Seite 1

Unten links

Alles fließt. Früher säuselten Philosophen diesen Schwachsinn zum Positiven hoch. Längst muss man's ganz anders ausdrücken: Alles geht den Bach runter! Kommt doch aus England die erschreckende Nachricht, es würde bald Kino ohne Popcorn eingeführt. Fehlt bloß noch, dass Eltern europaweit ihre Kinder nicht mehr mit dem Kleinteil-Spielzeug aus den Überraschungseiern füttern dürfen. Auch uns trifft's ...

Nächstes Wochenende genau hinschauen
Jürgen Reents

Nächstes Wochenende genau hinschauen

Wenn Sie am nächsten Wochenende in Ihren Briefkasten schauen oder an Ihrem Kiosk nach dem ND suchen, werden Sie eine neue Titelseite sehen. Der Zeitungsname erscheint mit Oktoberbeginn in kleinen Lettern, die Ankündigungen wichtiger Artikel auf den Innenseiten finden Sie auffälliger über dem Zeitungskopf. Auch auf den Innenseiten haben wir etwas aufgeräumt, doch so behutsam, dass Sie alles dort wi...

Pflege ist kein Verschiebebahnhof
ndPlusGunnar Winkler

Pflege ist kein Verschiebebahnhof

Der Bundesgesundheitsminister hat das angekündigte Konzept für eine Pflegereform nicht vorgelegt. Damit werden die dringend notwendigen Verbesserungen für über 2,3 Millionen Pflegebedürftige, für rund 1,5 Millionen zum Teil ganztags pflegende Angehörige und allein 300 000 Beschäftigte im ambulanten Pflegebereich erneut bis auf weiteres verschoben. Die Volkssolidarität mit ihren 265 000 Mitglied...

Roland Etzel

Palästina – Staat oder Statist im Nahen Osten?

Die Vereinten Nationen in New York erlebten am Freitag den vorläufigen Höhepunkt des Bemühens der Palästinenser um einen eigenen Staat. Trotz einer Vetodrohung der USA hat Palästinenserpräsident Abbas beim UN-Generalsekretär den Antrag auf Vollmitgliedschaft eines Staates Palästina bei den Vereinten Nationen eingereicht. Er wurde anschließend in der Vollversammlung mit langem Applaus der Delegierten begrüßt.

Seite 2
Unter Feinden
ndPlusInes Wallrodt

Unter Feinden

Die »junge Welt« hält ihre Titelseite zum Mauerbau für eine gelungene Provokation und fühlt sich als Opfer einer Hetzjagd. Wer etwas anderes meint, hatte Donnerstagabend in Berlin nicht viel Freude.

Gerhard Dilger, Porto Alegre

Neuer Vormarsch der Pinguine

Das chilenische Bildungssystem ist ein Erbe der Pinochet-Diktatur (1973-1990). Unter Pinochet wurde das Bildungssystem privatisiert und dezentralisiert. Die Konsequenz: Es spiegelt mehr und mehr die soziale Ungleichheit wider. Reiche Sprösslinge von den teuren Privatschulen reüssieren bei den Aufnahmetests zu den Universitäten fast immer. Dem Rest bleibt nur, die nicht vorhandenen Chancen zu nutzen. Seit Juni laufen Schüler, Studenten und Lehrkräfte Sturm gegen das Bildungssystem und den rechten Präsidenten Sebastian Piñera. Der zeigt sich bisher nur zur Kosmetik bereit.

Seite 3

Gab es einen Schießbefehl?

Entlang der Strecke, die die Papstkolonne am Donnerstag in Berlin nahm, wurden Anwohner von der Polizei aufgefordert, die Fenster zu schließen und ihre Balkone zu meiden. Eine ähnliche Aufforderung erging an die Büronutzer in Bundestagsgebäuden nahe dem Reichstag. Sie sollten, so Lautsprecherdurchsagen, sich »auch nicht im Nahbereich der Fenster« aufhalten: »Nur so können jegliche Missverständniss...

Ingolf Bossenz

Rom hat gesprochen

Man muss dem Papst dankbar sein. Räumte er doch gleich zu Beginn seiner Rede im Bundestag am Donnerstag mit der kasuistischen Konstruktion auf, man habe ihn in seiner Funktion als Chef eines Zwergstaates mit knapp 1000 Einwohnern eingeladen. Solches Understatement war dem Führer einer Weltkirche mit über einer Milliarde Gläubigen sichtlich zuwider, weshalb er klarstellte: »Aber die Einladung zu di...

ndPlusJenny Becker und Sonja Vogel

Mit Weihrauch und Klobürste

Noch bis Sonntag weilt der Papst in Deutschland. Der Auftakt seiner Reise in Berlin zog zehntausende Gegner und Befürworter an. Die einen kamen zur Heiligen Messe zusammen, die anderen tanzten mit Kondomen und einem blanken Hintern durch die Straßen.

Seite 4

»Für Versäumnisse in Berlin hart abgestraft«

Berlin (ND). Die Parteivorsitzenden der LINKEN, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, sehen die Ursache für die Verluste der Partei bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am letzten Wochenende vor allem in der Landespolitik. In einem Brief an die Landes- und Kreisvorsitzenden der Partei stellen sie fest, dass die »engagierte Arbeit des Berliner Landesverbandes« und deren »positive Ergebnisse, beispielswe...

Kahlschlag bei der Arbeitslosenförderung

Die heftig umstrittene Reform der Arbeitslosenförderung ist unter Dach und Fach. Künftig gibt es vor allem Maßnahmen, die auf rasche Eingliederung von Erwerbslosen in den ersten Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Die Jobcenter können viel selbst entscheiden.

Jörg Meyer

Mehr Widerstand

Der ver.di-Bundeskongress beschloss am Freitag mehr Widerstand gegen die Eurokrise. Die LINKE forderte unterdessen Garantien für sozial Schwache falls Deutschland vom Rettungsschirm in Haftung genommen wird.

Seite 5
Aert van Riel

Was kann die Klientel verkraften?

Viele Bürger sehnen sich nach einer rot-grünen Bundesregierung zurück. Umfragen bescheinigen SPD und Grünen einen Vorsprung vor den zerstrittenen Parteien CDU, CSU und FDP. Denn kaum etwas schreckt die Wähler mehr ab als Uneinigkeit. Und sollte diese in der Regierung weiter anhalten, sind vorzeitige Neuwahlen wahrscheinlich. Aber auch zwischen SPD und Grünen werden Differenzen deutlich. Jüngste...

ndPlusPaul Alexander

Schwarz-gelber Einfluss schwindet

Auf seiner ersten Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause hatte der Bundesrat am Freitag gleich über 100 Tagesordnungspunkte zu beraten. Der gut geölte Gesetzgebungsmechanismus, so scheint es, gerät immer häufiger ins Stocken. Schwarz-Gelb hat zunehmend Widerstand zu überwinden.

Seite 6

Türkei bohrt vor Zypern

Istanbul (dpa/ND). Im Streit um Bodenschätze vor den Küsten der geteilten Mittelmeerinsel Zypern hat die Türkei nun ein eigenes Erkundungsschiff auf Kurs gebracht. Das Forschungsschiff »Piri Reis« sei am Freitag aus einem Hafen bei Izmir in das östliche Mittelmeer ausgelaufen, berichteten türkische Fernsehsender. Der türkische Energieminister Taner Yildiz hatte am Vortag angekündigt, sein Land wer...

Warnung Pakistans an die USA

Islamabad/New York (dpa/ND). Nach harten Vorwürfen von US-Generalstabschef Mike Mullen hat die pakistanische Regierung Washington mit der Aufkündigung der Partnerschaft gedroht. Außenministerin Hinna Rabbani Khar sagte dem Sender Geo TV am Rande der UN-Generalversammlung in New York, sollten die USA weiterhin ihr Land und das Volk verprellen, dann würden sie »einen Alliierten verlieren«. Sollten d...

In Tripolis schlagen die »Alt-Eigentümer« zu

Zu den außergewöhnlichsten Gesetzen des bisherigen libyschen Staatschefs Gaddafi gehörte die Regel »Das Haus gehört seinem Bewohner«. Jetzt nehmen sich die einstigen Eigentümer einiger Häuser mit Gewalt zurück, was ihnen Bedürftige einst mit Staatshilfe genommen haben.

»Seidenstraße« nach Kabul

Die Seidenstraße war in früheren Jahrhunderten ein großer Erfolg. Jetzt benutzt die Politik den alten Namen für eine neue Initiative, die den Wiederaufbau in Afghanistan voranbringen soll.

ndPlusKarin Leukefeld

Präsident Saleh wieder in Jemen

Der umstrittene jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh ist überraschend in seine Heimat zurückgekehrt. Das jemenitische Fernsehen berichtete, dass Saleh an Bord einer Privatmaschine am frühen Freitagmorgen in Sanaa gelandet sei.

Seite 7
ndPlusGábor Kerényi, Budapest

Ungarns Regierung wirft den »Rettungsring«

Zu Wochenbeginn beschloss das ungarische Parlament ein Kreditablösegesetz, das am Donnerstag in Kraft trat. Was als Wohltat für die Allgemeinheit vermarktet wird, ist tatsächlich eine Dienstleistung für die Reichen.

Ralf Klingsieck, Paris

Linksschwenk in Frankreichs Senat?

Wenn am Sonntag der Senat, die zweite Kammer des Parlaments, gewählt wird, könnte es erstmals in der Geschichte der Französischen Republik passieren, dass dieses traditionell konservative Gremium eine linke Mehrheit bekommt.

Seite 8

ND unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser, die Existenz des ND hängt vom Verkauf unserer Zeitung ab, von Abonnements und Einzelkäufen am Kiosk. Wenn Sie es wichtig finden, dass ND als unabhängig linke, sozialistische Tageszeitung erhalten bleibt, bitten wir Sie um Mithilfe bei der Werbung neuer Leserinnen und Leser. Sie helfen damit, ND auch der nächsten Generation zu vererben. Sie können Neues Deutschlan...

Gefährlicher Kuchen

Eine Lagerhalle nahe der zentrallibyschen Stadt Sabha. Tausende blaue Fässer sind mehrfach übereinander gestapelt, daneben Plastiksäcke ebenfalls mit gelbem Pulver darin. Davor steht ein CNN-Reporter, der darüber sinniert, was wohl geschehen würde, wenn die ringsum reichlich vorhandene Munition explodieren würde. Dann würde genau das geschehen, was Terrorexperten weltweit meinen, wenn sie vor schm...

Gar nicht erst einsteigen

Erneut ist ein Anlauf für ein CCS-Gesetz gescheitert. Die Differenzen unter den Bundesländern bezüglich der umstrittenen Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid sind unüberbrückbar, wie im Bundesrat jetzt wieder deutlich wurde. Während Brandenburg einen Freifahrtschein für die Braunkohlepläne des Vattenfall-Konzerns wünscht, fordern Niedersachsen und Schleswig-Hols...

Oberstes Gebot

Die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« hat mit Blick auf die kommende Regenzeit vor einer weiteren Verschlimmerung der Lage in Somalia gewarnt, wo die Bevölkerung seit Monaten unter einer Hungersnot darbt. Und die Aktivisten von »Oxfam« befürchten angesichts der politischen und wirtschaftlichen Krise die nächste Hungerkatastrophe in Jemen, wo der permanente Nahrungsmangel schon heute bei jedem...

Thomas Blum

Ein Schwank

Warum viele bis heute um ihres Amüsements willen gerne eine Zirkusvorstellung, ein derbes Volksstück oder das Kasperletheater aufsuchen, bleibt unverständlich. Politik ist ja weitaus unterhaltsamer: Auch dort gibt es jeweils allerlei Geschrei, drollige Kunststückchen werden aufgeführt, und es finden hie und da gemeine Intrigen statt. Und das Beste ist: Es kostet nichts. Der Hauptdarsteller des neu...

Mehr Rechtsstaat in Kolumbien?

Mehr Rechtsstaat in Kolumbien?

ND: Sie leben aufgrund von Morddrohungen derzeit mit ihrer Familie in Washington. Welche Bedeutung hat der Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für Sie und Ihr Land?Rincón: Das ist eine Botschaft an die Journalisten in Kolumbien, in ihrer Arbeit auch auf die Opfer der Gewalt zu achten. Mit dem Preis will man aus meiner Sicht diejenigen Journalisten unterstützen, die in allen Winkeln der Erde unt...

Seite 9

Neue Trassen durchs Land

Berlin/Bonn (dpa/ND). Die großen Netzbetreiber planen den Bau dreier Stromtrassen mit riesiger Kapazität quer durch Deutschland. Damit wollen sie die Energiewende vorantreiben. Gedacht sei an ein neues, übergeordnetes Stromnetz, sagte ein Sprecher des Unternehmens 50Hertz Transmission am Freitag. Er bestätigte damit einen Bericht der »Financial Times Deutschland«. 50Hertz mit Sitz in Berlin sowie ...

Neuer EU-Vorstoß zu Eurobonds

Hannover/Berlin (dpa/ND). Die EU-Kommission will gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Staaten mit Top-Bonität einführen. »Ich schlage vor, dass alle Euro-Staaten die eine Bestbewertung haben – Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland – ihre Anleihemärkte zusammenlegen«, sagte die stellvertretende Kommissionschefin Viviane Reding der »Hannoverschen Allg...

ndPlusJohanna Treblin

Höhere Strompreise

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lud am Donnerstagabend zu einer Veranstaltung nach Berlin ein, um mit Dieter Seifried, ehemaliger Mitarbeiter des Freiburger Öko-Instituts und Mitbegründer des Beratungsbüros Ö-quadrat, über Preissteigerungen als Folge der Energiepolitik der Regierung und linke Alternativen zu diskutieren.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Wenig Neues beim Managergehalt

Im Zuge der Finanzkrise geriet auch das kurzfristige Renditedenken von Managern börsennotierter Konzerne in die Kritik. Die Neuausrichtung der Vorstandsvergütungen an langfristigen Unternehmenszielen kommt indes nur schleppend voran.

Frank Brandmaier (dpa), Washington

Signale der Ansteckung

In einer Welt mit wenig Wachstum sind Aufsteiger die Stars. Doch auf den Zukunftsmärkten geht die Angst um, Euroland und die USA könnten sie mit in den Strudel reißen.

Seite 12
»Jeder Marathon ist eine Mutprobe«

»Jeder Marathon ist eine Mutprobe«

Neben den Stars des Marathon tritt am Sonntag auch ein namhafter deutscher Athlet an: FALK CIERPINSKI, 33, aus Halle an der Saale (Foto: dpa). Der Sohn des Marathon-Doppelolympiasiegers Waldemar Cierpinski läuft seit fünf Jahren Marathon und weckte Hoffnungen, als er in Berlin in 2:13:30 h Neunter wurde (2008). Doch Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Berlin ist sein erster Start seit 2009.

ndPlusJirka Grahl

Auf den Spuren von Bikila

Auch eine Legende hat es nicht immer einfach. Viermal war der Äthiopier Haile Gebrselassie Weltmeister , zweimal Olympiasieger, er hält den Weltrekord auf den klassischen 42,195 Kilometern: 2:03:59 Stunden. Stets hat er ein Lächeln auf den Lippen, sogar beim Laufen. Als ihn der Renndirektor des Berlin-Marathons, Mark Milde, gestern Vormittag auf die Bühne der Pressekonferenz gebeten hatte, verriet...

ndPlusElisabeth Schlammerl, München

Toni Kroos mit »einem Tick mehr Freiheiten«

Toni Kroos schmunzelt, wenn er über die schwarze Serie seines ehemaligen Vereins spricht. »Mit mir hatte Leverkusen keine Angst«, sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern und behauptete fälschlicherweise, mit seinem Ex-Verein nie in München verloren zu haben. Doch tatsächlich ist die Geschichte der Duelle Bayern-Bayer mit der vom Murmeltier zu vergleichen. Es grüßt in diesem Fall zwar nicht tägli...

Seite 13
Charité-Streik
Christin Odoj

Charité-Streik

Auch am zwölften Streiktag werden die Proteste der Beschäftigten der Charité Facility Management GmbH (CFM) nicht leiser. Am Freitag zogen etwa 250 Demonstranten vom Klinikstandort Virchow vor das Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße, ein Anteilseigner des teilprivatisierten Unternehmens CFM. Die Angestellten kämpfen für einheitliche Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Von den 2500 Mitarbe...

Auch sonntags Bücher holen

(AFP). Das Land Berlin hat einen Vorstoß unternommen, um die Sonntagsöffnung von öffentlichen Bibliotheken zu ermöglichen. In der am Freitag im Bundesrat vorgestellten Entschließung wird die Bundesregierung aufgefordert, das Arbeitszeitgesetz entsprechend zu ändern. Eine Aufweichung der Sonntagsruhe sei damit nicht verbunden, weil die Bibliotheken nicht wirtschaftlichen Zwecken, sondern Bildungs- ...

A 100 bremst Sondierung

(AFP). SPD und Grüne in Berlin haben am Freitag in einer zweiten Sondierungsrunde die Chancen für eine gemeinsame Landesregierung erörtert. Die Gespräche dauerten am späten Nachmittag noch an, wie eine SPD-Sprecherin bestätigte. Im Mittelpunkt des Treffens stand das Streitthema A 100. Die Sozialdemokraten mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit befürworten die Verlängerung der Stadtautoba...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

In den Kulissen

Von der Öffentlichkeit eher unbeachtet bleibt bei den Sondierungen für eine neue Regierungskoalition ein gepflegt-sachlicher Umgang mit den Medien. Im Säulensaal, der schönsten Örtlichkeit des Roten Rathauses, werden zu Apfelsaft und Mineralwasser belegte Brötchen gereicht. Eine Mitarbeiterin kommt kurz vor den Verhandlungsdelegationen in den Saal und sagt Bescheid, um die Aufmerksamkeit insbesond...

Marathon stoppt alle

(dpa). Zum 38. Berlin-Marathon am Samstag und Sonntag werden etwa 70 000 Teilnehmer erwartet. Die Veranstalter rechnen mit einer Million Zuschauer. Der erste Publikumsmagnet wird Samstag Nachmittag um 15.30 Uhr der Inlineskating Marathon sein. Sonntagvormittag (Hauptlauf 9) beginnen zeitversetzt Rollstuhlfahrer, Handbiker, Läufer und Power-Walker den eigentlichen Marathon.Start und Ziel ist auf de...

Andreas Rabenstein, dpa

Fetter Server-Schrank mit Schlüssel

Die Tücken der politischen Realität und die Probleme mit idealistischen Zielen haben die neu gewählten Piraten in Berlin schneller eingeholt als gedacht. Zwar starteten die 15 Abgeordneten am Donnerstagabend mit ihrer ersten und öffentlichen Sitzung in ihre parlamentarische Arbeit. Doch die Schwierigkeiten mit politischen und persönlichen Differenzen, Satzungsfragen, Terminen und Machtansprüchen E...

Seite 14

Gedenkkonzert für Sanderling

(dpa). Mit einem Gedenkkonzert für Kurt Sanderling wollen Daniel Barenboim und die beiden Söhne Sanderlings an den jüngst gestorbenen Dirigenten erinnern. Das Konzerthausorchester Berlin werde am 9. Oktober auf Wunsch der Familie spielen, das Programm sei noch offen, teilte das Konzerthaus am Freitag mit. Als Solist am Klavier tritt Daniel Barenboim auf. Michael und Thomas Sanderling werden dirigi...

Eugene Smith im Gropius Bau

(dpa). Er gilt als Pionier des kritischen Fotojournalismus: Der US-Künstler W. Eugene Smith (1918-1978) dokumentierte das Leben von Stahlwerksarbeitern in Pittsburgh, die Lage von spanischen Landarbeitern während der Franco-Diktatur und einen erschütternden Umweltskandal in Japan. Der Martin-Gropius-Bau in Berlin zeigt jetzt eine umfassenden Retrospektive des großen amerikanischen Fotografen.»Sein...

ndPlusTom Mustroph

Innovationsdilemma

Junge Performer haben es nicht leicht. Alles, was man sich ausdenken kann, hat irgendwo und irgendwann schon einmal jemand anders gemacht. Und wer gut informiert ist in seinem Metier, hat dann auch das Pech, zu wissen, wann, wo und durch wen dies geschah. Über dieses Innovationsdilemma hat das Tänzer- und Choreografenduo Lupita Pulpo (Ayara Hernandez Holz und Felix Marchand) ein Stück mit dem so s...

Eine Messe für Merce
Volkmar Draeger

Eine Messe für Merce

Zwei Messen fanden an diesem Abend fast zeitgleich statt. Die eine hielt im Olympiastadion der Papst, die andere galt einem Tanzgenius des vergangenen Jahrhunderts. Kurz vor dem Tod 2009 verfügte Merce Cunningham die Auflösung seiner Company mit Ende 2011. Bis dahin darf sie auf einer zweijährigen Welttour seine Jünger und Fans Abschied nehmen lassen von einem beispielhaft kompromisslos neue Beweg...

Seite 15

Lehrer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

(dpa). Ein früherer Lehrer einer Waldorfschule ist am Freitag vom Berliner Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren Haft mit Bewährung verurteilt worden. Der geständige Pädagoge muss 3000 Euro Geldbuße zahlen.In den Jahren 2002 und 2003 hatte sich der heute 67-Jährige in seiner Wohnung im Stadtteil Wedding an zwei 13-jährigen Jungen aus der Nachbarschaft vergangen. In dem Zeitraum ka...

Hendrik Lasch, Magdeburg

Wegelagerei in Sachsen-Anhalt

Als »Lohn« für eisernes Sparen erhalten Sachsen-Anhalts Kommunen weniger Geld vom Land. Magdeburg nimmt das nicht hin. Der SPD-Rathauschef rebelliert gegen den SPD-Finanzminister, der Stadtrat stärkt ihm den Rücken.

Ottokar und der KGB
ndPlusRainer Funke

Ottokar und der KGB

Man nannte den ewig zwölfjährigen Ottokar ein Früchtchen, einen braven Schüler, einen Weltverbesserer, einen Philosophen, einen Fernsehstar und anderes mehr. Seine Weisheiten und Streiche füllten Bücher. Schließlich war man von seiner Persönlichkeit allseits derart angetan, dass man nach ihm ein Kinderzentrum im Heinrich-Heine-Viertel benannte. Und das ist am heutigen Samstag 20 Jahre her.Ottokars...

ndPlusCarsten Hoefer, dpa

Beifall für den Schwarzen Peter

Peter Gauweiler hat sich in Rekordzeit zum Lieblingsrebellen der CSU entwickelt. Er hat gute Chancen bei seiner Kandidatur für den CSU-Vizevorsitz. Das wahrscheinliche Opfer: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Seite 16

Stadtrat wirft Babic raus

Trier (dpa/ND). Der Trierer Stadtrat hat das NPD-Mitglied Safet Babic nach einer Verurteilung wegen Körperverletzung ausgeschlossen. In einer nichtöffentlichen Sondersitzung stimmten am Donnerstag alle 42 anwesenden Ratsmitglieder für den Rauswurf des Trierer NPD-Kreisvorsitzenden, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Babic, der seit 2009 im Stadtrat saß, war im Dezember vom Landgericht Trier wegen ...

ndPlusWilfried Neiße

Fragebogen zum DDR-Bild wirft Fragen auf

»Seit wann wohnen Sie im Land Brandenburg? Seit Geburt? Oder sind Sie später zugezogen?« Diese Frage muss für die große Mehrheit der Brandenburger deswegen merkwürdig sein, weil in ihr für die wirkliche Vergangenheit vieler Menschen kein Platz bleibt. Denn was antwortet eine Person, die weder nach der Wende geboren noch später zugezogen ist? Im Land Brandenburg wohnen die meisten Menschen seit 21 ...

ndPlusMartina Rathke, dpa

Ein gutmütiges Bauwerk

Seilbrücken können in gefährliche Schwingungen geraten, wenn sich Frequenzen überlagern. 1940 stürzte die Tacoma Bridge in den USA ein. Im Jahr 2000 geriet die Millenniumsbrücke in London ins Schaukeln. Jetzt prüften Experten die Rügenbrücke.

Am Sonntag ist ND-Wanderung
Andreas Fritsche

Am Sonntag ist ND-Wanderung

Sieben Kilometer, 9,5 Kilometer beziehungsweise 15 Kilometer lang sind die Strecken bei der diesjährigen ND-Herbstwanderung am Sonntag. Ziel der abwechselungsreichen Tour im Osten von Berlin ist das Stadion der Sportgemeinschaft Neuenhagen. Dort wird unter anderem die stellvertretende ND-Chefredakteurin Gabriele Oertel über das geplante neue Layout der sozialistischen Tageszeitung informieren. Für...

Seite 17
Unter Ameisen
ndPlusChristina Matte

Unter Ameisen

Katrin spielt auf der Wiese hinterm Haus. Der rote Ball, den sie zum Geburtstag bekam, ist zum nahen Waldsaum gerollt, unter eine Brombeerhecke. Sie läuft hin, um ihn aufzuheben, da entdeckt sie neben dem Ball einen großen Ameisenhügel. Wie der wimmelt! Das muss sich Katrin genauer ansehen. Aus der Hocke heraus beobachtet sie, wie einige der kleinen Geschöpfe noch kleinere weiße Bündel tragen. Sin...

Seite 18
Altenheim? Nein danke!
Volker Stahl

Altenheim? Nein danke!

Zwei Drittel der Deutschen wollen im Alter in ihrem Zuhause bleiben. Ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, ziehen die meisten in ein Alten- oder Pflegeheim. Eine Alternative dazu sind betreute Wohngemeinschaften, die sich besonders in Großstädten zunehmender Beliebtheit erfreuen. Im Trend liegen auch Alt-Jung-Wohnprojekte, für die sich meist sozial Engagierte und gebildete Senioren entscheiden, die noch rüstig sind. Hamburg ist eine Hochburg dieser alternativen Wohnformen.

Seite 19
Die Pioniere der Burg Rahnsdorf
ndPlusStefan Otto

Die Pioniere der Burg Rahnsdorf

Die Hausbesetzerzeit in Berlin ist längst vorbei und alternative Wohnprojekte schwinden in der Stadt – zwei Männer und drei Frauen wollen dennoch nicht auf das alternative Leben verzichten und haben zusammen mit dem Mietshäusersyndikat ein Haus unweit des Müggelsees gekauft. Ein Ortsbesuch.

Seite 20
Schmuddelwetter in St. Ansgar

Schmuddelwetter in St. Ansgar

Es war außerhalb der Saison. Kein Pilgerzug, keine Pilger, keine Fahnen, keine Chöre – nur der alltägliche Nahschnellverkehr mit Pendlern aus Freising und Umgebung und im Nebenabteil ein Transistorgerät: das Naabtal-Duo mit – Zufall oder sinnreiche Fügung – »Patrona Bavariae«. Der Gnadenort in der frühen Dunkelheit eines verregneten Samstags im Oktober.Vor dem Bahnhof fegte böige...

Seite 21
ndPlusCharlotte Noblet

Man nennt vieles Tradition, aber es ist Verfassungsbruch

»Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. wird im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland auch den Bundestag besuchen und im Plenarsaal zu den Abgeordneten sprechen« stand auf der Website bundestag.de. »Es ist doch klar, dass der Papst als religiöses Oberhaupt im Bundestag sprechen wird«, sagte auch Thomas Hummitzsch, Pressesprecher des Humanistischen Verbands Deutschland. Der Papst hat gesprochen,...

Seite 22
Abwicklung einer »Kaderschmiede«
Walter Kupferschmidt

Abwicklung einer »Kaderschmiede«

Die Hochschule für Ökonomie wurde am 4. Oktober 1950 auf Beschluss der DDR-Regierung gegründet. Bis 1954 firmierte sie unter dem Namen Hochschule für Planökonomie. Die HfÖ war angesiedelt im umgebauten früheren Kant-Gymnasium an der Treskowallee im Berliner Stadtteil Karlshorst. Nach der Wende wurde die HfÖ zum 1. Oktober 1991 abgewickelt. Der Campus Treskowallee ist heute einer der beiden Standorte der Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Seite 23

WOCHEN-CHRONIK

23. September 1846: Der deutsche Astronom Johann Gottfried Galle entdeckt mit einem Fernrohr den Planeten Neptun. 24. September 1906: Die expressionistische Künstlervereinigung »Die Brücke« stellt in Dresden erstmalig aus. 28. September 1951: Mit einem Festakt im Karlsruher Schauspielhaus wird das Bundesverfassungsgericht gegründet....

Aldo Moro
ndPlusGerhard Feldbauer

Aldo Moro

In Aldo Moro besaß die Großbourgeoisie einen genialen Reformer, wie es nach dem Zweiten Weltkrieg keinen zweiten gab. Für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wäre er mit Matthias Erzberger und Walter Rathenau vergleichbar, die gleichfalls Opfer des Terrors rechtsextremer Kreise ihrer eigenen Klasse geworden sind. Vor 95 Jahren, am 23. September 1916 im südlichen Apulien geboren, war der Jurist A...

Erkenntnisse statt Bekenntnisse
Wolfgang Gehrcke

Erkenntnisse statt Bekenntnisse

Palästinas Präsident Abbas – ich kenne ihn noch unter seinem Kampfnamen Abu Masen – forderte auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen ür Palästina die Vollmitgliedschaft ein. Die internationale Aufmerksamkeit richtete sich auf diesen Antrag und die Rede des palästinensischen Präsidenten – ähnlich wie 1974 auf die Rede Arafats, die er mit dem Ölzweig in der Hand und der Pistole am Gürtel geha...

Verdächtigt, ein Doppelagent zu sein
ndPlusGunter-Ulrich Wolfram

Verdächtigt, ein Doppelagent zu sein

Fast anderthalb Stunden inmitten von Paris auf einen von der Gestapo meistgesuchten KPD-Funktionär zu warten, widerspricht eigentlich allen Regeln der Konspiration und Illegalität. Dennoch harrt Walter Trautzsch am Freitag, den 1. September 1939, bis 21.30 Uhr am Porte de Clignancourt aus. Zwei Tage zuvor hat er sich hier mit Anton Ackermann getroffen und angesichts der bedrohlichen Kriegsstimmung...

Seite 24

Biennale

Unter der Leitung des österreichischen Kurators Peter Weibel, Chef des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, hat in Moskau die 4. Internationale Kunstbiennale begonnen. Bis zum 30. Oktober zeigen 81 Künstler aus 32 Ländern unter dem Motto »Rewriting Worlds« (Welten neu schreiben) ihre Werke. Darunter ist auch der Videofilm »Beijing: The Second Ring« (2005) von Ai Weiwei. Das Budge...

Finanzlücke

Dieter Wedels »Zwingerfestspiele« in Dresden sind schuldenfrei, die Zukunft des Spektakels steht trotzdem in den Sternen. Der Veranstalter Dresden Event GmbH bestätigte am Freitag Medienberichte, wonach zwölf private Geldgeber die bestehende Finanzlücke von mehr als 250 000 Euro decken. Die Festspiele sollen dem Vernehmen nach 2012 erst einmal pausieren und erst im Sommer 2013 wieder Theater mache...

Frontlinie

Einem Vergleich von Kriegsfotografien berühmter Fotografen des Zweiten Weltkriegs mit Bildern von den jüngsten arabischen Aufständen ist eine Ausstellung in Düsseldorf gewidmet. Mehr als 290 Bilder sind unter dem Titel »Frontline« bis zum 8. Januar 2012 im NRW-Forum zu sehen. Aufnahmen von Ikonen der Kriegsfotografie wie Magnum-Gründer Robert Capa und David Seymour werden den Fotos ihrer Nachfolge...

Filmpreis

Für den erstmals verliehenen Günter-Rohrbach-Filmpreis der saarländischen Stadt Neunkirchen sind 30 Filme eingereicht worden. Die mit 10 000 Euro verbundene Auszeichnung ist nach dem Kino- und Fernsehproduzenten Günter Rohrbach (»Das Boot«, »Aimée und Jaguar«) benannt, der 1928 in Neunkirchen geboren wurde und selbst mit in der Jury sitzt. Der Preis, der am 18. November verliehen wird, ist für deu...

PLATTENBAU
Knut Henkel

PLATTENBAU

Beirut hat eine vielfältige Musikszene – nur: Wer weiß das schon? Der Schweizer Musikethnologe Thomas Burkhalter. Und er hat kein Interesse, dies Geheimnis für sich zu behalten. Beleg dafür ist »Golden Beirut« – der erste Sampler, der konsequent die Jugend des Landes zu Wort, an Mikro, Mischer und Co. kommen lässt. Die junge Generation hat die Nase voll vom Krieg, das Vertrauen in die Politik v...

Befreiung von der Last ... des Positiven
ndPlusGunnar Decker

Befreiung von der Last ... des Positiven

Alexander Lang inszeniert Büchners »Leonce und Lena« mit Studenten der Berliner Ernst-Busch-Schauspielschule. Eine Probe am BAT. Hier wird die Komödie der Selbsterkenntnis inszeniert. Wer bin ich in dieser Ödnis von Welt? Ein Spiel mit der Schlange der Erkenntnis: Verzaubere du sie, bevor sie dich verzaubert! Büchner blickt auf die Geschichte, und die Geschichte blickt zurück. Lang inszeniert den ...

Seite 25

Das Wort der Opfer

Lieber Slavik ... die weitergehende Geschichte löscht die dramatischen Geschichten all jener nicht aus, die sie mit ihr, der großen Geschichte, die zuletzt über alles hinweggeht, schmerzhaft erfahren haben. Sie sind in der Welt, und sie bleiben es: so lange, bis diese Menschen für immer verstummen. Damit sie nicht vorher verstummen, bei lebendigem Leibe, was wie ein kaltes Verbrennen wäre, haben w...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Geboren im Gefängnis ...

Er war am Rande des Nichts. Dort, wo die Schönheit nicht Milde ist, sondern klirrend frostige Macht, natur-archaische Gewalt: Spitzbergen, Franz-Josef-Land. Ulrich Schachts Sehnsucht lebt seit langem auf dem Eiskontinent, den er das »Gestade der Vergessenheit« nennt. Dieser deutsche Lyriker, der in Schweden wohnt – er hat in einem seiner Bücher den Reise-Abschied vom Nordpolareis als Versuch gewer...

Seite 26

Einblicke ins Gehirn

Detlef B. Linke zählte zu Lebzeiten zu den bekanntesten Hirnforschern unserer Zeit. In seinem Buch »Hirnverpflanzung« beschrieb er die ungeahnten Möglichkeiten mittels der Neurochirurgie Parkinson- und Alzheimer-Patienten, aber auch anderen neurologisch Erkrankten helfen zu können. Was aber bedeutet diese Entwicklung für unsere Gesellschaft, für unsere Kultur? Werden Subjektivität, Individualität ...

»Bild« II – Was Leser denken

Die »Bild«-Zeitung pflegt eine besondere Beziehung zu ihren Lesern. Meist werden sie ja für dumm verkauft, etwa, wenn ihnen auf Seite Eins eine sensationelle Enthüllungsstory angepriesen wird, die sich bei der Lektüre auf Seite Fünf als dünner Sechs-Zeilen-Bericht erweist. Was aber mag in den Hirnen der Leser vor sich gehen, die das lesen und dabei ihren Blick doch lieber auf die entkleidete C-Pro...

Jürgen Amendt

Mehrheit schaut deutsch

Ältere Türken, die als Gastarbeiter vor 40 Jahren nach Deutschland kamen, sitzen in der Teestube und blicken auf den Fernseher, in dem rund um die Uhr Sendungen aus ihrer alten türkischen Heimat laufen. Das gleiche Bild in den Wohnstuben: Auch die Jüngeren lassen sich von den »Heimatsendern« ihrer Eltern berieseln. Vor allem türkische Migranten leben in einer medialen Parallelgesellschaft – ...

ndPlusAntje Schrupp

BLOGwoche: Etablierte, Piraten und die Frauen

Dieser Tage habe ich nicht viel Fernsehen geschaut, aber ein bisschen, wegen den Wahlen in Berlin, und mit etwas Amüsement habe ich es aufgenommen, dass wer auch immer sich zu den Piraten geäußert hat, auf den mickrigen Frauenanteil dort hingewiesen hat. Die Moderatorin im ZDF, die Claudia Roth, die Renate Künast, und wer auch immer. Und natürlich ist das auch ein Hauptmanko dieser neuen Partei. ...

ndPlusKatharina Dockhorn

CDU-Wunschkandidat versus Sachverstand

Am kommenden Montag trifft sich der Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zur Wahl eines neue Intendanten. Karola Wille scheint aus dem Rennen. Die Juristin galt als Favoritin für die Nachfolge von Intendant Udo Reiter. Doch dann tauchten Informationen zu ihrer Vergangenheit auf, die bis ins Schlafzimmer reichten. Ihr Ex-Mann soll Militärstaatsanwalt in der DDR gewesen sein und in ihrer ...

Seite 27

Streitfrage: Was haben wir eigentlich von der Piratenpartei zu erwarten?

Mit einem solchen Erfolg bei der Berliner Landtagswahl hat sie nicht gerechnet: 8,9 Prozent bekam die Piratenpartei. Sie gewann 16 000 Stimmen von den Grünen, 13 000 von der SPD, 12 000 von der LINKEN. Überdies konnte die Partei 21 000 Nichtwähler dazu bewegen, ihre Stimmen den Piraten zu geben. Wie ist das zu erklären? Und ist die junge Gruppierung, die 2006 in Deutschland gegründet wurde, tatsäc...

Seite 28

Als Erste weg aus Afrika

Die Aborigines in Australien sind Genanalysen zufolge das älteste Volk außerhalb Afrikas. Ihre Vorfahren sind früher in Afrika gestartet als die aller anderen heute lebenden Menschen. Das bestätigt ein internationales Forscherteam, das anhand einer hundert Jahre alten Haarlocke erstmals das Erbgut eines australischen Aborigine-Mannes entziffert hatte. Aus den Ergebnissen folgern die Forscher, dass...

Chinas »Himmelspalast«

Peking (dpa/ND). Mit dem für nächste Woche geplanten Start eines ersten Weltraummoduls beginnt China die Entwicklung einer eigenen Raumstation. Während die USA ihr Shuttle-Programm eingestellt haben und die Zukunft der internationalen Raumstation ISS nach der Sojus-Panne in den Sternen steht, setzt China zum großen Sprung ins All an. Als Startfenster hat China in dieser Woche den 27. bis 30. Septe...

ndPlusMartin Koch

Kühlung fürs Gehirn

Alle Menschen tun es, etwa zehnmal am Tag: Sie reißen plötzlich den Mund auf, holen tief Luft, dehnen die Lippen und atmen leicht stöhnend wieder aus. Kurzum, sie gähnen. Was ist der Sinn eines solchen Verhaltens? Gewöhnlich heißt es, dass Menschen gähnen, wenn sie müde oder gelangweilt sind. Und um andere damit nicht zu belästigen, wird uns schon als Kind beigebracht, beim Gähnen die Hand vor den...

ndPlusDieter B. Herrmann

Der sonnenfernste Planet

Seit Pluto im Jahre 2006 seinen Status als Planet verloren hat, ist Neptun der sonnenfernste aller großen Wandelsterne unseres Sonnensystems. Obschon man lange Zeit wenig über diesen Himmelskörper wusste, blieb er doch immer im Gespräch – wegen seiner interessanten Entdeckungsgeschichte. Die beginnt im Jahre 1781, als der aus Deutschland stammende englische Astronom Friedrich Wilhelm Hersche...

Seite 29
Problem-Piorun
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Problem-Piorun

Es hilft nichts: Wir müssen auch an diesem Wochenende wieder über Problemschach reden. Aus aktuellen Gründen. Ende August gab es im italienischen Jesi die »Problemschach-WM 2011«. Im vergangenen Jahr hatten wir über das WM-Spitzenduell zwischen John Nunns (England; 56) und Piotr Murdzia (Polen; 36) berichtet (»Nun wieder Nunn«, ND 13.11.2010). Auch dieses Jahr waren Nunn und Murdzia die großen Fav...

Wissen, punkten, gewinnen!

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im ND gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Lösungen de...

Packender Piratenspaß
Heiko Frings

Packender Piratenspaß

Captain Jack’s Gold – das sind klingende Münzen aus hartem Metall, jede einzelne 100 Pirate Pound wert. Wer zehn davon erringt, ist ungekrönter König der Piraten, doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Mit einem hölzernen Segler nehmen wir vom Hafen in der Mitte des Spieltischs Kurs entlang der Küste, auf küstennahe Gewässer oder auf die hohe See. Jedes dieser Meeresgebiete wird durch einen Kart...

Immer auf Jagd nach Spinnenfleisch
ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Immer auf Jagd nach Spinnenfleisch

Hat man es erst einmal kennen gelernt, fällt im Garten nicht selten ein sehr lebhaftes, sichtlich etwas suchendes schwarzes Insekt auf, das etwa die Länge einer Stubenfliege hat, aber viel schlanker und bemerkenswert langbeinig ist: die Wegwespe. Die meisten Wegwespen, von denen man im Garten nur selten andere, größere Arten trifft, jagen am Boden und legen ihre Nester im Boden an; alle sind Sp...

Seite 30
Auf den bunten Hund gekommen
Janina Fuge

Auf den bunten Hund gekommen

36 Sekunden! 36 Sekunden, um die Gran Via zu überqueren. In leuchtendem Grün zählen die Fußgängerampeln an Bilbaos breitestem und vielbefahrenen Einkaufsboulevard die Sekunden rückwärts, kleine Männchen laufen dazu als bewegte Animation in flottem Schritt vorwärts. Die meisten Menschen halten sich an die rot-grüne Diziplinierung. Hektisches Straßenhuschen, wenn’s eigentlich zu spät oder zu früh is...

Seite 31
Seenreich
Gabi Kotlenko

Seenreich

Bei Österreichs Landschaften denken doch die meisten zuerst an Schnee und herrliche wie anspruchsvolle Skigebiete. Doch unser Nachbarland ist auch ein Land der Seen. Es hat vielleicht nicht die berühmten tausend wie Finnland, aber mindestens genauso schöne. Die Münchener Journalistin Renate Wolf-Götz bereiste Österreich mit Notizbuch und Kamera und stellt in ihrem Buch »Die schönsten Seen in Öster...

Zu Fuß durch die Nordsee
ndPlusGabi Kotlenko

Zu Fuß durch die Nordsee

Segeln ohne Wasser, Häuser auf Pfählen, Wanderungen barfuß auf dem Meeresgrund von Insel zu Insel, ohne wirklich nass zu werden – außer ein Priel muss durchquert werden – das alles ist an der Nordsee zu erleben. In St. Peter-Ording kann kein Segelboot anlegen, es gibt keinen Hafen. Doch ein Meer ohne Segler? Die Segelfreunde wussten sich zu helfen. Die Boote bekamen Räder und segeln an Land – ...

Seite 32
Nun ist wieder dutscher Herbst

Nun ist wieder dutscher Herbst

Wulf Kirsten: Vorwinter nach einem gemälde von Milleram grauverwachsnen himmeltaumelt ein krähenschwarmund orakelt dunkle sprücheim streuwurf über den acker.faulendes kraut und zottige strünkeaus dem erdreich geraffelt,mit der balkenegge zusammengeschleiftund zu haufen geworfen.mitten im feld steckt noch ein pflug, gezinge samt rädern, balken aus holz,die sterze zu boden gedrückt,auf der spitze de...