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Portugal im Halbfinale

Berlin (nd-Händler). Das dritte EM-Wochenende steht an, und so langsam streiten sich nur noch große Fußballnationen um den Europameistertitel. Nach dem Sieg Portugals durch ein Tor von Cristiano Ronaldo zum 1:0 gegen Tschechien stehen die Iberer als erster Halbfinalist fest. Das ist auch das nächste Ziel von Weltmeister Spanien. Doch dafür muss er heute die Franzosen besiegen. Zwischen beiden ...

ndPlusUwe Kalbe

Fiskalpakt im Gesetzgebungsstau

Einen Tag nach der Einigung auf den EU-Fiskalpakt achteten SPD und Grüne am Freitag bereits wieder auf Abstand zur Bundesregierung. Die LINKE droht ihnen mit einer Klage gegen das EU-Sparpaket die Show zu stehlen.

Wolf H. Wagner, Rom, und Kurt Stenger

Eurokraten tief zerstritten

Über den weiteren Weg in der Eurokrise gibt es weiterhin tiefen Dissens - das macht ein Vierergipfel Italiens, Deutschland, Frankreichs und Spaniens in Rom deutlich.

ndPlusHans-Jochen Tschiche

Ein zwiespältiger Präsident

In den Reden des Bundespräsidenten Joachim Gauck, der jetzt 100 Tage im Amt ist, habe ich einen Schlüsselsatz gefunden, der seine Sicht auf die deutsche Nachkriegsgeschichte bestimmt. Er habe zwei Drittel seines bisherigen Lebens in Diktaturen zugebracht, nun aber sei er seit 20 Jahren in der Demokratie des Westens angekommen. Er habe die Ufer der Freiheit erreicht. Endlich sei er da, wohin er sch...

Spanien cool ins EM-Halbfinale: 2:0 gegen Frankreich

Mit einer abgeklärten Vorstellung hat Spanien im EM-Viertelfinale seinen Frankreich-Fluch besiegt und die Chance aufs Titel-Triple gewahrt. Der Weltmeister bezwang seinen Angstgegner beim 2:0 (1:0) in Donezk und trifft jetzt im Halbfinale der EURO am Mittwoch auf Portugal.

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Breivik will Freispruch

Oslo (AFP/nd). Elf Monate nach den Anschlägen von Oslo und Utöya, denen 77 Menschen zum Opfer fielen, erklärte der norwegische Attentäter Anders Breivik vor Gericht, er müsse freigesprochen werden, seine Taten hätten »dem Schutz des Landes« gedient. Bereits zu Prozessbeginn hatte er behauptet, aus »Notwehr« gehandelt zu haben, um Norwegen vor einer »muslimischen Invasion« zu retten. Verteidiger Ge...

Kehrt Norwegen zur Normalität zurück?

Kehrt Norwegen zur Normalität zurück?

ND: Wie hat sich Norwegens Gesellschaft durch den Prozess gegen Breivik geändert?Thomas Mathiesen: Nicht so sehr, wie man hätte erwarten können. Und das ist gut so. Zwar wurde die Polizei scharf kritisiert, weil sie dem Morden zu spät ein Ende setzte, aber viel mehr Auffälliges ist eigentlich nicht passiert. Es gab keine Lynchjustiz-Demonstrationen vor dem Gericht, keine Straßenkrawalle. Der Proze...

Christian Klemm

Kampf ums kühle Nass

Staat und Kommunen sind hoch verschuldet. Was liegt da näher, als öffentliche Versorgung - zum Beispiel mit Wasser - an Privatkonzerne zu veräußern? Eine europaweite Initiative setzt sich dagegen zur Wehr.

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ndPlusRené Heilig

Waffen übern Zaun

Über ein verschlungenes Geflecht von Mittelsleuten liefert der US-Auslandsgeheimdienst CIA aus der Türkei Waffen an die syrischen Rebellen. Bezahlt würden die Waffen von der Türkei, Saudi-Arabien und Katar, schrieb gestern unter anderem die »New York Times«.

Harald Lachmann

Schäfer Krawatte

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Der Ostthüringer Andreas Karwath ist als Wanderschäfer praktisch Dauerreisender. Von Neujahr bis Silvester zieht er durch drei deutsche Lande. Auch wenn die Wende im Osten für Schafhalter keine zum Guten bedeutete, möchte der 52-Jährige nie etwas anderes machen.

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Zwölf Seiten - ein Anfang

Abgeordnete sollen Regierungen kontrollieren, können es aber nicht, wenn es um das Geheimste der Geheimen geht. Daher hat man Parlamentarische Kontrollkommissionen (PKK) als gutes Gewissen der Volksvertreter gebildet. Doch auch deren zur Verschwiegenheit verpflichtete Mitglieder sind auf die Wahrheitsliebe der Kontrollierten angewiesen. Gestern legte Sachsens PKK einen zwölfseitigen vorläufigen Ab...

Bildung mit Zugangshürde

Jenaplan, Waldorf oder Montessori: Zahlreich sind die privaten Träger von Schulen in Deutschland. Die größten Anbieter nicht-staatlicher Bildung sind jedoch die evangelische und katholische Kirche. So mancher mag meinen, dass diese Träger interessante Alternativen zum staatlichen Bildungseinerlei bieten. Das mag stimmen. Doch die im nationalen Bildungsbericht konstatierte Zunahme von Privatschulen...

Tödliches Signal

Einen Tag zuvor hatte Afghanistans Präsident Hamid Karsai im Kabuler Parlament noch vor einer Zunahme der Anschläge in Afghanistan gewarnt. Gestern dann war ein beliebtes Ausflugshotel vor den Toren der Hauptstadt Ziel eines Terrorkommandos der Taliban. Über 20 Menschen kamen bei den stundenlangen Gefechten mit Wachleuten und Polizisten ums Leben, die meisten Zivilisten. In dem an einem See gelege...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der Geistvolle

»0137« - das war die entscheidende Zahl gegen das Nullachtfuffzehn üblicher TV-Interviews. Roger Willemsen befragte einst Attentäter, Bankräuber, Mörder, politische Gefangene, Todeskandidaten und Gewaltopfer. Er fragte mit Sinn für das Sensationelle, aber verleugnete nie seinen hohen Kulturstand - ja, erst aus ihm heraus wuchs diese Neugier, die ein unverkennbar geistiges Sehnen war und blieb. Der...

Enttäuschender Rio-Gipfel?

ND: Frau Tack, Sie sind brandenburgische Umweltministerin und als solche dienstlich gerade in Brasilien. Was tun Sie dort?Anita Tack: Ich nehme am UNO-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio teil. Entsandt hat mich die Umweltministerkonferenz der Länder. Ich vertrete hier die SPD-geführten Länder. Nach dem Gipfel von Rio vor 20 Jahren gab es eine Aufbruchstimmung, aber hinterher ist viel zu wenig geschehe...

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Ultimatum an Stromnetzbetreiber

Schleswig (AFP/nd). Die Umweltminister der Bundesländer fordern von den großen Stromnetzbetreibern bis Oktober ultimativ einen »ambitionierten Zeitplan« für den Trassenausbau im Zuge der Energiewende. Falls den Unternehmen dies nicht gelinge, solle die Bundesregierung die Schaffung einer staatlichen Bundesnetzgesellschaft prüfen, die dann federführend den Netzausbau übernehmen sollte. Darauf einig...

Wer braucht Christoph Bergner?

Erfurt/Halle (dpa/nd). Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie hat die Abschaffung der Funktion des Ost-Beauftragten bei der Bundesregierung gefordert. Der »Leipziger Volkszeitung« sagte Matschie: »Von dem jetzigen Amtsinhaber, Christoph Bergner, hat man eigentlich nichts gehört oder gesehen.« Dessen »unglückliches Wirken« habe ihn in der Ansicht bestärkt, »dass der Ost-Beauftragte nur noch eine bl...

ndPlusSusann Witt-Stahl, Hamburg

Hamburg: Reiterstaffel nicht zu zügeln

Der Innenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft beschäftigte sich mit einem Polizeieinsatz gegen Antinazi-Proteste. Senator und Polizei weisen Kritik an unverhältnismäßigem Vorgehen zurück.

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Syrer brauchen Nothilfe

Genf (AFP/nd). Bis zu 1,5 Millionen Syrer sind nach Einschätzung der UNO auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ende März habe die Zahl noch bei einer Million gelegen, teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe am Freitag in Genf mit. Die humanitäre Lage in Syrien verschlechtere sich zunehmend. Allein in Idlib seien 350 000 Menschen auf Hilfe angewiesen, weitere 250 000 in Homs. In Abspr...

Die Wut der Wahlsieger in Ägypten wächst

Die Stichwahl um das Amt des ägyptischen Präsidenten soll möglicherweise in mindestens 100 Wahllokalen wiederholt werden. Die Wahlkommission erwäge diesen Schritt, meldete die Kairoer Zeitung »Al-Ahram«.

Absage an doppelte Staatsangehörigkeit

Behalte ich den deutschen Pass oder den meiner Eltern? Viele in Deutschland geborene Ausländerkinder müssen diese Entscheidung treffen. Das Innenministerium will daran erst einmal nichts ändern.

Hotel nahe Kabul von Taliban angegriffen

Bei einem Angriff der Taliban auf ein bei Ausländern beliebtes Hotel nahe Kabul sind 20 Menschen getötet worden. Die Taliban behaupten, dort seien »wilde Parties« gefeiert worden.

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90 Menschen ertrunken

Sydney (dpa/nd). Seenotretter haben an der Unglücksstelle des gekenterten Flüchtlingsbootes vor der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean am Freitag keine weiteren Überlebenden gefunden. Bei den Unglück könnten bis zu 90 Menschen ums Leben gekommen sein, sagte der australische Innenminister Jason Clare im australischen Fernsehen. 109 Menschen wurden gerettet und auf die australische Insel gebracht. I...

Lugo droht Amtsverlust

Asunción (dpa/nd). Die Abgeordnetenkammer in Paraguay hat eine Amtsenthebungsklage gegen Präsident Fernando Lugo erhoben. Der Staatschef wird für den Tod von 17 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und Polizisten politisch verantwortlich gemacht. Der Senat wollte noch am Freitagabend über Lugos Absetzung oder Bestätigung im Amt entscheiden. Vor einer Woche hatten sich rund 100 Bau...

ndPlusRoger Suso, Guatemala-Stadt

Pérez Molina setzt auf Repression

Santa Cruz Barillas im Nordwesten Guatemalas sorgt weiter für Schlagzeilen. Zwar wurde der Aufnahmezustand dort wieder aufgehoben, doch ein Anschlag auf eine Minengegnerin zeigt, dass der Konflikt um den Bergbau längst nicht beigelegt ist.

Christiane Sternberg, Nikosia

Zypern sucht den dritten Weg

Eine Woche vor der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft will die Republik Zypern vor den strengen Auflagen des EU-Rettungsschirms einen Haken schlagen.

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Schlechte Aussichten für Azubis

Saarbrücken (epd/nd). Für Auszubildende sind die Aussichten auf eine feste Weiterbeschäftigung in ihrem Betrieb trotz der verbesserten Arbeitsmarktlage gering. Lediglich 17 Prozent der Lehrlinge im letzten Ausbildungsjahr haben nach einer DGB-Umfrage die Zusage für eine unbefristete Anstellung in ihren Betrieben, wie die »Saarbrücker Zeitung« berichtet. Der Gewerkschaftsbund befragte 1434 junge Au...

Börsenreform wegen Facebook-Mauscheleien

Washington (dpa/nd). Der holprige Börsengang von Facebook könnte ein Nachspiel haben: Politiker aus beiden großen politischen Lagern in Washington fordern, das Prozedere beim Sprung aufs Parkett grundlegend zu überdenken. Sie wollen vor allem die Stellung der Kleinanleger verbessern, die teils hohe Verluste mit den Aktien des sozialen Netzwerks erlitten. Der Fall Facebook habe gezeigt, »dass d...

Gerhard Dilger, Rio de Janeiro

Grün gewaschen statt grün

Ban Ki Moon hat es dieser Tage nicht leicht. Hatte der UN-Generalsekretär die vor Beginn der »Rio+20«-Konferenz im Konsens von den 193 Delegationen durchgewunkene Abschlusserklärung am Mittwoch noch als »wenig ambitioniert« kritisiert, musste er tags darauf auf Druck der Gastgeber zurückrudern. In einer Pressekonferenz für Brasiliens Medien bezeichnete er das Ergebnis als »großen Erfolg« und lobte...

ndPlusNorbert Suchanek, Rio de Janeiro

Es bleibt bei Panzer statt Brot

Am Rande des UN-Gipfels in Rio wurde am Donnerstag ein von Nobelpreisträgern aus aller Welt unterzeichneter Appell dem brasilianischen Entwicklungsminister überreicht. Darin wird »Abrüstung für eine nachhaltige Entwicklung« gefordert.

Ralf Streck

Abwärts mit der Bonität der Deutschen Bank

Wenn Ratingagenturen Unternehmen und Staaten herabstufen, wird es für diese schwerer und teurer, an Bankkredite zu kommen. Bisweilen trifft es Banken aber selbst.

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Laut und grell

Die siebtgrößte Stadt Europas ist Kiew, 2,8 Millionen Einwohner, doch was die Lautstärke anbetrifft, ist sie ganz sicher die Nummer eins des Kontinents. Wo immer man sich in der Stadt aufhält, der Verkehr dröhnt mehrspurig um einen herum. Uralte Wolgas, fabrikfrische BMWs, chinesische Geländewagen, postsowjetische Kleinbusse, ächzende Trolleybusse, quietschende Straßenbahnen - alles wirrt so zieml...

ndPlusMarco Mader, SID

Der Architekt ist noch nicht fertig

Vor einem Jahr wurde Andrea Pirlo beim AC Mailand aussortiert. Dann führte er Juventus Turin zur Meisterschaft und Italien ins EM-Viertelfinale - viele meinen: fast im Alleingang.

Ronny Blaschke, Kiew

»Niemand unterstützt uns«

Alla Oliynik wischt mit dem Zeigefinger über das Display ihres Handys, das Foto, das ihren Freundeskreis verstört hat, ist schnell parat. Es zeigt einen Mann, der am Boden liegt, zusammengekrümmt, die Arme hinterm Kopf verknotet, zum Schutz vor den Männern, die auf ihm herumtrampeln. »Ich wusste, dass etwas Schlimmes passiert, aber damit habe ich nicht gerechnet.« Alla Oliynik wollte der ersten uk...

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Baros tritt zurück!

In der tschechischen Kabine flossen Tränen. Torjäger Milan Baros verkündete nach dem EM-Aus mit bewegenden Worten seinen Rücktritt - die Goldene Generation der Tschechen ist endgültig Geschichte. Da auch der Kapitän Tomas Rosicky überlegt, von Bord zu gehen, steht der Europameister von 1976 vor einem Umbruch. Nicht nur die EM-Bärte sind ab, auch einige alte Zöpfe werden nach dem 0:1 im Viertelfina...

Elisabeth Schlammerl, Warschau

Die Entwicklung hin zur Einheit

Die dritte Halbfinalteilnahme an einem großen Turnier in nur acht Jahren lässt ein ganzes Land hoffen.

ndPlusMatthias Koch, Gdansk

Titeltraum lebt weiter

Der Traum vom deutschen EM-Titel lebt weiter. Gestern setzte sich die DFB-Elf in Gdansk im Viertelfinale mit 4:2 (1:0) gegen Griechenland verdient durch. Deutschland steht damit im Halbfinale und wird am Donnerstag in Warschau auf den Sieger des Viertelfinals zwischen England und Italien treffen. Wer David und wer Goliath ist, wurde vor dem Anpfiff anschaulich plakatiert. Die Blockfahne der 10...

Jan Reinold, SID

Nur ein Kasperletheater

Seit Monaten sorgen Dopingvorwürfe aus Frankreich gegen den gesamten spanischen Sport für Empörung.

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Spontan in die Kuppel

(dpa). Die Berliner Reichstagskuppel ist künftig wieder für spontan entschlossene Besucher geöffnet. Wie der Deutsche Bundestag am Freitag mitteilte, richtet die Verwaltung vom kommenden Dienstag an eine Außenstelle des Besucherdienstes an der südlichen Seite der Scheidemannstraße ein. Touristen könnten sich dort direkt zum kostenlosen Kuppelbesuch anmelden. Allerdings sei ein Vorlauf von mindeste...

Hochschulen an der Spitze

(dpa). Die Berliner Hochschulen pflegen im Vergleich zu anderen Landes-Unis besonders enge Kontakte zu ausländischen Studenten und Professoren. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft in Essen hervor. Demnach überzeugten die Hochschulen der Hauptstadt in fast allen Bereichen. Vor allem die Forschung sei international aufgestellt. Auc...

ndPlusTobias Riegel

Audienz bei Onkel Klaus

Einen Reichtum der besonderen Art hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in seiner gefühlt 20-jährigen Amtszeit geradezu angehäuft. Nein, hier soll es weder um aus seinem Salär Angespartes, noch um die ganz normale offene Korruption in Form von Gastgeschenken gehen. Auch eventuell versteckt geflossene Zahlungen für einen reibungsloseren Ablauf der Bürokratie, die Erteilung einer Bau...

Baum und Lauer führen Piraten

(dpa). Die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus haben ein neues Führungsduo: Andreas Baum und Christopher Lauer werden künftig die Fraktion vertreten. Bei der Wahl am Freitag traten interne Unstimmigkeiten zutage. Der Abgeordnete Wolfram Prieß bewarb sich spontan ebenfalls für den Co-Vorsitz, nachdem Fabio Reinhardt überraschend zurückgezogen hatte. »Das sieht wie ein abgekartetes Spiel aus«, krit...

Unternehmer haben lange Leitung
Jérôme Lombard

Unternehmer haben lange Leitung

»Die Beteiligung an den Netzen ist keine tragfähige energiepolitische Strategie für Berlin.« Zu diesem Fazit kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) in einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten. Das gestern zusammen mit dem Beratungsunternehmen SNPC im Ludwig Erhard Haus vorgestellte Gutachten beurteilt die geplante öffentliche Wiederaneignung der Strom-, Gas- und Wärmenetze Berlins negati...

Martin Kröger

BER-Kosten heben ab

»Willkommen am modernsten Flughafen Europas«, heißt es immer noch auf der Startseite der Flughafengesellschaft. Auf Unwissende muss das wirken, als wenn der neue Hauptstadtflughafen »Willy Brandt« in Schönefeld - Kürzel: BER - bereits in Betrieb gegangen wäre. Dabei ist noch völlig unklar, ob der nach der Verschiebung anvisierte Eröffnungstermin 17. März 2012 zu halten ist. Gestern beschäftigte si...

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Charité bangt um Museum

(dpa). Das Medizinhistorische Museum der Charité muss weiter um seinen Bestand bangen. »Wir haben die Zusicherung für Gelder bis Ende 2012. Wie es dann weitergeht, ist offen«, sagte Direktor Thomas Schnalke am Donnerstag. Die Charité bekenne sich aber zu ihrem Museum, das einen Gang durch 300 Jahre Medizingeschichte ermöglicht - unter anderem mit einem historischen Krankensaal und der Präparate-Sa...

Endgültiges Aus für Tacheles

(dpa). Nach jahrelangem Widerstand gegen eine Zwangsräumung haben Berliner Künstler das bekannte Kunsthaus Tacheles symbolisch der Stadt übergeben. In einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schrieben sie am Freitag: »Mit der Übergabe der Schlüssel erhalten Sie einmal mehr eine Quittung für ihre dilettantische Kulturpolitik in dieser Stadt.« Die Verantwortung lieg...

Verband kritisiert Reim

(epd). Dagmar Reim bleibt Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Der Rundfunkrat des Senders wählte sie am Donnerstag erwartungsgemäß mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit für eine weitere Amtszeit, wie der Sender in Berlin und Potsdam mitteilte. Die 60-Jährige steht bereits seit Gründung der Zwei-Länder-Anstalt 2003 an der Spitze des Senders. Außer Reim hatten sich sieben weitere F...

Der erste Mord
ndPlusAnouk Meyer

Der erste Mord

Unversöhnlich stehen sich die beiden Männergruppen gegenüber, in rötlichen Schürzen die einen, in olivgrünen die anderen. Flöte oder Pflug, Schafzucht oder Ackerbau, das ist die Frage. Zwei Männer treten vor, es kommt zum direkten Streit. Dann blitzt ein Messer auf, einer der Männer sinkt stöhnend zu Boden. Im Hof der Justizvollzugsanstalt Tegel zeigt das Gefängnistheater aufBruch den ersten Mord ...

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ndPlusDaan Paresco

Die Idee ist nicht verkehrt

In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt werden 192 Wohnungen im Hanseviertel privatisiert. Sie gehören bislang zum Bestand der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft (TLG), die verkauft werden soll. Vor diesem Hintergrund ging die neu gegründete Genossenschaft »TLG FairWohnen« am Donnerstag in Erfurt auf Infotour.

Harald Lachmann

Ins Millionen-Minus gezockt

Über 40 kommunale Kreditnehmer in Sachsen vereinbarten einst mit der früheren sächsischen Landesbank oder mit Sparkassen riskante Zinswetten, die ihnen nun auf die Füße fallen. Die ersten klagen jetzt gegen die Banken - womöglich nicht ohne Erfolg. Auch die Landesbank Baden-Württemberg, die 2008 die Sachsen LB übernahm, ist davon betroffen. Für gestern war vorm Landgericht Stuttgart der Start in e...

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Strafe für »Stoppt Nazis«

Boostedt (dpa/nd). Ein Kostenbescheid über 467,67 Euro wegen eines Protestes gegen die NPD ist in Schleswig-Holstein mit Empörung aufgenommen worden. Die Gemeinde Boostedt bei Neumünster verlangt vom Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Bernd Schauer, das Geld als Schadensersatz und für Reinigungskosten. Er hatte am 28. April vor einem NPD-Stand mit Kreidespray ...

Hagen Jung

Aufruf zum Fußballjubel

Kann das Zeigen von Schwarz-Rot-Gold anlässlich der Fußball-Europameisterschaft gewaltbereiten Nationalismus fördern? Nein, meint Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) zu dieser Frage, die jetzt im Landtag behandelt wurde.

Katastrophe am Bodensee

71 Menschen starben bei der Flugzeugkollision nahe Überlingen am Bodensee vor zehn Jahren, darunter viele Kinder. Für zahlreiche Helfer begann nach dem Unglück eine belastende Zeit. Das Revisionsverfahren zum Flugzeugunglück von 2. Juli 2002, bei dem es um eine mögliche Haftung der Bundesrepublik geht, kann noch Jahre andauern.

ndPlusVelten Schäfer

Außer Kontrolle

Die umstrittene »Ferkelfabrik« bei Alt Tellin im Kreis Vorpommern-Greifswald steht vor der Inbetriebnahme. Die Kreisbehörden beobachteten immer wieder Auflagenverstöße, doch der Kreistag hat ihnen zusätzliche Ressourcen für Kontrollen verwehrt.

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Lutz Debus

Gewinnen sollen die Besten

nd: Frau Albus, Herr Eckenga, gucken Sie die Fußball-EM?Lioba Albus: Ich gucke gegen meinen Willen. Seit dem Champions-League-Finale fremdele ich noch mit den bayrischen Spielern. Wenn man im Ausland so dasteht, dass man noch immer nicht das Verlieren gelernt hat, bekommt das so einen unangenehmen Duft. Fritz Eckenga: Ich habe da eine Minderheitenmeinung. Das darf ich als Dortmunder gar nicht ...

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ndPlusKarlen Vesper

Die Würde des Einzelnen und die Würde des Gemeinwesens

Zukünftig werden im Wochen nd in loser Folge große Denker und Philosophen zu ihren Ideen und Perspektiven für eine bessere Welt befragt. Das »neue deutschland« knüpft damit an seiner Interview-Serie »Was kommt von links?« aus den 1990er Jahren an. Den Auftakt macht Oskar Negt, der dieser Tage mit seinem »Gesellschaftsentwurf Europa« im Steidl-Verlag ein Plädoyer für ein gerechtes Gemeinwesen vorlegte. Der Sozialphilosoph fordert eine Abkehr von der Währungsideologie, eine solidarische Ökonomie und ein kulturvolles Miteinander mündiger Bürger. Mit Professor Negt sprach Karlen Vesper.

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Renate Hoffmann

Der Fall Agnes B.

Agnes zu Kanzler Preising: Tut mir, was ihr müßt und dürft, ich will's leiden! Bald weiß ich, ob's mit Recht geschah! Friedrich Hebbel: Agnes Bernauer,v5. Akt, 3. Szene Es gibt viele Bilder von ihr, auf denen die Fantasie den Gestaltern die Hand führte. Es gibt viele Literaten, Komponisten, Theaterleute, die ihr kurzer Lebensweg bis in die Gegenwart hinein anregte, und es gibt viele Ungew...

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Die offene Gesellschaft
ndPlusPeter Monnerjahn

Die offene Gesellschaft

Wann immer wir lesen, dass in diesem oder jenem Land Frauen nicht Auto fahren, Mädchen nicht zur Schule gehen, Schwule nicht offen leben oder Menschen ihr Land gar nicht verlassen dürfen, sind wir ein bisschen beruhigt, dass wir selbst in einer »offenen Gesellschaft« leben. Wenn Josef Ratzinger in Kuba eine »offene Gesellschaft« anmahnt - so jüngst geschehen während des Papst-Besuchs bei Fidel Cas...

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Frank-Rainer Schurich

Das Unmenschlichste, was Menschen Menschen antun

Folter - ein Wort, das wir mit Entsetzen aussprechen, aber oft als Barbarei der Vergangenheit, des finsteren Mittelalters betrachten - ist noch heute alltäglich und allgegenwärtig. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts erlebte sie wieder eine angsteinflößende Konjunktur. Diese grausame, menschenverachtende Praxis wird zunehmend gerade in Staaten angewandt und zu neuer perfider Perfektion entwickelt, die sich den Schutz der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben haben.

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ndPlus Bernd Freitag

Bismarcks Bündnis

Seit 1885 verschärfte sich das Ringen zwischen Russland und dem mit Deutschland verbündeten Österreich-Ungarn um den beherrschenden Einfluss in Bulgarien. Bis in die Armeeführung und Spitzen der Bürokratie hinein regten sich in Russland panslawistisch gesinnte Kreise, die für einen Angriffskrieg gegen Österreich eintraten. In den Führungskreisen des Deutschen Reiches wiederum traten starke Kräfte ...

ndPlusGerd Fesser

Ein Debakel ohnegleichen

Man schrieb den 24. Juni 1812. Napoleons Grande Armée überschritt mit 450 000 Mann den Fluss Njemen (den man in Deutschland »Memel« nannte) und drang ohne Kriegserklärung in Russland ein. Der Kaiser der Franzosen konnte zu diesem Zeitpunkt auf eine Serie großer Siege zurückblicken, hatte fast alle Staaten des europäischen Festlands besiegt oder gezwungen, sich mit ihm zu arrangieren, mit Ausnahme ...

Erwin Könnemann

»Zum Sieben war keine Zeit ...«

Berlin, den 24. Juni 1922, vormittags 11 Uhr 15: Walther Rathenau besteigt sein weinrotes Cabriolet, das ihn wie üblich vor seiner Villa in Grunewald erwartet. In diesem Moment nähert sich in rascher Fahrt ein schwerer grauer Tourenwagen. Straßenbauarbeiter geben später zu Protokoll, ihnen sei die nagelneue Lederbekleidung der Insassen aufgefallen. Als der graue Wagen das Cabriolet überholt, hebt ...

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Knut Henkel

Plattenbau

Wah-Wah Surf Gitarren haben auch im Regenwald ihre Fans. Davon konnte sich Olivier Canon überzeugen, als er in Lima vor ein paar Jahren über Flohmärkte schlenderte - auf der Suche nach alten Tonträgern. Von den Socken war der in New York lebende Franzose, als er die Chicha entdeckte, einen psychedelischen Regenwald-Groove aus den 60ern. Die Chicha funktioniert ganz anders als ihr großer Bruder, di...

ndPlusRandolf Thüring

Tahrir und kein Zurück

In Interviews, Porträts und Analysen kommen in diesem Buch von Juliane Schumacher und Gaby Osman jene jungen Menschen zu Wort, die Anfang 2011 den Präsidenten Husni Mubarak stürzten - und damit die politische Ordnung im Nahen Osten erbeben ließen. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der neuen Bewegungen, ihrer Organisation und ihren prägenden Gesichtern sowie der Neuordnung der Politik i...

Harald Kretzschmar

Von der Buchstabenweisheit zur Gestaltungsfreiheit

Wenn es eines Beweises bedürfte, dass der Buchstabe nicht tötet, sondern höchst belebend wirkt, dann liegt er im Schaffen dieses mit den beweglichen Lettern auf Duzfuß stehenden Menschen namens Matthias Gubig, der am Freitag 70 wurde. Nur eines trübt die Freude über seine Lebens- und Schaffensjahre: Er ist zu wenigen Leuten überhaupt ein Begriff. Man sollte ihn schon als Solitär unter den bedeuten...

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Energie!

Am Tag der Architektur werden zeitgenössische Bauten für Besucher geöffnet, die sonst nicht besichtigt werden können. In einigen Bundesländern gibt es den Tag am letzten Juni-Wochenende bereits seit 1994, bundesweit seit 2001. Die Architektenkammern laden am 23. und 24. Juni zu Führungen, Filmen und Diskussionen ein, 2012 unter dem Motto »Energie!«. Die Beispiele reichen von Sanierungen von Fassad...

Zehn Jahre

Mit einem festlichen Programm wurde am Freitag in Halle in der Oper das zehnjährige Bestehen der Bundeskulturstiftung begangen. Unter den rund 700 Gästen waren Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Stiftungsratsvorsitzende, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (beide CDU). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihre Teilnahme wegen politischer Termine in Rom abgesagt. Die 2002 gegründete St...

Martin Hatzius

Manchmal träumte er schwer

Hannes Wader, 1942 bei Bielefeld geboren, mit Anfang 20 ins wildwüchsigere, just ummauerte West-Berlin emigriert, ein Jahrzehnt darauf ins stürmische Hamburg gezogen, wo Gudrun Ensslin seine Wohnung inkognito zum RAF-Quartier umfunktionierte, während Wader durch Europa trampte - »Heute hier, morgen dort« -, jetzt wohnhaft (Wohn-Haft?) im beschaulichen Kassel (na ja, die Documenta); dieser weltläuf...

ndPlusMartin Hatzius

Anstoß

Die Holländer und die Iren stellten die einzigen Mannschaften, die keinen einzigen Punkt in ihrem Gepäck verstauen konnten, als sie nach der Vorrunde dieses Turniers die Heimreise antreten mussten. Hätten Spieler, Trainer und Fans das vorher gewusst, wären sie vermutlich gar nicht erst angereist. Der verlässliche Blick in die Zukunft - gäbe es ihn denn - hätte der Vernunft von Iren un...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Auf Klippen des Mutes: Sprung in den Schmerz

Es wäre schäbig, Preisvergaben an schreibende Traumatiker wie Herta Müller (Literaturnobelpreis) oder Liu Xiaobo (Friedensnobelpreis) oder nun Liao Yiwu (Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2012) als spendablen Antikommunismus verächtlich zu machen. Gibt es solche Stimmen? Das wäre, als würde man der Literatur plötzlich vorwerfen, was doch ihren Herzschlag ausmacht: das Leiden des Einzelnen...

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Juden und Nicht-Juden

In den letzten Jahren haben antisemitische Vorfälle weltweit zugenommen. Der Dokumentarfilmer Yoav Shamir begibt sich in dem österreichischen Film »Defamation« (2009) auf die Spur dieses Phänomens. Gezeigt werden die täglichen Vorfälle mit Beteiligten beider Lager - Opfern wie Angreifern. Der Film gewährt aber auch Einblicke in die Selbstwahrnehmung von Juden sowie die Außenwahrnehmung durch Nicht...

Black Box Briefkasten

Der Begriff »Black Box« beschreibt gemeinhin ein komplexes System, dessen innere Struktur zwar bekannt sein mag, jedoch bei der Betrachtung der Funktionsweise des Systems vernachlässigt werden kann. Bedeutsam ist vielmehr der Austausch der Box mit ihrer eigenen Umwelt. Wichtig ist sozusagen das, was aus der Box herauskommt. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Fahrscheinautomat: Wer will schon wisse...

Antje Schrupp

Rummoserer im Internet

Gestern spülte mir das Internet wieder mal einen dieser kulturpessimistischen Zeitungsartikel auf den Bildschirm, in denen jemand über den Verfall der Sitten lamentiert, über das Internet, das uns alle ausspioniert, darüber, dass wir alle sowieso Idioten sind, weil wir die Welt nicht genauso düster sehen, wie er, über die Tugendwächter überall, die Gutmenschen, die alles, was ihnen nicht passt, zu...

Ingrid Heinisch

Das ist doch alles gar nicht so gemeint

Ich war Zwanzig, als ich 1978 in der Münchner Lokalredaktion der »Bild«-Zeitung mein erstes Zeitungspraktikum absolvierte, was zu meiner Ausbildung an der Münchner Journalistenschule gehörte, die ich damals besuchte. Diese Zeit hatte eine ungeheure Auswirkung auf mich. Tatsächlich glaube ich bis heute, dass ich dort mehr für meinen Beruf gelernt habe als in der gesamten Zeit an der Journalistensch...

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Streitfrage: Ist Russland auf dem Weg zum Polizeistaat?

Das Chaos der 1990er Jahre gehört der Vergangenheit an. Stabilität und Kontinuität sind in Russland eingekehrt und spiegeln sich auch auf politischer Ebene wieder. Nachdem Wladimir Putin die Macht an Dmitri Medwedew abgegeben hat, wurde er Anfang März als Präsident wiedergewählt. Doch dem starken Mann im Kreml wurde wiederholt die Missachtung demokratischer Rechte vorgeworfen. Als ...

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Zellen für den exakten Griff

Auch wenn die Greifhände vieler Affenarten eher fürs Klettern optimiert sind, können sie doch recht präzise zugreifen. Das linke Foto zeigt die Hand eines Makaken beim Griff nach einem aufgespießten Leckerbissen. Verletzungen oder Erkrankungen, bei denen Teile des Rückenmarks beschädigt werden, beeinträchtigen diese Fähigkeit ebenso wie beim Menschen. Allerdings sind für den pinzettenartigen Griff...

Richard Heister, AFP

Scharfkantig durch die Luft

Temperaturen von bis zu 2500 Grad Celsius wird der unbemannte Flugkörper »Shefex II« aushalten müssen, wenn er nach seinem Flug bei einen Tempo von 11 000 Stundenkilometern wieder in die Erdatmosphäre eintaucht. Mit dem »Shefex«-Testflug wollen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) klären, wie Raumfahrzeuge nach einer Reise ins All möglichst sicher und kostengünstig ...

ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Fischiger Nervenkitzel

»Renneberg-san, Sie lieben doch Japan! Schon mal ein Essen probiert, das selbst dem japanischen Kaiser verboten ist? Fugu!« Dieser Einladung von Professor Atsuo Tanaka, 1986 mein Chef an der Universität in Kyoto, konnte ich nicht widerstehen. So geht's also am Wochenende mit meinem Sensei (Lehrer) und seiner Gattin ins Fugu-Restaurant. An der Tür hängen als Symbol offiziell zugelassener Restau...

ndPlusMartin Koch

Englands »Geheimwaffe« gegen Hitler

Wie fast überall in Europa waren auch in Großbritannien noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg homosexuelle Handlungen strafbar. 1952 geriet der Mathematiker Alan Turing wegen eines solchen »Delikts« in die Fänge der Justiz. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die er aber nicht antreten musste, da er sich alternativ einer Hormonbehandlung unterzog. Diese belastete ihn jedoch so sehr, dass...

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ndPlusYannic Federer, dpa

Wo liegt Entenhausen?

Immer im Juni jährt sich der Tag, an dem Donald Duck 1934 (vorerst nur in einer Nebenrolle) einst das Filmlicht der Welt erblickte. Längst gehört er zu den absoluten Weltstars - und hat selbstredend weltweit Fans, die nicht nur auf ihn fixiert sind, sondern auf »Entenhausen« als Gesamtkunstwerk. Eine ganz hartnäckige Gemeinde hat sich seit 1977 in der »Deutschen Organisation der nichtkommerziel...

Verliebt?
Carlos García Hernández

Verliebt?

Manche meinen, er wäre neu verliebt, andere, er wäre depressiv. Fest steht indes lediglich, dass die Spielkrise von Ex-Weltmeister Weselin Topalow (Bulgarien; 37) bereits länger andauert. An internationalen Turnieren nimmt er kaum noch teil. Wenn doch, sind seine Ergebnisse meistens schwach. Das letzte Beispiel war sein Match gegen Francisco Vallejo Pons (Spanien, 29) während des »Magistral Ciudad...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die Mitspieler mit den meisten Punkten; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost....

ndPlusBrigitte Müller

Stark und schön in Sonne und Schatten

Kann sich jemand einen Garten ohne Stauden und Sträucher vorstellen? Selbst wer seine Begeisterung für die Pflanzenwelt vor allem in einem Nutzgarten auslebt, weil er Obst und Gemüse Marke Eigenbau gekauftem »Grünzeug« vorzieht, hat immer auch ein Plätzchen für diese Spezies. Und wenn sie dazu noch wenig Unterstützung beim Wachsen und Gedeihen beanspruchen, um so besser. Das Mutterkraut, Tanacetum...

»Der Mensch spielte, ehe er las und schrieb«
Udo Bartsch

»Der Mensch spielte, ehe er las und schrieb«

Wolfgang Kramer aus Stuttgart ist einer der bekanntesten Spiele-Autoren weltweit. Mit »Heimlich & Co«, »Auf Achse«, »El Grande«, »Tikal« und »Torres« gewann er gleich fünf Mal den Titel »Spiel des Jahres«. Am 29. Juni feiert er seinen 70. Geburtstag.

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Nonna Adua freut sich auf Napoleon
Gabi Kotlenko

Nonna Adua freut sich auf Napoleon

»Es ist strengstens verboten, Steine vom Strand mitzunehmen« - die Worte prangen in großen Lettern am schönsten Teil des Strandes von Marciana Marina auf Elba. Nicht etwa in englisch, französisch, russisch oder japanisch - nein, nur in deutsch und italienisch. Doch Verbotsschilder haben so etwas Verlockendes ... Ich packe ein schönes Exemplar ein, Jenny greift gleich mehrere. Was soll's. Die Insel...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

NOCH. SCHON

Es ist Sommer. Seltsam: Früher schienen einem die Jahreszeiten so lang wie Epochen. Und jetzt? Öfter denn je fällt das relativierende Beiwort: noch. »Noch« und »schon« bilden gern Gegen-Sätze - einer möglichen Dauer wird immer weniger geglaubt. Noch lange ist Sommer, aber schon werden die Schatten wieder länger. Noch hat der Winter auf Monate hin Einreiseverbot, aber fallen nicht schon die erst...