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Ausgabe vom 16.06.2012

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Fünf Jahre Linkspartei: Gysi sieht Versprechen für eine neue Linke nicht erfüllt

Fünf Jahre Linkspartei: Gysi sieht Versprechen für eine neue Linke nicht erfüllt

Gregor Gysi sieht das mit der Gründung der Partei DIE LINKE vor genau fünf Jahren am 16. Juni 2007 gegebene »Versprechen auf eine neue linke Partei« noch nicht als erfüllt an. Er müsse konstatieren, »dass wir innerparteilich mit unserem Versprechen nicht weit gekommen sind«, schreibt er in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung »neues deutschland« (Samstagausgabe). Als Hintergrund nennt ...

Unten links

Heute und morgen findet in Berlin das Fest der Linken statt. Seit etlichen Jahren hat dies Tradition, je nach sonstiger Terminlage am ersten oder zweiten Wochenende im Juni. Nun will der Kalender 2012, dass der Sonntag auf den 17. Juni fällt. Das hat einige Leute empört, von FDP- und CDU-Politikern über die »Vereinigung der Opfer des Stalinismus« bis zum »Berliner Kurier«. Sie finden das Fest zu d...

Schriftsteller Raul Zelik in die Linkspartei eingetreten

Schriftsteller Raul Zelik in die Linkspartei eingetreten

Der Schriftsteller Raul Zelik ist in die Linkspartei eingetreten. In einem Essay für die Tageszeitung »neues deutschland« (Samstagausgabe) begründet er seine Entscheidung mit der »guten Rolle«, die die LINKE in der gesellschaftskritischen Auseinandersetzung in den vergangenen Jahren gespielt hat. Diese »gescholtene, durcheinandergewürfelte, oft auch bizarre Partei« habe wesentliche Frage...

Roland Etzel

Trüb wie die Wasser des Nils

Nach der Annullierung der ägyptischen Parlamentswahl durch das Verfassungsgericht hat ein Zusammenschluss linksgerichteter und liberaler Gruppen die Armee der Konterrevolution bezichtigt.

ndPlusIngolf Bossenz

Countdown zum »Undenkbaren«

Wer angesichts der am Sonntag anstehenden hellenischen Wahlen die Brisanz dieses Votums betont, trägt Eulen nach Athen. Griechenland steht vor einer Zerreißprobe.

ndPlusCarsten Lappe und Lars Reinefeld, dpa

0:1 gegen Tschechien: Polens Viertelfinal-Traum geplatzt

Im Dauerregen von Breslau ist der polnische Traum vom Einzug ins EM-Viertelfinale im eigenen Land weggespült worden. Trotz einer engagierten Vorstellung verloren die Gastgeber am Samstag zum Vorrunden-Finale das Nachbarschaftsduell gegen Tschechien mit 0:1 (0:0) und schlossen die Gruppe A mit nur zwei Punkten als Letzter ab.

ndPlusPascal Thibaut

Hollande pur

Die Lage des Landes war noch nie so schwierig. Und noch nie wird eine Regierung über so viel Macht verfügen. Wenn morgen Abend die Wahllokale in Frankreich schließen, könnten die Sozialisten freie Bahn haben, um ihre Versprechen umzusetzen. Nachdem im letzten Herbst die zweite Parlamentskammer, der Senat, nach einer jahrzehntelangen konservativen Führung von der Linken erobert wurde, wird ab komme...

Wolfgang Müller und Heinz Büse, dpa

Griechenland erreicht EM-Viertelfinale - 1:0 gegen Russland

Sie haben es auf den letzten Drücker gepackt! Griechenland steht im EM-Viertelfinale. Für Russland hingegen ist das Turnier überraschend beendet. Rekordnationalspieler Karagounis war der Matchwinner.

Seite 2
ndPlusAnke Stefan, Athen

Richtungswahl in Griechenland

Vor dem Hintergrund einer drohenden Staatspleite, hoher Arbeitslosigkeit und wachsender Armut sind die 9,7 Millionen Stimmberechtigten in Griechenland am Sonntag dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Der Ausgang ist wieder völlig offen.

Seite 3
ndPlusJürgen Amendt

Zweifelhafter Geldsegen

Mit einer Finanzspritze wollen Bund und Länder die Spitzenforschung an den Hochschulen stärken. Die Gelder der Exzellenzinitiative - es geht um insgesamt 2,7 Milliarden Euro - seien jedoch besser für die Breitenförderung ausgegeben, argumentieren die Kritiker.

Seite 4

Unbefristeter Streik

Wiesbaden (nd-Öfinger). Der Widerstand gegen die drohende Schließung der Produktion beim Gewürzhersteller Kerry Ingredients GmbH im hessischen Rodgau-Jügesheim nimmt zu. Seit Donnerstagmittag befinden sich die Beschäftigten der Bereiche Produktion und Logistik in einem unbefristeten Streik für einen Sozialtarifvertrag. Zuvor hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten im...

Kommt die dritte Startbahn?

München (dpa/nd). Vor dem Münchner Bürgerentscheid über die dritte Flughafen-Startbahn an diesem Sonntag kämpfen Befürworter und Gegner mit aller Macht und bis zur letzten Sekunde um die Mehrheit. Während Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (beide FDP) noch einmal vehement für das umstrittene Projekt warben, erklärte Grünen-Landeschef ...

Fabian Lambeck

Hammelsprung stoppt Herdprämie

Peinliche Panne für Schwarz-Gelb: Eigentlich sollte sich der Bundestag gestern in erster Lesung mit dem Betreuungsgeld befassen. Doch dazu kam es nicht, da es der Opposition mit einem Trick gelang, einen Abbruch der Sitzung zu provozieren. Somit ist der Zeitplan für das umstrittene Vorhaben völlig durcheinander geraten.

Seite 5
Uwe Kalbe

Versöhnung mit C-Schlauch

Am Donnerstagabend traten Gregor Gysi und Oskar Lafontaine erstmals seit dem Parteitag in Göttingen gemeinsam in einer Veranstaltung auf. Der Ort war feinsinnig gewählt, die Auferstehungskirche in der Friedensstraße in Berlin bot den symbolträchtigen Rahmen für eine Demonstration der Einheit.

Seite 6

China zeigt Interesse für Grönland

Chinas Präsident Hu Jintao wählte eine ungewöhnliche Route für die Reise zum G20-Gipfel in Mexiko. Statt über den Pazifik zu fliegen, machte er Zwischenstation in Kopenhagen.

Olaf Standke

Nur ein bisschen Frieden

Arabien habe sich in einer insgesamt etwas friedlicher gewordenen Welt zur unruhigsten Region entwickelt, so das Fazit des Global Peace Index (GPI), der jetzt bei den Vereinten Nationen vorgestellt wurde.

ndPlusIan King, London

David Camerons Lack ist ab

Fast die gesamte britische Politprominenz hat inzwischen vor dem Leveson-Ausschuss zur Untersuchung von Medienmacht und Politiker-Filz ausgesagt. Am Donnerstag war Tory-Premier David Cameron fünf Stunden lang dran.

Seite 7

Putzprotest gegen Prekarität

Berlin/Frankfurt am Main (nd). Am Internationalen Tag der Gebäudereiniger hat die Gewerkschaft IG BAU am Freitag bundesweit gegen die Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen in der Branche protestiert. In Berlin fegten IG-BAU-Mitglieder symbolisch vor dem Brandenburger Tor. »Insbesondere Minijobs werden von Arbeitgebern zunehmend missbraucht. Die Betriebe steigern damit ihren Profit auf K...

100 Milliarden für britische Banken

London (nd/AFP). Die britische Regierung und die Notenbank wollen angesichts der sich durch die Euro-Krise verschärfenden Spannungen an den internationalen Kapitalmärkten ihren eigenen Banken Geld zu günstigen Konditionen leihen. Die Kreditinstitute sollten mit billigen Krediten versorgt werden, wobei mehr Sicherheiten als bisher akzeptiert werden. Dazu zählt etwa, dass die Banken selbst ausreiche...

Vision für das Jahr 2050

Die Linksfraktion im Bundestag will offenbar künftig stärker das Internet nutzen, um mit den Bürgern in einen Dialog zu treten. In einem kürzlich veröffentlichten Papier macht sie Vorschläge zum sozialen und ökologischen Umbau der Wirtschaft, die auf der Webseite www.plan-b-mitmachen.de zur Diskussion gestellt werden. Diejenigen, die über keinen Internetanschluss verfügen, können sich an einer Kon...

ndPlusJohn Dyer, Boston

Angst vor Blase bei US-Staatsanleihen

Käufer von US-Staatsanleihen erleiden schon seit längerem Verluste. Die Rendite liegt deutlich unter der Inflation. Und sie sinkt weiter. Bildet sich hier die nächste Finanzblase?

Seite 8

Mitgegangen, reingefallen

Medium Extended Air Defense System - kurz MEADS - ist ein Projekt, das weniger einen aus der Luft angreifenden Feind sondern eher brave Steuerbürger abschrecken kann. Ursprünglich hatten sich die Regierungen der USA, Deutschlands, Frankreichs und Italiens schon vor über einem Dutzend Jahren zusammengetan, um Lockheed-Martin und ein paar europäische »Partner«-Konzerne zu beglücken. Rot-Grün machte ...

Ägyptens Volksgeneräle

Die ägyptischen Generäle haben sich vergaloppiert. Die Sprüche des Verfassungsgerichtshofes erkennen sie offenbar an. Aber sie selbst hatten ihm 2011 per Verfügung ihres Militärrates die Legitimität entzogen. Da sie das Urteil des Hofes anerkennen, haben sie es mit ziemlicher Sicherheit dort selbst auf den Weg gebracht. Das war mindestens grob fahrlässig und hat ihre Freunde im Weißen Haus wieder ...

Zeit zum Nachdenken

Es gehört zum Wesen einer Koalition, dass man auch politische Projekte seiner Partner stützt, die mit der eigenen Agenda nur schwer zu vereinen sind. Im Idealfall gelingt es den Koalitionären, die umstrittenen Projekte durch geschickte Verhandlungen zumindest etwas moderater zu gestalten. Beim Betreuungsgeld ist das anders. Der als Herdprämie verschriene Zuschuss für Eltern, die ihre Kinder lieber...

Verteidiger

Es ist eine turbulente Zeit, in der Detlev Drenckhahn sein Amt als Deutschlandchef des World Wide Fund for Nature (WWF) antritt. Die weltbekannte Naturschutzorganisation steht seit mehreren Wochen in der Kritik, weil sie juristisch gegen das »Schwarzbuch WWF« des deutschen Journalisten Wilfried Huismann vorgeht. Darin wird dem WWF vorgeworfen, mit Großkonzernen zu kooperieren und so der Umwelt zu ...

Gerhard Dilger

Was fordert Bolivien?

nd: Was erwartet die bolivianische Regierung vom Rio+20-Gipfel über nachhaltige Entwicklung?Wir erhoffen uns Antworten auf die dringenden Menschheitsprobleme: die Armut, die Umwelt-, die Wirtschafts- und die Nahrungsmittelkrise. Das Prinzip der differenzierten Verantwortung muss weiterhin gelten: Die entwickelten Länder müssen die Krise lösen, die sie verursacht haben. Das entspricht der Position ...

Seite 11

Im Verkehr mit Menschen

Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen, soll Arthur Schnitzler mal gesagt haben, sei, ihnen ihre Ausreden wegzuräumen. Im Verkehr mit Fußballern hält es die UEFA genauso: Am Montag wird sie in Kiew den Fall des Dänen Nicklas Bendtner verhandeln, und es ist zu erwarten, dass sie sich mit bloßen Ausreden nicht zufrieden geben wird. Beim 2:3 der dänischen Mannschaft gegen Portugal hatte der 24-jährig...

Matthias Koch, Poznan

Ein Frage der Psyche

Kurz vor dem Abpfiff humpelte Mario Mandzukic vom Platz. Kroatiens angeschlagener Torschütze musste die letzten Minuten des 1:1 (0:1) gegen Italien wegen eines Schlages auf den Fuß von der Bank verfolgen. Danach reichten seine Kräfte jedoch allemal, um sich bei den mehrheitlich kroatischen Fans unter den 37 096 Zuschauern im Stadion von Poznan freudig erregt zu bedanken. Der 26-jährige Angreif...

ndPlusFlorian Lütticke, dpa

Kalte Dusche für die Ukraine

Frankreichs Fußballer haben in einer historischen Gewitterpartie von Donezk den Co-Gastgeber Ukraine die EM-Euphorie gründlich verdorben. Das Team von Trainer Laurent Blanc feierte am Freitagabend beim 2:0 (0:0) den ersten Erfolg bei einem großen Turnier seit 2172 Tagen und hat Kurs aufs Viertelfinale genommen. Die Franzosen ließen sich auch von einer 57-minütigen Regenzwangspause nicht beirren un...

ndPlusOlaf Sundermeyer, Lwiw

Hakenkreuze am Weltkulturerbe

Für jedes Ligaspiel gehen bis zu 3000 Karten über diesen Schreibtisch. Auf dessen Vorderseite prangt ein gezeichneter Reichsadler, der ein Hakenkreuz in den Krallen hält. Davor schart sich eine Gruppe schwarz gekleideter junger Männer: Ultras, die radikalsten Fans des Erstligisten Karpaty Lwiw. In der Ukraine sind die meisten von ihnen auch politisch radikal, so wie diese »Banderstadt Ultras« in L...

Seite 12
Jirka Grahl, Kiew

Zopf und Bart

Diese EM macht so viel Spaß wie lange kein großes Turnier mehr. Großartiger Fußball, viele Tore, spannende Matches, überraschende Wendungen: so auch gestern Abend in Kiew, als sich die Mannschaften von England und Schweden im Olympiastadion von Kiew begegneten. 3:2 stand es am Ende für England, womit Schweden nach der Auftaktniederlage gegen die Ukraine den Viertelfinaleinzug bereits verpasst hat....

Angst und Nervenkitzel

Für Sebastian Boenisch ist es ein »echtes Finale«, für Robert Lewandowski das »vielleicht wichtigste Spiel in der Fußballgeschichte des Landes«. Das heutige EM-Duell mit Tschechien in Wroclaw sorgt in Polen für kollektiven Nervenkitzel. Mit einem Sieg stünde die heimische Nationalmannschaft erstmals seit den 80er Jahren im Viertelfinale eines großen Turniers. Doch schon ein Remis würde den Co-Gast...

Jirka Grahl, Kiew

Eine ganz komische Härteprüfung

Trotz der zwei Siege ist das Spiel gegen Dänemark am Sonntag tückisch, denn bei einer Niederlage ist das Ausscheiden im Bereich des Wahrscheinlichen. Deswegen will die DFB-Elf in Lwiw keine Rechenspiele anfangen, sondern auf Sieg spielen. Bereits bei einem Punktgewinn stünden der Gruppensieg und Gdansk als Viertelfinalspielort fest.

ndPlusElmar Dreher, dpa

Der Titelverteidiger trumpft groß auf

Spanien spielt sich in die Rolle des Topfavoriten. Joachim Löw verfolgte die 4:0-Gala des Europameisters gegen die völlig chancenlosen Iren im Stadion. Nicht nur der Bundestrainer dürfte beeindruckt gewesen sein.

Seite 13

Bei Hitze kein Notruf?

(dpa/nd). An heißen Sommertagen könnte in Berlin die Notrufnummer 110 ausfallen. Die Polizei fürchte bei hohen Temperaturen Ausfälle im Rechenzentrum des Polizeipräsidiums, sagte ein Sprecher. Das Problem sei seit Jahren bekannt, denn im Rechenzentrum sorgen zahlreiche Geräte für starke Wärme. Seit vergangenem Jahr soll ein Notstromaggregat für zusätzliche Kühlung sorgen. Da dies nicht ausreichend...

Kinder unter Stein begraben

(dpa). Zwei Kinder sind gestern beim Spielen in einem Park unter einem riesigen Stein begraben worden. Die Schüler hielten sich bei dem Ausflug in einer Art trockengelegtem Flussbett auf, in dem Findlinge standen. Ein etwa eine halbe Tonne schwerer Granitblock habe sich plötzlich in Bewegung gesetzt, sei auf die Beiden gestürzt und habe sie unter sich begraben, berichtete ein Feuerwehrsprecher. Sp...

Bernd Kammer

Experten

LINKE und moderne Kommunikationsformen, das ist natürlich überhaupt kein Widerspruch. Während der Haushaltsdebatte am Donnerstag war das gut zu beobachten. Uwe Doering, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion, übermittelte via Twitter eine Nachricht nach der anderen. 104 Follower, also Leute, die seine Beiträge abonniert haben, habe er erreicht, davon 20 neue, zeigte er sich begeistert...

ndPlusAndreas Fritsche

Keine Tricks beim Schallschutz am Airport

Die Berliner Flughäfen dürfen sich nicht alles erlauben und das brandenburgische Verkehrsministerium muss dafür sorgen, dass die Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens »Willy Brandt« in Schönefeld den Schallschutz erhalten, der ihnen zusteht. Die Bürger haben einen Anspruch auf besseren Lärmschutz, befand das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Freitag. Es verpflichtete das Verkehrsmi...

Jugendliche, die keiner will
ndPlusNissrine Messaoudi

Jugendliche, die keiner will

Miguel sitzt in einem Sessel. Die Beine hat er auf einem Baumstamm hochgelegt. Seine Arme hängen herunter. Sein schwarzes Cappy sitzt tief im Gesicht. Zusammen mit Jule, Daniel und Dennis »chillt« er auf dem Hinterhof des Jugendzentrums Steinhaus in Berlin-Lichtenberg. Wenn möglich jeden Tag. »Ich komme her, um meine Probleme zu vergessen«, sagt Miguel. Seine Augen verraten, dass er es in seinem b...

Seite 14

Brandt-Schau in Mitte

(dpa). Eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken des SPD-Politikers Willy Brandt wird künftig in Berlins historischem Zentrum zu sehen sein. Wie die Willy-Brandt-Stiftung am Donnerstag mitteilte, zieht die Schau vom Rathaus Schöneberg ins Forum Willy Brandt in die Straße Unter den Linden. Für Besucher ist die Ausstellung von kommenden Mittwoch an geöffnet. ...

Rakowski

48 h Neukölln

(nd/Rakowski). »Endstation Neukölln« - unter diesem Motto findet dieses Wochenende zum 14. Mal das Kunst- und Kulturfestival »48 Stunden Neukölln« statt. Im gesamten Bezirk können Bürger und Künstler ausstellen, vorführen und diskutieren. Kreativität und Experimenten sollen keine Grenzen gesetzt werden. Im Zentrum steht die Zuwanderung nach Neukölln, die 1737 mit Glaubensflüchtlingen begann. ...

Stiftung will Neubau am Bode-Museum

(dpa). Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz setzt sich für einen baldigen Architekturwettbewerb zum Galeriebau gegenüber dem Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel ein. Dort soll die Sammlung Alter Meister einziehen, die bislang in der Gemäldegalerie am Kulturforum zu sehen ist. Dort wird gerade veröffentlichten Plänen zufolge ein »Museum des 20. Jahrhunderts« entstehen - mit der Sammlung Piet...

Lucía Tirado

In die Welt geschleudert

Die Welt ist schlecht. Bosheit, Lug und Trug. Dazu gesellen sich Katastrophen. Eine jagt die andere. Der naive Candide erlebt es - zunächst unerschütterlich in seinem Glauben an das Gute. Am Ende kann er davon durch die Hinwendung zur Arbeit etwas für sich, mehr noch für andere herbeiführen. Was zwischendurch geschieht, ist wahrlich haarsträubend bei der ersten Inszenierung der Saison im Amphithea...

Panoptikum der Kulturschocks
Volkmar Draeger

Panoptikum der Kulturschocks

Geschichten, die das Leben schreibt, sind meist spannender als jede literarische Erfindung. Was gerade im Heimathafen Neukölln läuft, untermauert diese These eindrücklich. Dort hat Regisseur David Benjamin Brückel jene Erzählungen zusammengefügt, die ihm Anwohner und ihre Familien anvertraut haben. Finden konnte er sie durch den Kontakt etwa zur Deutsch-Arabischen Unabhängigen Gemeinde, zum Quarti...

Seite 15

Fest mit Storch Heinar

Chemnitz (dpa/nd). Aus Protest gegen den Chemnitzer Thor-Steinar-Laden veranstaltet das Bündnis Bunter Brühl am Samstag ab 14 Uhr ein buntes Bürgerfest. Die sächsische SPD-Landtagsabgeordnete Hanka Kliese kündigte als Höhepunkt einen Auftritt der Satirefigur Storch Heinar an. Geplant sind auch ein Konzert mit mehreren Bands, ein Torwandschießen, ein Quiz zur Fußball-Europameisterschaft und eine Hü...

Sommer, Sonne, Guggenheim
Sarah Liebigt

Sommer, Sonne, Guggenheim

In der Christinenstraße parken drei Polizeibusse, die Beamten stehen vor ihren Autos. Zu tun gibt es am Freitagvormittag nichts, niemand will Farbbeutel werfen oder mit Transparenten an den Polizisten vorbei stürmen, um die Veranstaltung zu stören, zu deren Schutz sie hier sind. Am Nachmittag jedoch versuchen ein paar Aktivisten, das Gelände zu betreten und werden von der Polizei daran gehindert. ...

ndPlusRalf Hutter

Versuchter »Staatsstreich«

Um die Entwicklung des Mauerparks gibt es seit Jahren Streit. Nun schlagen die Wellen besonders hoch. SPD und CDU ignorieren den Willen der Bevölkerungsmehrheit, lautet die Kritik von Bezirksopposition und Bürgerinitiativen. Der Grund ist ein Antrag der beiden Koalitionsparteien, der mit ihren Stimmen am Mittwoch im zuständigen Bezirksausschuss beschlossen wurde und der am Donnerstagabend auf d...

ndPlusGuido Sprügel, Hamburg

Inklusion zum Dumping-Preis

Kurz vor der Verabschiedung des umstrittenen Inklusionsentwurfs in der Hamburger Bürgerschaft gingen Hunderte auf die Straße. Die Demonstranten begrüßten die Inklusion behinderter Schüler in Regelschulen, bemängelten jedoch die finanzielle Ausstattung der Lehreinrichtungen.

Michael Bartsch, Dresden

Bildungsnotstand in Sachsen

Jahrelang hat Sachsens Staatsregierung Prognosen zum Lehrermangel ignoriert. Jetzt häufen sich alarmierende Hinweise auf einen chaotischen Schuljahresbeginn im Herbst.

Seite 16

Das verschollene Kastell

Eigentlich war es eine Routine-Sanierung, doch dann stießen die Archäologen bei der Burgruine Landshut (Rheinland-Pfalz) auf ein römisches Kastell. Es ist das erste, das im Moseltal in solch großem Umfang freigelegt werden konnte.

Wilfried Neiße

Die LPG wurde meistens eine Agrargenossenschaft

Die genossenschaftlich geprägte Landwirtschaft Brandenburgs befindet sich in einer guten Wettbewerbsposition, sie behauptet sich achtbar im deutschen und europäischen Vergleich. Zu dieser Einschätzung gelangt das Gutachten »Agrargeschichte des Landes Brandenburg nach 1989/90«, das am Freitag in der Enquetekommission zur Aufarbeitung der Nachwendejahre vorgelegt worden war. Gutachter Professor K...

ndPlusKai Böhne, Göttingen

»Unsinnig und katastrophal«

Göttingen belegt beim Kita-Ausbau bundesweit einen Spitzenplatz. In einer Resolution protestieren Stadtvertreter jetzt gegen die Pläne der Bundesregierung für ein Betreuungsgeld.

ndPlusAndreas Fritsche

Das Karl-Liebknecht-Gymnasium bleibt

Das Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt (Oder) behält den Namen des KPD-Gründers. Am Donnerstagabend lehnten die Stadtverordneten die umstrittene Umbenennung doch noch ab. Dabei galt die Streichung des Namens als abgemacht, denn eigentlich verweigerte lediglich die Linksfraktion ihre Zustimmung. Sie allein hätte sich aber nicht durchsetzen können. Doch in der Abstimmung fiel der von Oberbürg...

ndPlusAndré Jahnke, dpa

Der Schatz am Monte Kaolino

Als weißes Gold wird Kaolin bezeichnet. Für die hochwertige Porzellanindustrie und in der Papierproduktion ist das Industriemineral unverzichtbar. In der Oberpfalz gibt es eines der bedeutendsten Abbaugebiete für Kaolin - nicht nur innerhalb Bayerns.

Seite 17
Kuschelrock
Christina Matte

Kuschelrock

Man hat uns gewarnt. »Zett« sei womöglich kurz angebunden, er stehe seit Tagen unter Strom. Kein Wunder, es ist der Abend davor. Am Morgen des zweiten Junisamstags wird im sächsischen Bad Berggießhübel die große Heimkinderausfahrt beginnen. »Zett« ist Thomas Zeligmann, Vorsitzender der »Motorradfreunde Beinhart« aus Pirna. Sein nur 24 Mitglieder zählender Verein organisiert die Ausfahrt zum 1...

Seite 18
Bereichernde Unterschiede

Bereichernde Unterschiede

Vor fünf Jahren haben sich Linkspartei.PDS und WASG vereinigt. Allein die Ankündigung im Jahr 2005 sorgte für einen sprunghaften Anstieg in den Umfragen. Das, was 2005 einen Wahlerfolg erzielte, war nicht nur die alte PDS, nicht nur die WASG, auch nicht nur die bloße Summierung beider, sondern es war das Versprechen auf eine neue linke Partei, die sich klar gegen Neoliberalismus und Militarismus p...

Seite 19
Fast eine Liebeserklärung
Raul Zelik

Fast eine Liebeserklärung

Ich bin in dieser Woche der LINKEN beigetreten. Um diese Entscheidung zu begründen, muss ich zunächst mal erklären, warum mich Parteien in 30 Jahren politischen Aktivismus‘ bislang wenig interessiert haben. Als politisch denkender Mensch lernt man schnell, dass die Zusammensetzung von Regierungen und Parlamenten für politische Entscheidungsprozesse in einer Gesellschaft oft völlig bedeutungslos ...

Seite 20
Termin
Bernd Zeller

Termin

Eine gute Nachricht nicht nur für Freunde des Flugverkehrs hat der Berliner Regierende Bürgermeister Wowereit bekanntgegeben, nämlich die Eröffnung des Berliner Großflughafens am 17. März, und zwar am nächsten 17. März. Das ist eine gute Nachricht für alle, denn sie zeigt, dass man wieder auf Monate disponieren kann, und dann sogar auf den Tag genau. Wowereit hätte auch sagen können: »Irgendwann i...

Mit spitzer Feder für eine gerechte Welt

Mit spitzer Feder für eine gerechte Welt

Er war der Sohn eines ehemaligen Unteroffiziers, der neben seiner späteren Tätigkeit als Anwaltsgehilfe in Hamburg eine Speisewirtschaft betrieb. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm vor allem dessen Schwester die Erziehung des Dreijährigen, der katholisch getauft, aber protestantisch konfirmiert wurde. Die Schule verließ er noch vor der Mittleren Reife, denn in den mathematischen Fächern erbra...

Silvia Ottow

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans!

Paul Görlitz war ein drahtiges Männchen mit schütterem weißgrauen Haar. Es stand von seinem Kopf ab wie bei Clown Ferdinand, wenn er in kurzen, bauschigen Turnhosen Ende der 60er Jahre durch die Kleinstadt am Rande des Spreewaldes spurtete. Der sportliche Mann kurz vor dem Seniorenalter wurde - besonders von uns Jugendlichen, die wir noch jede klitzekleine Unpässlichkeit als willkommenen Vorwand b...

Seite 21
Lieder gegen die Resignation
ndPlusMarko Ferst

Lieder gegen die Resignation

nd: Dota, in Ihren Liedern fallen die vielen Zwischentöne auf - ganz gleich, ob es um die Liebe und den Alltag geht oder um Kritik an gesellschaftlichen Zuständen.Dota: Sehr schlagwortartig oder parolenhaft Dinge zu konstatieren, liegt mir nicht. Für mich ist ein guter Text einer, der mehrere Ebenen hat. Ein gutes Lied sollte nie nur für denjenigen relevant sein, der es schreibt, sondern einen Tex...

Seite 22
Gute Fallanalysen - verfehlte Politik
Peter Strutynski

Gute Fallanalysen - verfehlte Politik

Es habe sich in den vergangenen Jahren bereits angekündigt: Die jährlich von den großen deutschen Friedensforschungsinstituten herausgegebenen »Friedensgutachten« werden in ihren friedenspolitischen Aussagen immer staatstragender und bellizistischer, enthalten aber immer noch eine Reihe hervorragender Analysen und Fallstudien zu verschiedenen bewaffneten oder unbewaffneten Konflikten in der Welt, meint Peter Strutynski.

Seite 23

WOCHEN-CHRONIK

14. Juni 1942: Zwei Tage nach ihrem 13. Geburtstag beginnt Anne Frank mit ihren weltberühmt gewordenen Tagebuchaufzeichnungen; das jüdische Mädchen aus Frankfurt am Main stirbt im März 1945 im KZ Bergen-Belsen. 14. Juni 1982: Mit der Eroberung der Hauptstadt Port Stanley durch britische Truppen und der Kapitulation argentinischer Einheiten endet der sogenannte Falklandkrieg. 15. Juni 1907: D...

ndPlusReiner Oschmann

Watergate

Der 37. Präsident, Richard Nixon (1969 - 1974) war der erste und bisher einzige USA-Präsident, der zurücktreten musste. Nixons Abgang am 9. August 1974 krönte die Watergate-Affäre vor nunmehr 40 Jahren. In den Morgenstunden des 17. Juni 1972 hatte die Polizei in Washington fünf Männer verhaftet, als sie ins Hauptquartier der Demokraten im Watergate-Komplex - im November standen Präsidentschafts...

Licius Stolo

Ein Zweifelnder und Suchender

Sein bewegtes Leben begann 1872 mit einer wohlbehüteten Bremer Kindheit und fand ein tragisches Ende in Kasachstan. Seit 1931 lebte und arbeitete Heinrich Vogeler in Moskau, von wo er aus Reisen in entlegene Teile der Sowjetunion unternahm und Hunderte von Bildern mit politischem Inhalt malte. Nach dem Überfall der Deutschen am 22. Juni 1942 auf die UdSSR evakuierte man ihn, der auf einer Sonderfa...

ndPlusNorbert Podewin

»Allerorten spricht man davon ...«

Die Tagung war bewusst auf den 16./17. Juni 1962 angesetzt - hatte doch die Bundesregierung den Tag des Volksaufstandes 1953 in der DDR zum alljährlichen gesetzlichen Feiertag erklärt. Am letzten Tag ihrer Zusammenkunft in der Ostberliner Dynamo-Sporthalle stimmten die 2332 Delegierten des Nationalkongresses der Nationalen Front einem Dokument zu, das verpflichtend festschrieb: »Niemals mehr soll ...

Seite 24

Shakespeare

Das Passionstheater in Oberammergau spielt in diesem Jahr Shakespeare. Spielleiter Christian Stückl bringt »Antonius und Cleopatra« des großen englischen Dramatikers auf die Bühne. Das teilte Stückl am Freitag in München mit. Für das Stück hat Markus Zwink, der Leiter der Passionsmusik, neue Stücke komponiert. Die Premiere soll am 13. Juli sein. Im vergangenen Jahr hatte das Theater, das für seine...

Stadtbildner

Der Maler Johannes Müller ist tot. Er starb in der Nacht zum Freitag nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Müller war einer der profiliertesten Maler Mecklenburg-Vorpommerns und ein enger Freund des 2011 gestorbenen Bildhauers Jo Jastram. Im vergangenen Jahr widmete die Kunsthalle Rostock Müller eine größere Ausstellung. Johannes Müller wurde 1935 in Endschütz in Thüringen geboren, studi...

An der Seite Najafis: Freiheit der Kunst

Rund 50 Künstler haben einen Solidaritätsaufruf für den mit dem Tode bedrohten iranischen Musiker Shahin Najafi unterzeichnet. Öffentlichkeit und Politiker sollten den Rapper, der sich im Rheinland versteckt hält, unterstützen, heißt es in dem Aufruf, der am Freitag auf der Internetseite der Berliner Akademie der Künste veröffentlicht wurde. Initiatoren sind Akademie-Präsident Klaus Staeck, der Kö...

PLATTENBAU
ndPlusChristian Klemm

PLATTENBAU

Er galt vielen US-Amerikanern als Inbegriff des Bösen, als Wiedergeburt Luzifers, als ein Mann, der ihr gottgewolltes Land in einen Ort der Finsternis verwandeln wollte. Halbnackt und kreidebleich geschminkt trat dieser Marilyn Manson mit seiner gleichnamigen Band auf und wetterte gegen das Christentum und verlogene Moralvorstellungen in seinem Heimatland. Das Album »Antichrist Superstar« (1996), ...

Anstoß

Für einen amerikanischen Präsidenten wäre ich immer noch recht jung, für einen Fußballprofi bin ich inzwischen zu alt. 1994 dachte ich noch, wenn ich jetzt vier Jahre lang jeden Tag zehn Stunden trainiere, schaffe ich es vielleicht bis zur nächsten WM in die Nationalmannschaft, und das, obwohl ich gar nicht in der Bundesliga spielte, dann hätte ich ja sonnabends nicht Fußball gucken können. Inzwis...

Karlheinz Kasper

Ein Plädoyer für Oblomow

Mit zweiunddreißig ist Ilja Oblomow nur eine winzige Zeitspanne von dem Alter entfernt, in dem die Dichter seiner Epoche in Duellen oder an heimtückischen Krankheiten sterben. Doch Kampf ist nicht Sache des Adligen mit der »weichen« Seele und den »weichen« Bewegungen, die einer »gewissen Grazie der Trägheit« nicht entbehren. Zwei Jahre lang Staatsbeamter ohne Karrieresprung, misstrauisch gegenüber...

Seite 25

Reim auf die Woche

Deutsche, steht zum Militär,ohne das kein Frieden wär.Krieg ist Frieden!, hört gut her:»Friedensmotor Bundeswehr«. Eure Glückssucht macht euch blind dafür,dass Tote nötig sind. Wer mutig stirbt, wird - amen - frei,denn Freiheit, hört!, ist Sklaverei. Was heißt hier Wirtschaftsinteressen?Mein Vor-Vorgänger? Längst vergessen.Glaubt nicht den Pazifisten-Quark, glaubt:Was ihr nicht wisst, das...

Großes Luftpaket

Der Verpackungskünstler Christo plant für das nächste Jahr eine neue Großinstallation im Gasometer in Oberhausen: Er will mit einem 90 Meter hohen, begehbaren »Luftpaket« in dem riesigen stillgelegten Gastank der Industriestadt auf die Verletzlichkeit unserer Atmosphäre hinweisen. 1999 hatte Christo mit der Installation »The Wall« in dem Gastank bereits einen großen Erfolg gefeiert. Das 26 Meter h...

Werner Jung

Drücke aus - bilde Sprache

Nach dem 2007 erschienenen großen Roman »Pazifik« und einem letztjährigen Lyrikband legt der Fischer-Verlag einen Sammelband von Michael Lentz vor, der Umrisse seiner Poetik zeigt. Wie Herausgeber Hubert Winkels zu Recht in seinem Vorwort bemerkt, geht Michael Lentz in allen Fällen »den Weg über andere Texte, über Texte anderer«. So versammelt der Band Rezensionen und Laudationes, Essays und Aufsä...

ndPlusIrene Constantin

Das Hopse-Spiel des Lebens

Der Meisterzauberer hat seinen Wunderkasten aufgeschlagen. Auf dem Welt-Theater zwischen der Berliner und der Charlottenburger Seite, links und rechts, zwischen dem Himmel ganz weit weg und der Hölle vorn an der Rampe beginnen die Knochen des Körpers und die Harfenklänge der Seele das Hopse-Spiel des Lebens. Fern droht eine ewige Seligkeit, vorn die ewige Verdammnis. Die Reisenden in Hut und Mante...

Seite 26

DOKfilm: Gott und der Fußball

Fußball-WM 2006: Deutschland empfängt nicht nur die Elitekicker der Welt, sondern auch hunderttausende Fans. Unter ihnen auch mehr als 10 000 fundamentalistische Christen. Ihre Mission ist nicht die, einer bestimmten Mannschaft zuzujubeln; sie wollen Seelen retten. Der Film »Jesus liebt Dich « beobachtet sie bei diesen Bekehrungsversuchen inmitten von Public-Viewing-Festen und siegestrunkenen Fußb...

OUT of SPACE: Gegen den Handy-Fluch

Es ist eine lobenswerte Initiative, die Bundesarbeitsministerin -Ursuala von der Leyen gestartet hat. Durch die moderne Kommunikationstechnologie (Handys, Computer) sind Arbeitnehmer heute rund um die Uhr erreichbar. Das verursache unnötigen Stress, meinte jetzt die CDU-Ministerin und sprach sich für Funkstille nach Dienstschluss aus. Die Arbeitgeber reagierten mit Verständnis. »Kein Arbeitnehmer ...

ndPlusPeter Nowak

Journalisten im Konflikt mit der Justiz

Der Andrang war groß im Büro von »Reporter ohne Grenzen« in Berlin. Die Organisation hatte am Donnerstag den russischen Journalisten Leonid Nikitinski zu einem Pressegespräch eingeladen. Nikitinski arbeitet seit 2003 als Gerichtsreporter für die kremlkritische Zeitung »Nowaja Gaseta« in Moskau. Der Grund seines Besuchs war eine Drohung gegen seinen Kollegen Sergej Sokolow, der bei der »Nowaja Gase...

Antje Schrupp

BLOGwoche: Politik und Moral

Heute stolperte ich über einen Artikel, in dem beklagt wird, dass offenbar viele Operationen heute eher aus betriebswirtschaftlichen denn aus medizinischen Gründen durchgeführt werden: Sie rechnen sich für das Krankenhaus. Moralisch wird dann in dem Artikel noch auf die bösen Ärzte und Krankenhausleitungen geschimpft. Ich finde so was immer ein bisschen daneben, denn man kann politische Fragen ...

Reiner Balcerowiak

Weinkultur via Internet?

Die radikale Veränderung der medialen Konsumgewohnheiten macht auch vor einer Zeitschriftensparte nicht halt, die bis vor einigen Jahren stetiges Wachstum verzeichnete. Die sogenannten Genussmagazine verlieren rasant Abonnenten und Kioskkäufer, wie aus den Zahlen des für die Reichweitenprüfung zuständigen Branchendienstes IVW für 2011 hervorgeht. Branchenprimus »Der Feinschmecker« hat demnach seit...

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Europameisterschaft: Dürfen Linke für Deutschland jubeln?

Europameisterschaft: Dürfen Linke für Deutschland jubeln?

Ob am Auto, in den Fenstern der Häuser oder auf T-Shirts - überall sind schwarz-rot-goldene Fahnen zu sehen. König Fußball regiert wieder das Land. Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw will bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine den Titel holen. Da darf natürlich das »public viewing« zum Beispiel am Brandenburger Tor in Berlin nicht fehlen. Angetrunkene Fußballfans starren wie besessen auf e...

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Bonobo-Genom entziffert

Den beiden jugendlichen Bonobos in einem Nationalpark unweit von Kinshasa (DR Kongo) dürfte es egal sein, ob sich ihr Erbgut mehr von dem des Menschen oder dem anderer Menschenaffen unterscheidet. Doch für Biologen und Mediziner ist die Entzifferung des Genoms des Bonobo-Weibchens Ulindi aus dem Zoo Leipzig von einigem Interesse. Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instit...

Reimar Paul

Feuer in der Uranmaschine

Leipziger Physiker um die Professoren Robert Döpel und den später nach Berlin gewechselten Werner Heisenberg waren während des Zweiten Weltkriegs maßgeblich am sogenannten »Uranprojekt« beteiligt - das war der Deckname für wissenschaftliche Arbeiten, mit denen sich die Nationalsozialisten die 1938 entdeckte Kernspaltung technisch und militärisch zunutze machen wollten. In ihrem »Uranmaschine« g...

ndPlusMartin Koch

Langer Schatten des Misserfolgs

Eine der bekanntesten Fußballweisheiten lautet: Wer im gegnerischen Strafraum gefoult wird, sollte den fälligen Elfmeter nie selbst schießen. Dass viele Menschen diesen Ratschlag für begründet halten, lässt sich psychologisch erklären: Ein gefoulter Spieler, der einen Strafstoß vergibt, bleibt eher im Gedächtnis haften als jemand, dem als nicht gefoulten Spieler das gleiche Missgeschick widerfährt...

ndPlusJacqueline Myrrhe

Erste Chinesin auf dem Weg ins All

Lange war China kaum mehr als die verlängerte Werkbank der Industrieländer. Doch längst ist das Reich der Mitte selbst in technologielastigen Branchen ein gefürchteter Konkurrent, wie die Hersteller von Solarzellen erfahren mussten. Auch in der bemannten Raumfahrt wächst das ostasiatische Land stetig aus der Rolle des bloßen Nachahmers russischer und amerikanischer Technik in den Rang eines gleich...

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Hasen, Mäuse, Hausgespenst
ndPlusUdo Bartsch

Hasen, Mäuse, Hausgespenst

»Schnappt Hubi!« ist Kinderspiel des Jahres. Niemand könne sich seiner magischen Atmosphäre entziehen, urteilt die Kritikerjury. In der Rolle von Hasen und Mäusen jagen die Spieler gemeinsam ein Hausgespenst. Ein elektronisch gesteuerter Kompass weist ihnen den Weg durch das Spukhaus. Für Autor Steffen Bogen (Foto) ist die Auszeichnung der bisher größte Erfolg. Sein Ausgangspunkt war die Idee z...

Carlos García Hernández, Schachlehrer

Brillante Blitze, schnelle Köpfe

Schnellschach gab es nicht nur bei der kürzlichen Weltmeisterschaft der Herren in Moskau. Zwischen dem 30. Mai und dem 6. Juni 2012 fanden in Batumi (Georgien) auch die Frauen-Weltmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach statt. Blitz-Weltmeisterin wurde Walentina Gunina (Russland; 23, »Locker« ND 28.4.12), und als Schnellschach-Weltmeisterin konnte sich die ehemalige Europameisterin Antoaneta S...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewin...

Schon veraltet als sie aufkam, aber beständig

Schon veraltet als sie aufkam, aber beständig

Anfang Juni fand in Altenburg (Thüringen; Foto: dpa) das Deutsche Trachtenfest 2012 statt. Woher die Trachtenmode kommt und was sie früher bedeutet hat, erklärt die Kulturwissenschaftlerin Prof. Gabriele Mentges von der Universität Dortmund im Gespräch mit Philipp Laage.

ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Leider fressen sie keine Nacktschnecken

Vor einer Reihe von Jahren krochen relativ häufig braunbehaarte, ziemlich flinke, bis 20 Millimeter lange Insektenlarven an den Wänden der Gebäude in unserer Siedlung empor. Es war nicht einfach, herauszubekommen worum es sich handelt, denn Larven werden in der Bestimmungsliteratur stiefmütterlich behandelt. Und Schneckenkäfer, von denen es in Mitteleuropa zwei Arten gibt, sind offenbar auch unzur...

Seite 30
Augenblicke an der Moskwa
ndPlusPeter Kollewe

Augenblicke an der Moskwa

Es wird dunkel über Moskau. Oder auch wieder nicht, denn auf einen Schlag erstrahlt das Zentrum der 13-Millionen-Metropole in den unterschiedlichsten Farben - grellweiß das GUM am Roten Platz, als hätte man vergessen, die Weihnachtsillumination abzumontieren, rot die Kreml-Mauer ... Ein verschwenderisches Farbenspiel, das aber auch beeindruckt, besonders die Gruppe von 22 Neugierigen, die drei,...

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Spurensuche in den schwarzen Bergen
Michael Müller

Spurensuche in den schwarzen Bergen

Die montenegrinischen Frauen entbehren schon in der Jugend des weiblichen Liebreizes, und ihre geistige Regsamkeit ist gering.* Liljana Pavicevic ist ein augenfälliger Beweis für die Tatsache, dass nach 100 Jahren - genau so alt ist das Eingangszitat - so manches anders sein kann. Doch ziemlich sicher haben sich die montenegrinischen Frauen viel weniger geändert als die Sichtweise der sie betra...

Seite 32
ndPlusHans-Dieter Schütt

Vorher ... Nachher ...

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Das sind die beiden seelischen Aggregatzustände, in die der Fußball den mitfiebernden Zeitgenossen, in rücksichtslosem Wechsel, hineinzieht. Die Fahne hat derzeit Hochkonjunktur. Sie weht dem EM-Fan voraus, den der Ball zur Ballung ruft: Vom Ich zum Wir - zum Bier! Die letzten Stadien der Menschheit sind erreicht, die Fußballstadien; überall tobt und tost die ...