Seite 1

Unten links

Erfurt - wer denkt da nicht zuerst an ein kunterbuntes, gleichwohl geordnetes Durcheinander? Ja, in der Stadt sitzt der Kinderkanal. Angelina Ballerina, Ringel, Entje, Hörnchen und Bernd, das Brot - so verschieden die verschrobenen Helden sind, strömen sie doch über ein und denselben Sender, friedlich und schön der Reihe nach. Allen zusammen ist schon jetzt die Vorfreude darauf anzusehen, dass bes...

LINKE weiß nun, woher sie kommt

Parteitag stimmte am Sonnabend dagegen, die Kompromissformulierungen zu DDR-Geschichte und Israel wieder zur Debatte zu stellen. Damit wurde die Präambel »Woher wir kommen, wohin wir gehen« durchgewinkt.

UNO: »Sehr beunruhigend«

Die Umstände, unter denen der ehemalige libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi starb, müssen nach Ansicht der Vereinten Nationen untersucht werden.

LINKE will das Land verändern
Fabian Lambeck, Erfurt

LINKE will das Land verändern

»Freiheit, Würde, Solidarität«: Unter diesem Motto steht der am Freitag begonnene Parteitag der LINKEN in Erfurt. Heute wollen die knapp 600 Delegierten über das neue Parteiprogramm abstimmen.

Total unsozial
ndPlusChristoph Butterwegge

Total unsozial

Die seit nunmehr zwei Jahren amtierende CDU/CSU/FDP-Regierung war entgegen ihren Versprechen eine Koalition der sozialen Spaltung: Während der Reichtum einer kleinen Minderheit von Begüterten trotz der Finanzmarkt-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise zugenommen hat, sind die Armen zahlreicher geworden. Wegen der relativ günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen nach Bewältigung der Weltwirtsch...

Seite 2

Von Auslandseinsatz bis ÖBS

Der Programmentwurf ist ein Kompromiss zwischen den Parteiströmungen. Umstritten sind etwa das kategorische Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr oder die Einrichtung eines Öffentlichen Beschäftigungssektors. Im folgenden dokumentiert »nd« einige der strittigen Passagen.

Erfurt ist nicht Gera
ndPlusUwe Kalbe

Erfurt ist nicht Gera

Beinahe auf den Tag genau 120 Jahre lag am Freitag der Erfurter Parteitag der SPD zurück. Damit hatte die LINKE einen historischen Orientierungspunkt. Doch das Ziel eines allgemeinen Konsens' aller Flügel lässt manche Delegierte im Namen von Erfurt mehr Konsequenz wünschen.

Seite 3
Dominic Heilig

Der neue Protest und die Linksparteien

Linksparteien in Europa und die neu entstehende Protestbewegung haben noch nicht zueinandergefunden. Das hat seine Ursachen auf beiden Seiten.

Fragen eines lesenden Arbeiters
ndPlusGabriele Oertel

Fragen eines lesenden Arbeiters

Der 85-jährige Heinrich Müller - einst Kommunist und heutiger Sozialist - macht sich Sorgen um seine Partei. Weil er die immer wieder öffentlich macht, hat er hin und wieder Angst, als Querulant zu gelten.

Seite 4

Einmalige Chance

Spaniens Quasi-Zweiparteiensystem sieht nicht nur bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise schlecht aus. Auch zur Lösung des Baskenkonflikts haben weder die sozialdemokratische PSOE noch die rechte PP bisher Wesentliches beigetragen. Mit dem Boykott der jüngsten Friedenskonferenz im Baskenland haben sie stattdessen erneut ihre Ignoranz bewiesen. Dabei hat diese Konferenz eine einzigartige Chance fü...

Zauberlehrlinge

Das deutsch-französische Bündnis war seit Beginn der Anker der Europäischen Union. Es stand an der Wiege des Integrationsprozesses wie auch an der des Euro. Nunmehr jedoch erinnern die kontinentalen Führungsmächte eher an Goethes Zauberlehrling, dem die gerufenen magischen Geister entglitten sind. Als hilflos Getriebene können sie sich auf keine Formel einigen, die den Spuk beenden könnte. Die abg...

Almosen statt Gesetz

Weniger hätte es kaum sein können, was die Familienministerin für Menschen geregelt hat, die einen Angehörigen pflegen wollen. Sie dürfen ihren Arbeitgeber mal fragen, ob sie ihre Arbeitszeit reduzieren dürfen. Und wenn dieser großzügig Ja sagt, dann bekommen sie etwas mehr Geld, als sie derzeit erarbeiten. Allerdings erhalten sie später, wenn sie wieder in Vollzeit tätig sind, etwas weniger - sie...

ndPlusVelten Schäfer

Mr. Heinar

Dass Mathias Brodkorb einmal Minister werden würde, schien offenbar unausweichlich in Schwerin - schon beim Amtsantritt Erwin Sellerings in der Mitte der vergangenen Legislaturperiode hatten ihn die Medien im Kabinett gesehen, damals im Finanzressort. Das hatte seinerzeit noch nicht geklappt, das Landesgeld verwaltet seither die SPD-Politikerin Heike Polzin. Doch nun ist es wohl so weit: Mit 34 Ja...

Soldaten ohne Uniform?

Soldaten ohne Uniform?

ND: Im Zuge der Bundeswehrreform werden Standorte geschlossen. An den Kasernen hängen viele Jobs. Politiker anderer Parteien wollen die Kasernen in ihrer Gegend meist unbedingt behalten. Die LINKE als die Friedenspartei kann es sich nicht so einfach machen. Was halten Sie für richtig?Domres: Entscheidungen über Bundeswehrstandorte sind Sache des Bundes. Wir erwarten, dass der Bund den betroffenen ...

Seite 5
Ralf Streck, San Sebastián

ETA legt die Waffen nieder

Jahrzehntelang hatte die baskische Untergrundorganisation ETA mit ihren Anschlägen im Baskenland und in anderen Gegenden Spaniens für Angst und Schrecken gesorgt. Jetzt haben die Separatisten dem bewaffneten Kampf eine Absage erteilt.

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Alles spricht für Cristina

Bei den Präsidentschaftswahlen in Argentinien am Sonntag spricht alles für einen Sieg der Amtsinhaberin Cristina Kirchner im ersten Wahlgang.

Abida Semouri

Von einer Diktatur in die andere?

Neun Monate nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali kommt es in Tunesien am Sonntag zu Parlamentswahlen. Die zu bestimmenden 217 Abgeordneten sollen eine neue Verfassung erarbeiten und einen Staatschef küren.

Seite 6

Uniklinikärzte für Streik

Berlin (nd). Die Ärzte an Unikliniken wollen streiken. In der Urabstimmung sprachen sich 97,4 Prozent für den unbefristeten Ausstand aus. Ab dem 7. November legen die organisierten Ärzte in 23 Unikliniken im Bereich der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Arbeit nieder, teilte die Gewerkschaft Marburger Bund (MB) am Freitag mit. 2006 hatten die Uniklinikärzte im MB einen Tarifvertrag erst...

Unmut über Steuerpläne

Kiel/Berlin (dpa/nd). Die Steuersenkungspläne der Koalition stoßen nicht nur in SPD-regierten, sondern auch in unionsgeführten Bundesländern auf Widerstand. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sieht dafür keinen Spielraum. »Steuersenkungen zulasten der Landeskasse können wir uns als Konsolidierungsland nicht erlauben«, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Bund...

Nächste Athen-Hilfe wird ausgelotet

Auftakt zum Gipfel-Marathon: Zunächst loten die Euro-Finanzminister die neue Milliarden-Zahlung an Athen aus. Dann geht es um Banken, die im Sog der Schuldenkrise untergehen könnten. Nichts ist unstrittig.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Erste Landung

Der Regierungsmaschine der Kanzlerin blieb es am Freitag vorbehalten, als erstes Flugzeug auf der neuen Landebahn in Frankfurt am Main zu landen.

Kredithebel unklar

Der Nebel lichtet sich langsam: Kanzlerin Merkel deutet in der Unions-Fraktion einen höheren Schuldenschnitt für Griechenland an als bisher geplant. Aber das Chaos um den Euro-Gipfel droht die Krise zu verschärfen. Alles dreht sich um einen »Kredithebel«.

Seite 8
Werner Ruf

Gaddafi ist tot: »Ein Störenfried weniger!«

Noch sind die genauen Umstände des Todes von Muammar al-Gaddafi unklar. Einiges deutet darauf hin, dass er nach seiner Festnahme am Donnerstag hingerichtet wurde. Man erspare sich damit ein Gerichtsverfahren und könne sofort die »Herausforderungen der Zukunft« annehmen, behaupten »Experten«. So wird Lynchjustiz zur Basis für einen neuen Staat erklärt.

Seite 9

LINKE fliegt aus Rathäusern

(dpa). Für die schon auf Landesebene erfolgreiche SPD bahnt sich eine beispiellose Siegesserie in den Berliner Bezirksämtern an. Voraussichtlich kann sie nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in neun der zwölf Rathäuser in Zukunft den Chef oder die Chefin stellen. Dafür wird die Linkspartei auch in ihren Hochburgen im Osten der Stadt möglicherweise aus dem Spitzenamt gekegelt. Die meis...

Innenpolitik Thema bei Verhandlungen

(nd-Kröger). Am Freitag trafen sich im Berliner Roten Rathaus die Delegationen von SPD und CDU zu der dritter Runde ihrer Koalitionsverhandlungen. Das Thema: Innenpolitik. Überschattet wurden die Gespräche durch die Neubesetzung des Polizeipräsidenten-Postens mit dem ehemaligen Chef der Bundesgrenzschutzes Ost, Udo Hansen, durch die SPD in dieser Woche. Die CDU hatte die Besetzung noch vor den Ver...

Bernd Kammer

Eine lustige Partei

Parlament will gelernt sein. Das gilt auch für die Piraten, die gerade den Sprung ins Abgeordnetenhaus geschafft haben. Um Erfahrungen zu sammeln, sind drei ihrer designierten Abgeordneten bereits zu einer ersten Auslandsreise aufgebrochen - nach Island. Dort regiert in der Hauptstadt Reykjavik seit vergangenem Jahr eine Art Schwesterpartei der Piraten. Die nennt sich »Beste Partei«, ihr Vorsitzen...

Nach Kompromissen zurück zum Original

Nach Kompromissen zurück zum Original

ND: Als Fraktionschef sind Sie erstmals in der Opposition - was ist anders?Wolf: Man fühlt sich freier, weil man keine Rücksichten mehr auf den Koalitionspartner nehmen muss. Zugleich ist man sehr verärgert, wenn man sich die Koalitionsverhandlung anguckt. Erst mit den Grünen. Das hätten wir besser gemacht. Und wenn man sieht, zu welchen Verabredungen die SPD mit der CDU bereit ist, ist man richti...

Seite 10
Schinkel-Grab restauriert

Schinkel-Grab restauriert

(dpa). Die Grabstätte des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) ist für 50 000 Euro restauriert worden. Das klassizistische Denkmal ist schlichter als die aufwendigen Mausoleen in der Nachbarschaft auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte. Die Anlage mit der schmalen Stele nach antikem Vorbild und der gusseisernen Einfriedung war stark beschädigt. Sie wurde origi...

Kritik an Schau zu Vertriebenen

(epd). Die geplante Vertriebenen-Ausstellung im Bundestag stößt auf Kritik. Mit der vom Zentrum gegen Vertreibungen konzipierten Ausstellung »kapituliert die Bundesrepublik Deutschland vor der ganz eigenen Geschichtsdeutung eines aussterbenden Kreises weniger Gestriger«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, am Freitag in Berlin. Bundestagspräsi...

ndPlusTom Mustroph

Hilflose Kosmetik

Berlin ist eine Einwandererstadt. Auf diesen so banalen wie wegen seiner Konsequenzen heftig umstrittenen Umstand macht das Projekt »Route der Migration« aufmerksam. An vier Knotenpunkten der Migrationsgeschichte sind rote Container aufgebaut. Sie befinden sich auf dem Kreuzberger Oranienplatz, am Waterloo-Ufer zwischen Halleschem Tor und Amerika Gedenkbibliothek, auf dem Gelände des früheren Temp...

Seite 11

Nominiert für Lichtenberg

(nd). Die Kreisdelegiertenversammlung der SPD Lichtenberg hat am Donnerstagabend den amtierenden Bezirksstadtrat Andreas Geisel, einstimmig für das Amt des Bezirksbürgermeisters nominiert. Die SPD strebt in der Bezirksverordnetenversammlung eine Zählgemeinschaft mit CDU und Grünen an. Der Vertragsentwurf dafür wurde gebilligt. Für die Wahl der Kandidatin der stärksten Fraktion Christina Emmrich (L...

73 Studenten gefesselt

Frankfurt am Main (dpa/nd). Eine von Studenten besetzte Villa in Frankfurt am Main ist in der Nacht zum Freitag von der Polizei geräumt worden. 73 Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen, kamen nach Feststellung ihrer Identität aber wieder auf freien Fuß. Studentenvertreter sprachen von einer »gewalttätigen« Aktion der Polizei. Demonstranten seien mit Stöcken und Fäusten geschlagen, mit K...

Michael Schulze von Glaßer

Getarnte Werbeaktion

In der baden-württembergischen Kleinstadt Balingen veranstaltet die Bundeswehr einen Musikwettbewerb. Kritiker sprechen von verdeckter Rekruten-Anwerbung.

Reinkommen verboten
Tim Zülch

Reinkommen verboten

Breit baut sich der Herr mit den kurzrasierten Haaren vor der Wohnungstür in der Schlesischen Straße 14 in Kreuzberg auf. Die weiße Windjacke mit dem Signet des Veranstalters spannt sich über seinem muskulösen Oberkörper. »Ich lass Sie hier nicht rein!«, ruft er den rund 20 jungen Leuten zu, die im Treppenhaus stehen und die Einladung zu einer Wohnungsbesichtigung wahrnehmen wollen. »Ich kaufe ...

Viel Kohle im Namen der NPD

Viel Kohle im Namen der NPD

Zum Betrug gehören immer zwei. Einer, der betrügt, und einer, der sich betrügen lässt. Es gibt Leute, die sich mit wahrer Wollust betrügen lassen, weil die Gier größer ist als der Verstand. So auch in diesem Fall. Es ist wie in einem schlechten Märchen. Da treffen sich zwei Männer im Knast und plaudern miteinander. Der eine macht »in Immobilien«, der andere »in Geld«. Wieder in Freiheit, finden si...

Dieter Hanisch, Lübeck

Die Stunde der Kandidaten

In der Lübecker Bürgerschaft besitzt ein rot-rot-grünes Bündnis die Mehrheit. Für die am 6. November anstehende Bürgermeisterwahl haben aber alle drei Parteien jedoch einen eigenen Kandidaten benannt. Und der Stadt mangelt es nicht an kontroversen Themen.

Seite 12

»NachtTanzDemo«

Cottbus (epd/nd). Mit einer »NachtTanzDemo« haben in Cottbus in der Nacht zu Freitag zahlreiche Menschen gegen Rechtsextremismus protestiert. Rund 500 Teilnehmer seien unter dem Applaus von Passanten bunt, laut und feiernd durch die Innenstadt gezogen, teilte das Bündnis »Cottbus Nazifrei« am Freitag mit. Anlass der Demonstration waren verschiedene rassistische Übergriffe in der Lausitz in den ver...

EU gibt kein Geld für Kunstarchiv

Beeskow (dpa/ND). Die Stadt Beeskow kann für ihren geplanten Neubau des Kunstarchivs nicht mit Mitteln der Europäischen Union rechnen. Das bestätigte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag Ein EU-Ausschuss, der in der polnischen Grenzstadt Gubin tagte, hatte die finanzielle Förderung abgelehnt. Eine Begründung sei nicht gegeben worden, hieß es. Die Sprecherin des Wirtschaftsministe...

Kein Zimmer frei für Udo Voigt

Karlsruhe (dpa/AFP). Der Bundesgerichtshof wird voraussichtlich erst im Dezember über die Klage des NPD-Vorsitzenden Udo Voigt gegen ein Hausverbot in einem Wellnesshotel entscheiden. »Die aufgeworfenen Rechtsfragen sind außerordentlich schwierig«, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in der mündlichen Verhandlung. Ein Hotel in Bad Saarow hatte dem 59-Jährigen Hausverbot erteilt. Voigts politi...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Demokratiepreise im Doppelpack

Seit fünf Jahren wird in Sachsen ein Preis verliehen, der Engagement gegen Rechts ehrt. Doch die Staatsregierung verlangte dafür ab 2010 erst ein Zwangsbekenntnis zum Grundgesetz - nun zeichnet sie ihr genehme Initiativen allein aus.

Voigts Wellness-Tour vor Gericht

Der Bundesgerichtshof wird voraussichtlich am 16. Dezember über die Klage des NPD-Vorsitzenden Udo Voigt gegen ein Hausverbot in einem brandenburgischen Wellnesshotel entscheiden. Die aufgeworfenen Rechtsfragen seien außerordentlich schwierig, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in der mündlichen Verhandlung.

ndPlusRené Heilig

Sitzblockaden ein »Bärendienst« im Kampf gegen Rechts?

»Wir sollten über Gemeinsamkeiten gegen den Rechtsextremismus reden und nicht über einen angeblich unangemessen Polizeieinsatz«, riet Innenminister Dietmar Woidke (SPD) den Mitgliedern des Innenausschusses. Doch ganz so einfach ist das nicht mit der Bewertung der Neuruppiner Demonstration gegen den Aufzug von Neonazis am 24. September. Elf Tagesordnungspunkte standen auf dem Programm der Donner...

ndPlusMax Müller

Strom aus dem Wald

Thüringen will einem Konzept der CDU/SPD-Landesregierung zufolge bis zum Jahr 2020 seien Strombedarf zu 45 Prozent aus Ökostrom decken. Nun soll ein großer Speicher an der Schmalwassertalsperre bei Tambach-Dietharz entstehen. Die Pläne finden Zustimmung, Kritiker halten das Projekt auch wegen des massiven Eingriffs in die Natur für unausgegoren.

Seite 13
Bündnis fordert Finanzsteuer

Bündnis fordert Finanzsteuer

Berlin (nd). Mit einer Aktion vor dem Kanzleramt hat das Bündnis »Steuer gegen Armut« der Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer Nachdruck ver?liehen: Als Robin Hood und Frank?reichs Präsident Nicolas Sarkozy verkleidete Aktivisten lotsen Kanzlerin Angela Merkel in einen Zieleinlauf mit der Aufschrift »Armutsbekämpfung & Klimaschutz«. Anlass ist der bevorstehende Gipfel der EU-Staats- u...

VW-Werke in Zwangspause

Wolfsburg (dpa/nd). In den VW-Werken Wolfsburg und Emden stehen seit Freitag die Bänder in der Fahrzeugfertigung still. Grund ist ein Engpass in der Getriebeproduktion in Kassel, die der großen Nachfrage nach Direktschaltgetrieben nicht hinterherkommt. Am Dienstag wird die Produktion wieder aufgenommen. Die beiden arbeitsfreien Tage sollen zu Umbauarbeiten für die Einführung der neuen Baukasten-Pr...

Übernahme entscheidet sich vor Gericht

New York (dpa/nd). Obwohl das eigene Mobilfunkgeschäft kräftig wächst, will der US-Telekomkonzern AT&T nicht auf die Übernahme des kleineren Rivalen T-Mobile USA verzichten. »Wir rechnen weiterhin damit, dass wir eine für uns erfolgreiche Lösung finden werden«, sagte AT&T-Finanzchef John Stephens am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. AT&T lässt es bei dem Kauf auf eine Konfronta...

Saab zwischen Chaos und Hoffnung

Saab steht erneut kurz vor der Zahlungsunfähigkeit - und gleichzeitig tobt ein interner Streit: Zwangsverwalter Guy Lofalk hat die Hoffnung aufgegeben. Konzernchef Victor Muller dagegen will mit angeblichen neuen Hilfszusagen aus den USA weitermachen.

Ulrike Henning

Medizin-Eliten unter sich

Am Sonntag beginnt in Berlin der viertägige »World Health Summit«. Bei der dritten Veranstaltung unter diesem Titel treffen sich Wissenschaftler, Mediziner, Vertreter der Pharmabranche und Politiker, um über die Gesundheitsversorgung des 21. Jahrhunderts zu diskutieren.

Seite 16

Blatters Reformen

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat seinen Reformwillen deutlich unterstrichen und wird bei der Neuausrichtung des Fußball-Weltverbandes vor allem auf die Unterstützung von DFB-Präsident Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer setzen. Nach einer zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees wurden im Kampf gegen die Korruption vier neue »Task Forces« gegründet. Zwanziger wird die »Task Force Sta...

Wir können noch reparieren

Wir können noch reparieren

Mit dem neuen Trainer Thorsten Fink soll es für den HSV wieder bergauf gehen. Vor dem heutigen Spiel gegen den VfL Wolfsburg sprach »nd« mit HEIKO WESTERMANN (Foto: imago/Eibner) über die Rolle als Kapitän, den Umgang mit der Negativserie und die Auswirkungen der Klubkrise auf die eigene Karriere.

Ikone im hochkarätigen Starterfeld
Klaus Weise

Ikone im hochkarätigen Starterfeld

Seit dem Jahr 2000 ist Berlin Austragungsort im Kurzbahn-Weltcup, mithin ist das Ereignis in der »Schwimm- und Sprunghalle am Europasportpark« am Wochenende zum zwölften Mal Gastgeber für die Weltbesten im Becken. Eigentlich hatten dort auch im Jahr 2000 die olympischen Schwimmwettbewerbe stattfinden sollen, aber nach dem schmählichen Scheitern der Bewerbung war es damit Essig. Immerhin gab es dan...

Seite 17
Hans-Dieter Schütt

Zeit des Zorns

Der Mensch leidet derzeit gründlich an »innerer Ermüdung« (US-Soziologe Richard Sennett), steckt tief in täglichen Kriegen der Entfremdung. Viele - und es werden mehr - werden unverhofft, unaufhaltsam an den Rand sozialer und ethischer Entwertungen gedrückt. Globalisierung ist ein kalter Sturm. Die Gier der Banken frisst sich gefährlich frech in die Gesellschaften. Eine auf Regelung und Ausgleich ...

Seite 18
Nicht vor 20 Uhr in die Notaufnahme
ndPlusRalf Hutter, Barcelona

Nicht vor 20 Uhr in die Notaufnahme

Haushaltskrise: Im Zuge allgemeiner drastischer Etatkürzungen muss das spanische Bundesland Katalonien alleine im Gesundheitssektor fast eine Milliarde Euro sparen - für viele Menschen ein weiterer Grund zur Empörung.

Seite 19
Streiken bis nichts mehr geht
ndPlusAnke Stefan, Athen

Streiken bis nichts mehr geht

»Wir schließen für einen Tag, damit wir nicht endgültig dicht machen müssen«, heißt es auf den Plakaten des griechischen Einzelhandelsverbandes. Und tatsächlich blieben am Mittwoch erstmalig auch die Mehrheit der aus kleinen Familienbetrieben bestehenden Läden bei einem Generalstreik geschlossen. Bereits die vergangenen Maßnahmenpakete hatten Griechenland nicht etwa aus der Schuldenkrise heraus-,...

Seite 20
ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Die leeren Versprechen von Sarkozy

Vor sechs Jahren, im Herbst 2005, haben die gewalttätigen Unruhen in den Vororten der französischen Großstädte auf die aussichtslose Lage eines großen Teils der dort lebenden Jugendlichen ausländischer Herkunft aufmerksam gemacht. Im »Abfackeln« von Autos und Steinewerfen gegen Feuerwehr und Polizei sahen sie vorübergehend ein Ventil für die angestauten Frustrationen. Vom seinerzeitigen Innenminis...

Banker und Randalierer waren Brüder im Geiste
Reiner Oschmann, London

Banker und Randalierer waren Brüder im Geiste

ND: Haben die Krawalle Sie überrascht?Abbott: Die Bilder, die ich sah, haben mich schockiert, aber nicht überrascht. Ich erinnere mich an die Ausschreitungen in Broadwater Farm vor 26 Jahren, als Tottenham schon einmal in Flammen stand. So wie damals gibt es keine Entschuldigung für Gewalt. Es steht außer Frage, dass hirnlose Gangster die Unruhen ausnutzten. Doch ebenso wie bei den ersten Krawalle...

Seite 21
»Ich bleibe hier, bis sie mich wegtragen«
ndPlusIna Beyer, Vancouver

»Ich bleibe hier, bis sie mich wegtragen«

Gerade zieht wieder eine Demonstration vom Platz los. Die rund 100 Teilnehmer tragen Schilder mit Botschaften gegen die Gier der Konzerne, gegen Krebs, Umweltsünden und anderes. Es ist die zweite Aktion heute. Am Morgen hatten die Okkupierer eine Kundgebung indigener Frauen besucht, die nur zwei Straßenecken weiter auf derselben breiten Hauptverkehrsader, an der auch ihre Zeltstadt liegt, stattfan...

Max Böhnel, New York

Drei Phasen zur Anerkennung

Nach vier Wochen ist klar, wo die Wurzeln des rasant wachsenden Phänomens »Occupy Wall Street« (Besetzt die Wall Street, OWS) liegen. Über die Zukunft der Protestbewegung herrscht in großen Teilen der US-Linken Optimismus.

Seite 22
Florian Schmid

Der neue Antikapitalismus

So viel wie im Moment wurde schon jahrzehntelang nicht mehr demonstriert. New York, Rom, Santiago de Chile, Tel Aviv, Athen, Madrid, London: Weltweit wird zum Sturm gegen den krisenhaften Kapitalismus geblasen. Mancher fühlt sich deshalb an 1968 erinnert, als es das letzte Mal eine zeitgleich stattfindende globale Protestbewegung gab. Die aktuelle Protestwelle hat bereits im Frühjahr begonnen...

Seite 23
Selbstermächtigung

Selbstermächtigung

ND: Selbst die Aufrufer zum Aktionstag am 15. Oktober waren überrascht von der großen Resonanz in Deutschland. Hätten Sie erwartet, dass 40 000 Menschen auf die Straße gehen?Teune: Das war unberechenbar, weil die Mobilisierung untypisch abgelaufen ist. Wenn Gewerkschaften, die Linkspartei oder Umweltverbände zu einer Demonstration aufrufen, dann weiß man im Vorfeld, da kommen soundsoviel Busse zus...

Seite 24

Zelt und Welt

Von Madrid bis Berlin, von Frankfurt bis Tel Aviv, von New York bis Miami: Der Protest gegen die Entherzung der sozialen Verhältnisse geht nicht vorbei (im Doppelsinn des Worte) - er schlägt, unübersehbar, seine Zelte auf. Als wolle er sich einrichten. Als gründe er, wie es Bergsteiger tun, ein Basislager: Dass Kapital frei wildern darf, ist der Gipfel! Szenerien wie Wallensteins Lager, aber in si...

Seite 25

Schicksale

Die Themen Krieg und Vertreibung sowie skurrile Einzelschicksale stehen im Mittelpunkt des 20. Europäischen Dokumentarfilmfestes »dokumentART«. Diese thematischen Schwerpunkte ergaben sich aus den rund 370 Filmen, die in diesem Jahr eingereicht wurden, sagte die neue Leiterin des Filmfestes, Caroline Walke, am Freitag in Neubrandenburg. Vom 4. November an werden bei dem Festival in Neubrandenburg ...

Christina Matte

Warum nicht einfach die Wahrheit?

Leipzig, Innenstadt, es schlägt zehn. Geschäfte, Warenhäuser, Cafés, Pizzerias, Marktstände öffnen. Von jetzt an bis in die Abendstunden wird man sich in Gassen, auf Straßen und Plätzen mühsam seinen Weg bahnen müssen. Fußgänger und Radfahrer, Touristen, Studenten, Anwohner. Die historischen Fassaden wie die hypermodernen schreien: New Yorker, Tom Tailor, Wempe, Christ, Mango, Tamaris usw. Mit...

Filme sind Geschenke

ND: Herr Danielsen, wozu braucht man so ein Festival?Danielsen: Man braucht es, weil wir hier Filme zeigen können, die man sonst fast nicht zu sehen bekommt. Im Animationsbereich sind es vor allem künstlerische Kurzfilme, sehr kreative, eigenwillige. Die Dokumentarfilme lassen uns tiefer in die Verfasstheit der Welt blicken. Wenn sie dann auch im Fernsehen laufen, dann meist erst spät, nach Mitter...

Seite 26
Heiko Hilker

OUT OF SPACE: Kredit für GEZ-Gebühr

Kein eigenes Einkommen - das ist kein Befreiungsgrund, so urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Eine Studentin aus Gießen muss nun zahlen. Der Hessische Rundfunk wollte von der Studentin Rundfunkgebühr haben, da diese über einen internetfähigen Computer verfügte. Sie klagte dagegen, da sie kein eigenes Einkommen habe und ihr Studium über einen Studienkredit finanziere. Die Leipziger Ri...

DOKfilm: Auschwitz spirituell

Wie kein anderer Ort der Welt steht Auschwitz für die Perfektion und Perversion des Mordens. Ein im Bewusstsein vieler Menschen unwirklicher Ort, eine Projektionsfläche. Dennoch ist das ehemalige NS-Vernichtungslager auch Anziehungspunkt für Besucherströme. Ein New Yorker Zen-Meister versucht dieser Banalität der Besichtigung zu entgehen. Er hat ein eigenes Besuchsprogramm entwickelt. Fünf Tage be...

Peter Richter

BLOGwoche: IM-System des Internets

Als das Bundesverfassungsgericht vor gut dreieinhalb Jahren den Sicherheitsbehörden die Online-Durchsuchung gestattete, sie aber durch allerlei Auflagen zur seltenen Ausnahme zu machen versuchte, war bereits klar, dass damit dem Zugriff auf die Computer aller Bürger Tür und Tor geöffnet wurde. Übrigens auch dem Gericht selbst, das warnend den Zeigefinger hob: »Wird ein komplexes informationstechni...

ndPlusVon Felix Werdermann

Telefonbuch für Linke

Direkt zu Beginn räumen die Herausgeber ein: »Unzweifelhaft gibt es einen Bedeutungsschwund gedruckter Medien.« Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, die großen kommerziellen Verlage fürchten um Anzeigengelder. Die Alternativmedien kommen aber anscheinend ganz gut weg. Das »Handbuch Alternativmedien 2011/2012« listet 472 Printmedien in Deutschland auf, hinzu kommen 89 aus Österreich un...

Jürgen Amendt

Kunst der Selbstinszenierung

Keine Frage, die westliche Welt ist in Aufruhr. Der Ruf der Menschen nach demokratischer Selbstermächtigung wird lauter. In New York, Paris, London, Berlin, Frankfurt ? Und die Medien sind mittendrin. Vordergründig erleben wir eine Zeitenwende. Die Bilder zeigen Ähnliches, das wiederum zur Nachahmung in anderen Metropolen der westlichen Welt animiert. Ein mediales Perpetuum mobile, das sich seiner...

Seite 27

WOCHEN-CHRONIK

21. Oktober 1916: Der linke österreichische Sozialdemokrat Friedrich Adler erschießt den österreichischen Premier Karl Reichsgraf von Stürgkh wegen dessen Kriegspolitik. 23. Oktober 1956: Nach einer Massendemonstration in Budapest entzündet sich in Ungarn der Aufstand gegen das Regime unter Mátyás Rákosi. 24. Oktober 1931: In Chicago wird Gangsterboss Al Capone wegen Steuerhinterziehung zu e...

ndPlusEckhard Müller

Rosa L. in Moskau

Das Russische Staatsarchiv für sozialpolitische Geschichte in Moskau (ehemals Zentrales Parteiarchiv der KPdSU), in dem der Nachlass von Rosa Luxemburg bewahrt wird, bot erstmals die Heimstatt für die traditionelle Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz. Einberufen wurde sie von der Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft, der Berliner Rosa-Luxemburg-Stiftung und der russische Stiftung »Alter...

Das Haus in der Detskaja uliza 3
ndPlusAnja Schindler

Das Haus in der Detskaja uliza 3

»Lieber Genosse Shdanow!« - So beginnt ein offener Brief in der Leningrader deutschsprachigen »Roten Zeitung« vom 24. September 1935. Gerichtet ist er an den Gebiets- und Stadtsekretär der Leningrader Parteiorganisation. Verfasser dieses Schreibens sind elf ausländische Facharbeiter, die seit 1930 als Spezialisten im Werk »Elektroapparat« arbeiten, dem damals einzigen Betrieb für die Produktion vo...

Norbert Podewin

Jede fünfte Stimme reichte nicht

Am 28. Juni 1946 ließ die Alliierte Kommandantur die ersten Nachkriegswahlen für Berlin zu. Als Termin wurde der 20. Oktober bestimmt. Vier Parteien warben um Stimmen: die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU), die Liberaldemokratische Partei Deutschlands (LDPD), die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Zwei Monate ...

Seite 28
Beethovens Kuss
ndPlusKlaus Funke

Beethovens Kuss

Flirrende Hitze liegt über dem kleinen Ort Doborján. Bis hin nach Fraknó, das am nordwestlichen Horizont mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen ist, ja über dem ganzen ungarischen Kronenland scheint es an diesem Tag kein einziges Wölkchen zu geben. Die einzige Fahrstraße von Doborján, ausgetrocknet und staubig, indes unbefestigt und mit tiefen Spurrinnen, bei Regenwetter fast unpassierba...

Seite 30
Wort mit 94 Buchstaben
ndPlusHeidi Diehl

Wort mit 94 Buchstaben

Können Sie Grönländisch? Nein? Ist nicht weiter schlimm, wenn Sie nicht gerade vorhaben, den gastfreundlichen Menschen (Foto: Brandig Greenland) einen Besuch abzustatten. Steht allerdings eine Reise in den kalten Norden auf Ihrer Urlaubshitliste, dann können sie ja schon mal anfangen zu üben. Auf der Website www.greenland.com wurden nicht nur wichtige Worte aufgelistet, man kann sie sich per Klick...

Roland Mischke

Spiel mit der Geschichte

Im Burghof steckt ein Schwert im Boden, ein Schild lehnt an einer Wand, von einem Feuer steigt Qualm auf. Ketten rasseln, die Tür des Verlieses knarrt, man hört ein Stöhnen. Ein bulliger Knecht wirft einen Ballen Stroh zwischen die massiven Ringe, an die ein Übeltäter gebunden ist und darben muss bei Wasser und Brot. Als der arme Schuft den Knecht anfleht, ihn loszubinden, sagt der unwirsch: »Sche...

Seite 31
Heidi Diehl

Frühstück ohne Mücken

»Do you want this?« (Möchtest du das?), fragten mich meine britischen Gasteltern und reichten ein kleines Glas mit einer zähen braunen Substanz über den Tisch. »Rübensirup« signalisierte mein Hirn. Voller Vorfreude griff ich zu. Doch welch ein Schreck in der Morgenstunde: Der vermeintlich süße Frühstücksgenuss entpuppte sich als ein salziger Hefesirup mit einem Hauch von Fleischaroma. Grässlich!! ...

Höchste Ehrerbietung für Admiral Nelson
ndPlusHeidi Diehl

Höchste Ehrerbietung für Admiral Nelson

Dieser Tag, so erhoffte es sich Englands König Heinrich VIII., sollte in die Geschichte eingehen - und so kam es auch. Nur ganz und gar anders, als er es sich gedacht hatte. Seine Majestät waren an jenem 19. Juli 1545 extra aus dem etwa 125 Kilometer entfernten London nach Portsmouth geeilt, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die nagelneue »Mary Rose«, das Flaggschiff seiner Flotte, an der Spitze ...

Seite 32

Wässrige Umwege für CO2

Das Spurengas Kohlendioxid gelangt auf vielen Wegen in die Atmosphäre. Neben großen natürlichen Quellen wie Vulkanausbrüchen und technischen Quellen wie Schornsteinen und Auspuffen gibt es auch natürliche Quellen, auf die der Mensch Einfluss nehmen kann. So gelangen nennenswerte Mengen an CO2 auf Umwegen aus dem Boden in die Luft. Bekannt sind beispielsweise Prozesse der Zersetzung von Biomasse du...

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Hatte Heyerdal doch recht?

Seine bevorzugten Forschungsmethoden waren unorthodox und die Theorien oft kühn und wurden von der etablierten Wissenschaft gern mit einem Schulterzucken abgetan. Doch nun scheint eine DNA-Untersuchung die erste Hypothese Thor Heyerdals zu bestätigen: Polynesien und insbesondere die einsam gelegene Osterinsel wurden auch von Osten her, von Südamerika aus, besiedelt. Heyerdals Landsmann Erik Th...

Martin Koch

Gleichungen, Frauen und Pistolen

Er gilt heute als einer der genialsten Mathematiker aller Zeiten: der Franzose Évariste Galois, der am 25. Oktober 1811 in Bourg-la-Reine als Sohn des dortigen Bürgermeisters geboren wurde. Schon in der Schule schrieb ein Lehrer in sein Zeugnis: »Es ist das Feuer der Mathematik, das ihn beherrscht.« Der junge Galois wünschte sich daher nichts sehnlicher, als dieses Fach an der École Polytechnique ...

Jacqueline Myrrhe

Premiere mit Hindernissen

Auch Bummelanten kommen irgendwann an. Am Freitag um 12.30 Uhr MESZ hob in Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana eine russische Sojus-Trägerrakete mit den ersten beiden Satelliten für das westeuropäische Navigationssystem »Galileo« ab. Die Startverschiebung von Donnerstag auf Freitag war nur die letzte einer ganzen Kette von Verzögerungen, unter denen sowohl das »Galileo«-Projekt der EU a...