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Unten links

Jetzt müssen die Brandenburger mal einen Moment lang weghören: Kann es sein, dass ihr Bundesland schlicht zu klein ist für große Projekte? Cargolifter, Lausitzring, Chipfabrik - alles gescheitert. Sicher, für den Flughafen in Schönefeld wurde nur der Eröffnungstermin verschoben. Aber wie es zu einem späteren Datum klappen soll, ist längst nicht klar. Nicht nur mit dem Brandschutz gibt es Probleme....

Verfrühtes Siegesgeheul

Gäbe es die Piratenpartei nicht, hätten Union, FDP und Kapital sie erfinden müssen. Das lässt aus dem Düsseldorfer Wahlergebnis schließen: Selbst wenn die CDU bei einer Wahl so grausam schwächelt wie jetzt in Nordrhein-Westfalen, verhindert die schiere Existenz der Piraten einen Erdrutschsieg für Rot-Grün - und drängt zudem die Linkspartei aus den Parlamenten. Insofern kann die Kanzlerin, der s...

Krankenkassen ein Fall für die Wirtschaft

Wie stark sollen Deutschlands Krankenkassen um die Versicherten konkurrieren? Schwarz-Gelb will, dass wie in der normalen Wirtschaft das Kartellamt zuständig wird - und erntet harsche Kritik.

SPD legt zu, CDU stürzt ab

CDU und LINKE erleiden bei der NRW-Landtagswahl herbe Schlappen. Die Konservativen verpassten deutlich ihr Ziel, stärkste Partei zu werden. Die Linkspartei lag laut Hochrechnung unter drei Prozent. Dagegen schafften sowohl die Piraten als auch die FDP den Sprung über die Fünfprozenthürde. Rot-Grün hat nun eine stabile Mehrheit.

Max Böhnel (New York) und Martin Ling

In 50 Ländern auf der Straße

In über 50 Ländern gab es am Globalen Aktionstag Proteste gegen Sparpolitik und soziale Ungerechtigkeit.

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Wenig Zeit zur Debatte

nd: War es angesichts der enttäuschenden Wahlergebnisse und Gesine Lötzschs Rücktritt richtig, Personalfragen so lange aufzuschieben?Bockhahn: Es wäre besser gewesen, frühzeitig mit Personalangeboten an die Öffentlichkeit zu gehen. Vor Landtagswahlen ist es für potenzielle Wähler wichtig, dass sie rechtzeitig wissen, in welche Richtung sich die Partei weiter entwickeln wird. Und spätestens nach de...

Mit Inhalten werben

nd: War es angesichts der enttäuschenden Wahlergebnisse und Gesine Lötzschs Rücktritt richtig, Personalfragen so lange aufzuschieben?Ulrich: Nach dem letzten Parteitag und der großen Zustimmung zum Parteiprogramm wäre es sinnvoll gewesen, unsere Inhalte zu bewerben. Leider hat Dietmar Bartsch mit seiner Kandidaturankündigung eine monatelange Personaldiskussion angestoßen, die es erschwerte, mit In...

Aert van Riel

Wege aus der Krise

Nach der NRW-Wahl kommt Bewegung in die Personaldebatte der LINKEN. Heute treffen sich die Landesvorsitzenden, um über die Wahlergebnisse und den Bundesparteitag Anfang Juni in Göttingen zu diskutieren. Über die dort zu wählenden Kandidaten wollen sie am Dienstag mit dem Bundesvorstand sprechen.

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ndPlusCaroline M. Buck

Das Problem, die Befehlskette nachzuweisen

Der Dokumentarfilm »Carte Blanche« von Heidi Specogna begleitet Ermittler des Internationalen Strafgerichtshofs auf der Suche nach Beweisen in der Sache Jean-Pierre Bemba in die Zentralafrikanische Republik.

Steine werfen oder Frieden stiften?
Andreas Boueke

Steine werfen oder Frieden stiften?

Der 14. Mai ist ein Feiertag in Israel, der Tag der Unabhängigkeit. Die meisten Palästinenser aber bezeichnen den 14. Mai 1948 als »Nakba«, die Katastrophe. Sie erinnern sich daran, wie sie aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Neun Millionen Palästinenser leben heute als Flüchtlinge in anderen Ländern oder leiden unter der israelischen Besatzung.

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Demokratiefeind Herzog

Roman Herzog sorgt sich um die künftige Zusammensetzung des Bundestages. Aus seiner Sicht gibt es offensichtlich mit Grünen, LINKEN, FDP und Piraten zu viele kleine Parteien, die im nächsten Jahr realistische Chancen auf den Einzug in das Parlament haben. Deswegen will der Alt-Bundespräsident einfach die Fünfprozenthürde nach oben setzen. Geradezu bizarr ist Herzogs Begründung, dass ansonsten der ...

Krise eröffnet Chancen

Über den quantitativen Erfolg des »Globalen Aktionstages« lässt sich streiten: In über 50 Ländern von Spanien über Israel bis hin zu Indonesien gingen von wenigen Tausend bis zu vielen zehntausend Menschen auf die Straßen. Doch die Kernforderung, ein »unbedingtes Ende der Sparpolitik, die nur einer Minderheit nutzt«, wird von weit mehr Menschen geteilt als sich aufraffen können, auf die Straße zu ...

Krankenkassenwart Rösler

Philipp Rösler war früher auch mal Gesundheitsminister. Im Unterschied zu den Versicherten, denen vor allem die Ausweitung der nur von ihnen zu tragenden Zusatzbeiträge in Erinnerung geblieben sein dürfte, sehnt er sich offenbar nach dieser Zeit zurück. Jedenfalls soll künftig der Wirtschaftsminister - dieses Amt bekleidet der FDP-Chef, nicht nur zum Leidwesen der Solarindustrie, derzeit - den ges...

ndPlusJenny Becker

Rassist im Amt

Wahrscheinlich wäre er gerne hundert Jahre früher zur Welt gekommen - zur Zeit des Wilden Westens, als der Sheriff noch als Manifestation von Recht und Gesetz galt und auch mal mit eiserner Hand durchgreifen konnte. Joseph »Joe« Arpaio, Jahrgang 1932, nennt sich gern den »härtesten Sheriff der USA«. Jetzt verklagt ihn die US-Regierung wegen rassistischer Diskriminierung von Bürgern aus Lateinameri...

Herkules statt Brüning
ndPlusRudolf Hickel

Herkules statt Brüning

Ab Mittwoch hat eine Vielzahl von Organisationen zu »Bloccupy«-Aktionstagen in Frankfurt am Main aufgerufen mit dem Ziel, Widerstand gegen den neoliberalen Schrumpfkurs vor allem der Bundesregierung zu leisten. Allerdings sind alle Aktionen im Umfeld des Bankenzentrums sowie der Europäischen Zentralbank untersagt worden. Es ist ein Skandal, dass das Recht auf Demonstrationen mit Füßen getreten wir...

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Stadtverbot für Kritiker der Banken

Frankfurt (nd-Schäfer). »lhnen wird für den Zeitraum vom 16. Mai 2012, 7 Uhr, bis 20. Mai 2012, 22 Uhr, der Aufenthalt in dem aus beiliegender Karte ersichtlichem Bereich (Begrenzungen rot markiert) des Stadtgebiets Frankfurt am Main verboten. Die Karte ist Bestandteil der Verfügung.« Das ist der Kernsatz eines Schreibens, das das Polizeipräsidium Frankfurt - »Abteilung Einsatz« - in diesen Tag...

Bücherkisten als Gastgeschenke
Hendrik Lasch, Staucha

Bücherkisten als Gastgeschenke

Nach zwei Jahren harter Arbeit hat der Schauspieler Peter Sodann seine DDR-Bibliothek in Staucha eröffnet.

Marcus Meier, Düsseldorf

Rückkehr ins Stammland

Die SPD gewann ihr Stammland NRW zurück. CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen trat zurück. Die LINKE wird auf außerparlamentarische Opposition zurück geworfen. Auch die FDP ist zurück, die Piratenpartei neu dabei. Impressionen von der NRW-Landtagswahl.

ndPlusDieter Hanisch, Neumünster

Den Glauben an die Politik verloren

Leerstand, Kinderarmut, keine Perspektive. In der Hochburg der Nichtwähler Schleswig-Holsteins zeigt sich was passiert, wenn ganze Viertel in Zeiten klammer Kommunalkassen nahezu aufgegeben werden.

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Bedrohter Rapper untergetaucht

Hamburg (dpa/nd). Der in Köln lebende Rapper Shahin Najafi hat Strafanzeige gegen einen Ajatollah wegen Aufrufs zum Mord gestellt. Der iranische Großajatollah Lotfollah Safi-Golpaygani hatte gegen den 31-Jährigen ein Todesdekret erlassen, weil dieser in einem seiner Songs den zehnten Imam der schiitischen Muslime beleidigt haben soll. Najafi lebt nun an einem geheimen Ort unter Polizeischutz. Anfa...

Betreuungsgeld: Seehofer erhöht Druck

Berlin (epd/nd). Im Streit um das Betreuungsgeld sucht CSU-Chef Horst Seehofer die offene Konfrontation mit CDU und FDP. »Ich werde an weiteren Koalitionsausschüssen nicht mehr teilnehmen, so lange die alten Beschlüsse nicht endlich umgesetzt sind«, sagte der bayerische Ministerpräsident der »Bild am Sonntag«. Die FDP und Teile der CDU lehnen das Betreuungsgeld ab, welches die CSU 2009 in den Koal...

Schünemann stellt Meinungsfreiheit in Frage

Hamburg (epd/nd). Angesichts der Angriffe auf Polizisten in Bonn fordert der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«, bei radikalen Salafisten das Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschneiden. Das Bundesverfassungsgericht müsse prüfen, ob das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung bei Hasspredigern, die aggressiv-kämpferisch ge...

Große Erwartungen
ndPlusChristin Odoj, Eisenach

Große Erwartungen

Vor einer Woche gewann Katja Wolf überraschend die Stichwahl ums Eisenacher Rathaus. Mit dem Slogan »Stoppt den Filz« hat sie den politischen Neuanfang in der skandalgeplagten Stadt ausgerufen. Das Scherbenaufsammeln wird schwierig.

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USA-Offizier plante Krieg gegen Islam

Washington (dpa/nd). Ein US-amerikanischer Offizier präsentierte an einer Militärhochschule Planspiele für den »totalen Krieg« gegen die Muslime. Dabei fasste er auch die Vernichtung der heiligen Städte Mekka und Medina nach den Vorbildern von Dresden und Hiroshima im Zweiten Weltkrieg ins Auge. Der Oberstleutnant hatte nach Informationen des Magazins »Wired« im vergangenen Sommer in Planspiel...

Ralf Klingsieck, Paris

Zweikampf um Hénin-Beaumont

Jean-Luc Mélenchon tritt bei den französischen Parlamentswahlen am 10. und 17. Juni im selben Wahlkreis an wie die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen. Das beschloss am Wochenende die Linksfront aus Kommunisten und Partei der Linken, deren Kandidat Mélenchon schon im Präsidentschaftswahlkampf war.

Hängepartie in Athen

Letzter Akt im griechischen Drama? Staatspräsident Papoulias versuchte am Sonntag in Athen zu vermitteln. Die Frage war, ob eine Woche nach den Wahlen doch noch eine Koalition zustande kommt oder ob es Neuwahlen im Juni gibt. Bis zum Nachmittag hatten die Krisengespräche über eine Regierungsbildung keinen Durchbruch gebracht.

Ralf Streck, San Sebastián

Hunderttausende empören sich in Spanien

Vor einem Jahr hatte die Bewegung »15-M«, wie sie in Spanien wegen ihres Beginns am 15. Mai genannt wird, weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Am Sonnabend hat sie sich eindrucksvoll öffentlich zurückgemeldet.

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ndPlusJohannes Stein, Antanarivo

Madagaskars Regierung wird der Krise nicht Herr

Die madagassische Übergangsregierung unter dem 2009 durch einen Putsch an die Macht gelangten Präsidenten Andry Rajoelina steht unter Druck, weil sie die soziale Krise nicht stoppen kann.

Alfred Michaelis, Vientiane

Laos weiter im Goldrausch

Laos, eines der ärmsten Länder der Welt, ist reich an Rohstoffen. Doch wie wird dieser Reichtum genutzt?

Karin Leukefeld

Syriens Opposition bleibt uneins

Der Syrienkonflikt lässt die Nachbarländer nicht unberührt. Am Sonntag wurden in Libanon zwei Menschen bei Kämpfen zwischen libanesischen Anhängern und Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad getötet. Die libanesischen Streitkräfte hätten die Ruhe wieder hergestellt, berichteten die Sicherheitsbehörden.

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Tarifstreit: Woche der Entscheidung

Frankfurt am Main (dpa/nd). IG-Metall-Chef Berthold Huber hat mit einem baldigen Streik in der Metall- und Elektroindustrie gedroht. Wenn es am Dienstag im Tarifgebiet Baden-Württemberg nicht gelinge, für die Themen unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und Mitbestimmung bei der Leiharbeit einen Lösungsweg zu finden, könne es umgehend eine Urabstimmung zum Streik geben, sagte der Gewerkschaftsc...

ndPlusVelten Schäfer

Angst vor den Studentenkrediten

Studenten in den USA haben einen Gebühren-Schuldenberg von etwa einer Billion Dollar angehäuft. Nun können viele ihre Kredite nicht bedienen, weil sie keine gut bezahlte Arbeit finden.

Reimar Paul

Auftakt zum Rückbau

Bislang ist völlig unklar, wie mit den acht abgeschalteten Atommeilern in Deutschland weiter verfahren wird. Für ein erstes AKW wurde jetzt der Antrag auf Abriss eingereicht.

Steuergelder für Schrottreaktor?

Im Februar 2010 hat die Bundesregierung eine Exportbürgschaft für das brasilianische AKW-Projekt Angra 3 im Grundsatz genehmigt. Dies ist wegen des Atomausstiegs und der Sicherheitsrisiken von Angra 3 höchst umstritten. Die endgültige Entscheidung soll nach Sicherheitsanalysen fallen. Nun liegt ein Gutachten vor. Mit dem Grünen-Politiker Sven-Christian Kindler, Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestags, sprach darüber Fabian Welters.

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Verbuddeln ist besser

Bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima erwies sich nicht nur die vermeintlich bessere westliche AKW-Technik als ebenso anfällig wie die russische, es zeigte sich auch, dass eine vermeintliche Verbesserung zusätzliche Risiken brachte. Gemeint sind die sogenannten MOX-Brennelemente. In denen ist neben den natürlichen Uranisotopen noch ein gewisser Prozentsatz des bei der Kernspaltung von Uran entst...

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Streit um die Makrele

Die Makrele ist einer der wichtigsten Speisefische und für Fischer aus Schottland, Irland, Island, Norwegen und den Färöer-Inseln eine wichtige Einnahmequelle. Um die Aufteilung der Fangquoten im Nordostatlantik gibt es mal wieder Streit.

ndPlusMartin Koch

Leben wir im Anthropozän?

Die ökologischen Veränderungen, die der Mensch seit etwa 200 Jahren auf der Erde hinterlässt, haben Wissenschaftler bewogen, eine neue geologische Epoche einzuführen: das Anthropozän, das Zeitalter des Menschen.

Welt im Fieber
ndPlusCaroline M. Buck

Welt im Fieber

Der Schweriner Dokumentarfilmer Knut Karger - früher Student, heute Dozent an der Hochschule für Fernsehen und Film, München - stellte beim 27. DOK.fest München mit dem Dokumentarfilm »Warmzeit« eine Warnung vor den Folgen eines »Weiter so« vor.

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Gegen Asylknast

(epd). Mit einem Flashmob haben rund 40 Jugendliche am Sonntag auf dem Publikumstag des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) gegen das Flughafenasyl protestiert. Die Köpfe in gelben Stoffbeuteln mit der Aufschrift »Inhaftiert, entrechtet, abgeschoben - kein Abschiebegefängnis im BER« und die Hände auf dem Rücken gefesselt mischten sich die Akteure fünf Minuten lang unter die Baustellen-Besucher. Da...

Planwirtschaft

Unverdrossen zogen Berliner und Brandenburger am Wochenende zum neuen Flughafen - oder besser zu dessen Baustelle. Die Menschen an Spree und Havel bleiben neugierig. Sie klettern auf Infotürme, starren in Gruben, kraxeln durch Kuppeln, nehmen Autotunnel unter das feste Schuhwerk oder erfreuen sich fast musisch an einem Kranballett. Kaum etwas, das sie nicht täten. Abgesehen vielleicht einmal von e...

Trubel am Terminal
Benno Schwinghammer, dpa

Trubel am Terminal

»Die wären doch niemals in drei Wochen fertig geworden«, sagt ein Besucher. Die Blicke richten sich auf die Baustelle einige Meter hinter der schmucken Glasfassade des neuen Hauptstadtflughafens. Auf den Publikumstagen »Rund ums Terminal« war an diesem Wochenende das Gelände für Besucher geöffnet. Wo an manchen aufgeräumten Stellen nur noch die Passagiere fehlen, erinnert der Airport andernorts me...

Planung, Pech und Pannen

1996 fassen Bund, Berlin und Brandenburg den »Konsensbeschluss« für den Bau eines Hauptstadtflughafens in Schönefeld. Viele Fachleute bevorzugen Sperenberg 70 Kilometer südlich von Berlin. 2003 platzt das Vorhaben, den Airport privat bauen und betreiben zu lassen endgültig. Der Flughafen wird in öffentlicher Trägerschaft in Angriff genommen. Eine Eröffnung im Jahre 2008 wird verworfen. 2005 ...

Flughafen ist keine Pommes-Bude

(dpa/nd). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warf der Flughafengesellschaft am Wochenende Versagen vor. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schließt ein personelles Nachspiel nicht aus. Man werde die Fehler aufarbeiten, »und gegebenenfalls müssen auch Konsequenzen gezogen werden«, sagte Wowereit. Er verneinte, dass ein Mitarbeiter aus dem »unteren Bereich« für die Chefs...

ndPlusSarah Liebigt

Die Stühle standen doch schon auf der Terrasse

In den Blumenkästen liegt noch das Laub vom letzten Herbst, davor steht ein schwarzer Stuhl, der jetzt völlig mit Blütenstaub überzogen ist. Lea Sandbergs Balkon ist ungenutzt. Die 27-Jährige wohnt in der Granitzstraße im Bezirk Pankow. Von morgens bis abends fliegen über dem Haus die Flugzeuge tief im Landeanflug Richtung Tegel. »Ich hör' die Flugzeuge eigentlich gar nicht mehr«, sagt Sandberg, d...

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Kritik an »Hinrichtung«

(dpa). Zu dem umstrittenen Berliner Kunstexperiment um die Hinrichtung eines Schafes sind bei der Staatsanwaltschaft inzwischen acht Anzeigen eingegangen. Wie eine Sprecherin der Berliner Anklagebehörde am Freitag mitteilte, werde zu den Vorwürfen wie Verstößen gegen das Tierschutz- sowie Waffengesetz und Sachbeschädigung ermittelt. Zwei Meisterschüler der Berliner Universität der Künste, Iman ...

Zum Rand der Ewigkeit

Großes Finale im A-Trane. Heute beginnt im Jazzclub A-Trane in Berlin-Charlottenburg der zweite Teil von »Great Black Music«, der bis Mitte der Woche andauert, und durch den Auftritt eines Altvorderen ein großes Ereignis erwarten lässt. Aber bereits die verklungenen Konzerte der letzten Woche sollten als künstlerische Sternstunden im Gedächtnis bleiben. Getreu der Ansicht des verstorbenen Albert M...

Anouk Meyer

Orientierung nach unten

Emanzipation versus männliche Selbstbehauptung: Neu ist der Stoff, auf dem die aktuelle Inszenierung des Theaters am Kurfürstendamm beruht, wahrlich nicht. Als Esther Vilar 1971, also vor mehr als 40 Jahren, mit ihrem Buch »Der dressierte Mann« die Gegenthese zur Feminismus-Bewegung aufstellte, flogen die Fetzen, Alice Schwarzer verglich das Werk der jüdischen Autorin gar mit dem »Stürmer«. Heute ...

ndPlusVolkmar Draeger

Dauerkuss und Vorehekrach

Gilles Dyrek fackelt nicht lange. Der französische Autor und Schauspieler, Mittvierziger, geht mit seinem Stück »Venedig im Schnee« rasch in die Vollen. In den ersten Szenen umreißt er die Situation, die er eindreiviertel Stunden lang hochkochen lässt und dann zum Höhepunkt führt. Zwischendrin scheint es Aufhaltepunkte zu geben, die indes verschlimmernd wirken. So entsteht amüsantes Theater. Und d...

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Gefährlichstes Bundesland

(dpa). Berlin ist laut Kriminalstatistik das gefährlichste deutsche Bundesland. Nach einem Zeitungsbericht vom Wochenende wurden vergangenes Jahr in der Hauptstadt 14 286 Straftaten pro 100 000 Einwohner registriert. Auf einen ähnlichen hohen Wert komme nur noch der Stadtstaat Bremen mit 14 077. Das sicherste Bundesland sei einmal mehr Bayern. Dort habe es auf 100 000 Einwohner lediglich 4...

Sternmarsch gegen soziale Ungleichheit

(dpa). Weit mehr als 1000 Menschen sind am Samstag in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen soziale Ungleichheit und das derzeitige Wirtschaftssystem zu demonstrieren. Nach dem Sternmarsch zum Alexanderplatz sprachen die Organisatoren von 5000 Teilnehmern, die Polizei war bei den fünf Protestzügen in einer ersten Schätzung nur auf 1500 Teilnehmer gekommen. Die angepeilte Zahl von 10 000 Dem...

Bundeswehr zieht ab

Landau (dpa/nd). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Bundesregierung zu mehr Unterstützung für die von Standortschließungen der Bundeswehr betroffenen Länder aufgefordert. »Die Länder erwarten, dass der Bund für die von ihm produzierten Konversionslasten auch aufkommt«, sagte Beck am Samstag in Landau einer Mitteilung zufolge. »Hier besteht ein grundlegender Dissens ...

Proteste gegen die NPD

Sonneberg (epd/nd). Trotz eines kurzfristigen Ortswechsels in das Dorf Haselbach bei Sonneberg konnte die Thüringer NPD am Wochenende ihren Landesparteitag nicht ungestört abhalten. Rund 80 Menschen hatten sich am Samstag in dem Ort versammelt, um gegen die im ehemaligen Kulturhaus tagenden Rechtsextremen zu demonstrieren. An den Protesten beteiligten sich nach Angaben der Mobilen Beratung in Thür...

Doreen Fiedler, dpa

Die braven Hausbesetzer

Das Gras schießt auf dem Bolzplatz in die Höhe, verlassen liegt das Basketballfeld daneben in der Sonne. Hinter den dreckigen Fensterscheiben stehen kleine Stühle auf kleinen Tischen, seit Monaten unbenutzt. Die klobige Uhr über ihnen zeigt immer Viertel vor zwei. In diese Stille hinein rattern Kunststoff-Rollen - Sebastian Weber fährt mit seinem Skateboard den langen Gang entlang zur Toilette. ...

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Kein Minimum für Kommunen

Potsdam (dpa). Die brandenburgische SPD hat ihr umstrittenes Thesenpapier zur Landesentwicklung der nächsten 20 Jahre entschärft. So soll es künftig keine Untergrenzen mehr geben, wonach Städte, Gemeinden und Ämter im Jahr 2030 in der Regel mindestens 12 000 sowie alle Landkreise mehr als 200 000 Einwohner haben sollen. Dies sei Ergebnis einer einjährigen öffentlichen Debatte, sagte der Landesvors...

Prozesse zu lang

Potsdam (dpa). Rund 1,3 Millionen Euro stehen in Brandenburg in diesem Jahr für Schadenersatzansprüche nach zu langen Gerichtsverfahren bereit. Das erklärte Justizminister Volkmar Schöneburg (LINKE) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Nach einem seit Januar geltenden Bundesgesetz können Betroffene eine Entschädigung einklagen, wenn das Verfahren zu langwierig ist. Um Verfahren zu b...

NPD-Aufzug blockiert

Cottbus (dpa). Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Cottbus einen Aufmarsch der rechtsextremistischen NPD stundenlang blockiert. »Wir wollten den Neonazis auf keinen Fall unsere Straßen überlassen«, sagte Angelika Müller vom Bündnis »Cottbus Nazifrei!«. Mehr als 700 Menschen beteiligten sich nach Bündnisangaben an insgesamt neun Sitzblockaden. »Es ist phänomenal, dass sich den ganzen Tag ü...

Hightech für Rettung alter Gewölbe
ndPlusGrit Büttner, dpa

Hightech für Rettung alter Gewölbe

Risse, brüchiges Mauerwerk: Wie halten die Jahrhunderte alten Gewölbe über den Kirchen und wie lange noch? Wismarer Forscher entwickeln computergestützte Mess- und Berechnungsmodelle für historische Kirchendächer.

Das ist Poker
Wilfried Neiße

Das ist Poker

Nach dem Flughafenprojekt ist nun auch auf der zweiten großen Baustelle des Landes eine Debatte um den Eröffnungstermin entbrannt. Sie überschattete den zweiten »Tag der offenen Tür« für den Bau des Schlosslandtages, der am Sonnabend auf reges Interesse der Potsdamer und ihrer Gäste stieß. Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) ließ sich auf keine Unsicherheit ein. Derzeit liege seitens des Bauunte...

ndPlusAndreas Fritsche

Schöne Schlösser, hässliche Herrenhäuser

Die Drittklässler ziehen an Strippen. In der Mitte hängt ein rohes Ei. Die Grundschüler sollen einen Parcours bewältigen, ohne das Ei fallen zu lassen. Sie sind auf Klassenfahrt und lernen als Team zu arbeiten. Tolle Sachen veranstaltet die Arbeiterwohlfahrt auf ihrem Gut Kemlitz. Gern würde Projektleiter Uwe Prinz für diese Zwecke auch das alte Gutshaus ausbauen. Doch der Denkmalschutz vereitelte...

Sigurd Schulze

Ehrgeizige Pläne für Dresdner Bauten

Noch in diesem Jahr sollen die Bauvorbereitungen für den Umbau des Kulturpalastes beginnen. Die Philharmoniker freut's, ihre Vorstellungen für ihre neue Arbeitsstätte wurden in die Planungen aufgenommen.

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ndPlusHenry-Martin Klemt

Die gespiegelte doppelte Eins

Mit der Zeit werden Sie es verstehen«, bekommt Landolf Scherzer in China zu hören. Und: »Einmal gesehen ist besser, als hundertmal gelesen.« Aber einmal gelesen kann auch sehr erfreulich sein, wenn sich ein erfahrener Reporter auf den Weg macht, einer, der lieber noch einmal mit den Ohren nachsieht, was seine Augen gehört haben wollen. Dessen Abenteuer in jeder Nebenstraße beginnt. Der sich auch b...

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16 Filme mit Fassbinder

Nach einer Herzattacke auf offener Straße ist der Schauspieler Günther Kaufmann in Berlin gestorben. Wie erst am späten Freitagabend bekannt wurde, war der gebürtige Münchner bereits am Donnerstag bei einem Spaziergang im Grunewald zusammengebrochen. Medienberichten zufolge kämpften die Ärzte noch zwei Stunden lang um Kaufmanns Leben, doch sie konnten den populären Mimen nicht mehr ins Leben zurüc...

Kulturbruch

Eklat bei der Verleihung des renommierten Henri-Nannen-Preises für Journalisten: Drei Redakteure der »Süddeutschen Zeitung« lehnten die Auszeichnung bei der Verleihung am Freitagabend ab, weil sie nicht gleichzeitig mit der »Bild»-Zeitung für deren Berichterstattung zur Korruptionsaffäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff geehrt werden wollten. Das berichtete die »Süddeutsche« sel...

ndPlusGunnar Decker

Magie trifft Ökonomie

Rollenspiele. Wer ist wer? Faust und Mephisto wissen ohnehin immer nur im Spiegel ihres Gegenübers, wer sie möglicherweise gerade sind (Persönlichkeit ist auch nur eine Frage des Aggregatzustands) - nun aber gerät auch noch Gretchen in den Strudel: Mal ist sie die Verführte, mal der Verführer. Faust mit seinem weiblichen alter ego im Selbstgespräch. Das ist eines der Hauptmotive in Nicolas Stemann...

Harald Kretzschmar

Wollen gegen Widerwillen

Jahrzehntelang zementierte Einbildungen bröckeln sehen und den Zerfall schließlich widerwillig akzeptieren - wie bekannt uns das vorkommt. Im vergangenen Land zerbröselte der Beton einer Ideologie. Aus den Bruchstücken spross längst neues Wollen, da wurden im Westen alte Vorurteile neu versteift. Neugier auf die bisher unbeachtete Kunst des Ostens? Keineswegs. Anders Gedachtes und Gestaltetes akze...

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Blöd, jetzt hier zu stehen

Herr Gomez, Sie haben mit dem FC Bayern erneut gegen Dortmund verloren, und das auch noch im Pokalfinale.Gomez: Das ist natürlich richtig bitter. Ich freue mich, gleich im Bus sitzen zu können und nicht mehr über das Spiel sprechen zu müssen. Wie haben Sie denn das Spiel gesehen?Auch wenn es blöd ist, jetzt hier nach fünf Gegentoren zu stehen und so etwas zu sagen, aber Dortmund war nicht so st...

Nicht auf Augenhöhe

nd: Herr Kehl, wie ist dieses Gefühl, den Pott in der Hand zu halten?Sensationell. Wir haben eine absolut berauschende Saison hinter uns, erst der Meistertitel und jetzt dazu das Double. 103 Jahre hat Dortmund darauf gewartet, wir haben es heute erreicht. Das wird in die Geschichtsbücher eingehen und wird bei uns vor allem auch sehr, sehr lange in den Köpfen bleiben. Die Bayern-Spieler waren ve...

ndPlusAlexander Ludewig

Goldglänzendes Tollhaus

Schnipsel glitzerten in der Luft, unzählige Papierschlangen fielen flimmernd vom Stadiondach auf den Rasen. Doch bevor sich das Berliner Olympiastadion am späten Samstagabend in ein goldglänzendes Dortmunder Tollhaus verwandelt hatte, schlich die gesamte Endspieldelegation des FC Bayern München mit hängenden Köpfen am DFB-Pokal vorbei. Spieler, Trainer und Betreuer bekamen nach dem 2:5 gegen den B...

Tobias Küpper und Jana Lange, SID

Nicht bloß ein Traum

Dem historischen Tag folgte eine feuchtfröhliche Nacht: Ausgelassen feierten Bayern Münchens Fußballerinnen in Köln den ersten Pokaltriumph der Klubgeschichte bis in die Morgenstunden. »Wir haben uns heute in die Geschichtsbücher eingetragen, das ist phänomenal«, sagte der sonst so sachliche Trainer Thomas Wörle nach dem Sturz des Titelverteidigers 1. FFC Frankfurt. Währenddessen herzten seine Spi...

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Es rutschte nicht mehr

Es rutschte nicht mehr

Herr Koch, über 200 Meter Brust konnten Sie den WM-Dritten Christian vom Lehn besiegen und an einem Tag zweimal die Olympianorm unterbieten. Alles ganz nach Plan?Koch: Ich hatte geglaubt, dass ich im Finale noch schneller schwimme als 2:09,48 Minuten. Aber ich bin superglücklich, dass ich das Ticket nach London gelöst habe. Nachdem es 2011 mit der verpassten WM so schlecht gelaufen war, hätte ich ...

Thüringer HC winkt erneut der Titel

Thüringer HC winkt erneut der Titel

Die Handball-Frauen des Thüringer HC können weiter von einer erfolgreichen Titelverteidigung in der Bundesliga träumen. Der deutsche Meister verlor zwar das Final-Hinspiel beim Buxtehuder SV mit 25:26 (11:10), geht aber angesichts des knappen Rückstandes optimistisch in das Rückspiel am kommenden Sonnabend (15.00 Uhr) in Bad Langensalza. »Wir hätten natürlich gerne gewonnen, aber für das Rü...

ndPlusOliver Händler

Nächster Traum Olympia

Das deutsche Schwimmteam blickt hoffnungsvoll zu den Olympischen Spielen. Viele arrivierte Asse und ein paar neue Gesichter qualifizierten sich für London. Weltrekordler Paul Biedermann ist zwar auch dabei, sucht aber noch nach seiner Bestform.

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1977 »nd« gelesen - 34 Mal dabeigewesen

1977 »nd« gelesen - 34 Mal dabeigewesen

Sieben Mal Supermarathon, zwölf Mal Marathon, 15 Mal Halbmarathon. So die Start- und Zielbilanz von Reiner Lösch aus Schwallungen. Seit 1978 ist er beim Rennsteiglauf dabei, und von Anfang an Mitglied im nd-Team. Denn ohne seine Zeitung wäre er vielleicht niemals auf den Rennsteig gekommen. Zum 40. Jubiläumslauf brachte er den Originalbeitrag von Ex-nd-Redakteur Michael Müller alias Herbert Sc...

Halbmarathon zum Geburtstag

Halbmarathon zum Geburtstag

»Wie gute alte Bekannte wurden wir im nd-Team begrüßt«, erzählen Rosemarie und Helmut Fillinger begeistert. Die Berliner waren zum ersten Mal als Aktive beim Rennsteiglauf dabei. Der 67-Jährige kannte die Atmosphäre aus früheren Zeiten, da er als Mannschaftsbetreuer zum Rennsteig fuhr. Zu Hause hatte er immer so begeistert davon erzählt, dass Rosemarie sich schon lange wünschte, einmal selbst dabe...

Erst Tunnelblick, dann Hully-Gully
ndPlusHeidi Diehl und Michael Müller, Schmiedefeld

Erst Tunnelblick, dann Hully-Gully

Der 40. GutsMuths-Rennsteiglauf endete am Sonnabend bei kühlem aber trockenen Wetter mit neuen Rekorden: Nie zuvor kamen 15 978 Läuferinnen und Läufer ins Ziel. Nie zuvor waren nur 64 ausgestiegen. Und nie zuvor gingen fünf der sechs Tagessiege auf den drei Hauptstrecken über 72,7, 43,5 und 21,1 Kilometer an die Thüringer Gastgeber.