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Unten links

Seit der Kür von Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der SPD ist gerade eine Woche ins Land gezogen. Aber die kalten Tage haben erst begonnen. Steinbrücks Appell, mit ihm über Politik zu twittern, hat erste Trolle und andere Zeitgenossen schwach werden lassen. Der Kandidat und sein Wahlkampfteam rotieren jetzt von früh bis spät, da bleibt wenig Zeit für Erholung. Letztere gelänge ihm am besten b...

Referendum in Ägypten

Vor dem Verfassungsreferendum in Ägypten haben die Islamisten und ihre Gegner noch einmal ihre jeweiligen Anhänger mobilisiert. Um Gewalt zu vermeiden, achteten die Organisatoren der Massenkundgebungen in Kairo am Freitag darauf, ihre Marschrouten so zu wählen, dass sich Demonstranten aus beiden Lagern nicht auf der Straße begegnen.

NATO bringt Raketen in Anschlag

Berlin (nd-Kalbe). Die Stationierung von Patriot-Raketen der NATO an der türkischen Grenze zu Syrien nimmt Gestalt an. USA-Verteidigungsminister Verteidigungsminister Leon Panetta genehmigte am Freitag die Verlegung von zwei Einheiten der Raketenabwehr-Staffeln mit 400 Soldaten in die Türkei, der Deutsche Bundestag stimmte am gleichen Tag in Berlin dem Vorhaben der Bundesregierung zu, ebenfalls zw...

Marian Krüger

Länder beantragen NPD-Verbot

Der Bundesrat beschloss gestern einstimmig, bei Enthaltung Hessens, ein Verbot der rechtsextremen NPD beim Verfassungsgericht zu beantragen.

Pedram Shahyar

Die wilden Pferde vom Nil

Vor fast genau zwei Jahren, am 17. Dezember 2010, löste die Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi, einem von den Behörden drangsalierten, verzweifelten jungen Mann, in Tunesien eine Revolution aus, deren Wellen nach und nach den gesamten Nahen Osten erfassten. Von Tunis über Kairo, von Bahrain bis nach Daraa in Syrien, selbst bis nach Teheran und Tel Aviv reichte in den folgenden Monaten die Well...

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Susanne Steffen, Tokio

Folgen von Fukushima ungeklärt

Kurz nach der Tsunami-, Erdbeben- und Nuklearkatastrophe im März 2011 sprachen Japan-Beobachter hoffnungsvoll von einem Ruck, der durch die Gesellschaft gehe: Die Japaner wurden plötzlich Stromsparweltmeister, um zu verhindern, dass Stromnetz und Wirtschaft unter der Last des Fukushima-Unfalls zusammenbrechen. Enthusiastisch wurden Visionen von Ökostädten im Katastrophengebiet entworfen, die auch ...

ndPlusFelix Lill, Tokio

Deflation oder Inflation?

Japans Wahlkampf hat Dimensionen erreicht, die kaum noch ein Wähler verstehen dürfte. Am drängendsten sind wirtschaftspolitische Fragen.

ndPlusSebastian Maslow

Nippon rückt nach rechts

Japan wählt am Sonntag ein neues Parlament. Glaubt man den Prognosen, wird der rechtskonservative Shinzo Abe die Nachfolge Yoshihiko Nodas im Amt des Premierministers antreten. Damit sieht Japans Politik einem Rechtsruck entgegen, der vor allem mit Blick auf die ohnehin schwer belasteten Beziehungen Tokios zum Nachbarn China mit Sorge gesehen wird.

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Velten Schäfer

Rotierende Kostenspirale

Noch 2009 sagte Bahnchef Rüdiger Grube, mehr als 4,5 Milliarden Euro Kosten für den Stuttgarter Tunnelbahnhof seien nicht akzeptabel. Heute ist die Rede von 6,8 Milliarden. Die LINKE-Verkehrsexpertin Sabine Leidig fordert Grubes Ablösung.

ndPlusSabine Künzel (WFD)

Chancen für Chancenlose

Zum 11. Mal ruft »nd« seine Leserinnen und Leser in diesem Jahr gemeinsam mit SODI, INKOTA und Weltfriedensdienst (WFD) zu einer Solidaritätsaktion auf. Unter dem Motto »Chancen geben« wollen wir Menschen in Mosambik, Vietnam und Südafrika helfen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

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Umstrittenes Fracking bleibt erlaubt

Der Bundestag hat in namentlicher Abstimmung Anträge von Grünen und LINKEN für ein Verbot der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten am Donnerstagabend abgelehnt. Die Grünen wollten ähnlich wie die LINKEN eine Regelung, um nach dem Bundesberggesetz »den Einsatz der Fracking-Technologie mit wassergefährdenden und gesundheitsschädlichen Stoffen grundsätzlich auszuschließen«.

René Heilig

»Dummheit führte das Zepter«

Wolfgang Schäuble (CDU) wies vor dem NSU-Untersuchungssauschuss des Bundestages alle Schuld von sich. Dass es aber durchaus Möglichkeiten gegeben habe, dem Mörder-Trio auf die Spur zu kommen, behauptete eine Kommission, die sich mit den Pannen bei der Fahndung beschäftigte.

Jens-Eberhard Jahn

Zaghafter Tierschutz

Am Donnerstag beschloss der Bundestag die Novelle des Tierschutzgesetzes - Kritiker sind nicht zufrieden.

ndPlusMarian Krüger

Umsetzung des Fiskalpakts vorerst auf Eis

Im Wahlkampf wird die Bundespolitik vermutlich nicht mehr über die Konsequenzen des Fiskalpaktes diskutieren. Die Länder pochen jedoch darauf, von zusätzlichen Belastungen freigestellt zu werden.

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ndPlusUwe Kalbe

»Patriots« für den Fall der Fälle

Welche militärische Aufgabe den deutschen Raketen im Südosten der Türkei zukommt, bleibt Mutmaßung. Im Bundestag versicherten die Befürworter, notfalls könne die Mission später auch neu bewertet werden.

Diese Raketen sind eine Provokation

Diese Raketen sind eine Provokation

Hans Christopf von Sponeck war deutscher UN-Diplomat und zuletzt Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie Leiter des UN-Hilfsprogramms in Bagdad. Er trat im Februar 2000 aus Protest gegen die UN-Sanktionen gegen Irak zurück. Mit ihm sprach für »nd« Karin Leukefeld.

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Baradei will Referendum verhindern

Kairo (Agenturen/nd). Kurz vor Beginn des Verfassungsreferendums in Ägypten hat Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei noch versucht, das Votum zu verhindern. In einer Rede, die in der Nacht zum Freitag von einem TV-Sender ausgestrahlt wurde, schlug er Präsident Mohammed Mursi vor, die Volksabstimmung abzublasen. Die Ägypter könnten noch ein bis zwei Jahre mit der Verfassung von 1971 leben, ...

ndPlusFabian Köhler

Kein gemeinsamer Nenner

Befürworter sehen in ihm die Vollendung des Arabischen Frühlings. Gegner fürchten eine islamistische Diktatur. Vom Presserecht bis zur Finanzierung des Militärs - kaum eine Passage des Entwurfs der ägyptischen Verfassung wird nicht diskutiert. Doch am Tage des Referendums sind die Fronten verhärteter denn je.

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ndPlusOdile Jolys, Johannesburg

Zwei Zocker um die Macht im ANC

Auf dem Parteitag der südafrikanischen Regierungspartei ANC kommt es ab Sonntag zum offenen Machtkampf zwischen Präsident Jacob Zuma und seinem Vize Kgalema Motlanthe.

Thomas Mell, Tallinn

Litauens neue Regierung stolperte ins Amt

Litauens Parlament gab am Donnerstag grünes Licht für die neue Mitte-Links-Regierung unter dem Sozialdemokraten Algirdas Butkevicius (Foto). Die möchte den Euro einführen und verspricht eine Verbesserung der Beziehungen zu Polen und Russland.

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Krisensicher

Es liege noch eine schwere Zeit vor uns, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern zum Abschluss des letzten EU-Gipfels in diesem Jahr. Es fällt schwer, dies zuzugeben, aber Merkels Aussage ist fürwahr richtig. Die angebrachten Konsequenzen zieht sie aus dieser Feststellung aber nicht. So wurden bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs keine konkreten Beschlüsse zur Weiterentwicklung der ...

Unter Zugzwang

Der zweite Versuch wird also unternommen: Der Bundesrat hat - bei Enthaltung des schwarz-gelben Hessen - beschlossen, ein NPD-Verbot beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen. Ob ein Verbot kommen wird, ist dabei so offen wie die Frage, ob Bundesregierung oder Bundestag nachziehen. Sind die gesammelten Materialien tatsächlich V-Mann-frei? Für wie konkret gefährlich wird Karlsruhe die Partei ...

Ablehnung kleinlich

Das neue Wahlrecht macht den Bundestag gerechter. Künftig gilt: Wenn die Wähler einer Partei mehr Direktmandate verschaffen, als ihr nach den Zweitstimmen Sitze zustehen, dann wird das bei der Konkurrenz durch zusätzliche Mandate ausgeglichen. Die verzerrenden Überhangmandate sind damit neutralisiert. Der Nachteil: Das Parlament wird größer, mithin teurer. Die Aufblähung ließe sich vermeiden. Alle...

Reiner Oschmann

Sharpie

Susan Rice hat das Handtuch geworfen und nach wochenlangen Anfeindungen der Republikaner erklärt, nicht länger als mögliche Nachfolgerin für USA-Außenministerin Hillary Clinton zur Verfügung zu stehen. Der Präsident habe die Entscheidung mit Bedauern akzeptiert, ließ das Weiße Haus wissen. Ihre Nominierung war Barack Obama eine Herzenssache, mit der UN-Botschafterin wollte er eine enge Vertraute i...

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Foodwatch unterliegt im Margarinestreit

Im Schlagabtausch zwischen der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und dem Lebensmittelkonzern Unilever um eine angeblich cholesterinsenkende Margarine hat Unilever einen juristischen Sieg errungen.

WWF attackiert Fischereiminister

Am Dienstag werden in Brüssel neue Fangquoten für 2013 festgelegt. Der WWF kritisierte die europäischen Fischereiminister, die nur auf den kurzzeitigen Profit zu achteten.

Deutsche Bank muss an Kirch-Erben zahlen

München (dpa/nd). Die Deutsche Bank hat im Ringen mit den Kirch-Erben eine herbe Niederlage erlitten. Das Oberlandesgericht München verurteilte das Geldhaus am Freitag zu Schadenersatz für Verluste in Folge der Pleite des Kirch-Imperiums 2002. Die Höhe ließen die Richter offen. Die Summe solle von zwei Gutachtern bestimmt werden, für deren Benennung beide Seiten bis Ende Januar Vorschläge unterbre...

Marlene Göring

Kalter Krieg ums Internet

Die internationale Kommunikationskonferenz in Dubai schließt mit neuem Regelwerk ab - aber die westlichen Mitgliedstaaten unterzeichnen es nicht.

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»nd« sucht die Sportler des Jahres 2012

Unsere nd-Sportlerwahl 2012 geht zu Ende: Nur noch dieses Wochenende bleibt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, um mitzumachen: Nennen Sie uns Ihre Favoriten in den vier Kategorien Sportlerin, Sportler, Mannschaft und Trainer des Jahres! Einsendeschluss ist der 15.12.2012 (Poststempel), im Internet oder per E-Mail kann bis Sonntag, 23.59 Uhr, abgestimmt werden. Alle Adressen finden Sie links auf de...

Weitermachen wäre Unsinn gewesen

2010 und 2011 wurde Philipp Boy Vizeweltmeister im Mehrkampf - viel besser geht's nicht, sagt der 25-jährige Cottbuser, schließlich sei Weltmeister Kohei Uchimura aus Japan »der beste Turner aller Zeiten«. Bei Olympia 2012 verletzte sich Philipp Boy in der Qualifikation, nach einer Denkpause entschloss er sich zum Rücktritt. »nd« traf ihn in Berlin.

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Geldboten im Streik

(dpa). Etwa 50 Mitarbeiter des Geld- und Werttransportunternehmens Brink's Deutschland haben am Freitagmorgen in Berlin ihre Arbeit niedergelegt. Mit dem Warnstreik soll laut ver.di-Sprecher Jürgen Stahl eine Gleichbehandlung der gut 200 Beschäftigten erreicht werden. Konkret gehe es um Urlaubsansprüche, Urlaus- und Weihnachtsgeld. Das Unternehmen und die Bundesvereinigung Geld- und Wertdienste hä...

Frostiges Foto

(nd). Mit einer Mitmachkampagne im Internet wollen drei Künstler die Bevölkerung auf das Problem frierender Obdachloser im Winter hinweisen. In Windeseile haben sich in sozialen Netzwerken Bilder und ein Video verbreitet, die die Künstler leicht bekleidet im Schnee zeigen. In der Hand halten sie dabei ein Schild mit der Telefonnummer des Berliner Kältebusses. Aufgrund der großen Resonanz soll das ...

Zwangsräumung eskalierte

Gegen den Widerstand von über 50 Nachbarn und Mietaktivisten setzte am Freitag eine Gerichtsvollzieherin in Neukölln eine Zwangsräumung einer Wohnung durch. Weil sie gegen 9.40 Uhr eine Blockade der Eingangstür des Hauses feststellte, hatte die Gerichtsvollzieherin die Polizei alarmiert, die mit einer Hundertschaft anrückte.

Chance vertan

Fast zwölf Monate hatte der Sonderausschuss im Abgeordnetenhaus Zeit, die umstrittenen Teilprivatisierungsverträge zum Berliner Wasser zu prüfen. Ganz genau, wie es die 666 000 Berliner beim Volksentscheid im Jahr 2011 mit ihrer Stimme beschlossen hatten. Doch die Chance wurde vertan.

Fußballturnier für Inklusion

Zu einem besonderen sportlichen Wettstreit lädt heute der Berliner Fußball-Verband (BFV) ins Cole-Sport-Center, Hüttenweg 43, in Zehlendorf. Vier Vereine treten dort zum ersten Inklusionsfußballturnier gegeneinander an. An den Start gehen die Kicker des SV Adler 1950, Oranje Berlin, SV Pfefferwerk und von SV Rot-Weiß Viktoria 08 Mitte. Anders als etwa in der Bundesliga dauert eine Partie nicht 90, sondern nur zehn Minuten.

Böller wie Bomben

(dpa). Illegale Böller aus dem osteuropäischen Ausland können erheblich mehr Schäden anrichten als handelsübliches Silvesterfeuerwerk. Forscher der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) demonstrierten am Freitag in Berlin, wie gefährlich illegales Feuerwerk ist. Knallkörper, die in Deutschland nicht zugelassen sind, explodierten häufig deutlich schneller und gewaltiger. »Die Bölle...

ndPlusMartin Kröger

Wasserausschuss ausgeschöpft

Nach zwölf Monaten endete gestern der Sonderausschuss zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) im Abgeordnetenhaus, der durch den erfolgreichen Volksentscheid zum kalten Nass im Februar 2011 erzwungen worden war.

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ndPlusAntje Rößler

Descartes mit Föhnfrisur

Im Berghain, dieser legendären Techno-Höhle, geht es nur am Wochenende wild und zügellos zu. Unter der Woche mieten sich in dem düsteren Gewölbe auch vergleichsweise gesittete Vertreter der Branchen Neue Musik, Installation oder Performance ein. Am Donnerstag und Freitag feierte hier die Berliner Formation für Neue Musik »ensemble mosaik«, die gern mit Aufführungspraktiken und digitalen Medien...

Tom Mustroph

Staatsoper gibt Farce

Nicht arienfähig, nur bänkelballadenreif ist die Sanierung der Staatsoper. Von geplanten 242,3 Millionen Euro erhöht sich die Bausumme auf mindestens 287,9 Millionen. Die Neueröffnung wird verschoben, was ein Konkursrisiko für die Bühne heraufbeschwört. Das Desaster war jedoch vermeidbar. Eine Begehung.

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Blühender Winterpfad

(nd). Keinen Winterschlaf gönnt sich der Botanische Garten am Königin-Luise-Platz in Dahlem. Ein passend zur kalten Jahreszeit angelegter Erkundungspfad führt die Besucher in zwölf Stationen durch die Innen- und Außenanlagen der Pflanzensammlung, auch vorbei am Japanpavillion. Gezeigt wird die saisonale Pflanzenvielfalt verschiedener Regionen der Erde. Winterharte Kakteen aus Südkanada gehören gen...

Defizit der Kommunen deutlich geringer

Wiesbaden (dpa/nd). Sprudelnde Steuern und höhere Zuweisungen der Bundesländer haben das Haushaltsloch der Kommunen verkleinert. Das Defizit der Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden betrug Ende des dritten Quartals 2012 insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro. Das waren 3,9 Milliarden Euro weniger als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Extrahaushalte si...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Ruf nach den Frauen

Gut ausgebildete Frauen in ihren Beruf zurückholen - das ist ein Weg, mit dem die Mainzer Arbeitsagentur den Facharbeitermangel dämpfen will. Teilzeitjobs sollen möglichst in Vollzeitstellen umgewandelt werden.

Carola Große-Wilde, dpa

Hamburg in der Zwickmühle

Spätestens bis Weihnachten soll eine Entscheidung fallen: Baut die Stadt Hamburg die Elbphilharmonie gemeinsam mit Hochtief zu Ende oder trennt sie sich von dem Bauunternehmen?

ndPlusMarina Mai

Flüchtlinge rasch in die Schulen

Ein Antrag der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg zum Schulbesuch von Flüchtlingskindern sorgte für Irritationen. Die LINKE forderte darin den Unterricht für Kinder von Asylbewerbern ab dem ersten Tag - allerdings in gesonderten Schulklassen. Nach heftigen Diskussionen wurde der Antrag inzwischen überarbeitet, »weil es zu Missverständnissen kam«, wie Fraktionschef...

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Schlägerei im Flüchtlingsheim

Frankfurt (Oder) (dpa). In der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt ist es wegen Streitereien unter Asylbewerbern zu Massenschlägereien gekommen. Dutzende Polizisten waren dort am Mittwoch und Donnerstag im Einsatz. Das berichtete die »Märkische Oderzeitung«. Die Polizei bestätigte das. Ein Beamter sei leicht verletzt worden, Flüchtlinge dagegen nicht, hieß es. Ein Mann wurde festgenomme...

Ein bisschen mehr Transparenz

Die Behörden in Thüringer werden ein Stück transparenter - meint die Regierungskoalition über das neue Informationsfreiheitsgesetz, das der Landtag gegen die Stimmen der Opposition beschloss.

Stadtführung per Handy

In Nürnberg arbeitet man daran, dass Informationen über Sehenswürdigkeiten der Stadt künftig mit jedem Smartphone abrufbar sind. Noch steht das Projekt ganz am Anfang.

Andreas Fritsche

2014 ohne neue Schulden

Im Jahr 2007 ist der damalige Finanzminister Rainer Speer (SPD) einmal ohne Neuverschuldung ausgekommen. Es lief seinerzeit besser als erwartet. Doch jetzt wagt das Land Brandenburg erstmals, neue Schulden von vorherein gar nicht mehr einzuplanen. Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) will 2014 ohne zusätzliche Kredite auskommen.

ndPlusMatthias Wetzel

Erzgebirgischer Schwamm

Derzeit liegt Schnee auf den Hochmooren am Erzgebirgskamm. Doch auch in diesen Wochen arbeiten deutsche und tschechische Experten daran, die gefährdeten Flächen zwischen Hora Sv. Sebastiána und Satzung langfristig zu neuem Leben zu erwecken. Ein Vor-Ort-Besuch im Gebirge, rechtzeitig vor dem großen Schnee.

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Wer spricht schon noch vom Krieg?
Anke Engelmann

Wer spricht schon noch vom Krieg?

Die Torte ist vielleicht ein bisschen zu gehaltvoll, auch Brätel und Würste gibt es reichlich, dazu Kartoffelsalat und Getränke. Alle fünf Kinder sind gekommen, die Enkelinnen und Schwiegertöchter sitzen am Tisch, unter dem der Hund Lucky hockt und geduldig wartet, bis auch für ihn etwas abfällt. Geburtstag bei Familie Knieps. Brunhilde, 76 Jahre alt, hat den Ehrenplatz an der Stirnseite. Immer is...

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Ich leide mit allen Geschöpfen

Barbara Rütting war ab 1952 Film- und Theaterschauspielerin. Seit Beginn der 80er Jahre engagierte sie sich in friedenspolitischen und ökologischen Projekten. Sie kettete sich vor Schering in Westberlin an, blockierte in Mutlangen, widerstand in Wackersdorf... Als jüngstes ihrer Bücher erschien in diesem Jahr der Ratgeber »Was mir immer wieder auf die Beine hilft«. Barbara Rütting lebt in Michelrieth (Unterfranken). Dort sprach mit ihr Ingolf Bossenz.

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Fest

Den PR-Strategen des Weihnachtsfestes gelingt es immer wieder, diese populistische Veranstaltung als Fest des Friedens, der Liebe, der Freude und der Toleranz auszugeben. Es ist terminlich am Ende des Jahres angesetzt, so dass man die Freude darüber, wieder ein Jahr herumgebracht zu haben, für weihnachtliche Gefühle hält.

Mein Fixie

Mein Fixie

Radfahren ist eine beruhigende Technologie. Man bewegt sich aus eigener Kraft, mühelos in der Ebene, auf einem Gerät, das in seinen Funktionen relativ gut durchschaubar und reparaturfreundlich ist. Der Akzent liegt auf relativ. Ich nutze das Fahrrad gerne, wenn ich nach einer Metapher suche, warum das Leben heute soviel komplizierter geworden ist und unsere Entscheidungskraft soviel mehr fordert a...

Schleichendes Gift der Sprache

In jeder Sprache steckt viel gelebte Geschichte, die man daraus nur schwerlich wieder entfernen kann. Doch anders als manch deutsches Wort ist die deutsche Grammatik nicht diskriminierend. Wer es dennoch für notwendig hält, bei der Nennung einer Personengruppe auch deren weibliche Angehörige ausdrücklich hervorzuheben, sollte dies tun. Er sollte aber zugleich darauf achten, warnt der Sprachkritiker Wolf Schneider, dass die deutsche Sprache dadurch nicht zu umständlich und bürokratisch wird und die Stilistik statt einem Kunstwerk eher einer Logarithmentafel ähnelt.

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Detlef Kannapin

Allgegenwärtige Wissensvernichtung

Wie, DDR-Medientheorie? So etwas hat es doch ernstlich nicht gegeben! Die Medien in der DDR waren ja wohl staatlich kontrolliert! Die dortige Medientheorie konnte doch nicht mehr, als eben dies bestätigen, also die Prämisse mit dem Analyseergebnis identifizieren! Was heute kaum noch jemand weiß: DDR-Medientheorie hat sich auch mit Medien im Allgemeinen und mit den Medien in der kapitalistischen Gesellschaft im Besonderen beschäftigt. Die dabei entstandenen Analysen gehen uns heute an.

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ndPlusRudolf Mondelaers und Hans Thie

Preisrevolution von unten

Wie in Deutschland so in Belgien. Die Energiekosten für die privaten Verbraucher steigen. Von 2007 bis Anfang 2012 gab es satte Preiserhöhungen für belgische Haushalte: plus 30,5 Prozent beim Strom und plus 38,4 Prozent beim Erdgas. Betriebliche Großabnehmer dagegen zahlen heute nicht mehr als vor fünf Jahren, im Durchschnitt sogar etwas weniger.

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Die wilden Dreizehn

Von Religion als »das Opium des Volkes« schrieb Karl Marx. in seiner an der Jahreswende 1843/44 verfassten Einleitung »Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie«. Vermutlich bezog er sich auch auf Heine, der 1840 notierte: »Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goss, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und G...

ndPlusUrsula Wöll

Die Göttinger Sieben

Als Wilhelm und Jacob Grimm (Foto: Archiv) starben, trauerte man um sie nicht nur als Märchensammler, sondern vor allem als große Sprachforscher und couragierte Mitglieder der »Göttinger Sieben«. Unter diesem Kürzel gingen die sieben Professoren in die Geschichte ein, die 1837 fristlos entlassen wurden. Das war vor 175 Jahren, und seit November ehrt die Post deren Mut mit einer Sondermarke. Sei...

Detlef Nakath

Im Großen Festsaal am Berliner Molkenmarkt

»Bisher hatten wir keine Beziehungen. Jetzt werden wir schlechte Beziehungen haben und das ist der Fortschritt.« Mit diesen Worten kommentierte der unmittelbar zuvor zum Bundesminister für besondere Aufgaben avancierte Verhandlungsführer der BRD, Egon Bahr, am 21. Dezember 1972 die soeben im Großen Festsaal des Hauses des DDR-Ministerrates am Berliner Molkenmarkt erfolgte Unterzeichnung des deutsc...

Karl-Heinz Gräfe

»Es scheint, ich habe mich schuldig gemacht ...«

Im Gefolge des Ersten Weltkrieges zerfielen multiethnische Großreiche in Dutzende kleine Nationalstaaten, so das Osmanische Reich und die Habsburger Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Es schien, dass auch der im Verlauf von drei Jahrhunderten auf dem eurasischen Kontinent entstandene größte Vielvölkerstaat der Erde, das Russische Reich, ein ähnliches Schicksal ereilt. Die nichtrussische Bevölkerun...

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Aufstieg zur Schlicht- Gestalt?

Im Streit um den Suhrkamp-Verlag hat der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg Bundespräsident Joachim Gauck als Vermittler vorgeschlagen. »Ich sage jetzt etwas ganz Kühnes, aber ich finde, es wäre keine unpassende Rolle für den heutigen Bundespräsidenten«, sagte Muschg am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Gauck könnte die Gesellschafter Ulla Unseld-Berkéwicz (61 Prozent) und Hans Barlach (39 Pr...

Wusste was vom Leben

Sechzig. Kein Alter für Tamara Danz. Sagte das Schicksal und holte sie, als sie dreiundvierzig war. Sie wusste was vom Leben, das immer ein anderes sein will. Am Freitag wäre sie sechzig geworden.

Musik, Lyrik und Poesie

Die Medienpreise des Radiosenders »Corax« gehen in diesem Jahr an sechs Preisträger. In der Kategorie Wortsendung gewann »Das Lyrische Duo«, ein Programm, das sich einmal im Monat im Radio der Welt der Dichtung widmet, zur beliebtesten Musiksendung wurde von den Hörern des Senders »Die ältere Stimme« gewählt. Jeden vierten Sonntag im Monat beschäftigt sich das Format mit einem Thema der Kulturgesc...

Günter Agde

DDR-Dokumentarfilm

Vier Interviewerinnen - Christiane Mückenberger, Ingrid Poss, Anne Richter und Dorette Molitor - haben »die ihnen wichtigsten« Regisseure des DDR-Dokumentarfilms über ihr Leben und Werk ausgefragt. Die Interviewer sind Leute vom Fach, und DEFA-Patrioten sind sie - wie die Befragten - allemal: 21 Regisseure auf über 600 Seiten.

Gunnar Decker

Es wird schon noch geredet werden

Dies ist ein Buch über ein bereits 1962 abgeschlossenes Kapitel DDR-Geschichte: die Arbeiter- und Bauernfakultäten (ABF). Rückschau auf die Anfänge und Ansprüche eines Staates, der sich als praktischer Anwendungsfall einer großen Theorie ansah. Daher diese Bildungseuphorie, die Zukunftsgläubigkeit. Aber auch die ideologische Last des allgegenwärtigen Stalinismus. Der Ruf nach einer neuen Elite für...

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Selma Meerbaum-Eisinger: Müdes Lied

Diese Verse entstanden einen Tag vor Weihnachten, 1941. Selma Meerbaum-Eisinger, die Dichterin, starb am 16. Dezember 1942 im deutschen Arbeitslager Michailowska. Achtzehnjährig. Knapp 60 Gedichte wurden von Leidensgefährten gerettet - Weltliteratur geht bittere, beweinenswerte Wege. Dies Mädchen aus Czernowitz, der Stadt Paul Celans, ist wie eine Schwester der Anne Frank. Foto und Gedicht sin...

Stefan Amzoll

Wie ein Vogel

An solch einem Tag sei über die Glanztaten gesprochen. Rodion Schtschedrin ist Komponist und Pianist. In beiden Metiers hat er sich international hervorgetan. Er schuf Filmmusiken genauso wie Stücke für Oper (anfangs »Nicht nur Liebe«, zuletzt »Der verzauberte Pilger«), Ballett (»Anna Karenina«, »Die toten Seelen« und vier weitere), Diverses für den Konzertsaal (Sinfonien, Solokonzerte, Orchesters...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Kreuzspinne der Lust

Die Novelle »Die Liebende« von Albert Ostermeier zieht wie ein gespenstisch berauschender Film der Melvillschen Art am Leser vorüber, nein: sie dringt - mit just dieser geheimnisvoll atmosphärischen Mischung aus Schwüle und Kälte, klammer Reglosigkeit und peitschender Ekstase ein.

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ndPlusJürgen Amendt

OUT of SPACE: Harald Schmidt talkt weiter

Harald Schmidt, Entertainer und lange Jahre Deutschlands Late-Night-Talk-König bleibt seiner treuen Fangemeinde erhalten. Anfang der Woche gab der Abo-Sender Sky Deutschland bekannt, dass der Vertrag mit Harald Schmidt bis Mai 2013 verlängert wird.

Rothäute und Bleichgesichter

Das Bild links ist 50 Jahre alt. Am 12. Dezember 1962 wurde der Spielfilm »Der Schatz im Silbersee« im Kino uraufgeführt. Die Hauptdarsteller Pierre Brice (Winnetou, mi.) und Lex Barker (Old Shatterhand, li.) hatten nicht den blassesten Schimmer von der Romanvorlage Karl Mays. Unschuld des naiven Mimen, der spielt, was ihm vom Regisseur und den Drehbuchschreibern vorgesetzt wird. Damals, 1962, ...

Marlene Göring

Bestimmen sollen die Nutzer und Entwickler

Die Freiheit des Internet könnte bald im Gesetz gestärkt werden - zumindest auf EU-Ebene. Das EU-Parlament hat sich am Dienstag in einer Resolution »zu einer digitalen Freiheitsstrategie in der Außenpolitik der EU« für die Verankerung der Netzneutralität im europäischen Recht ausgesprochen.

BLOGwoche: Flatrate für 80 Millionen Leser?

Die Medienkrise beschäftigte auch diese Woche zahlreiche Blogger. Auf www.dimbb.de schrieb Heiko Hilker über die Kampagne der Zeitungsverlage zur Rettung der Printmedien: »Mit Anzeigen, Plakaten und Kinospots wolle die Branche die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur stärker im Bewusstsein verankern. Mit 50 Millionen täglichen Lesern für die gedruckte...

ndPlusRoberto de Lapuente

Schuldige Opfer, unschuldige Opfer

Kürzlich las und lauschte man in den Medien von einem Mann in Indien, der zum Tode verurteilt wurde, weil er einen Bombenanschlag verübte, bei dem Menschen zu Tode kamen. Der Orginalton lautete sinngemäß: ... weil er unschuldige Menschen in den Tod riss. Oder andernorts: ... weil er unschuldige Menschen tötete. Der Verurteilte war ein Attentäter der Anschläge von Mumbai, die im Jahr 2008 laut Anga...

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Braucht es eine alternative Liebknecht-Luxemburg-Demo in Berlin?

Seit zwei Jahren ist der Anfang Januar stattfindende »Luxemburg-Liebknecht«-Demonstrationszug auf der Frankfurter Allee die zahlenmäßig bedeutendste Demonstration einer sich als revolutionär verstehenden Linken. Nun will u.a. der Jugendverband »Die Falken« eine »alternative« Demo durchführen. Sein Vorwurf: Es gebe zu viele Stalin- und Mao-Plakate im Zug.

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Lautsprecher fürs Ohr

Lautsprecher fürs Ohr

In Deutschland leiden ca. 17 Millionen Menschen unter Schwerhörigkeit. Implantierbare Hörgeräte bieten Patienten gegenüber klassischen Systemen verbesserte Klangqualität. Die Implantation ist allerdings bisher mit einer mehrstündigen und nicht ungefährlichen Operation verbunden. Forscher haben nun einen »Lautsprecher« für implantierbare Hörgeräte entwickelt.

ndPlusRichard E. Schneider

Bluttest für Gen-Doping

Wenn bisher bei sportlichen Großereignissen jemand beim Doping ertappt wird, handelt es sich meist um die Einnahme verbotener Substanzen. Deren Nachweis steht und fällt damit, dass die Labors wissen, was sie suchen. Was aber, wenn die Substanzen weder eingenommen noch gespritzt werden müssen, sondern der Körper sie dank genetischer Manipulation selbst erzeugt? Bisherige Dopingtests würden bei dies...

Martin Koch

Ist Telepathie ein Quanteneffekt?

Niels Bohr nannte die von ihm mitbegründete Quantenmechanik gelegentlich eine »verrückte Theorie«, die unserer alltäglichen Erfahrung völlig widerspreche. Es ist daher kein Zufall, dass sich auch viele Esoteriker der Quantenmechanik bedienen, um übersinnliche Phänomene zu erklären. Besonders beliebt ist in diesem Zusammenhang die sogenannte Verschränkung, eine nicht-lokale Wechselwirkung, bei der ...

Dieter B. Herrmann

Suche nach der Zwillingserde

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war der niederländische Astronom Peter van de Kamp berühmt für seine angeblichen Entdeckungen von Planeten bei fernen Sonnen. Doch er musste schließlich zugeben, dass die extrem schwierigen Messungen voller Fehler steckten. Zum Schluss beruhigte sich der Astronom mit dem Bibelwort: »Selig sind, die da glauben, obwohl sie nicht wissen«. Inzwis...

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Carlos García Hernández, Schachlehrer

Kurios

Welche Beziehung hatten bzw. haben Karl I. von Spanien (1500 - 1558), Pawel I. von Russland (1754 - 1801) oder Michail Gorbatschow (Sowjetunion/ Russland; 81) zum Schach? Was passierte der DDR-Schachlegende Wolfgang Uhlmann (77) im Jahr 1965 bei einer Zugfahrt zwischen Prag und Plzen? Antworten auf solche historisch-anekdotischen Fragen gibt das neue Buch »Schach kurios« von Dagobert Kohlmeyer (Ma...

ndPlusUdo Bartsch

Beton statt Busch

Wilhelmina, genannt Will, wächst auf einer Farm im afrikanischen Busch auf und genießt fast grenzenlose Freiheiten: Die Natur ist ihr Garten, Tiere sind ihre Spielkameraden. Das ganze Leben erscheint als ein großes Abenteuer. Bis ein Schicksalsschlag die Idylle jäh zerstört. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters besitzt die 12-Jährige keine Angehörigen mehr. Die neuen Pflegeeltern sind überfor...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewin...

Beinharte Lauerjäger mit Bart

Achten Sie einmal bei einem Gartenrundgang in schnee- und frostfreien Zeiten auf Fliegen! Diese sind nämlich auch als Blütenbesucher zahlreicher als Bienen, Wespen und Schmetterlinge. Es gibt unter ihnen Winzlinge, stattliche Vertreter und ausgesprochen hübsche Arten.

Wärmer als Fahrrad, praktischer als Tandem

Zu zweit per Fahrrad unterwegs, dabei die Energieeffizienz verdoppeln und obendrein noch nett kuscheln? Eine derartige Wunderkiste hat ein Schlosser aus Wiesenburg zusammengeschraubt: »Cuddlebike«, abgeleitet vom englischen Verb »to cuddle«, übersetzt: »kuscheln«, so nennt der Brandenburger Jürgen Brömme seinen Drahtesel: Die beiden Berlinerinnen auf dem Rad sind, wie man sieht, total begeistert.

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Früher war mehr Lametta!
Heidi Diehl

Früher war mehr Lametta!

In der Erinnerung sah es Weihnachten immer gleich aus, betrachtet man sich aber die etwa 90 Fotos aus den Jahren zwischen 1910 und 1980, die der Leipziger Lehmstedt-Verlag gerade als ein Buch herausgegeben hat, merkt man deutlich, wie sehr sich das Fest verändert hat.

ndPlusAlexander Richter

Jugendstil trifft Buddha am Nacktarsch

Wer früher, so vor 25 Jahren, zum Wein an die Mosel fuhr, musste sich allerhand Spottverse gefallen lassen: »Dat süße Zeugs kippste besser in die Waschanlage im Auto«, hieß es da respektlos. Ein Viertel Jahrhundert danach ist von dem Spott nichts mehr übriggeblieben. An den 250 Weinkilometern »Mosel« wird von jungen Winzern meist viel Klasse statt viel Masse produziert, und die Weine sind begehrt ...

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ndPlusHeidi Diehl und Michael Müller

Wer sich nichts einfallen lässt, hat schon verloren

Reisen heißt nicht nur Orts-, Klima- oder Kulturwechsel, sondern auch Wechsel der Gewohnheiten. Anders gesagt: einfach raus aus dem Alltag. Die nunmehr dritte oder gar vierte Generation von Kunden der deutschen Tourismusindustrie schaut deshalb genauer als ihre Eltern und Großeltern hin, worauf man sich einlässt. Die Veranstalter stellen sich mit immer stärker differenzierten Angebot darauf ein.»nd« schaute sich die Sommer-Reiseprogramme 2013 großer Veranstalter unter diesem Aspekt an.

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Hans-Dieter Schütt

»krähenkongreß«

Nichts wird scheinbar weniger erwartet als der Winter. Regelmäßig heißt es von ihm, er breche herein. Wenn er beginnt, macht die Welt einen unvorbereiteten Eindruck wie selten. Woran erkennen wir den Wechsel zur kalten Jahreszeit? Im Fernsehen schneit es aus allen Programmen. Draußen nebelt der Atem der Menschen. Wer zu lange die Sichel des Mondes betrachtet, verfällt auf die Idee, sich mit ihr ei...