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Unten links

Nach dem meisterhaft eingefädelten Glühlampen-Coup fasst Brüssel nun noch ehrgeizigere Ziele ins Auge. Seit Jahren nämlich lagern in den Tresoren der EU-Kommission Geheimpläne zur Abschaffung der FDP-Wähler. Gilt doch die FDP als extrem unökologische Partei, die trotz hoher Energiezufuhr lediglich heiße Luft erzeugt. Deshalb sollen Wähler bei den kommenden Landtags- und Kommunalwahlen nur noch für...

Die NPD und das Netz

ie Duldsamkeit - manchem Rechten erschien die NPD sogar brauchbar zur Rekrutierung eigener Anhänger - ermöglichte, dass sich mit der Partei und um sie herum ein Netzwerk gebildet hat. Vielfältig verflochten sind Antisemiten, Deutschnationale, Linkenhasser, Militante, Kameradschaftlern, »Burschis«, Freie Kräfte, Hooligans ... Fließend sind die Grenzen von Parteien, Vereinen, Verbänden, legal oder verboten.

»PR-Gag« aus Brüssel

Mit einer »Sonderwirtschaftszone« will der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, der Ökonomie in Griechenland auf die Beine helfen. Mit Investitionsprogrammen und schärferer Kontrolle durch die EU sollten die Wachstumsraten deutlich angekurbelt werden, meinte der SPD-Politiker in einem Interview mit dem »Spiegel«.

René Heilig

Sammeln für ein NPD-Verbot

Die NPD sei eine zutiefst rassistische Partei - so der Kontext eines 1200-Seiten-Dossiers, das im Bundesinnenministerium unter Verschluss liegt. Es soll - laut »Spiegel« - Grundlage für ein neues Parteiverbotsverfahren sein.

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ndPlusRonny Blaschke, London

»Medaillen sind ja eigentlich gar nicht so wichtig«

Vielleicht liegt es an der Debatte um Medaillenvorgaben und staatliche Förderung des olympischen Sports, dass Karl Quade in London etwas verhaltener auftritt. Jeden Abend berichtet der Chef de Mission in einer Pressekonferenz von den Erfolgen des deutschen Paralympics-Teams.

Ulrike Henning

6,25 Euro für ein Pflege-Paket?

Die AOK Nordost, zuständig für die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin, sollte heute eigentlich Besuch von Pflege-Beschäftigten bekommen. Nach einer Grundsatzeinigung vom Wochenende über die Vergütung von Pflegeleistungen ambulanter Dienste könnte die Aktion aber ausbleiben.

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ndPlusMarcus Meier, Dortmund

Endlich ohne Naziaufmarsch

Zum ersten Mal seit acht Jahren blieb Dortmund der gleichsam schon traditionelle »Nationale Antikriegstag« nebst Großaktionen von Nazis erspart: Das Bundesverfassungsgericht ließ ein Aufmarschverbot bestehen, die Polizei setzte es durch.

Velten Schäfer

Überfälliger Realitätscheck

Sechs Jahre nach der allgemein verrissenen Ausstellung »Erzwungene Wege« liegt ein neues Konzept für die geplante Vertreibungs-Dauerausstellung in Berlin vor. In einigen Aspekten setzt es durchaus Achtungspunkte. Indes bleiben viele blinde Flecken - an bezeichnenden Stellen.

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Konsum statt Kunst

Wenn am Dienstag das Räumkommando die letzten Nutzer aus dem Berliner Kunsthaus »Tacheles« vertreibt, ist dies auch der offizielle Schlusspunkt einer inoffiziell schon lange beendeten Ära: Hier wird eines der letzten international bekannten Kulturrelikte der Berliner Nachwende-Jahre verschwinden. Das ist - gerade für Zeitzeugen der 90er Jahre in Ostberlin - mit bitterer Nostalgie verbunden. Denn a...

Halbherzige Reform

Nun haben die Mitglieder der Grünen die Wahl. Die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 werden per Urwahl bestimmt, anstatt sie - wie ansonsten üblich - im kleinen Führungskreis auszukungeln.

Brahimi braucht Hilfe

Was der neue Syrien-Beauftragte von Arabischer Liga und UNO anlässlich der Übernahme seines neuen Amtes gesagt hat, wird weder Assad noch die meisten Widerstandsgruppen erfreut haben - und das wäre gut so. Der syrische Präsident muss zur Kenntnis nehmen, dass der algerische Schlichter ihm klar die größere Bringeschuld bei der Lösung des Konflikts zuweist. Die militanten Oppositionellen wiederum se...

ndPlusChristian Klemm

Unermüdlich

Sie waren Überzeugungstäter und sind es bis heute geblieben. 1986, Jahre bevor der grölende Mob in Rostock-Lichtenhagen Wohnungen wehrloser Vietnamesen anzündete, haben Jürgen Micksch und andere die Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge Pro Asyl gegründet.

ndPlusDierk Hirschel

Die Machtfrage

Der Euro liegt noch immer auf der Intensivstation. Chefärztin Angela Merkel kann nicht mehr helfen. Sie verschreibt bereits seit Jahren die falsche Medizin. Die Berliner Zwangsdiät ruiniert die Gesundheit des europäischen Patienten.

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Julian Bartosz, Wroclaw

Gedenken in Gdansk

Noch vor der Morgendämmerung begannen in Polen am 1. September die Feierlichkeiten anlässlich des 73. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs. Auf der Westerplatte in Gdansk, wo damals der Kreuzer »Schleswig-Holstein« das polnische Militärdepot beschoss, fand in der Dunkelheit ein »Geländespiel« mit etwa 50 teilnehmenden »Rekonstrukteuren« statt. Danach hielt Verteidigungsminister Tadeu...

Ruf nach »roten Linien«

Jerusalem (dpa/nd). Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Westen aufgerufen, im Atomstreit mit Teheran »rote Linien« zu ziehen. »Iran sieht keine internationale Entschlossenheit, sein Atomprogramm zu stoppen«, sagte Netanjahu am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung. Ohne klare Grenzziehung werde Teheran weiter Fortschritte in Richtung Atombombe machen, so Netan...

Jetzt dominieren Last-Minute-Revolutionäre

Jetzt dominieren Last-Minute-Revolutionäre

Haytham Manna (Jahrgang 1951) ist Auslandssprecher des Nationalen Koordinationskomitees für Demokratischen Wandel in Syrien. Während des Aufstandes der syrischen Muslimbruderschaft (1979/80) musste Manna Syrien aus politischen Gründen verlassen. Seit 1982 lebt er in Frankreich, wo er in der Arabischen Kommission für Menschenrechte tätig ist. Mit ihm sprach Karin Leukefeld.

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Angola: Sieg für Dos Santos

Johannesburg (epd/nd). Der seit 33 Jahren in Angola regierende Präsident José Eduardo dos Santos hat die Parlamentswahlen mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Nach Auszählung von mehr als drei Viertel der Stimmen liegt seine Partei, die einst marxistische MPLA mit über 74 Prozent der Stimmen deutlich vorn. Angolas größte Oppositionspartei, die frühere Rebellenbewegung UNITA, kommt nach den vorlä...

Blutiges Wochenende in Afghanistan

Neue Gewalttaten in Afghanistan: Zwölf Menschen starben, als sich Attentäter unweit einer NATO-Basis in die Luft sprengten. Andernorts erschossen regierungstreue Milizionäre zehn Dorfbewohner.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

»Isaac« lässt Kuba nicht ganz kalt

Die Hurrikan-Saison in der Karibik hat begonnen. »Isaac« hat auf Kuba Verwüstungen verursacht, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Meteorologen der Region arbeiten grenzübergreifend beim Frühwarnsystem zusammen, selbst jene aus den USA mit jenen aus Kuba.

Harald Neuber

LINKE sucht Wege aus der Botschaftskrise

Erstmals hat Wikileaks-Gründer Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London Besuch von einem deutschen Parlamentsmitglied erhalten. Es war die LINKE-Bundestagsabgeordnete Dagdelen.

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ndPlusPeter Nowak

Die Piraten und der Systemerhalt

In Wählerumfragen rangiert die Piratenpartei erstmals seit Monaten hinter der LINKEN. Doch von einem Ende der Piraten zu sprechen, wäre verfrüht. Der Gegenwind ist ein Zeichen, dass die Partei auch für die Öffentlichkeit in den Niederungen der Politik angekommen ist.

Marcus Meier

Vom Barcamp zur Flauschcon

Ein Jahr vor der Wahl bereiten sich 150 Piraten auf einem bundesweiten »Barcamp« in Essen auf ihren möglichen Einzug in den Bundestag vor. Allzu hohe Erwartungen an Transparenz und Basisdemokratie werden bereits zurückgeschraubt.

ndPlusAert van Riel

Grüne wagen mehr Basisdemokratie

Die Grünen haben eine Urwahl über ihr quotiertes Spitzenduo für die Bundestagswahl 2013 eingeleitet. Ein entsprechender Antrag des Bundesvorstands wurde am Sonntag vom Länderrat in Berlin angenommen.

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ndPlusRené Heilig

»Stauffenberg« informierte

Auch zehn Monate nach dem Auffliegen der rechtsextremistischen NSU-Terrorzelle fügen sich die Erkenntnisse zu keinem Gesamtbild. Ein Verfassungsschutzbeamter aus Baden-Württemberg soll bereits vor neun Jahren vor dem NSU gewarnt haben.

Martin Dolzer

45 x 15 Euro wegen Propaganda

In Berlin wurde ein junger Mann verurteilt, weil er auf Menschenrechtsverletzungen in der Türkei aufmerksam gemacht hatte.

René Heilig

Viel Papier - zu schnell, zu spät

Einen grundlegenden »Neustart«, der »nur mit neuem Personal auf allen Ebenen und mit klaren gesetzlichen Vorgaben für den Arbeitsauftrag und die nachrichtendienstlichen Mittel« möglich sei, forderten am Wochenende die Grünen und wollen so mitmischen im längst begonnenen Geheimdienst-Reformwettbewerb.

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Neues Malheur bei P+S-Werften

Stralsund (dpa/nd). Nach der Insolvenz der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast werden immer mehr Probleme bekannt. So sind die von den P+S-Werften gebauten Scandlines-Fähren viel zu schwer. Nach dpa-Informationen haben die Messungen an der Ostseefähre »Berlin« ein Übergewicht von knapp 200 Tonnen ergeben. Die Reederei Scandlines befürchtet, für die Fähren wegen des höheren Tiefganges nicht wie ge...

US-Fonds im Visier der Justiz

New York (AFP/nd). Mehrere Investmentfonds sind einem Zeitungsbericht zufolge wegen umstrittener Steuervermeidungspraktiken ins Visier der US-Justiz geraten. Unter den betroffenen Firmen sei auch Bain Capital, die 15 Jahre lang von dem jetzigen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Mitt Romney, geleitet wurde, berichtete die »New York Times« am Samstag auf ihrer Internetseite. Der New Yorke...

Die Unke von der Börde

Frankfurt (dpa/nd). Norbert Walter störte sich nie daran, wenn er aneckte - denn der streitbare Ökonom behielt oft Recht. Als Chefvolkswirt der Deutschen Bank war der Mann mit dem markanten Vollbart eines ihrer Sprachrohre. Nun ist er mit 67 Jahren gestorben. Als einer der ersten sagte der Professor den Konjunktureinbruch 2009 im Gefolge der weltweiten Finanzkrise voraus. »Die Bankvolkswirte, ...

Ralf Klingsieck, Paris

Kernkraft-Kakophonie in der Pariser Koalition

Erster Koalitionsknatsch in der französischen Linksregierung: Dabei geht es um die Frage, wie zukunftsträchtig die Kernenergiebranche in Frankreich sein soll. Präsident und Premier werden alle Hände voll zu tun haben, um eine Einigung herbeizuführen.

ndPlusChristoph Nitz

Ermüdende Patentschlacht

Der Patentkrieg Apple gegen den Rest der IT-Welt ermüdet zunehmend Richter und Publikum. Die Zeichen stehen inzwischen auf Gesprächsbereitschaft zwischen den Hauptkonkurrenten Apple und Google.

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Ergrüntes Palmöl

Die Kraftstoffe aus Biomasse sorgen seit Jahren für Debatten. Ob es nun, wie kürzlich in einer Studie der deutschen Nationalakademie Leopoldina bemängelt, die versteckte Treibhausgasproduktion bei der Herstellung oder der Landnutzungskonflikt mit dem Nahrungsmittelanbau ist - so recht überzeugt die Umstellung von Autos auf den Sprit vom Felde nicht. Hinzu kommen regelmäßig Vorwürfe von Umweltverbä...

Steffen Schmidt

Falsch verteilter Stickstoff

Die »Grüne Revolution« der 1950er und 1960er Jahre beendete in einigen Entwicklungsländern die regelmäßigen Hungersnöte. Doch die neuen Getreidesorten sowie ihr Düngemittel- und Pestizidbedarf zeigten auch Schattenseiten. Gerade bei der Düngung muss sich noch einiges ändern, wie eine neue Studie zeigt.

ndPlusDieter Hanisch, Büsum

Rätselhaftes Verschwinden der Brandgans

Alljährlich versammeln sich die europäischen Brandgänse zur Mauser in den Wattgebieten der Nordsee. Doch seit einigen Jahren kommen immer weniger von diesen Wasservögeln in den deutschen Teil der Nordsee. Die Gründe sind unklar.

ndPlusNorbert Suchanek

Uranhaltiger Tierschutz?

Das Selous-Wildreservat im Süden Tansanias ist nicht nur das größte Wildschutzgebiet Afrikas, es ist seit 1982 auch Teil des UNESCO-Naturerbes. Dennoch soll dort jetzt Uran abgebaut werden.

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Freibad-Saison ging zu Ende

(nd-Kröger). Am Sonntag öffneten viele Frei- und Sommerbäder zum letzten Mal. Für die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) ging damit eine Sommersaison mit einem »durchwachsenen« Ergebnis zu Ende: Zwar kamen rund fünf Prozent Besucher mehr als im vergangenen Jahr. Dennoch hatten sich die Bäderbetriebe mehr erhofft, denn das Ergebnis von 2011 war das schlechteste der vergangenen zehn Jahre gewesen. Dass d...

Protest gegen Räumung des Tacheles

Rund 200 Menschen haben am Samstag gegen die für kommende Woche angesetzte Räumung des Berliner Kunsthauses Tacheles demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen allein zum Auftakt etwa 150 Menschen an der Aktion teil.

BER: Neue Spekulationen

Um den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) gibt es neue Spekulationen. Laut »Tagesspiegel« prüft die Flughafengesellschaft, ob sie den Umzug nun in zwei Etappen macht und den Airport zunächst mit kleinerem Betrieb testet.

Meine Sicht

Berlin toleriert keine Stigmatisierungen aus religiösen oder rassistischen Motiven. Und erst recht keine judenfeindliche Gewalt. Das ist die Botschaft des Wochenendes. Dass allein am Sonnabend über 1500 Menschen nach Schöneberg kamen, um sich direkt mit dem attackierten Rabbiner Daniel Alter und seiner siebenjährigen Tochter solidarisch zu zeigen, unterstreicht diese Botschaft umsomehr.

ndPlusJérôme Lombard und Martin Kröger

Solidarisch mit Rabbi Alter

Es war ein Wochenende voller Solidarität mit dem Rabbiner Daniel Alter und seiner Familie. Über 1500 Menschen setzten allein bei einer Solidaritätskundgebung ein Zeichen gegen Gewalt und Antisemitismus am Grazer Platz in Schöneberg.

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»Wir müssen missionieren«

(dpa). Der Lockenkopf ist etwas schütter geworden, der Frack sitzt wie eh und je - auf dem wohl begehrtesten Platz der Klassikwelt hat sich Sir Simon Rattle in zehn Jahren äußerlich nur wenig verändert. Als er am 7. September 2002 seine Stelle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker antrat, gehörte die jugendliche Ausstrahlung zum Kalkül hinter der Wahl durch die Musiker. Nach dem Bewahrer Cl...

Kilian Klenze

Schmerzfrei in Ketten

Zu Bach'schem Orgelklang betritt Sascha mit zwei Diabolos die Bühne im Wintergarten, scheint mit deren Gewicht zu hadern, bis ihm eine Kollegin die Schau stiehlt und zeigt, dass die Geräte mit einem Finger zu heben sind. Das setzt Sascha in Gang: Mit Diabolos und Bällen jongliert er zu Hip-Hop-Sound, als sei es leicht, Requisiten solch unterschiedlicher Größe zu handhaben. Dem Absolventen der Schu...

ndPlusVolkmar Draeger

Doyen der Travestie

Angefangen hat alles im ungarischen Győr. Dort wird 1942 Cornél Hédl geboren, wächst in Budapest auf, wo Mutter eine Reinigung betreibt. Als der Krieg das Haus der Familie zerbombt, schickt man den Knaben zu Verwandten aufs Land. »Schwanensee« mit der Oma in Budapest bringt die Wende: Primaballerina möchte Cornél werden, nichts anderes.

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Rechte Parolen beim Fußball verhindert

Erfurt/Weimar (dpa/nd). In Weimar und Erfurt haben Verantwortliche geplante Demonstrationen und Parolen rechtsextremer Fußballfans gestoppt. Rund 100 Anhänger der rechten Szene seien am Samstag mit Bussen nach Erfurt gereist, um die Fußballpartie der 3. Liga Rot-Weiß Erfurt gegen Borussia Dortmund II (5:0) zu sehen, teilte die Landespolizei am Sonntag in Erfurt mit. Als der Veranstalter ihnen den ...

Mit »nd« an der Bammelecke
Andreas Fritsche

Mit »nd« an der Bammelecke

Das letzte Stück des Wegs der nd-Leserwanderung führt entlang der ältesten Sportstätte Berlins.

Sarah Liebigt

Lasst uns über Drogen reden

Wer am kommenden Wochenende vor einem Club Schlange steht, dem könnte es passieren, dass eine Frau in blauer Perücke und weißem Kittel ihn in ein Gespräch verwickeln will. Die »Clubmission« der Fachstelle für Suchtprävention wird in diesen Tagen im Berliner Nachtleben unterwegs sein.

Jürgen Ruf, dpa

Gasthausgenossen

In Baden-Württemberg ist wohl Deutschlands erstes Genossen-Wirtshaus entstanden. Es stiftet ein Wir-Gefühl im Dorf. Und serviert den Teilhabern eine gute Bilanz.

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Schönbohm auf Distanz zu CDU-Chefin

Potsdam (dpa/nd). Der Ehrenvorsitzende der brandenburgischen CDU, Jörg Schönbohm, ist auf Distanz zur Parteivorsitzenden und Landtagsfraktionschefin Saskia Ludwig gegangen. Mit Blick auf deren Medienschelte sagte Schönbohm der »Märkischen Allgemeinen Zeitung« vom Sonnabend: »Bei allem Ärger, den Politiker mit Medien gelegentlich mal haben, geht das meines Erachtens zu weit. Es hilft der CDU auch n...

Gudrun Janicke, dpa

Streit um Polizeibeauftragten

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (LINKE) hat sich für die Einsetzung eine Landespolizeibeauftragten eingesetzt. »Er muss Ansprechpartner für die Beamten als auch für die Bürger sein«, sagte er - und griff damit eine Idee der Piratenpartei auf. Mareschs Vorschlag stieß bei Innenminister Dietmar Woidke (SPD) und bei der CDU-Landtagsfraktion auf Ablehnung - allerdings aus unterschiedlichen Grün...

ndPlusWolfgang Weiß

Kanal vom Senftenberger See nach Sachsen

Die Abkürzung LMBV ist gewöhnungsbedürftig. Sie steht für Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft. Dahinter verbirgt sich ein Unternehmen, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes, genauer gesagt des Bundesfinanzministeriums, befindet. Hauptaufgabe ist die Sanierung stillgelegter Braunkohlentagebaue und die Beseitigung der Altlasten im südlichen Teil Ostdeutschlands. Die...

ndPlusRudolf Stumberger

Höhenrausch bis zum Zusammenbruch

Als fernes Phänomen seit langem bekannt, erobert die Droge Crystal Meth derzeit in atemberaubendem Tempo Süddeutschland. Und die Kunden erleben nach leistungssteigerndem Rausch ihr blaues Wunder.

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Her Mosekund geriet mit einem Freund, der ihn besuchte, in eine Auseinandersetzung, die sich derart ins Hitzige steigerte, dass nicht mehr jede Formulierung mit Bedacht gewählt war. »Also Herr Mosekund«, rief der Freund, als er die Grenze der Höflichkeit für überschritten hielt, »ich muss schon sagen: Mit fehlen die Worte!« - »Da kann ich Ihnen helfen«, sagte Herr Mosekund, ging zum Bücherregal un...

Wagner trifft Verdi

Richard Wagner und Giuseppe Verdi werden in den meisten Thüringer Theatern der neuen Spielzeit ihren Stempel aufdrücken. In Konzerten und Opernpremieren wird an die beiden Komponisten erinnert, die beide 1813 geboren wurden und deren Werke bis heute populär sind. Noch sind Theaterferien in Thüringen - in wenigen Tagen wollen Schauspieler und Sänger aber wieder ihr Publikum begeistern. Nicht überal...

Radikal Büchner

Unter dem Motto »Radikale Texte! Radikale Musik! Radikale Auftritte!« ruft ZDFkultur gemeinsam mit der Stiftung Bauhaus Dessau anlässlich des 200. Geburtstags von Georg Büchner 2013 zum Schüler- und Jugendmusiktheaterwettbewerb »Radikal Büchner« auf. 14- bis 24-Jährige sind aufgerufen, sich mit eigener Musik, eigenen Texten und ihren Auftritten zu bewerben. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2013....

Napoleon als Exempel

Zweihundert Jahre nach dem Feldzug von Napoleon erinnert Russland mit einer historischen Nachstellung der Schlacht von Borodino an jenen blutigsten Kampf des Krieges von 1812. Zu dem Gedenken wurde am Sonntag auch Wladimir Putin erwartet, wie Medien berichteten. In Borodino, etwa 100 Kilometer vor Moskau, kämpften die Russen damals unter dem Oberkommando von Fürst Michail Kutusow. Das Gemetzel end...

Erzähl!

Erbe ist nicht nur Geschenk, es ist unter Umständen auch Bürde. Nicht abschüttelbar. Lastend. Eine Mitnehmpflicht. So stehen auch Zeugnisse der Naziherrschaft - zwischen kulturbewusster Bewahrung und natürlicher Verwitterung - wie aufstörende Findlinge im Lande, benennen Schuld und Schande, stehen quer zur Geläufigkeit des Lebens, das Spuren eher tilgt als verstärkt.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Rebellion der Toten

Am Deutschen Theater Berlin inszenierte Stephan Kimmig »Ödipus Stadt«, eine Kurzfassung der Tragödien »Ödipus« von Sophokles, »Sieben gegen Theben« von Aischylos, »Die Phönizierinnen« von Euripides und »Antigone« von Sophokles (Übersetzung: Gregor Schreiner). Gebündelt hat das John von Düffel. Trefflich, mit hohem Sinn für die Kunst des Fugens und Fügens.

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Stefan Amzoll

Crashfinale

Das Programm macht erstaunen. Fast schon gewohntermaßen. Was da wieder auf die Beine gestellt wurde und welche Schwerpunkte gesetzt wurden, das ist völlig unalltäglich. Und erst die Musiker, die Klangkörper - aus Zentren kommen sie, wo Anspruchsvolles sich noch halten kann, wo kulturelle Eliten der Gegenwartsmusik noch Chancen geben und um Bedingungen kämpfen, dass sie fortleben kann. Und dab...

ndPlusUwe Stolzmann

Weisheit und Wahn

Nobelpreisträger Saramago war sich ganz sicher - damals, vor ein paar Jahren: Ein junger Landsmann und Kollege würde gewiss auch den höchsten Preis erhalten; schade nur, dass er, José Saramago, dann nicht mehr gratulieren könne. In Portugal ist dieser jüngere Autor längst bekannt, er hat gut zwanzig Bücher publiziert.

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Alexander Ludewig

Heimlichkeiten vor dem Stadtderby

Einige sind vergangenen Freitag umsonst gekommen. Entgegen den Ankündigungen zog es Trainer Uwe Neuhaus kurzfristig vor, die Übungseinheit des 1. FC Union Berlin unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten.

ndPlusJörg Soldwisch, SID

Konterfußball der Extraklasse

Hannover im Höhenflug: Drei Tage nach dem umjubelten Einzug in die Gruppenphase der Europa League haben die 96er einen weiteren Prestigeerfolg gefeiert. Das Team von Trainer Mirko Slomka gewann das Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg nach einer Galavorstellung mit 4:0 (2:0) und rückte in die Bundesliga-Spitzengruppe vor. Beim höchsten Auswärtssieg seit über 41 Jahren beeindruckte Hannover mit K...

ndPlusFrank Hellmann, Bremen

Drei Schritte für 20 Millionen Euro

Kurz vor Ende der Transferperiode hatte der Hamburger SV sich am Freitag nochmals mit drei Mittelfeldspielern verstärkt. Die Niederlage in Bremen am Samstag schieben die Verantwortlichen auf die fehlende Spielgenehmigung des teuersten Neuzugangs Rafael van der Vaart.

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ndPlusKristof Stühm, SID

Von elf auf zwei

Der Brite Jenson Button gewinnt den Großen Preis von Belgien vor Vettel und Kimi Räikkönen.

Jürgen Holz

Harting im »Wohnzimmer« top

Lokalmatador Robert Harting war der Star des 71. ISTAF im Berliner Olympiastadion. Der Diskus-Olympiasieger feierte 26 Tage nach seinem Goldwurf von London seinen 33. Sieg in Serie. In einem Topfeld setzte er sich mit 67,40 m durch und wurde auf der Ehrenrunde vor über 50 000 Zuschauern stürmisch gefeiert.

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Eine Bühne für Oscar Pistorius

Seit Sonnabend laufen die zweiten »Oscar-Pistorius-Festspiele«. Es gibt diesmal keinen Usain Bolt und Mo Farah - nur den »schnellsten Mann auf keinem Bein«. Und beim ersten Auftritt zeigte er gleich, dass diese Bühne ihm gehört. Bei seiner Begrüßung jubelten 80 000 Zuschauer im Olympiastadion lauter als bei jedem britischen Sieg, als nach 200 m im Ziel die Weltrekordzeit von 21,30 Sekunden aufblin...

ndPlusHolger Schmidt, SID

Tränen, Chaos, Unfähigkeit

Claudia Nikoleitzik war erst Vierte, dann disqualifiziert, dann wieder Vierte - am Ende hatte sie eine Medaille in der Hand. Hochverdient, aber das Zustandekommen war skandalös.