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Unten links

Der Ami ist eine komische Spezies der Gattung Homo sapiens. Alle vier Jahre strömt er auf Straßen und Plätze, in Sportarenen und Multifunktionshallen, um Fähnchen zu schwingen, sich mit Papierschnipseln zu berieseln und zu jubeln, wenn ein millionenschwerer Kandidat ihm, dem hoch verschuldeten und zwischen mehreren Jobs hetzenden Bürger zuruft: »Don’t ask what your country can do for you. Ask what...

Hoffnung 2.0

Als unmittelbar vor der USA-Präsidentenwahl ein Interviewpartner in dieser Zeitung kaum ein gutes Haar am Amtsinhaber gelassen hatte, fragte ein kluger Kopf anschließend in der Redaktionssitzung, ob wir denn lieber einen neuen Bush wollten. Das Dilemma kannten viele Obama-Wähler in den Vereinigten Staaten, auch so mancher linke Sympathisant hierzulande. Der große Hoffnungsträger für den gesellscha...

René Heilig

Hetz-CD zur Unterstützung von NSU-Helfern

Während Generalbundesanwalt Harald Range die mehrere hundert Seiten umfassende Anklageschrift samt Beweisakten gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe sowie einige Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) dem Oberlandesgericht München zuleitet, hat das rechtsextremistische Netzwerk bereits Solidaritätsaktionen mit den Beschuldigten organisiert. So erschien vor wenigen Tagen eine CD mit Titeln von 15 Nazi-Bands.

Olaf Standke

Der gespaltene Traum

Über 300 Stimmen der Wahlmänner- und frauen zugunsten Barack Obamas: Nach der Präsidentschaftswahl in den USA war von einem Triumph des Amtsinhabers die Rede. Doch verdeckt diese Zahl die tiefe Zerrissenheit des Landes nur notdürftig.

ndPlusKatja Eichholz und Jürgen Amendt

Kampf um die Macht des gesprochenen Wortes

Seit Tagen liefern sich Piratin Marina Weisband und Spiegel-Redakteurin Merlind Theile einen medialen Schlagabtausch über ein Interview und die Authentizität von Zitate: Ein Lehrstück über den Widerspruch von Notwendigkeiten und Befindlichkeiten in der Arbeit von Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens.

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Patt im Kongress

Washington (Agenturen/nd). Auch in seiner zweiten Amtszeit wird Obama darum kämpfen müssen, Gesetzesvorhaben durch den Kongress zu bringen. Gewählt wurde am Dienstag nicht nur der Präsident, sondern auch alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 33 von 100 Senatoren. Nach vorläufigen Ergebnissen der US-Sender kontrollieren die Republikaner weiter das Repräsentantenhaus. Die Demokraten halte...

Zahlen und Fakten

Neben der ethnischen Herkunft hat der Glaube bei der US-Präsidentenwahl am Dienstag offenbar einen deutlichen Einfluss gehabt. Wie der Sender CNN berichtete, stimmten 59 Prozent der wöchentlichen und 43 Prozent der gelegentlichen Kirchgänger für den republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Die Nicht-Kirchgänger wählten den Angaben zufolge zu 62 Prozent Präsident Barack Obama und zu 34 Prozent ...

Mitt Romney gibt schnell klein bei
ndPlusMax Böhnel, New York

Mitt Romney gibt schnell klein bei

Die Wählerstimmen von Frauen, Latinos und Schwarzen tragen US-Präsident Barack Obama in eine zweite Amtszeit. Der Demokrat sicherte sich bei der Abstimmung am Dienstag mindestens 303 von insgesamt 538 Wahlmännerstimmen und damit einen deutlichen Vorsprung. Aber auch in seiner zweiten Amtszeit wird Obama darum kämpfen müssen, Gesetzesvorhaben durch den Kongress zu bringen. Nach vorläufigen Ergebnissen der US-Sender kontrollieren die Repu-blikaner weiter das Repräsentantenhaus.

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»Die USA sind noch nicht verloren«

Die gebürtige US-Amerikanerin Susan Neiman ist Direktorin des Potsdamer Einstein Forums. Sie studierte Philosophie an der Harvard Universität und an der Freien Universität Berlin. Über das Ergebnis der Präsidentschaftswahl und die Aussicht auf Obamas zweite Amtszeit sprach mit ihr für »nd« Christin Odoj.

Reiner Oschmann

Obamas Triumph

Barack Obama darf noch einmal vier Jahre die Vereinigten Staaten von Amerika regieren. Seine Wiederwahl ist Ausdruck eines neuen Realismus gegenüber der Idee vom »amerikanischen Traum«.

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Waffenstillstand

Die Macht, die einem Diktum Mao Zedongs zufolge aus den Gewehrläufen kommt, nutzt einem russischen Hersteller der Letzteren derzeit offenbar herzlich wenig. Laut Medienberichten stecken die vor über 200 Jahren gegründeten Ishmasch-Werke in der Taiga-Republik Udmurtien in einer existenziellen Krise. Kündigungen und die Fusion mit einem anderen Werk seien kaum mehr zu vermeiden, heißt es. Die w...

Was die Statistik nicht zeigt

Im Jahr 2011 haben in Deutschland so wenige Menschen Sozialleistungen bekommen wie seit Langem nicht. Das klingt nach einer Erfolgsmeldung. Aber wie so oft, wenn Statistiken bemüht werden, um den Erfolg der Regierungspolitik zu belegen, empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Zahlen. Es ist beileibe nicht so, dass es generell weniger Hilfebedürftige geben würde. Zwar ist die Zahl der Hartz-IV...

Neoliberales Wunschkonzert

Es ist erstaunlich, dass Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und die fünf Wirtschaftswissenschaftler des Sachverständigenrates die Bundesregierung fast identisch kritisieren. Ob Abschaffung der Praxisgebühr oder Zuschussrente - die Einwände gegen die jüngsten Beschlüsse der schwarz-gelben Koalition sind die gleichen. Mit ihrem Schuldentilgungspakt hatten die Wirtschaftsweisen vor einigen Monaten...

Uwe Kalbe

Haudrauf

Ronald Pofalla äußert sich nicht zu den neuesten Vorwürfen. Ebenso wie die Kanzlerin hat er seine »Erinnerung erforscht, und da hat sich nichts geregt«, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Vielleicht ist Medienschelte - die von so weit oben freilich als Donnergrollen wirkt - kein besonders einprägsames Ereignis für Pofalla. Wie es generell häufig grollt. Die CSU wollte einen Bericht über den SPD-Lan...

Kämpferisch für Bildung?

nd: Im französischen Wahlkampf spielte Bildungspolitik eine große Rolle. Was hat sich nach dem Regierungswechsel verändert?Andersson: Es hat sich durch den Regierungswechsel nichts Wesentliches verändert, lediglich prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen auch im Bildungsbereich zu. Die Sozialisten hatten im Wahlkampf versprochen, die 60 000 unter Sarkozy gestrichenen Stellen im Bildungsbereich w...

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Werner Birnstiel, Peking

»Nach den Steinen tastend den Fluss überqueren«

China hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, es ist Exportweltmeister und wird 2012 zur größten Handelsnation aufsteigen. Es hat sich als politische Großmacht und als Weltraumnation etabliert. Zugleich ist der Handlungs- und Zeitdruck für die Bewältigung enormer Herausforderungen gewachsen. Wie sieht man das nahe der »Zentrale der Macht«?

ndPlusAus Peking berichtet Lutz Pohle

Führungswechsel auf Chinesisch

Vom 8. bis 14. November tagt in Pekings »Großer Halle des Volkes« der 18. Parteitag der KP Chinas. Er wird eine neue Führung für die größte politische Partei - und das bevölkerungsreichste Land der Erde - bestimmen. Erwartet werden jedoch auch Richtungsentscheidungen: Wie wird sich China im nächsten Jahrzehnt entwickeln, welche Prioritäten setzt die neue Führungsgeneration?

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Plan zur Intervention

Bamako (AFP/nd). Armeechefs der westafrikanischen Staaten haben einen strategischen Plan für einen Militäreinsatz in Mali verabschiedet. »Befreundete Truppen« sollten dabei helfen, den Norden des Landes von islamischen Extremisten zurückzuerobern, erklärte Malis Generalstabschef Ibrahim Dembele nach einem Treffen der Armeechefs in der malischen Hauptstadt Bamako. Einzelheiten des Plans wurden zunä...

Assad in Bedrängnis

Die syrischen Rebellen sind im Umland von Damaskus wieder auf dem Vormarsch. Präsident Assad soll wegen der brenzligen Lage rund um die Hauptstadt bereits seine Eliteeinheit zurückbeordert haben.

Im Rahmen des Unmöglichen

In Griechenland hat ein Generalstreik gegen das Sozialabbauprogramm der Regierung das öffentliche Leben auch am zweiten Tag stark beeinträchtigt. Derweil kommen aus Brüssel neue Forderungen an Athen.

»EU-Europa verschärft den Konflikt«
Roland Etzel

»EU-Europa verschärft den Konflikt«

Obwohl die täglichen Kriegsbilder aus Syrien anderes vermitteln - es gibt durchaus oppositionelle Kräfte im Land, die zwar für Veränderung eintreten, aber gegen Waffengewalt sind. Zwei von ihnen sind derzeit Gast deutscher Friedensorganisationen.

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Fegermeister verliert Kehrbezirk

Leipzig (dpa/nd). Ein öffentlich bestellter Bezirksschornsteinfeger darf sich privat keine extrem rechten und antisemitischen Umtriebe erlauben, sonst kann ihm sein Kehrbezirk entzogen werden. Mit diesem Grundsatzurteil bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch einen Widerrufsbescheid des Landes Sachsen-Anhalt, das einem NPD-nahen Schornsteinfegermeister sein Amt abgesprochen ...

Kabinett drückt auf Tempo

Das Bundeskabinett hat die im Koalitionsausschuss beschlossenen Änderungen am Betreuungsgeld sowie das Ende der Praxisgebühr abgesegnet. Der Bundestag soll sich bereits am Freitag damit befassen.

ndPlusMartin Kröger

VS-Experte übergab Akten zum Schreddern

Das Akten-Schreddern des Berliner Verfassungsschutzes, bei dem 57 Ordner aus dem Bereich Rechtsextremismus vernichtet wurden, hat einen bizarren Hintergrund. Die Opposition fordert die Aufklärung der Aktion und eines möglichen Bezuges zu den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU).

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ndPlusFabian Lambeck

»Im Sinne der Betroffenen«

Sie lagern nur einen Steinwurf vom Bundestag entfernt. Jene 20 Asylbewerber, die zuvor von Würzburg nach Berlin zu Fuß liefen, um gegen die deutsche Asylpolitik zu demonstrieren. Als besonders diskriminierend empfinden sie dabei die Residenzpflicht, die ihnen verbietet, den ihnen zugewiesenen Landkreis zu verlassen. Die Linksfraktion brachte das heikle Thema am Mittwoch im Rahmen einer Aktuel...

Hans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main

Frankfurter U-Bahn Schläger

Meldungen über ein gewaltsames Vorgehen von Frankfurter Polizisten gegen einen aus Äthiopien stammenden deutschen Staatsbürger lösen heftige Kritik aus und werden im hessischen Landtag ein parlamentarisches Nachspiel haben.

Ines Wallrodt

Kungelei vor Gericht

Karlsruhe überprüft eine umstrittene Rechtspraxis: Absprachen, bei denen Geständige mit milderen Strafen belohnt werden. Bei der Anhörung am Mittwoch äußerten Rechtsexperten deutliche Zweifel an ihrer Zulässigkeit.

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Randale vor der Ford-Europazentrale

Köln (nd-Meier). Rund 200 Arbeiter des von Schließung bedrohten Ford-Werkes in Genk (Belgien) randalierten am Mittwoch vor der Ford-Europazentrale in Köln. Sie beschädigten Fenster, warfen Knallkörper und wurden schließlich von der Polizei eingekesselt. »Die Belgier fuhren mit mehreren Reisebussen vor und blockierten dann den Eingang zum Werkstor 3«, so ein Sprecher der Kölner Polizei. Sie hät...

Strom aus der Wüste

Die Idee geistert seit Jahrzehnten durch die Fachwelt: Der Strombedarf der gesamten Weltbevölkerung könnte mit riesigen Solaranlagen in Wüsten klimafreundlich gedeckt werden. Da die Sonne dort am stärksten scheint, würde es rein rechnerisch genügen, auf einer Fläche von 300x300 Kilometern solarthermische Kraftwerke (CSP) zu errichten. Solche Gedankenspiele sollen im Konzept Desertec erstmals G...

Marlene Göring

Siemens geht, China kommt

Auf der Desertec-Konferenz zu Wüstenstrom zeigten sich die Mitglieder der Initiative optimistisch - obwohl ihr Vorhaben immer noch scheitern könnte. Zuletzt hatte Siemens das Boot verlassen.

Simon Poelchau

Maastricht 2.0 und Bürgerpauschale

Quotenmodell, Reform der Unternehmenssteuer, Insolvenzplan für Euro-Staaten - die Vorschlagsliste des Sachverständigenrates ist lang.

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Rory Cochrane

Der US-amerikanische Schauspieler, auch als Songwriter und Sänger hervorgetreten, wurde am 28. Februar 1972 in Syracuse/Staat New York geboren und hatte seinen ersten TV-Auftritt bereits als Schüler. Seine Filmkarriere begann er 1991 mit einer winzigen Rolle in »Der Kuß vor dem Tode«. Nach mehreren kleinen Rollen spielte er 1998 den Hauptpart in dem harten Polizei-Thriller »Black & White« (»Ge...

ndPlusCaroline M. Buck

Gnadenhalber

Dieser Film ist zugleich ein Venedig-Gewinner und ein echter Kim Ki-Duk. Ein Film mithin, der mit Gewalt schockiert und zugleich mehr will als nur schockieren. Ein Film über das Geschlechterverhältnis, wie so oft bei Kim, bei dem die Frauen beständig den Kürzeren ziehen, am Ende aber doch die Oberhand behalten, wenn auch nur in sehr eingeschränktem Sinne. Dass Kim Ki-Duk überhaupt je wieder einen ...

Retro-Fiction in Teheran

George Clooney ist einer der Produzenten dieses Films, und Clooney mag kein begnadeter Schauspieler sein (und ist erwiesenermaßen ein ziemlich humorfreier Typ, wo es um Kritik an seinen Filmen geht), aber ein rechtslastiger US-Chauvinist und Kriegshetzer, das ist Clooney nicht. Deshalb ist »Argo« denn wohl über jeden Zweifel erhaben, was seine politischen Absichten angeht. Wäre Clooney nicht, man ...

Thomas Blum

Geheim, geheimer, am geheimsten

Einem US-Spezialagenten (Travis Fimmel), der seinen Vater bei den Terroranschlägen vom 11. September verloren hat, ist es nach langen Jahren gelungen, den verantwortlichen Chefterroristen (Michael Desante) aufzuspüren. Und aus irgendeinem Grund, der uns nicht weiter erklärt wird, sitzen sich die beiden nun in einem dunklen, kabuffartigen Verhörraum gegenüber, der sich aus unerfindlichen Gründen un...

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Einsatz gegen Dealer

(dpa). Die Berliner Polizei ist mit einem groß angelegten Einsatz gegen Drogendealer, Hütchenspieler und Taschendiebe vorgegangen und ermittelt nun gegen 30 Verdächtige. Drei Beamte wurden bei der Aktion am Dienstag verletzt, wie die Polizei gestern mitteilte. 21 Menschen wurden festgenommen, nach Angaben einer Polizeisprecherin waren am Mittwoch aber alle wieder frei. Insgesamt gingen 200 Pol...

Regeln für Freikarten

(dpa). Das Abgeordnetenhaus will den Umgang mit kostenlosen Eintrittskarten, Essenseinladungen und sonstigen Vergünstigungen klarer regeln als bisher. Dazu liegt eine Änderung des Landesabgeordnetengesetzes vor, die alle fünf Fraktionen an diesem Donnerstag im Parlament beschließen werden. Das Landesparlament will damit Konsequenzen aus der Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff um mögliche ...

Freie Plätze bei Freiberuflern

(nd). Auch zwei Monate nach dem Start des Ausbildungsjahres 2012 sind bei Berliner Freiberuflern noch viele Plätze unbesetzt. In den Ausbildungsplatzbörsen sind derzeit genau 100 freie Plätze registriert. Die Zahl der insgesamt nicht besetzten Ausbildungsplätze dürfte noch höher sein, sagte die Präsidentin des Verbandes der Freien Berufe Berlin (VFB), Claudia Frank. »Die Freien Berufe wollen ausbi...

Immobilienhai auf Renditejagd

Zum Jahresende soll David P. aus seiner Wohnung in der Boxhagener Straße in Friedrichshain ausziehen. Der Hauseigentümer hat ihm gekündigt. Und zwar auf besonders dreiste Art: Der Anwalt einer Immobiliengesellschaft teilte ihm mit, dass sich sonst die Renditeerwartungen der Neueigentümer des Hauses nicht erfüllen ließen. Denn die sehen eine Verzehnfachung der Miete in dem Haus vor, das luxusmod...

Verprellte Verbündete

Es gibt beileibe Berufsgruppen, die sozial schlechter gestellt und tariflich ungerechter behandelt werden als die Lehrer. Das gilt selbst für die Hauptstadt-Pädagogen, auch wenn sie hier zum Teil auf den Beamtenstatus verzichten müssen. Unangenehm in Erinnerung geblieben ist auch die allzu konsequente Klientelpolitik für Lehrer durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der letzten Ja...

Mehr Geld vom Bund für BER

(dpa/nd) Mit den Problemen und höheren Kosten beim Bau des Hauptstadtflughafens befassten sich am Mittwoch der Haushalts- und der Verkehrsausschuss des Bundestages. Im Haushaltsausschuss ging es um Mehrkosten von 312 Millionen Euro, die der Bund für den Flughafen nachschießen soll. Zur Aufklärung des Sachverhaltes mussten unter anderem die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft...

ndPlusBernd Kammer

Eine Meisterleistung wird entsorgt

Für ihr Alter sind sie erstaunlich gut erhalten: Die bis zu zehn Meter langen Holzpfähle, die ein Bagger aus der Schlossbaugrube zieht, steckten hier immerhin schon 300 Jahre im Boden. Manfred Rettig, Chef der Stiftung Berliner Schloss Humboldtforum, ist darüber sehr froh. Denn es war schon befürchtet worden, dass sie durch das Grundwasser zersetzt sind und nicht einfach gezogen werden können. Auß...

Rainer Balcerowiak

Lehrern droht »Sonderopfer«

Nach dem Scheitern der Gespräche mit der Senatsschulverwaltung über die Kompensation von geleisteter Mehrarbeit will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit landesweiten Protestaktionen auf das Problem aufmerksam machen. Man werde nicht hinnehmen, dass Lehrern dauerhaft eine Arbeitszeitverlängerung ohne ausreichende Kompensation zugemutet werden solle, so die GEW-Landesvorsitzende Si...

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Koffer für die letzte Reise

(epd). Zahlreiche volle Tagebücher und dazu ein leeres: Das wäre das Gepäck des Berliner evangelischen Bischofs Markus Dröge für die buchstäblich letzte Reise vor dem Tod. Zu sehen ist sein »Gepäck« für den Todesfall von kommenden Samstag an in einer Ausstellung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Gemeinsam mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zeigt die Gemeinde die Ausstellung zur ARD-Th...

Preis für Toleranz

(epd). Das Jüdische Museum Berlin verleiht seinen diesjährigen »Preis für Verständigung und Toleranz« an Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und den Industriemanager Klaus Mangold. Die Auszeichnung erfolgt am 17. November im Rahmen der traditionellen Spenden-Gala, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch den Erweiterungsbau des Museums einweihen wird, wie das Haus am Dienstag mitteil...

Märchentage beginnen

(dpa). Der böse Wolf, Rotkäppchen und das tapfere Schneiderlein sind vom heutigen Donnerstag an in Berlin hoch im Kurs. Bei den 23. Berliner Märchentagen gibt es in diesem Jahr bis zum 25. November rund 1200 Veranstaltungen an 350 Orten in Berlin und Brandenburg. Laut Verein »Märchenland« umfasst das Programm - 200 Jahre nach der Erstveröffentlichung von »Grimms Märchen« in Berlin - Theateraufführ...

ndPlusKira Taszman

Galizische (Alb-)Träume

»Manchmal schrieb er wie Kafka, manchmal wie Proust, und mit der Zeit gelang ihm eine Tiefe, die keiner von beiden erreicht hat.« Dieses Lob von Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer galt seinem Landsmann und Kollegen Bruno Schulz. Schulz, aus dem galizischen Städtchen Drohobycz stammend, war ein polnisch-jüdischer Schriftsteller und Maler. Seine noch erhaltenen Grafiken stellen oft ins ...

ndPlusVolkmar Draeger

Leben zwischen den Geschlechtern

»Ich fühle mich von Menschen vieler Geschlechter angezogen. Ich definiere mich weder als männlich noch als weiblich. Früher warst Du lesbisch, und jetzt bist Du schwul? Wir sind irgendwo zwischen den Kulturen und Geschlechtern hängen geblieben.« Die das bekennend von sich sagen, zählen zur Gruppe der Trans*. Dieser Oberbegriff summiert Menschen, die ihr Geschlecht anders definieren, als es ihnen b...

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Hochmoselbrücke wird noch teurer

Der umstrittene Hochmoselübergang im rot-grün regierten Rheinland-Pfalz wird teurer als geplant. Der Landesbetrieb Mobilität begründet das unter anderem mit höheren Kosten für den Erdbau. Die oppositionelle CDU zeigt sich empört.

ndPlusMartina Rathke, dpa

»Unglaubliche Barbarei«

Die Welterbestadt Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern hat historische Bücher aus ihrem Stadtarchiv verkauft. Fachleute sehen Gesetze verletzt. Nun befasst sich das Innenministerium mit den Vorgängen.

Neun rote Rosen für den Revolutionär
Heinz Warnecke

Neun rote Rosen für den Revolutionär

Der Berliner Flugzeugmechaniker Paul Wieczorek verdiente sich am 9. November 1918 unsere bleibende Erinnerung und am Gedenktag einen Strauß roter Rosen. Zusammen mit seinem Freund, dem Klempner Fritz Radtke, führte er damals eine größere Gruppe revolutionär gesinnter Arbeiter, Soldaten und Marineflieger aus Johannisthal bei Berlin in den Revolutionskampf. Bereits in der Nacht wurden die Offiziere ...

Heidrun Böger, Leipzig

Firmengründung der anderen Art

In diesem Jahr werden nach Einschätzung des DIHK in Deutschland nicht einmal 400 000 neue Unternehmen entstehen - weniger als je zuvor seit 1990. Gleichzeitig wächst innerhalb dieser Zahl der Frauenanteil - Beobachtungen in Sachsen-Anhalt, wo im Rahmen der bundesweiten Gründerwoche derzeit über Förderprogramme informiert wird.

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Ab in die Einöde

Schwerin (dpa/nd). Die Stadt Hamburg wird wohl für weitere sechs Jahre ihr zugewiesene Flüchtlinge zur Erstaufnahme ins westmecklenburgische Dorf Nostorf-Horst schicken. Wie die »Schweriner Volkszeitung« berichtet, wollen Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) und der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) heute eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen. Die in einer ehemaligen Gre...

Überprüfung von 18 Mordfällen

Potsdam (epd). In Brandenburg sollen mindestens 18 seit 1990 verübte Morde neu auf mögliche rechtsextreme Hintergründe überprüft werden. Das brandenburgische Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und der Verein Opferperspektive begrüßten am Mittwoch die Ankündigung von Innenminister Dietmar Woidke (SPD), die Fälle neu aufzurollen.Die Tötungsdelikte wurden nach Ang...

Hagen Jung

Reservat für ein Fossil

Studiengebühren werden - außer in Bayern - nur noch im CDU/FDP-regierten Niedersachsen kassiert. Dort will sie die Opposition abschaffen. Doch über den Zeitpunkt gibt es Differenzen, und so wurde gestern im Landtag ein Antrag der LINKEN auf sofortiges Gebühren-Aus nicht nur von Schwarz-Gelb, sondern auch von SPD und Grünen abgelehnt.

ndPlusDieter Schneberger, epd

Ja, nein, vielleicht

Intim und geheim: Unter Schulbänken floriert die Zettelpost - auch im Handyzeitalter noch. Die Kritzeleien zeugen von Freud, Leid und Langeweile der Schüler. Eine Ausstellung in Frankfurt am Main widmet sich dem Schriftverkehr im Klasenraum.

Zuviel Geld

370 Millionen Euro Steuern fließen in den kommenden Jahren zusätzlich in die Kasse des Freistaates Bayern. Die CSU will das Geld zum Ausgleich für möglicherweise wegfallende Studiengebühren auf die Seite legen. Das lehnt der Koalitionspartner FDP entschieden ab.

Andreas Fritsche

Die unstrittigen Kandidaten

Sebastian Walter reagiert, als sei die Frage vollkommen aberwitzig. Nein, es gebe sonst niemanden, der bei der Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland und südlicher Barnim) für die LINKE antreten wolle, erklärt der Barnim-Kreisparteichef. Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann werde hier als Direktkandidatin aufgestellt. Das sei doch völlig klar.Vergleichbar äußert sich Prignitz...

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150 Werke

Der US-amerikanische Komponist Elliott Carter, eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Musik, ist im Alter von 103 Jahren in New York gestorben. Dies teilte sein Musikverlag Boosey and Hawkes mit. Der zweimalige Pulitzer-Preisträger galt als einer der führenden Komponisten Amerikas in der klassischen Musiktradition. Carter starb am Montag in New York. Nach Angaben seines Verlags komponie...

Macht Bestseller

Der wichtigste französische Literaturpreis Prix Goncourt geht in diesem Jahr an Jérôme Ferrari für seinen Roman »Le sermon sur la chute de Rome« (etwa: Der Eid auf den Niedergang Roms). Wie die Jury am Mittwoch in Paris bekanntgab, wurde Ferrari im zweiten Wahlgang gewählt. Der 1968 in Paris geborene Autor gehört zur neuen aufsteigenden Literatengeneration Frankreichs. Ferraris Buch handelt von...

Stolze 102 Jahre

Stolze 102 Jahre

Ich habe vier Staatsformen durchlebt: Als Kind noch das Kaiserreich, als Halbwüchsige die Weimarer Republik, als Erwachsene den Faschismus und danach den versuchten Sozialismus in der DDR. In meiner Jugend träumte ich vom Sozialismus, dessen weltweiten Zusammenbruch ich jetzt im Alter erlebe; und ich finde mich wieder in den Kapitalismus zurückgeworfen. Habe ich meine Träume für immer ausgeträumt?...

Ralf Hutter

Heile Welt aus dem Studio

Würden die Anhänger von Sendungen wie »Superhitparade der Volksmusik« und »Musikantenstadl« massenhaft wütende Briefe an die Fernsehsender schreiben, wenn herauskäme, dass Marianne und Michael gar nicht so heißen und auch nicht verheiratet sind? Würde sich ein Teil des Publikums nun doch von diesen angeblichen Volksmusiksendungen abwenden, über zehn Jahre nachdem einer der größten Stars des Genres...

Heiser im Kopf

Leise zischt der Atemhauch hinaus in die Welt. Nein, hier geht es nicht um Mundgeruch, auch wenn das Video des schottischen Zweigespanns Smith/ Steward mit der am Gaumen hängenden Kamera, die über die Vorderzähne und die sich öffnenden Lippen nach draußen blickt, etwas von einem medizinischen Lehrfilm hat. Es geht um die Stimme und das, was sie kulturell wie politisch bedeutet. Philosophen erkannt...

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Henry-Martin Klemt

Sprache der Liebe als lustvolle Kunst

Seit gut vier Jahrzehnten bereichert Benedikt Dyrlich nicht nur die sorbische, sondern auch die deutsche Literatur. Autoren und Wissenschaftler wie Kito Lorenz oder Bernd Leistner reflektierten früh das lyrische Werk des 1950 in Neudörfel geborenen Dichters. »Die Provinz erweist sich als trächtig genug für literarische Auskünfte mit Welt-Bedeutung«, schrieb Jurij Koch bereits 1979 in der »Neuen De...

ndPlusKai Agthe

Übermut tut dem Literaten gut

Eingangs irritiert die quasi eidesstattliche Erklärung, zu dieser Veröffentlichung von seinem Verleger gezwungen worden zu sein. Was für herrliche Zustände in Halles Verlagslandschaft, möchte man ausrufen. Der dies verrät, stellt sich als »steckbrieflich gesuchter Aufschneider, Daktylen-Sumotori und wandelndes Synthiepop-Lexikon« aus »der düsteren Provinz Halloristan« vor. Dass der für seine mythi...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Hieronymus im Gehäus

Funkelchen« - so nannten wir das kleine Spielzeug, das im Moskauer Kinderkaufhaus »Swerkalotschka« hieß. Ein Plasteding, doch wie nicht von dieser Welt, denn es versprühte bunte Sterne. »Hirngefunkel«, sagt Thomas Rosenlöcher, sei »des Lernens Zweck ... Dem Tod die Arbeit schwer zu machen, der Stern für Stern die Sterne löschen muß.« - So pflegt auch unsereins die leuchtenden Bilder, hoffend, dass...

Seite 17

Solidarität

Ich hatte 1978 als Sekretär der DDR-Abteilung einer internationalen christlichen Friedensbewegung, der Christlichen Friedenskonferenz (CFK), Horst Kleinschmidt, Mitarbeiter des apartheidkritischen »Christlichen Instituts« in Johannesburg, zu einer Vortragsreise in die DDR eingeladen. Als ich ihn bei der Ankunft in Berlin begrüßte, rief er aus: »Endlich einmal in der DDR!« Er habe sich lange danach...

ndPlusPeter Fisch

Die Täter kamen nicht nur aus SA-Kreisen

Mit gleich mehreren Legenden räumt Alan Steinweis, Direktor des Center for Holocaust Studies an der University of Vermont, in seinem Buch über die berühmt-berüchtigte »Reichskristallnacht« in Deutschland auf, in der tatsächlich nicht nur Glas zerschlagen wurde. Der US-amerikanische Historiker verweist darauf, dass der Pogrom nicht nur in einer Nacht, vom 9. zum 10. November 1938, wütete. Vom 7. bi...

Ernst Reuß

Eichmanns rechte Hand und sein Opfer

Kollaborateur oder Judenretter? Das ist hier die Frage. Die Lektüre der Biografie von Berthold Storfer hinterlässt jedenfalls zwiespältige Gefühle. Eine österreichische Historikerin hat sich auf die Lebensspur des 1880 geborenen Bankiers begeben, der unter Adolf Eichmann Leiter der »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« in Wien war und schließlich selbst in Auschwitz ermordet wurde. Laut sei...

ndPlusHeinz-Dieter Haustein

Aktion, Reaktion und Abhängigkeiten

Im neunten Jahr nach dem Verschwinden der DDR hatte der Wirtschaftshistoriker Jörg Roesler die deutsche Wiedervereinigung in den weltgeschichtlichen Kontext eingeordnet, Trennungen und Anschlüsse von Staaten weltweit zwischen 1707 und 1997 analysiert - ein aufschlussreicher und erkenntnisfördernder Überblick. Er unterschied und verglich Eigentumsbeziehungen, Rechts- und Bildungssysteme, wirtschaft...

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Ergebnisse Champions League

Gruppe A Kiew - Porto 0:0 Paris - Zagreb 4:0 (1:0) Gruppe B Schalke - Arsenal 2:2 (1:2) Piräus - Montpellier 3:1 (1:0) Gruppe C Anderl. - St. Petersburg 1:0 (1:0) AC Mailand - Malaga 1:1 (0:1) Gruppe D Man. City - Amsterdam 2:2 (1:2) Madrid - Dortmund 2:2 (1:2) Gruppe E Turin - Nordsjælland n. Red. Chelsea - Donezk n. Red. Gruppe F Valencia - B...

ndPlusNikolaj Stobbe, SID

Pechstein schnell - aber pleite

Claudia Pechstein hat auch mit 40 Jahren auf dem Eis noch große Pläne. Die fünfmalige Olympiasiegerin will bei Olympia 2014 starten, und selbst danach muss nicht zwangsläufig Schluss sein. Ein langer und steiniger Weg, beginnend mit den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Berlin, liegt vor der Lokalmatadorin, die nach dem Wegfall der Sportförderung nach eigenen Angaben vermehrt mit finanzie...

Matthias Bossaller, dpa

Forscher wollen publizieren - und dürfen nicht

Der Streit um die vorerst gescheiterte Dopingstudie geht weiter. Die ausgestiegene Berliner Forschergruppe stellt nun ihre Arbeit vor und wirbt für die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse. Ross und Reiter werden aber in Frankfurt (Oder) auch nicht genannt.

Frank Hellmann, Madrid

Tiefenentspannt gegen die Genies

Erneut muss Borussia Dortmund bei einem Spitzenklub in letzter Minute den Ausgleich hinnehmen. Doch sauer sind nur die Gegner.

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Irena Güttel, dpa

Lenas Mörder in die Psychiatrie

Ahnungslos folgte Lena ihrem Mörder. In einem Parkhaus in Emden erwürgte der junge Mann das Mädchen. Der 19-Jährige kommt jetzt in eine Psychiatrie. Was ihn zu der schrecklichen Tat trieb, konnte der Prozess nicht eindeutig klären.

ndPlusFelix Lill, Tokio

Weibliches Blut im Kaiserhaus?

Der japanischen Kaiserdynastie fehlt der Nachwuchs. »Wenn das aktuelle System fortbesteht, sind wir schwer besorgt, dass sich die Anzahl der Familienmitglieder, die den Kaiser in seinen Pflichten unterstützen oder als sein Stellvertreter agieren können, gen Null tendiert.« So lautet der düstere Befund eines Papiers der japanischen Regierung vom Oktober. Über ein knappes Jahr haben sich die höch...