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Jérôme Lombard

Senioren bleiben in ihrem Haus

Die kämpferischen Senioren aus Berlin-Pankow wollen ihre bedrohte Freizeitstätte bis Ende August besetzt halten. Dann nämlich werden sich die Pankower Politiker erneut mit dem Konflikt um die Begegnungs-und Freizeitstätte befassen.

Unten links

Eine französische Tanzcompagnie will im Oktober im renommierten Düsseldorfer »tanzhaus nrw« zwei lebende Wölfe auf die Bühne bringen. Die dressierten Tiere sollen in dem Stück »Narcisses« einen fünfminütigen Auftritt haben. Der Einsatz von Wölfen im Theater bietet zweifellos eine ganze Reihe schwer zu überschätzender Vorteile. So straft er das alte Vorurteil Lügen, dass »der Mensch des Menschen Wo...

ndPlusNiels Seibert

Wussten Sie schon? - Teil 3

Nahe der griechischen Gemeinde Marathon, knapp 40 Kilometer nordöstlich von Athen, fand 490 v. u. Z. die »Schlacht bei Marathon« statt. Der Großkönig des persischen Achämenidenreichs, Dareios I, versuchte mit einem Expeditionskorps in Athen zu intervenieren, um einen Herrschaftswechsel herbeizuführen. Um die Schlacht rankt sich die Legende des Boten Pheidippides, der in weniger als zwei Tage...

Immer noch ungerecht

Es gibt Begriffe, die nur auf sehr abstrakten Gedankenwanderungen entstanden sein können und sich dem landläufigen Verständnis weitgehend entziehen. Überhangmandat ist so ein Begriff; negatives Stimmgewicht ein anderer. Beide beschreiben irrationale Auswüchse des deutschen Wahlsystems, die das Ergebnis von Wahlen, den berühmten Wählerwillen, schwer verfälschen und im Einzelfall sogar auf den Kopf ...

Moody's senkt wieder den Daumen

Berlin (nd-poelchau/dpa). Nach Deutschland ist jetzt auch der Euro-Rettungsschirm EFSF in den Fokus von Moody's geraten. Die Ratingagentur senkte den Ausblick von EFSF und sechs deutschen Bundesländern von stabil auf negativ. Der Rettungsschirm behält aber die Bestnote »Aaa«. Die Bundesländer, deren Situation skeptisch beurteilt wird, zählen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhei...

ndPlusMarina Mai

Lässt Vietnam eigenen Diplomaten sterben?

Ein schwer kranker vietnamesischer Diplomat ist offenbar von seinem Staat verlassen worden, wie neues deutschland erfuhr. Der an akuter Leukämie Erkrankte, der seit Jahren in verantwortlicher Position in der vietnamesischen Botschaft tätig ist, wird in einer Vivantes-Klinik behandelt.

René Heilig

Schlupflöcher für Waffenhändler

Die internationale Gemeinschaft hat sich in New York auf einen ersten Entwurf für das geplante Abkommen zur Begrenzung des Waffenhandels verständigt. Nach Ansicht von zivilgesellschaftlichen Organisationen ist er zu zahm.

Ines Wallrodt

Karlsruhe kassiert Wahlgesetz

Das Verfassungsgericht stampft das Wahlgesetz von Union und FDP ein. Der Druck auf eine gemeinsame Lösung steigt.

Ringen um neues Bundestags-Wahlrecht

Die Uhr tickt. In gut einem Jahr muss das neue Wahlrecht fertig sein, damit im Herbst 2013 ein neuer Bundestag gewählt werden kann. Doch mittlerweile zeichnet sich ab, dass das Karlsruher Urteil auch Auswirkungen auf künftige Landtagswahlen haben könnte.

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Kurt Stenger

Philipp Röslers Spiel mit dem Feuer

Das Ergebnis der Prüfung der griechischen Finanzen durch die »Troika« wird wohl ähnlich aussehen wie bei früheren Kontrollen. Doch das politische Umfeld ändert sich: In Berlin, wo über das Schicksal Griechenlands entschieden werden wird, scheinen die Signale auf »Rot« zu springen.

ndPlusAnke Stefan, Athen

Der Druck auf Athen wächst

Die sogenannte Troika ist wieder in Athen. Während die Beamten von EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank die Sparfortschritte Griechenlands überprüfen, muss die Regierung des von der Pleite bedrohten Landes bei politischen Gesprächen um die nächste Kreditrate betteln.

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Die Empörung ist noch nicht verraucht

Die Empörung ist noch nicht verraucht

Dr. Joachim Kadler ist Vorstand der Genossenschaft »FAIRWOHNEN«, die im April gegründet wurde, um bei der Privatisierung von 12 000 Wohnungen der Treuhand-Gesellschaft TLG im Sinne der Mieter mitzubieten. Velten Schäfer sprach mit ihm über die Zukunft der Genossenschaft nach dem Aus im Bieterverfahren.

ndPlusHendrik Lasch, Bitterfeld

Nur Schrott für die Genossen

Beim laufenden Verkauf attraktiver TLG-Wohnungen wurde die Genossenschaft »FairWohnen« aussortiert. Als der Bund einst ruinöse Bestände verkaufte, waren Genossenschaften dagegen als Käufer gerade gut genug.

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Die Kirche im Dorf

Ohne die große Glocke zu läuten, ist eine veränderte Arzneimittelpreisverordnung auf den Weg gebracht worden, in der sich die langjährige Forderung der Apotheker nach einer Erhöhung ihrer Honorare erfolgreich niederschlägt. 25 Cent mehr sollen sie zu ihrem Beratungshonorar von 8,10 Euro pro abgegebener Medikamentenpackung bekommen. Das ist eine ganze Menge Geld, wenn man die Mengen betrachtet, die...

Bruderkrieg

Sigmar Gabriel wird kaum erfreut sein über Jürgen Trittins Kritik an seiner Bankenschelte. Neueste Umfragen bescheinigen dem SPD-Vorsitzenden einen Beliebtheitswert von 17 Prozent, weit unterhalb der Werte seiner Kanzlerkandidatenkonkurrenten Steinmeier (27 Prozent) und Steinbrück (26 Prozent). Man darf vermuten, dass Gabriels Schlagzeilengetümmel diesem Rückstand geschuldet ist. Und nun Trittin ....

Ernste Botschaft

Dass der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) gerade jetzt die Räumung des Occupy-Camps vor der Europäischen Zentralbank (EZB) vorbereitet, dürfte kein Zufall sein. Er setzt offenbar auf die Ablenkung einer breiten Öffentlichkeit durch Sommerpause und Olympische Spiele, aber auch auf eine Ermüdung der Akteure. Doch das Camp hat auch ein generelles Problem mit dem nachlassenden öffentli...

Alexander Ludewig

Der Geeignete

Wem der Druck als Trainer zu viel werde, »der sollte sich einen Schreibtischjob suchen«, empfahl Robin Dutt vor gut einem Jahr. Damals wirkte der geborene Kölner gerade ein paar Tage als Chefcoach beim Erstligisten Bayer Leverkusen und war noch voller Tatendrang an der Seitenlinie. Zehn Monate später musste Dutt vorzeitig seinen Trainerstuhl räumen und folgte nun seinem eigenen Rat. Die Besetzu...

ndPlusPeter Nowak

Petition gegen Maaßen?

nd: Der Akademische Senat der Freien Universität (FU) Berlin hat dem künftigen Verfassungsschutz-Chef Georg Maaßen eine Honorarprofessur verweigert. Eine studentische Initiative hat jetzt trotzdem eine Petition gestartet. Warum ist diese noch nötig, wenn doch die Entscheidung des Senats gegen Maaßen ausgefallen ist?Bartelt: Wir haben die Initiative gestartet, nachdem Maaßen in Zeitungsinterviews e...

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ndPlusSilvia Ottow

25 Cent sind nicht genug

Die im liberal geführten Wirtschaftsministerium geplante Änderung der Arzneimittelpreisverordnung könnte Apotheken einen Geldregen bringen.

Ines Wallrodt

Ernüchterndes Ergebnis

Ohne Übergangsfrist erklären die Karlsruher Richter zentrale Bestimmungen des Wahlrechts für ungültig. Damit ist der Druck für die Politik groß, sich schnell zu einigen.

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Siebenjährige bekommt Dolmetscher

Augsburg (dpa/nd). Vor einem Jahr beschloss die bayerische Staatsregierung ein Inklusionsgesetz, das den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern regeln soll. Wie sich zeigt, unzureichend. Am Mittwoch entschied das Augsburger Sozialgericht über den Fall von Melissa, deren Eltern für ihr gehörloses Kind einen Gebärdendolmetscher verlangten. Nach monatelangem Streit um de...

ndPlusVelten Schäfer

Mehr Kampagnen, aber wie?

Nordost-Lokalpolitiker fordern mehr Engagement der Landespolitik gegen Rechtsextremismus. Die bisherigen Kampagnen aber verfangen nach ihrer Meinung nicht.

René Heilig

Die Chemie stimmte nicht

In Düsseldorf begann gestern ein Prozess gegen mutmaßliche Al-Qaida-Mitglieder. Die vier Angeklagten sollen einen »aufsehenerregenden Terroranschlag« vorbereitet haben.

Hans-Gerd Öfinger

Räumungsdrohung und Hetze

Dem Occupy-Camp vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main droht die Räumung. Aktivisten wehren sich und setzen auf Solidarität.

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De Maizière in Kandahar

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat als erster deutscher Ressortchef Kandahar im Süden Afghanistans besucht.

Rebellen aus Metropolen verdrängt

Damaskus/Istanbul (nd/dpa). Syrische Regierungstruppen haben die Aufständischen offenbar aus Aleppo, der zweitgrößten Stadt des Landes wie Tage zuvor bereits aus Damaskus größtenteils verdrängt. Lediglich im Viertel Al-Hadschar al-Aswad im Süden der Hauptstadt sollen sich nach deren eigenen vom Mittwoch noch bewaffnete Rebellen befinden. Am Dienstag seien bei Kämpfen landesweit über 160 Menschen u...

ndPlusMartin Ling

Präsidentenwechsel in Ghana

Die Ablösung verlief reibungslos. Nur Stunden nach dem überraschenden Tod des ghanaischen Präsidenten John Atta Mills am Dienstagnachmittag wurde der bisherige Vizepräsident John Dramani Mahama als neues Staatsoberhaupt vereidigt.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Furcht vor neuem Bürgerkrieg in Tadshikistan

Selbst nach offizieller Darstellung forderten die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamischer Opposition in Chorog, der Hauptstadt des zu Tadshikistan gehörenden Autonomen Gebietes Berg-Badachschan, bisher 42 Tote.

ndPlusOliver Eberhardt

Fatah und Hamas erneut im Clinch

Die Hamas hat mit dem Austritt aus den Palästinensischen Autonomiegebieten gedroht, falls die mit der Fatah vereinbarte Einheitsregierung nicht bald gebildet wird. Eine Einigung aber ist unwahrscheinlich: Die Autonomiebehörde will demnächst bei den Vereinten Nationen den Status als Beobachterstaat beantragen; die Hamas lehnt das weiterhin ab.

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DHL liefert nicht mehr für Neckermann

Frankfurt am Main (nd). Die Krise bei Neckermann spitzt sich zu: Der Paketdienst DHL hat die Auslieferung von Sendungen des insolventen Versandhändlers gestoppt. Dies bestätigte ein DHL-Sprecher gegenüber dem Wirtschaftsmagazin »Der Handel«. Somit wird die Lage des einstigen Traditionsversenders noch dramatischer. Vor wenigen Tagen noch hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Frege versich...

Windpark im Meer ungewiss

Berlin (AFP/nd). Der Energiekonzern RWE hat den Start eines Windkraft-Großprojektes in der Nordsee vorerst auf Eis gelegt. »Unser Projekt Innogy Nordsee 1 wollten wir eigentlich in der zweiten Jahreshälfte auf den Weg bringen«, sagte RWE-Innogy-Chef Hans Bünting dem »Handelsblatt«. Die endgültige Entscheidung werde sich aber mindestens bis Anfang 2013 verzögern. Grund sei, dass es kein klares gese...

Kampf gegen kriminelle Banker

Die Manipulation von Interbankenzinsen soll nach dem Willen der Europäischen Kommission in Zukunft strafrechtlich verfolgt und in den schlimmsten Fällen auch mit Gefängnisstrafen geahndet werden.

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R.B.

STARporträt: Morgan Freeman

Der US-amerikanische Charakterdarsteller, geboren am 1. Juni 1937 in Memphis/ Tennessee, startete seine Karriere auf der Bühne, wurde mit TV-Erfolgen bekannt und hatte seinen internationalen Durchbruch im Kinofilm als Chauffeur neben Jessica Tandy in »Miss Daisy und ihr Chauffeur« (Oscar-Nominierung, Silberner Bär 1990). Zuvor war er im Kinofilm vorwiegend als harter Typ besetzt worden, u.a. als b...

ndPlusCaroline M. Buck

Lieber Miss als Mutter

Das Übernehmen von Verantwortung ist Miss Kickis Sache eher nicht. Als ihr kleiner Sohn sie brauchte, ging sie nach Amerika, allein, und jagte dort dem Traum von einem besseren Leben hinterher. Nun ist ihr Sohn schon fast erwachsen, eine Annäherung lange überfällig, aber Miss Kicki kann es wieder nicht lassen. Auf der gemeinsamen Reise nach Taiwan, von der Viktor glaubt, sie solle Mutter und Sohn ...

Futter für die Seele
Caroline M. Buck

Futter für die Seele

Zehn Jahre lebte Darius James in Berlin, fest entschlossen, nie in die USA zurückzukehren, die ihm nichts zu bieten hätten. Dann starb sein Vater, es gab einen Nachlass zu regeln, James kehrte Berlin den Rücken und fand sich im Holzhaus seiner Kindheit im neuenglischen Connecticut wieder. Dort, wo der Vater afrikanische Masken malte, aber verneinte, wenn sein Sohn ihn fragte, ob den Masken eine sp...

ndPlusMarc Hairapetian

Kirmesklopperei

Angesichts des Attentats am 20. Juli in Aurora, wo ein Maskierter bei der mitternächtlichen Premiere von »The Dark Knight Rises« im Kinosaal zwölf Menschen tötete und über 50 verletzte - kann man da überhaupt eine Filmkritik schreiben? Man sollte, denn Christopher Nolans Abschlusswerk seiner »Batman«-Trilogie, die 2005 mit »Batman Begins« startete, sagt Einiges aus über den Wandel der US-amerikani...

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Das passt nicht

Die S-Bahn fährt weiter ihrem Normalfahrplan hinterher, der Regionalverkehr hat ein Pünktlichkeitsproblem, und die BVG denkt über Angebotseinschränkungen nach (auch wenn sie dies anders nennt). Trotzdem werden ab 1. August die Tickets für Busse und Bahnen teurer. Irgendwie passt dies nicht zusammen. Warum soll der Fahrgast für schlechte Qualität mehr zahlen? Der VBB verweist auf gestiegene Ene...

Noch mehr Berlinerinnen

(dpa/epd). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sieht in Berlins wachsender Bevölkerung einen Beleg für zunehmende Attraktivität. »Berlin hat im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung mit Abstand den stärksten Zuwachs an Einwohnern zu verzeichnen. Das zeigt weit überzeugender als manches undurchsichtige Medien-Ranking den stetigen Imagegewinn unserer Stadt«, erklärte Wowereit am Mittwoch zu...

Haushalt von Berlin stabil

(dpa). Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) reagierte gelassen auf eine drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody's. »Dass voraussichtlich auch die Bundesländer betroffen wären, sollte Deutschland in Folge einer Euro-Krise an Kreditwürdigkeit verlieren, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis«, sagte Nußbaum. »Deshalb müssen wir aktuell keine Effekte e...

Wem nützt es, wenn wir schweigen?
Klaus Joachim Herrmann

Wem nützt es, wenn wir schweigen?

Besonders an seinen Vater habe er gedacht, sagt Alex Glesel. »Er wurde 1937 erschossen und war erst 27 Jahre alt.« Damit lebe er schon viele Jahrzehnte, und mit der Zeit sei es erträglicher geworden. Gut wurde es nie. Der heute 77-Jährige ist in Leningrad geboren, kam 1956 nach Deutschland in die DDR zurück. Soeben hat er vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte Namen von deutschen Opfe...

Bernd Kammer

S-Bahn bereitet weiter Sorgen

Die S-Bahn bleibt das Sorgenkind unter den öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Zwar sollte das Unternehmen nach den Ankündigungen von Bahnchef Rüdiger Grube schon Ende des vergangenen Jahres zum Normalbetrieb zurückkehren, was den Einsatz von mindestens 500 Doppelwagen vorausgesetzt hätte, doch davon ist es immer noch weit entfernt. »Ihr Versprechen konnte die S-Bahn auch in diesem Jahr erst an sechs...

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Spenden erbeten

(epd). Die evangelische Kirche ist wieder auf der Suche nach Spenden für ihre traditionelle Berliner Kunstauktion. Kunstwerke können noch bis zum 9. August im Büro des kirchlichen Beauftragten für Migration und Integration in der Georgenkirchstraße 69 im Stadtteil Friedrichshain abgegeben werden, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gestern in der Hauptstadt mi...

Konzerte zum Abhängen

(nd-Messaoudi). Auch in diesem Sommer lädt das Radialsystem V zu »klassisch abhängen« an der Spree: An zwei Abenden im August können Besucher klassische Musik entweder live auf Matten im Konzertsaal oder akustisch übertragen im Liegestuhl auf der Terrasse genießen. Die Künstler gestalten ein jeweils einstündiges Konzertprogramm. »Das Programm führt in diesem Jahr zurück in das italienische und fra...

Tango im Schloss

(nd-Messaoudi). Zu einer »Reise durch die Geschichte des Tango Argentino« mit dem Duo Tango Danzarín, Ulrike Dinter (Violine) und Ludger Ferreiro (Piano), lädt das Stadtteilzentrum Schloss Biesdorf am 5. August ein. Das Programm des Duos »Tango Danzarín« nehme die Zuhörer mit »auf eine eindrucksvolle Reise durch die Geschichte des Tangos: von den berüchtigten Hafenspelunken in Buenos Aires über di...

Reine Kosmetik

Die Berliner Clubszene fürchtet trotz Nachbesserungen bei den geplanten Tarifen zur Musiknutzung ein »Diskothekensterben«. »Die neuen Vorschläge sind reine Kosmetik. Finanziell sind sie immer noch ruinös und nicht akzeptabel«, sagte Lutz Leichsenring von der Berliner Clubcommission am Dienstagabend der Nachrichtenagentur dpa.

ndPlusAnna Bezrogova

Barrieren abschaffen

Die Berliner Philharmonie hat so viele Treppen, dass man durchatmen muss, wenn man ganz oben ankommt. Ein Glück, dass es einen Aufzug gibt, sonst würde ein Rollstuhlfahrer nie zu einem Platz in den oberen Sitzreihen gelangen. Jedoch sind nicht alle kulturellen Institutionen so fortschrittlich wie die Philharmonie. Schloss Charlottenburg oder die Universität der Künste (UdK), deren Kulturveranst...

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Viele Bürgermeister für Ueckermünde

Ueckermünde (dpa/nd). Die nächste Bürgermeisterwahl in Vorpommern verspricht spannend zu werden: In Ueckermünde (Kreis Vorpommern-Greifswald) treten sechs Kandidaten für die Nachfolge von Heidi Michaelis (LINKE) an. Wie Wahlleiterin Kerstin Soyeaux am Mittwoch sagte, gibt es für die Wahl am 7. Oktober bisher drei Bewerber von CDU, LINKE und NPD sowie drei Einzelbewerber. Ueckermünde ist mit knapp ...

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

»Maiswüste« als Übeltäter

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) schlägt für Schleswig-Holstein Alarm: Viel zu viel Nitrat belastet das Grundwasser.

ndPlusRalf Hutter

Vom Pflegen, Impfen und Arbeiten

Pflegeeinrichtungen und Badegewässer sind in Berlin gut bis sehr gut und in medizinischer Hinsicht wird die Hauptstadt auch immer attraktiver. Mit der steigenden Zahl Asylsuchender kommt Berlin ebenfalls zurecht. Verbesserungswürdig sind hingegen die Erwerbsquote bei Behinderten und der Infektionsschutz in Krankenhäusern wie in Privathaushalten. Diese Erkenntnisse vermittelt der Jahresbericht 2011...

ndPlusAndrea Löbbecke, dpa

Vom Alteisen zum »Silver Worker«

In vielen Branchen mangelt es an Fachkräften, um freie Stellen zu besetzen. Das Durchschnittsalter der Belegschaften steigt. Für weitsichtige Firmenleitungen ist dies das Signal, ihre älteren Beschäftigten möglichst lange fit zu halten.

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NPD darf demonstrieren

Eisenach/Meiningen (dpa/nd). Die rechtsextreme NPD darf sich an diesem Freitag in Eisenach versammeln, allerdings nicht in der Nähe des islamischen Gebetsraumes. Das entschied am Dienstag das Verwaltungsgericht in Meiningen. Die NPD plant eine Versammlung unter dem Motto »Überfremdung stoppen - keine Moschee in Eisenach!«. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Veranstaltung zur...

Schutz vor Hochwasser geht alle an

Heidenau/Glashütte (dpa/nd). Sachsen macht künftig den Hochwasserschutz auch von der Akzeptanz in der Bevölkerung abhängig. Dort, wo Bürgerinitiativen jahrelang die geplanten Schutzmaßnahmen blockierten, werde nicht mehr gebaut, sagte Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am Mittwoch in Heidenau. Allerdings müssten die Verantwortlichen dafür auch klar benannt werden. Unlängst hatte er bereits...

ndPlusIris Leithold, dpa

Filmreifer Nordosten

»Glutnester«, »Die Vermessung der Welt«, »Der Kanal« - die Liste der Filme, die dieses Jahr im Land gedreht wurden oder werden, ist lang. Ob das so bleibt, ist ungewiss. Ohne wirtschaftliche Filmförderung könnten Produktionen abwandern, fürchtet man in der Szene.

ndPlusAndreas Fritsche

Antirassismus in die Landesverfassung

nd: Die LINKE bemüht sich, dass eine Antifaschismusklausel in die Verfassung des Landes Brandenburg aufgenommen wird. Warum?Kaiser: Der Begriff trifft es meines Erachtens nicht, eher vielleicht »Antirassismusklausel«. Angesichts der Vorgänge um die NSU, einer Kette von NPD-Aufmärschen in Brandenburg und des Eindringens rechtsradikaler kultureller Standards in unseren Alltag geht es uns um ein deut...

Bundesland eines Kredits noch würdig

Das Land Brandenburg hat einen Schuldenberg von 18,7 Milliarden Euro. Die rot-rote Landesregierung will maximal im Jahr 2013 noch einmal zusätzliche Kredite aufnehmen, sich dann aber nicht mehr weiter verschulden. Theoretisch wäre es aber kein Problem, von Banken auch in Zukunft fröhlich Geld zu leihen. Brandenburg ist eines Kredits nach wie vor noch würdig. An der Haushaltspolitik des Landes ist ...

Andreas Fritsche

Scherben bringen Nazis kein Glück

Die Stadt Calau (Oberspreewald-Lausitz) ist bekannt als Namensgeberin derber Witze: der Kalauer. Was sich dort seit mehr als einem Jahr abspielt, ist jedoch keineswegs spaßig. Die LINKE muss alle paar Monate die beiden Fensterscheiben ihres Bürgerbüros in der Töpferstraße ersetzen, weil das Glas eingeschlagen wird. Angefangen habe es in der Nacht zum 2. Mai vergangenen Jahres, erinnert sich der...

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

»Ohne Mix is nix«

Im aufgeschickten Hamburger Stadtteil St. Georg regt sich Widerstand gegen Wuchermieten und die damit verbundene Vertreibung alteingesessener Bewohner und Gewerbetreibender. Aktueller Anlass: Einer Buchhandlung wurde die Miete von 1400 auf 4100 Euro erhöht. Das Traditionsgeschäft steht vor dem Aus - das jüngste Symptom der Veränderung.

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Steine

Ein Stein aus den Mauern des Bamberger Doms wird Teil eines Denkmals in Auschwitz. Der Stein trägt ein Schild mit der Inschrift »1000 Jahre Bamberger Dom - für den Frieden« und war ursprünglich Teil einer Säule des Südwestturms, die aufgrund von Schäden durch die Dombauhütte ausgewechselt werden musste. Weihbischof Werner Radspieler übergab den Stein am Mittwoch einer Delegation aus Auschwitz. Ini...

Der Scheue

Der Maler Michael Wirkner ist tot. Der Künstler, der in Sarow in der Mecklenburgischen Seenplatte und zeitweilig in Schwerin lebte, starb am Montag im Alter von 57 Jahren. Wirkner wurde 1954 in Chemnitz geboren und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine Bilder sind in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Er gestaltete den Treppenaufgang des Bundesf...

Erstaunt

Die Bayreuther Festspielleiterinnen haben Kritik an angeblichen Versäumnissen bei der Vergangenheitsbewältigung der Festspiele zurückgewiesen. »Historiker sind dabei, das aufzuarbeiten«, sagte Katharina Wagner am Mittwoch. Sie und ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier hätten dafür alle ihnen zugänglichen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Der Münchner Staatsopernintendant Nikolaus Bachler hatt...

Marc Hairapetian

»... bin ich Melancholikerin«

Es war ein weiter Weg von »Immer die Mädchen« und »Freddy unter fremden Sternen« (beide 1959) über »Die endlose Nacht« und »Die Kommissarin« bis zu »Die Unberührbare« und »Kirschblüten - Hanami«. Hannelore Elsner (eigentlich Elstner mit »t«), am 26. Juli 1942 im bayerischen Burghausen geboren, wandelte sich vom Nachwuchstalent mit dem unwiderstehlichen Sex-Appeal zur Charakterdarstellerin. Ab 16. August ist sie in ihrer jüngsten Kinorolle, der gottesfürchtigen Daisy, in Marcus H. Rosenmüllers Filmkomödie »Wer's glaubt wird selig« zu sehen.

Notizen aus Venedig

Unwillkürlich nehme ich die Angewohnheiten eines Inselbewohners an. Morgens gehe ich die Uferpromenade, die eigentlich gar keine ist, von der Redentore-Kirche zum Hilton Mulino Stucky (einer ehemaligen Fabrik) hinauf. Macht etwa zwanzig Minuten. Vor diesem erst vor kurzem aufwendig ausgebauten Riesen-Backsteingebäude bleibe ich unschlüssig stehen. Soll ich es mir vielleicht einmal von innen ans...

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Sabine Neubert

»So klingt Musik ...«

Dieses Buch ist eine kleine literarische Kostbarkeit. Erstmals sind hier sämtliche Lieder und Gedichte aus den Stücken Shakespeares, englisch und in neuer deutscher Übertragung, zusammengestellt. Schauen wir hinein! »Über Täler und Höhn, / durch Busch und Dorn, / über Wiesen und Korn/... schlüpf ich überall, / schneller als des Mondes Ball ...« Dieser Sommernachts-Klang, zart wie Spinnweb, scheint...

ndPlusLilian-Astrid Geese

Spannend und genial gemixt

Sehnsüchtig erwartet und nun erschienen: »Eine große Zeit« (im englischen Original »Waiting for Sunrise«), das aktuelle Buch des in London und Frankreich lebenden William Boyd. Wie bereits in mehreren anderen Werken setzt sich Boyd auch hier mit der Identität des Individuums und dem Verlust von Identität auseinander. Es ist ein Thema, das ihn fasziniert. »Der Spion ist in gewisser Weise das beste ...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Vom Luxus der Hingabe

Er wurde 1898 in Bower Ashton bei Bristol geboren und starb 1983 an den Folgen eines Sturzes. Ein langes, schöpferisches Leben: Mehr als 60 Romane und Sachbücher, Essays, Kurzgeschichten, Gedichtbände und Theaterstücke hat er veröffentlicht. Auch Krimis. Aber berühmt wurde Beverly Nichols vor allem durch seine Gartenbücher. Keine Ratgeber, wie sie auch von Nutzen sind, sondern Erlebnisberichte. Li...

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Legenden, Lügen, Mythen, Klischees
Martin Meier

Legenden, Lügen, Mythen, Klischees

Wohl jeder ehemalige Angehörige der »bewaffneten Organe« der DDR kennt Geschichten, Gerüchte, Anekdoten über die Militärstrafanstalt Schwedt. Selbst noch ein Kind, hörte ich von Menschen, die im »Militärknast« einsaßen. Nie würden sie auch nur ein Wort über ihre schwere Zeit dort reden, sagte man mir. Dies ist nunmehr viele Jahre her. Und doch, aller Geheimniskrämerei zum Trotze, die ansonsten ras...

Rainer Funke

»Das ist ein ziemlicher Unfug«

Die DDR und ihr Militär sind unzweifelhaft ein Teil der deutschen Geschichte wie der deutschen Militärgeschichte«, stellt Wilfried Heinemann, promovierter Bundeswehr-Oberst vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam, fest. »Tatsächlich, bis auf die Kommandosprache Russisch war alles Deutsch in der NVA, sie stellte keine unmündige, fremdgesteuerte Hilfstruppe dar«, sagt Admiral a. D. Theo...

Nicht mehr streng geheim
ndPlusWalter Hundt

Nicht mehr streng geheim

Zunächst sei festgestellt, dass dieser Band von Akteuren und Zeitzeugen längst hätte geschrieben werden können und müssen. Doch erst ein Major der Bundeswehr tat es. Klaus Storkmann befasste sich mit den Militärhilfen der DDR für die sogenannte Dritte Welt. Sie war streng geheim, nicht selten wusste selbst die Führung davon nichts. Erst nach der Wende in der DDR wurden einige Details bekannt. S...

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Thomas Nowag, SID

Die Mensch-Maschine

Kurz wirkt es, als säße ein alter Südstaaten-General auf der Rennmaschine im Windkanal für Kampfjets. Deshalb wünschen sich die Ingenieure der britischen Olympiamannschaft, dass Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins seine Koteletten endlich mal abrasiert. Der Fahrtwind würde sich nicht mehr in den struppigen Haaren verzwirbeln, sondern könnte über glatte Haut ins Nichts gleiten. Mit Hightech und M...

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Im Sinne von Joachim Löw

Irgendwann als am Mittwochmorgen in den sonnendurchfluteten Räumen der Frankfurter Zentrale des Deutschen Fußball Bundes (DFB) gerade die ausgearbeiteten Verträge zur Unterzeichnung vorlagen, blühte in der Männerrunde mit Wolfgang Niersbach der Flachs. »Wir beim DFB können alles außer hochdeutsch.« Die Episode hat der Präsident mit einem Schmunzeln erzählt, schließlich ist dem gebürtigen Rheinländ...

Zu schweigen war das Schwerste

Hockeyspielerin NATASCHA KELLER aus Berlin wird bei der morgigen Olympischen Eröffnungsfeier Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft sein. Nach der Wahl sprach die Olympiasiegerin von 2004 und Welthockeyspielerin 1999 über Fahnentraining, eine olympische Familie und fehlendes Talent zur Schauspielerin.

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6000 Kilometer ohne Kerosin

Mit seinen endlos lang wirkenden Flügeln sieht die »Solar Impulse« aus wie ein überdimensionales Modellflugzeug. Nun hat die Maschine nur mit Sonnenenergie eine erstaunliche Strecke zurückgelegt.

ndPlusAnna Maldini, Rom

»Wir wollen nicht für die Rüstungsindustrie arbeiten«

In der Toskana hat ein kleiner Betrieb einen großen Auftrag abgelehnt, der die Firma erst einmal aus einer tiefen Krise herausgeführt hätte. Der Grund: Man hätte indirekt für die Rüstungsindustrie gearbeitet und das können Eigentümer und Belegschaft nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren.