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Unten links

Man kann den Künstlern nur die Daumen drücken, die jetzt das Buch »Der Turm« von Uwe Tellkamp verfilmen wollen. Denn ob sie die 150 Komparsen finden, die sie dafür brauchen, steht in den Sternen. Die beauftragte Agentur teilte mit, man suche Männer zwischen 18 und 30, die dem optischen Bild des NVA-Soldaten entsprechen. Dem eines Unrechtsstaatssoldaten? Keiner bei Verstand wird sich da melden. Wer...

Zehn Jahre nach dem 11. September

Gebt mir eure Müden, eure ArmenEure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehrenden elenden Unrat eurer gedrängten KüstenSchickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenenhoch halt' ich mein Licht am gold’nen Tore! Diese Zeilen der jüdisch-amerikanischen Dichterin Emma Lazarus aus ihrem Sonett »The New Colossus« zieren als Inschrift die Freiheitsstatue vor New York. Einst luden sie die...

René Heilig

Über 100 Deutsche im Krieg gegen Libyen

Die Bundeswehr war weitaus stärker in den NATO-Einsatz gegen Libyen verwickelt, als die Regierung bislang zugegeben hat. Statt der zunächst bestätigten elf untergeordneten Mitarbeiter in Stäben waren offenbar 103 deutsche Soldaten in die Operation gegen das Gaddafi-Regime involviert.

Hilf- und sprachlos
ndPlusErik Jensen

Hilf- und sprachlos

Bei der NPD in Mecklenburg-Vorpommern gibt es wenig zu demaskieren. Seien es kriminelle Hintergründe, rassistische Hetze oder die Orientierung am Dritten Reich: Die Partei ist offen nationalsozialistisch. Ihre 40 000 Wähler vom vergangenen Sonntag haben nicht protestiert oder sind einer vermeintlich biederen Rhetorik auf den Leim gegangen. Sie haben sich bewusst für eine Partei entschieden, deren ...

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Stärkere Rechte für die Indigenen und die Frauen

Stärkere Rechte für die Indigenen und die Frauen

Julio Díaz (l.) ist Kandidat der URNG auf einen Sitz im nationalen Parlament. Die URNG ist aus der gleichnamigen Guerillabewegung hervorgegangen und bildet die größte Partei innerhalb des linken Parteienbündnisses Breite Front, für das Rigoberta Menchú (r.) als Präsidentschaftskandidatin antritt. Mit Díaz sprach für ND Oliver Lüthi.

Oliver Lüthi, San José

Rechtsruck in Guatemala

Am morgigen Sonntag finden in Guatemala Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Am Urnengang wird mit dem Frente Amplio erstmals auch ein vereinigtes Linksbündnis teilnehmen. Doch die Chancen sind gering. Der Nachfolger von Álvaro Colom kommt aus der Rechten. Otto Pérez gilt als klarer Favorit. Der ehemalige Offizier liegt in allen Umfragen weit vor seinen Rivalen. Die Regierungsbilanz des aktuellen Amtsinhabers Álvaro Colom fällt derweil bescheiden aus.

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Martin Kröger

Renate kapituliert – vor laufenden Kameras

Im RBB-Fernseh-Duell mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begräbt Renate Künast endgültig ihr Ziel, selbst Chefin im Berliner Roten Rathaus zu werden. Mit der Festlegung auf Rot-Grün versucht die Grüne-Spitzenkandidatin die in Umfragen bei 6,5 Prozent liegenden Piraten kleinzuhalten und zugleich die SPD dazu zu zwingen, ebenfalls Farbe zu bekennen.

Jan Freitag

Meister aller Master

»Das Ganze ist also eine Rederei.« Würde man Dietmar Schönherr 38 Jahre später zur Definition der Talkshow als solcher bitten, die er 1973 nach Deutschland importierte – das lebende Fossil der ganzen Rederei-Zunft müsste seinen legendären Eröffnungssatz von »Je später der Abend« umformulieren. Etwa in Richtung: »Das ganze Fernsehen ist also eine Rederei.« Besser: »Die ARD ist ganz und gar Rederei ...

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Marcus Meier

»Stöckchen-Antrag« für Rot-Grün

Am Wochenende diskutiert die LINKE Nordrhein-Westfalens auf ihrem Landesparteitag in Mülheim Grundsätzliches: das Programm der Bundespartei und eine neue Strategie in der Haushaltspolitik.

ndPlusMarian Krüger

Sozialtickets unter Druck

In immer mehr Städten fordern Bürgerinitiativen die Einführung von Sozialtickets für Busse und Bahnen. Die Dringlichkeit des Problems wurde auch beim fünften bundesweiten Treffen der Sozialticket-Initiativen deutlich, zu dem die Linksfraktion in den Bundestag eingeladen hatte.

ndPlusRené Heilig

Das Karthago-Gerede der Union

Nach der Festnahme von zwei mutmaßlichen Terroristen am Donnerstag in Berlin verweigerten die Verdächtigen jede Aussage. Dagegen können einige Politiker vor allem aus Unionskreisen ihren Redefluss nicht eindämmen. Sie loben sich ob der deutschen Anti-Terrorgesetze und verlangen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.

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Aert van Riel

Westerwelle verhandelt in Nahost

Die Bundesregierung rückt von ihrer strikt ablehnenden Haltung zum Plan der Palästinenser, bei der UNO einen Antrag auf staatliche Anerkennung zu stellen, ab. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) will dieser Tage mit Israelis und Palästinensern über mögliche Auswirkungen sprechen.

Jörg Meyer

Unverhältnismäßig und rechtswidrig

Der sächsische Datenschutzbeauftragte kritisiert das Vorgehen der Dresdner Behörden scharf. Polizei und LKA seien in ihrer Datensammelwut übers Ziel hinaus geschossen.

ndPlusRalf Hutter

Berliner Schlägerpolizisten geschont

Heute findet wieder die Großdemonstration »Freiheit statt Angst!« statt. 2009 gab es dort einen Überfall von Polizisten auf einen Unschuldigen. Der Übergriff wurde von Umstehenden gefilmt und deshalb schnell von der Polizei eingeräumt. Seitdem scheint die Justiz jedoch den Fall unter den Teppich zu kehren.

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Flugverbotszone bald auch über Syrien?

Die syrische Protestbewegung verabschiedet sich offenbar zunehmend von der Idee, die Regierung von Präsident Baschar al-Assad ohne ausländische Hilfe zu stürzen.

Türkei: Geleit für Schiffe nach Gaza

Istanbul/Tel Aviv (dpa/ND). Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan droht Israel im Streit um die Gaza-Hilfsflotte nun mit einem Einsatz der Marine. Künftig würden türkische Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet unter den Schutz von Kriegsschiffen gestellt, sagte er dem Sender Al-Dschasira. »Wir haben humanitäre Hilfe, die dorthin geschickt werden soll. Und unsere humanitäre Hil...

Interpol fahndet nach Gaddafi

Jetzt fahndet auch Interpol nach dem untergetauchten libyschen Ex-Staatschef Muammar al-Gaddafi. Die Polizeiorganisation schickte nach Angaben vom Freitag eine sogenannte Red Notice (Rote Benachrichtigung) an alle 188 Mitgliedsländer. Diese informiert über Verdächtige, die zur Fahndung ausgeschrieben sind.

ndPlusMax Böhnel, New York

Obama sieht »nationale Krise«

Um die USA-Konjunktur anzukurbeln und die massive Arbeitslosigkeit zu dämpfen, hat Präsident Barack Obama in einer Rede vor dem Kongress, die von zahlreichen Fernsehsendern live übertragen wurde, ein Paket von 447 Milliarden Dollar vorgeschlagen.

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EU-Politikerin: Guantanamo ist »Schande«

Brüssel (AFP/ND). EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat es als »Schande« bezeichnet, dass die USA noch immer das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo für Terrorverdächtige auf Kuba betreiben. »Wir sind sehr unzufrieden, das ist die Meinung der Europäischen Union und von ganz Europa«, sagte Malmström am Freitag in Brüssel. Die Schwedin nannte es »eine Schande«, dass Guantanamo noch nicht gesc...

NATO-Soldat tötete Journalisten der BBC

Sechs Wochen nach einem Terrorangriff der Taliban auf Regierungsgebäude in Südafghanistan mit mehr als 20 Toten hat die Internationale Schutztruppe ISAF eingeräumt, bei den Gefechten einen afghanischen BBC-Reporter getötet zu haben.

USA: Neue Bedrohung gemeldet

Washington (dpa/ND). Vor den Gedenkfeiern zum 10. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 sorgen neue Terrorhinweise für Unruhe in den USA. »Es gibt glaubhafte Informationen, dass Terroristen einen Plan ausgeheckt haben«, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg in der Nacht zum Freitag bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz. US-Medien hatten berichtet, dem Heimatschutzminist...

Karin Leukefeld

Rücktrittsrufe an Maliki

Das US-Verteidigungsministerium befürwortet eine weitere Präsenz von US-Soldaten in Irak auch nach dem offiziellen Abzugsdatum Ende des Jahres. Bis zu 4000 US-Soldaten sollen im Zweistromland verbleiben.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Wie Putin von Bush lernte

Wladimir Putin war unter den ersten Staatschefs, die dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush ihr Mitgefühl zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 aussprachen. Doch auch zehn Jahre danach sind die bilateralen Beziehungen schwierig.

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Der Übermensch

Der Auftritt von Gaby Köster bei »stern TV«, so schrieb gestern die »Bild«, errege nicht unser Mitleid, sondern verdiene unsere Bewunderung. Wir sollen bewundern, wie es eine Frau geschafft hat, nach einem Schlaganfall wieder im Fernsehen aufzutreten, halbseitig gelähmt zwar, aber mit fittem Verstand. Dreieinhalb Jahre lang war die Kölner Kabarettistin aus der Öffentlichkeit verschwunden, es gab k...

Jobkrise

Es gehe hier nicht um seinen Job, versicherte Barack Obama gleich am Anfang seines mit Spannung erwarteten Auftritts im Kongress, sondern um jene zig Tausende im Lande, die ohne Arbeit sind. Und der Präsident schwang kräftig den rhetorischen Hammer: Von »nationaler Krise« war angesichts der Wirtschaftslage die Rede, und an die Konservativen erging der Appell, den »politischen Zirkus« endlich zu be...

Starkköpfig

Chefvolkswirte von Banken fristen üblicherweise ein eher unspektakuläres Dasein: Als Boss der Researchabteilung müssen sie die kurzsichtigen Analysten-Prognosen in die Öffentlichkeit tragen, die in schöner Regelmäßigkeit zu revidieren sind. Das ist bei der Europäischen Zentralbank etwas anders – hier gehört der Chefvolkswirt dem Direktorium an und hat damit Gewicht im Alltagsgeschäft der obersten ...

Fehlbesetzung
Oliver Eberhardt

Fehlbesetzung

In der israelischen Botschaft in Berlin bleibt alles beim Alten. Joram Ben-Zeew wird weiterhin den jüdischen Staat bei der Bundesregierung vertreten, nachdem der Besetzungsausschuss des Außenministeriums in dieser Woche die Ernennung von Jael Metser zur neuen israelischen Botschafterin in Deutschland abgelehnt hat. Diplomaten und Regierungspolitiker begrüßten die Ablehnung Metsers. Durch die Rä...

Schuld und Sühne
ndPlusDierk Hirschel

Schuld und Sühne

Harte Zeiten für selbst ernannte Euro-Retter. Angela Merkel musste diese Woche Schwerstarbeit verrichten. Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa warnte die Kanzlerin im Parlament. Die Drohung galt den eigenen Reihen. Denn noch immer sträuben sich schwarz-gelbe Euro-Rebellen gegen neue Nothilfen für Athen. Diesen konservativ-liberalen Familienstreit hat Merkel selbst angezettelt. Jetzt bekom...

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Rechtsrock in Schöneweide

(ND). Eine Woche vor der Wahl will die NPD in »ihrem« Kiez verstärkt auf Stimmenfang gehen. Für ihre Kundgebung an diesem Sonntag sind daher nicht nur diverse Redner geladen, sondern auch die zwei einschlägigen Bands »Sleipnir« und »Toralf«. »Die altgediente Neonaziband ›Sleipnir‹ dürfte die angekündigten Redner an Beliebtheit und Deutlichkeit noch weit übertreffen«, so der VVN-BdA. Das Bündnis »N...

Piraten vor Entern des Parlaments

(dpa). Mit Dreispitz, Enterhaken und einer Flasche Rum ist Andreas Baum nicht anzutreffen. Der 32 Jahre alte Spitzenkandidat der Piratenpartei zur Berlin-Wahl verzichtet gern auf Tamtam und bunte Inszenierungen. »Eigentlich haben wir das gar nicht nötig, um Aufmerksamkeit zu bekommen«, sagte der 32-Jährige. Die Piraten, die für Freiheit im Netz, Transparenz und Bürgerbeteiligung eintreten, haben a...

ndPlusTobias Riegel

Konsens für die Kreativen

Berlin zählt zu den interessantesten Kulturmetropolen Europas, ja der Welt. Die Hauptstadt birgt eine einzigartige Mischung aus Hochkultur und sichtbarer Geschichte, aber auch eine pulsierende Untergrundszene, eine weltbekannte Clublandschaft sowie eine stetig wachsende Kreativ- und Musikwirtschaft. Dieses Amalgam beruht zu großen Teilen auf einer vereinigungsbedingten Sonderstellung Berlins: Billige Mieten und kreativ nutzbare Freiräume boten und bieten Produktionsmöglichkeiten, die Kreative aus der ganzen Welt an die Spree lockten. Langsam aber sicher jedoch werden jene Ausnahmebedingungen durch Sanierung, Verkauf oder Verdrängung beseitigt. Der Ruf nach Verzahnung von Kultur und Stadtplanung wird laut.

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300 Institutionen beim Denkmalstag

(dpa). Geschichte zum Anfassen: Beim diesjährigen »Tag des offenen Denkmals« öffnen in Berlin am Samstag und Sonntag rund 300 kulturell wichtige Einrichtungen ihre Pforten. Darunter sind auch Neuentdeckungen wie der Straßenbahnbetriebshof in Niederschönhausen, das seit langem geschlossene Stadtbad Lichtenberg und das Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf.Passend zum bundesweiten Schwerpunktthema »Romant...

Geplatzte Auftritte

(dpa). Nach geplatzten Auftritten von mehr als 150 ukrainischen und russischen Musikern im Berliner Dom gibt es Streit ums Geld. Betroffen sind auch Künstler des Bolschoi-Theaters in Moskau. Weil zu den ersten Auftritten im Dom nicht genug Besucher kamen, wurden weitere geplante Konzerte abgesagt. Daher fiel die Gage geringer aus als gedacht, Hotelrechnungen und die Rückfahrt konnten offenbar nich...

Volkmar Draeger

Der kleine Unterschied ist keiner

Lange hockt Er Gao im Zentrum der Szene, bevor er nach hinten tänzelt, mit plastischem Körper und geschmeidigen Armen, dabei Marc Rees Text spricht, der auch sein eigener sein könnte. »Ich bin unschuldig, rein, naiv, harmlos«, gibt er gleichsam ein Bild von sich selbst. Weit später in Jutta Hells und Dieter Baumanns Uraufführung »milk & bread/rice & water« wird Li Ling Xi den Text nochmals...

Botschaften der Einsamkeit
Manuela Lintl

Botschaften der Einsamkeit

Die radikalste Erweiterung des Kunstbegriffs geht auf Joseph Beuys zurück, dessen anthropologischer Kreativitätsbegriff gerne auf das inflationär gebrauchte Zitat »Jeder Mensch ist ein Künstler« reduziert wird. Und so wäre ohne die von Beuys initiierte Erweiterung des Kunstbegriffes eine Ausstellung wie »Secret Universe« mit Polaroids, Kalendarien und Gegenständen aus dem Privatbesitz des Kölners ...

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Sondierung in Schwerin gestartet

Schwerin (dpa/ND). Fünf Tage nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der Wahlsieger SPD am Freitag in Schwerin vertrauliche Sondierungsgespräche mit den möglichen Koalitionspartnern CDU und Linkspartei aufgenommen. Der Verhandlungsort blieb geheim. Am Vormittag sprachen die Sozialdemokraten rund drei Stunden mit der Union, mit der sie seit 2006 zusammen regieren. Für den Nachmittag hat...

An die Schläuche, fertig, los
Christin Odoj

An die Schläuche, fertig, los

Der anhaltende Regen hat die Wettkampfstrecke in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt, und schon ist es passiert: Ein Schritt daneben, und der Feuerwehrmann samt seiner 20 Kilo schweren Ausrüstung liegt auf dem Boden, auf ihm die Dummy-Puppe »Rescue Randy«, die zusätzlich 80 Kilo wiegt.Zum inzwischen fünften Mal startete gestern die »Berlin Fire Fighter Challenge«, bei der insgesamt 350 Teilnehm...

Stimmungstest in Niedersachsen

Rund 6,5 Millionen Bürger sind am Sonntag in Niedersachsen aufgerufen, mit bis zu sechs Stimmen über die Zusammensetzung von mehr als 2200 kommunalen Vertretungen zu entscheiden.

ndPlusBernd Kammer

U 5 unterbrochen: S-Bahn hilft aus

Fahrgäste der U-Bahn-Linie 5 müssen sich ab Montag auf Einschränkungen einstellen. Wegen Gleisbauarbeiten wird die Strecke zwischen Elsterwerdaer Platz und dem S- und U-Bahnhof Wuhletal für fast sechs Wochen komplett gesperrt, zwischen Biesdorf-Süd und Elsterwerdaer Platz pendeln die Bahnen im Zehn-Minuten-Takt. Den gibt es auch aus der anderen Richtung zwischen Hönow und Wuhletal. Der Abschnitt z...

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Eine Bugwelle aus Fördergeldern

In Sachsen-Anhalt werden EU-Fördergelder im Agrarbereich nur zögerlich abgerufen. Ein Teil der Gelder muss sogar in andere Ressorts umverteilt werden. Die Opposition kritisiert eine schlechte Verwaltung der Mittel.

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Petke verlässt CDU-Spitze

Potsdam (dpa). Der langjährige stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Sven Petke will sich nach einem Bericht der »Potsdamer Neuesten Nachrichten« (PNN) aus der Parteispitze zurückziehen. Petke werde sich auf dem Parteitag im Herbst weder für die engere Führung noch für den Landesvorstand bewerben. Bereits Anfang der Woche hat Petke dem Bericht zufolge die Fraktions- und Parteichefin Saskia Ludwig...

Conergy feuert 100 Leute

Frankfurt (Oder) (dpa). Der Solarkonzern Conergy entlässt am Standort in Frankfurt (Oder) 100 fest angestellte Mitarbeiter. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Am Standort Frankfurt (Oder) seien damit künftig nur noch 350 Mitarbeiter beschäftigt, sagte Sprecherin Antje Stephan. Außerdem verzichte das Unternehmen in der Fertigung auf Leiharbeiter. Conergy hat rund 1700 Mitarbeiter. I...

Dorothea Hülsmeier, dpa

Grosz-Schau mit neuen Funden

Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach dem verschollenen Gemälde »Deutschland, ein Wintermärchen« von George Grosz. Vor einem Jahr tauchte eine Vorstudie zu dem berühmten Bild auf. Das Aquarell steht im Mittelpunkt einer Ausstellung in Brühl.

Polizei verbietet Nazi-Aufmarsch

Frankfurt (Oder) (epd/dpa). Die brandenburgische Polizei hat einen Neonazi-Aufmarsch der gewaltbereiten »Blood and Honour«-Szene verboten. »Blood and Honour« steht für »Blut und Ehre«. Der am 24. September in Frankfurt an der Oder geplante »Ian Stuart Gedenkmarsch« für einen bei einem Autounfall gestorbenen britischen Neonazi diene der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, teilte das P...

August Borsigs Studienfreund
Andreas Fritsche

August Borsigs Studienfreund

Heute pendeln viele der rund 12 500 Einwohner von Fredersdorf-Vogelsdorf zur Arbeit nach Berlin. Einst verdienten die Menschen hier ihren Lebensunterhalt vornehmlich mit der Landwirtschaft. Trotzdem gab es dort bereits vor mehr als 150 Jahren eine Fabrik, die Bohm'sche Fabrik. Der erste Boss – Mühlenbaumeister Carl Gottlob Bohm – spielte sogar eine Rolle in der preußischen Industriegeschichte. ...

ndPlusChristiane Gläser, dpa

Golfspielen mit Handicap

Golfen ist nur was für Profis mit dem richtigen Blick für Distanz und Flugrichtung? Von wegen! Auch Blinde und Sehbehinderte können auf dem Grün erfolgreich abschlagen. Was zählt, sind Gefühl und Geräusch.

Linker Beißer oder Würger in Uniform?
ndPlusMarcus Meier

Linker Beißer oder Würger in Uniform?

Ein Mitarbeiter von Wolfgang Zimmermann, dem Linksfraktionschef im NRW-Landtag, soll am Rande einer Antifa-Blockade eine Polizistin gebissen haben. Doch die Linksjugend kontert: Serdar B. sei gewürgt worden, die Gewalt von der Polizei ausgegangen – das sollen Fotos belegen.

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Verwirrungen um Coca-Cola in Frankreich

Verwirrungen um Coca-Cola in Frankreich

Paris (AFP/ND). Kommunikationspanne bei Coca-Cola. Der Europachef des US-Getränkekonzerns Coca-Cola hat Angaben der französischen Tochter über einen Investitionsstopp wegen der angekündigten »Cola-Steuer« dementiert. Es handle sich um einen bedauerlichen »Kommunikationsfehler«, der »Verwirrung über das Engagement von Coca-Cola in Frankreich gestiftet« habe, sagte Hubert Patricot dem französischen ...

Kein »Squeeze Out« bei Börsenfusion

Frankfurt am Main (dpa/ND). Altaktionäre der Deutschen Börse AG sollen nach dem Zusammenschluss mit der New York Stock Exchange (NYSE) nicht aus dem Unternehmen gedrängt werden. Einen »Squeeze Out« werde es nicht geben, teilten die Unternehmen am Donnerstagabend in Frankfurt und New York mit. »Wir müssen keine Minderheitsaktionäre ausschließen, um unsere Finanz- und Synergieziele zu erreichen«, sa...

ndPlusAndré Anwar, Stockholm

Kronenalarm durch Eurokrise

Norwegen will im Kampf gegen die Aufwertung seiner Krone notfalls die Leitzinsen senken. Schweden gibt sich bislang gelassener.

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Spiegelburg krönt Saison

Großer Abend für die deutsche Leichtathletik: Diskus-Weltmeister Robert Harting feierte beim Meeting in Zürich seinen 17. Sieg in Serie, Christina Obergföll gelang die WM-Revanche, Stabhochspringerin Silke Spiegelburg schaffte als zweite deutsche Athletin nach der Speerwerferin den Gesamtsieg in der Diamond League.»Ich bin überglücklich«, sagte Spiegelburg, »die Saison war ja ein einziges Auf und ...

Spanier im Viertelfinale

Topfavorit Spanien hat bei der Basketball-EM in Litauen vorzeitig das Viertelfinale erreicht. Angeführt von NBA-Star Pau Gasol gewannen die Iberer am Freitag in Vilnius gegen Vize-Europameister Serbien klar mit 84:59 (43:32) und feierten damit ihren zweiten Zwischenrunden-Sieg. Center Gasol von den Los Angeles Lakers war mit 26 Punkten bester Werfer beim Titelverteidiger, bei den Serben kam Nenad ...

Kerber träumt weiter

Kerber träumt weiter

An die neu gewonnene Popularität muss sich Angelique Kerber erst noch gewöhnen, doch die Sensations-Halbfinalistin der US Open in New York scheint derzeit für alles eine Lösung parat zu haben. »Zehn Minuten nach Spielende hatte ich schon 50 SMS und 60 E-Mails. Da habe ich einfach mein Handy ausgemacht. Das war zu viel«, erzählte Kerber (Foto: AFP/Honda) nach dem 6:4, 4:6, 6:3 im Viertelfinale gege...

ndPlusCarsten Lappe, dpa

Wiedersehen mit Beigeschmack

Kein Spiel wie jedes andere: Vor dem brisanten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Schalke 04 am Sonntag ist Felix Magath beim VfL Wolfsburg gehörig unter Druck geraten. Nach der bundesweiten Kritik an seiner Transferpolitik, Geldstrafen für taktische Fehler, der Degradierung seines erfolgreichsten Stürmers Patrick Helmes und dem VfL-Fehlstart kämpft Magath um seinen Ruf als Erfolgstrainer.Schalkes Coa...

ndPlusRalf Streck

Basken lehnen Vuelta ab

Für einige ist es ein historisches Ereignis, dass die Spanien-Rundfahrt nach 33 Jahren wieder durch die Autonome Baskische Gemeinschaft (CAV) führt, die hier Euskadi genannt wird. Entsprechend war es klar, dass das baskische Team Euskaltel-Euskadi alles daran setzen würde, auf der 19. Etappe von Noja nach Bilbao vor der eigenen Haustür zu glänzen. Anders als bei der Tour de France ist den Basken b...

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ndPlusMax Böhnel, New York

Kein Abschied von »Ground Zero«

10 Jahre nach dem 11.9.2001: New York schien das Trauma des 11. September 2001, als zwei Passagiermaschinen in die Türme des World Trade Centers flogen und die Trümmer der einstürzenden Wolkenkratzer 2749 Menschen unter sich begruben, unerwartet schnell abzuschütteln. Nach einem kurzen Knick schwang sich die Stadt wieder zum »Capital of the World«, zur Welthauptstadt auf. Und das trotz Rezession und Wirtschaftskrise. Die Erinnerung an »9/11« spielte nur noch als Jahrestag eine Rolle – zumindest nach außen. Die Innenwelten vieler New Yorker sehen zehn Jahre danach anders aus. Sie brechen sich in Momenten Bahn, die sie »diese 9/11-Momente« nennen.

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Der Irrweg der USA und die Suche nach einer gerechten Weltordnung

Der Irrweg der USA und die Suche nach einer gerechten Weltordnung

Prof. Dr. Dr. Hans J. Giessmann ist Direktor von Berghof Conflict Research (BCR), einer international renommierten wissenschaftlichen Einrichtung an der Schnittstelle von Konfliktforschung und Friedenspolitik, und Direktor im Europäischen Masterprogramm »Menschenrechte und Demokratisierung« in Venedig. Er gehört unter anderem dem Beirat für Zivile Krisenprävention beim Auswärtigen Amt in Berlin an. Seine wissenschaftliche Publikationsliste umfasst etwa 300 Titel in mehr als zehn Sprachen. Mit dem Konfliktforscher sprach für »Neues Deutschland« Olaf Standke.

Seite 19
Er lebt

Er lebt

Hochhäuser gibt es nicht. Hier gibt es keine geschäftstüchtigen Manager, keine dunkelhäutigen Sekretärinnen, kein touristisches Sprachengewirr. Kein nervös aufheulendes und rasch wieder abschwellendes Geheul von Polizeisirenen in Schluchten aus Glas und Stahl. Nichts an dem Flecken Welt, wo Alexander am 11. September 2001 von der Katastrophe erfuhr, gleicht Lower Manhattan. Gar nichts. Hellers...

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Hoffnung ist knapp geworden
ndPlusThomas Ruttig, Kabul

Hoffnung ist knapp geworden

»Kabul ist nicht Afghanistan«, lautet ein Merksatz, den jeder Afghanistan-Reisende beherzigen sollte. Zwar fokussieren sich in der afghanischen Hauptstadt viele Probleme des Landes. Aber es sind andere Dinge, die das Afghanistan zehn Jahre nach den Anschlägen des 11. September und George W. Bushs anschließendem Rachefeldzug charakterisieren. Und so bleibt in Kabul auf den ersten Blick unsichtbar, ...

Seite 21
»Es ist ganz still«
Michael Hametner

»Es ist ganz still«

Jeder hat seine Erinnerung an den 11. September 2011, weiß vermutlich ganz genau, was er gemacht hat, als die Nachrichten und Bilder vom Terroranschlag auf das World Trade Center auf uns einstürzten. Vermutlich war es etwas Banales, was wir in diesem Moment taten, aber es wurde mitgespeichert. Ich war im Auto unterwegs zu meiner Steuerberaterin, nachmittags um vier Uhr, als ich es im Radio hör...

Seite 22
»Dem Bösen ein Ende setzen«
ndPlusSusann Witt-Stahl

»Dem Bösen ein Ende setzen«

Muslima werden auf der Straße als »Taliban« und »Terroristen« bepöbelt, zu Boden geworfen und gewaltsam entschleiert. Derartige Übergriffe sind keine Seltenheit mehr in Europa und in den USA. Ein vergiftetes gesellschaftliches Klima breitet sich in der westlichen Hemisphäre aus – »wie ein Ölteppich«, sagt Liz Fekete. Die Leiterin des 1958 gegründeten Londoner Institute of Race Relations erforscht ...

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Im Zustand hysterischer Normalität
Adam Haslett

Im Zustand hysterischer Normalität

Osama bin Ladens Ziel war nie die militärische Vernichtung der USA. Er wusste, dass dies unmöglich wäre. Er hatte aus dem Kampf gegen die sowjetische Invasion Afghanistans gelernt und wollte die USA ökonomisch niederringen. Amerika sollte, so seine eigenen Worte, »bluten bis zum Bankrott«. Genau dabei geht es beim asymmetrischen Krieg. Man schlägt den Feind nicht auf dem Schlachtfeld, sondern troc...

Seite 24
Schlacht
Hans-Dieter Schütt

Schlacht

Der Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka sagte 1998 im ND-Gespräch: »Schauen Sie sich Caspar David Friedrichs Eisberge an, ich seh die immer wie Gewaltakte, die weniger mit Natur als mit Kultur zu tun haben. Das sind Bilder von Schlachtfeldern, die nicht nur aus dem Meer platzen, sondern aus Friedrichs Zeit hinein in alle Zeiten.« Ein Foto von Trümmern des 11. September – und ein Ausschnitt aus ein...

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Absatzknick

Das »Buch der Bücher« erlebt einen Absatzknick. Weltweit sind im vergangenen Jahr 29 Millionen Bibeln und 9,9 Millionen Neue Testamente verteilt worden. Dies sei ein Rückgang um 1,4 Millionen Exemplare, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft am Freitag mit. Der Rückgang wurde zum Teil aufgefangen durch die Verbreitung biblischer Schriften auf neuen Medien. Allein in Europa und im Nahen Osten seien ...

Romantik, Realismus, Revolution

Denkmalschutz geht jeden an: Zum »Tag des offenen Denkmals« am Sonntag hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) dazu aufgerufen, die Kulturdenkmäler auch für künftige Generationen zu erhalten. Denkmalschutz sei eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe.Der »Tag des offenen Denkmals« wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Rahmen einer europaweiten Aktion organisiert. Das diesjähri...

Heinrich Fink

Ein unabhängiger Geistlicher

1993 hat Albrecht Schönherr als »Altbischof« Erinnerungen vorgelegt, in der Hoffnung, zur Wahrnehmung geschichtlicher Wahrheit beitragen können«. Er wollte den Weg der evangelischen Kirche in der DDR verständlich machen, »nachdem ihre Geschichte in den Wende-Medien bisher mit dem Getöse von Anschuldigungen und Verteidigung behandelt wurde«.Schönherr, vor 100 Jahren am 11. September 1911 geboren, h...

PLATTENBAU
ndPlusMarc Peschke

PLATTENBAU

»Tinariwen«, das bedeutet in der Tuareg-Sprache Tamaschek soviel wie »leerer Ort« oder »Wüste«. Und hört man die Musik der gleichnamigen Band aus der südlichen Sahara, dann glaubt man zu verstehen, warum sich Tinariwen so genannt haben: nicht nur, weil der Name auf ihre Heimat schließen lässt – mehr noch, weil er einen Ort beschreibt, den es mit Musik zu beleben gilt. Das ist auch auf dem neuen...

Ich bin ein bodenloser Optimist

ND: Herr Hein, Ihr Roman »Weiskerns Nachlass« spielt im akademischen Milieu. Mit der Hauptgestalt Rüdiger Stolzenburg schufen Sie ein Porträt des akademischen Prekariats, das nach und nach seine Ideale verliert, dem jede Zukunftshoffnung abhanden kommt. Ein Zeichen unserer Gegenwart?Hein: Aus meiner Studienzeit habe ich viele Freunde, die heute in ähnlich schwierigen Arbeitsverhältnissen stecken. ...

Seite 26
ndPlusHans-Dieter Schütt

Schöngesungener Schmerz

Basislager. Bergsteigers letzte Heimat vor dem Aufstieg. Tankstelle der Kühnsten. Oder aber (Schande der Geschichte): das Lager als Basis kollektiver Erziehungspraktiken – hier ist man einsam unter Vielen, hier kämpft man den Kampf, ein »Ich« zu bleiben. Das Lager schafft die Sehnsucht oder es schafft sie ab. »+–0 Ein subpolares Basislager« heißt der Abend von Christoph Marthaler. Mit dieser In...

Seite 27
ndPlusSebastian Maslow, Sendai

Der neue Alltag im Norden Japans

Exakt ein halbes Jahr nach dem Erdbeben vom 11. März, dem folgenden Tsunami und dem von diesem ausgelösten Reaktorunfall lässt der Schock, unter dem die Bevölkerung Nordjapans stand, langsam nach. Aber: Ein halbes Jahr nach der Katastrophe steigt auch die Enttäuschung. Die Region fühlt sich von Tokio vernachlässigt. Zehntausende leben in Notunterkünften. Aus dem Kernkraftwerk Fukushima tritt noch immer Radioaktivität aus.

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WOCHEN-CHRONIK

10. September 1721: Mit dem Frieden von Nystad zwischen Schweden und Russland steigt das Zarenreich in den Kreis der europäischen Großmächte auf. 10. September 1861: Der Buchhändler Francois Berger-Levreut aus Straßburg veröffentlicht den ersten Briefmarkenkatalog. 15. September 1821: Guatemala erklärt seine Unabhängigkeit von Spanien. 15. September 1916: An der nordfranzösischen Front se...

ndPlusBeate Kleinschmidt

Cui bono?

Die wichtigste Frage zum 10. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center ist nicht, ob endlich und endgültig die Lügenblase platzt, dass es Osama bin Laden mit ein paar ausgesandten Muslims war, meint Wolfgang Richter. Damit endlich die ganze Wahrheit ans Licht kommt, sei es notwendig, die Frage nach der weltpolitischen Verstrickung und Zwecksetzung dieses Kapitalverbrechens zu stellen. Cui...

An offener und geheimer Front
Fridolin Groß

An offener und geheimer Front

Den diesjährigen Weltfriedens- und Antikriegstag flankierte »Neues Deutschland« mit zwei Zeitzeugengesprächen im Berliner Redaktionsgebäude. Beide Veranstaltungen stießen auf großes Interesse, zählten je über 200 Besucher.Am 31. August wurde des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion vor 70 Jahren sowie des Putsches spanischer reaktionärer Generäle vor 75 Jahren gegen die Volksfrontregierung i...

Eine schwere Geburt, unter unglücklichem Stern
ndPlusWerner G. Fischer

Eine schwere Geburt, unter unglücklichem Stern

Durch den Putsch der Generale gegen die Volksfront-Regierung am 17./18. Juli 1936 zerfiel das spanische Heer. Es entstanden spontan Milizen der Volksfront-Parteien und anderen politischen Organisationen zur Verteidigung der Republik. Diese stellten bis Ende August etwa 100 000 bis 150 000 Mann, die sehr unterschiedlich bewaffnet und kampffähig waren. Die Regierung der Linksrepublikaner unter Jose ...

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Indonesische Monster-Wespe

Indonesische Monster-Wespe

Ein Forscher des Berliner Naturkundemuseums hat in der Sammlung eine bislang unbekannte Monster-Wespe entdeckt. »Mit ihrer Körpergröße und der pechschwarzen Färbung ist diese Wespe eine wirklich beunruhigende Erscheinung«, erklärte der Entomologe Michael Ohl. Mit ihren gigantischen Kiefern sehe sie aus wie eine Kampfmaschine. Die Wespe sei etwa fünf Mal größer als hiesige Arten.Die Wespe stammt na...

Martin Koch

Geometrie und Kultur

Vorurteile sind zäh, besonders wenn sie die Verschiedenheit der Geschlechter betreffen. So heißt es, dass Männer sich im Raum besser orientieren könnten als Frauen. Um dies zu begründen, wird gern die Biologie bemüht: Da der Mann als frühgeschichtlicher Jäger gezwungen gewesen sei, sich ein genaues Bild seines Jagdreviers zu machen, habe er zwangsläufig ein besseres Raumverständnis entwickelt.Sona...

ndPlusJacqueline Myrrhe

Zwillinge auf Mondreise

Wir können auch billig – der zuständige Wissenschaftsdirektor der US-amerikanischen Raumfahrtorganisation NASA, Edward Weiler, wollte das während der Pressekonferenz vor dem Start der beiden »GRAIL«-Sonden unbedingt an die Öffentlichkeit bringen: »Die aktuelle Mondmission der NASA ist nicht nur strikt im Zeitplan, sondern auch leicht unter dem geplanten Budget von 500 Millionen US-Dollar.« W...

ndPlusSteffen Schmidt

Starten ohne Jet oder Propeller

Vögel flattern mit den Flügeln und erheben sich in die Luft. Der Mensch braucht dazu kräftige Motoren, die ihn mit Propeller- oder Düsenantrieb in die Höhe bringen. Von Leonardo da Vinci bis zu Otto Lilienthal hofften erfinderische Köpfe allerdings noch, es könnte auch mit Menschenkraft gelingen. Da Vinci hinterließ Zeichnungen von Flugmaschinen, doch ausprobiert hat er sie wohl nie. Die ersten Me...

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Türöffner
ndPlusHeidi Diehl

Türöffner

Tschechien ist für die meisten Ostdeutschen wie eine alte Freundin, die man in den letzten Jahren leider etwas vernachlässigt hat. Und für viele Westdeutsche genau so eine terra incognita wie die Arktis. Kerstin und André Micklitza, beide profunde Kenner des Landes, geben mit ihrem Reiseführer »Tschechien« den einen wie den anderen gewissermaßen einen Schlüssel in die Hand, der ihnen die Tür zum L...

Marlenes Koffer am Schreckenstein
Hendrik Lasch

Marlenes Koffer am Schreckenstein

Die Himmelfahrt beginnt mitten im Einkaufszentrum. Auf zwei Etagen drängen sich im »Forum« von Usti nad Labem die Kunden in den Boutiquen; ein Stockwerk darüber schwingen sich die Gondeln einer Kabinenbahn in die Höhe. Ziel der nur zwei Minuten langen Fahrt sind freilich nicht Gletscher oder Pisten, sondern die »Vetruse«, ein luftig gelegener Aussichtspunkt samt gediegenem Restaurant. Von hier öff...

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Andreas Steidel

Einer muss den Schleusenwärter machen

Die Volkacher Mainschleife im Fränkischen Weinland ist ein ideales Kanurevier für Einsteiger. Besonders auf dem Altmain haben Paddler den Fluss und die Natur ganz für sich alleine.

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Spannendes Weltenbauen
ndPlusUdo Bartsch

Spannendes Weltenbauen

Wald an Wald, Wiese an Wiese, Wüste an Wüste. Die Basisregel bei »Mondo« ist genauso einfach wie bei anderen Legespielen auch. Dass es beim Weltenbauen trotzdem oft nicht so klappt wie gewünscht, liegt am Zeitdruck und an der Konkurrenz. Denn für den Bau ihrer Landschaft bedienen sich alle gleichzeitig aus demselben Plättchenvorrat, der zu Beginn der Runde einfach in die Mitte gekippt wird. Die...

Beste ganz hinten
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Beste ganz hinten

Am 17. August 2011 wäre Michail Moissejewitsch Botwinnik, dreimaliger Schachweltmeister aus Russland (1911-1995) 100 Jahre alt geworden. Deshalb organisierte der russische Verband ein Schnellschach-Gedenkturnier. Mit dabei: Magnus Carlsen (Norwegen, 20), Viswanathan Anand (Indien, 41), Lewon Aronjan (Armenien, 28) und Wladimir Kramnik (Russland, 36). Bei den Frauen starteten Koneru Humpy (Indien, ...

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Lösungen de...

Von kleinen Füchsen und Landkärtchen
Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Von kleinen Füchsen und Landkärtchen

Als Schmetterlinge bezeichnen wir im allgemeinen alle wissenschaftlich Lepidoptera (Schuppenflügler) genannten Insekten. Die Engländer meinen mit den »butterflies« nur die Tagfalter – die übrigen Lepidoptera sind »moths«, Motten im weiteren Sinn, auf deutsch Nachtfalter (siehe ND vom 30. Juli u. 27. August). Hier geht es nun nur um die kleine, aber populäre Minderheit der Tagfalter. Zu ihnen ge...

Reiten auf der Welle, die niemals endet

Reiten auf der Welle, die niemals endet

Ausgerechnet München, wo zünftige Wellen aufgrund der geografischen Lage allenfalls aus Fußballstadien bekannt sind, entwickelt sich zu einem Surferparadies – dank der Eisbachwelle im Herzen der Isarmetropole, am Rande des Englischen Gartens in der Prinzregentenstraße. Inzwischen pilgern nicht nur Einheimische, sondern Surffans aus aller Welt hierher. Der 32-jährige Marketing- und Vertriebsmanager QURIIN STAMMINGER ist einer der Pioniere des River Surfing und verrät, worauf es ankommt.