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Unten links

Die Deutschen sparen immer mehr Wasser. Das ist vernünftig, denn das Sparen von Geld lohnt sich angesichts der mehr als dürftigen Zinsen ohnehin nicht. Und Wasser gibt zudem die beruhigende Gewissheit, immer flüssig zu sein (Frostschutzmittel nicht vergessen!). Bleibt die Frage, was die Deutschen mit dem ganzen gesparten Wasser anstellen. Eine Menge Leute züchten als Alternative zur tierquälerisch...

Aert van Riel, Hannover

Grüne geben sich sozialen Anstrich

An diesem Wochenende wählen die Grünen beim Bundesparteitag in Hannover ihren Vorstand sowie den Parteirat neu. Kontroversen werden zur Sozial- und Außenpolitik erwartet.

ndPlusRoland Etzel

Hamas kann auf Kairo zählen

Ein Ende der Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gaza-Streifen ist nicht in Sicht. Die Hoffnung auf eine von Ägypten verlangte Feuerpause währte am Freitag nur Stunden. Kairo stellte sich in Gaza demonstrativ an die Seite der Palästinenser.

Hans Coppi

Trauerspiel

Als ich im Frühjahr 2012 von der Präsidentin des Berliner Verfassungsschutzes (VS) ihre Meinung zum Versagen ihrer Behörde bei der Aufdeckung des NSU-Mördertrios wissen wollte, antwortete sie, über die Arbeitsweise anderer Landesämter könne sie sich nicht äußern und Berlin sei davon nicht betroffen. Nun hat die Realität ihre Aussagen eingeholt. Die verwunderte Öffentlichkeit erlebt, dass VS-Mitarb...

Oliver Eberhardt

Der Krieg im Gazastreifen fordert seine Opfer

Der Krieg im Gazastreifen fordert seine Opfer: Auf beiden Seiten haben Hunderte seit Beginn der Auseinandersetzungen die Hilfe der Notdienste gesucht. Und finden sie immer öfter nicht: Hier wie dort stößt die Notfallversorgung rasend schnell an ihre Grenzen. Denn in den Planungen der Konfliktparteien tauchen die Opfer nur am Rande auf.

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»Wir sind keine Statisten, sondern müssen die Hauptdarsteller sein«

»Wir sind keine Statisten, sondern müssen die Hauptdarsteller sein«

Ibrahim Arslan überlebte den Brandanschlag nur, weil seine Großmutter Bahide ihn in nasse Tücher gewickelt hatte. Heute setzt er sich dafür ein, dass Überlebende und Angehörige rassistischer Angriffe das Gedenken selbst gestalten und ihre Geschichten erzählen. Den rassistischen Brandanschlag von Mölln am 23. November 1992 überlebte der damals siebenjährige IBRAHIM ARSLAN nur knapp. Mit ihm sprach NINA SCHULZ.

Jörg Meyer und Maike Zimmermann

Aus den Augen, aus dem Sinn

Trauriger Gedenktag: Ende November 1992 zündeten Neonazis mit Molotow-Cocktails zwei Häuser in Mölln an. In der Ratzeburger Straße wurden mehrere Menschen schwer verletzt, in der Mühlenstraße starben drei Mitglieder der Familie Arslan. Das Gedenken gestaltete sich schwierig - ein Besuch nach 20 Jahren.

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Fabian Lambeck

Kinder müssen draußen bleiben

Kinderrechte gehören ins Grundgesetz, findet eine Initiative aus vier einflussreichen Organisationen. Am Freitag machte das Bündnis Nägel mit Köpfen und legte einen Entwurf für eine entsprechende Verfassungsänderung vor. Doch Bundesfamilienministerin Kristin Schröder (CDU) wies den Vorstoß zurück.

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ndPlusRené Heilig

Entschieden weder ja noch nein

Zur Not wollten die Bundesländer ein NPD-Verbot auch im Alleingang erreichen. Doch nun verdichten sich Gerüchte, dass Bundesregierung und Bundestag bei einem erneuten Gang zum Karlsruher Verfassungsgericht nicht abseits stehen wollen.

Protest braucht Perspektive

Hans-Jürgen Urban ist Vorstandsmitglied der IG Metall und einer der Initiatoren des Aufrufs »Europa neu begründen«. An diesem Samstag findet die Konferenz »Alternativen zur Sparpolitik. Europa neu begründen - Wege aus der europäischen Krise« in Essen statt. Haidy Damm sprach mit ihm über die Ziele des Aufrufs und die Chancen für eine europäische Bürgerbewegung.

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Merkel fordert von Moskau mehr Kritikfähigkeit

Moskau (AFP/nd). Angesichts der jüngsten Spannungen zwischen Berlin und Moskau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Kritikfähigkeit von Russland gefordert. »Meine Bitte ist, nicht jede Kritik sofort als destruktiv anzusehen«, sagte sie am Freitag zum Auftakt der deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Moskau. Der russische Präsident Wladimir Putin nannte Deutschland einen führenden Partne...

ndPlusJindra Kolar, Prag

Aufruf zum Protest in Tschechien

Unter der Losung »Demokratie sieht anders aus!« hat die Bürgerbewegung »Stop vláde!« (Stoppt die Regierung) für den heutigen Sonnabend zu einem nationalen Protesttag aufgerufen.

Oliver Eberhardt, Jerusalem

Israelische Fehlkalkulationen

Im Nahen Osten stehen die Zeichen auf Krieg. Doch die in Israel in solchen Situationen eigentlich übliche Unterstützung für den Kurs der Regierung bleibt weitgehend aus. Misstrauisch beobachten Bevölkerung und Medien die Entwicklungen. Denn die Erinnerung an die Verfehlungen der Politik im Libanon-Krieg 2006 sind noch frisch.

ndPlusMarkus Schönherr, Kapstadt

Kopf-an-Kopf-Rennen in Sierra Leone

Überschattet von Korruptionsvorwürfen gegen Regierungsmitglieder finden in Sierra Leone heute Wahlen statt. Es ist die dritte Abstimmung seit Ende des Bürgerkriegs. Bei der Präsidentenwahl wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Ernest Bai Koroma und Herausforderer Julius Maada Bio erwartet.

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Ralf Klingsieck, Paris

Schonungsloser Kampf um UMP-Vorsitz

Ganz basisdemokratisch stimmen die Mitglieder der rechten Union für eine Volksbewegung (UMP) am Sonntag in Frankreich über ihren neuen Parteivorsitzenden und ihren wohl nächsten Präsidentschaftskandidaten ab.

ndPlusSebastian Maslow

Japan steht vor Neuwahlen

Japans Premierminister Yoshihiko Noda hat am Freitag das Unterhaus des Parlaments aufgelöst. Durch die Freigabe des Weges zu Neuwahlen erreichte er die Verabschiedung wichtiger Gesetze zur Ausgabe von Staatsanleihen und zur Reform des Wahlsystems. Das neue Parlament wird am 16. Dezember gewählt.

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Gezerre um Wahltermin

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden soundsoviel für diesen oder jenen stimmen... Dutzende Male werden wir diese Wasserstandsmeldungen noch über uns ergehen lassen müssen. Wie oft, steht aber nicht fest. Die Parteien sind sich mal wieder nicht einig. Inhaltlich sowieso kaum, jetzt auch nicht beim Bundestagswahltermin. Hinter den Kulissen soll aus taktischen Gründen ein ziemliches Gezerre st...

Angst vor Karlsruhe

Immer wieder betont die Bundesregierung, wie wichtig ihr Schutz und Förderung der Kinder seien. Doch wenn es einmal konkret wird, mauert Schwarz-Gelb. Bereits 2011 hatte der Bundesrat gefordert, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Passiert ist bislang herzlich wenig. Stattdessen verweisen Regierungsmitglieder auf bereits bestehende gesetzliche Regelungen. Außerdem, so hört man immer wied...

Leidkultur

Zugegeben: Die Dimensionen differieren gravierend. Rund 3 Millionen pro Jahr getöteten »Versuchstieren« stehen in Deutschland 60 Millionen geschlachtete »Nutztiere« (ohne Geflügel) gegenüber. Zudem handelt es sich bei den in Tests für Wissenschaft und Forschung »verbrauchten« Kreaturen in der Mehrzahl um nicht sonderlich beliebte Wesen wie Mäuse und Ratten. Wohl auch darum hält sich der Protest an...

ndPlusDetlef D. Pries

»Weltretter«

Er habe damals einfach nur seine Arbeit gemacht, sagt Stanislaw Petrow, der heute 73-jährig in Frjasino bei Moskau lebt. Damals, Ende September 1983, war er als Oberstleutnant der sowjetischen Luftverteidigung diensthabender Offizier in der Kommandozentrale des Raketenfrühwarnsystems »Oko«, gelegen in der geschlossenen Stadt Serpuchow-15 südlich von Moskau. Der Sohn eines Kampfpiloten, der schon i...

Verfassung für Simbabwe?

nd: Sie waren kürzlich in Simbabwe, haben dort Mitarbeiter der Organisation Help e.V. getroffen, die vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten will. Wie steht es um den Aufbau einer sich selbst versorgenden Gemeinschaft über 30 Jahre nach der ersten Landreform?'Liebich: Es gib nach wie vor viel zu tun. Momentan werden z. B. alte Bohrlöcher für die Wasserversorgung reaktiviert. Flächen, die vorher ni...

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Japan: Oppositionschef für Negativzinsen

Tokio (dpa/nd). Der bereits als künftiger Ministerpräsident Japans gehandelte Oppositionschef Shinzo Abe hat sich für Negativzinsen im Kampf gegen die Deflation und drohende Rezession ausgesprochen. Er hoffe, dass die Zentralbank den Leitzins unter null senke, sagte der Vorsitzende der größten Oppositionspartei LDP laut japanischen Medien am Donnerstag. Einen Tag, nachdem Regierungschef Yoshihiko ...

ndPlusKurt Stenger

Hat BP grob fahrlässig gehandelt?

Nach der Einigung über eine hohe Strafzahlung des BP-Konzerns geht es nun um die staatlichen Schadenersatzforderungen wegen der schwersten Ölpest in der Geschichte der USA.

Haidy Damm

Genossenschaften liegen im Trend

In der Krise haben Genossenschaften Konjunktur. Eine Fachkonferenz der Linkspartei beschäftigte sich deshalb auch mit den Zukunftsaussichten dieser Unternehmensform.

Hermannus Pfeiffer

Großbanken bevorzugt

Die drei großen Ratingagenturen bewerten Großbanken besser als vergleichbare Institute. Das bestätigt jetzt auch eine Studie der Europäischen Zentralbank.

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Thomas Weitekamp und Nicolas Reimer, SID

Millionengrab Tivoli

Die Spieler reagierten geschockt, die Fans wüteten vor dem Stadion: Fußball-Drittligist Alemannia Aachen muss wegen einer Liquiditätslücke von 4,5 Millionen Euro den Weg in die Insolvenz gehen. Am Ende soll ein Neuanfang in der Regionalliga stehen.

ndPlusStephan Fischer

Allein unter Klatschpappen

Handball kann eine Qual sein - für die Ohren, so wie an diesem Donnerstagabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Auf jedem, wirklich jedem einzelnen Zuschauerplatz liegt eine sogenannte Klatschpappe bereit. Nimmt der Zuschauer seinen Platz ein, wird er durch die aufgedruckte Anleitung dazu angehalten, sie zu einem Fächer zu falten. Die meisten Zuschauer, die sich zum Champions-League-Spiel ...

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Wowereit stützt Henkel

(dpa). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat seinen durch die Verfassungsschutz-Affäre angeschlagenen Koalitionspartner CDU verteidigt. »Wir arbeiten konstruktiv zusammen«, sagte Wowereit der »Berliner Zeitung«. Seinen deutlichen Ansehensverlust bei der Bevölkerung führte Wowereit auf die Probleme rund um den neuen Flughafen zurück. »Natürlich geht es mir darum, dieses Ver...

City-Tax etwas später

(dpa). Eine City Tax soll in Berlin im ersten Quartal 2013 eingeführt werden. Das bekräftigte Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhof in der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion. Der geplante Start der Übernachtungssteuer für Touristen zum 1. Januar 2013 lasse sich wegen des Gesetzgebungsverfahrens in Senat und Abgeordnetenhaus nicht halten, hieß es. Danach sollen Privat...

1313 Lehrer dauerkrank

(dpa). In Berlin waren Ende August nach Angaben des Senats 1313 Lehrer dauerkrank. Das entspreche rund 4,5 Prozent der rund 29 300 Lehrkräfte, teilte Bildungs-Staatssekretär Mark Rackles auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit. Durch den Ausfall entstehen Berlin im Jahr Kosten von knapp 66 Millionen Euro. Die meisten dauerkranken Lehrkräfte verzeichnet der Bezirk Tempelhof-Schöne...

Nichts Schriftliches

»Es gibt etwas, das man Vertrauen nennt«, antwortete Integrationsbeauftragte Maria Böhmer am 1. November auf die Frage eines Journalisten, ob sie ihre Versprechen an die hungerstreikenden Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor auch schriftlich abgeben würde. Mehr als zwei Wochen später ist klar, warum es dieses Schriftstück nicht gibt. Böhmers Versprechen dienten allein dazu, sich geräuschlos ei...

Geheimdienst rüstet auf

(dpa). Nach dem Rücktritt der Berliner Verfassungsschutzchefin Claudia Schmid soll Senatsrat Bernd Palenda vorübergehend den Geheimdienst leiten. Der 52 Jahre alte Referatsleiter in der Innenverwaltung ist bisher unter anderem für die Aufsicht über den Polizeivollzugsdienst zuständig. Es handele sich um eine Interimslösung, teilte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Freitag mit Die im Frühjahr v...

»Das Vertrauen ist weg«
ndPlusRobert D. Meyer

»Das Vertrauen ist weg«

»Das Vertrauen ist weg«, sagt Herman Rad. Dabei, so der 47-jährige Iraner, wollten sich die Flüchtlinge mit der Entscheidung für einen Abbruch des ersten Hungerstreiks am 1. November gegenüber der Bundesregierung als offen und gesprächsbereit zeigen. Passiert ist seitdem kaum etwas. Zwar gibt es ein für den 
22. November geplantes Treffen mit Mitgliedern des Bundestagsinnenausschusses, doch ...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Energiewende jetzt im Portemonnaie

Steuern und Abgaben machte gestern der Energieversorger Vattenfall für den ab 1. Januar 2013 steigenden Strompreis verantwortlich. Für den typischen Berliner Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 2200 Kilowattstunden entstünden deshalb im Grundversorgungstarif »Berlin Basis Privatstrom« Mehrkosten von rund sechs Euro pro Monat, hieß es. In der Grundversorgung zahlten Priva...

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Zickzack-Bau am jüdischen Museeum

(dpa). Berlin bekommt einen weiteren Bau von Stararchitekt Daniel Libeskind. Nach dem Jüdischen Museum hat Libeskind eine Erweiterung für das Museum entworfen, die an diesem Samstag feierlich eröffnet wird. Schräge Flächen, enge Winkel - für die Neugestaltung des einstigen Blumengroßmarktes in Kreuzberg hat der Architekt einige prominente Merkmale seines mittlerweile weltberühmten Zickzack-Baus fü...

ndPlusAnouk Meyer

Es grenzt an Veralberung

Knapp zwei Jahre ist es her, dass Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi mit seinen Sex-Partys monatelang in die Schlagzeilen geriet. Mittlerweile ist der Kavaliere zwar wegen Steuerbetrugs verurteilt worden, hat aber immerhin den Begriff »Bunga Bunga« für ausschweifende Orgien geprägt. Das Puppentheater Hans Wurst Nachfahren hat dies zum Anlass für eine Groteske genommen: »Bunga Bunga oder Altern ...

ndPlusOliver Jung

Tauziehen um die »Alte Münze«

Der Verkauf der »Alten Münze« am Mühlendamm im Bezirk Mitte sorgt erneut für Streit im Berliner Abgeordnetenhaus. Dabei geht es um die Frage, ob zukünftige Verkäufe der Berliner Liegenschaften - wie bisher in den meisten Fällen geschehen - dem Meistbietenden zugesprochen werden oder ob auch das Konzept für die spätere Nutzung eine Rolle spielen soll. »Das ist bereits der vierte Anlauf, irgendetwas...

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Protest gegen Abschiebungen

Hamburg (epd/nd). Der Flüchtlingsrat Hamburg hat gegen drohende Massenabschiebungen von Roma aus dem mecklenburgischen Lager Horst nach Serbien und Mazedonien protestiert. Bereits am kommenden Montag solle ein Reisebus direkt aus dem Erstaufnahme- und Abschiebelager in Horst nach Serbien fahren, teilte der Flüchtlingsrat am Freitag in Hamburg mit. Weitere Abschiebungen sollen per Flugzeug über Ham...

Ehrung der Toten vom Petriplatz

(epd). Was passiert mit jahrhundertealten menschlichen Skeletten, die bei archäologischen Grabungen entdeckt werden? Vor dieser Frage stand das Ausgrabungsteam von Claudia Maria Melisch, als es 2007 seine Arbeit an der historischen Keimzelle Berlins, dem Petriplatz, aufnahm. Am Sonntag lädt die evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien zur Andacht für diese Toten ein. Der Auftrag der Ar...

ndPlusKlaus Teßmann

Grüner Bezirk lädt zur IGA

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf geht mit großen Erwartungen an die Vorbereitung der Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017. Bei einem Workshop der »Freunde der Gärten der Welt« stellten gestern sowohl die Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH, Katharina Langsch und Christoph Schmidt, als auch Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) erste Gedanken zur Diskussion. Für Gräff sind die Erwartu...

Rudolf Stumberger, München

Erwünschte und Unerwünschte

Bayern versucht mit mehreren Programmen, Fachkräfte aus dem Ausland zu holen oder im Land zu halten. Dass dies im krassen Widerspruch zur Behandlung von bereits in Bayern befindlichen Migranten, zur bayerischen Asylpraxis steht, kümmert scheinbar niemanden.

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Jobcenter fordert von Firmen Geld

Wildau (dpa). Etliche Arbeitgeber in Dahme-Spreewald sollen wegen sittenwidriger Niedriglöhne tausende Euro Steuergeld zurückzahlen. Das Jobcenter verlangte allein von zehn Unternehmen rund 43 000 Euro, wie es am Freitag mitteilte. Davon seien bereits 7500 Euro eingezogen worden. Das Jobcenter hatte betroffenen Beschäftigten einen Betrag zur Aufstockung der Grundsicherung bezahlt. Sie sind vor all...

Lutz Gallinat, Lübeck

Orte der Arbeit, Orte der Krisen

Wo hatten berühmte Künstler ihre besten Einfälle? Wohin zogen sie sich zurück, wenn sie Ruhe suchten? Das Günter Grass-Haus in Lübeck zeigt Zufluchtsorte namhafter Persönlichkeiten.

Andreas Fritsche

Hohen Neuendorf geht ein modernes Licht auf

Es ist beinahe so wie wenn ein Laie daheim eine kaputte Glühlampe austauscht: Der Elektriker löst Schrauben, nimmt die Glaskugel ab und dreht die alte Lampe aus der Fassung. Dann kommt die neue Lampe rein, die Glaskugel wieder drauf, fertig! Hier, an dieser einen Straßenlaterne in der Fasanenallee, spart die Stadt Hohen Neuendorf (Oberhavel) künftig Strom und damit Kosten. Denn die alte Lampe w...

Krippenkinder zum Mittagsschlaf gefesselt

Zum Mittagsschlaf werden Krippenkinder eingeschnürt und ihre Gesichter mit Tüchern bedeckt. Die rabiate Praktik im Altenburger »Spatzennest« wird nun wohl ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

ndPlusAndreas Fritsche

Einigkeit macht LINKE stark

Die SPD möchte bei der Bundestagswahl 2013 alle zehn brandenburgischen Wahlkreise gewinnen. Dazu müsste sie der Linkspartei vier Wahlkreise und der CDU einen abjagen. Die Chancen dafür sind im Moment gar nicht schlecht. Die SPD steht gut da und die politische Konkurrenz schwächelt. Prophezeiungen versprechen den Sozialdemokraten tatsächlich alle zehn Wahlkreise. Aber zuverlässige Prognosen fallen ...

»Wir müssen uns in die Augen schauen können«

Auf einem Parteitag am Wochenende in Listow kandidiert die Bundestagsabgeordnete und bisherige Vizevorsitzende der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern Heidrun Bluhm als Nachfolgerin des bisherigen Landeschefs Steffen Bockhahn, der sich von der Funktion zurückzieht. Mit ihr sprach Velten Schäfer.

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Damals, in Berlin

In regelmäßigen Abständen führen der Physiker und Lyriker Ingolf Brökel und der Schriftsteller Günter Kunert Gespräche über Dichtung - vor allem über die von Günter Kunertnd: Herr Kunert, eigentlich haben Sie alles geschrieben bzw. beschrieben: in Gedichten, Essays, Prosastücken, Erzählungen, Geschichten, in einem Roman, einer Autobiografie, in Hörspielen, Hörbüchern, Drehbüchern und in einem Stüc...

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ndPlusTim Zülch

Rücke vor zur Schlossallee!

Wie finanziert sich alternatives Wohnen? Ein eigenes Haus und niemals mehr einem Vermieter Geld in den Rachen werfen - viele können nicht einmal davon träumen. Aber auch für weniger finanzkräftige Menschen bieten sich Möglichkeiten eines Hauskaufs, wie die Initiative des Mietshäusersyndikats zeigt.

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ndPlusChristian Jakob

Wohnen mit Finanzkooperative

Wie finanziert sich alternatives Wohnen? Auch für weniger finanzkräftige Menschen bieten sich Möglichkeiten eines Hauskaufs. Wie man nach dem Erwerb eines Hauses mit Geld umgehen kann, erzählt der zweite Text: Die Bewohner eines Hausprojekts in Bremen kollektivieren ihre Einnahmen und stecken sie in eine gemeinsamen Kasse.

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Vorträge
ndPlusBernd Zeller

Vorträge

Kanzlerkandidat Steinbrück hat sich mit seinen Vorträgen in die Liga von Otto Waalkes und Urban Priol hochvorgetragen. Kritiker versuchen, ihn wegen seiner Honorare als überbezahlt hinzustellen, aber nie hat er mehr Geld genommen, als man ihm gezahlt hat. Er ist also jeden Euro wert, was man ja nicht einmal mehr vom Euro sicher behaupten kann. Interessanter als die Tagessätze wären aber die Sät...

Fitness

Fitness

Unser Körper ist für ein Leben als Sammler und Jäger konstruiert, angelegt darauf, dass Bewegungen einen Sinn haben. Vielleicht wurzelt darin die unlösbare Frage nach dem »Sinn des Lebens«. Wenn Wurzeln geerntet, ein Bienennest entdeckt, eine Beute erlegt werden, wirken alle körperlichen und mentalen Kräfte zusammen. Der Sinn ist da. Dann gibt es lange Phasen der Suche. Der Sinn ist nicht da, aber...

Zwei Quadratmeter Gefühl

Zwei Quadratmeter Gefühl

Wenn wir einen Menschen dazu auffordern, uns »ja bloß vom Leib« zu bleiben, meinen wir eigentlich die Haut. An sie lassen wir bekanntlich »nur Wasser und« eine Seife, die bis heute mit einem genialen Reklamespruch vermarktet wird. Einem Spruch allerdings, der Schreckliches beschreiben würde, wenn er denn stimmte - nicht weniger nämlich als unsere berührungslose Isolation von unseren Mitmenschen, s...

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Till Bastian

Das Triple-S-Syndrom

Am 5. Dezember 2009 berichtete die »Süddeutsche Zeitung« in einer kleinen Glosse über eine Hochzeit, die kurz zuvor in den USA stattgefunden hatte: Der Softwareentwickler Dana Hanna aus Maryland stand dort mit seiner Partnerin Tracy vor dem Traualtar. Als der Priester verkündete: »Und somit ernenne ich sie zu Mann und Frau«, zückte Hanna sein Handy und meldete bei Facebook, dass er ab sofort verhe...

Seite 22
Esther Redolfi

Pluralismus mit Verboten

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat sich darauf geeinigt, die Toleranz als »Duldsamkeit, ein allgemeines Geltenlassen und Gewährleisten fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten, aber auch die Anerkennung gleichberechtigter Individuen« zu definieren. Noch weit davon entfernt, in einer Welt zu leben, die alle Individuen als gleichberecht...

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WOCHEN-CHRONIK

16. November 1632: In der Schlacht von Lützen während des Dreißigjährigen Krieges fällt der schwedische König Gustaf Adolf II. 17. November 1797: In Zarskoje Selo stirbt die deutschstämmige russische Zarin Katharina II. 19. November 1987: Nach heftigen Auseinandersetzungen schließt der sozialliberale Senat Hamburgs unter Klaus von Dohnanyi einen Pachtvertrag mit den Hausbesetzern in der Hafe...

ndPlusHans Brandt

Wulfs Warnung

Die vielen angeblichen Pannen, Verdunkelungsversuche und vernichteten Akten zu dem über zehn Jahre mordenden Terror-Trio deuten darauf hin, dass die Wurzeln des Nazismus in der Bundesrepublik tiefer gehen als man zugestehen will. Aber es gibt Zeugnisse und Zeugen. Ein solcher Zeuge ist Joseph Wulf (Foto: Archiv) , 1913 in einer jüdischen Familie in Krakau geboren, die von den deutschen Okkupanten ...

Das unliebsame Kapitel Kollaboration
Ralf Klingsieck, Paris

Das unliebsame Kapitel Kollaboration

Das Lager Drancy bei Paris, von dem aus 1942 bis 1944 über 63 000 Juden nach Auschwitz deportiert worden sind, hat seit kurzem ein würdiges Memorial. Insgesamt 63 Bahntransporte waren hier zusammengestellt worden, der letzte am 17. August 1944, kaum eine Woche vor der Befreiung von Paris. Nur knapp 2500 Deportierte kehrten nach der Befreiung vom Faschismus zurück. Hunderte in Drancy Internierte wa...

ndPlusKarl-Heinz Gräfe

Geheimoperation »Straßenfeger«

Im Ringen der USA und der UdSSR um Einflusssphären wurde die Tschechoslowakei nach Abzug der US-amerikanischen wie sowjetischen Besatzungstruppen zu einem der heftig umkämpften Schauplätze nach dem Zweiten Weltkrieg. In den ersten freien Parlamentswahlen 1946 errang die KPČ mit 38,4 Prozent der Stimmen die Macht im Staate. Der von Washington und London unterstützte Versuch von Spitzenpolitike...

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War Elise aus Regensburg?

Wem hat Ludwig van Beethoven 1810 sein berühmtes Klavierstück »Für Elise« gewidmet? Seit Jahren ist dies für die Musikwissenschaft ein Rätsel. Die kanadische Musikforscherin Rita Steblin glaubt nun, die Antwort gefunden zu haben, wie die »Mittelbayerische Zeitung« (Freitag) berichtet. Demnach könnte Beethovens Elise eine Regensburgerin gewesen sein. Nach Ansicht von Steblin, die das Ergebnis ih...

Moment der größten Ehre

Seinen 70. Geburtstag hat der Chemnitzer Maler, Grafiker und Bildhauer Michael Morgner im Frühjahr gefeiert - das Sprengel-Museum in Hannover widmete ihm dazu eine umfassende Schau. Von Sonntag an zeigt das Altenburger Lindenau-Museum mehr als 100 Arbeiten Morgners, einst Mitglied der Künstlergruppe Clara Mosch (1977-1982). Trotz des runden Geburtstages ist die Ausstellung nicht als Retrospektive ...

Geste der Versöhnung

Das künstlerische Archiv des jüdisch-ungarischen Literaturnobelpreisträgers und Auschwitz-Überlebenden Imre Kertész ist von Freitag an für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Berliner Akademie der Künste hat dafür rund 35 000 Blatt Manuskripte, Tagebücher, Briefe und Rezensionen erschlossen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sprach am Donnerstag bei der feierlichen Eröffnung von einem »ei...

Keine Ermittlung

Den Musikstars Xavier Naidoo (41) und Kool Savas (37) alias Xavas bleibt nach einem umstrittenen Liedtext ein Ermittlungsverfahren erspart. Bei der Staatsanwaltschaft Mannheim waren Anzeigen gegen »Wo sind sie jetzt?« eingegangen, weil das Stück zu Gewalt aufrufe und schwulenfeindlich sei. Im Text geht es in vulgärer Sprache um imaginierte Selbstjustiz bei pädophilen Morden an Kindern. Die Behörde...

Hans-Dieter Schütt

Zur Freiheit gehört die Angst

Es gibt nichts, was einen Charakter festlegt und zureichend bestimmt. Man ist nicht eindeutig der und der, man weiß nicht wirklich um die eigene Identität. Um zu wissen, wer man ist, muss man sich entscheiden und handeln; was zu lernen wäre, lernen wir nicht vor, sondern während der Prüfung. Und jede Prüfung ist Neuland, auch wenn wir uns abzusichern suchen mit Weltbildern, Anschauungsgrundsätzen,...

Seite 25
Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Vor dem Fenster, in dem Zimmer und erst recht im bunten Flimmer- apparat wird alles - wimmer! - immer, immer nur noch schlimmer. Ach, die Lage hat schon lange jede Lust in ihrer Zange. Listig spielen Angst und Bange mit dem lahmen Kleinhirn Fange. Arglos von den Hoffnungsresten, bei Protesten vor Palästen das Naturgesetz zu testen: Glatteis kommt von Bodenfrösten....

Bursche der Frühzeit

Er glich dem ewigen Jungen. Ein wenig so, als hätten die Filme »Sheriff Teddy« und »Eine Berliner Romanze« und »Berlin - Ecke Schönhauser« und »Musterknaben« nie aufgehört. Hartmut Reck war ein Auffälliger des frühen DEFA-Films. Ein Versprechen auf Frechheit. Eine Hoffnung aufs fröhlich Frivole. Das neue Leben als Abenteuer. Er war der Bursche. Der Bube. Der Beruhigbare. Der Brave? Ja, auch. Selbs...

ndPlusThomas Blum

Terrorgefahr!

Viele Dinge, die man längst für ausgestorben gehalten hat, gibt es noch: Telefonapparate mit Kabeln, Butterfahrten, Schützenvereine. Und Punkrock. So was hat der Papa mal gehört, als er noch klein war: von rotznasigen Heranwachsenden herausgeschriene Texte, in denen jugendlicher Übermut sich in einer Mischung aus unversöhnlicher Sozialkritik und fröhlichem Nihilismus niederschlug, begleitet von ru...

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DOKfilm: Rezepte für ein gutes Leben

Bernard Glassman ist einer der bekanntesten Zen-Meister der USA. Seine Mission: anhand der Zubereitung wohlschmeckender Mahlzeiten die Kunst für ein gelungenes Leben zu lehren. Seine Zielgruppe: Obdachlose, Kriminelle, gesellschaftliche Außenseiter. Der Ort: Eine Großbäckerei in Yonkers, einer Vorstadt von New York. »Anweisungen für den Koch. Rezepte für ein gelungenes Leben«, ein Film von Christo...

OUT of SPACE: Apple hat Angst vor Äpfeln

Der 2011 verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs bezeichnete sich selbst gern als Kind der Hippiebewegung. Seine Nachfolger aber sind kaum vom libertären Geist beseelt. Das musste kürzlich Peter Övig Knudsen erfahren. Der Däne hat zwei Bücher über die Hippiebewegung veröffentlicht. Der Apple-Online-Buchladen iBookstore wollte die beiden Titel allerdings erst auf die Verkaufsliste nehmen, wenn Knudsen...

Mach's gut, Tageszeitung

Es ist ein Bild mit Symbolgehalt, das dieser Tage vielfach in den Medien zur Illustration des bevorstehenden Endes der »Frankfurter Rundschau« diente. Wenn im Theater die Aufführung zu Ende ist, heißt es gemeinhin: »Der Vorhang fällt«. Dabei fällt er ja nicht, er zieht sich nur zwischen Schauspieler und Publikum zu. Problemlos lässt sich der Stoff zur Seite schieben. Die Kluft zwischen den Sphären...

Antje Schrupp

BLOGwoche: Norm des alten weißen Mannes

Darüber wollte ich schon länger etwas bloggen, aber irgendwie brauche ich für so was immer einen konkreten Anlass, und der kam heute morgen über meinen Feed᠆reader. Heise (Internetportal, d.Red.) berichtet darüber, dass einem verurteilten Straftäter nicht der Zugang zum Internet gesperrt werden darf: »Anlass für das Urteil war der Fall eines 55-jährigen Voyeurs. Er war verurteilt worden, ...

ndPlusHarald Neuber

Konzernkritik unerwünscht?

Das Entwicklungsministerium bezuschusst von jeher Fachpublikationen. Nun werden die Gelder verstärkt an redaktionelle Bedingungen geknüpft. Stein des Anstoßes ist die Zeitschrift »Südlink« des kirchlichen Inkota-Netzwerks. Zwei Seiten des Septemberheftes blieben weiß - eine unmissverständliche Anspielung auf klassische Zeitungszensur. Auf den beiden Seiten erscheinen sollte ursprünglich ein Artike...

ndPlusKathrin Senger-Schäfer

»Old-School«-Erfahrungen nutzen

Eine langjährige Freundin erzählte mir letztens die vergnügliche Anekdote über den Besuch eines jungen Mannes, der neugierig in ihrer Wohnung die Bücherregale inspizierte. Vor der Musik-CD-Sammlung stehenbleibend rief er plötzlich amüsiert aus: »Du hast noch CD's! Das ist ja Old School.« Heute wird Musik offenbar hauptsächlich über das Format MP 3 und anderen Komprimierungsverfahren aus dem Intern...

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Streitfrage: Desertec - ein sinnvolles Projekt für mehr Klimaschutz?

Das Projekt Desertec gilt mit Investitionen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt weltweit. Bis 2050 sollen besonders in Nordafrika riesige Solarkraftwerke gebaut werden, um Teile des örtlichen und des europäischen Strombedarfs zu decken. Zu den Gesellschaftern der Planungsfirma gehören Konzerne aus Deutschland, darunter die Münchner Rückversicherun...

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Einsam im All

Paris (AFP/nd). Wissenschaftler haben rund 100 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt einen relativ jungen Planeten entdeckt, der nicht um einen Stern kreist und somit frei durch den Weltraum fliegt. Aufgespürt wurde der CFBDSIR2149 benannte Planet zuerst auf Infrarotaufnahmen. Masse, Temperatur und Alter konnten sie dann mit Hilfe des Riesenteleskops der Europäischen Südsternwarte (ESO) in ...

Muskel aus Kohlefaser und Wachs

Mancher wird sich noch an Gummimotoren in flugfähigen Modellflugzeugen erinnern. Was die beiden Mikroskopfotos zeigen, ist zwar weder Gummi noch ein Kinderspielzeug, doch Antriebskraft soll es ebenfalls liefern. Es handelt sich um Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die mit Paraffin gefüllt sind und anschließend wie beim Gummimotor verdrillt wurden. Das Ganze ist jedoch nicht nur kleiner als der Spielzeugan...

Martin Koch

Vom Verhalten zum Gen

Die Buntbarsche (Cichlidae) zählen zu den artenreichsten Familien im Tierreich. Ursprünglich lebten die Fische im Meerwasser, passten sich dann aber den Umweltbedingungen im Süßwasser an. Das wiederum taten sie so erfolgreich, dass in einigen ostafrikanischen Seen in relativ kurzer Zeit Hunderte von neuen Arten entstanden sind. Evolutionsforscher sehen in den Buntbarschen deshalb ein natürliches M...

ndPlusWalter Schmidt

Folgenschwere Himmelswatte

Nicht dass Thomas Leisner etwas gegen blauen Himmel hätte. Doch er lebt zum Teil davon, dass er Wolken herstellt, manchmal auch winzige. Dazu muss der Professor für Umweltphysik nur an einen Tisch herantreten, auf dem ein leerer Metallbehälter mit Plexiglasdeckel steht, etwas größer als eine Kaffeedose: eine Mini-Wolkenkammer. Über einen Schlauch daran angeschlossen ist eine Art Handpumpe. Um in d...

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ndPlusUdo Bartsch

Witz und Wörterbuch

Die beste Inspirationsquelle der neunjährigen Freundinnen Anna und Susanne ist das Wörterbuch. Es stehen einfach die tollsten Begriffe drin, zum Beispiel »Petition«. Und eine Petition ist genau das, was die Mädchen brauchen, um sich gegen Susannes Vater zur Wehr zu setzen. Seitdem dieser seiner Tochter das Funkgerät weggenommen hat, kann sie nachts mit Anna keine Pläne mehr besprechen. Die Wand an...

Carlos García Hernández, Schachlehrer

Wie alter Wein

Man sagt, je älter der Wein, desto besser. Das Turnier von Cap d’Agde am französischen Mittelmeer war dafür ein Beispiel. Allerdings kam dieser Wein nicht aus den Anbaugebieten ringsum, sondern aus der Schachwelt: Anatoli Karpow (61; Russland). Einst war er Weltchampion, und er ist heute noch ein Genie. Zum 10. Mal schon hatte Cap d’Adge ihm zu Ehren die »Trophee Karpow« organisiert. Und ein Mal m...

Wissen, punkten, gewinnen

● An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. ● Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. ● Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. ● Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss de...

Mal Kalorienbremse, mal Kickflip-Trick

Wie eine Acht sehen die Sportgeräte von oben aus. Sie werden »Casterboard« (engl. Caster-, Lauf- oder Lenkrolle) genannt, und sie sind auf unseren Straßen und Plätzen nach der Skateboardwelle das neue heiße Ding. Einer der Aktivisten, die alles für ihre rollende Super-Acht geben, ist KONSTANTIN BARZ aus Itzehoe. Der 24-Jährige arbeitet im Kundenservice und ist Administrator von Casterboarding.de.

Erst unhörbarer Gesang, dann Sprungstart
ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Erst unhörbarer Gesang, dann Sprungstart

Mitten im Oktober wurden uns noch einmal milde, sonnige Herbsttage beschert. Aber die Tierwelt des Gartens war schon stark ausgedünnt. Hummeln und Honigbienen waren noch am Anfang des Monats aktiv, doch in deutlich verringerter Anzahl. Die in diesem Jahr im übrigen fast völlig fehlenden Tagfalter waren noch durch einige Weißlinge vertreten. Der Blick zum Himmel war nicht nur wegen der ziehenden...

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Eine Insel macht sich fein und etwas teurer
ndPlusMichael Müller

Eine Insel macht sich fein und etwas teurer

Wie alljährlich hat es im Oktober ziemlich viel geregnet auf Mallorca. Stürmisch war es auch. Besonders ganz im Nordosten, in den Zwillingsbuchten von Pollenca und Alcudia. Jetzt liegt das Meer schon wieder glatt. Wie Olivenöl, sagen die Mallorquiner. Gewöhnlich bleibt das bis in den Januar so, wenn sich demnächst der Calmes, die übliche Wetterlage einpendelt. Bei Tagestemperaturen um die 18, 19 G...

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Was macht die Spreewaldgurke in Salzburg?
ndPlusHeidi Diehl

Was macht die Spreewaldgurke in Salzburg?

Mit Heimatgefühlen ist das so eine Sache, sie können überall auftreten. Mitunter ziemlich unverhofft, bei einem Bummel durch Salzburg beispielsweise, wo einem eher Mozartkugeln und Salzburger Nockerln in den Sinn kommen. Doch plötzlich stehst du vor einer Gurke, nein, vor fünf Gurken, die mannshoch geradezu aus dem Asphalt zu wachsen scheinen. Was fällt einem Brandenburger da wohl ein? Der Spreewa...

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Ingolf Bossenz

Krieg. Frieden.

Mafraq, Jordanien. Ein Lager für Flüchtlinge aus Syrien. Kinder spielen Krieg. Krieg? Klar, was sonst? Von der Gewalt in ihrem Heimatland traumatisierte Jungen greifen nun selbst zur (Spielzeug-)Waffe. Denn, wie schon der Kirchenlehrer Augustinus von Hippo wusste: »Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.« Unsere Erwartungshaltung gleicht reflexartig Bilder mit gespeicherten Ste...