NPD-Abgeordneter scheitert mit Klage vor Verfassungsgericht

Greifswald (dpa/mv) - Der NPD-Landtagsabgeordnete Raimund Borrmann ist mit der Klage gegen einen Ordnungsruf durch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider gescheitert. Borrmann hatte die übliche Anrede im Parlament verweigert und war daraufhin zur Ordnung gerufen worden. Die Würde des Parlaments gebiete eine Formwahrung, urteilten die Richter des Landesverfassungsgerichts am Donnerstag in Greifswald. Der Ordnungsruf stelle keine Einschränkung des verfassungsrechtlich garantierten Rechtes auf Re...

Verzögerungstaktik durch Bundesregierung bei Patientenberatung?

Berlin (ND) - Für einen problemlosen Übergang der unabhängigen Patientenberatung vom Ende 2010 ausgelaufenen Modellprojekt in die Regelversorgung zu sorgen, dazu hatte sich die Bundesregierung im Bundestag wie auch bei der Gesundheitsministerkonferenz der Länder verpflichtet. Die Realität vermittelt ein anderes Bild.Kathrin Vogler, Gesundheitspolitikerin der Fraktion DIE LINKE, wirft der Bundesregierung angesichts der Tatsache, dass viele Beratungsstellen inzwischen vor dem finanziellen und pers...

Rupprecht tritt wegen Dienstwagen-Affäre zurück

Am Ende war der Druck zu groß: Brandenburgs Bildungsminister Rupprecht ist wegen einer Dienstwagen-Affäre zurückgetreten. Die rot-rote Regierung von Ministerpräsident Platzeck verliert damit schon das dritte Kabinettsmitglied innerhalb eines Jahres. Potsdam (dpa/ND) - Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) ist am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten. Das teilte die Potsdamer Sta...

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Erinnern, um niemals zu vergessen

Erinnern, um niemals zu vergessen

Berlin (ND). Heute vor 66 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Aus ganz Europa – auch vom Gleis 17 des Bahnhofs Berlin-Grunewald (ND-Foto: B. Lange) – rollten Züge in das Lager, das zum Symbol für den Massenmord an den Juden und die Verbrechen der Nazis wurde.Nach einem UN-Beschluss gibt es den weltweiten Gedenktag seit 2006, in Deutschland seit 199...

Unten links

Dass besonnene Menschen es vermeiden, Öl ins Feuer zu gießen, weiß der Volksmund. Öl ins Wasser zu gießen, ist aber auch nicht besser. Das hat BP im Golf von Mexiko demonstriert. Mit einer etwas umweltfreundlicheren Strategie macht jetzt der BP-Konkurrent Shell von sich reden: Er gießt Wasser ins Öl. Zwanzig Autofahrer sind unwissentlich in den zweifelhaften Genuss dieses Vorgehens gekommen. Im Gl...

Das Gespenst der Dominos

Ein Gespenst geht um – diesmal nicht in Europa, sondern in Nordafrika. Es heißt auch nicht Kommunismus, sondern Dominotheorie. Vor ihm graut den Politstrategen zwischen Washington und Berlin ganz gehörig. Und sie haben niemanden, der garantiert, dass der alte Verwandte des aktuellen Gespenstes – mit dem in gutbürgerlichen Kreisen inkriminierten K-Namen – aus dem Spiel gehalten wi...

Protestwelle erfasst jetzt auch Ägypten

Mit aller Härte versucht Ägyptens Führung, die aufkeimenden Proteste gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit zu beenden. Tunesiens Übergangsregierung lässt unterdessen den einstigen Machthaber mit internationalem Haftbefehl suchen.

Guttenberg gesteht Pannen ein

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat gestern Informationspannen in seinem Haus eingeräumt, sich in den Bundeswehr-Affären aber gegen den Vorwurf der Vertuschung verwahrt.

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Olaf Standke

Zwischen Etatloch und Schuldenberg

Das Vertrauen der US-amerikanischen Verbraucher in die wirtschaftliche Zukunft habe sich zu Jahresbeginn unerwartet deutlich verbessert, teilte das New Yorker Conference Board jetzt mit. Nach einem leichten Minus im Dezember machte der sogenannte Zuversichtsindex dieses Instituts der Privatwirtschaft im Januar einen regelrechten Sprung nach oben – von 53,3 auf 60,6 Punkte, mehr als alle Expe...

ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

»Tunesien ist die Lösung«

Die Welle des Protestes gegen Ägyptens Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak ebbt trotz harten Polizeieinsatzes nicht ab. Am Mittwoch gingen noch mehr Menschen auf die Straße als am Tag zuvor.

ndPlusMax Böhnel, New York

Hoffen auf einen neuen »Sputnik-Moment«

In seiner mehr als einstündigen Rede an die Nation, die sich schätzungsweise 50 Millionen US-Amerikaner am Dienstagabend (Ortszeit) im Fernsehen ansahen, skizzierte Präsident Barack Obama im Washingtoner Kongress die Konturen der Regierungspolitik in den kommenden Monaten. Den Schwerpunkt seiner State-of-the-Union-Ansprache legte er auf die Wirtschaftspolitik.

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Der Junge mit den Pferden
Detlef Balke

Der Junge mit den Pferden

Die Pferde hat er gegen einen Roller »eingetauscht«. Die etwa zehn Kilometer von Cholon ins Zentrum von Tel Aviv sind keine Herausforderung für den 80-jährigen Walter Morgenbesser. Er fährt vorsichtig, gelangt aber dennoch schneller ans Ziel als mit dem Bus. Sie treffen sich fast jeden Freitagvormittag im Untergeschoss des »Gan HaIr«, einem kleinen Einkaufszentrum. Walter ist einer der Jüngsten in dieser Runde. Die meisten sind weit über achtzig. Sie tauschen Neuigkeiten über Kinder und Enkel und gemeinsame Bekannte aus.

Das Versprechen

Das Versprechen

Als die Rote Armee Auschwitz am 27. Januar 1945 befreite, war für ERICH KARY der Albtraum noch lange nicht zu Ende. Seine »Rettung«, wie er sagt, erfolgte erst fast tausend Kilometer entfernt und in allerletzter Minute, am 2. Mai bei Ludwigslust. Mit dem Zeitzeugen, dem ausgebildeten Handelskaufmann, sprach ELVIRA GROSSERT.

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Markus Drescher

Nichtsverhinderin

Helma Orosz, Oberbürgermeisterin von Dresden, ruft zur Menschenkette. Am 13. Februar soll diese einen »symbolischen Schutzwall« für das Gedenken an den 66. Jahrestag der Alliierten Bombenangriffe auf die Stadt und ein Signal gegen die am gleichen Tag aufmarschierenden Nazis bilden. Symbole und Signale sind schön und gut, nur sollten diejenigen, gegen die sie gerichtet sind, auch irgendetwas davon ...

Reimar Paul

Wankende Union

Der zähe Widerstand gegen ein Atommüllendlager in Gorleben zeigt Wirkung. Sogar in der Union. Kommunalpolitiker der CDU aus dem Wendland brachten schon vor einigen Wochen die Erkundung auch anderer Standorte ins Gespräch, falls sich der Gorlebener Salzstock nicht als Deponie für den Strahlenmüll eignet – und damit das bislang geltende Dogma »Alles auf Gorleben« ins Wanken. Mit dem niedersäch...

ndPlusDetlef D. Pries

Schweigen über Kosovo

Mit großer Mehrheit – gegen wenige Stimmen aus Albanien und der Türkei – hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats die EU-Polizei- und Justizmission in Kosovo aufgefordert, endlich den Verbrechen nachzugehen, die der Schweizer Dick Marty in seinem Dezember-Bericht aufgelistet hatte. Die Rede ist darin von organisierter Kriminalität unter der Regie von Führern der einstigen »B...

Hans-Dieter Schütt

Kühl klug

Sie kann geisterhaft bleiche Statue sein oder eine flammend Zarte, die hineinschwärmt wie eine gnadenvoll Verrückte nach Liebe. Derzeit, in Gorkis »Kinder der Sonne« am Deutschen Theater, einer Berliner Kult-Inszenierung von Stephan Kimmig, spielt sie, als Ehefrau eines arbeitsversessenen Genforschers, beides zugleich. Ihre Kunst hat Untergrund. In Michael Thalheimers »Faust II« war sie ein durchg...

Gerechtigkeit für die Miami Five?

Gerechtigkeit für die Miami Five?

ND: 2001 wurden fünf Kubaner wegen der Überwachung gewaltbereiter Exilgruppen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. International ist die Gruppe als »Cuban Five« beziehungsweise »Miami Five« bekannt. Frau Sehwerert, Ihr Sohn René hat mit 15 Jahren die geringste Einzelstrafe erhalten. In voraussichtlich zwei Jahren wird er aus der Haft in den USA entlassen. Wie stellen Sie sich den Tag seiner Rüc...

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ndPlusAert van Riel

Signal für Bundespolitik

In den kommenden Wochen will sich die LINKE weniger mit innerparteilichen Debatten beschäftigen und sich stattdessen verstärkt auf die sieben anstehenden Landtagswahlen konzentrieren. Darauf einigten sich gestern Parteivorstand und Landesvorsitzende bei einem Treffen in Berlin.

Staatsanwalt fragt nach »alten Kamellen«
ndPlusRené Heilig

Staatsanwalt fragt nach »alten Kamellen«

Mit der Veröffentlichung bisher unbekannter Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg haben die Staatsanwaltschaft Dortmund und das Landeskriminalamt von Nordrhein-Westfalen um Mithilfe bei der Aufklärung von deutschen Kriegsverbrechen aufgerufen.

Zentrale Frage bleibt ungeklärt
Barbara Martin, Stuttgart

Zentrale Frage bleibt ungeklärt

Der Untersuchungsausschuss um den brutalen Polizeieinsatz gegen Gegner des Bahnhofprojekts »Stuttgart 21« hat seine Arbeit beendet. Doch unklar bleibt, wer die Verantwortung für die vielen Verletzten trägt.Als »Schwarzer Donnerstag« ist der 30. September 2010 in die Stuttgarter Geschichte eingegangen. Bilder von Wasserwerfern gegen Schüler und Senioren, die sich spontan im Schlossgarten der Stadt ...

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Deutschland brüstet sich mit Abrüstung

Berlin (ND). Die Bundesregierung will künftig auch Abrüstungsprojekte in der Ukraine, in Belorussland und in Irak mitfinanzieren. Das geht aus dem Jahresabrüstungsbericht 2010 hervor, über den das Bundeskabinett am Mittwoch beraten hat. Russland soll Schwerpunkt der Initiative »Globale Partnerschaft« bleiben. Insgesamt 1,5 Milliarden Dollar stellt Deutschland in diesem Rahmen – über zehn Jah...

Ines Wallrodt

Ja-Sager bleiben in der Mehrheit

Eine grüne Friedensinitiative wirbt für ein Nein ihrer Fraktion, die Friedensbewegung schreibt alle Bundestagsabgeordneten an. Dennoch wird die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr morgen wohl glatt über die Bühne gehen.

Eine Menschenkette vor der Nazi-Demo
Hendrik Lasch, Dresden

Eine Menschenkette vor der Nazi-Demo

Dresdens CDU-Rathauschefin Helma Orosz lädt für den 13. Februar erneut zu einer Menschenkette ein und ermutigt auch zu friedlichem Protest gegen den Nazi-Aufmarsch am Wochenende danach. Zu den geplanten Blockaden geht sie aber auf Distanz.

ndPlusMatthias Monroy

Sexualität gegen vertrauliche Informationen

Wenige Wochen nach der Enttarnung des britischen Polizeispions Mark Kennedy weitet sich die Spitzelaffäre aus: Offenbar waren mehrere britische Polizeispione in der deutschen linken Szene im Einsatz. Zur Erschleichung von Vertrauen sollen sie gezielt Sexualität eingesetzt haben.

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Sorgen in Israel

Israel schaut mit großer Sorge auf die politische Entwicklung bei seinen Nachbarn in Nord und Süd, Libanon und Ägypten. Offiziell hüllte sich die Regierung am Mittwoch in Schweigen.

Julian Bartosz, Wroclaw

Polnischer Krieg um Smolensker Wahrheit

Die »Sprache des Hasses« dominiert derzeit die öffentliche Auseinandersetzung in Polen. Noch immer wird um die Schuld an jenem Flugzeugabsturz gestritten, dem am 10. April 2010 bei Smolensk Präsident Lech Kaczynski und 95 weitere Personen zum Opfer fielen.

Karin Leukefeld, Damaskus

»Tag des Zorns« gegen den neuen Premier Mikati

Libanons neuer Ministerpräsident Nadschib Mikati stößt nicht bei allen im Lande auf Sympathie. Die Amtseinführung des von der pro-iranischen Hisbollah vorgeschlagenen Kandidaten wurde von gewalttätigen Protesten überschattet.

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Ende des Streits um Wahl in Haiti?

Port-au-Prince (AFP/ND). In Haiti zeichnet sich ein Ende der politischen Krise um die zweite Runde der Präsidentschaftswahl ab. Der offiziell zweitplatzierte Regierungskandidat Jude Célestin werde seinen Rückzug von der Stichwahl bekannt geben, erklärten hochrangige Politiker der Regierungspartei Inité am Dienstag (Ortszeit). Nach dem ersten Wahlgang Ende November waren Betrugsvorwürfe laut geword...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Ein Rad in der Maschinerie der Menschenvernichtung

Die SNCF, Frankreichs Staatsbahn, hat eine Liegenschaft für die Errichtung einer Stätte des Gedenkens an die Judendeportation zur Verfügung gestellt. Bahnchef Pepy betonte, sein Unternehmen wolle die Rolle bei den Transporten in Vernichtungslager weiter aufklären. Aktuelle Anwürfe in den USA gegen die SNCF haben dagegen fadenscheinige Motive.

Veronika Wengert, Zagreb

Der tiefe Fall des Ivo Sanader

Der frühere kroatische Premier Ivo Sanader sitzt in österreichischer Untersuchungshaft, während sich die Vorwürfe wegen Geldwäsche, Betrug und Amtsmissbrauch gegen ihn häufen. Die Liste der Vorwürfe könnte Stoff für einen Kriminalroman sein.

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3,4 Prozent mehr Gehalt bei RWE

Dortmund/Düsseldorf (dpa/ND). Tarifeinigung beim Energiekonzern RWE: Die 28 000 Beschäftigten in Deutschland erhalten rückwirkend zum 1. November 3,4 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 13 Monate. Dies teilte die Gewerkschaft ver.di am Dienstagabend in Düsseldorf mit. Die Tarifkommission von ver.di und der IG Bergbau, Chemie, Energie habe »zur Abwendung eines Arbeits...

Toyota ruft wieder Millionen Autos zurück

Köln/Tokio (dpa/ND). Neuerlicher Massenrückruf bei Toyota: Der weltgrößte Autokonzern ruft rund 1,7 Millionen Wagen in die Werkstätten zurück. Grund seien Probleme an der Kraftstoffleitung, teilte Toyota am Mittwoch mit. Diese könne undicht werden und so zu Benzingeruch im Auto führen. Auf dem Heimatmarkt Japan sind rund 1,3 Millionen Fahrzeuge betroffen. Es ist hier der zweitgrößte Rückruf bei To...

Umweltrat baut auf erneuerbare Energie

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) stellte am Mittwoch in Berlin sein Sondergutachten »Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung« vor. Streitpunkte gibt es diesmal auch mit dem grünen Zweig der Energiebranche.

Hendrik Lasch, Dresden

Sägen für kleinen Zuschlag in der Lohntüte

Am 4. Februar beginnen die Tarifgespräche für den öffentlichen Dienst der Länder. Zuvor erklären Lehrer, Polizisten und Steuerbeamte diese Woche den Bürgern, warum sie mehr Lohn fordern – wenn auch nicht viel.

Silvia Ottow

Weg mit der Praxisgebühr

Auf 4,8 Milliarden Euro summierten sich 2009 die Ausgaben der Patienten für die Praxisgebühr sowie die Zuzahlungen für Medikamente, Krankenhäuser und Hilfsmittel. Das ist ungerecht, findet die Bundestagsfraktion der LINKEN und fordert die komplette Abschaffung all dieser Zusatzkosten. Heute ist ihr Antrag Gegenstand der Debatte im Parlament.

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STARporträt

STARporträt

Die renommierte englische Schauspielerin (Foto: AFP) gehört seit 30 Jahren (TV-Film »Grown-Ups«) in kleinen wie großen Rollen zur Stammbesetzung des Regisseurs Mike Leigh. Jetzt ist sie als einsame, deprimierte Frau in dessen Film »Another Year« zu sehen. Geboren am 12. März 1956 in Brighton, gab sie nach dem Besuch der Italia-Conti-Schauspielschule 1972 ihr Bühnen-Debüt und avancierte zu einer vi...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Siegreich

Er strotzte. Er hatte den Charme des frühzeitig Verlebten. Schon, wenn er nur lächelte, wirkte dies frech und siegreich. Siegreich zu sein, war sein Job. Er triumphierte, als sei dies bereits Größe und etwas ganz Natürliches. Es war ein beträchtliches Quantum Größe – und wirklich seine Natur. Man sah ihm das Glück an, Geschäft zu meinen, aber Kunst und Kino sagen zu dürfen. Der Geschäfts-Sin...

ndPlusKira Taszman

Dem Tod ins Auge gesehen

Clint Eastwood war Geistern noch nie abgeneigt. Bereits die namenlosen Reiter in seinen Western »Ein Fremder ohne Namen« (1973) und »Pale Rider« (1985) überraschten durch ihr plötzliches Auftauchen und ihre Unverwundbarkeit. In dem Prediger aus »Pale Rider«, den Eastwood als graubärtigen Rächer selbst gab, einen Wiederkehrer aus dem Reich der Toten zu erkennen, war eine Deutung, die Eastwood auch ...

Caroline M. Buck

Der Himmel über Afghanistan

Der gute Bruder geht nach Afghanistan in den Krieg und wird dort für tot erklärt. Der andere, der jüngere Bruder, eben aus dem Gefängnis entlassen und bisher das schwarze Schaf der Familie, durchläuft eine komplette Wandlung und tröstet fortan die Witwe und Waisen. Bis sich erweist, dass der gute Bruder gar nicht tot war, sondern nur gefangen. Mit seiner Rückkehr wird alles noch einmal ganz anders...

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Klage gegen GASAG-Preise abgewiesen

(dpa/ND). Mehr als 100 Berliner Haushalte müssen sich im Rechtsstreit um überhöhte Gasrechnungen des Versorgers GASAG gedulden. Die Verbraucherzentrale Berlin, die die Betroffenen vertrat, verzichtete am Mittwoch vor dem Landgericht auf einen Klageantrag gegen die GASAG. Die Richterin hatte zuvor in der mündlichen Verhandlung deutliche Zweifel am Klagerecht der Verbraucherzentrale erkennen lassen....

Erfolg der Bürger

Direkter geht Demokratie wohl kaum: Der Senat trommelte am Dienstagabend interessierte Bürger zusammen, und die durften über die Gestaltung des Gendarmenmarktes, oder zumindest eines Teils davon, entscheiden. Ein ziemlich einmaliges Verfahren, kein Bürger- oder Volksentscheid im klassischen Sinne, eher eine Art Volksbefragung. Auf die sich der Senat natürlich nicht ganz freiwillig eingelassen hat....

Jugendliche dürfen bleiben

(epd). Berlin will gut integrierte jugendliche Ausländer, die keinen Aufenthaltsstatus haben, offenbar nicht mehr automatisch abschieben. Eine entsprechende Weisung der Senatsinnenverwaltung an die Ausländerbehörde sieht vor, dass im Vorgriff auf eine zu erwartende gesetzliche Regelung durch den Bundestag Abschiebungen von bislang nur »geduldeten« jungen Menschen ab sofort ausgesetzt werden sollen...

Kontrollorgan für S-Bahn gefordert

(dpa). Angesichts der Dauerkrise bei der S-Bahn fordern Politiker und Betriebsrat ein Extra-Kontrollgremium, das die Sanierung des pannengeplagten Tochterunternehmens der Deutschen Bahn begleitet. Ihm könnten Parlamentarier aus dem Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus sowie Vertreter von Bundesregierung, Senat, Bahn, Arbeitnehmern und Fahrgastverbänden angehören. Entsprechende Forderungen e...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Lobbyismus mit guten Beispielen

»Armut darf nicht zum Alltag werden – auch nicht Beziehungsarmut«, mahnte gestern im Roten Rathaus Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorsitzender des Beirates für Familienfragen. Das war einer von zahlreichen ernsten Hinweisen bei der Übergabe des Familienberichtes 2011 an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der dankte für »Politikberatung im klassischen Sinne« und sah nicht nur den Senat verpflichtet, daraus etwas zu machen.Auch der Beirat selbst, ein ehrenamtliches und überparteiliches...

Sieg für Kugelahorne auf dem Gendarmenmarkt
ndPlusSonja Vogel

Sieg für Kugelahorne auf dem Gendarmenmarkt

»Das ist Sabotage der Abstimmung!« Ärgerlich verließ eine Frau aus dem Berliner Umland das Konzerthaus Berlin Mitte. Wie viele andere war sie aufgrund falscher Ankündigungen schon am Dienstagnachmittag hierher gekommen, um auf dem 4. Bürgerforum Zukunftswerkstatt Gendarmenmarkt ihre Stimme abzugeben. Die offenen gelben Plastikkästen für die Stimmzettel wurden aber erst gegen 20 Uhr befüllt. Trotz ...

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Martin Walser lobt Mahnmal

(dpa). Der Schriftsteller Martin Walser hat das Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte als ein »geniales« Kunstwerk bezeichnet. »Das Erstaunliche ist, dass es ein schönes Bauwerk ist«, sagte Walser in einem Interview der »Zeit«-Beilage »Christ & Welt« zum Holocaust-Gedenktag an diesem Donnerstag. Von diesem Kunstwerk des Architekten Peter Eisenman könne man nur beeindruckt sein. Auch sei es das ers...

ndPlusAnouk Meyer

Geschichtsspeicher

Langsam gleitet die Kamera über zerfurchte graue Wände, über verkrustete Salzbrocken und hell erleuchtete, sich wieder und wieder verzweigende Tunnelgänge. Jede Menge Leitungen und Kabel an der Decke sieht man, ein Labyrinth von Tunneln und detailliert aufgenommene Fahrzeuge, mit denen sich die unsichtbar bleibenden Mitarbeiter durch dieses Labyrinth bewegen. Eine fremde Welt, ein wenig wie aus ei...

Lucía Tirado

Kriminaltheater

Nahe dem 35. Todestag von Agatha Christie am 12. Januar zeigte das Berliner Kriminaltheater »Die Mausefalle« zum bereits 975. Mal. Seit 2001 sahen über 130 000 Besucher die Inszenierung von Wolfgang Rumpf in der Ausstattung von Manfred Bitterlich. Dreifach, teilweise sogar vierfach sind die acht Rollen besetzt, denn das Ensemble ist damit auch erfolgreich auf Tournee. In diesem Monat brachte es »D...

ndPlusTobias Riegel

Zwischen Arthaus und Action

Es begann mit einem Moment des schweigenden Gedenkens an einen nicht unumstrittenen, aber unbestreitbar Großen des deutschen Kinos. Als sich am Mittwoch Akteure der Film- und TV-Branche im Medienausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zum Erfahrungsaustausch mit Parlamentariern trafen, konnte der Tod des Produzenten Bernd Eichinger natürlich nicht ignoriert werden. Ein sichtlich mitgenommener Re...

Seite 13

Spur führt in rechte Szene

Jena (dpa/ND). Nach den Farbanschlägen auf das Haus von Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) hat die Polizei zwei Tatverdächtige aus der rechten Szene ermittelt. Bei Durchsuchungen zu unerlaubtem Besitz von Sprengstoff seien die Ermittler zufällig auf eine Schablone und Sprühfarbe gestoßen, sagte Staatsanwalt Jens Wörmann am Mittwoch auf Anfrage. Damit bestätigte er einen Bericht der »O...

Bund votiert für Potsdam

Berlin/Potsdam (dpa/ND) Sieg für Potsdam im Uferstreit: Brandenburgs Landeshauptstadt erhält die umkämpften Grundstücke am Griebnitzsee. Der Haushaltsausschuss des Bundestags stimmte am Mittwoch nach Teilnehmerangaben einer entsprechenden Empfehlung des Bundesfinanzministeriums zu.Damit ist der Bieterwettbewerb um 51 bundeseigene Grundstücke zunächst zugunsten der Öffentlichkeit ausgegangen. Potsd...

Protest gegen Tierfabriken

Schwerin (dpa/ND). Gegen die industrielle Tierhaltung haben am Mittwoch in Schwerin etwa 100 Mitglieder von acht Bürgerinitiativen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie unterstützenden Verbänden protestiert. Sie forderten ein Ende der Ansiedlung neuer Großanlagen im Land. Nach Angaben der Umweltorganisation BUND sind derzeit Riesenställe für jeweils bis zu 27 000 Mastschweine, 10 000 Sauen oder 40...

Seenotretter halfen 1130 Menschen

Rostock/Hamburg (epd/ND). Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat im vergangenen Jahr bei 2044 Einsätzen in Nord- und Ostsee 1130 Menschen gerettet oder aus Gefahren befreit. Im Vorjahr waren es 1095 Gerettete bei 2138 Einsätzen, teilte die Gesellschaft am Dienstag in Hamburg mit. Seit ihrer Gründung im Mai 1865 rettete die DGzRS insgesamt 77 740 Menschen aus Seenot.110 M...

Studie zu Prügel in Heimen des Johannesstifts

(epd). Ohrfeigen, Prügel- und Arreststrafen gehörten in den Heimen des Berliner Evangelischen Johannesstifts bis in die 60er Jahre zum »Erziehungsrepertoire«. Das ist das Ergebnis einer internen Studie der diakonischen Einrichtung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 1945 und 1970 in fünf Berliner Heimen. »Wir bitten alle ehemaligen Heimkinder für erlittene...

ndPlusHagen Jung

Leckeres aus Niedersachsen

Braten und Buletten aus Dioxin-Fleisch brutzeln wohl schon bald ganz offiziell in bundesdeutschen Pfannen. Niedersachsen mit Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) an der amtlichen Agrarspitze macht es möglich. Ein Betrieb im Landkreis Verden darf seine dioxinbelasteten Schweine so lange weiter mästen, bis dass die Giftkonzentration in den Tieren unter den vorgeschriebenen Grenzwert gesunken ist.

Steffi Bey

Emotionen auf der Messingplatte

Es ist das größte Kunstdenkmal der Welt: Allein in Deutschland liegen in 607 Kommunen »Stolpersteine«. Europaweit sind es mehr als 28 000. Fast täglich kommen neue hinzu. Gunter Demnig ist der Initiator dieses Projektes, mit dem an die Opfer der NS-Zeit erinnert wird. Anfangs machte der Künstler alles selbst, doch seit fünf Jahren entstehen in einer Werkstatt in Berlin-Buch die glänzenden Steine gegen das Vergessen.

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Zukunftsrat verteidigt sich

München (dpa/ND). Für ihre Studie über die wirtschaftlichen Perspektiven des Freistaates haben die Mitglieder des bayerischen Zukunftsrates heftige Kritik einstecken müssen. Nun hat der Vorsitzende des Expertengremiums der Staatsregierung das Papier gegen die Angriffe verteidigt.»Der Freistaat kann noch deutlich besser werden«, sagte der Unternehmensberater Herbert Henzler der »Süddeutschen Zeitun...

Schierke will mit neuer Bobbahn locken

Schierke (dpa/ND). Die Gemeinde Schierke am Brocken (Sachsen-Anhalt) will ihre Attraktivität als Wintersportort mit einer Bobbahn erhöhen. Der neue Eiskanal, für den bis zu fünf Millionen Euro investiert werden, solle bis zum Jahr 2014 gebaut werden, sagte Ortsbürgermeisterin Christiane Hopp-stock am Mittwoch. »Es ist sicher, dass die Bobbahn kommt. Sie wird die Attraktivität von Schierke deutlich...

ndPlusReimar Paul

Countdown in Goslar

In der Westharzstadt Goslar steht der SPD-Oberbürgermeister vor der Abwahl. Er ist seit Monaten unter anderem wegen Unregelmäßigkeiten bei den städtischen Finanzen unter Druck. Jetzt hat er auch noch die eigene Partei gegen sich aufgebracht.

ndPlusKathrin Zeilmann, dpa

Bilder aus Flossenbürg

Das Grauen seiner Gefangenschaft im KZ Flossenbürg und im Außenlager Hersbruck in Bayern hat der ehemalige italienische Widerstandskämpfer Vittore Bocchetta in Bildern festgehalten. Eine Auswahl seiner Werke ist nun in Nürnberg zu sehen.

ndPlusSybille Gurack

Beinahe verhaftet wegen Wasseruhr

Gestern um 12 Uhr sollte Peter Kuhnert in Haft genommen werden. Der Schwerbehinderte aus Markgrafpieske (Oder-Spree) soll dem Zweckverband Wasser und Abwasser Fürstenwalde und Umland mittlerweile 309 Euro schulden. Der Mann sieht das anders: er weigere sich nur, Kosten für eine Wasseruhr zu bezahlen, die der Zweckverband selbst 1998 abmontierte. Kuhnert hatte sich vorbereitet, beim Landgericht Fra...

ndPlusAndreas Fritsche

Erkundung von CO2-Lagern wird gestattet

Der Energiekonzern Vattenfall dürfe in der Gegend von Beeskow erkunden, ob dort Kohlendioxid verpresst werden könnte. Das werde Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) in den nächsten Tagen gestatten – »ohne Not« und »obwohl die Stadt Beeskow gegen die Erkundung klagt«, erklärte der Landtagsabgeordnete Peer Jürgens (LINKE) gestern. Ralf Christoffers habe dies am Mittwoch verkündet.Chri...

Wetter auf der Kreidetafel
ndPlusMarc Patzwald, epd

Wetter auf der Kreidetafel

Rund 1000 Wohngemeinschaften für Demenzkranke gibt es derzeit in Deutschland. Das Interesse an solchen WG als Alternative zum Hein ist groß.

Andreas Fritsche

Viele Fragen zum Tod der kleinen Lilly

Zwei Mal besuchte Carsten Zinn die Eberswalder Kita »Villa Kunterbunt« bei einem Tag der offenen Tür. Was er dort sah, das begeisterte den Stadtverordneten der Linkspartei. Er traf eine Leiterin mit Ideen, gute Mitarbeiter und engagierte Eltern. »Hier möchte ich Kind sein«, dachte Zinn. Aber dann ...Am 8. Dezember rutschten die Mädchen Lilly und Liz in einen Teich mit eiskaltem Wasser. Sie hatten ...

Seite 15

Paul Celan: Todesfuge

SCHWARZE Milch der Frühe wir trinken sie abendswir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachtswir trinken und trinkenwir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht engEin Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibtder schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margareteer schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbeier pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erdeer befiehlt uns spi...

Seite 16

Glück

Wie sagt der sonst sehr witzige Joachim Rinelnatz so ergreifend unwitzig: »Was lange währt, ist leise« – so ist das Glück, das ich für angemessen halte. Es will erahnt, erhascht werden wie die Wale im Meer. Es will durch staunende Beobachtung erobert werden wie die Sterne bei Nacht. Mathias Schreiber »Das Gold in der Seele. Die Lehren vom Glück« – so hat Mathias Schreiber sein Buch gen...

Kai Agthe

Anwalt der Dichter

Hermann Kurzke: ein Anwalt der Literatur. Seine Vorlieben gelten Novalis und Thomas Mann, dem er 1999 eine Biografie widmete. Immer wieder kehrte er zu diesen Autoren zurück. Nicht zufällig wird das erste Kapitel – die 2006/2007 für »Die Welt« verfasste Sammlung »Kurzkes Kanon« enthaltend – mit einer Betrachtung über Manns Roman »Doktor Faustus« eröffnet. Thomas Mann ist für Kurzke abe...

ndPlusPeter Henning

Das sanfte Gesetz

Warum mein Leben anders vor sich geht und auch schon vor Abisko vor sich ging, kann ich nicht erklären«, äußerte Harald Behringer, der Protagonist in Klaus Böldls vor zehn Jahren, im Jahr 2000, erschienener langer Erzählung »Südlich von Abisko«. Damit umriss er stellvertretend jenes für sämtliche Böldl-Geschöpfe geltende existenzielle Grundgefühl eines in der Welt Verlorenseins, das sie allesamt u...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Mit einem Bein im Paradies

Den »Beginn einer großen Familiensaga« verspricht der Klappentext. Will Andreas Maier nach seinem Onkel J. vielleicht auch seiner Mutter und seiner Großmutter einen Roman widmen? Nur zu, kann man nach der Lektüre dieses Buches sagen, denn das Authentische gewinnt hier solche Ausstrahlung, solche Tiefe, dass man unterschwellig auch manches über das eigene Herkommen, das eigene Heute und die eigene ...

Seite 17

Leseprobe

Südöstlich von Witebsk, bei Ljosno in Weißrussland, fiel der Wehrmacht kurz nach Beginn des Russlandfeldzugs am 16. Juli 1941 neben anderen Offizieren des 14. Haubitzenregiments der 14. sowjetischen Panzerdivision auch Oberleutnant Jakob Dschugaschwili in die Hände. Die Bedeutung dieses Kriegesgefangenen wurde schnell klar: Es handelte sich um den ältesten Sohn des sowjetischen Diktators Josef Sta...

Martin Adler

Gemeinsamkeit

Der Titel »WIR« für die vorgestellte Bilanz über zwanzig Jahre Jüdischer Kulturverein in Berlin (JKV) lässt keinen Zweifel über dessen Grundmaxime: Gemeinsamkeit. Die gesellschaftliche Öffentlichkeit, weit über Berlin hinaus, hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten den JKV vor allem in dreierlei Hinsicht wahrgenommen. Erstens. In diesem Verein war für Juden Gelegenheit zur Selbstfindung eigener,...

»Wer nicht stolpert, geht nicht ...«
ndPlusHorst Helas

»Wer nicht stolpert, geht nicht ...«

Den Mann aus Köln mit dem breitkrempigen Hut, Gunter Demnig, lernte ich vor vielen Jahren tätig kennen. Er versenkte quadratische, mit einer glänzenden Messingkappe überzogene Steine in Gehwege. STOLPERSTEINE, auf denen Namen von Menschen, ihr Geburtsdatum und so genau wie möglich ihr Sterbedatum sowie der dazugehörige Ort vermerkt waren: Auschwitz, Minsk, Sobibor, Theresienstadt und anderen Stätt...

ndPlusLicius Stolo

Kopf hoch und Hoffnung wahren

Unglaublich, aber wahr – doch auch das gab es im NS-Regime: Familien, in der Kinder im Geiste der Völkerversöhnung und Menschenwürde erzogen wurden. Wie war das möglich? Eine Antwort darauf gibt ein ebenso außergewöhnliches wie eindrucksvolles Buch. Es enthält Briefe, die Heinrich Buchholz in den Jahren 1933 bis 1937 aus KZ und Zuchthaus an seine Frau, Tochter und Mutter geschrieben hat und ...

Seite 19
ndPlusMark Wolter

Aus dem Rückraum

Mit den richtigen Tipps kommt man zu kurzfristigem Ruhm. Und zu Armbanduhren. So zumindest, wenn man die deutsche Mannschaft bei der Handball-WM durch Schweden begleitet. Deren Pressechef Charly Hühnergarth sammelt vor jedem Spiel seines Teams die Vorhersagen der rund 50 mitgereisten deutschen Medienvertreter ein und löst bei den Treffen mit Bundestrainer Heiner Brand und der versammelten Mannscha...

ndPlusUlli Brünger, dpa

17-Jähriger rettet Schalke

Erst sank er auf die Knie und schlug die Hände vor das Gesicht, dann wurde Julian Draxler vom Teamkollegen Kyriakos Papadopoulos auf Schultern durch die Arena getragen. »Ich habe immer davon geträumt, hier zu spielen. Dann komme ich rein und mache sogar das Tor. Das ist unglaublich«, schwärmte der 17-jährige Pokalheld des FC Schalke 04. Mit einem Traumtor in der 119. Minute zum 3:2-Sieg gegen den ...

Mark Wolter, Jönköping

Kein Feuer mehr in Brand

Es klang ein wenig nach Abschied, als Heiner Brand zum letzten Mal in Jönköping etwas von sich gab. »Das ist eine Entwicklung, von der ich geglaubt habe, sie verhindern zu können. Es hat nicht hingehauen.« Die Suche nach Erklärungen für die Blamage seiner Handballer fiel dem Bundestrainer sichtlich schwer. Umringt von zahlreichen Journalisten krochen die Worte nur mühsam unter dem Schnauzer des 58...

Manfred Hönel

Weltklasse zum 100. Jubiläum

Die Radprofis können es nicht lassen, immer wieder zieht es sie auf die schiefe Bahn: Im Velodrom steigt ab heute das 100. Berliner Sechstagerennen, zu dem die Radsporthelden Otto Ziege, Olaf Ludwig und Jens Voigt den Startschuss geben. 75 000 Zuschauer werden an den sechs Tagen erwartet. Schon der rasende Reporter Egon Erwin Kisch hatte von der elliptischen Tretmühle geschrieben: »Fahren, feiern,...

Seite 20
Martin Koch

Tod auf dem Meer

Tausende von Schaulustigen warteten am 28. Januar 1986 im Kennedy Space Center in Florida ungeduldig auf den Start der US-Raumfähre »Challenger«. Es sollte ein Jubiläumsflug werden. Denn amerikanische Raumgleiter waren zuvor bereits 24 Mal erfolgreich ins All gestartet, seit am 12. April 1981 die »Columbia« das Space-Shuttle-Zeitalter eröffnet hatte.Nach dem Glanz der Apollo-Mondflüge war bei der ...