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McAllister: Castor-Ankunft am 27. November

Hundisburg/Hannover (dpa) - Der nächste Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll soll am 27. November im Zwischenlager Gorleben eintreffen. Das gab Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Dienstag am Rande einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen in Hundisburg bekannt. »Die rechtlichen Voraussetzungen sind erfüll...

Unten links

Natürlich muss Wolfgang Schäuble jetzt sehr streng sein. Jedenfalls nach außen. 55 Milliarden Euro sind kein Pappenstiel - nicht für die Bundesregierung, auch nicht für eine Bank wie die HRE. Deshalb müssen die zuständigen Bankchefs und Wirtschaftsprüfer zur Strafe 55 Milliarden Mal aufschreiben: »Ich soll weder netto und brutto noch plus und minus verwechseln.« Das wäre es dann an Buße für die Öf...

Und alles bleibt Merkel

Ist die Kanzlerin in der Realität angekommen? Hat sie entdeckt, dass das »C« im Parteinamen nicht ganz umsonst ist? Hat Angela Merkel den Klagen der Euro-Partner so gut zugehört, dass sie das deutsche Lohndumping als Gleichgewichtsproblem begreift? Oder ist ihre neueste Kehrtwende zum Mindestlohn doch nur Taktiererei? Viel spricht für letzteres, besonders das zeitliche Zusammentreffen der Lohn-...

Wer kann die Schuld für sich verbuchen?

Berlin/München (dpa/nd). Nach dem Buchungsfehler von 55,5 Milliarden Euro sind Vorstände der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) und ihrer »Bad Bank« FMS Wertmanagement zum Rapport bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geladen. Auch die Wirtschaftsprüfer und die Finanzmarktstabilisierungsanstalt sind eingebunden. »Dem Ergebnis dieser Gespräche bleibt es vorbehalten, ob weitere Konseq...

CDU will Mindestlohn light
Velten Schäfer und Jörg Meyer

CDU will Mindestlohn light

Nach Atomausstieg, Ende der Wehrpflicht und Abschaffung der Hauptschule hat die CDU-Spitze am Wochenende mit einem Bekenntnis zum Mindestlohn überrascht. Der Koalitionspartner soll offenbar mit einer Senkung des Solidaritätszuschlags ruhiggestellt werden.

Palästina wird Mitglied Nr. 195

Palästina ist am Montag in Paris in die UNESCO aufgenommen worden. Auf der 36. Generalkonferenz der UN-Spezialorganisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur stimmten 107 Länder dafür und nur 14 dagegen.

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Allgemein oder Branche

Bislang wurden Mindestlöhne in Deutschland pro Branche verabschiedet. Den Anfang machte die Gewerkschaft IG BAU 1997 in der Baubranche. Gesetzliche Grundlage ist das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, mit dem Mindeststandards der Arbeitsbedingungen in bestimmten Branchen festgelegt werden. Als erstes müssen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf einen Tarifvertrag einigen. Dann kann die Branche beantra...

ndPlusVelten Schäfer

Ein Schritt vor nach dreien zurück

Es ist noch keine zehn Jahre her, dass Gewerkschafter den Mindestlohn ablehnten, weil sie dadurch sinkende Löhne befürchteten. Doch seither haben die Folgen der rot-grünen Schröder-Agenda eine andere Republik entstehen lassen.

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Hans Canjé

Die »Kulturarbeit« der Moorsoldaten

Am Montag ist im ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen im Emsland eine Gedenkstätte eröffnet worden - 66 Jahre nach der Befreiung von der faschistischen Diktatur

ndPlusHendrik Lasch

Du hast den Farbfilm entwickelt

Vor 75 Jahren wurde in Wolfen der Farbfilm erfunden. Er erlebte eine steile, aber zeitlich begrenzte Karriere. Heute werden an seinem Geburtsort Millionen bunte Bilder von der Welt entwickelt. Der Film aber führt nur noch ein Nischendasein.

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Gescheiterte Strategie

Die Atom-Lobby hat eine Kommunikationsagentur beauftragt, die ganz legal versucht hat, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Soweit, so alltäglich. Seit Jahren wird der zunehmende Einfluss von PR-Agenturen beklagt. Gerade die Atomindustrie ist da kein unbeschriebenes Blatt. Journalisten berichten, wie Dokumentationen behindert oder vermeintliche Bürgerinitiativen von der Atom-L...

Müllhalde als Goldgrube

In der geheimnisvollen Welt der Finanzmarktalchemisten scheint alles möglich - auch dass sich eine Müllhalde mal als Goldgrube entpuppt. Durch die Korrektur massiver Fehlbuchungen bei der »Bad Bank« der HRE sinkt die Staatsverschuldung auf einen Schlag um zig Milliarden. Obwohl Schuldenabbau in der EU erste Staatenpflicht ist, mag keine rechte Freude aufkommen. Was wohl daran liegt, dass die Panne...

Säbelrasseln im Golf

Nach Bekanntgabe des Abzugs aller US-Einheiten aus Irak bis Jahresende hatten die Republikaner Präsident Barack Obama scharf kritisiert. Schon da deutete Pentagon-Chef Leon Panetta an, dass die Tür nicht endgültig geschlossen sei. Man werde mit Bagdad weiter über den Verbleib von 20 000 Soldaten verhandeln, zu wichtig sei die Region. Und er erinnerte daran, dass ja auch in Nachbarländern Iraks Tru...

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Exguerillero

»Bogotá más humana«, mit dieser Botschaft holte Gustavo Petro am Sonntag rund 32 Prozent der Wählerstimmen und wird neuer Bürgermeister der kolumbianischen Hauptstadt. Ein menschlicheres Bogotá, das heißt für den 51-Jährigen: Kampf gegen die Mafia und gegen soziale Ungleichheit. Seine politische Laufbahn ist geprägt durch den Stempel »Exguerillero«. »So wie das Wort aus dem Zusammenhang gerissen w...

Renditejagd mit Nahrung
Christa Luft

Renditejagd mit Nahrung

Der Umfang der globalen Wirtschaftsleistung hat sich zwischen 1990 und 2010 fast verdreifacht (von 22 auf 63 Billionen US-Dollar). Demgegenüber wiesen die Umsätze mit »synthetischen Finanzprodukten«, Derivaten, im gleichen Zeitraum eine Verdreihundertfachung (von zwei auf 600 Billionen Dollar) auf. Dahinter steckt die ausufernde Spekulation. Geld wird an den Börsen immer weniger zum Zwecke wertsch...

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Haidy Damm

Kampagne verfing nach Wunsch

Mit einer Werbekampagne hat das Deutsche Atomforum versucht, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Jetzt wird die Rolle der Lobbyisten neu diskutiert.

ndPlusReimar Paul

»Wir freuen uns über jeden«

Knapp einen Monat vor dem 13. Castortransport ins Wendland hat die Anti-AKW-Bewegung mit Mobilisierungsproblemen zu kämpfen. Die Beteiligung an einem bundesweiten »Warmlaufen für den Castor« am Samstag war bestenfalls mäßig.

Hans-Gerd Öfinger

Wenig Brot und viele Gauner

Am Sonnabend ging das Protestcamp der Occupy-Frankfurt-Bewegung vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank in die dritte Woche. Bisher ohne Ermüdungserscheinungen.

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Wenn nicht gespurt wird, wird gespart

Nürnberg (dpa/nd). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet in diesem Jahr mit so vielen Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger wie noch nie. Darauf weise die stark steigende Entwicklung in den ersten vier Monaten hin, sagte eine BA-Sprecherin am Montag in Nürnberg und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins »Focus«. Von Januar bis Ende April hätten die Jobcenter fast 300...

ndPlusPeter Nowak

Im Namen der Nützlichkeit

Die Sarrazin-Debatte ist ein Jahr alt. Zeit für eine kritische Reflexion oberhalb der Mediendebatte. Ein Sammelband bietet die Gelegenheit.

»Wir müssen Drogenkonsum akzeptieren«

»Wir müssen Drogenkonsum akzeptieren«

Frank Tempel ist drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag. Für »neues deutschland« sprach Fabian Lambeck mit ihm über den Beschluss der LINKEN, die Legalisierung beziehungsweise die kontrollierte Abgabe harter Drogen in ihr Grundsatzprogramm aufzunehmen.

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US-Militär soll in Golfregion bleiben

Washington (dpa/nd). US-Präsident Barack Obama plant zufolge nach dem Abzug der US-Truppen aus Irak eine Verstärkung der Militärpräsenz am Persischen Golf. Dieser Schritt könnte zusätzliche Kampftruppen in Kuwait einschließen, um etwa auf eine Konfrontation mit Iran oder ein Sicherheitschaos in Irak vorbereitet zu sein, wie die »New York Times« am Sonntag meldete. Obama hatte unlängst angekündi...

Erneut Attentate in Afghanistan

Kandahar/Kabul (AFP/nd). Bei mehreren Selbstmordanschlägen in der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Montag drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere wurden nach Angaben der Provinzbehörden verletzt. Laut Polizei sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe vor einer US-Nichtregierungsorganisation in die Luft, wobei die drei Zivilisten getötet wurden. Anschließend stürmt...

ndPlusJuliane Schumacher, Kairo

Aktivist in Ägypten verhaftet

Das ägyptische Militär hat den bekannten Blogger Alaa Abd al-Fattah verhaftet. Es wirft ihm vor, am 9. Oktober Maschinengewehre der Armee gestohlen, Armeeangehörige angegriffen und zu gewalttätigem Protest aufgerufen zu haben.

Martin Lejeune, Tel Aviv

Israels Protestbewegung lebt

Zehntausende Israelis haben am Samstagabend bei den ersten Sozialprotesten seit der großen Sommerkampagne gegen die hohen Lebenshaltungskosten demonstriert. Die größte Kundgebung fand in Tel Aviv statt.

Karin Leukefeld, Damaskus

Keine Lösungen in Damaskus

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat ein Eingreifen der Militärallianz in Syrien kategorisch ausgeschlossen. »Wir haben überhaupt nicht die Absicht, in Syrien einzuschreiten«, sagte Rasmussen am Montag auf dem Flug zu einem unangekündigten Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis. In Syrien traut man solchen Worten offenbar nicht.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Erstrundensieger Atambajew

63 Prozent aller Stimmen fuhr Almasbek Atambajew, bisher Regierungschef Kirgistans, bei den Präsidentenwahlen am Sonntag ein - den ersten nach dem Umsturz im April 2010 und den schweren ethnischen Unruhen im Süden zwei Monate später.

Jan Keetman, Istanbul

Machtkampf in Teheran

Als Irans geistlicher Führer Ali Chamenei jetzt erklärte, er könne sich Iran auch ohne Präsidenten vorstellen, nur mit einem vom Parlament gewählten Premierminister, trat der Machtkampf zwischen ihm und Präsident Mahmud Ahmadinedschad in eine neue Phase.

ndPlusThomas Frahm, Sofia

In Bulgarien hat Borissow fortan alle Macht

Trotz beeindruckender Aufholjagd hat es am Ende für den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Iwailo Kalfin nicht ganz gereicht: Mit 47,4 Prozent der Stimmen musste er sich Rossen Plewneliew, dem Kandidaten der Regierungspartei GERB, geschlagen geben, der 52,6 Prozent der Stimmen erhielt.

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Lohnstreit in armenischem AKW beendet

Berlin (nd). Nach der Einigung in einem Konflikt um höhere Gehaltszahlungen ist das armenische Atomkraftwerk Medzamor am Wochenende wieder ans Netz gegangen. Nach Berichten armenischer Medien wurde mit den Beschäftigten eine Lohnerhöhung um 20 Prozent ausgehandelt. Diese hatten ursprünglich Gehaltssteigerungen von 50 Prozent gefordert. Da die Kraftwerksleitung auf die Forderungen nicht einging, kü...

Schwache Netze

Berlin (AFP/nd). Wegen schwacher Stromnetze müssen Windräder in Deutschland einer Studie zufolge immer häufiger abgeschaltet werden. Der Umfang der zwangsweisen Drosselung habe sich von 2009 auf 2010 mindestens verdoppelt, heißt es in einer Untersuchung, die der Bundesverband Windenergie (BWE) in Auftrag gab. Ursache war laut der Studie des Beratungsunternehmens Ecofys die zunehmende Überlastu...

Felix Werdermann

Solaranlagen an der Bahnstrecke?

Die Idee klingt bestechend: Hässliche Lärmschutzwände neben Bahnstrecken könnten mit Solaranlagen bestückt werden.

Uwe Sievers

Das Buch, die Macher und die Verlagskonzerne

Nun ist sie da: Beworben als einzige von Apple-Mitgründer Steve Jobs autorisierte Biografie und begleitet von einem breiten Medienecho, ist die Geschichte des despotischen Alleinherrschers dieser Tage erschienen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Verworrene Bilanzen

Die Schuldenquote der Bundesrepublik ist urplötzlich stark gesunken. So richtig freuen mag sich niemand.

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Nord-Süd - Termine

HEUTE IN HAMBURG - »Land Grabbing und das Recht auf Nahrung«, mit Peter Clausing (freier Autor, CAREA-Vertreter in der Menschenrechtskoordination Mexiko). Im Vortrag geht es unter anderem um die konkrete Situation in Mexiko, von der die Weltbank als bedeutendes Beispiel einer Win-Win-Situation beim Land Grabbing spricht. 19 Uhr, Kulturladen St. Georg, Alexanderstr. 16, 20099 Hamburg, Eintritt: 3 E...

Kapverden gelten als Vorbild

Die Verleihung des diesjährigen African Leadership Prize an Pedro de Verona Rodrigues Pires, den ehemaligen Präsidenten der Kapverden, bedeutet auch für die kleine Republik im Atlantik eine Auszeichnung. Denn dem Land ist es gelungen, in Sachen »Guter Regierungsführung« eine der wenigen afrikanischen Erfolgsgeschichten zu schreiben. Der von der Mo-Ibrahim-Stiftung mit fünf Millionen US-Dollar doti...

Niebels dürftige Halbzeitbilanz
ndPlusMartin Ling

Niebels dürftige Halbzeitbilanz

Die Habenseite nach zweijähriger Amtszeit von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ist dürftig: Sie besteht in der Fusion der drei bundeseigenen Hilfsorganisationen - der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (gtz), dem Deutschen Entwicklungsdienst (ded) und der Weiterbildungseinrichtung InWEnt - und dem höheren Stellenwert, der ländlicher Entwicklung beigemessen wird. Aber selbst bei diese...

ndPlusWolf-Dieter Vogel

Keiner vertraut keinem

Die Journalistin Jeanette Erazo Heufelder widmet sich in ihrem Buch »Drogenkorridor Mexiko« in Reportageform den Hintergründen des Drogenhandels und Drogenkrieges.

Eine Stimme für den Süden
Antje Stiebitz

Eine Stimme für den Süden

Das entwicklungspolitische Netzwerk INKOTA feiert am 5. November sein 40-jähriges Jubiläum. Einst unter dem Dach der evangelischen Kirche der DDR entstanden, spielt seit der Wende neben der Inlandsarbeit die Auslandsarbeit eine größere Rolle.

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25 Euro mehr Miete für neue Vorschrift

(dpa). Eine neue Hygienevorschrift kostet Mieter in Berlin und Brandenburg nach Schätzungen der Wohnungsunternehmen mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Betrag sei nötig, um zen-trale Warmwasseranlagen in Wohnhäusern auf Legionellen zu testen, teilte der Verband Berlin-brandenburgischer Wohnungsunternehmen am mit. Die Tests seien in der neuen Trinkwasserverordnung vorgeschrieben, die am D...

Protestcamp auf Kirchhof

(dpa). Berliner Kapitalismusgegner der Occupy-Bewegung haben für ihr Protestcamp vorläufiges Asyl bei der Kirche bekommen. »Bis Mittwoch hat Pfarrer Gregor Hohberg der Gruppe den Hof der Parochialkirche angeboten«, sagte die Sprecherin der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien in Berlin-Mitte am Montag. »Die Occupy Bewegung setzt sich für Gerechtigkeit und Frieden ein und stemmt sich ...

Sonntags nicht

An sechs Tagen in der Woche darf der Hauptbahnhof Shopping-Center sein, lediglich sonntags müssen hier Geschäfte, die nicht Reisebedarf oder »Waren des täglichen Verbrauchs« verkaufen, geschlossen bleiben. Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (LINKE) hatte das erst vergangenes Jahr gegen die Verwertungsinteressen der Bahn durchgesetzt, um die anderen Händler in der Stadt nicht zu benachteil...

Grünen-Streit noch nicht beigelegt

(dpa). Der Berliner Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann will den schwelenden Flügel-Konflikt in den eigenen Reihen entschärfen. »Wir werden morgen einen Vorschlag unterbreiten, um diesen Konflikt möglichst zu lösen«, sagte Ratzmann am Montag. »Beide Seiten müssen nicht mehr nach hinten, sondern nach vorne schauen«, forderte Ratzmann. Bisher gab es weder vom linken Flügel noch von den Realos in...

Sonja Vogel

Gemeinsam lernen in Reinickendorf

Zum Schuljahr 2012/13 soll Reinickendorf seine erste Gemeinschaftsschule bekommen. Als letzter der Berliner Bezirke. Darauf einigte sich die Zählgemeinschaft von CDU und Grünen in der vergangenen Woche. Konkret geht es um die Zusammenlegung von Hannah-Höch-Grundschule und Greenwich-Oberschule, einer integrierten Sekundarschule. Der Weg zur Realisierung der Gemeinschaftsschule allerdings war ste...

Nicht genug Betten für Obdachlose
Tim Zülch

Nicht genug Betten für Obdachlose

Florian Ernst trägt noch Matratzen durch den Raum. Dann schaut er noch nach dem neuen Wäschetrockner. Die Zeit drängt. Ab heute will das Sozialunternehmen Gebewo in den Räumen in der Teupitzer Straße in Treptow erstmals eine Notübernachtung für Obdachlose anbieten. Bis zu 24 Menschen sollen dann auf Matratzen in den zwei frischrenovierten Räumen schlafen können. Es gibt zwei Bäder, einen Essensrau...

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Ohne Gegenwart

In einem zeitlichen Vakuum schwebend, ohne Bodenhaftung. Jugoslawien empfunden als Raumschiff: Sieben Studierende aus Berlin und Bremen, aus dem postjugoslawischen Raum stammend, machten sich auf und erkundeten ihre verlassene Heimat. Diese Gruppe machte sich auf die Suche nach Künstlern, die ihren Blick auf die Fragmente des aufgelösten Staatsgebietes lenkten: Ihr Erleben, ihre Auseinandersetzung...

Seifenblasengrooves
Antje Rößler

Seifenblasengrooves

In der Ecke, am CD-Verkaufstisch steht ein Plakat von Klaus Wowereit. Über seinen Grinsemund wurde eine Banane geklebt. Dota Kehr ist nämlich sauer, dass wegen eines Stücks Autobahn die Koalition mit den Grünen platzt. Dota ist zwar Musikerin - doch eine, die mit offenen Augen und Gerechtigkeitsgefühl durch die Welt geht. Schon ihr Künstlername »Kleingeldprinzessin« deutet an, auf welcher Seit...

»Ich versuche, subversiv zu sein«

Roland Emmerich weilt zur Europa-Premiere seines Shakespeare-Dramas »Anonymous« in Berlin. Der Film fragt, ob der Dichter seine Stücke selber geschrieben hat, oder doch der Earl of Oxford.

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Bündnis gegen Dorfabriss

Potsdam (dpa/nd). In Brandenburg ist ein neues Bündnis gegen den weiteren Abbau von Braunkohle und den damit verbundenen Abriss von Dörfern gegründet worden. Ziel sei, unter Verzicht auf die Braunkohle eine Energiewende im Land zu erreichen, heißt es in einer am Montag verbreiteten Erklärung. 70 Politiker aus allen im Landtag vertretenen Parteien, Vertreter von Wirtschaftsorganisationen und Umwelt...

Handelsverband kritisiert Rot-Schwarz

(dpa). Um die Ladenöffnung im Hauptbahnhof am Sonntag ist in Berlin eine neue Debatte entbrannt. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg sprach sich am Montag gegen die Öffnung weiterer Geschäfte aus. »Das Schaufenster einer Stadt ist nicht der Hauptbahnhof, sondern das sind die Einkaufsstraßen«, sagte Verbandschef Nils Busch-Petersen. Er fürchtet um die Umsätze zahlreicher Kaufleute, wenn die Berli...

ndPlusVelten Schäfer

Zur Not auch ohne Hansestadt

Nach der Kreisreform in Mecklenburg-Vorpommern sollen sich die Kreisverbände der LINKEN im neuen Großkreis um die Hansestadt Stralsund vereinigen. Doch die umstrittene Stralsunder Parteichefin Marianne Linke wehrt sich dagegen.

Der Kassenwart geht von Bord

Ein politisches Schwergewicht verlässt das bayerische Kabinett: Finanzminister Georg Fahrenschon zieht es in die Wirtschaft - und Horst Seehofer steht vor dem Problem, rasch einen kompetenten Nachfolger zu finden.

Babyboom am Dorfanger
ndPlusSarah Liebigt

Babyboom am Dorfanger

Berliner Ecken: Zwölf Bezirke hat Berlin, 21 Stadtteile, unzählige Kieze. Aber welcher Kreuzberger besucht die Parks in Charlottenburg, welche Pankowerin eine Neuköllner Shisha-Bar? In loser Folge schauen wir in Berliner Ecken – vom Touristenmagneten bis zur Kneipe.

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Vorsicht beim Papst!

Stuttgart (dpa/nd). Einrichtungen der katholischen Kirche dürfen Angestellten fristlos und ohne vorherige Abmahnung kündigen, wenn sie den Papst beleidigen. Das hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil entschieden. In dem konkreten Fall ging es um einen Krankenpfleger in einem von der Caritas getragenen Krankenhaus im Bodenseekreis. Der Mann hatte ...

Elbe-Elster kassiert Schüler-Bafög

Potsdam (dpa). Im Landkreis Elbe-Elster kassiert die Verwaltung beim Schüler-Bafög mit. Einige Jugendliche müssen seit Juli einen Teil des Geldes, das eigentlich für Lehrmaterial gedacht ist, für den Schulbus ausgeben. Bildungsministerin Martina Münch (SPD) hat die Behörden für diese Praxis scharf kritisiert. »Eine Sanierung des Kreishaushaltes mittels solcher Maßnahmen ist ausgeschlossen und sozi...

Neues Bündnis gegen die Braunkohle

Potsdam (dpa/nd). In Brandenburg ist ein neues Bündnis gegen den weiteren Abbau von Braunkohle und den damit verbundenen Abriss von Dörfern gegründet worden. Ziel sei, unter Verzicht auf die Braunkohle eine Energiewende im Land zu erreichen, heißt es in einer am Montag verbreiteten Erklärung. 70 Politiker aus allen im Landtag vertretenen Parteien, Vertreter von Wirtschaftsorganisationen und Umwelt...

Dritte Startbahn kein Thema

Schönefeld (dpa). Der neue Großflughafen in Schönefeld bekommt laut Berlins Regierendem Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) auch auf längere Sicht keine dritte Start- und Landebahn. »Das ist so weit entfernt, dass das kein Thema ist«, sagte Wowereit gestern. Derzeit werden an den beiden Hauptstadtflughäfen Schönefeld und Tegel pro Jahr rund 22 Millionen Fluggäste abgefertigt, erinnerte Wowereit. D...

ndPlusRainer Funke

Geburtswehen des Bürgerhaushalts

Beinahe 2000 Bürger von Schöneiche (Oder-Spree) - wahlberechtigt sind reichlich 10 000 - haben über Internet, rote Briefkästen und zuletzt bei einem überraschend schlecht besuchten Einwohnertreffen mit Ideen und Wünschen zum Bürgerhaushalt ihrer Kommune für das kommende Jahr beigetragen. In der jetzt fertigen Prioritätenliste steht die weitere Förderung der Kulturgießerei an vorderster Stelle. ...

Robert Luchs, Mainz

Rücktritt nach 14 Jahren

Der massiv in die Kritik geratene Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) hat seinen Rücktritt zum 1. Januar erklärt. Mit Rücksicht auf seine Familie und die politische Gestaltungsfähigkeit in der Stadt sei er zum Schluss gekommen, dass ihm eine weitere Arbeit an der Stadtspitze nicht länger möglich sei, teilte Beutel in einer schriftlichen Erklärung mit.

Wilfried Neiße

Ein Bundesland wird zersiedelt

Zwar leben in Brandenburg immer weniger Menschen, doch machen die sich so breit wie nie. Die Zersiedlung des Landes geht seit der Wende in großen Schritten voran. Um über 40 000 Hektar hat die bebaute Wohnfläche zugenommen, erklärte Umweltministerin Anita Tack (LINKE). Die bebaute Wohnfläche betrug vor drei Jahren 161 200 Hektar und damit ein Drittel mehr als 1990. Auch die Verkehrsflächen habe...

ndPlusAnnett Gehler, dpa

Überm Abgrund

Mitten in der Nacht tut sich in Schmalkalden (Thüringen) plötzlich ein riesiger Krater auf. Ein Jahr danach leiden die Anwohner noch immer unter den Folgen des Erdfalls. Zwei Häuser sind nicht mehr zu retten.

Probleme mit der Architektur

Ausverkauf des Denkmalschutzes? Die Kieler Koalition plant eine bundesweit einzigartige Regelung: Der Denkmalschutz für Bauten ab dem Baujahr 1950 wird erschwert. Die Wirtschaft erhält mehr Gewicht. Die Kritiker laufen Sturm.

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Dreh in Gaskammer

Nach Protesten hat der Berliner Martin-Gropius-Bau einen Kurzfilm des international bekannten polnischen Künstlers Artur Zmijewski (45) aus der Ausstellung »Tür an Tür: Polen - Deutschland« entfernt. Zmijewski hatte auch in einer einstigen KZ-Gaskammer gedreht. Museumsdirektor Gereon Sievernich sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Aus Respekt vor den Opfern der Konzentrationslager und deren Nachfahr...

ndPlusGunnar Decker

Der Mut des Denunzianten

Franz Fühmann war außer sich, er hielt dieses Buch für durch und durch verlogen. Paul Gratziks »Transportpaule« erschien 1977 dennoch bei Hinstorff in Rostock. Ein Stück proletarischer Literatur, wie es sich die Funktionäre vorstellten. Fühmann kannte andere schreibende Arbeiter, wie den Heizer Wolfgang Hilbig, der seine ersten Bücher im Westen veröffentlichen musste, weil sie in der DDR keine Dru...

»Ich hätte das Leben abgelehnt«
Hans-Dieter Schütt

»Ich hätte das Leben abgelehnt«

Auf die Frage, wer oder was sie hätte sein mögen: »Niemand und nichts.« Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünsche: »Dass meine Zukunft nicht mehr zu lange dauert.« Sie hat es immer als Zumutung empfunden, dass der Mensch nicht gefragt werde, ob er auf die Welt kommen möchte. »Ich hätte es bestimmt abgelehnt.« Aber wo die Welt ihren Ernst einbüßt, bietet sich deren Rätselhaftigkeit, de...

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Buchen im Herbst

Buchen im Herbst

Sie rücken auf und du denkst an schlachten verloren im frühling als du die linien aufbrachst und vögel aufgescheucht schrien ein stummes kämpfen ist dir jetzt eigen nicht rühren ringsum im feld Jiri Grusa, der tschechische Schriftsteller aus Pardubice (Foto: dpa), schrieb auch Gedichte in deutscher Sprache (»Wandersteine«). Er war Mitinitiator der Char...

ndPlusGünter Benser

Singulär

Hervorgegangen aus einer juristischen Auseinandersetzung um die Titelrechte an den 1959 erstmals erschienenen »Beiträgen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung«, hat das »JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung« nunmehr seinen zehnten Jahrgang erreicht. Drei Mal jährlich erschien es in seiner ersten Dekade in beispielhafter Pünktlichkeit, so auch jetzt der Jubiläumsband...

Volkmar Draeger

Fröhliche Miene zum guten Spiel

Häufiger Gast auf den europäischen Ballettbühnen ist er nicht, jener Ritter von der traurigen Gestalt, dem Miguel Cervantes zu Weltgeltung verhalf. Dabei hat es seit Hilverdings Wiener Fassung 1740 immer wieder Anläufe gegeben, »Don Quijote« auch im Tanz sesshaft zu machen. Erfolgreichster all dieser Versuche ist Marius Petipas Version fürs Bolschoi Moskau 1869, die zumindest Ausgangspunkt diverse...

Hans-Dieter Schütt

Regen, Schnee, Wind, Licht

Die Bühne ist mit brauner Erde bedeckt. Regnen wird’s, schneien. Vorn ein Podest, sieht von fern aus wie der riesige Stumpf eines abgesägten Baumes. Zur Sache reden, das heißt hier: zur Rampe gehen. Und es gehen Ereignisse zur Rampe: Ulrich Matthes, Andreas Döhler, Almut Zilcher, Kathleen Morgeneyer. Döhler ist der Lkw-Fahrer, der 400 Kartons Knetluftballons in den Straßengraben setzt und einf...

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Rezension: Rätselhaftes Herz

Rezension: Rätselhaftes Herz

Das Herz als Mittelpunkt jedes Körpers ist immer ein Thema. Jeder Mensch hat ein Herz, zumindest physisch gesehen. Dr. med. Marianne Koch hat ein Buch darüber geschrieben. Es soll genaues medizinisches Wissen über das Herz, seine Gefährdungen und Krankheiten vermitteln und zeigen, wie man es schützen und gesund erhalten kann. Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit, Echoka...

In der Höhe auf der Höhe bleiben

Bereits ab einer Höhe von 2500 Metern über Normalnull können Bergwanderer eine - mitunter lebensgefährliche - Höhenkrankheit entwickeln. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät, sich vor einer Tour ins Gebirge vom Arzt beraten zu lassen. Medikamente können einer Höhenkrankheit vorbeugen.

Angela Stoll

Halbgötter steigen auf Rot um

Immer mehr Ärzte verzichten auf den weißen Kittel. Farbige Poloshirts liegen im Trend und das hat Gründe.

Seite 19
ndPlusAlexander Ludewig

Nur keine Schwäche zeigen

Trotzig und gereizt feierte der Favorit den Sieg. Je lauter die Pfiffe des Berliner Publikums nach Spielende wurden, umso öfter reckten die Kieler Handballer ihre geballten Fäuste. Der THW hatte am Sonntagabend vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit 33:32 gegen die Füchse gewonnen. »Über eigene Schwächen zu reden, ist fehl am Platz«, befand Kiels Linksaußen Dominik Klein,...

Heinz Büse, dpa

Projekt Wiedergutmachung

Alles oder nichts. Nur ein Sieg heute gegen Olympiakos Piräus kann Borussia Dortmund vor dem vorzeitigen Aus in der Champions League bewahren. »Diese Partie ist unsere letzte Chance«, kommentierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc die schlechte Ausgangslage in der Vorrundengruppe. Nach zuletzt zwei Lehrstunden auf internationaler Bühne hofft Trainer Jürgen Klopp darauf, das ramponierte Image des deut...

Martin Kloth und Jens Mende, dpa

Ein Magdeburger flüchtet, Dresdner bleiben daheim

Kein Tag ohne neue Schreckensmeldung über Gewalt im deutschen Fußball: Jetzt flieht aus Angst sogar der erste Spieler. Ex-Kapitän Daniel Bauer vom Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat nach Bedrohungen durch vermummte »Fans« die Stadt verlassen und will über eine Vertragsauflösung verhandeln. »Er kann jetzt auf gar keinen Fall nach Magdeburg zurück«, sagte Bauers Berater Henry Hennig am Montag. ...

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Martin Koch

Sonnig, warm und etwas zu trocken

Im Oktober beginnen sich die Blätter der meisten Laubbäume gelb und rot zu verfärben. Deshalb spricht der Volksmund schon seit dem Mittelalter etwas blumig vom »goldenen Oktober«. Denselben Namen verwenden die Meteorologen auch zur Bezeichnung einer längeren herbstlichen Schönwetterperiode, deren Ursache gewöhnlich ein stabiles Hoch über Mittel- oder Osteuropa ist. »Golden« war der diesjährige...

ndPlusPeter Janssen, dpa

Hochwasser bringt Krankheiten und Getier

Ratten und Ungeziefer, Durchfall und Fieber - den Menschen in Thailands Überschwemmungsgebieten bleibt wenig erspart. Um ärztliche Hilfe zu bekommen, müssen sie oft viele Kilometer durch tiefes Wasser waten.