Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 1

Unten links

Wer täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher verbringt, stirbt angeblich früher. Einer australischen Studie zufolge steigt mit jeder Stunde vor dem Bildschirm das Sterberisiko um 11 Prozent. Diese Behauptung können wir so nicht stehen lassen. Immerhin wird hierzulande regelmäßig vermeldet, dass die Zuschauer von ARD und ZDF immer älter werden. Was nicht verwundert, da Sendungen wie »Immer wieder ...

Der Wink mit der Treuhand

Der Kredit für Griechenland ist am Wochenende freigegeben worden. 12 Milliarden Euro. Eine Staatspleite Athens sei abgewendet, hieß es. Doch das Feilschen der Kesselflicker hat seinen Preis. Jean-Claude Juncker, der Eurogruppenchef, redete Tacheles: »Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.« Die Frage ist, was nach dieser Rosskur von dem Land...

ndPlusOlaf Standke

Deutsche Kampfpanzer für Saudi-Arabien

Wie am Wochenende in Berlin bekannt wurde, will die Bundesregierung voraussichtlich den Export von 200 hochmodernen Leopard-Kampfpanzern an Saudi-Arabien genehmigen und damit nun auch ihre Zurückhaltung bei der Lieferung schwerer Waffen an die autoritäre Monarchie aufgeben. Noch am Freitag hatte sie vor einem Wettrüsten im Nahen Osten gewarnt.

Kredite gegen Souveränität

Mit der Freigabe der nächsten Kreditrate für Athen haben die Euro-Länder den drohenden Staatsbankrott Griechenlands vorläufig abgewendet.

Seite 2

»Kyoto scheint tot«

Potsdam/Berlin (dpa/ND). Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hält langfristig eine Erderwärmung um bis zu sechs Grad für möglich, sollte sich bis 2020 nichts Entscheidendes beim Klimaschutz tun. Der Meeresspiegel würde dann um viele Meter steigen, warnte Schellnhuber zu Beginn der Petersberger Gespräche.Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sieht trotz...

»Die unersetzliche Rolle der Zivildiplomatie«
Antje Stiebitz

»Die unersetzliche Rolle der Zivildiplomatie«

Die weltweit kompliziertesten Konfliktherde der Gegenwart standen am Wochenende auf der Agenda der 59. Pugwash-Konferenz in Berlin. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Friedliche Lösungen für den Nahen Osten oder Afghanistan erfordern viel Geduld.

Johanna Treblin

Klima-Abkommen in weiter Ferne

Vertreter von 35 Staaten sind nach Berlin zum 2. Petersberger Dialog gekommen, um auszuloten, wie der Klimawandel noch aufzuhalten ist. Dazu muss möglichst rasch ein neues Klimaschutzabkommen her. Doch selbst die Bundesregierung ist skeptisch.

Seite 3
Andreas Fritsche

Der Schwarze verlässt Schwedt

Mehr als 20 Jahre lebte Ibraimo Alberto im brandenburgischen Schwedt. Dort engagierte er sich als ehrenamtlicher Ausländerbeauftragter. Er ist vom Bundesinnenminister als Botschafter für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet worden. Doch nun verließ der gebürtige Mosambikaner die Stadt an der Oder. Er zog nach Baden-Württemberg, weil er dort eine Arbeit fand, für die er bezahlt wird, und weil er – so wird berichtet – den Rassismus in Schwedt nicht mehr aushielt.

Idylle mit Brandherden
ndPlusKarin Leukefeld, Dschisr al-Schogur

Idylle mit Brandherden

Im syrischen Dschisr al-Schogur sollen Anfang Juni zahlreiche Soldaten getötet worden sein. Die Regierung behauptet, Extremisten hätten in dem Ort 120 Angehörige der Sicherheitskräfte massakriert. Westliche Medien zitierten dagegen Aussagen, es sei zu einem Gefecht zwischen den Soldaten gekommen, nachdem sich einige geweigert hätten, auf Zivilisten zu schießen. Nun besuchten ausländische Journalisten den Ort.

Seite 4

Affront aus Rom

Ein »massiver Schrecken« habe ihn erfasst, als er von seiner Berufung zum Berliner Erzbischof erfahren habe, erklärte Rainer Maria Woelki im Interview. Da steht er nicht alleine – fuhr mit seiner überraschenden Ernennung durch Papst Benedikt doch weiten Teilen der Stadt ein gehöriger Schrecken in die Glieder. Denn Woelki, Ziehsohn des ultrakonservativen Kardinals Meisner, bewegt sich selbst innerh...

Panzer-Sommer

Der Weg vom »Arabischen Frühling« zum »Panzer-Sommer« scheint ein kurzer zu sein für die Bundesregierung. Den wohlfeilen Worten über die vermeintlichen Revolutionen im Nahen Osten folgte das beredte Berliner Schweigen, als saudi-arabische Truppen die Demokratiebewegung im benachbarten Bahrain blutig niederschlugen. Ungerührt bringen deutsche Experten weiter das saudische Grenzüberwachungssystem un...

Konstitutionelle Kosmetik

Man möge sich die Reaktionen vorstellen, wäre dieses Abstimmungsergebnis aus, sagen wir, Belorussland vermeldet worden. 98,49 Prozent der Wähler votierten jetzt in Marokko angeblich für eine Verfassungsreform, die zwar die Befugnisse von Ministerpräsident, Parlament und Justiz etwas erweitert, König Mohammed VI. aber weiterhin die zentrale Rolle im politischen System des Landes einräumt. Er bleibt...

ndPlusThomas Blum

Älteres Modell

Seit 35 Jahren sitzt er im Bundestag. Und er hat schöne Sätze gesagt, den hier zum Beispiel: »Mein Ehrgeiz war es nie, Krawattenmann des Jahres zu werden.« Michael Glos hat vorgestern sein letztes Funktionärsamt niedergelegt. Der 66-Jährige, von 2005 bis 2009 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, war der erste CSU-Politiker in diesem Amt. Abgesehen von einer kleinen Unterbrechung von 1...

Haben wir Monopole?
Harry Nick

Haben wir Monopole?

Natürlich nicht, antworten die Erfinder und Gralshüter der »Marktwirtschaft«. Als die neoliberale Schule der sogenannten Ordo-Liberalen nach dem Zweiten Weltkrieg die »Marktwirtschaft« aus der Taufe hob, sollte damit vor allem den antikapitalistischen Stimmungen in der Bevölkerung begegnet werden. Im Juni 1946 hatten sich in einem Volksentscheid in Sachsen wie in einer Volksbefragung im Dezember i...

Seite 5

SPD-Chef fordert Sockelrente

Essen (AFP/ND). Angesichts des drohenden Anstiegs der Altersarmut hat SPD-Chef Sigmar Gabriel eine Sockelrente gefordert. Nach 35 oder 40 Jahren Vollzeitarbeit solle ein Rentner mehr erhalten als die heutige Grundsicherung, »die ja nichts anderes ist als Hartz IV im Alter«, sagte Gabriel den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Wochenende. Die FDP kritisierte Gabriels Vorschlag als unausgegoren.Link...

Linkspartei-Vorstand einigt sich auf Programmentwurf

Berlin (Agenturen/ND). Mit einem Bekenntnis zum Existenzrecht Israels in ihrem neuen Parteiprogramm will die Spitze der LINKEN die Debatte um antisemitische Tendenzen in ihren Reihen beenden. 37 Mitglieder des LINKEN-Vorstands stimmten nach Angaben eines Parteisprechers vom Sonntag bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung für den Programmentwurf, in dem sich die LINKE auch für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt ausspricht. Jeder Art von Antisemitismus, Rassismus, Unterdrückung und Krieg müsse entgegengetreten werden, heißt es demnach in dem Entwurf, der am 11. Juli vorgestellt werden soll. Bis zum 8. Oktober kann die Parteibasis Änderungsvorschläge machen. Ende Oktober soll der Parteitag in Erfurt den Entwurf beraten, bis Ende des Jahres soll dann per Mitgliederentscheid über das Programm abgestimmt werden.

Negativpreis für exzessiven Lobbyismus

Normalerweise verleihen die Journalisten vom Netzwerk Recherche ihre »Auster« an besonders schweigsame Unternehmen. Dieses Jahr geht der Preis an die deutschen Atomkonzerne – für »exzessiven Lobbyismus« und Kommunikation »auf Teufel komm raus«.

Wut und Dauerdämpfung
ndPlusRudolf Stumberger

Wut und Dauerdämpfung

Hartz-IV-Bezug und Langzeitarbeitslosigkeit bedeuten für die Betroffenen oft Stress, Zukunftsangst und letztlich psychische Belastung, die krank machen kann. Doch die Erforschung der Folgen steckt in den Kinderschuhen.

Seite 6

Liberaler Flirt mit der SPD

Berlin (dpa/ND). Mitten in der Legislaturperiode wird in der FDP über neue Koalitionsperspektiven nachgedacht. Die stellvertretende Parteivorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger empfahl den Liberalen am Wochenende eine Öffnung zur SPD. »Die FDP darf sich nicht einseitig auf die Union ausrichten«, sagte sie dem »Hamburger Abendblatt«.Führende SPD-Politiker reagierten zurückhaltend, schlossen...

Hendrik Lasch, Magdeburg

Berufsverboten droht Wiedergeburt

Weil Sachsen-Anhalts CDU-Innenminister mit Plänen für ein NPD-Verbot bei Parteifreunden abblitzt, lässt er einen »Radikalenerlass« prüfen – offiziell zunächst für Rechtsextreme. Im Landtag stößt er auf Ablehnung.

Weiße Weste von Schwarz-Gelb

Die Kunduz-Affäre brachte den damaligen Verteidigungsminister Guttenberg zu Beginn seiner Amtszeit in Bedrängnis. Jetzt spricht die Koalition ihn von der Schuld für Informationspannen frei. Die SPD findet das »peinlich« und Ex-Minister Rühe nennt es »unanständig«.

Seite 7

Afrika-Union für Lösung in Libyen

Die Afrikanische Union (AU) hat den Konfliktparteien in Libyen Gespräche über eine friedliche Lösung angeboten. Derweil bekundete in Tripolis eine Massenkundgebung die Unterstützung der Bevölkerung für Gaddafi.

Seite 8
»Es kann noch zu einem weiteren Prozess kommen«

»Es kann noch zu einem weiteren Prozess kommen«

Der vor einer Woche begonnene Prozess gegen vier Hauptverantwortliche des Rote-Khmer-Regimes vor dem internationalen Völkermord-Tribunal in Kambodscha wird aller Voraussicht nach nicht das letzte Gerichtsverfahren sein, das der Aufarbeitung der Verbrechen zwischen 1975 und 1979 dient, so der deutsche Untersuchungsrichter Siegfried Blunk gegenüber ND. Mit ihm sprach Robert Luchs.

ndPlusArmin Osmanovic, Johannesburg

Vavis lauter Ruf nach Zumas Führung

Die jüngste Sitzung des Zentralkomitees des südafrikanischen Gewerkschaftsdachverbands COSATU stand ganz im Zeichen des Streits der Gewerkschaften mit der Jugendorganisation des regierenden ANC (Afrikanischer Nationalkongress).

Des Schweigen des Oberstaatsanwalts
Jürgen Cain Külbel

Des Schweigen des Oberstaatsanwalts

Die libanesische Justiz will die vier Haftbefehle des UN-Tribunals für die Aufklärung des Hariri-Mordes vollstrecken. Laut Generalstaatsanwalt Said Mirsa seien am Freitag die juristischen Schritte dafür nach Übergabe der Papiere eingeleitet worden. Die Hisbollah, die das Tribunal nicht anerkennt, will jedoch keine Verdächtigen aus der Schiiten-Bewegung ausliefern. Niemand könne sie festnehmen, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Samstag. Sie hätten »eine ehrenhafte Vergangenheit im Kampf gegen die (israelische) Besatzung«. Zu den »Gesuchten« gehört derweil anderswo offenbar auch ein früherer Ankläger in der Sache.

Seite 9
Bayer zahlt Reisbauern Entschädigung

Bayer zahlt Reisbauern Entschädigung

Monheim (dpa/ND). Mit einer Vergleichszahlung von mehr als einer halben Milliarde Euro an US-amerikanische Reisbauern will Bayer CropScience einen jahrelangen Rechtsstreit um Genreis beenden. Am Freitagabend (Ortszeit) einigte sich das Tochterunternehmen des Chemiekonzerns Bayer in St. Louis (Missouri) mit den Anwälten von 11 800 Farmern auf ein Vergleichsprogramm. Das teilte der Bayer-Konzern am ...

Takis Tsafos und Hubert Kahl, dpa

Ausverkauf in Griechenland

Mit der Entscheidung der EU-Finanzminister am Samstag wächst der Druck auf die griechische Regierung, die beschlossenen Sparmaßnahmen und Privatisierungen umzusetzen – trotz des massiven Widerstandes aus der Bevölkerung. Ein zweites Hilfspaket wird schon jetzt davon abhängig gemacht, wie konsequent die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Maßnahmen umsetzt.

ndPlusKristin Palitza, Kapstadt

Afrikanische Staaten würden auf Atomkraft setzen

Deutschland und die Schweiz wollen den Atomstrom abschalten. Afrika hat ihn für sich entdeckt. Momentan gibt es zwar nur ein Atomkraftwerk auf dem Kontinent – in der Nähe des südafrikanischen Kapstadt – doch das soll sich ändern.

Seite 10
ndPlusSteffen Schmidt

Fischige Angelegenheit

Man sollte meinen, der aktuelle Streit in der EU um die Staatsschulden Griechenlands, Portugals und Spaniens müsste potenziellen Kandidaten die Beitrittsidee verleiden, zumal wenn sie, wie Island gerade erst einer ähnlichen, von den EU-Mitgliedern Großbritannien und Niederlande noch verschärften Krise entronnen sind. Und doch begannen in der vergangenen Woche Beitrittsverhandlungen mit der Insel i...

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Milliardengeschäft Offshore-Wind

Vestas und Siemens Wind Power sind die beiden Windradproduzenten, die global gesehen die meisten Anlagen produziert und aufgestellt haben. Diese Marktposition basiert auch auf einem Netz von Lieferanten für Spezialkomponenten.

Schlangenleder und Elfenbein
Hans-Gerd Öfinger

Schlangenleder und Elfenbein

Wer in diesen Tagen seinen wohlverdienten Urlaub antritt, will oftmals auch ein dauerhaftes Andenken an die schönsten Tage des Jahres mit nach Hause nehmen. Doch in den Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens trägt der rege Handel mit »exotischen« Souvenirs zunehmend zum Aussterben besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten bei.

Umsonstverkehr statt Schwarzfahrerjagd
ndPlusPeter Nowak

Umsonstverkehr statt Schwarzfahrerjagd

Wie kann man den Verkehr in Städten bis 2050 umweltverträglich gestalten, lautete eine zentrale Frage beim Kongress zum 25. Geburtstag des Verkehrsklubs Deutschland (VCD). Am Wochenende stellten sich bei einer Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin Aktivisten aus mehreren Ländern die kaum weniger interessante Frage, wie Mobilität sozialverträglich gestaltet werden kann.

Seite 11

Konservativer Bischof für Berlin

(AFP). Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki wird neuer Erzbischof von Berlin. Papst Benedikt XVI. ernannte Woelki zum Nachfolger des am Donnerstag verstorbenen langjährigen Berliner Erzbischofs Georg Sterzinsky, wie der Vatikan und das Erzbistum am Samstag mitteilten. In Berlin wurde die Ernennung des konservativen Klerikers nicht nur positiv aufgenommen.Der künftige Erzbischof Woelki ist se...

Der Himmel weint

Was für ein Wetterchen dieses Wochenende! November im Juli. So ganz nach dem Geschmack von Innensenator Ehrhard Körting. So eine Brühe wünscht sich der Sozialdemokrat jedes Jahr für den 1. Mai, besteht doch für ihn ein enger Zusammenhang zwischen Hoch oder Tief und der Flut revolutionärer Flaschenwürfe. Dass Petrus sich ausgerechnet das Familiensommerfest der SPD für die meteorologische Schweinere...

Jenny Becker

Piraten auf Eroberungskurs

Der rot gestrichene Gemeindesaal in Berlin-Moabit stand am Wochenende voller Laptops. Entspannt an langen Tafeln sitzend, die Augen abwechselnd auf den Bildschirm und das Podium gerichtet, stimmten Mitglieder der Piratenpartei über ihr Programm zur Berliner Abgeordnetenhauswahl ab.Spitzenkandidat Andreas Baum zeigte sich zuversichtlich, den Sprung ins Abgeordnetenhaus zu schaffen. Bei der Bundesta...

Der kleine Hans zeichnete das KZ Flossenbürg
Andreas Heinz

Der kleine Hans zeichnete das KZ Flossenbürg

Am 16. April 1944 schrieb der damals achtjährige Hans Halboth einen Brief an seinen Vater, dem eine Zeichnung des Konzentrationslagers Flossenbürg beigefügt war. Halboths Mutter war mit ihm vor den Luftangriffen auf Berlin zu Verwandten ins über 400 Kilometer entfernte Floß bei Weiden in der Oberpfalz geflohen. Zeichnung und Brief sind im Ausstellungskatalog der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu find...

Seite 12

Philharmoniker: Konzert vertagt

(dpa). Wind und Dauerregen haben den Berliner Philharmonikern und tausenden Fans am Samstag den traditionellen Saisonabschluss auf der Waldbühne verdorben. Kurz vor Beginn wurde das Konzert abgesagt. Der Wind hatte den Regen so weit auf die Bühne getragen, dass selbst die Musiker in den hinteren Reihen um ihre Instrumente fürchten mussten. Schweren Herzens habe man sich daher entschlossen, nicht a...

Publikumsmagnet Humboldt-Box

(dpa). Die neue Info-Box zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses hat innerhalb von drei Tagen bereits etwa 8000 Besucher angezogen. Das teilten die Veranstalter am Sonntag auf Anfrage mit. »Wir sind total überwältigt von dem Zustrom. Es gibt ein riesiges Interesse aus allen Bereichen – selbst aus den USA, Russland und Hongkong kommen Anfragen«, sagte die Pressesprecherin der so genannten Hum...

Gutes Spiel zu falschen Tönen
ndPlusLucía Tirado

Gutes Spiel zu falschen Tönen

»Das Wintermärchen« von William Shakespeare ist ein Sommernachtsalbtraum. Das 1623 erstmals veröffentlichte Werk wurde zunächst als Komödie angesehen. Wahrscheinlich, weil es am Ende gut ausgeht. Später ordnete man es der Romanze zu. Denn, was sich in dem Stücks abspielt, ist grausam zu nennen. Um es auf der Sommerbühne des Hexenkessel-Hoftheaters aufführen können, was trotz aller Tragik einer gew...

Vom Verhängnis des Fleisches
Volkmar Draeger

Vom Verhängnis des Fleisches

Das Thema ist delikat fast im doppelten Wortsinn. Da kursieren fatale Redewendungen: Ich hab dich zum Fressen gern; man möchte jemanden mit den Augen verschlingen. Da einverleibt man sich in der christlichen Kirche bei der Eucharistiefeier den Corpus Christi per Hostie und Wein. Da tauchen in griechischen Sagen wie deutschen Märchen verschlingende Monster auf, wie sie Bosch und Breughel malend Ges...

Seite 13

Demo gegen Atomausstieg

Günzburg (dpa/ND). Hunderte Menschen haben am Sonnabend im bayerischen Günzburg gegen den beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Mit der Veranstaltung wollten der Betriebsrat des Kernkraftwerks Gundremmingen und die Kerntechnische Gesellschaft sich dafür stark machen, »die Kernkraftwerke so lange laufen zu lassen, bis sie durch alternative Formen realistisch ersetzt werden können...

Kinderland

Bad Hindelang (dpa/ND). Es ist nicht immer ganz leicht, sich als Bürgermeisterin während einer hitzig geführten Debatte im Gremium Gehör zu verschaffen. Das hat die neunjährige Melanie Zint schnell festgestellt, als sie am Sonntag den Posten der Gemeindechefin in Bad Hindelang übernahm. In dem Allgäuer Ferienort hatten Kinder einen Tag lang das Sagen. Die Gemeinde wurde als erste Kinderland-Haupts...

Mehr Bahnhöfe barrierefrei
ndPlusBarbara Staacke

Mehr Bahnhöfe barrierefrei

Die S-Bahnstationen Grunewald, Schönholz, Humboldthain und Wuhlheide sollen noch in diesem Jahr behindertengerecht umgebaut werden, kündigte Bahnsprecher Burkhard Ahlert an. Die BVG will 82 U-Bahnhöfe umrüsten. »Bis 2020 sollen alle 173 Berliner Stationen barrierefrei erreichbar sein«, verspricht Konzernchefin Sigrid Nikutta.Den letzten Aufzug am Biesdorfer Bahnhof hat die Deutsche Bahn gerade ers...

Hagen Jung

Geheimdienst soll weniger dürfen

In Niedersachsen wird über den Fortbestand von nach 2001 erweiterten Befugnissen des Verfassungsschutzes gestritten. Grüne und LINKE wollen sie beschneiden. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP warnen hingegen vor einer Entschärfung des Verfassungsschutzgesetzes. Auch der SPD gehen die vorgeschlagenen Änderungen zu weit.

ndPlusVelten Schäfer

Arbeitsangebote zum Weglaufen

Das Paradies macht die Tore auf – und keiner will kommen: Zwei Monate nach der Öffnung der deutschen Ostgrenze auch für polnische Arbeitnehmer lassen sich die Vermittlungen an einer Hand abzählen. Auch in Polen scheint sich herumgesprochen zu haben, dass im Nordosten die Löhne extrem niedrig sind. Daran ändert auch das nun endlich beschlossene Vergabegesetz für das Land nichts.

Seite 14

Hälfte schon gezählt

Potsdam (dpa/ND). Knapp zwei Monate nach Beginn der Volkszählung sind in Brandenburg schätzungsweise die Hälfte der ausgewählten Bürger befragt worden. Genauere Angaben könnten aber noch nicht gemacht werden, teilte das Statistikamt Berlin-Brandenburg mit. Dazu lägen noch keine Informationen der landesweit 30 Erhebungsstellen vor. In der Mark werden seit dem 9. Mai 300 000 zufällig ausgewählte Men...

Endspurt bei Flugrouten

Schönefeld (dpa). Nach monatelangen Beratungen will die Deutsche Flugsicherung an diesem Montag neue Flugrouten für den künftigen Hauptstadtflughafen vorlegen. Ihr Vorschlag vom September hatte zu heftigen Protesten geführt, weil andere Berliner Stadtteile und Brandenburger Gemeinden überflogen worden wären als jahrelang angenommen. Es wird erwartet, dass der neue Plan deutliche Änderungen enthält...

Wilfried Neiße

Kinder sollen mehr lesen

Bildungsministerium und Bibliotheksverband haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Lesekompetenz bei Kindern geschlossen. Schulen und öffentliche Bibliotheken sollen zu »strategischen Partnern« werden, sagt Bildungsministerin Martina Münch (SPD). In einem Ländervergleich vor einem Jahr zur Lesefähigkeit von 15-jährigen Schülern habe Brandenburg »relativ schlecht« abgeschnitten, begrün...

Bayern-SPD sucht Motivationstrainer

Bayern-SPD sucht Motivationstrainer

Die SPD fasst Mut – wieder einmal. Seit 54 Jahren sind die bayerischen Sozialdemokraten in der Opposition. Motivationstrainer ist Landeschef Pronold, der zwar wiedergewählt wurde, allerdings für sein zahmes Vermögenssteuer-Modell von den Delegierten eine Abfuhr erhielt.

ndPlusAndreas Fritsche

Genossen Bauern gestern und heute

Mit statistischen Daten lässt sich alles untermauern. Das ist nur eine Frage der Auswahl der Zahlen. Waren nun die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR gar nicht so furchtbar produktiv, weil sie angeblich zu viele Menschen durchfütterten, oder sind die heutigen Agrargenossenschaften gar nicht so super, weil sie zu wenige Mitarbeiter beschäftigen? Ein von der Landtagsfr...

Andrea Löbbecke, dpa

Dunkelziffer 100 Prozent

Manchmal werden Homosexuelle Opfer einer Straftat, nur weil sie homosexuell sind. Bei der rheinland-pfälzischen Polizei gibt es nun für sie einen speziellen Ansprechpartner. Roland Kohn ist auch für schwule und lesbische Kollegen da, die sich benachteiligt fühlen.

Seite 15
Weniger ist mehr

Weniger ist mehr

Die britische Musikerin PJ Harvey (Foto: dpa) gehörte neben Iron Maiden, The Arctic Monkeys, Kings Of Leon, M.I.A., The Strokes und Portishead zu den namhaftesten Künstlern, die am Wochenende im dänischen Roskilde zu erleben waren. 75 000 Fans besuchten das traditionsreichste Rockfestival Europas westlich von Kopenhagen in diesem Jahr. Bei aller Begeisterung vor den sechs Bühnen zeigte die 41. Auf...

ndPlusWolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Herr Mosekund besuchte eine Veranstaltung, auf der ein Schriftsteller, den er verehrte, mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Nach Laudatio und Dankesrede wurde angekündigt, dass der Meister jetzt noch eine Kostprobe seines Schaffens geben werde. Ein Tisch wurde hereingetragen, darauf eine Schreibmaschine. Dazu ein Stuhl. Der Künstler setzte sich, spannte ein Blatt Papier ein, schloss fünf Minuten ...

Volk von Steuerlast befreit
ndPlusUlrike Gramann

Volk von Steuerlast befreit

Historische Jubiläen nutzt jede Stadt gern zur touristischen Selbstvermarktung, so auch Speyer. Die Weihung des hiesigen romanischen Doms 1061 und die Krönung von König Heinrich V. zum Kaiser 1111 nahm die Stadt zum Anlass, um mit dem Historischen Museum der Pfalz und dem Bistum Speyer ein Salier-Jahr auszurufen. »Sie wären ein guter mittelalterlicher Herrscher gewesen«, bekommt zu lesen, wer am E...

Hans-Dieter Schütt

Die Zerreißung, das ist das Kreuz

Nur keine Rezension!, meint George Steiner. Rezensionen unterstützen die Faulheit der Kulturredakteure, denn es fehle nie an Nachschub – Rezensionen schreibe schließlich beinah jeder, und die gedankliche, sprachliche Kunst dieser inflationären Nachberichte halte sich erfahrungsgemäß und mehrheitlich sehr im Bereich des Mäßigen. Steiner, 1929 in Paris geboren, Philosoph, lange Literaturprofessor...

Seite 16

Abschied mit Brecht

Mit einer Trauerfeier in Havelberg haben Familie, Freunde und Bekannte am Samstag an Leben und Werk des Malers Bernhard Heisig erinnert. Mehr als 300 Menschen waren in den mit Blumen, Kränzen und Kerzen geschmückten Dom gekommen. Ein spätes Selbstbildnis des Künstlers war im Raum zu sehen. Heisig war am 10. Juni im Alter von 86 Jahren in seinem Wohnort Strodehne an der Havel in Brandenburg gestorb...

Uwe Stolzmann

Entführung, Bankraub, Schmuggel, Drogen

Buenos Aires, Anfang 1978. Seit zwei Jahren regieren die Militärs, in ein paar Monaten beginnt die Fußball-WM, und El Negro, ein kleiner Ganove, sucht Anschluss an die Bande von El Polaco, einem größeren Ganoven. El Polaco betraut den Neuen mit einer heiklen Mission: Er soll eine Lieferung Rauschgift, versteckt in vier Pkws, durch Argentinien und über die Grenze nach Chile bringen. Im Landesinnern...

Landestypisch und vollkommen neu
ndPlusKnut Henkel, Bogotá

Landestypisch und vollkommen neu

Den knallgrünen Flyer ziert die Faust von Muhammad Ali, darunter prangt der Schriftzug »Radio Rebelde«, darüber die Namen der DJs, die heute Abend im Këa an den Turntables stehen werden. Tio Chango und Kid Watusi sind es, die in dem Bar-Restaurant in Bogotás Zona Rosa, dem Vergnügungsviertel der Hauptstadt, für den Beat sorgen. Der soll der feierwilligen Meute Beine machen. Für Tio Chango alias...

Seite 18
Marta, die Kapellmeisterin

Marta, die Kapellmeisterin

Wer Marta sucht, muss die Ohren öffnen, nicht die Augen. Es kann schon mal eine Stunde ab Spielende dauern, bis die brasilianische Weltfußballerin in die Mixed Zone zu Interviews kommt. Bis dahin muss man nicht wild suchen, ob man sie zwischen all den Journalisten, Spielerinnen oder Trainern übersehen hat. Marta schafft sich ihren Auftritt, den man unmöglich verpassen kann, denn schon eine Minute ...

Jana Lange und Alexander Sarter, SID

Eckiges Multitalent

Linda Bresonik hat ihren Arbeitsplatz in der Nationalmannschaft auf der rechten Abwehrseite sicher – doch wo sie nach der Weltmeisterschaft spielen wird, bleibt ungewiss. Weil sie ihren Vertrag beim FCR Duisburg zum 30. Juni vorzeitig gekündigt hatte, steht das Multitalent bei der Heim-WM im Schaufenster. »Es lagen schon vor der WM Angebote vor, aber ich werde mich erst nach dem Turnier entscheide...

ndPlusHeinz Büse, dpa

Kuriose Fehlentscheidung

Australiens Fußballerinnen haben mit dem 3:2 (1:1) über Äquatorial-Guinea die Chance auf den Einzug in das WM-Viertelfinale gewahrt. Vor 15 640 Zuschauern in Bochum sorgten Leena Khamis (8.), Emily Van Egmond (48.) und Lisa de Vanna (51.) am Sonntag für den verdienten Sieg über das Team aus Westafrika. Zwar bot der Außenseiter um die Doppel-Torschützin Genoveva Anonma (21./83.) wie schon beim knap...

Seite 19
Gegen England ums Halbfinale

Gegen England ums Halbfinale

Die deutschen Fußball-Junioren nehmen bei der U-17-WM in Mexiko das Halbfinale ins Visier. »Wir sind als Mannschaft einfach gut drauf«, sagte Abwehrspieler Mitchell Weiser (Foto: links, dpa) vom 1. FC Köln vor dem Viertelfinale am Montag (22 Uhr/Eurosport) in Morelia gegen England. »Das wird ein besonderes Spiel. Es treffen zwei große Fußball-Nationen aufeinander«, erklärte DFB-Coach Steffen Freun...

Stolper-Auftakt der Messi-Elf
ndPlusHeiner Gerhardts, SID

Stolper-Auftakt der Messi-Elf

Lähmendes Entsetzen in Argentinien: Weltfußballer Lionel Messi kam bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht auf Touren, die Seleccíon enttäuschte zum Auftakt der Copa America beim 1:1 (0:0) gegen Bolivien auf ganzer Linie. Ausgerechnet der Schwiegersohn von Ex-Nationaltrainer Diego Maradona rettete den Rekord-Champion vor einer Blamage. Aber selbst der erst kurz zuvor eingewechselte Sergio Agüer...

Mark Wolter, Wolfsburg

Endlich ein wenig Samba

Es war keine große Überraschung, als die Spielerin der Partie nach dem Abpfiff vom Weltverband FIFA ausgerufen wurde. Brasiliens Starfußballerinnen Marta trug mit breitem Grinsen die gerahmte Auszeichnung vom Platz, die sie sich mit zwei Treffern und einer Torvorlage mehr als verdient hatte. Fast im Alleingang hatte die Ausnahmestürmerin für den 3:0-Erfolg gegen Norwegen, die vorzeitige Qualifikat...

Seite 20

Contador verpatzt Tourstart

Von Tom Mustroph, Les EssartsFür Alberto Contador begann die Tour de France 2011 mit einem Handicap. Gleich auf der ersten Etappe handelte sich der Titelverteidiger einen Rückstand von 1:14 Minuten auf seinen schärfsten Konkurrenten Andy Schleck ein. Er wurde Opfer eines Massensturzes acht Kilometer vor dem Ziel, der das Peloton in zwei Fraktionen teilte. Der Belgier Philippe Gilbert gewann die Et...

Mysteriöse Frau in gelb

Mysteriöse Frau in gelb

Der italienische Radsportheld Fausto Coppi hatte seine berühmte »weiße Frau« – die Geliebte, die im weißen Kleide dem verheirateten Radstar von Etappenort zu Etappenort folgte und einen negativen Einfluss auf die Leistung des Italieners gehabt haben soll. Alberto Contador hat nun seine »Frau in gelb«. Sie übte definitiv einen negativen Einfluss auf den Spanier aus. Denn sie stand just den einen Sc...

ndPlusSven Busch, dpa

Olympiawerbung auf Fürstenhochzeit

Sogar die pompöse Hochzeit von Fürst Albert in Monaco nutzten die Münchner Olympiamacher zur Sympathiewerbung. In Frack und Smoking versuchten Bundespräsident Christian Wulff und Deutschlands Ober-Olympier Thomas Bach vor den knapp 50 anwesenden IOC-Mitgliedern im Fürstentum eine gute Figur für das deutsche Großprojekt abzugeben. Ein bisschen antichambrieren, ein bisschen Small Talk, und wenn ange...

Benjamin Haller, dpa

Durchbruch der jungen Garde

Als sich Petra Kvitova ihren Kindheitsraum erfüllt hatte und überglücklich zu Boden sank, stand ihr großes Idol Martina Navratilova applaudierend in der Royal Box. Beide Daumen in die Höhe gestreckt, nickte die Wimbledon-Rekordsiegerin ihrer tschechischen Nachfolgerin anerkennend zu. Wohl wissend, wie überwältigend die Emotionen nach einem Tennis-Coup auf dem Heiligen Rasen sind. »Das ist der Begi...