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Beiläufiger Berlin-Blick

Alle Filme in Thomas Arslans Berlin-Trilogie beginnen so: Eine Person steht vor einem Fenster, danach wandert die Kamera hinüber zum Bett, wo sich schlafende Personen befinden. Je nach Film sind das entweder ein Geliebter, eine Ehefrau mit Kind oder ein Bruder. So vermittelt sich dem Zuschauer ein erster Einblick in die Familien- und Lebensverhältnisse der Figuren. Später wird er vollständig den B...

Schreckgespenst Deindustrialisierung

Schreckgespenst Deindustrialisierung

Jahrelang priesen die Energiekonzerne ihre Kraftwerke als Beitrag zum Klimaschutz an. Dann kam Fukushima. Müssen wir nun wieder stärker auf die klimaschädliche Kohlekraft setzen? Schon gedeihen die Horrorszenarien.

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Unten links

Von Geronimo war in den letzten Tagen viel die Rede, dem Apachen-Häuptling Gokhlayeh. Wir geben ihm das Wort:»Ich habe nie Unrecht ohne Grund getan, und wenn ihr von Unrecht redet, oder auch nur an Unrecht denkt, so tätet ihr besser daran, an das Unrecht zu denken, das ihr dem Roten Manne zugefügt habt, und das tief und weit wie ein Ozean ist, durch den niemand mehr waten kann, ohne darin zu ertri...

Teeren und Federn

Die Bundeskanzlerin hat jetzt ein Problem. Als Christin hätte sie nicht sagen dürfen, dass sie sich freute über den Tod Osama Bin Ladens. Und als Kanzlerin? Der US-Präsident hat ein Problem. Er hätte konsequent bei der Version bleiben sollen, dass Osama im Kampf oder wenigstens nach einem Kampf getötet wurde. Denn das weiß jeder Freund des Western: Geschossen wird nicht auf den wehrlosen, sondern ...

Detlef D. Pries

Obama will die Kopfjagd fortsetzen

Ermutigt durch den Erfolg der »Operation Geronimo« gegen Osama bin Laden in Abbottabad – und von wachsender Zustimmung in den USA –, sieht sich Barack Obama zu weiterer Kopfjagd auf Terrorverdächtige in Pakistan berechtigt. Und die pakistanische Regierung scheint mit den USA in einen Wettbewerb um die wichtigsten Trophäen treten zu wollen.

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Pharmabranche blickt nach Karlsruhe
Ulrike Henning

Pharmabranche blickt nach Karlsruhe

Der Bundesgerichtshof versucht derzeit die Frage zu klären, ob Ärzte wegen Bestechlichkeit belangt werden können. Dies könnte massive Folgen für die bisherige Marketing-Praxis der Pharmaindustrie haben.

ndPlusSilvia Ottow

Premiere für das Kassensterben

Die City BKK mit 168 000 Versicherten hört am 30. Juni auf zu existieren. Sie wird vom Bundesversicherungsamt geschlossen und ist damit die erste gesetzliche Krankenkasse, die seit der Einführung des Gesundheitsfonds die Segel streichen muss. Die Befürchtung liegt nahe, dass dieser Fall nicht der einzige bleiben wird.

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ndPlusJulia Schäfer

Schlachtfeld der Seele

Leipzig ist ein wichtiger Militärstandort – auch wenn man davon im Alltag nicht viel mitbekommt. Die General-Olbricht-Kaserne liegt im Nordwesten der Stadt, abgeschirmt von der Außenwelt durch Zäune, Gemäuer und Erdwälle. Von außen sind nur die rot- und ockerfarbenen Backsteingebäude zu erkennen. Sächsische Armee, Reichswehr, kasernierte Volkspolizei und NVA waren schon beheimatet, wo heute ist di...

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Anwalt: Demjanjuk war nie in Sobibor

München (dpa/ND). Der Anwalt des mutmaßlichen KZ-Wachmanns John Demjanjuk hat dessen Mitschuld an der Ermordung tausender niederländischer Juden im Vernichtungslager Sobibor erneut zurückgewiesen. Selbst wenn Demjanjuk dort gewesen wäre, könne die Staatsanwaltschaft nicht beweisen, dass er in irgendeiner Weise in den Vernichtungsprozess eingebunden war, sagte Verteidiger Ulrich Busch am dritten Ta...

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Hessischer Landtag mit brauner Vergangenheit

Auch 66 Jahre nach Ende des Hitlerfaschismus tut sich der Hessische Landtag mit einer Aufarbeitung der NS-Vergangenheit seiner Mitglieder schwer. Dies belegt eine im Auftrag der Linksfraktion erstellte Studie.

»Man muss aufklären, nicht dämonisieren«

Volkmar Schöneburg (LINKE) ist Justizminister in Brandenburg. Zusammen mit seiner Berliner Amtskollegin Gisela von der Aue (SPD) stellte er Anfang des Jahres ein eigenes Konzept für die künftige Sicherungsverwahrung in den beiden Bundesländern vor. Mit Schöneburg sprach Regina Stötzel.

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Weiter keine Sportwetten bei Hartz IV

Münster/Köln (AFP/ND). Die Westdeutsche Lotterie darf nach eigenen Angaben auch weiterhin Hartz-IV-Empfängern in Nordrhein-Westfalen nicht die Teilnahme an Sportwetten ermöglichen. Das Landgericht Köln bestätigte am Donnerstag sein umstrittenes Verbot vom vergangenen März, wie Westlotto in Münster mitteilte. Den Widerspruch von Westlotto gegen die damalige Entscheidung wies das Gericht demnach zur...

ndPlusBarbara Martin, Stuttgart

Schnelles Geld für die Kitas

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) ist wieder Chef des Städtetags. Eine seiner Forderungen: Die Ländern sollen mehr Geld für den Ausbau von Kindertagesstätten für unter Dreijährige bereitstellen.

Marcus Meier, Köln

Kölscher Widerstand gegen »Pro Köln«

»Für mehr Demokratie, Meinungs- und Versammlungsfreiheit« – auf den ersten Blick durchaus sympathische Forderungen. Doch sie werden von der rechtspopulistischen »Bürgerbewegung pro Köln« gestellt, die am Sonnabend in Köln marschieren will.

»Keine detaillierten Informationen«
René Heilig

»Keine detaillierten Informationen«

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) fordert weiter einen »politischen Prozess« zur Lösung des Libyen-Streits. Zum Auftakt des Treffens der Libyen-Kontaktgruppe in Rom sagte er, die Grenzen der militärischen Möglichkeiten seien sichtbar.

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Ausnahmezustand
Susann Witt-Stahl

Ausnahmezustand

Das Trauma des Leidens unter staatlicher Willkür begann für die jetzt freigesprochenen Tierfreunde in Österreich vor drei Jahren: Überfall durch ein Polizei-Spezialkommando, Untersuchungshaft, Bespitzelung, Einschüchterung, schließlich die absurde Anklage gemäß Paragraf 278a, »Bildung einer kriminellen Organisation«. Hat hier der in höchste Kreise der politischen Klasse reichende Arm der Jagd- und...

ndPlusAndré Anwar, Stockholm

Gute Ausländer bringen Geld

Die guten Ausländer bringen Geld, die schlechten kosten. Das hat die dänische Regierung ausrechnen lassen, um ihre harte Ausländerpolitik zu rechtfertigen. Doch ihre Zeit scheint trotz der populistischen Aktion abzulaufen: Wenige Monate vor den Wahlen fällt sie in Umfragen zurück.

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Anklage gegen Ben Ali

Tunis (AFP/ND). Im Zusammenhang mit der gewaltsamen Unterdrückung der tunesischen Protestbewegung ist Anklage gegen den gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali erhoben worden. Ben Ali und seiner Frau Leila Trabelsi werde »Verschwörung gegen die innere Sicherheit« zur Last gelegt, berichtete die Nachrichtenagentur TAP am Mittwoch unter Berufung auf das Justizministerium des nordafrikanischen...

Ex-Minister in Ägypten verurteilt

Kairo (AFP/ND). Der ehemalige ägyptische Innenminister Habib el-Adli wurde am Donnerstag in Kairo zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht in Kairo bestrafte ihn wegen Geldwäsche und persönlicher Bereicherung. Er war unter dem gestürzten Präsidenten Husni Mubarak rund zwölf Jahre Innenminister. Es war die erste Verurteilung eines Mitglieds der Regierung Mubaraks seit dessen Rücktritt am 11. Fe...

Yunus verliert Kampf gegen Entlassung

Dhaka (AFP/ND). Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat den juristischen Kampf gegen seine Entlassung als Chef der von ihm gegründeten Grameen-Bank endgültig verloren. Der Oberste Gerichtshof von Bangladesch wies am Donnerstag eine letzte Eingabe des Mikrokreditpioniers zur Wiederaufnahme seines Verfahrens zurück, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Das Gericht entschied, bei der Gram...

Aufruf in Syrien zum »Freitag des Trotzes«

In Syrien soll es nach Protesten in Sakba bei Damaskus mehr als 300 Festnahmen gegeben haben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die syrische Regierung erneut aufgefordert, umgehend jegliche Gewaltanwendung zu unterlassen.

Roland Etzel

Abbas auf Werbetour

Die beiden großen Palästinenser-Organisationen haben sich versöhnt. Doch in den meisten westlichen Regierungen zieht man darüber lange Gesichter. Keine Ausnahme macht dabei Kanzlerin Merkel, die gestern Palästinenserpräsident Abbas empfing.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Sonderfonds für Aufständische

Finanzielle und politische Unterstützung sicherten die Mitglieder der Libyen-Kontaktgruppe den Aufständischen in Bengasi zu. Gleichzeitig haben sich mehrere Länder dazu entschlossen, die Übergangsregierung als einzigen legalen Vertreter des libyschen Volks anzuerkennen.

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Phantomschmerz

In Zeiten des Mangels galt Dicksein als toll. Inzwischen wissen wir, dass der Überfluss einige Haken hat. Bei der Energieversorgung bricht die Wirtschaft gerade wieder eine Diskussion vom Zaun, als stünde nach der Abschaltung einiger Atomkraftwerke jetzt Rationierung oder Abschaltung bevor. Dabei gibt es auch im Energiebereich noch so manches höchst ungesunde Übergewicht. Doch was am erstaunlichst...

Merkels saures Gesicht

Die palästinensische Versöhnungsfreude wird hierzulande mit gebremstem, aber nicht zu übersehendem Missfallen betrachtet. Das wurde auch beim gestrigen Besuch von Palästinenser-Präsident Abbas in Berlin deutlich. Dessen Partnerin Hamas beim Kairoer Handschlag wird als inakzeptable Terroristentruppe stigmatisiert. Dieses Verhalten, stirnumwölkt als Sorge um den Friedensprozess im Nahen Osten deklar...

Die Folterfrage

Eine symbolträchtige Geste, die weitere Punkte bringen dürfte: Wenige Tage nach der Tötung von Osama bin Laden wollte sich Barack Obama am Donnerstagabend am Ground Zero in New York mit Angehörigen der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 treffen. Meinungsumfragen zeigen, dass der USA-Präsident mit der Liquidierung des Staatsfeindes Nr. 1 in der Gunst seiner Landsleute kräftig zugelegt hat. ...

ndPlusMarion Pietrzok

Verdient

Das Leben hat dem 79-Jährigen die Züge der Freundlichkeit, des frohen Muts, der herzensguten Anteilnahme ins Gesicht geschrieben. Und eine Klugheit, die wesentlich aus gründlichstem fachlichen Wissen, gepaart mit hohem Verantwortungsgefühl, erwuchs. Es erscheint demjenigen, der ihn kennt, als Spiegel dessen guter Taten. Gottfried Kiesow ist ein Freund des Kulturerbes, vor allem von »baulichen Anti...

Hin und wieder ein Klaps erlaubt?

Hin und wieder ein Klaps erlaubt?

ND: Der Deutsche Kinderschutzbund Berlin hat eine Umfrage unter Kindern in der Hauptstadt durchgeführt. Worum ging es ?Walther: Wir als Kinderschutzbund sind immer daran interessiert, was die Kinder selber denken und sagen. Und bei vielen Gelegenheiten versuchen wir, die Kinder zu befragen. Zum Beispiel bei Familienfesten oder in unseren Kinder-Projekten. Wie viele Kinder nahmen teil?Insgesamt...

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Charité legt Angebot vor

(dpa). Am vierten Tag des Streiks an der Berliner Charité ist Bewegung in die Tarifgespräche gekommen. Die Uni-Klinik habe ein verbessertes Angebot vorgelegt, sagte ver.di-Sprecher Andreas Splanemann am Donnerstagmittag. Das Angebot werde von den Gewerkschaften nun bewertet. Ob die laufenden Verhandlungen schnell zu einem Ergebnis kämen, sei offen.Schwestern, Pfleger und Techniker der Charité verl...

Rot-rote Mehrheit schrumpft

(ND). Mit dem Wechsel von Bilkay Öney (SPD) nach Baden-Württemberg schrumpft die rot-rote Mehrheit im Abgeordnetenhaus. SPD und Linkspartei haben damit nur noch 75 Mandate, die Opposition von CDU, Grünen und FDP kommt auf 70. Hinzu kommen drei Fraktionslose, deren Abstimmungsverhalten nicht abzusehen ist.In dieser Legislaturperiode stehen noch fünf Plenarsitzungen an, in denen unter anderem wichti...

Lehrreich

Weit mehr als eine halbe Million Besucher zählte in dem bisher nur einen Jahr seines Bestehens das neue Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Das belegt, dass diese Stadt für die Berliner und für ihre Besucher nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich ist. Dorthin, wo einst die Terrorzentralen von Gestapo, SS-Führung und Reichssicherheitshauptamt standen, geht man ja nicht einfach so...

In welchem Lager wurde meine Mutter geboren?
Andreas Heinz

In welchem Lager wurde meine Mutter geboren?

Die Bilder lassen Swjatoslaw Abaschin und seine Mutter Ljubow Abaschina nicht zur Ruhe kommen: Die Aufnahmen wurden während des Zweiten Weltkrieges in Berlin gemacht und zeigen Abaschins Mutter als Kleinkind auf dem Arm seiner Oma Warwara Fedorowna Kudinowa, daneben eine Freundin. Fest steht bis heute nur, dass die Fotografien in einem Zwangsarbeiterlager im Ortsteil Kaulsdorf entstanden. Die in Russland lebende Familie will nun endlich Gewissheit haben, in welches Kaulsdorfer Lager die Großmutter deportiert und wo die Mutter geboren wurde. »Abaschins Mutter kam um den 28. Mai 1943 zur Welt. Eine Geburtsurkunde existiert nicht«, so Uta Fröhlich. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Niederschöneweide ist mit Ihren Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit ND auf der Suche nach Zeitzeugen für eine Dauerausstellung über NS-Zwangsarbeiterlager im Großraum Berlin.

Grünste Lösung für den Mauerpark
Stefan Otto

Grünste Lösung für den Mauerpark

Ein Kompromiss kommt für sie nicht in Frage. »Mauerpark kaufen statt verschenken« heißt der Slogan der Aktivisten, die es damit ernst meinen und die Stiftung Weltbürgerpark gegründet haben. Sie lehnen eine Parkerweiterung im Tausch gegen eine angrenzende Bebauung ab, wie es Ephraim Gothe (SPD), Baustadtrat in Mitte, mit der Immobilienfirma Vivico als Eigentümerin des Geländes ausgehandelt hat. Die...

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Akademie der Künste wählt neue Mitglieder

(dpa). Die Akademie der Künste in Berlin kommt am Freitag und Samstag zu ihrer 37. Mitgliederversammlung zusammen. Bei dem Treffen werden neue Mitglieder in die Gemeinschaft hochrangiger Künstler gewählt. In einer nicht öffentlichen Veranstaltung geht es am Freitag um die Veränderungen in der arabischen Welt und ihre Auswirkungen auf Europa. Akademie-Präsident Klaus Staeck hat dazu die jungen tune...

Berlin verleiht Pharaostatue nach New York

(dpa). Eine sechs Tonnen schwere Pharaostatue hat am Mittwoch ihre Reise von Berlin nach New York angetreten. Der Koloss soll in den USA restauriert und dann für die nächsten Jahre leihweise im Metropolitan Museum of Art zu sehen sein. Spätestens 2026 werde das Bildwerk dann wieder in Berlin zurückerwartet, teilten die Staatlichen Museen mit.Die Statue des Pharao Amenemhet II. thronte seit 1996 im...

Fiebriges Starren

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Grethel und war eines Nachts verschwunden. Weg. Die Polizei sucht umsonst den ganzen Ort ab. Die Stiefmutter bettelt im Fernsehen, man möchte »ihr kleines Mädchen« zurückgeben, der arbeitslose Vater säuft noch mehr als sonst. Die Bevölkerung spendet aus Anteilnahme Geld. Doch ihr Bruder Hans weiß, dass etwas nicht stimmt. Warum sind sein Vater und dessen neue Fr...

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Datenfang per Daumen-Knopf

(dpa). Auch das Kammergericht Berlin hat jetzt entschieden, dass die verbreitete Verwendung der Facebook-Schaltfläche mit der Bekundung »Gefällt mir« keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht darstellt. Die Richter bestätigten damit die Auffassung des Landgerichts Berlin.Allerdings erklärte der 5. Zivilsenat des Kammergerichts, dass in dem konkreten Streitfall einiges dafür spreche, dass der Betre...

Dopplung oder Ergänzung
Wolfgang Weiß

Dopplung oder Ergänzung

Erst kamen die Abrissbagger. An der Ecke Bahnhofstraße unweit des S-Bahnhofes Köpenick ging es um Baufreiheit für ein Einkaufszentrum. Bevor mit der Errichtung des neuen Gebäudes begonnen werden kann, müssen hier nun einmal zuvor die ältere Häuser beseitigt werden. Die Investorengruppe B&L aus Hamburg plant an dem verkehrsgünstig gelegenen Punkt ein dreigeschossiges Handelszentrum mit insgesam...

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Hebammen nach Streik enttäuscht

Bundesweit hat es am Donnerstag zum Internationalen Tag der Hebammen Protestaktionen gegeben, die auf die finanziellen Nöte der Geburtshelferinnen aufmerksam machen sollten. In Kiel beteiligten sich mehr als 500 Betroffene an einem Demonstrationszug zum Landtagsgebäude.

Hagen Jung

Zehn Millionen Euro für silber-blaue Autos

Zehn Millionen Euro nutzte das Innenministerium Niedersachsens im Jahr 2009 aus Mitteln zur Konjunkturförderung, um neue Polizeifahrzeuge zu kaufen. War das wirklich nötig?

ndPlusMarcus Meier

Evonik-Wohnungen vor Privatisierung

In Nordrhein-Westfalen sollen weitere 130 000 Wohnungen verscherbelt werden – an der Börse oder an Investoren. Die Mieter wehren sich gegen den drohenden Verkauf. Unterstützt werden sie von der Linkspartei.

ndPlusKlaus Teßmann

Schöner leben in Marzahn-Hellersdorf

31 Oberschüler des Tagore-Gymnasiums in Marzahn erhielten gestern die ersten Wohnführerscheine. Zuvor hatten sich die jungen Leute in einem Schulprojekt mit dem Thema »die erste Wohnung meines Lebens« beschäftigt – Partner des Projekts waren die drei Marzahner Wohnungsunternehmen Degewo, Marzahner Tor und Allod.»Die Jugendlichen wollen heute wieder früher selbstständig werden«, berichtet Uwe...

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Neue Münchner Synagoge

München (dpa/ND). Der US-amerikanische Star-Architekt Daniel Libeskind hat seine spektakulären Pläne für eine neue Münchner Synagoge vorgestellt. »Eine Synagoge für München, Deutschland und die Zukunft« nennt er sein Projekt. In seinen Entwürfen, die er am Mittwochabend in München vorstellte, präsentiert sich die Synagoge als futuristisch anmutendes Gebäude mit vielen Schrägen und Glasfronten.Libe...

Wilfried Neiße

Wie ins Hotel kommen, wenn kein Bus fährt?

Die schönen Zahlen bei der Entwicklung des Fremdenverkehrs will Brandenburg nicht durch reduzierte Verkehrsleistungen wieder aufs Spiel setzen. Wenn Bus und Bahn nicht mehr die Pension erreichen, dann muss der Herbergsvater sich einfallen lassen, wie seine Gäste ohne Auto trotzdem ankommen. Helfen soll den Hoteliers das Handbuch »Abgefahren – Angekommen«. Es wurde gestern in Potsdam vorgeste...

ndPlusAndreas Fritsche

Tor für Parkeintritt nach Sanssouci bleibt offen

Darf die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) ab April 2013 für den Potsdamer Park Sanssouci zwei Euro Einritt verlangen? Diese Frage bleibt bis zum Herbst offen. Erst dann – nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September – will der Stiftungsrat entscheiden. Im Stiftungsrat sitzen die Geldgeber: der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Die Verschiebung des ...

Radikale Gefahr durch Geheimdienst
Andreas Fritsche, Neuruppin

Radikale Gefahr durch Geheimdienst

Für den Verfassungsschutz in Brandenburg ist das Jugendzentrum JWP in Neuruppin ein Hort des Linksextremismus und führt es in seinem jährlichen Bericht auf. Dagegen wehren sich die Betroffenen, denn die Erwähnung könnte die Existenz des Projekts bedrohen.

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Schräger Blick

Genüsslich frisst die Gottesanbeterin in Nahaufnahme eine Grille und schaut dabei in die Kamera, als wüsste sie, dass die läuft. Zwei ältere Russinnen halten in ihrer Wohnung ein ganzes Rudel Hunde und nehmen auch noch drei frisch geborene Welpen dazu. Ein Welpe ist halbtot. Ein französisches Mädchen kuschelt mit einer Katze auf ihrem Schoß, doch als das Tier nicht einschlafen will, wird es angebr...

In memorian Schlingensief

Ein Monat vor Beginn der Kunst-Biennale in Venedig steht die Gestaltung des Deutschen Pavillons fest: drei Gedenkräume für Christoph Schlingensief. Der im vergangenen Sommer verstorbene Multimedia-Künstler sollte ursprünglich den Pavillon gestalten, doch seine Pläne waren nicht weit genug gediehen, als dass sie ohne ihn hätten umgesetzt werden können. Daher entschied Kuratorin Susanne Gaensheimer,...

»Eden is West«

Constantin Costa-Gavras, einer der großen europäischen Filmemacher, schuf einen eindrucksvollen Beitrag zum Thema Zuwanderung. Obwohl Abschlussfilm auf der Berlinale 2009, wurde »Eden is West« bislang noch nicht in den deutschen Kinos gezeigt. Doch Interessierte konnten ihn am Mittwochabend im Programmkino Babylon Berlin-Mitte sehen und hinterher mit dem Regisseur darüber diskutieren.Der Film, mit Riccardo Scamarcio und Ulrich Tukur, zeigt die Odyssee eines illegalen Zuwanderers durch Europa. A...

Blauer Dunst

E igentlich gibt es in dieser Legislaturperiode ja gar keine Steuererhöhung. Denn im Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und FDP 2009 unterschrieben haben, steht der schöne Satz: »Was wir vor der Bundestagswahl den Wählerinnen und Wählern versprochen haben, gilt auch danach: Steuererhöhungen zur Krisenbewältigung kommen für uns nicht in Frage.« Und doch sind Zigaretten und Feinschnitt-Tabak wieder mal...

Dichter der Erde und der Schönheit
Sabine Neubert

Dichter der Erde und der Schönheit

Die Kontinente rücken zusammen, und doch hat für uns der Name des großen indischen Dichters Rabindranath Tagore (1861–1941) einen fremden Klang – zeitlich und räumlich fern. Seine Romane, in Bengalen der englischen Kolonialzeit und der nationalistischen Bewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verortet, lesen wir als historische. Im Jahre 1913 hat Tagore als erster Dichter jenseits der ...

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Bachelor: Bedingt berufsfähig
ndPlusJürgen Amendt

Bachelor: Bedingt berufsfähig

Zur Zeit studieren rund 2,2 Millionen junge Menschen an deutschen Hochschulen und Universitäten, 440 000 davon haben erst kürzlich ihr Studium begonnen. Das sind Spitzenwerte und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) erwartet, dass diese Zahlen im kommenden Wintersemester nochmal steigen werden – und das trotz Studiengebühren in einigen Bundesländern und der Verunsicherung durch die Debatte um die negativen Folgen der Bologna-Reform.Der Run auf die Hochschulen und Universitäten ist schon ein Phän...

Lena Tietgen

Bildungsrauschen

In Baden-Württemberg sollen Studiengebühren gestrichen und Hochschulräte, über die derzeit die Wirtschaft Einfluss auf die Wissenschaft nimmt, abgeschafft werden. Diese demokratische Strukturänderungen plant die grün-rote Landespolitik. Die Meinungen im Netz gehen auseinander.bullermann kommentiert »Tschüss Bezahlstudium« auf www.spiegel.de/unispiegel/studium vom 27. April 2011. Gebührenfreiheit sei »ein falsches Zeichen. Man schaue sich den Facharbeitermangel an, den Mangel an praktisch erfahre...

ndPlusErhard Korn

Stolperstein für Grün-Rot

Unmittelbar nach den Landtagswahlen präsentierte Noch-Kultusministerin Marion Schick (CDU) Vorschläge einer Expertenkommission zur Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Für die künftige Landesregierung verbergen sich in dem Bericht einige Stolpersteine.

Martin Koch

Menschenbildung statt »Bulimie-Lernen«

Durften vor Jahren noch die meisten Kinder einfach Kinder sein, gilt dies heute weithin als Zeitverschwendung: Frühenglisch mit Vier, Nachhilfe ab der ersten Klasse, Lernen an den Wochenenden und in den Ferien. Dennoch bleiben die erhofften Erfolge häufig aus, da zu großer Leistungsdruck vielen Kindern schadet, wie eine Grundschullehrerin jetzt in einem Buch schildert.

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Viele Leiharbeiter stocken auf

Mit über 900 000 Personen im Oktober 2010 beschäftigte die Leiharbeitsbranche mehr Menschen als vor der Wirtschaftskrise – zwei Drittel davon zu Niedriglöhnen. Das zeigt eine Analyse des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ). Durchschnittlich 9,71 Euro pro Stunde verdienten Leiharbeiter 2006 – fast die Hälfte weniger als regulär Vollzeitbeschäftigte. 11,5 Prozent aller Zeitarbeitsbe...

Rechtsfrage

Billigend Krankheit in Kauf genommenArbeitgeber, die Mitarbeiter wissend mit gefährlichen Stoffen in Kontakt bringen, müssen für die gesundheitlichen Folgen haften. Das entschied jüngst das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt zu Asbestarbeiten. Betroffene Arbeitnehmer können danach künftige Ansprüche auch schon vorbeugend einklagen (Az.: 8 AZR 769/09).Im Streitfall hatte die Stadt Dessau-Roßlau i...

Hans-Gerd Öfinger

Einigung: Bier in Brauereien fließt weiter

Nach umfangreichen Warnstreiks in bayerischen Bierbrauereien haben sich die Tarifgemeinschaft Bayerischer Brauereien (TG) und die Gewerkschaft NGG am Donnerstag in Ismaning bei München auf einen Tarifabschluss geeinigt. Kernpunkte sind eine Anhebung der Löhne und Gehälter um drei Prozent ab 1. Mai 2011 nach zwei »Leermonaten« im März und April. Gleichzeitig wird der Bundesrahmentarifvertrag (BRTV)...

Hans-Gerd Öfinger

Eliten Hand in Hand

Was vorgeblich der Eindämmung des Rechtsextremismus dient, kann zum Instrument gegen Gewerkschaften werden. Das haben Brauereibeschäftigte im oberbayerischen Rosenheim erfahren. Im Freistaat gilt seit 2008 ein scharfes Meldegesetz, das die Anmeldung einer Kundgebung, Versammlung oder Demo im öffentlichen Raum mit einer 48-Stundenfrist auch dann zwingend vorschreibt, wenn diese im Zuge eines Warnst...

Jörg Meyer

»Morgen werde ich gehenkt«

Eine neue Wanderausstellung soll an den gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Herrschaft der Nazis erinnern.

Streik auch in der Hauptsaison
ndPlusAnke Stefan, Athen

Streik auch in der Hauptsaison

Die griechische Tourismus- und Gastrogewerkschaft kritisiert miese Arbeitsbedingungen in der Branche und forderte staatliche Kontrollen.

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Nur noch sechs AKW am Netz

Berlin (AFP/ND). Der Anteil von Atomstrom an der Stromproduktion in Deutschland ist Medienberichten zufolge in den ersten Mai-Tagen auf rund zehn Prozent gefallen. Momentan laufen von den 17 deutschen Meilern nur noch sechs. Die Stromleistung hat sich von 21 000 Megawatt auf 8500 Megawatt verringert. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März waren die sieben ältesten Atomkraftwe...

Weitere US-Klage gegen Bank

Die Deutsche Bank kommt in den USA nicht zur Ruhe: Nach der Anklage in New York wegen Betrügereien bei Kreditbürgschaften, werden ihr nun in Los Angeles rüde Methoden bei Zwangsräumungen vorgeworfen.

Neue Reform des EEG

Berlin (dpa/ND). Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat Eckpunkte für einen erneuten Umbau der Milliarden-Ökostromförderung vorgelegt. Strom aus Wind, Sonne und Biogas soll in Zukunft verstärkt dann eingespeist werden, wenn die Nachfrage groß ist. Dafür sollen Anbieter eine Marktprämie erhalten können. Auch soll der Bau von Windkraftanlagen auf See und von Stromspeichern stärker unterstützt werd...

Andreas Knudsen

Massenentlassungen bei Nokia

Die angekündigten Massenentlassungen bei Nokia im Laufe diesen Jahres kratzen am Stolz der Industrieikone.

Reimar Paul

Panne im »Muster«-AKW Grohnde?

Das AKW Grohnde in Niedersachsen muss sich einer Routine-Revision unterziehen. Nun ließ eine Meldung des niedersächsischen Umweltamtes AKW-Gegner aufhorchen.

ndPlusMarcus Meier

E.on-Chef »bangt um den Profit«

»Saubere Energie« mit Kohle- und Atomkraft? Das versuchte E.on-Chef Johannes Teyssen gestern seinen Aktionären weiszumachen. Der Manager plädierte leidenschaftlich für AKW – und kündigte Widerstand gegen einen schnellen Atomausstieg an.

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UBS kommt Betrug teuer zu stehen

Washington/New York (dpa/ND). Betrügereien bei kommunalen Anleihen in den Vereinigten Staaten kommen der UBS teuer zu stehen. Die Schweizer Großbank willigte nach langwierigen Ermittlungen in Vergleiche mit den US-Behörden ein und zahlt nun insgesamt 160 Millionen Dollar (108 Millionen Euro), um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Das Geld kommt hauptsächlich den Geschädigten zugute: Städt...

ndPlusRalf Streck

Aderlass in Portugal

Noch am Dienstag hatte der geschäftsführende Regierungschef Portugals, Jose Socrates, von einem »guten Abkommen« gesprochen. Doch Details des Nothilfeplans zeigen, Portugal steht eine Rosskur bevor.

Kurt Stenger

Alternativen zum Wachstumsindikator BIP

Es ist längst ein Gemeinplatz, dass das ökonomische Wachstumskonzept an seine Grenzen gestoßen ist. Doch was kann aus dieser Sackgasse führen – ein grüner Kapitalismus, eine sozial-ökologische Umwälzung oder Konsumverzicht? Erstmals führt eine Veranstaltung die unterschiedlichen Debatten dazu zusammen: der Attac-Kongress »Jenseits des Wachstums?!« vom 20. bis 22. Mai in Berlin.

Hendrik Lasch, Leipzig

Den Bauern wird der Acker knapp

In Leipzig ist die agra 2011 eröffnet worden. Die Ausstellerzahl stieg auf 950. Neben der Erzeugung von Nahrungsmittel steht auch die von Energie im Blickfeld. Beides geschieht auf Feldern, die immer kleiner werden.

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Eine Frage der Zeit
Oliver Händler

Eine Frage der Zeit

Welch wunderschöne Kulisse für einen Marathonlauf. 42,195 Kilometer stets die Mittelmeerküste entlang. Wenn nur nicht alle paar hundert Meter die Soldaten der Hamas mit dem Maschinengewehr im Anschlag die Sicht versperrt hätten (Foto: AFP), wäre es ein richtig schönes Erlebnis gewesen – von den Qualen des Laufens mal ganz abgesehen. Die Palästinenser feierten trotzdem am Donnerstag den ersten Sieg...

Favoriten auf Halbfinalkurs

Die Spitzenteams der Basketball-Bundesliga sind auf Kurs Halbfinale, von Langeweile kann dennoch keine Rede sein. Am zweiten Spieltag der Viertelfinalserien mit maximal fünf Partien gingen die besten drei Vorrundenmannschaften mit 2:0 in Führung, wankten aber bedenklich. Titelverteidiger Bamberg stand bei den Eisbären Bremerhaven beim 88:84 am Rande einer Niederlage, ehe die Franken doch noch den ...

Reifeprüfung gegen »Suomi«-Kämpfer

Die deutschen Eishockeyspieler wollen zum Start der WM-Zwischenrunde auch die Reifeprüfung gegen Ex-Weltmeister Finnland bestehen und Kurs auf das Viertelfinale halten. Nach der überragenden Vorrunde ist die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp vor den beinharten Skandinaviern gewarnt. »Das ist eine Kampftruppe«, meinte der Trainer am Donnerstag. 18 Jahre nach dem letzten WM-Erfolg gegen die Fin...

Matchball für Friedrichshafen
ndPlusGabi Kotlenko

Matchball für Friedrichshafen

Der ersehnte Titel ist für die Volleyballer des SCC Berlin zwar in weite Ferne gerückt, doch die Mannschaft von Trainer Mark Lebedew kann mit der Saison zufrieden sein. Bereits das Erreichen des Finals gegen den Serienchampion vom Bodensee nach zwei Halbfinalsiegen gegen Haching war ein unerwartender Erfolg. Meisterwürdig zeigte sich im zweiten Spiel in der Serie »best of five« am Mittwochabend da...

ndPlusTom Tauzien, dpa

Keine Angst vor Barcelona

Schalke 04 war nach der Halbfinal-Demontage in der Champions League buchstäblich nicht der Rede wert. Mit keinem Wort erwähnte Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson nach Abpfiff des einseitigen Halbfinalrückspiels den überforderten Gegner aus Deutschland; alle Fragen und Antworten drehten sich nach dem mühelosen 4:1 im Presse-Auditorium vom »Old Trafford« schon um die nächsten, anspruchsvollere...