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Unten links

Wenn Sie diese Zeilen lesen können, hat es mit dem Weltuntergang wieder nicht geklappt. Man mag das bedauern oder begrüßen (Seite 9) - überraschend ist es nicht. Denn ein sogenannter Maja-Kalender ist ja nun weiß Gott kein sonderlich zuverlässiges Planungsinstrument. Auch wenn Gott, der Karel, uns weismachen will, dass »vor gar nicht allzu langer Zeit« von Maja »alles weit und breit« sprach. Zurze...

Panzer statt Bibeln

Die Ausgrenzung beginnt mit der Weihnachtsgeschichte. »Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade«, heißt es in der deutschen Einheitsübersetzung der Bibel. Der Passus »bei den Menschen seiner Gnade« konterkariert die angebliche Universalität der christlichen Botschaft von der göttlichen Gerechtigkeit. Allem Gerede vom Frieden, der den Kern aller Relig...

Christen in vielen Ländern verfolgt und diskriminiert

Brennende Kirchen in Kenia, Massaker an Christen in Nigeria, Willkür und Gewalt gegen Christen in Nahost: Christen wurden auch 2012 in vielen Regionen der Welt diskriminiert und verfolgt. Nach Ansicht von Experten hat sich die Lage dieser Glaubensgruppe international im zu Ende gehenden Jahr weiter verschlechtert.

Ulrike Henning

Zahnärztliche Zuschussrente

Das Bundesgesundheitsministerium assistiert offensichtlich bei der Verschleierung von Übergangsgeldern für Zahnarzt-Funktionäre.

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Hartz I und Hartz II

Hartz IDie Kommission »Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt« legte Vorschläge für vier Gesetze vor, die umgangssprachlich mit Hartz I bis IV bezeichnet werden. Hartz I galt ab 2003 und enthielt Regelungen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung, dafür wurden Bildungsgutscheine eingeführt.Kernstück waren die Personal-Service-Agenturen (PSA). Diese Leiharbeitsvermittlungen wurden unter dem D...

Roland Bunzenthal

Am Anfang war der Mini-Job

Am 23. Dezember 2002 wurden die ersten beiden Hartz-Gesetze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Am 1. Januar 2003 traten Hartz I und Hartz II in Kraft. Was dann folgte, war der wohl größte Raubbau an den sozialen Sicherungssystemen in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Damaskus, jenseits des Friedens
ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Damaskus, jenseits des Friedens

Damaskus wenige Wochen vor Jahresende. Die Nacht bricht früh herein über die Straßen der umkämpften syrischen Hauptstadt, Schüsse und Explosionen hallen mit dem Abendwind von der östlichen Ghouta über die Damaszener Altstadt, erstaunlich unberührt davon gehen die Menschen ihrem Alltag nach.

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Für immer Ausländer

Das Bundessozialgericht hat geschludert, das ist sehr schade, weil es zu Recht Zweifel am Ausschluss von langjährig geduldeten Migranten vom Bezug des Elterngeldes hat. Gegen diese Benachteiligung gibt es viele Argumente - nur leider versäumten es die Sozialrichter, sie auch aufzuschreiben. Karlsruhe wird deshalb die gewünschte Verfassungsprüfung des Elterngeldgesetzes nicht vornehmen. Verantwortl...

Erfolgreiche Terror-Trommler

Nach dem versuchten Bombenanschlag im Bonner Bahnhof ist eine gewaltige Mehrheit der Deutschen für eine stärkere öffentliche Videoüberwachung. 81 Prozent der Befragten wollen sie ausweiten, nur 18 Prozent sind dagegen. Das stellte Infratest dimap im ARD-Auftrag fest. Die terroristische Gefahr macht die Menschen sicherheitsbewusster, lautet der Tenor vieler Kommentare. Das ist zu billig. Schon...

Mali und der Emir von Katar

Frankreich hat eingelenkt. Eine schnelle Militärintervention im Norden Malis ist vorerst vom Tisch. Der UN-Sicherheitsrat hat zwar die von Paris ausgearbeitete Vorlage für einen Militäreinsatz im Grundsatz gebilligt, doch davor sollen sämtliche diplomatische Kanäle bemüht werden. Auf afrikanischer Ebene sind die längst aktiv: Algerien und Burkina Faso versuchen, die Aufständischen im seit März de ...

Marlene Göring

Einer-Tandem

Timotheus Höttges freut sich auf eine Beförderung: Er wird neuer Telekomchef. Ende 2013 will der bisherige Vorstandsvorsitzende René Obermann seine Stellung an ihn abtreten. Überrascht, aber wenig fasziniert quittierten Aktionäre und Finanzwelt diese Ankündigung.

ndPlusLucas Wirl

NATO in Lateinamerika?

Durch das 2010 in Lissabon beschlossene neue strategische Konzept wurde die NATO zu einer globalen Militärorganisation. Luis Gutierrez-Esparza erklärt im nd-Interview, wie sich diese Neuorientierung auf Lateinamerika auswirkt.

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Union erwägt schärferes Gesetz gegen Sterbehilfe

Düsseldorf (epd/nd). Die Union überlegt, den Gesetzentwurf zur Sterbehilfe zu verschärfen. Organisierte Sterbehilfe solle generell verboten werden, heißt es in einem bereits ausformulierten alternativen Entwurf, aus dem die »Rheinische Post« zitiert. Der Ende November in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht l...

Ines Wallrodt

Elterngeld nicht für Flüchtlinge

Das Bundesverfassungsgericht hat den Ausschluss langjährig in Deutschland lebender Flüchtlinge vom Elterngeld nicht beanstandet. Es wies eine Überprüfung der entsprechenden gesetzlichen Regelung ab. Das Bundessozialgericht hatte den obersten Richtern vor einem Jahr diese Frage vorgelegt.

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Ministerium muss Auskunft geben

Berlin (epd/nd). Das Bundesfinanzministerium muss der Presse Auskünfte über die Honorare erteilen, die es einer Anwaltskanzlei für Beratertätigkeiten in den Jahren 2005 bis 2009 gezahlt hat. Dem Ministerium stehe kein Auskunftsverweigerungsrecht zu, teilte das Verwaltungsgericht Berlin am Freitag mit. Die Richter gaben damit im Eilverfahren einer Klage des Springer-Konzerns statt. Gegen den Beschl...

ndPlusJindra Kolar, Prag

Abenddämmerung an der Moldau

Die Liberaldemokraten - kleinster Partner der Prager Koalition - ziehen sich nach der Entlassung von Verteidigungsministerin Peake aus der Regierung zurück. Sozialdemokraten und Kommunisten wollen Premier Necas stürzen.

ndPlusSara Charlotte König, Mexiko-Stadt

Schlacht ohne Sieger

Der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert. Täglich melden mexikanische Medien neuen Horror. Die Zahl der Opfer steigt kontinuierlich. Die Politik des neuen Präsidenten Enrique Peña Nieto wird daran mit hoher Sicherheit nichts ändern.

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Irina Wolkowa, Moskau

Duma beruft sich auf Dima

Mit großer Mehrheit hat Russlands Staatsduma am Freitag ein Gesetz zum Verbot von Adoptionen russischer Kinder durch USA-Bürger verabschiedet.

ndPlusSilviu Mihai, Bukarest

Ponta muss seine Versprechen einlösen

Die politische Krise in Rumänien ist - vorerst - beendet. Nach dem deutlichen Sieg der Sozialliberalen Union (USL) bei den Wahlen am 9. Dezember hat Victor Ponta seine neue Regierung formiert.

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Florierende Baubranche

Wiesbaden (dpa/nd). Auf den Baustellen in Deutschland kann weiter kräftig in die Hände gespuckt werden. Das Statistische Bundesamt hat für den Oktober einen starken Anstieg der Auftragseingänge registriert. Der Wert der Bestellungen lag 30,5 Prozent über dem von Oktober 2011, wie das Amt am Freitag mitteilte. Dabei legte die Nachfrage im Tiefbau besonders stark um 47,7 Prozent zu. Dieser Anstieg s...

EZB gegen einen Schuldenschnitt in Zypern

Köln (Agenturen/nd). Trotz der Finanzkrise in Zypern sieht die Europäische Zentralbank (EZB) noch keinen Grund für einen Schuldenschnitt für das hochverschuldete Land. »Für Zypern stellt sich derzeit noch nicht die Frage, ob ein Schuldenschnitt erforderlich ist«, sagte das EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der ARD. Es sei aber jetzt bereits absehbar, dass der Schuldenstand so weit steigen wer...

Urteil in der Affäre um Media Markt

Augsburg (dpa/nd). Wegen einer millionenschweren Schmiergeldaffäre muss der frühere Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, für fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter. Mit diesem Urteil blieb die Wirtschaftskammer des Augsburger Landgerichts am Freitag leicht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Rook wegen Bestechlichkeit fünf Jahre und neun Monate im Gefängnis sehen wollte. De...

ndPlusAndre Anwar, Stockholm

3,5 Milliarden für Atomausstieg

Im Einverständnis mit der schwedischen Regierung verklagt der staatliche Energiekonzern Vattenfall die Bundesrepublik auf 3,5 Milliarden Euro Schadensersatz wegen des deutschen Atomkraftausstiegs.

John Dyer, Boston

Massaker setzt US-Waffenindustrie zu

Nach dem Massaker von Newtown könnte es erstmals Konsequenzen für die Waffenindustrie geben. Auch an den Börsen scheint es einen Meinungsumschwung zu geben.

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Der Blues

Der Bluesmusiker Jimmy McCracklin ist tot. Der Pianist, der nach eigenen Angaben etwa 1000 Songs schrieb, starb nach Angaben des »San Francisco Chronicles« vom Freitag am Tag zuvor in San Pablo, einem Vorort von San Francisco. McCracklin wurde 91 Jahre alt. Die letzten Jahre hatte er unter Krankheiten gelitten und war seit zwei Jahren nicht mehr aufgetreten. dpa...

ndPlusAnika Stralau

Tipps für Aufstiege: Fletschen!

Es war ein Bestseller, und der nunmehr angekündigte zweite Teil wird es wohl auch werden: »Von oben kein Blick zurück« heißt das Werk des US-Karriereberaters John C. Norman. Schon im Titel ein klarer Hinweis auf das erstrebenswerte Sozialverhalten Aufgestiegener. Im Buch selbst wird psychologisches »Training für situationsgerechtes Verhalten im Job« geboten: Sei ratenweise Sieger, fletsch nicht zu...

Klaus Bellin

Königs Bilder

Gebückt und im blauen Rock steht er da und blickt zuletzt mit strengen Augen ins Nichts. Er wird bestaunt und verehrt, die Untertanen in Preußen haben sich längst angewöhnt, ihn Fritz zu nennen. Später wird er ein Lieblingsheld der Nazis, die demagogisch die Legenden zuspitzen, die sich in den Romanen Walter von Molos oder Reinhold Schneiders finden. Das Jahr, in dem man den 300. Geburtstag de...

Wo blieb die Erlösung?

Unter der Überschrift »Des Erlösers Geburt« erschien auf Seite 1 des »Vorwärts«, des Organs der SPD, am 24. Dezember 1905 ein Leitartikel, der erst jetzt zweifelsfrei Rosa Luxemburg zugeordnet werden kann. Auf diesen Beitrag war Biografin Annelies Laschitza bei Recherchen für einen Ergänzungsband zu den »Gesammelten Werken« Rosa Luxemburgs gestoßen. »nd« druckt hier exklusiv einen Auszug aus dem Artikel.

Sein oder Nichtsein? Das ist seit gestern die Frage.

Es ging noch einmal gut. Oder auch nicht. Je nachdem. Schließlich müssen wir, Hamlet gleich, weiter »die Pfeil' und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden«. Doch auch, wenn das Ereignis ausblieb: Was bleibt, ist die Botschaft. Aber welche Botschaft? Die Welt, die angeblich nur eine ist, zeigt sich gespalten. Auch die kleine Welt der »nd«-Redaktion. Zwei Meinungen. Als Nothilfe. Mehr können wir für Sie an dieser Stelle nicht tun.

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Halbgas geht nicht

Ein verstimmter Bundestrainer, eine verwunderte Öffentlichkeit und viele Fragen: Mit der Absage für die Handball-WM im Januar in Spanien hat HOLGER GLANDORF Zustimmung und Kritik ausgelöst. Der 29-Jährige von der SG Flensburg-Handewitt spricht über die Gründe für seine WM-Absage und die Zeit, als er fast seinen Fuß verlor.

ndPlusStephan Fischer, Bochum

Tiefe Gräben

Sicherheitsrisiko oder Bewahrer einer bedrohten Kultur? Die Beschreibung von Fußballfans fällt je nach Standpunkt des Betrachters unterschiedlich aus. Eine Tagung zum Thema »Fußball und Sicherheit« sollte Mitte Dezember in Bochum wissenschaftliche Perspektiven zum Thema aufzeigen.

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Bahn sichert Läden

(dpa). Nach dem Absturz eines Betonbrockens im Bahnhof Friedrichstraße müssen auch die Läden dort mit Schutzgerüsten auskommen. Es werde mehrere Wochen dauern, die Deckenabschnitte zu untersuchen, sagte ein Bahn-Sprecher am Freitag. Die Gerüste sollen mögliche weitere Abstürze verhindern und dienen auch als Plattformen, um die Decken zu untersuchen. Läden, die nicht damit einverstanden sind, müsse...

Dilek Kolat Quote der Jugendarbeitslosigkeit senken

(dpa). Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) will die Quote der Jugendarbeitslosigkeit in der Hauptstadt unter zehn Prozent senken. Derzeit sei die Jugendarbeitslosigkeit mit über 13 Prozent doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, sagte Kolat im Deutschlandradio Kultur. »Meine Zielmarke ist, unter zehn Prozent zu kommen«, sagte die Arbeitssenatorin. Ferner will die SPD-Politikerin die Abbruchquote...

Martin Kröger

Misstrauen überwinden

Am besten ist, man macht sich selbst ein eigenes Bild vor Ort. Das ist eine klassische journalistische Devise. Dass man dabei wie im Fall der von Flüchtlingsaktivisten und ihren Unterstützern besetzten Schule in Kreuzberg nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wird – damit muss man als Reporter leben. Bedauerlich ist das inzwischen von Misstrauen geprägte Verhältnis zwischen Medien und Aktivisten allerdings dennoch.

ndPlusBernd Kammer

Senator will Mieten deckeln

Nach der Ankündigung von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), die Mieten in 35 000 Sozialwohnungen zunächst auf 5,50 Euro pro Quadratmeter und ab 2015 auf 5,70 Euro zu begrenzen, verbucht das die Mieterinitiative Kotti / Co. als einen ersten Teilerfolg ihres Protest für niedrigere Mieten im sozialen Wohnungsbau.

ndPlusMartin Kröger

Messerstecherei in besetzter Schule in Kreuzberg

In der von Flüchtlingen besetzten ehemaligen Schule in Kreuzberg ist es am Donnerstagabend zu einer Auseinandersetzung gekommen. Laut Polizei erlitten dabei unter anderen ein 19-Jähriger und ein 30-Jähriger Stichverletzungen durch ein Messer am Ellbogen beziehungsweise am Rücken.

Klaus Joachim Herrmann

Zwischen den Feuern

Die für Betrachter besonders reizvollen Feiern zum 775. Gründungsjahr Berlins hatten Feuer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Entfacht wurden sie im historischen Zentrum der einstigen Doppelstadt Cölln und Berlin. Es loderte an Straßen und Wegen. Das Jubiläumsjahr 2012 vergeht, seine Feiern sind Vergangenheit.

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Lange Nacht des Films für Menschenrechte

Bei freiem Eintritt und moderiert von Kino-Experte Knut Elstermann haben Interessierte im Haus der Kulturen der Welt (John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin) am Dienstag, 15. Januar 2013 um 19.30 Uhr die Gelegenheit, die fünf besten deutschen Menschenrechts-Filme des vergangenen Jahres zu sehen, teilten die Veranstalter am Freitag mit.

Gefangene des eigenen Schmerzes

Noam Goldmann, Yaser Sami El-Kasbeh. Das sind zwei von 25 Opfern, denen Ingeborg Lüscher die Videoinstallation »Die Andere Seite. Israel/Palästina« widmet. In einem abgedunkelten Raum im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart sind drei Leinwände zu sehen, auf denen 15 Palästinenser und 14 Israelis in Großstädten, Dörfern und Flüchtlingslagern abwechselnd gefilmt werden. So verschieden diese Mens...

Stefan Amzoll

Schweiß und Nerven

Der größte Kontrast zwischen Sport und Musik ist der des Sinns, den sie bilden. Und die größte Gemeinsamkeit das Üben, Trainieren. In beiden Sparten, von Massen oder begabten Einzelnen ausgeübt, kosten die Übungen und Präsentationen viel Schweiß und Nerven - den Schachspieler so sehr wie den Schlagzeuger, der mit Händen/Fingern und Stöcken ähnlich wie dieser Felder (Felle) und Systeme bedient. Bei...

ndPlusAriane Mann

Rotkäppchen ist Berlinerin

Maria spielt das Rotkäppchen, Mitja den Wolf und die Großmutter ist sowieso dabei. Gut gelaunt macht sich die kleine Gruppe an einem Samstagvormittag im Dezember auf den Weg in die Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße. Im Foyer ist die Ausstellung »Rotkäppchen kommt aus Berlin« zu sehen. »Ja, das stimmt«, sind sich die Kinder einig. »Sie steht doch am Märchenbrunnen in Friedrichshain.« In dem ...

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Winterleuchten

Dortmund (dpa/nd). Nachts auf der Winterweide: hölzerne Pferde im Dortmunder Westfalenpark. Sie gehören zur Dortmunder Lichtkunstaktion »Winterleuchten«, durch die Sträucher, Bäume, Gewässer und Kunstobjekte in sanftes Licht oder kräftige Farben getaucht werden. Das »Winterleuchten« findet in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt. Im beheizten Märchenzelt werden - nach beendetem Spaziergang dur...

Neue Rathausfraktion in Wiesbaden

Wiesbaden (nd-Öfinger). Zur neuen Rathausfraktion »Unabhängige und Freie Wähler« haben sich in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden überraschend drei fraktionslose Stadtverordnete unterschiedlichster politischer Herkunft zusammengeschlossen. Neuer Fraktionschef ist der IG BAU-Gewerkschaftssekretär Veit Wilhelmy, der im Frühsommer die kommunale Fraktion LINKE&PIRATEN verlassen hatte. Er blei...

Britta Warda, Hamburg

Vom Feuchtbiotop zum Industriestandort

Hamburg-Wilhelmsburg ist der größte Stadtteil der Hansestadt. Ein reich illustrierter Bildband zeichnet seine Geschichte anschaulich nach.

Paul Liszt

Seit' an Seit' gegen rechte Gewalt

Ein Jauchzen geht durch die Menschenkette, die die Grünfläche im Herzen der Hufeisensiedlung in Berlin-Britz umschließt, als zehn große verschiedenfarbige Bälle über die Hände der 600 Teilnehmer wandern. »Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt - aber nicht braun«, lautet die aufgedruckte Botschaft. Es geht darum, Seit' an Seit' ein Zeichen gegen die zunehmenden Aktivitäten von Neonazis in dem Neuköllner Ortsteil zu setzen.

Unterwegs in der Region und Ärztebereitschaft

(nd). An den letzten Tagen des alten Jahres, zwischen Weihnachten und der Nacht zum neuen Jahr, fahren Busse und Bahnen in Berlin und Brandenburg wieder nach einem besonderen Fahrplan, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mitteilte. Für den Berliner und Potsdamer Stadtverkehr, die S-Bahn und den Bahn-Regionalverkehr sowie eine Reihe von Buslinien im Berliner Umland gilt Heiligabend...

ndPlusGrit Büttner, dpa

Das 24-Stunden-Nest

Schichtarbeiter haben auch an Feiertagen Dienst. Deshalb betreut Schwerins 24-Stunden-Kita rund ums Jahr den Nachwuchs von Ärzten, Polizisten, Busfahrern oder Pflegekräften. Bedarf ist immer - auch zu Weihnachten.

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Barrierefrei ist Bedingung

Potsdam (dpa). In Brandenburg werden ab 2013 Maßnahmen zur Verbesserung der Lage im ländlichen Raum nur noch dann gefördert, wenn Barrierefreiheit garantiert ist. Damit werde den Herausforderungen des demografischen Wandels und der Sicherung der Lebensqualität vor allem für Ältere Rechnung getragen, betonte Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag. Auch die Behindertenverbände hatte...

BASF erweitert Produktion

Schwarzheide (dpa). Das BASF-Chemiewerk in Schwarzheide erweitert für mehr als 100 Millionen Euro seine Produktion von Pflanzenschutzmitteln. Für die bisher größte Einzelinvestition an dem Standort wurde am Freitag der erste Spatenstich gesetzt. Die Inbetriebnahme der Anlage ist nach Unternehmensangaben für 2014 geplant. Der Wirkstoff werde seit 2001 weltweit nur von der BASF Schwarzheide GmbH her...

Weitere Zeche geschlossen

Kamp-Lintfort (dpa/nd). Der deutsche Steinkohlebergbau hat einen weiteren Schritt zum endgültigen Aus im Jahr 2018 getan. Im Bergwerk West in Kamp-Lintfort am Niederrhein endete am Freitag nach gut 100 Jahren die Kohleförderung. Von den 2500 Bergleuten wechseln 1600 auf die verbleibenden drei Zechen im Ruhrgebiet und im Münsterland. Hunderte gehen in den Vorruhestand. Zur letzten Schicht waren...

ndPlusGudrun Janicke, dpa

Roter Teppich wird schon ausgerollt

Außen historische Fassade, innen hochmodern: Das Landtagsschloss, das auf dem Alten Markt in Potsdam entsteht, zeigt sich zunächst als riesige Baustelle, aber es gibt auch schon fast bezugsfertige Büros im Ostflügel. Etwa 100 der knapp 400 Büros sind auf den ersten Blick fertig. Die Wände sind geweißt, Lampen befestigt, Einbauschränke montiert und Teppichböden verlegt. Doch eingerichtet wird noch ...

Mehr Äpfel, weniger Babys

Für die einen ist es trockene Theorie, für andere einfach kurios: Im Statistischen Jahrbuch 2012 werden die neuesten Zahlen über Sachsen-Anhalt und seine Einwohner vorgestellt.

Andreas Fritsche

Zuwanderer willkommen

26 Frauen und 17 Männer hatten sich für den Posten beworben. Drei gelangten in die engere Auswahl. Genommen wurde schließlich Doris Lemmermeier. Sozialminister Günter Baaske (SPD) stellte die neue Landesinterationsbeauftragte am Freitag vor. Die 54-Jährige übernimmt die Funktion von Karin Weiss, die Anfang des Jahres ins rheinland-pfälzische Familienministerium gewechselt war.

Hagen Jung

Das Christkind und der Killer

Mindestens 24 Menschen hat der Serienmörder Fritz Haarmann in Hannover bestialisch umgebracht; 1925 starb er durch das Fallbeil. Noch immer sorgt der Killer für Aufregung, in diesen Wochen wieder durch den »Hannover-Adventskalender«. Stets ist Haarmann unter ihnen und begleitet die vielen Kalenderkäufer beim Warten aufs Christkind, aktuell sogar am Türchen für den 24. Dezember.

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Alles Liebe

Das sogenannte Fest der Liebe wirft seine Schatten im übertragenen wie wörtlichen Sinne voraus. Denn mit der Liebe, die in vorweihnachtlichen Tagen auch in gar nicht liebevollen Zeiten geradezu bei jedermann vorausgesetzt wird, ist es so eine Sache. Jedenfalls richtet sie sich nicht nach dem Kalender...

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Manchmal ist sie einfach nur tot

An einem Winterabend treffen sich vier Menschen in einer Berliner Altbauwohnung, um bei russischem Korianderbrot, schwedischem Cidre und fränkischem Bier über die Liebe zu reden und zu streiten. nd-Redakteurin Sarah Liebigt im Gespräch mit Markus Will (37), Sara Charusta (24) und Andreas Ziehl (29).

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ndPlusInes Wallrodt

Vermittelte Gefühle

Das Internet macht die Partnersuche einfach: Man kann gemütlich im Schlabberpulli zu Hause vor dem Rechner sitzen und die Kandidaten sogar zusammen mit einer Freundin begutachten. Die Auswahl ist größer als an einem Abend in der Disko und man vermeidet zudem noch Pleiten. Alle suchen, also ist niemand wirklich vergeben. Oder?

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Was Sie über die Liebe und ihre Spielarten wissen sollten

Was Sie über die Liebe und ihre Spielarten wissen sollten

Lieben Sie es klassisch oder innovativ? Ist in Ihrem Herz Platz für viele oder bloß für eine/n, möchten Sie am liebsten alles gleichzeitig oder bevorzugen Sie die geordnete Reihenfolge? Oder halten Sie etwa jegliches amouröse Geflecht, in das eine fremde Person verwickelt ist, für eine gänzlich überflüssige Verkomplizierung Ihres Lebens? In dem kleinen kompakten Ratgeber ist für jeden ein Beziehungsmodell dabei. Markus Drescher, Sarah Liebigt und Regina Stötzel haben ihn für Sie zusammengestellt.

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ndPlusTom Strohschneider

Romeo, Julia und die Parteisekretärin

Vor 20 Jahren ist in der Berliner Elefanten Press ein schönes kleines Buch erschienen: Elvira Tornis »Linke lieben anders«. Es geht um nichts Geringeres als lustlose Revolution und subversive Nacktheit, um Liebe als Produktion und die Dialektik von Macht und Bedürfnis. Und um Liebe im Realsozialismus natürlich.

Tom Strohschneider

Weil es ihn verändert

Es war der 11. Mai 1846 und die Männerrunde, die an diesem Tag in Brüssel zusammenkam, hatte Wichtiges zu besprechen. Das Wort führte ein 28-Jähriger namens Karl Marx, mit dabei waren dessen um zwei Jahre jüngerer Freund Friedrich Engels und andere aus der Szene der Kommunisten, einer politischen Bewegung, die gerade einigermaßen in Mode zu kommen schien.

Seite 23

In einem anderen Land

nd: Die Bundesregierung will Eltern bald Betreuungsgeld zahlen, wenn sie ihre Kinder nicht zur Kita bringen. Sie haben zum Familienleben in der DDR geforscht. Für wie grotesk halten Sie die Entscheidung?Starke: Viele Dinge, die Familie und Partnerschaft betreffen, sind vom Jetzt bestimmt. Trotzdem wirken die Verhältnisse in der DDR nach und lassen manches als lächerlich empfinden. In Leipzig, wo e...

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ndPlusMarlene Göring

Blind vor Liebe, taub vor Angst

»Lyrisch ausgedrückt: Das war die echte, die große Liebe«, sagt der dunkelhaarige Mann und nimmt gedankenverloren seine Brille ab. Er sitzt beim ersten Bier des Wochenendes und meint seine erste Freundin. Eine Liebesgeschichte, die kein Happy End hat. Frederik* war Stalker. Er selbst sagt lieber liebeskrank dazu. »Stalking«, das kommt aus der Jägersprache und heißt auf englisch »jagen, hetzen, sto...

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Dirk Werner: Liebe Anna. Eine Weihnachtsgeschichte

Die Landschaft, in die ich gehöre, liegt an diesem See. Nicht im Mittelgebirge, in dem ich geboren, nicht am Meer, an dem ich aufgewachsen. Von beidem bin ich längst verabschiedet. Doch in meinem fremden Leben, in dem ich Jahre lebte, war sie der einzige richtige Ort. So wie es für mich nur eine wirkliche Weihnachtsgeschichte gibt, bei der ich lachen musste (und es im Gedanken daran wieder muss) u...

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Seite 27
ndPlusLuise Wagner, Grañén

Die Hoffnung auf das dicke Los

Grañén, Huesca - es gibt kleine und große Gewinner im spanischen Lottogeschäft. Echte Verlierer gibt es eigentlich nicht. Denn irgendwie kann jeder etwas gewinnen, und wenn es auch nur der Nachbar ist, der das große Los gezogen hat. Denn die spanische Weihnachtsziehung, Sorteo extraordinaro de Navidad, ist überaus großzügig.

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Rinderfilet an Zweierlei von der Schwarzwurzel

Rinderfilet an Zweierlei von der Schwarzwurzel

»Dieses Gericht ist schnell gemacht und passt wunderbar zu Weihnachten. Zunächst die Schwarzwurzeln, selbstverständlich frische, wie Spargel schälen. Dabei den Arm, mit dem die Stangen gehalten werden, mit Folie umwickeln - das schützt vor dem Abfärben und vor dem klebrigen Saft, der austritt. Die geschälten Stangen in Zitronenwasser oder Milch einlegen, so oxidieren sie nicht. Die Enden der Wurze...

Dieses Funkeln in den Augen
Uwe Sattler

Dieses Funkeln in den Augen

Liebe geht durch den Magen. Das kann Stefan Hartmann aus ganz persönlicher Erfahrung bestätigen. Mittags, Stunden, bevor die ersten Gäste kommen, sitzt der inzwischen mit diversen Preisen ausgezeichnete Berliner Sterne-Koch bei einem Kaffee in seinem Restaurant und plaudert aus dem Nähkästchen.

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ndPlusRobert B. Fishman

Zwischen k. u. k., Sozialismus und Marktwirtschaft

Bis 1918 war Košice, das damals noch Kaschau hieß, eine reiche Bürger- und Handelsstadt am Nordrand des großen ungarischen Königreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg verteilten dann die Siegermächte den größten Teil Ungarns an die neuen Nachbarländer. Košice gehörte von nun an zur Tschechoslowakei. Lange hat es gedauert, bis die österreichisch-ungarische Bürgerstadt dort heimisch wurde. Bis heute ...

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ndPlusHeidi Diehl

Einst gab's »Thorner Kathrinchen« gegen Hunger

Als der 15-jährige Frederic Chopin 1825 erstmals nach Torun kam, faszinierte ihn die Schönheit der Stadt an der Weichsel, rund 180 Kilometer von seiner Heimatstadt Warschau entfernt. Mehr noch aber begeisterten ihn die Lebkuchen, die hier seit Jahrhunderten gebacken wurden.

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Hans-Dieter Schütt

Schönes Chaos

Es gibt einen Aufsatz von Martin Walser, der endet so: »Ich habe am 3. Februar 1979 ein Inserat entdeckt in der Zeitung, habe es ausgeschnitten, und immer, wenn mir die Welt vor den Augen verschwimmen und sich überhaupt dem Begreifen entziehen will, dann lese ich dieses Inserat von 1979, um mich zu orientieren. Es lautet: ›Ich habe Dich, Mädchen mit Amputiertem Arm auf der Straße gesehen. Ich möch...