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Unten links

Forscher der kanadischen University of Adelaide haben jetzt herausgefunden, dass Kinder, die lange vor dem Fernsehgerät sitzen, zu Fettleibigkeit und mangelnder Fitness neigen. Das haut doch echt vom Hocker: Diese Wissenschaftler, was die alles ergründen! Und das mit einfachsten Mitteln: Sie sind von Haus zu Haus gezogen, haben 1300 Eltern von Kleinkindern nach deren Fernsehgewohnheiten befragt un...

ndPlusRoland Etzel

UN-Truppe bleibt in Syrien

Der Krieg der Worte im UN-Sicherheitsrat hat sich nach der durchgefallenen Resolution gegen Syrien verschärft. Das Mandat für die UN-Beobachter wurde aber verlängert. Das Ausmaß der Kämpfe in Syrien nimmt unterdessen zu. Deutschland schließt einen Militäreinsatz der NATO weiter aus.

Osten darf nicht fair wohnen
ndPlusVelten Schäfer

Osten darf nicht fair wohnen

Aus dem Bieterkreis um die 12 000 ostdeutschen Wohnungen der bundeseigenen TLG Immobilien wurde ein Konkurrent aussortiert: Ausgerechnet die Genossenschaft der Linkspartei musste als erstes gehen. Übrig bleiben vor allem Finanzinvestoren.

Heidrun Bluhm

Genossenschaft wurde aussortiert

»TLG-Verkauf lässt Finanzinvestoren aufhorchen«, titelte die Immobilienzeitung am Donnerstag. Die Nachrichtenagentur Reuters wusste mit Berufung auf »mit der Sache betraute Personen« bereits am Mittwoch: »Von den insgesamt sechs Interessenten, die in der ersten Runde Angebote abgegeben hätten, seien nur zwei klassische Immobilienunternehmen«. Die anderen vier seien Finanzinvestoren wie Cerberus, B...

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Thomas Hug, Oslo

Rassismus kehrt zurück

Am Sonntag jähren sich zum ersten Mal die Anschläge des rechtsradikalen Norwegers Anders Behring Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya. 76 Menschen starben am 22. Juli 2011. Nach einem Jahr der Aufarbeitung wird Ende August das Urteil gegen Breivik erwartet.

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Moderner deutsch

Der Bundestrainer müsse die Singpflicht durchsetzen, fordert Gerhard Mayer-Vorfelder. Wer sich tatsächlich noch fragte, warum der Mann nur noch Ehrenpräsident des Deutschen Fußball-Bundes ist, bekam es durch dessen jüngste, an Dummheit kaum zu überbietende Tirade in der »Bild«-Zeitung nochmals eindrucksvoll präsentiert. Mit dem Ausschluss aus der Nationalelf solle man Spielern drohen, die sich ...

Hauptsache billig

Irgendwie konnte man ihm am Donnerstagabend seine Show dann doch nicht abkaufen. »Es ist richtig, dass wir aus der Kernenergie rausgehen, und es ist auch richtig, dass wir die Lücke, die wir füllen müssen, mit erneuerbaren Energien füllen«, versuchte Peter Altmaier (CDU) sich bei Maybrit Illner als grüner Umweltminister zu verkaufen. Nur das Aber folgte sogleich: Kosten darf es nichts, zumindest n...

Eskalierende Krise

Auswandern oder gegen die Sparpolitik aufstehen: Das sind die grundlegenden Alternativen, die der spanischen Bevölkerung bleiben und das sind die Wege, die bereits beschritten werden. Um 44 Prozent stieg die Zahl der Auswanderer im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr. In 80 Städten gingen gestern die Menschen auf die Straßen und der nächste Generalstreik ist nur noch eine Frage der Zeit....

Hans-Dieter Schütt

Spröde

Preise - zu vergeben an honorige Leute - tragen meist einen großen Namen. Christoph Hein bekommt den Uwe-Johnson-Preis. Der 1944 in Schlesien geborene Hein, Pfarrerssohn - was hat er zu tun mit dem Mecklenburger Johnson? Lassen wir‘s hier nur beim wesentlichen Merkmal der Sturheit, die sich mit Zurückhaltung zu verbinden weiß. Und die auf Heimatlosigkeit und Illusionslosigkeit besteht. In Hein l...

ndPlusJürgen Amendt

Inszenierter Streit?

nd: Die Zeitungsverleger wollen die sogenannte Tagesschau-App, die Inhalte des Internet-Angebots der ARD-Tagesschau auf Smartphones und Tablet-Computer bringt, per Gerichtsbeschluss beschneiden. Worüber geht der Streit eigentlich?Hilker: Die Zukunft eines jeden Mediums liegt im Internet, das wissen sowohl die TV-Sender als auch die Zeitungsverleger. Da will keine Seite der anderen freiwillig Terra...

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ndPlusVelten Schäfer

Jahr der Milliarden-Deals

Drei als aggressiv geltende Finanzinvestoren und die Banker von Morgan Stanley bieten um 12 000 ostdeutsche Wohnungen. Und sie haben großen Hunger.

René Heilig

Der Radfahrer schlägt zurück

Die meisten Parlamente haben sich in die Sommerferien verabschiedet, die Kontrollaufgaben der Abgeordneten köcheln auf Sparflamme. Auch in Sachen NSU-Terrorismus. Was die Exekutive ermuntert, eilig ihr eigenes Süppchen zu kochen beim Umbau der Verfassungsschutzämter.

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Aziz Dweik aus israelischer Haft entlassen

Tel Aviv (dpa/nd). Nach sechs Monaten Haft in Israel ist der palästinensische Parlamentspräsident Aziz Dweik freigelassen worden. Wie die Palästinenserorganisation Hamas mitteilte, kam der 62-Jährige am Donnerstag an einem Kontrollposten in der Nähe von Ramallah im Westjordanland an, wo er von Hunderten Hamas-Offiziellen und Aktivisten begrüßt worden sei. Dweik, der als ranghohes und einflussreich...

Mursi gibt Inhaftierte frei

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat die Freilassung von 572 durch das Militär verurteilten und inhaftierten Zivilisten angeordnet.

Hisbollah unter Verdacht

Der Selbstmordattentäter von Burgas (Bulgarien) soll US-Medienberichten zufolge einer Terrorzelle der libanesischen Hisbollah angehört haben.

ndPlusMarcus Meier, Düsseldorf

Hungern und Besetzen

Wie zuvor bereits in anderen deutschen Städten, sind auch in Düsseldorf Flüchtlinge in den Hungerstreik für bessere Lebensbedingungen und einen Schutz vor Abschiebung getreten. Gestern besetzten Aktivisten zudem die Landeszentrale der NRW-Grünen.

Reimar Paul, Göttingen

Schneller Weg zur Transplantation

Menschen müssen für ein Spenderorgan viel Geduld aufbringen. Mit Geld kann die Wartezeit wohl verkürzt werden. Diese Vermutung jedenfalls legt ein Fall aus Niedersachsen nahe.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Heiliger Krieg erreicht Kasan

Strenge Kontrollen an Ausfallstraßen, Zugängen zu Moscheen und Metrostationen in Kasan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan. Die Polizei wurde in Alarmzustand versetzt, Russlands Präsident Wladimir Putin lässt sich laufend über den Fortgang der Ermittlungen berichten.

Ralf Streck, San Sebastián

Spanier gegen »Selbstmordpolitik«

Die »Generalmobilisierung« der spanischen Gewerkschaften hat am Donnerstagabend zahllose Menschen auf die Straßen getrieben. In 80 Städten wurde gegen das vierte Spardekret in sechs Monaten protestiert, das die regierende Volkspartei (PP) im Parlament gegen die Stimmen aller Oppositionsparteien verabschiedet hat.

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Offshore-Krise: Hilferuf nach Berlin

Angesichts des stockenden Anschlusses von Windparks auf dem Meer hat die niedersächsische Landesregierung ihre Forderung nach einer Netzgesellschaft mit Beteiligung des Bundes bekräftigt

Onlinewerbung verhagelt Microsoft die Bilanz

Redmond (dpa/nd). Ein gründlich daneben gegangener Internet-Zukauf beschert Microsoft den ersten Verlust seit seinem Börsengang. Das Minus im vierten Geschäftsquartal (April bis Juni) summierte sich auf 492 Millionen Dollar (400 Millionen Euro), wie der Software-Primus am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Microsoft einen Gewinn von 5,9 Milliarden Dollar eingefahren. Hint...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Zukunftspläne nach der Insolvenz

Auch nach Einleitung des Insolvenzverfahrens für das angeschlagene Frankfurter Großversandhaus Neckermann sieht die Gewerkschaft ver.di noch Zukunftschancen für die Firma und ihre über 2500 Beschäftigten im In- und Ausland.

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Plattenbau

Ulrich Mühe hat vor Jahren ein Bühnen-Programm aus Heiner Müllers Werk komponiert, das auch als CD erschien: »Einen Dichter denken - LAUT«. Statt »Wiedergelesen«, der nd-Rubrik, heute ein »Wiedergehört«. Oft genug hat schauspielerischer Gestaltungswille Müller-Texte eher belastet als sie aus ihrer steinschweren Chiffriertheit befreit. Die stärksten Müller-Lesungen veranstaltete deshalb - Müller...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Wer du sein willst, wer du bist

Eine Biografie des Schriftstellers Erwin Strittmatter wie jetzt die von Annette Leo hätte zu seinen Lebzeiten nicht erscheinen können, und auch Eva Strittmatter hätte den fremden Blick nicht ertragen. Dabei ist es eine um Verständnis bemühte Sicht, aber natürlich auch eine aus der Distanz. Annette Leo erkundet den Menschen Erwin Strittmatter von außen, während dieser sich von innen heraus seine eigene Welt schuf.

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Alexander Ludewig

Endlich wieder großer Fußball in Halle

Im Vorfeld des Saisonstarts der 3. Liga an diesem Wochenende gab es heftige Debatten. DFB-Direktor Ulf Schott ist der Meinung, dass sich die Liga wirtschaftlich etabliert habe: »Sie setzt im internationalen Vergleich Maßstäbe.« Viele Drittligavereine sehen das anders. »Geldverbrennungsliga« wird sie in Babelsberg genannt, »finanzielles Horrorszenario« heißt es beispielsweise in Unterhaching. Es wi...

ndPlusTom Mustroph, Brive-la-Gaillarde

Ovale Vorsprünge

Jean-Louis Talo ist überzeugt, das Geheimnis der Himmelsstürmer von Team Sky zu kennen. Leisen Schrittes schlängelte sich der hochgewachsene Mann durch die Reihen des spärlich gefüllten Pressezentrums der Tour de France, verteilt Informationsblätter seiner Firma Osymetric und stellt sich jedem als Ingenieur vor. Das Produkt, auf das er stolz ist, sind ovale Kettenblätter. Die hat der aufmerksame B...

Druck ist eine altbackene Metapher

Dr. Wolfgang Klöckner ist Diplomsportlehrer und Diplompsychologe. Der 63-Jährige arbeitete an der Universität Konstanz und ist als Sportpsychologe zur deutschen Volleyball-Nationalmannschaft der Männer unter Bundestrainer Vital Heynen zurückgekehrt. Über seine Arbeit vor den Londoner Spielen und veraltete Denkmuster über Psychologie sprach er mit Oliver Händler.

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Energietisch erfolgreich

(nd). Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bestätigte der Initiative »Berliner Energietisch« am Donnerstag, dass die erste Stufe der Unterschriftensammlung für ihr Volksbegehren zur Rekommunalisierung der Berliner Stromversorgung erfolgreich genommen wurde. Das teilte die Initiative am Freitag mit. Das Bündnis reichte nach Zählung der Bezirksämter 35 833 Unterschriften ein. Davon sind 30 660...

Bernd Kammer

Guten Appetit!

Was haben die Kanzlerin und die Pankower Wutrentner gemeinsam? Sie essen gerne Eintopf. Und für sie kochen Spitzenköche. Der Leibkoch Angela Merkels heißt Ulrich Kerz, der sich gerade mit den G-20 seiner Zunft in Berlin getroffen hat. Die Leibköche der Pankower Senioren-Besetzer heißen u.a. Udo Wolf, Klaus Lederer und Elke Breitenbach und gehören zur Creme der Berliner Linkspartei. Fraktionschef W...

ndPlusBernd Kammer

»Hier wird's lauter als in Pankow«

Der künftige Hauptstadtflughafen BER wird zu einem Beschäftigungsprogramm für Juristen. Gestern wurde die mittlerweile zehnte Klage gegen das Pannenprojekt eingereicht. Im Auftrag von neun Bürgern aus Friedrichshagen und des Berliner Landesverbandes der Naturfreunde Deutschlands reichte die Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Klage gegen die Müggelsee-Route beim Oberverwaltungsgericht (OVG) ein. »Di...

ndPlusRainer Balcerowiak

Standhafter Protest gegen Vertreibung durch Mieterhöhung

Die Mietergemeinschaft Kotti&Co gibt nicht auf. Seit neun Wochen steht ihre rund um die Uhr besetzte Protesthütte am Kottbusser Tor in Kreuzberg. An jedem Samstag wird eine »Lärm-Demo« durch den Kiez veranstaltet, um auf die drohende Verdrängung vieler Bewohner der Wassertor-Siedlung durch steigende Mieten aufmerksam zu machen. »Wir bleiben so lange, bis wir unsere Forderungen durchgesetzt hab...

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Bread & Butter vorverlegt

(dpa). Die Berliner Modemesse Bread & Butter wird künftig um einen Tag vorverlegt und beginnt ab Januar immer dienstags. Damit wird nach Angaben der Messe der Veranstaltungskalender entzerrt, so dass die Besucher mehr Zeit haben für alle wichtigen Termine. Die nächste Ausgabe der Bread & Butter im ehemaligen Flughafen Tempelhof ist vom 15. bis 17. Januar 2013 geplant. »Ich fühle mich sehr ...

Gedenktafel für Schrägen Otto

(dpa). Der Jazzmusiker Fritz Schulz-Reichel, einst bekannt als »Schräger Otto«, bekommt eine Gedenktafel in Berlin. Kulturstaatssekretär André Schmitz will die Tafel am Mittwoch in der Gotha-Allee im Westend enthüllen. Schulz-Reichel, 1990 mit 77 Jahren in Berlin gestorben, wurde vor allem in den 50er Jahren populär. Sein Markenzeichen waren ein verstimmtes Klavier und eine Kreissäge. Er komponier...

Technofans in Tempelhof

(dpa). Bis zu 35 000 Technofans werden heute zum dritten Berlin Summer Rave erwartet. Die Riesenparty steigt in den Hangars des stillgelegten Flughafens Tempelhof. Für die richtigen Beats sorgen bei dem Spektakel unter anderem DJ Westbam, DJ Marusha, Lützenkirchen, DJ Moguai sowie Lizzara & Tatsch. Der A&P Berlin Summer Rave gilt als einer der größten Indoor-Raves weltweit. Wegen des er...

Spanisches aus Berlin
ndPlusAriane Mann

Spanisches aus Berlin

»Circuito_Berlin 012« nennt sich die Ausstellung, die derzeit im Cervantes-Institut in Mitte in der Rosenstraße zu sehen ist. 15 spanische, in Berlin lebende Künstler zeigen in ihren Werken, wie eng sie mit dieser Stadt verbunden sind, welchen Einfluss sie auf ihr Schaffen hat und lassen den Betrachter an ihrem künstlerischen Leben teilhaben. Die Ausstellung beginnt im Vorraum mit einer riesig...

Volkmar Draeger

Flucht durchs Tiefbecken

Mozart im Bassin. »Die Entführung aus dem Serail« erlebt nämlich, wer sich derzeit ins Stadtbad Steglitz begibt. Wohl erstmals versuchen sich Stefan Neugebauer und sein clubtheater-berlin an einer Oper. Jenes Wasserstück, fast auf den Tag genau vor 230 Jahren am Wiener Burgtheater uraufgeführt und Mozarts Ruhm als freier Komponist einleitend, eignet sich durchaus für dieses Experiment, zumal a...

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CDU will Becks Rücktritt

Die Rücktrittsforderungen gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) wegen des Nürburgring-Debakels werden lauter. Nach der FDP und dem Bund der Steuerzahler dringt auch die CDU darauf. »Das haben wir schon längst gefordert.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Da muss man sich kümmern ...

»Die Industriestadt Berlin ist im Kommen«, freute sich Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (für CDU) gestern vor Journalisten bei der Vorstellung von Ergebnissen des »Masterplans Industriestadt Berlin 2010-2020«. Dabei zeigte sie sich allerdings sehr vorsichtig bei der Antwort auf die Frage nach einer künftigen Ansiedlung von großen oder sogar Unternehmen, die im Deutschen Aktien Index (DAX)...

ndPlusHagen Jung

Schwarz-Gelb hat ein Sex-Problem

Seit zehn Jahren ist käuflicher Sex in Deutschland legal, gilt nicht mehr als sittenwidrig. Zu verdanken ist dies dem Prostitutionsgesetz. Dieses aber müsse dringend ergänzt werden, betonten die LINKEN in Niedersachsens Landtag und forderten eine »Landeskonferenz Prostitution«. Die schwarz-gelbe Mehrheit lehnte ab.

Sebastian Kunigkeit, dpa

Flotte Kurven, hohe Sprünge

Auf dem unscheinbare Parcours im Berliner Osten tritt niemand in die Pedale, und doch trifft sich hier die Biker-Szene der Hauptstadt zu rasanten Rennen. Im Stehen saust Carlo Dieckmann mit seinem Rad über Erdhügel und durch steile Kurven, wippt dabei vor und zurück, drückt sich von den Bodenwellen ab und wird so immer schneller. Flotte Kurven, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks ganz ohne Trampe...

ndPlusThomas Morell, epd

Die Mauer im Sprechzimmer

Den richtigen Arzt für einen behinderten Erwachsenen zu finden ist schwer. Für die Behandlung sind nicht nur Geduld, sondern auch spezielle Fachkenntnisse notwendig. In Hamburg beginnt im Herbst ein Fortbildungsprojekt.

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Seehofer in Flossenbürg

Flossenbürg (dpa/nd). 67 Jahre nach der Befreiung des Oberpfälzer Konzentrationslagers Flossenbürg kommen an diesem Sonntag mehr als 50 ehemalige Häftlinge an den Ort der Peinigungen zurück. Wie die KZ-Gedenkstätte mitteilte, wird Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erstmals die Gedenkstätte besuchen und eine Rede halten. Für die Überlebenden wird der 82-jährige Jack Terry sprechen. Der...

Parteitag im Zeichen der Mappus-Affäre

Eigentlich will die baden-württembergische CDU auf ihrem Parteitag am Samstag in Karlsruhe an einem Zukunftskonzept basteln. Doch seitdem die Staatsanwaltschaft Stuttgart bekannt gab, dass sie gegen Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ermittelt, schlagen die Wellen hoch. Der innerparteiliche Frieden - den zu stiften Landeschef Thomas Strobl vor einem Jahr angetreten war - scheint in Gefahr.

80 Seen vom Bund kaufen

Eine vorläufige Liste der ehemals volkseigenen Seen, die das Land Brandenburg vom Bund kaufen will, kreist derzeit in den Amtsstuben. Angeblich soll mit der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) für 80 Seen bzw. Seeteile ein Kaufpreis ausgehandelt worden sein, der unter vier Millionen Euro liegt. Unterschrieben ist allerdings noch nichts. Das Ziel der rot-roten Koa...

Christian Schultz, dpa

Maloche unter Tage

Mit Beil und Flacheisen bauten die Römer vor Jahrhunderten in der Osteifel Tuffstein ab - als Baumaterial etwa für das römische Xanten. Heute kann ein Teil des einst größten römischen Untertage-Tuffbergwerks nördlich der Alpen besichtigt werden.

Wo Fühmann den Kindern vorlas
Danuta Schmidt

Wo Fühmann den Kindern vorlas

»»Eine Wiese von solch freundlichem Grün, dass man Lust bekommt, einen Topf Milch darüber zu gießen.« Das ist Franz Fühmann. Haben Sie schon einmal Fühmann gelesen? Wie lange ist das her? Fühmann ist seit 28 Jahren tot. Auch das Land, in dem er bis zum Schluss lebte und in dem er trotz aller Kritik bleiben wollte, die DDR, die gibt es nicht mehr. Sein Lebensmittelpunkt war Märkisch Buchholz, eine ...

Uwe Kraus, Weferlingen

Die Renaissance der Lappwaldbahn

Das Schicksal der alten Schienenstränge schien besiegelt: Stillgelegt von der Deutschen Bahn AG wären die Nebenstrecken zwischen Haldensleben in Sachsen-Anhalt und Helmstedt in Niedersachsen wohl bald zugewuchert. Doch ein mittelständisches Unternehmen befördert dort inzwischen wieder große Gütermengen, die sonst auf der Straße transportiert worden wären.

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ndPlusIan King, London

Die Stadt und die Spiele

Schneller, weiter, teurer - Ideale und Wirklichkeit der olympischen Bewegung sind demnächst in der britischen Hauptstadt hautnah zu erleben. Bisher stehen jedoch die meisten Briten dem Sportfest gleichgültig gegenüber.

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Alarmglocken auf dem Bau
Christian Bunke, London

Alarmglocken auf dem Bau

Am 27. Juni ließ der Londoner Bürgermeister Boris Johnson die »olympische 30-Tage-Glocke« läuten. Damit sollte den Olympia-Verantwortlichen eingeschärft werden, noch mal besonders intensiv ranzuklotzen. Doch es liegt Unfrieden in der olympischen Luft, und das nicht nur wegen der Boden-Luft-Raketenstellungen, die das Verteidigungsministerium auf Londons Dächern errichten lässt. Auf die Arbe...

ndPlusRené Heilig

Wasser, Wodka oder...?

Als »The world's leading international security solutions group« bezeichnet sich die private Sicherheitsfirma G4S noch immer auf ihrer Website. Sie habe 657 000 Mitarbeiter und Niederlassungen in mehr als 125 Ländern. Bei so viel Kompetenz, so dachten die Veranstalter der Spiele in London, kann es ja nicht falsch sein, die G4S mit der Sicherheit für Olympia zu beauftragen. Sie irrten sich. G4S...

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ndPlusOliver Händler

Es begann mit 14 Rollstühlen

Die Paralympics kommen nach Hause, auch wenn sie offiziell noch nie in England ausgetragen wurden. 1960 organisierten die Römer die ersten paralympischen Spiele mit diesem Titel, doch die Wiege der Spiele der Behinderten liegt in einem Krankenhaus am Stadtrand des südenglischen Aylesbury, knapp 60 Kilometer nordwestlich vom Zentrum Londons entfernt. In Anlehnung an den Namen des Hospitals, Sto...

Oliver Händler

Von der Front an den Start

Derek Derenalagi war mit einem Aufklärungstrupp der britischen Armee in Afghanistan unterwegs, als er von einer Bombe 30 Meter weit auf einen Felsen geschleudert wurde. »Ich sah an mir herab und erkannte, dass mein linkes Bein fehlte und mein rechtes nur noch an einem Stück Fleisch und Knochen hing«, erinnert er sich. »Ich dachte: Das ist der Tag, an dem ich sterbe.« Nicht nur Derenalagi dacht...

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Kienbaum macht die Medaille
ndPlusOliver Händler, Kienbaum

Kienbaum macht die Medaille

Fokus auf den Sport - das bieten 50 Hektar Bundesleistungszentrum Kienbaum. Hier trainierten etwa 190 deutsche Kaderathleten für die Spiele in London. Ein Streifzug durch die märkische Idylle.

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Oliver Händler

Vorfreude auf feiernde Briten

Thomas Bach steht als Präsident dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vor und kleidet sich in London selbstverständlich in den Farben des deutschen Teams (Foto links). Dem langjährigen Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird außerdem nachgesagt, 2013 Nachfolger von IOC-Präsident Jacques Rogge werden zu wollen. Bach erläutert im Gespräch mit Oliver Händler, warum der DOSB keine genauen Zielvorgaben an die deutsche Athleten in London stellt und warum das IOC der Opfer des Attentats auf israelische Sportler während der Spiele in München 1972 nicht bei der Eröffnungszeremonie gedenken will. Der Fechtolympiasieger von 1976 sieht den Kampf gegen Doping auf einem guten Weg, obwohl es wohl immer Betrüger geben werde.

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»Millionen glückliche Augen«

Noch immer das nachwirkende Gefühl einer gnadenvollen Gelegenheit: für diese Zeitung 1992 von den Olympischen Spielen in Barcelona berichtet zu haben, davor, danach, vier lange Wochen. Die nd-Schlagzeilen damals, nach der Eröffnung, auf Seite 1: Honecker verbleibt vorerst in Botschaft; Irak beugt sich Druck des Westens, Busfahrt in Schweizer Alpen endete tödlich; erste 2600 bosnische Flüchtlin...

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Gegen alle Widerstände

Sara Khoshjamal ist eine talentierte Sportlerin. Die damals 20-Jährige ging vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking in ihrer Disziplin Taekwondo an den Start. Sara hatte damit etwas geschafft, was vorher noch keiner anderen Frau aus ihrem Heimatland gelungen war. Sie war die erste Sportlerin, die sich jemals in der Geschichte des iranischen Frauensports für die Olympischen Spiele qua...

300 Stunden Programm

Wer will das bloß alles sehen? Fast 300 Stunden live, dazu Reportagen, Magazine, Hintergrund. Und das nicht nur im Fernsehen, sondern online, mobil, auf allen Kanälen, überall und jederzeit. Wer gern öffentlich-rechtlich fernsieht, Leibesübungen aber doch lieber aktiv praktiziert als passiv konsumiert, wird ab 27. Juli chronisch unterversorgt. Wie alle vier Jahre im Sommer nämlich mis...

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Ist Dabeisein noch alles?

Ist Dabeisein noch alles?

Sebastian Iwanow, Schwimmweltmeister der Behindertensportler, Europameisterin im Wasserspringen Nora Subschinski sowie Kanu-Olympiasieger Olaf Heukrodt diskutierten mit nd-Olympiaberichterstatter Oliver Händler auf dem diesjährigen
nd-Pressefest, ob alte Mythen der olympischen Bewegung noch aktuell, die Spiele nur Ausdruck von Kommerz und Nationalismus und Boykotte sinnvoll sind.

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Sprint auf Federn

Man ist nicht behindert, man wird behindert. Dieser in der Behindertenpolitik gern wiederholte Satz bekam für den Südafrikaner Oscar Pistorius eine durchaus überraschende Bedeutung. Pistorius, ohne Füße und Wadenbein geboren, lernte nach einer Unterschenkelamputation im Babyalter bereits mit Prothesen laufen. Und mit den 1984 von dem - ebenfalls unterschenkelamputierten - US-Amerikaner Van Phillip...

Martin Koch

Alles auf Sieg

Bekanntlich würde kein Tier seine Kraft darauf verschwenden, mit einem Artgenossen nur um des Sieges willen um die Wette zu rennen. Die Vermutung liegt daher nahe, dass das, was man heute Sport nennt, eine Erfindung des Menschen ist. Zumal es Sportwettkämpfe nicht erst im alten Griechenland gab. Schon vor 5000 Jahren musste ein ägyptischer Pharao nach 30-jähriger Regierungszeit einen Lauf absolvie...

ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Rennen wie in Afrika

Die Olympischen Spiele steht kurz bevor: Wetten, dass in London zumindest auf den Langstrecken und beim Marathonlauf Afrikaner die Medaillen gewinnen? Im Alter von neun Jahren sah der Biolumnist im »Rembrandt«-Schwarzweiß-Fernseher seiner Oma die Olympischen Sommerspiele in Rom 1960. Unnachahmlich berichtete der temperamentvolle Heinz-Florian Oertel für den Deutschen Fernsehfunk über den Marat...

Synthetische Hormone und Nikotin

Fritz Sörgel ist Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg. Er hat sich seit Jahren einen Namen als Antidoping-Experte gemacht. Tom Mustroph sprach mit ihm über dopinganfällige Sportarten und die Mittel, Doping-Sünder zu erwischen.

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ndPlusCarlos García Hernández

Stolzer Keres

Neben Olympischen Spielen gibt es offiziell und amtlich nur noch ein weiteres Ereignis gleichen Namens: seit 1924 die Schacholympiaden für Nationalmannschaften. Sie waren und sind nicht nur sportlich brisant, sondern es kreuzen sich in ihnen auch oft politische und soziale Ereignisse. Ein Beispiel dafür war Buenos Aires (Argentinien) 1939. Österreich und die Tschechoslowakei existierten schon nich...

Mammutblatt auf dem Siegertreppchen
ndPlusBrigitte Müller

Mammutblatt auf dem Siegertreppchen

»Wenn es an Siebenschläfer regnet, ist man sieben Wochen mit Regen gesegnet.« Ganz offensichtlich haben sich die Wettermacher an diese alte Regel gehalten. Wie zu hören, macht diese Regel sogar vor Olympia nicht halt. Doch kleiner Einspruch: Am 27. Juni, dem sogenannten Lostag für diese Wetterprophezeiung, schien zumindest bei uns auch mal die Sonne, und Halbzeit der sieben Wochen war inzwischen a...

Lange laufen, besser denken

Lange laufen, besser denken

Er gilt als einer der härtesten Disziplinen bei den Olympischen Spielen: der Marathonlauf. Dabei ist er mit seinen klassischen 42,195 km ein Spaziergang im Vergleich zu Extremstrecken, die von Ausdauerathleten absolviert werden. Wie etwa die 217 Kilometer beim »Badwater Ultramarathon« in Kalifornien. Christine Kätzel (48), Sport-Physiotherapeutin aus Mainz, die heute in Hamburg wohnt und arbeitet, war im Tal des Todes (-85,4 m) und am Mount Whitney (2530 m).

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ndPlusHeidi Diehl

Tipps für Englandtrips

Individualreisende finden im Lonely Planet London (neunte Auflage) eine breite Palette an Angeboten. 500 Seiten stark, hat er nicht nur viele Karten und Tipps für jedes Budget, sondern wartet auch mit speziellen Infos zu Olympia auf. (19,99 €) Der Marco Polo Reiseführer London führt ohne Umschweife ins Herz von London. Rubriken wie »Wohin zuerst?« oder »Best of ...« erleichtern Entscheidungen....

Jirka Grahl

Die Wiege Olympias

Ist das Kunst oder kann das weg? Dieses mannshohe, einäugige Zyklopenwesen namens Wenlock, mit dem Tim King gerade für die deutschen Fotografen vor der Tür des städtischen Olympiamuseums posiert? »Naja, ich brauchte ein bisschen, um mich an unser Olympiamaskottchen von 2012 zu gewöhnen«, sagt der Tourismuschef des kleinen viktorianischen Marktfleckens Much Wenlock. Unübersehbar verlegen blickt...

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Zirkus statt Spiele

Zirkus statt Spiele

In der Messestadt Leipzig gibt es auch eine sogenannte Kleinmesse. Das ist der Festplatz der Stadt. Zehn Minuten mit der Straßenbahn in westlicher Richtung vom Hauptbahnhof, eine große Freifläche am Ufer des Elsterbeckens, die in den Auenwald übergeht. Wie so oft hat sich dieser Tage hier ein Zirkus aufgebaut. Genau hier hätte einmal das Olympiastadion stehen sollen. Denn Leipzig war höchst am...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Black and White

Dramatiker Arthur Miller nannte die Szene »eine herzbebende Ikone des Mutes und der Konsequenz«. Der Konsequenz, im Rund der Massen, unter den Fernsehblicken von Millionen entschlossen einsam zu sein, sich herauszureißen aus aller Ordnung, aller Regel, aller Etikette.