Ausgabe vom 29.11.2010

Stuttgart 21: Polizei war nicht Herr der Lage

Stuttgart (dpa) - Der Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf hat am Montag den Einsatz von Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray bei einer Demonstration gegen Stuttgart-21 verteidigt. Seine Beamten seien am 30. September im Schlossgarten bei der Räumung des Baufeldes beleidigt, körperlich angegriffen und genötigt worden, sagte Stumpf im Stuttgarter Landtag vor dem Untersuchungsausschuss. »Die Polizei war nicht mehr Herr der Situation.« Die Beamten hätten nur zu rechtmäßigen Mittel...

Flugrouten-Gegner setzen Proteste fort

Berlin (dpa/bb) - Die Fluglärm-Proteste in Berlin-Lichtenrade sollen mindestens bis Weihnachten weitergehen. Das kündigte die Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord vor einer weiteren Demonstration am Montagabend an. »Die Montagsdemonstrationen sind für viele Menschen ein Ventil, ihren Ärger Luft zu machen.« Im neuen Jahr werde man aber auch über andere Protestformen und -orte nachdenken, sagte eine Sprecherin. Die Initiatoren erwarten an diesem Montagabend (18.00 Uhr) wieder mehrere tausend D...

Verbraucherzentrale verklagt Internetriesen Facebook

Berlin (dpa) - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) will das Online-Netzwerk Facebook gerichtlich zu einem sensibleren Umgang mit privaten Informationen zwingen. Die Organisation sieht den Datenschutz und die Verbraucherrechte verletzt und reichte daher Klage vor dem Landgericht Berlin ein, teilte der vzbv am Montag in Berlin mit. Das auch in Deutschland millionenfach genutzte Internet- Netzwerk Facebook habe zuvor eine Abmahnung des vzbv ignoriert.Die Verbraucherschützer prangern v...

CDU empört über Grüne: Kein Koalitionspartner

Berlin (dpa/ND) - Führende CDU-Politiker haben die Grünen wegen ihres Ausstiegs aus der schwarz-grünen Koalition in Hamburg als verantwortungslos und koalitionsunfähig kritisiert. Die Partei sei kein verlässlicher Partner für die CDU, erklärten der Unionsfraktionschef im Bundestag, Volker Kauder (CDU), sowie mehrere christdemokratische Ministerpräsidenten am Montag in Berlin.»Die Grünen schleichen sich aus der Verantwortung ohne einen sachlichen Grund«, sagte Kauder vor Beginn der CDU-Präsidiumssit...

Empörung, Gelassenheit, Gleichgültigkeit bis Genugtuung - Reaktionen auf die Wikileaks-Veröffentlichungen

Inland:CSU-Chef Horst Seehoferhat die von Wikileaks enthüllten US-Depeschen mit kritischen Äußerungen über deutsche Spitzenpolitiker - wie ihn selbst - heruntergespielt. Das sei »typisches Berliner Cocktail-Geschwätz, das weitergegeben wird«. sagte Seehofer am Montag nach Angaben eines Sprechers über die Inhalte der Depeschen. »Kein neues Argument, alles schon x-mal geschrieben«. fügte er hinzu. Seehofer wird in den Dokumenten als Populist und als unberechenbar charakterisiert. (dpa)FDP-Chef Gui...

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Unten links

Wenn das Fernsehen in diversen Auswanderer-Sendungen darüber berichtet, wie es Deutschen in dergroßen weiten Welt ergeht, fehlt einer: der Pontifex. Dabei ist er der berühmteste lebende Auswanderer, und er hat es durchaus zu etwas gebracht. Es wäre ein anspornendes Beispiel, in Sendungen wie »Mein neues Leben XXL« oder »Goodbye Deutschland« zu zeigen, dass es der Ratzinger Joseph als Buchautor auf...

LINKE setzt in Berlin auf Regieren

Berlin (ND). Die Berliner Linkspartei setzt sich erneut das Ziel einer Regierungsbeteiligung im Ergebnis der Wahlen zum Abgeordnetenhaus im Herbst 2011. Darauf orientierte am Wochenende ein Landesparteitag. »Wir wollen regieren«, erklärte unter Beifall der von 78 Prozent der Delegierten wiedergewählte Landesvorsitzende Klaus Lederer. »Wer es sozial will, muss DIE LINKE wählen!«, war der Grundsatzb...

ndPlusFabian Lambeck

Experiment gescheitert

Das schwarz-grüne Experiment in Hamburg ist gescheitert. Spätestens seit dem verlorenen Referendum zur Schulreform und dem Rücktritt des geschmeidigen CDU-Bürgermeisters Ole von Beust war vielen Beobachtern klar, dass dem ungleichen Bündnis keine große Zukunft mehr beschieden sein würde. Es mag ja aus strategischer Sicht für die Grünen von Vorteil gewesen sein, sich eine Bündnisoption mit den Kons...

ndPlusSteffen Klatt, St. Gallen

Schweizer für Abschiebungen ohne Gnade

Wer in der Schweiz ein Kapitalverbrechen begeht oder sich Sozialhilfe erschleicht, wird in Zukunft aus dem Land abgeschoben. Das hat am Sonntag eine Mehrheit der stimmberechtigten Eidgenossen beschlossen. »Ausländerkriminalität« war das große Thema im Wahlkampf.

Rainer Kreuzer, Hamburg

Schwarz-Grün in Hamburg geplatzt

Die Hamburger Grünen kündigten am Sonntag überraschend die schwarz-grüne Koalition auf. Die Begründungen blieben zunächst diffus. Doch das Bündnis aus CDU und GAL galt seit Längerem als angeschlagen.

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Klimaschutz

Von heute bis zum 10. Dezember treffen sich Wissenschaftler, Umweltschützer und Politiker aus über 190 Staaten im mexikanischen Badeort Cancún zum UN-Klimagipfel. Die stockenden Klimaschutzverhandlungen sollen wieder in Schwung kommen.

Andreas Knobloch, Cancún

Karawanen, Gegengipfel und Demos

Die Weltklimakonferenz wirft in Cancún ihre Schatten voraus. Während die Polizeipräsenz zunimmt, Straßen gesperrt und Platzverweise erteilt werden, treffen so langsam die Gipfelgegner ein. Eine zentrale Demonstration ist für den 7. Dezember geplant. Die »Via Campesina«, eine internationale Bauernbewegung, organisiert zusammen mit mehr als hundert anderen sozialen Organisationen das »Alternative Gl...

Was kommt nach dem Kyoto-Protokoll?
ndPlusWolfgang Pomrehn

Was kommt nach dem Kyoto-Protokoll?

Insbesondere die USA, aber auch andere Industrieländer bremsen weiter den Klimaschutz aus. Die Erwartungen an den Gipfel in Cancún sind daher gering.

Bausteine eines Abkommens

Bausteine eines Abkommens

Der Ökonom Prof. Dr. Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Steffen Schmidt befragte ihn für ND nach Erfolgsaussichten der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz in Cancún und nach den notwendigen Zielen einer erfolgversprechenden Klimaschutzpolitik.

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Andreas Knudsen, Kopenhagen

Gemüse-Anbau in Grönland

Das Abschmelzen des Meereises in der Arktis und der ansteigende Meeresspiegel bedrohen Küstengebiete rund um den Globus. Grönland ist ganz anders vom Klimawandel betroffen.

Sauberer Strom, unsaubere Praktiken
ndPlusMarkus Plate, Mexiko-Stadt

Sauberer Strom, unsaubere Praktiken

Die Stromerzeugung aus Windenergie boomt. In den letzten sechs Jahren hat sich die weltweit installierte Leistung fast verdreifacht. Auch wenn immer noch 90 Prozent des aus Windenergie produzierten Stroms aus der EU, den USA, China und Indien stammen: Andere Weltregionen holen auf, auch Lateinamerika. Vor allem in Mexiko, dem Gastgeberland der Weltklimakonferenz im karibischen Badeort Cancún, schießt seit drei Jahren ein Windpark nach dem anderen aus dem Boden. Doch so sauber wie das Image der Windenergie ist, läuft das Geschäft auf der Landenge zwischen Golf und Pazifik nicht.

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Grit Gernhardt

Sparen bis zum Kollaps

Wir müssen alle sparen! So klingt es meist aus dem Munde der Herrschenden, wenn eigentlich gemeint ist, dass hauptsächlich die Bevölkerung, und dabei meist ihre schwächsten Glieder, den Gürtel enger schnallen soll. Ob Griechenland, Portugal oder Deutschland – beim Sparen wird stets zuerst an Sozialprogramme, Bildung und Verbrauchersteuern gedacht. Irland, das unter der erdrückenden Last von ...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Berliner LINKS-Motor

Hohe Ansprüche macht die Berliner Linkspartei geltend. Sie will nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus im Herbst 2011 weiter regieren. Die LINKE sei mit der Schaffung einer sozialen Stadt noch lange nicht fertig. Den Berlinern mit der Rekommunalisierung von Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge ihr Eigentum zurückzuholen, stellen sich die Sozialisten als gewaltige, nicht einzige Aufgabe. Sie ge...

Steffen Klatt, St. Gallen

Werte-Verfall

Der Schweizer Stimme ist Europas Stimme. Die Schweizerinnen und Schweizer sagen dank der direkten Demokratie oft das, was ihre Miteuropäer auch sagen würden. Doch die außerhalb der Schweiz übliche parlamentarische Demokratie erlaubt es den Politikern, Probleme unter den Tisch zu kehren – bis sie sich nicht länger verdrängen lassen. Das war so bei der europäischen Integration, beim Umgang mit...

Der Neue
Fabian Lambeck

Der Neue

Generationswechsel beim Zentralrat der Juden: Am Sonntag wurde der 60-jährige Dieter Graumann zum Nachfolger der bisherigen Präsidentin Charlotte Knobloch gewählt. Damit steht dem Zentralrat mit seinen 106 000 Mitgliedern nun erstmals ein Präsident vor, der die Schoah selbst nicht mehr erlebte. Dieter Graumann wurde 1950 geboren, demselben Jahr übrigens, in dem sich der Zentralrat gründete. Als So...

»Mangel«-Propaganda

Die Regierung propagiert neue Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft: Nach hoher Lohnkostenbelastung und alternder Bevölkerung nun Rohstoffknappheit und Fachkräftemangel. Mit Schwarzmalerei soll die Öffentlichkeit auf politische Weichenstellungen zugunsten des Kapitals vorbereitet werden. So seien wirtschaftliche Interessen auch militärisch abzusichern. »Der Bedarf der aufs...

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Graumann neuer Präsident des Zentralrats

Frankfurt am Main (epd/ND). Dieter Graumann ist neuer Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der 60-Jährige wurde am Sonntag in Frankfurt am Main erwartungsgemäß zum Nachfolger von Charlotte Knobloch gewählt, die seit 2006 an der Spitze der Dachorganisation stand. Die 78-Jährige hatte auf eine erneute Amtszeit verzichtet. Der bisherige Vizepräsident Graumann war einziger Kandidat für ...

Stuttgarter Unmöglichkeiten

Die Spannung steigt. Wie will Schlichter Geißler im Streit um das Milliardenprojekt Stuttgart 21 am Dienstag den gordischen Knoten zerschlagen? Im Schlussspurt der Schlichtung zeichnet sich ab: Einigung ist unmöglich, Volksentscheid auch.

Hans-Gerd Öfinger

Hessen-SPD gibt grünes Licht für Bouffiers Schuldenbremse

Die hessische SPD unterstützt nun auch offiziell die CDU-FDP-Landesregierung in der Zielsetzung, eine Schuldenbremse in die Landesverfassung aufzunehmen. Bei einem Landesparteitag der Sozialdemokraten am Wochenende im mittelhessischen Gießen gab eine breite Delegiertenmehrheit der Landtagsfraktion grünes Licht und bestätigte damit den Anfang der Woche von CDU, FDP, Grünen und SPD im Landtag ausgehandelten Gesetzestext.

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Ein Abgesang auf Raten

Die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene stand und fiel mit Ole von Beust. Der smarte, charismatische und über Parteigrenzen hinaus beliebte CDU-Politiker hatte die Grünen jahrelang umgarnt und 2008 in den Senat geholt. Mit seinem Rücktritt im Sommer leitete der Charmingboy der Union das Aus für das ungewöhnliche Bündnis ein.Im Frühjahr 2008 war es endlich soweit. Die seit 2001 in Hamburg...

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Air Berlin prüft Klage gegen Flugsteuer

Berlin (dpa/ND). Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin erwägt eine Verfassungsklage gegen die Flugsteuer. »Es gibt mittlerweile mehrere juristische Gutachten, die belegen, dass das Gesetz nicht verfassungskonform ist«, sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold dem »Tagesspiegel« (Montagausgabe). »Wir prüfen eine Verfassungsklage.« Fluglinien müssen künftig abhängig von der Entfernung ein...

Atomgegner: Bundesamt beschwichtigt

Wolfenbüttel (epd/ND). Atomkraftgegner werfen dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach den sich häufenden Leukämiefällen in der Nähe des maroden Atommülllagers Asse II eine Beschwichtigungspolitik vor. Das Bundesamt habe ohne eine Analyse einzelner Krankheitsfälle erklärt, dass eine Kontamination durch radioaktive Stoffe aus der Asse nicht zu befürchten sei, kritisierte am Sonntag der Sprecher ...

Brandanschlag auf Neuköllner Al Nur Moschee

Berlin (dpa/ND). Erneuter Brandanschlag auf eine Berliner Moschee: Zum zweiten Mal binnen weniger Tage haben Unbekannte an einem islamischen Gotteshaus in Neukölln gezündelt. Nach Polizeiangaben wurden am Sonntagmorgen Brandspuren an der Al Nur Moschee in der Haberstraße entdeckt. Verletzt wurde niemand, auch der Sachschaden war gering. Das Feuer war von selbst wieder ausgegangen. Ein Mitarbeiter ...

Elf Euro gegen Altersarmut

Neubrandenburg (dpa/ND). Für eine auskömmliche Rente im Alter müssten Berufstätige in Deutschland im Schnitt mindestens elf Euro pro Stunde über die Jahre hinweg bekommen. Das haben Sozialexperten am Wochenende auf einer Tagung zu Altersarmut an der Hochschule Neubrandenburg ermittelt. »Die Gewerkschaften liegen mit 7,50 Euro als Mindestlohnforderung deutlich zu niedrig«, sagte Ulf Groth vom Insti...

Zukunft gibt's nur mit Geschichte
ndPlusVelten Schäfer, Linstow

Zukunft gibt's nur mit Geschichte

Eigentlich sollte es beim Nordost-Landesparteitag um ein Landes-Leitbild für das Wahljahr und um Bildungspolitik gehen. Doch dann setzte sich die Geschichte auf die Agenda.

ndPlusAndreas Holling, Bremen

Gesucht wird: Der gemeinsame Nenner

In einem waren sich die knapp 60 Delegierten der Bremer LINKEN an diesem Wochenende einig: Ihre Partei soll am 22. Mai 2011 den Wiedereinzug in das Landesparlament schaffen. Doch damit endete denn auch schon die Einigkeit an der Weser. Vor allem der Start des zweitägigen Parteitags stand im Zeichen des Wechsels einer Bürgerschaftsabgeordneten zur SPD. Der Ort der Versammlung war treffend gewählt: ...

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Wikileaks enthüllt jetzt in Etappen

London (dpa/ND). Nach Informationen des britischen »Sunday Telegraph« steht der US-Diplomatie eine ganze Woche der Enthüllungen durch die Website Wikileaks bevor. Die vertraulichen und zum Teil als geheim eingestuften Berichte von US-Botschaften würden nach thematischen Schwerpunkten geordnet veröffentlicht, berichtete die Zeitung. Die Dokumente sollen aus der Zeit zwischen Januar 2009 und Juni 20...

Massen machen Berlusconi Druck

Mehrere zehntausend Menschen sind am Sonnabend in Rom gegen die Politik der italienischen Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf die Straße gegangen.

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Südamerika wehrt sich gegen Putsche

Die Regierungen der südamerikanischen Staaten wollen künftig gemeinsam gegen Putschversuche auf ihrem Kontinent vorgehen. Darauf einigten sich die Regierungschefs der zwölf UNASUR-Staaten auf ihrem Gipfel in Guyanas Hauptstadt Georgetown.

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Iran: AKW produziert bald Strom

Teheran (AFP/ND). Iran hat nach eigenen Angaben die letzte Etappe vor der Inbetriebnahme seines Atomkraftwerks in Buschehr eingeleitet. Man hoffe, dass der produzierte Strom in »einem oder zwei Monaten« in das Versorgungsnetz eingespeist werden könne, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, der Agentur Fars. Die Ankündigung geht der Wiederaufnahme der internationalen At...

Nachrichten

Linke Opposition stärkste Kraft bei Wahlen in Slowakei Bratislava (AFP/ND). Aus den Kommunalwahlen in der Slowakei ist die linksgerichtete Opposition als stärkste Kraft hervorgegangen. Die Kandidaten der sozialdemokratischen Partei Smer-SD gewannen Bürgermeistersitze in vier der acht Regionalhauptstädte, wie die am Sonntag veröffentlichten Endergebnisse zeigten. Die Wahl galt als Test für die neue...

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Türkischer Pass für Synoden-Mitglieder

In den Fortschrittsberichten der EU bekommt die Türkei regelmäßig schlechte Noten in Sachen Religionsfreiheit. Betroffen sind Alewiten und Christen. Zumindest für letztere kündigen sich jetzt Veränderungen an.

Chemische Abrüstung immer weiter im Verzug
ndPlusWolfgang Kötter

Chemische Abrüstung immer weiter im Verzug

In Den Haag beginnt heute die Jahreskonferenz der Konvention über das Chemiewaffenverbot. Eröffnen wird sie erstmals Ahmet Üzümcü, der im Sommer das Amt des Generaldirektors der Chemiewaffenorganisation (Organization for the Prohibition of Chemical Weapons – OPCW) vom Argentinier Rogelio Pfirter übernommen hat.

Seite 9

Kritik an höheren Strompreisen

Berlin (dpa/ND). Die Bundesnetzagentur hält die massive Strompreiserhöhungswelle für ungerechtfertigt. Die Stromversorger versuchten, die Steigerung der Ökostromumlage um 1,5 Cent pro Kilowattstunde an die Kunden weiterzureichen, heißt es einem Schreiben von Präsident Matthias Kurth an den Beirat der Netzagentur. »Das ist sachlich nicht gerechtfertigt«, betonte Kurth.Denn immer mehr Strom aus erne...

Euro-Schirm schützt jetzt auch Dublin
Gabriel Rath, London

Euro-Schirm schützt jetzt auch Dublin

Irland soll 85 Milliarden Euro erhalten. Mit der Einigung, die von den 27 EU-Finanzministern und der Eurogruppe abgesegnet wurde, ist Irland nach Griechenland das zweite Land in der Eurozone, das Gelder aus dem Eurorettungsfonds bekommt.

ndPlusUlrike Henning

Sparzwang trifft Patienten und ihre Familien

Die Versorgung psychisch Kranker läuft in Deutschland derzeit nicht optimal. Und die Gesundheitsreform verschärft die bestehenden Probleme weiter. Das war auch Thema einer Tagung in Berlin.

ndPlusChristian Bunke

Sozialer Kahlschlag droht

In Irland brodelt die Volksseele: Die milliardenschweren Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung des krisengeschüttelten Landes sollen hauptsächlich von der Bevölkerung getragen werden. Am Samstag gab es eine Massendemonstration in Dublin.

Seite 10
ndPlusPeter Nowak

Klimaschutz mit Haken

Pünktlich zum Klimagipfel im mexikanischen Cancún veröffentlicht die Heinrich Böll Stiftung eine Studie, die sich kritisch mit den Klimafinanzhilfen befasst. »Milliardensummen aus öffentlichen Quellen werden für den internationalen Klimaschutz in Entwicklungsländern benötigt, doch es gibt keine qualitativen Standards dafür«, moniert Barbara Unmüßig von der grünennahen Stiftung. Es bestehe sogar di...

Walter Willems

Streit um Gentech-Lachs in USA

Eine Zulassung wäre ein Präzedenzfall von enormer Tragweite: Als erstes genetisch verändertes Tier könnte in Kürze ein Lachs für den menschlichen Verzehr freigegeben werden. Derzeit prüft die US-Lebensmittelbehörde FDA, ob der Genuss der transgenen Fische Gefahren für die Verbraucher birgt. Aber Umweltforscher drängen im Fachblatt »Science« (Bd. 330, S. 1052) auf eine umfassendere Analyse. Vor einer Entscheidung müsse die Behörde sämtliche Vor- und Nachteile für Mensch und Umwelt sorgfältig abwägen, mahnen sie.

ndPlusBenjamin Beutler

Pilotprojekt weiße Weste

Seitdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vom FDP-Politiker Dirk Niebel geleitet wird, ist das »innovative Instrument« der öffentlich-privaten Partnerschaften, kurz »Public Private Partnerships« (PPP), zur Speerspitze deutschen Engagements in Übersee geworden: Das Budget solcher Maßnahmen wurde von 48 auf 60 Millionen Euro aufgestockt.

Michael Lenz

Tödliches Geschäft

Auf ihrem Gipfeltreffen im russischen St. Petersburg haben die dreizehn Tigerstaaten vergangene Woche ein umfassendes »Globales Programm zur Rettung der Tiger« beschlossen und dafür auch 127 Millionen Dollar spendiert. Die Zeit drängt. Zwischen Indonesien und Sibirien, Indien und China gibt es nur noch 3200 Tiger. Und noch immer werden sie gejagt.

Seite 11
Sarah Liebigt

Protest ins Kleine tragen

Die winterkahlen Bäume vor der Technischen Universität tragen blaue Banderolen, die mit roter Friedenstaube und Pfeilen Blick und Schritt auf die Uni lenken sollen: Am Wochenende fand an der TU der Antikriegskongress statt. Auf Workshops und Podiumsdiskussionen wollten Studierende verschiedener Berliner Unis und Friedensaktivisten »einen Grundstein für mehr und lautere Proteste gegen die latente M...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Regieren, um zu verändern

»Wir wollen regieren«, gab Landesvorsitzender Klaus Lederer auf dem Parteitag der Berliner LINKEN am Wochenende als Orientierung aus. Die Begründung, »weil wir verändern wollen«, wurde in der Lichtenberger Max-Taut-Aula an zwei Tagen mit Argumenten gestützt. Darunter besonders mit dem, dass nach zwei mitgestalteten Legislaturperioden Erfolge zu verteidigen seien. Ohne die LINKE, so der wiedergewäh...

Seite 12

Mamma Macchiato

(dpa). Die Klischees lassen grüßen: In der Kulturbrauerei feiert heute »Mamma Macchiato«, ein Musical über den Prenzlauer Berg, seine Premiere. In Tom van Hasselts »Prenzlbergical« geht es laut der Ankündigung um Frühlingsgefühle und Powerfrauen, um Unschuld, Kapitalismus und Bio-Milch. Karten für die Show kosten 18 Euro an der Abendkasse....

Reaktionen auf Hitler gemischt

(dpa). Die Hitler-Ausstellung in Berlin hat noch vor ihrer Halbzeit mehr als 100 000 Besucher verzeichnet. Die Reaktionen der Besucher seien sehr unterschiedlich, sagte der Sprecher des Deutschen Historischen Museums, Rudolf Trabold, der dpa. Viele Gäste bleiben demnach mit anderthalb bis zwei Stunden lange in der Ausstellung und beschäftigen sich intensiv mit dem Thema. Die Vorstellung der Kurato...

ndPlusTom Mustroph

Gelesen

Schon sterben? Schön sterben? Oder nicht doch besser leben? Dies sind die Fragen, die das Tanzstück »Alte Liebe« im Dock 11 aufreißt. Vier ehemalige Tänzerinnen, deren Wurzeln allesamt im Ballett liegen – die frühere Solotänzerin der Komischen Oper, Sylvia Sadowski, und die der Staatsoper, Barbara Voß-Kindt, sind unter ihnen – erinnern sich der Bewegungen, die einst ihre Muskulatur aus...

ndPlusPeter Kirschey

Unermüdlicher Kämpfer

Förster wollte er werden, Rechtsanwalt ist er geworden. Um wie viel ärmer wäre diese Bundesrepublik gewesen, hätte er sich seinen Berufswunsch, das ist bestimmt keine Abwertung des ehrenwerten Wald- und Wildberufes, erfüllt. 85 Jahre und kein bisschen leise: Heinrich Hannover, Rechtsanwalt, unermüdlicher Kämpfer gegen jede Kriegsverherrlichung, gegen Heuchelei und Heldenwahn. Der große alte Mann d...

Horrortrip zur Festung Europa
Anouk Meyer

Horrortrip zur Festung Europa

Es ist kein fiktives Drama, leider. Zwar hat sich die Geschichte der drei jugendlichen Flüchtlinge Jamila, Naischa und Kerim, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um heimlich nach Europa zu gelangen, nicht eins zu eins so abgespielt; sie ist aber ein Destillat aus unzähligen Berichten von Immigranten, die Grips-Autorin Susanne Lipp zum Theaterstück »SOS for Human Rights« zusammengeschmolzen hat. Zu se...

Seite 13

Kennzeichnung von Polizisten

Jena (dpa/ND). Ostdeutsche Kommunen fordern eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten, die bei Demonstrationen gegen Rechtsextremisten im Einsatz sind. Nachdem Blockaden im Laufe der Zeit zu einer Zivilisierung der Proteste gegen Neonazis beigetragen hätten, müsse jetzt eine Zivilisierung der Polizeieinsätze folgen, sagte der Oberbürgermeister von Jena, Albrecht Schröter (SPD), am Sonnabend zum Ab...

Katia Rathsfeld, dpa

Verloren zwischen den Kulturen

In Deutschland leben etwa 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Viele leiden in ihrer neuen Heimat unter Depression und hegen Selbstmordgedanken. Das bleibt oftmals unentdeckt – bis es zu spät ist.

Hendrik Lasch, Leipzig

Die Profiteure der Vernichtung

Leipzig war in der NS-Zeit ein Zentrum der Zwangsarbeit. Ein Verein, der seit bald zehn Jahren eine Gedenkstätte betreibt, will noch breiter über Opfer und Nutznießer informieren. Doch es mangelt an Personal.

Andreas Rabenstein, dpa

Disziplin am Steuer sinkt – Vollgas auch bei Rot

Die Kreuzung liegt direkt hinter dem Roten Rathaus. Ein riesiger Baulaster ist noch 30 Meter von der Ampel entfernt, als über der Linksabbiegerspur Rot aufleuchtet. Der Fahrer tritt das Gaspedal durch. Mit brüllendem Motor schafft er es noch gerade vor den startenden Autos auf der Querstraße. Die Szene ist kein Einzelfall, wie ein einfacher Test zeigt.Eine andere Kreuzung an einer Durchgangsstraße...

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Immer mehr Zulauf bei Weihnachtsfeiern für Arme

Dresden (dpa/ND). Immer mehr Familien können sich ohne Hilfe kein schönes Fest mehr leisten. Tausende Menschen werden in Sachsen bei den Weihnachtsfeiern für Arme erwartet, die Wohlfahrtsverbände und soziale Einrichtungen organisieren. Supermärkte, Hotels, Firmen und Privatpersonen zeigen sich rund um die Festtage spendabel. Sie sponsern Essen, Freikarten für Konzerte, Zirkus und Theater. Mittlerw...

Gudrun Janicke, dpa

Sorgloser Umgang mit Aids-Gefahr

Die Aids-Gefahr wird nach Ansicht von Gesundheitsministerin Anita Tack (LINKE) zunehmend auf die leichte Schulter genommen. »Der Umgang mit der Infektion ist sorgloser geworden, die Risikobereitschaft nimmt zu.«Es gibt zwar immer wirksamere Medikamente gegen die Erkrankung, doch das dürfe nicht dazu führen, mit dem Risiko der Ansteckung zu spielen. In Brandenburg leben nach Schätzungen des Robert-...

ndPlusGeorg-Stefan Russew, dpa

Wenige Unterkünfte für Obdachlose

Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad, dazu nasses, kaltes Wetter. Die Lage für Obdachlose verschärft sich jetzt in der Vorweihnachtszeit. Darauf weist Hermann Pfahler vom Diakonischen Werk hin. Es fehle in Brandenburg vor allem ein flächendeckendes Hilfesystem. Vor allem die Zahl an Wärmebussen, Teestuben oder Schlafstellen sei sehr begrenzt. Man könne noch nicht einmal genau sagen, wie viele Wo...

ndPlusDieter Hanisch, Lübeck

Drei mit einer Stimme

Das rot-rot-grüne Bündnis in der Lübecker Bürgerschaft ist unter Dach und Fach. Nach LINKEN und Grünen gab auch die Parteibasis der SPD ihr Ja zur Kooperation in der Schleswig-Holsteinischen Hansestadt. Mit großer Mehrheit billigte sie am Freitag eine Vereinbarung, wonach die drei Parteien künftig in Bürgerschaftssitzungen und in allen Ausschüssen einheitlich abstimmen wollen. Die nach Saarbrücken...

Andreas Fritsche

Gelesen

»Nein, zu verschenken habe ich nichts«, dachte Monika Restetzki trotzig. Sie war in einem Anzeigenblatt auf eine Bitte an die Leser gestoßen, sich für ein Ehrenamt zu melden. Am Ende notierte sie sich aber die angegebene Nummer und rief doch an. So kam es, dass sich Restetzki immer freitags in ein Altenheim begab und dort um die Seniorin Margarethe kümmerte. Sie schob die Frau im Rollstuhl an die ...

ndPlusThomas Schöne, dpa

Ich-Botschaften in Märchenform

In einem Kindertext-Archiv in Halle können Wissenschaftler und andere Interessierte die Welt durch die Augen der Kleinen sehen. Die ältesten Texte sind 100 Jahre alt. Und es wird weiter gesammelt.

ndPlusMichael Wolff

Hoffen auf die »Hoffmann-Kurve«

Nach den Vorstellungen der Deutschen Flugsicherung sollen die Maschinen am künftigen Großflughafen in Schönefeld bei parallelen Starts im Winkel von 15 Grad abknicken. In Richtung Westen wäre dadurch plötzlich der Süden von Berlin und in Richtung Osten wären Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen stärker von Fluglärm betroffen als bislang angenommen. In Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen wurden Schu...

Kathrin Zeilmann, dpa

Kneipen und Theater

Am Limes endete das römische Reich. Wer hätte hier städtische Strukturen mit Theater, Basilika und Forum vermutet? Die ersten Ergebnisse von Magnetfeld-Messungen haben Experten überrascht.

Seite 15
Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Als Herr Mosekund wegen einer harmlosen Vorsorgeuntersuchung, deren Sinn er innerlich bezweifelte, im Wartezimmer eines Arztes saß, blätterte er in einer Zeitschrift. Plötzlich war er wie vom Donner gerührt: »Skepsis dritthäufigste Todesursache«, las er. Da stand etwas von schwerer Skepsis, von skeptischem Schock bis hin zu Organversagen, schwerer Erkennbarkeit, oft zu später Diagnose. Herr Moseku...

Großes Theater für kleine Städte

Fernab der Metropolen spielen die Landestheater in Schulaulen, Gaststätten und Stadthallen. Im Essener Aalto-Theater hat der Präsident der Bühnenvereins am Samstag die 24 deutschen Landesbühnen mit dem Theaterpreis »Der Faust« ausgezeichnet. »Sie sind beispielhaft für leidenschaftliches Theater, das mehr als nur ein Spiegel der Gesellschaft sein will«, sagte Bühnenvereinspräsident Klaus Zehelein. ...

ndPlusLiesel Markowski

Klingendes Neuland

Er ist heute einer der bedeutendsten Senioren des Taktstocks und seit Jahren erster Gastdirigent am Berliner Gendarmenmarkt: Michael Gielen, 83-jährig, in erstaunlicher Frische und gestalterischer Konzentration am Pult des ihm vertrauten wie vertrauenden Konzerthausorchesters. Ein Abend voller Spannung und Klangfülle, gewidmet Robert Schumann, einem der Jubilare dieses Jahres, dessen 200. Geburtst...

ndPlusGert Claußnitzer

Werden und Vergehen

In der Universalität seines Schaffens ist Michelangelo Buonarroti mit keinem anderen Künstler der Renaissance vergleichbar. Er war bekanntlich ein großer Bildhauer und ein bedeutender Maler, zugleich aber auch ein Architekt und sogar ein Dichter. In der Wiener Albertina sind nun Zeichnungen des Universalgenies zu sehen.

Seite 16

Terror?

Die Vielfalt der Kunstmetropole Berlin wird seit Samstag in der Kunsthalle Rostock gezeigt. Acht international bekannte zeitgenössische Maler und Bildhauer der jungen Kunstszene, wie Peggy Buth, Antje Majewski, Amelie von Wulffen und Norbert Bisky, hier eine Installation von ihm (Foto: dpa), setzen sich unter dem Titel »Portfolie Berlin 01« mit Entwicklungen der Gesellschaft wie Biotechnologie, Fa...

Reif fürs Museum

Reif fürs Museum

Der Württembergische Kunstverein hat das erste Kunstprojekt zum umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 zusammengestellt. Mehrere internationale Künstler haben Fotos – hier eine Luftaufnahme der Stuttgarter Innenstadt (Foto: dpa) –, Dokumente und Zeichnungen beigesteuert. Sie befassen sich mit Fragen wie: Wer regiert die Stadt auf welcher Grundlage und auf welche Weise? Wem gehört die St...

Silber, Gold und Porzellan

Zwei Sparten der angewandten Kunst vereint eine Doppelausstellung, die am Samstag im Leipziger Grassi Museum eröffnet wurde. »Silber + Gold Pur« zeigt Arbeiten der Metallgestalter Ulla und Martin Kaufmann, die in ihrer Hildesheimer Werkstatt Schmuck, Gebrauchsgerät, freie Objekte und Besteck fertigen.Die parallele Schau widmet sich dem Thema Porzellan und zeigt die Ergebnisse des 5. Internationale...

Jan Korte

Good old Joe

Um die neue Scheibe »Hard Knocks« und die dazugehörige Tournee wird ein großer PR-Aufwand betrieben. Zumindest mit Blick auf die neue Platte von Joe Cocker ist das eher unnötig: Die Platte ist bis zum Siechtum überproduziert, glattgebügelt und verschnöselt. Es gibt ein gutes Lied: »I hope« von den Dixie Chicks – Cocker singt das gospelartige Stück so, wie er es gut kann: kraftvoll, mit unverken...

ndPlusGunnar Decker

Preußen feminin

Fontanes Frauen haben es in sich – von Effi Briest bis zu Mathilde Möhring und natürlich Jenny Treibel. Diese liefert sich ein Duell mit der jungen Gymnasiallehrertochter Corinna Schmidt um ihren höchst mittelmäßigen Sohn Leopold. Zwei Frauen, gewohnt, ihren Willen durchzusetzen. Wer von ihnen siegt am Ende? Das ist die Frage. Das ist wirklich die Frage. Denn Jenny Treibel, geborene Bürstenb...

Hans-Dieter Schütt

Was gehen denn die mich an?

Was bedeutet für einen stark ostgeformten Leser, literarisch gesehen: Ankunft im Westen? Es ist mitunter nach wie vor Grenzüberwindung. Oder eine Schmerzgeburt – von Neugier und Interesse. Denn: Lektüre ist Selbstbegegnung, und da darf einem, etwa beim Lesen eines Romans, dessen Menschenwelt nicht gar zu gleichgültig sein; es muss, selbst wenn der Roman sich weit in die Vergangenheit hinein ...

Seite 18

Vettel-Show in Berlin

85 000 Fans, 705 PS und ein Weltmeister: Sebastian Vettel (Foto: dpa), jüngster Formel-1-Champion aller Zeiten, fuhr am Sonnabend zwei Wochen nach seinem Triumph eine »Ehrenrunde« auf der Fanmeile in Berlin. »Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man im Formel-1-Auto von der Siegessäule auf das Brandenburger Tor zufährt«, meinte der 23-jährige Heppenheimer nach seiner dröhnenden Show-Einlage im...

Deibler-Brüder das neue Traumpaar

Mit den beiden Brüdern Steffen und Markus Deibler aus Hamburg, dem Hallenser Paul Biedermann sowie mit weiteren neuen Siegertypen aus der zweiten Reihe sorgten die deutschen Schwimmer bei den Kurzbahn-EM in Eindhoven für einen Medaillenrausch. Vor den letzten sechs Finals am Sonntag (nach Redaktionsschluss) hatten sie insgesamt 21 Medaillen (zehnmal Gold, siebenmal Silber, viermal Bronze) gewonnen und damit die Verbandsvorgabe von zwölf Medaillen klar übertroffen.

Gerald Fritsche, dpa

Deutsche Skispringer fliegen hinterher

Beim nordischen Ski-Weltcup in Kuusamo gehen nicht alle deutschen Rechnungen auf. Während Kombinierer Eric Frenzel und Langläuferin Nicole Fessel mit Top-Platzierungen glänzen, erleben die Skispringer ein Debakel.

Sofort wieder auf Erfolgskurs

Beim Weltcupauftakt auf der umstrittenen Olympia-Hochgeschwindigkeitsbahn im kanadischen Whistler feierten die deutschen Bobpiloten zwei Siege, zwei zweite Plätze und einen dritten Rang. Im Skeleton gab es einen deutschen Sieg, und beim Rodel-Weltcup in Innsbruck-Igls beeindruckten die deutschen Frauen und Männer mit einem Doppelerfolg.

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USA in letzter Minute noch qualifiziert

Die USA vermieden eine Blamage und komplettieren das Teilnehmerfeld der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Der Peking-Olympiasieger, Weltranglistenerste und zweimalige Weltmeister qualifizierte sich durch ein 1:0 im Play-off-Rückspiel gegen Italien als 16. und letztes Team für die Endrunde. Damit sind die Top 10 der Weltrangliste komplett vertreten. Die USA haben noch nie eine Endrunde verpasst...

»Handlanger« der FIFA
Alexander Sarter, SID

»Handlanger« der FIFA

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 (26. Juni bis 17. Juli) in einem Punkt nur der »Handlanger« des Weltverbands. Die FIFA benutzt seinen größten und am besten organisierten nationalen Verband, um den Frauenfußball weltweit entscheidend voranzubringen. Eine perfekt durchgeführte Endrunde mit vollen Stadien und tollen Spielen soll die Vision von FIFA-Präsident ...

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Einwurf

Über den Präsidenten des Weltfußballverbandes, Joseph Blatter, lässt sich einiges sagen, aber nicht, dass er symbolträchtige Auftritte in der Öffentlichkeit scheut. Zur heutigen Auslosung der Frauen-WM 2011 in Deutschland kommt er trotzdem nicht. Wegen »neu angesetzter Termine« sei er verhindert, ließ Blatter geheimnisvoll verlauten, doch es ist klar, dass er sich lieber um die Ausrichter der WM-T...

Bundesliga

Schwere Entscheidung Immer das Gleiche beim FC Bayern. Ein Bankdrücker darf mal ran, weil sich ein anderer verletzt, und dann schießt der Bankdrücker Tore: diesmal Anatoli Timoschtschuk. Der Ukrainer ersetzte den verletzten Mark van Bommel. Fiel er bislang kaum auf, stimulierte ihn offenbar die Meldung, dass van Bommel wieder einsatzfähig sei. Mal sehen, ob ihm Louis van Gaal weiter eine Chance gi...

Philipp Zielske

Hertha zu zufrieden für Tore

Nach einer guten Stunde hatte Adrian Ramos genug. Wütend schmiss der brasilianische Angreifer von Hertha BSC seine schwarzen Handschuhe auf den Rasen des Olympiastadions. Er hatte auch allen Grund, sauer zu sein. Auf den Wettergott Petrus, der das Olympiastadion mal wieder in eine Eistruhe verwandelt hatte, vor allem aber auf seine Leistung und die seiner Mitspieler. »Wir wollen die Ersten sein, d...

Lektion für die Tabellenführer

Cottbus feiert, Aue weint: Der FC Energie hat mit dem höchsten Sieg der Cottbuser Profi-Geschichte das Aufstiegsrennen wieder richtig spannend gemacht. Die wie aufgedreht spielenden Lausitzer fertigten am 14. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga den Überraschungs-Spitzenreiter Erzgebirge Aue mit 6:0 (2:0) ab und schoben sich in der Tabelle damit wieder auf Rang vier direkt hinter die Aufstiegsregion...

ndPlusEric Dobias, dpa

Schalke im Abstiegskampf

Als die höchste Bundesliga-Niederlage seit über 18 Jahren perfekt war, lag die heile Welt des FC Schalke 04 nur drei Tage nach dem umjubelten Einzug ins Champions-League-Achtelfinale schon wieder in Schutt und Asche. Nach dem 0:5-Debakel beim Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern skandierten die Fans wütend »Wir haben die Schnauze voll«, Nationaltorwart Manuel Neuer sprach erstmals vom Abstieg und Train...