben, um Kinder- und Menschenrechte. Im Stück von Susanne Lipp kreuzen sich die Wege von Jamila, Naisha und Kerim. Die drei Jug...

ndPlusMichael Grau, epd

Im protestantischen Kernland

Ein Jahr nach der Verabschiedung von Wolfgang Huber und acht Monate nach dem spektakulären Rücktritt von Margot Käßmann wählt die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) abermals einen neuen Ratsvorsitzenden. Die Kirchenkonferenz beginnt am Sonntag.

ndPlusRainer Kreuzer, Hamburg

Parkplatzwächter kontra Straßenbahn

Der Bau einer Stadtbahn ist der letzte Trumpf, den die in Hamburg mitregierenden Grünen bis zur nächsten Wahl noch ausspielen können. Nach dem Scheitern der Schulreform versucht jedoch erneut eine Bürgerinitiative, das Projekt des schwarz-grünen Senats auszubremsen.

Seite 16

Demo gegen Rassismus

Leipzig (epd/ND). In Leipzig haben am Donnerstagabend nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen gegen Rassismus demonstriert. Sie zogen vom Südplatz aus durch die Innenstadt. Anlass für die Protestaktion unter dem Motto »Angst und Trauer überwinden – zusammen gegen Rassismus kämpfen« war der gewaltsame Tod eines 19-jährigen Irakers. Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration ohne Störungen.K...

ndPlusAndreas Fritsche

Weniger EU-Mittel sind ein Erfolg

Brandenburg erhält, wie die anderen ostdeutschen Bundesländer auch, ab 2014 weniger EU-Mittel. Doch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) will nicht klagen. Man habe schließlich hart dafür gearbeitet, sich aus einer Misere herauszuarbeiten. Brandenburgs Bruttoinlandsprodukt wird oberhalb von 75 Prozent des in der EU durchschnittlichen Wertes liegen. Damit fällt das Bundesland heraus aus de...

ndPlusIrena Güttel, dpa

Störendes Bewegtziel

Die Bundesregierung will die Windkraft in Deutschland fördern. Doch gerade die Bundeswehr könnte die verkündeten Öko-Strom-Ziele gefährden.    

ndPlusDörthe Hein, dpa

Kur für Kloster Jerichow

Ein Schmuckstück der Straße der Romanik ist das Kloster Jerichow in Sachsen-Anhalt. Das Umfeld des bedeutenden Romanikbaus sah jedoch bislang wenig einladend aus. Das soll nun anders werden.

Hendrik Lasch, Leipzig

300 Euro Miete für die eigene Garage

In Leipzig stehen 11 000 Garagen auf städtischem Grund. Einigen Pächtern wollte das Rathaus kündigen und den Auto-Unterstand teurer vermieten. Nach lautstarken Protesten wird nun aber zunächst nachgedacht.

Andreas Fritsche

Regierungschef ärgerlich, aber nicht amtsmüde

Hinter vorgehaltener Hand wird auf den Landtagsfluren geflüstert, es wurme den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD), wie heftig er attackiert wird, seit er sich vor einem Jahr für eine rot-rote Koalition entschied. Wer weiß, vielleicht schmeiße er ja demnächst hin.Tatsächlich ärgert sich Platzeck sehr über einige Berichte speziell in der Boulevardpresse aus dem Verlagshaus Axel Springer. Da...

Seite 17
Diesmal hat's geklappt
ndPlusThomas Bruhn

Diesmal hat's geklappt

Dass Brandenburg ein Paradies für Wassersportler ist, hat sich rumgesprochen, dass es Anschluss an die Weltmeere hat, wissen wenige. Jedes Jahr im Frühling, spätestens vor den großen Ferien, fahren Segler über Spree und Havel zur Oder und weiter auf die Ostsee, weil die Sehnsucht nach weitem, unverstelltem Blick sie zieht. Sie bevölkern drei, vier Wochen die dänische Südsee. Manche schaffen es bis in den Finnischen Meerbusen oder nach Gotland, manche stecken gar die Nase in die Nordsee. Wer abe...

Seite 18
Wie ein Fisch im Wasser
Velten Schäfer, Stuttgart

Wie ein Fisch im Wasser

Es war nicht die Jugend, die im vergangenen Jahr die Proteste gegen das Stuttgarter Bahnprojekt anschob. Auch wenn sich die Altersgruppen längst mischen, bleibt es eine Bewegung der etwas Älteren, die derzeit den Südwesten erschüttert und die »Klagemauer« am Bahnhof zu einem Mittelpunkt der Stadt gemacht hat. Wer steckt dahinter?

Seite 19

»Ach, der Gangolf mit seinem Baohof«

Gangolf Stocker gehört zu den bekanntesten Kritikern von Stuttgart 21. Von Anfang an nahm er das Projekt, den Kopfbahnhof als Durchgangsbahnhof unter die Erde zu verlegen, unter die Lupe. Der 66-Jährige lernte Vermessungstechniker, studierte ein paar Semester Kunst, war 23 Jahre lang Sachbearbeiter beim Thieme-Verlag in Stuttgart und dort 13 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender. Danach wurde Stocker freiberuflicher Kunstmaler. Er war sein Leben lang politisch aktiv, auch in diversen Parteien...

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T. A. Wegberg

T. A. Wegberg

T. A. Wegberg wurde 1963 in Krefeld geboren und verbrachte fünf Schuljahre auf einem Schweizer Internat. Er studierte Germanistik und Anglistik sowie Literaturvermittlung und Medienpraxis.Seine Romane und Erzählungen beschäftigen sich vor allem mit der Lebenswirklichkeit junger Erwachsener. Seit seinem Romandebüt »Memory Error« im Jahr 2009 wurden Wegbergs Werke mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit de...

Mit offenen Armen

Simon weiß genau, wie lange er von der U-Bahn bis zur Schule braucht: vier Minuten und dreißig Sekunden. Er hat die Zeit gestoppt. Deshalb kann er so spät von der U-Bahn-Station losgehen, dass er genau mit dem Klingelzeichen im Klassenraum eintrifft. Hat der Unterricht erst mal begonnen, ist er bis zur Pause weitgehend sicher.Es sei denn, er muss etwas sagen. So wie heute. »Simon, lies mal vor, wa...

Seite 22

Wissen, was geschah

Der US-amerikanische Historiker Alexander Rabinowitch, geboren 1934 in London, emeritierter Professor an der Indiana University in Bloomington, ist Experte für die Geschichte Russlands und der Sowjetunion. Er erhielt als einer der ersten Wissenschaftler aus dem Westen Zugang zu sowjetischen Archiven, ab 1993 auch zu ehemaligen KGB-Archiven. Seine bislang nicht ins Deutsche übersetzten Werke »Prelude to Revolution« (1968) und »The Bolsheviks come to Power« (1976) gelten in der Fachwelt als Standardwerke. Dieser Tage erschien von ihm im Mehring-Verlag »Die Sowjetmacht. Das erste Jahr« (652 S., geb., 34,90 €). Das Buch beginnt mit der Bildung der Sow-jetregierung und endet mit den Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag der Oktoberrevolution am 7. November 1918. Mit Prof. Rabinowitch sprach in Berlin Karlen Vesper.

Seite 23

Wochen-Chronik

5. November 1605: Die »Pulververschwörung« der in England unterdrückten Katholiken unter Guy Fawkes, der König Jakob I. bei der Parlamentseröffnung in London in die Luft sprengen will, scheitert; alle Rebellen werden verhaftet und im folgenden Jahr hingerichtet. 8. November 1685: Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm gewährt den aus Frankreich nach Preußen fliehenden protestantischen Hugenotten im ...

Andreas Diers

Ein Unikum in der Presselandschaft

Nach langer, verlagsbedingter Verzögerung ist wieder ein Jahrgang der traditionsreichen Zeitschrift »Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung« (BzG), bestehend aus vier Heften, ausgeliefert worden. Von den zahlreichen Beiträgen, in denen sich die Autoren und Autorinnen auf der Grundlage umfangreicher Auswertung von neuen Archivmaterialien mit bislang wenig oder gar nicht behandelten Thematiken...

ndPlusMartin Stolzenau

Nietzsches Schwester

Sie pflegte im Alter ihren kranken Bruder, verwaltete seinen Nachlass und gründete das Weimarer Nietzsche-Archiv. Dabei agierte sie überaus autokratisch und leistete bis zu ihrem Tod vor 75 Jahren mit bewussten Fälschungen einer falschen Nietzsche-Interpretation Vorschub, die der nazistischen Vereinnahmung des Philosophen diente und bis heute nachwirkt. Elisabeth Förster-Nietzsche (Foto: Archiv) w...

ndPlusMartin Küster

»Wo süs jo woll man Spitzbauben inspunnt ...«

Was den mecklenburg-vorpommerschen Norden der Republik betrifft, kann man 2010 ohne Übertreibung von einem Fritz-Reuter-Jahr sprechen. Die Veranstaltungen beschränkten sich keineswegs auf die Reuterstadt Stavenhagen, wo der nachmals vielgelesene Schriftsteller niederdeutscher Sprache vor 200 Jahren, am 7. November 1810, als Sohn des dortigen Bürgermeisters und Stadtrichters Georg Johann Reuter geb...

Seite 24

Ungeliebter Jude

Um die Person des Hauptredners zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 in der Paulskirche in Frankfurt (Main) ist zwischen dem Zentralrat der Juden und der Stadt Frankfurt ein heftiger Streit entbrannt. Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, hält den ausgewählten Alfred Grosser für den falschen Redner und forderte die Stadt Frankfurt auf, den deu...

Karlen Vesper

Die Mitwisser und Mittäter – und die Anderen

Der US-amerikanische Historiker Christopher Browning bemerkte, was in Deutschland offenbar als Sensation empfunden werde, wirke auf ausländische Forscher wie ein Durchkauen von allseits Bekanntem. Sein vor über 30 Jahren erschienenes Buch »The final solution and the German Foreign Office« ist erst jetzt auf dem deutschen Buchmarkt: »Die ›Endlösung‹ und das Auswärtige Amt. Das Referat...

Seite 25

Islam als Etikett

Die Berliner Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer sieht im Islam kein grundsätzliches Problem für Deutschland. Es gebe Personen, die einen für die deutsche Gesellschaft nicht akzeptablen Islam vertreten, sie dürften aber nicht für das Ganze genommen werden. Beim Thema Islam müsse sich die Gesellschaft allenfalls mit einzelnen Gruppen im Rahmen des Rechtsstaates auseinandersetzen. Auch gebe es hier...

PLATTENBAU
ndPlusKnut Henkel

PLATTENBAU

Sänger und Frontman Luis Dr. Shenka kann selbst kaum glauben, dass Panteón Rococó nach 15 Jahren immer noch in Originalbesetzung unterwegs sind. »Wir sind quasi im Sog der zapatistischen Erhebung von 1994 entstanden. Für mich – und da spreche ich, glaube ich, für die gesamte Band – war das wie ein Weckruf«, sagt der Sänger, der als Luís Román Ibarra das Licht der Welt erblickte und in ...

ndPlusLilian-Astrid Geese

Nerudas Antwort

»Mein Werk will das Lob der Vergänglichkeit singen«, sagte Antonio Skármeta einmal in einem Interview. Dabei ist es alles andere als ephemer, was der Mann mit dem bewegten Leben schrieb, der an diesem Sonntag seinen 70. Geburtstag feiert.Skármeta, 1940 als Sohn kroatischer Eltern im nordchilenischen Antofagasta geboren, verfasste Romane, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke. Bei der Verfilmung ...

Seite 26

Leitmedium Internet

Der Politikberater Michael Spreng hat in einem Interview mit dem Medienmagazin »journalist« das Internet zum Leitmedium erklärt. Der einstige Chefredakteur der »Bild am Sonntag« spricht von einer »Erregungswirtschaft« und schreibt dabei »Spiegel Online« die zentrale Rolle zu. Die Newsportale im Internet würden das Verhältnis zwischen Politik und Medien verändern. »Das vermittelte Weltgeschehen, un...

Stalins Mutter

Stalins Mutter besucht heute fast täglich das Grab ihres Sohnes. Sie räsoniert dabei über das Leben des Verstorbenen, der lange musterhaft gelebt hat und ein ambitionierter Bergsteiger war. Wir können Ausschnitte vom 16 mm Farbmaterial sehen, das Stalin bei der Besteigung des Mont Blancs drehte. Eine Expedition, die für seinen besten Freund tödlich endete, für ihn selbst mit starken Erfrierungen. ...

Peter Richter

BLOGwoche: Gerechtigkeit durch Wikileaks

Mit großer Empörung hat die US-Regierung auf einen urdemokratischen Vorgang reagiert – die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Regierungspolitik. Die Publizierung von fast 400 000 geheimen amerikanischen Dokumenten durch die Internet-Plattform Wikileaks über den Irakkrieg gefährde Menschenleben, erklärten der oberste Stabschef der US-Streitkräfte und Außenministerin Clinton gleichermaßen – ohne freilich Belege dafür zu erbringen. Eilfertig stimmte auch NATO-Generalsekretär Rasmussen nach ein...

ndPlusKatja Eicholz

Willst Du mitspielen?

Würden Sie einem Fremden erlauben, aus ihrem Adressbuch die Telefonnummer Ihrer Eltern abzuschreiben, damit er diesen Werbung schicken kann? Wohl kaum – vielmehr ist anzunehmen, dass Sie zunächst um Erlaubnis bitten würden. Im Internet sieht die Praxis jedoch anders aus. Die Benutzer der Plattform Facebook beispielsweise können Freunde suchen, indem sie die Kontaktadressen Ihres Mailpostfach...

Christoph Nitz

Eine Bitte allerdings: Bleiben Sie dran!

Es gibt ihn noch, den guten Journalismus – so möchte man in Anlehnung an einen Werbeslogan die 6. Verleihung des Otto-Brenner-Preises für kritischen Journalismus kommentieren. Ausgezeichnet wurden vor wenigen Tagen »gesellschaftlich relevante, aber gemessen an deren Bedeutung nicht ausreichend behandelte Themen«. Der erste Preis wurde der »Ausnahmejournalistin« Carolin Emcke für den Essay »L...

Seite 27
Ist die Einführung des neuen Personalausweises aus Sicherheitsgründen bedenklich?

Ist die Einführung des neuen Personalausweises aus Sicherheitsgründen bedenklich?

Seit Montag ersetzt der digitale Personalausweis das herkömmliche Papier-Dokument. Der neue Ausweis ist so groß wie eine Scheckkarte und enthält einen Funkchip, auf dem alle persönlichen Daten gespeichert sind. Außerdem ist es für den Bürger möglich, auf der Karte seine Fingerabdrücke als weiteres Identifikationsmerkmal zu speichern. Der elektronische Personalausweis hat außerdem zwei weitere Funktionen...

Seite 28
Spiralen im Wärmebild

Spiralen im Wärmebild

HAWK-I (High-Acuity Wide-field K-band Imager = Weitwinkelkamera mit hoher Schärfeleistung für das K-Band) ist eine der neuesten Kameras am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO. Sie hat 16 Mal so viele Pixel wie die ältere Infrarotkamera ISAAC und ist überdies lichtempfindlicher als diese.Die nebenstehenden Fotos wurden mit HAWK-I aufgenommen. Der Vorteil der Beschränkung a...

Walter Willems

Entscheidende 300 Gene

Sie brauchen keine Medikamente und erkranken trotzdem nicht an Aids: Bei etwa einem von 300 HIV-Infizierten bekommt die Körperabwehr das Immunschwäche-Virus in den Griff. Erstmals hat nun ein internationales Forscherteam jene Erbanlagen identifiziert, mit denen das Immunsystem den gefährlichen Erreger in Schach hält. Die in der Onlineausgabe des Fachjournals »Science« (DOI: 10.1126/science.1195271...

Darwins DNA-Reise
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong

Darwins DNA-Reise

Das hätte Charles Darwin gewiss gefreut: Sein epochale Theorie über den Ursprung der Arten, die in der revolutionären Hypothese gipfelte, dass alle Menschen von gemeinsamen Vorfahren abstammen, lässt sich immer besser belegen. Das Genographic-Projekt, in der Biolumne schon mehrfach Thema, macht’s möglich. Die DNA hat unsere genetische Geschichte (Genealogie) gespeichert. Zwei von den insgesa...

Martin Koch

Der Ursprung der Affen

Dass die Wiege der Menschheit in Afrika stand, vermutete schon Charles Darwin. In seinem Buch über die Abstammung des Menschen schrieb er 1871: »In jeder großen Region der Erde sind die dort lebenden Säugetiere nahe mit den ausgestorbenen Arten derselben Region verwandt. Es ist daher wahrscheinlich, dass Afrika früher von jetzt ausgestorbenen Affen bewohnt wurde, welche dem Gorilla und dem Schimpa...

Seite 29
Hellwach
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Hellwach

»Unter Berücksichtigung der mittelmäßigen Ergebnisse von Olympia und Bilbao, war ich äußerst motiviert und bin nun ungemein froh über Nanjing.« So feierte Magnus Carlsen (Norwegen, 19) auf seinem Blog seinen Sieg beim »Pearl Spring Turnier«. Das ist wieder der alte Carlsen: vier Siege, fünf Remis, keine Niederlage, eine Performance von 2901 ELO-Punkten. Und es wäre noch spektakulärer gewesen, hätt...

Zufall und Zivilisation
ndPlusUdo Bartsch

Zufall und Zivilisation

Würfeln, rauslegen, noch mal würfeln. Dieses eingängige und seit »Kniffel« bestens bewährte Prinzip lässt sich auch für ganz andere Spiele nutzen. Bei »Im Wandel der Zeiten« sollen Würfel mit entsprechenden Bildzeichendie Geschichte der Zivilisation nacherzählen. Erwürfelte Arbeiter bauen Monumente oder Städte. Monumente zählen als Punkte. Neue Städte verleihen für die Folgerunden einen zusätzlich...

Wissen, punkten, gewinnen!

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden hintereinander stellen wir jeweils drei Fragen. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird gelost. Lösungen der jeweiligen Wochenendrunde bis Donnerstag an: zeitgenuss@nd-online.de oder Fax: (0...

Lästig werden nur die Weiber
Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Lästig werden nur die Weiber

Das von Jahr zu Jahr unterschiedliche Auftreten der wirklich blutrünstigen Minderheit unter den Mücken erklärt sich weitgehend aus dem Witterungsverlauf. Das gilt vor allem für von außerhalb zugewanderte Mücken, die ihre Eier an Gewässerufern ablegen. Aus ihnen schlüpfen die Nachkommen nur dann, wenn sie von steigendem Wasserspiegel erreicht werden. Die uns im Garten belästigenden Mücken sind groß...

Laufen und springen wie die Kängurus

Laufen und springen wie die Kängurus

Einmal auf Siebenmeilenstiefeln die Welt erobern, welches Kind hat nicht davon geträumt? Der Vision des Märchendichters sind Tüftler in der Gegenwart verblüffend nahe gekommen: mit Sprungstelzen auf Fiberglasfedern, die bis zu fünf Meter weite Sprünge erlauben sowie Sprints, deren aktuelle Rekordmarke bei 45 Stundenkilometern liegt. »Bouncen« heißt dieser neue Spaßsport, und auch Niklas Dziobek (Foto: Bernd-Jürgen Fischer) hat sich einer Gruppe Gleichgesinnter angeschlossen, die es in Hamburg jeden Sonntag an der Alster den Kängurus nachtun. ND sprach mit dem 23-jährigen Studenten der Bewegungswissenschaft.

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In 365 Tagen um die Welt
Heidi Diehl

In 365 Tagen um die Welt

Nichts kann mich aufhalten: Heute bin ich im Zoo von Singapur, morgen spaziere ich durch den Yellowstone National Park in den USA und übermorgen besuche ich die Tempel von Angkor Wat in Kambodscha. Jeden Tag zieht's mich in einen anderen Winkel der Erde, 365 Tage hintereinander, und dann fang ich wieder von vorne an. Anstrengend, meinen Sie? Unmöglich? Aber woher denn? Das mach' ich mit links, gan...

Herbstlust mit Paganini, Käpt'n Klatt und »Tea for Two« mit Erika
ndPlusMichael Müller

Herbstlust mit Paganini, Käpt'n Klatt und »Tea for Two« mit Erika

Die Zahl 13 avancierte in dieser Woche gegen ihren sprichwörtlich miesepetrigen Trend einmal mehr zur Glückszahl. »Dieses 13. ND-Leserreisetreffen war bisher unser schönstes«, waren sich jedenfalls Brigitte und Klaus Schurig aus Lichtenberg in der Lausitz einig. »Gut war es immer, doch diesmal empfanden wir alles besonders stimmig: das Programm, diese Seenlandschaft, das Müritz Hotel und natürlich die entspannte und inspirierende Atmosphäre innerhalb der ganzen großen Reisegruppe.«ND-Leserreise...

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Weihnachten wegschippern
Heidi Diehl

Weihnachten wegschippern

Der Kussmund mit der Rose am Bug (Foto: A-ROSA) ist das Markenzeichen der A-ROSA Flussschiff GmbH, die sich auf Kreuzfahrten auf der Donau sowie Rhône/Saône und Rhein spezialisiert hat und vielfältige Themenreisen zu Kultur und Genuss im weitesten Sinne anbietet. Weinliebhaber kommen genauso auf ihre Kosten wie Schokofreaks, Architektur- und Naturfreunde oder Golfer. Jetzt bietet das Rostocker Unt...

ndPlusWolfgang Richter

Garnelen? Nein danke!

Nachts zog das Gewitter auf. Ausgerechnet jetzt, da uns der Tag unserer Goldenen Hochzeit erwartete, grollte der Himmel mit Donner und Regen. All die Tage zuvor breitete Spaniens Himmel an der Costa del Sol Sonne pur über uns aus. Und nun das! Doch nach dem Frühstück blinzelt die Sonne sogar ein wenig. Also auf nach Marbella, dem hübschen Städtchen nahe Malaga. Der Linienbus kam pünktlich zehn Min...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Vorsicht, es ist wieder mal November

Im November lebt der Mensch etwas beleidigt: Er muss sich von künstlichem Licht und imitierter, technisch produzierter Wärme nähren. »Im traurigen Monat November war’s ...«, so beginnt Heinrich Heine sein winterkaltes, kaum märchenhaftes Deutschlandporträt, und der trübe elfte Monat blieb es: Keine andere Datumsstrecke gemahnt derart intensiv daran, dass wir Deutsche merkwürdige Terminabspra...