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ndPlusDieter Janke

Schäubles Weihnacht

Gemeinhin ist die Vorweihnachtszeit die Zeit der Vorfreude - auf besinnliche Tage und jene Gaben, die man sich im Kreise der Liebsten bei Kerzenschein reicht. Die Fokussierung der Bürger auf jene Zeit der Besinnlichkeit werden die Urheber der gezielten Indiskretion über die Hardcore-Pläne des Finanzministeriums vielleicht einkalkuliert haben. Aber vielleicht werden auch diejenigen, die jetzt Dementis losschicken, hoffen, dass sich die Empörung beim Fest der Liebe rasch wieder legen wird.

Mehrheit für die neue ägyptische Verfassung

Kairo (Agenturen/nd). Nach dem Ende der Volksabstimmung über eine neue ägyptische Verfassung haben die regierenden Islamisten den Sieg für sich reklamiert. Insgesamt hätten sich etwa 64 Prozent der Wähler für den von der Opposition heftig kritisierten Entwurf ausgesprochen, teilte die Muslimbruderschaft, aus der Präsident Mohammed Mursi kommt, am Sonntag mit. Auch die Staatsmedien nannten einen Zu...

ndPlusDieter Janke

Horrorkatalog für Sozialabbau

Ein Medienbericht über angebliche Pläne aus dem Bundesfinanzministerium für unsoziale Sparmaßnahmen hat die Opposition auf den Plan gerufen.

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Noch nie weiße Weihnachten erlebt

In Südafrika leisten der Weltfriedensdienst und seine südafrikanische Partnerorganisation STEPS Aufklärung mit filmischen Mitteln. Über das Weihnachtsfest sprach mit STEPS-Mitarbeiterin Elaine Maane für »nd« Martin Zint.

Susanne Wienke, SODI

Willkommen, Wasserschlange!

Wenn die meisten Regionen in Deutschland im Februar noch im tiefen Schnee versinken, feiern die Vietnamesen das »Fest des ersten Morgens«, wie das Tet-Fest übersetzt heißt. Mit dem Fest werden das neue Jahr des Mondkalenders und gleichzeitig der Beginn des Frühlings begrüßt. Weihnachten wird in Vietnam nur von den etwa 6,5 Millionen Christen gefeiert. Doch da sich bei den meisten Vietnamesen versc...

ndPlusChristine Wiid, INKOTA

Feiern im Kreis der Großfamilie

Wer in der Weihnachtszeit als Tourist in der mosambikischen Hauptstadt Maputo oder den Badeorten an der Küste im Süden des Landes unterwegs ist, könnte meinen, dass sich die mosambikische Weihnacht gar nicht so sehr von der deutschen unterscheidet - von der Hitze mal abgesehen. Plastikbäume zieren die Einkaufszentren und in den Straßen kann man rote Weihnachtsmannmützen kaufen. Supermärkte werben ...

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Es muss stets eine Frage bleiben...

Kaum auf dem Buchmarkt, ist auch der zweite Band der Jahrhunderttrilogie von KEN FOLLETT, »Winter der Welt«, auf Platz 1 der Bestsellerliste - wie schon der erste Band, »Sturz der Titanen«, der mit dem Ersten Weltkrieg und der russischen Revolution 1917 beginnt. Im Mittelpunkt von »Winter der Welt« steht der Kampf gegen den Faschismus. Der 1949 in Cardiff, Wales, geborene Schriftsteller hatte als Student während des Vietnamkrieges seine Leidenschaft für Politik entdeckt, war einige Jahre als Journalist tätig und wurde 1978 mit dem zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielenden Thriller »Die Nadel« weltberühmt. Vor kurzem strahlte SAT 1 die Verfilmung seiner Mittelalter-Saga »Die Tore der Welt« aus. Mit Ken Follett sprach Karlen Vesper.

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Ingolf Bossenz

Weihnachten - gans und gar

Weihnachten, Fest der Liebe. Hierzulande natürlich auch der Tierliebe, die den Deutschen sprichwörtlich zu eigen ist. Millionenfach landen die geliebten Kreaturen denn auch auf den Festtagstellern.

René Heilig

Heiße Luft

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will im Fall einer Regierungsübernahme durch Rot-Grün den Export deutscher Waffen erschweren. Es sei »skandalös und hochgefährlich, dass Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur geworden ist«, meint er und moniert, dass »auch in Spannungsgebiete und Regionen, die die Menschenrechte nicht achten«, geliefert wird.

ndPlusKarin Leukefeld

Fragwürdige Stabilität

Das Referendum in Ägypten ist kein Sieg für die Muslimbruderschaft und ihren Präsidenten Mohammed Mursi. Landesweit konnten sie nur 32 Prozent der Wähler mobilisieren, weniger als die Hälfte der Menschen, die bei den Wahlen Anfang 2012 für sie gestimmt hatten. Die Muslimbrüder befassen sich mehr mit der Sicherung ihrer Macht als mit den Nöten der Bevölkerung.

Hilmar König

»König Modi«

Bei Wahlen zur Volksvertretung des westindischen Unionsstaats Gujarat hat sich die rechte Indische Volkspartei (BJP) dank ihres Hindu-Hardliners Narendra Modi in der vorigen Woche zum dritten Mal in Folge durchgesetzt. Die BJP errang 117 der 182 Parlamentssitze, die in Delhi regierende Kongresspartei kam auf 61. Der 62-jährige Narendra Modi herrscht in Gujarat bereits seit 2001 als Chefminister mit eiserner Faust.

Bankendämmerung
ndPlusDierk Hirschel

Bankendämmerung

Kurz vor Weihnachten bekam die Deutsche Bank Besuch. Diesmal schaute nicht der Nikolaus mit seinen Geschenken vorbei. Vielmehr spielten Staatsanwälte und Steuerfahnder Knecht Ruprecht und zückten die Rute. Der Sturm bewaffneter Polizisten auf die Frankfurter Zwillingstürme erinnerte an Mackie Messers großen Auftritt in der Dreigroschenoper.

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BKA fürchtet Sprengstoffdrohnen

München (dpa/nd). Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) befürchten nach Informationen des Magazins »Focus« Terroranschläge in Deutschland mit ferngesteuerten Modellflugzeugen und Drohnen. Als Täter kämen insbesondere Fanatiker »aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus« in Frage, schreibt das Magazin unter Berufung auf eine aktuelle Sicherheitsanalyse des BKA. Vorbild könnte demnach ein 2011...

ndPlusRené Heilig

Schweigemönche des Parlaments in Klausur

Nach dem Versagen der Sicherheitsbehörden gegenüber rechtsextremistischem Terror, der im NSU-Fall mutmaßlich zehn Mordopfer zu verantworten hat, versprachen Regierung, Parlament und Behörden Schlussfolgerungen zu ziehen. Doch offenbar soll zu vieles bleiben, wie es ist.

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Julian Bartosz, Wroclaw

Wucherei im Weihnachtsgeschäft

Im blühenden polnischen Weihnachtsgeschäft geht es insbesondere einer Branche geradezu glänzend: den Schattenbanken.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Aufkleber für die Bundespolizei

Ein antirassistisches Bekenntnis der Flughafendirektion der Bundespolizei in Frankfurt am Main hat unter antirassistischen Aktivisten kontroverse Debatten ausgelöst.

ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Monti geht, denkt aber an Rückkehr

Am Freitagabend hatte Italiens Regierungschef Mario Monti seinen Rücktritt erklärt und damit Neuwahlen ausgelöst. Am Sonntag deutete Monti an, dass er durchaus für eine neue Amtszeit bereit wäre. Er wolle sich nicht vor der Verantwortung drücken, sagte der parteilose Politiker. Italiens Gewerkschaften drohen schwere Zeiten.

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Patriots in den Süden der Türkei

Damaskus/Berlin (AFP/dpa/nd). Deutschland und seine NATO-Partner haben die Stationierungsorte für die Patriot-Luftabwehrsysteme festgelegt, die die Türkei wegen des Syrien-Konflikts angefordert hatte. Deutsche Systeme würden im Süden des Landes stationiert, teilten Bundeswehr und NATO mit. Die Patriot-Systeme sollen in der Großstadt Kahramanmaras 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt auf...

Jürgen Vogt, Buenos Aires

Soziale Unruhen in Argentinien

Argentinien erlebte in den vergangenen Tagen eine Welle von Plünderungen. Die Bilanz: Rund 300 Supermärkte und Läden in 40 Orten wurden mehr oder weniger ausgeräumt. In Rosario kamen zwei Menschen unter ungeklärten Umständen zu Tode, es gab zahlreiche Verletzte, über 500 Personen wurden festgenommen.

ndPlusIan King, London

Eine Rute unterm britischen Baum

Großbritanniens politische Elite blickt auf ein wenig rühmliches Jahr 2012 zurück. Der Skandal im Medienimperium des Rupert Murdoch tat sein Übriges.

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Peter Nowak

Nichtfahrer zahlen mit

Die deutsche Mineralölindustrie präsentierte sich zum Jahresende als Stütze des Staatshaushalts. Das Steueraufkommen aus dem Verkauf von Benzin, Diesel und leichtem Heizöl trage mit 53,5 Milliarden Euro ungefähr ein Sechstel zum Steueraufkommen bei. Abgesehen von der »Kleinigkeit«, dass der Branchenverband dies als Beitrag seiner Unternehmen und nicht der Autofahrer deklarierte, zeigt eine Studie der Technischen Universität Dresden noch einen weiteren Denkfehler.

ndPlusBernhard Clasen

Modernisierter Schrott

Energoatom ist der Betreiber sämtlicher ukrainischer Atomkraftwerke. Die Meiler wurden, mit Ausnahme des sechsten Reaktors von Saporoschje, dessen Bau im Juni 1986 begann, vor der Katas-trophe von Tschernobyl gebaut. Nach der Abschaltung des letzten Blocks des AKW Tschernobyl im Jahre 2000 handelt es sich allerdings bei allen um Druckwasserreaktoren.

Thomas Berger

Milliarden für Windkraft

Auf dem fünften Kontinent werden bis zum Jahr 2020 voraussichtlich weitere 18 Milliarden Australische Dollar (rund 14 Milliarden Euro) in neue Windparks investiert. Dies zumindest besagen Hochrechnungen.

ndPlusThomas Schwandt

Kreuzfahrer ohne Landstromtechnik

Der Seehafen Rostock und insbesondere das Warnemünder Cruise Center hatten zumindest bei Kreuzfahrten ein exzellentes Jahr. Insgesamt 181 Mal liefen Kreuzfahrtschiffe dort ein. Damit ist Warnemünde Spitzenreiter aller deutschen Kreuzfahrthäfen.

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Stockende Bauarbeiten am BER

(dpa/nd). Die Bauarbeiten am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld stocken weiterhin an allen Ecken und Enden. Dies enthüllt nach einem Bericht der »Bild am Sonntag« ein internes Protokoll des Bundesverkehrsministeriums. Die Arbeiten sollen danach seit Sommer so gut wie nicht vorangekommen sein. Eine neue Liste enthält demnach weitere Baumängel: Regenwasser gelangt in das Lüftungssystem, Rolltre...

Nissrine Messaoudi

Ein wahrer Segen

Die milden Temperatuten zum Weihnachtsfest stimmen den ein oder anderen missmutig. Weiße Weihnachten, während man sich im Warmen den Bauch vollschlägt - erst dann kommt so richtig Stimmung auf. Das mag ja richtig sein, aber für Obdachlose können die vorausgesagten milden Temperaturen ein wahrer Segen sein. Schließlich sind die Notunterkünfte besonders im Winter überfüllt. Jedes Jahr klagen Einrichtungen, die Obdach gewähren, über Platzmangel. Dass trotzdem kein Mensch in der Kälte abgewiesen wird (auch anhand eines Koordinierungstelefons), geht in erster Linie auf das Engagement von Einzelnen zurück.

Zahl der Asylbewerber wieder rückläufig

(dpa). Berlin hat vor allem im Sommer 2012 einen regelrechten Ansturm von Asylbewerbern erlebt. Die Heime platzten aus allen Nähten, Notunterkünfte mussten eingerichtet werden. Der Ansturm in Berlin hat in den vergangenen Wochen jedoch nachgelassen. Stellten im Oktober noch 618 Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl, waren es einen Monat später nur noch 361, wie es aus der Senatsverwaltung für Sozi...

ndPlusJutta Steinhoff, dpa

Bankräuber hatte Geldsorgen

Der Plan war einfach: In eine Bank gehen, eine Kontoeröffnung vortäuschen, dann Geld erpressen und drei Tage vor Weihnachten mit großer Beute fliehen. Doch dieser Plan eines 29 Jahre alten Mannes aus Wolfsburg gipfelte in einem fast zehnstündigen Geiseldrama samt Bombendrohung, das erst am frühen Samstagmorgen unblutig beendet werden konnte. Am Abend erließ ein Haftrichter den erwarteten Haftbefeh...

Robert D. Meyer

Hausbesuch bei Obdachlosen

Wenige Gehminuten vom Nordbahnhof entfernt, steht in der Pflugstraße 12 im Bezirk Mitte zwischen Wohnhäusern ein unauffälliger dreistöckiger Klinkerbau. Über der hölzernen Eingangstür hängt ein weiß-blaues Hinweisschild mit der Aufschrift »Gesundheitszentrum für Obdachlose«. Seit 2006 hat hier die Jenny De la Torre-Stiftung ihren Sitz. Im zweiten Stock sitzt die Namensgeberin. Die kleine dunkelhaarige Peruanerin mit Brille ist zugleich Gründerin der Stiftung, die gerade ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

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ndPlusSarah Liebigt

Vergessene Geschichten

Die Kirchenbänke sind bis auf den letzten Platz besetzt, ebenso die Bänke auf der Empore. Im Mittelgang und links und rechts der Bankreihen stehen die Menschen, Bier- und Metflaschen in den Händen, noch ins Gespräch vertieft. Sobald es dunkel wird, sitzt niemand mehr. Jubel begrüßt die sieben Männer, die in langen Mänteln, Röcken und allerley Leder den Platz vorm Altar betreten. Über ihnen prangt auf einem riesigen Banner der goldene Rabe, links und rechts künden zwei dunkelrote Banner in goldener Schrift davon, wer hier heute Abend aufspielt.

Tobias Riegel

Zauberhafte Unordnung

Der diesjährige Titel des Roncalli Weihnachtscircus »Time is Honey« (Zeit ist Honig) ist irreführend. Denn während Honig klebrig, zäh und entsprechend langsam dahinfließt, gleicht die über zweistündige Show der Traditionstruppe um Bernhard Paul im Tempodrom (noch bis 6. Januar) eher einem Sturzbach der circensischen Disziplinen. Beim Intro allerdings sind noch leichte Anlaufschwierigkeiten zu ...

ndPlusVolkmar Draeger

Der elegante Politwindhund

Ein raffiniert gebautes Stück mit einer aufwühlend emotionalen Geschichte: drei Menschen in Liebe und Politintrigen unlösbar verstrickt. Autor Ottokar Runze, mit Jahrgang 1925 altersweise genug, hat beste Arbeit geleistet, handelt in rund 100 Minuten Spieldauer ein schwarzes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte ab und greift dabei zurück bis in die braune Vergangenheit. Wie eben alles zusammenhängt und auseinander folgt, ob man es will oder nicht. Johannes will eher nicht.

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Alt und arm

Mainz (dpa/nd). DGB Rheinland-Pfalz fordert ein Aussetzen der Rente mit 67. Immer mehr ältere Arbeitslose fänden auch in Rheinland-Pfalz keine neue Stelle und müssten von Hartz IV leben, teilte der DGB am Sonntag in Mainz mit. Solange der Arbeitsmarkt ihnen keine Perspektive biete, sei die Rente mit 67 ein »staatlich verordnetes Armutsprogramm«, sagte der Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. Einer ...

ndPlusMarion van der Kraats, dpa

Zahl der Hartz-IV-Klagen nimmt weiter zu

Die Zahl der Hartz-IV-Klagen in Brandenburg hat auch 2012 zugenommen. »Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr liegt weiterhin zwischen 10 und 15 Prozent«, sagte der Sprecher des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg, Axel Hutschenreuther. Im ersten Halbjahr 2012 seien rund 8200 Klagen bei den vier Sozialgerichten Potsdam, Neuruppin, Frankfurt (Oder) und Cottbus eingegangen, im Vorjahreszeitraum seien...

Susann Witt-Stahl, Hamburg

Protest gegen Pelzindustrie

Nachdem Escada, C&A oder Karstadt sich zurückgezogen haben, ist nun Skimodemacher Willy Bogner im Visier von Gegnern der Pelzindustrie.

ndPlusVon Dieter Sell, epd

Ihr Kinderlein kommet

Vor 100 Jahren schaut die Familie noch stocksteif in die Kamera, im Wirtschaftswunder taucht legere Festkleidung auf. Historische Weihnachtsfotos enthüllen den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte.

ndPlusMartina Rathke, dpa

Verarbeitet - nicht vergessen

Vor einem Jahr starb die kleine Katharina bei einem Kreideabsturz auf der Insel Rügen. Die Unglücksstelle ist bis heute gesperrt. Schilder informieren über die Gefahren. Ein technisches Frühwarnsystem soll es aber nicht geben - das vermittle nur trügerische Sicherheit, heißt es.

Lothar Tyb'l

Thälmanns illegales Quartier

Der genaue Standort des illegalen Quartiers der KPD, in dem der Parteivorsitzende Ernst Thälmann 1934 nach einer detailliert vorbereiteten, aber trotzdem gescheiterten Befreiung aus dem Gefängnis Moabit vorübergehend versteckt werden sollte, konnte erst jetzt im Schenkenländchen entdeckt werden.

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Ein Gründer

Der Germanist Peter Wapnewski ist tot. Der Gründungsdirektor des Berliner Wissenschaftskollegs starb im Alter von 90 Jahren. Der »große alte Mann« der Germanistik war einer der prägendsten Intellektuellen im Nachkriegsdeutschland. Besondere Anerkennung erwarb er sich als Experte für das Mittelalter und die Werke Richard Wagners. dpa...

Wolfgang Hübner

Abgesichert

»Ah«, rief Herr Mosekund erfreut, als er einen Bekannten traf, »Sie sind ja noch da!« - »Warum auch nicht?« fragte der Bekannte. »Nun«, antwortete Herr Mosekund, »schließlich war der Weltuntergang angekündigt.« - »Ach«, sagte der Mann, »das ist doch alles Aberglaube!« - »Man weiß nie«, wandte Herr Mosekund ein, »ich hatte jedenfalls vorgesorgt. Und vielleicht haben Sie Ihre Fortexistenz nur mir zu...

Schrödsie, Jesusi

Heute kommt der Weihnachtsmann. Pardon: die Weihnachtsfrau. Die hat zwar keinen langen weißen Bart, aber jener Puritanismus, der als Streife militant durch die Sprache patrouilliert, hat zum Ausgleich Haare auf den Zähnen.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Mit Buntstift

Eines Tages war er da und blieb. Das war vor zweihundert Montagen. Haben andere ihr Wort zum Sonntag, wir verfügen seither übers Wort zum Wochenbeginn und steuern der modernen Zeitungsgeschichte die nicht unwichtige Wahrheit bei, dass aus Chefredaktionen freiwillig skurriler Geist über die Leserschaft kommen kann. Wir? Nein, Wolfgang Hübner steuert bei. Bertolt Brechts Keuner, Gerhard Branstne...

Rolf-Henning Hintze

Bedürfnis Demokratie

Einfache Ideen können manchmal grandios und sehr folgenreich sein. Eine solche Idee hatte Ende der 60er Jahre der frühere Nachrichtenchef der »Frankfurter Rundschau« (FR), Horst Wolf. Als damals die Studentenbewegung landesweit für Diskussionen sorgte, befand er, dass für eine akkurate Beschreibung der Vorgänge an den unruhigen Hochschulen die Berichte der Deutschen Presseagentur nicht ausreichend seien.

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Stefan Amzoll

Krieg und Kämpfe klingen mit

Die Abfolge ist bestens disponiert. Zwei russische Eckwerke, ein deutscher Block um die Pause herum. Alle Stücke zieht es magisch zur Dur-Auflösung, sie enden - sehr unterschiedlich - mit einem C-Dur-Akkord. Zwei der gespielten Komponisten haben mittelbar oder direkt mit dem Ersten Weltkrieg zu tun: Skrjabin und Rudi Stephan. Der dritte, Igor Strawinsky, schrieb seine »Psalmensymphonie« zwölf Jahre nach dem Ende dieses Krieges, 1930. In wirren, kampfdurchtobten Zeiten.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Hol tief Luft und Lust

Was geschieht, nennt man Globalisierung. Aber die Welt ist nicht kleiner geworden. Sie ist kein Dorf. Global Village? Das ist die Lüge auf englisch. Eher wurde die Welt doch größer, unheimlicher, undurchschaubarer. Jede Information vergrößert das Ausmaß unserer Überforderung. Jede Spezialisierung zementiert unsere Unsicherheit. Jede scheinbare Horizonterweiterung lässt das Gefühl wachsen, den Überblick zu verlieren. Bilder stapeln wir in uns zu einer Halde ganz aus Buntschichten. Auf einer anderen Halde stapeln sich Nachrichten und werden doch nie Gedächtnis.

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KaDeWe verkauft

Berlin/Wien (dpa/nd). Das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe und 16 weitere von Karstadt betriebene Warenhäuser haben einen neuen Eigentümer. Das Immobilienunternehmen Signa bestätigte den Kauf der Häuser am Samstag in einer Mitteilung. Das Unternehmen hat für die Häuser nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 1,1 Milliarden Euro gezahlt. Medienberichten zufolge hat Signa alleine für das traditionsr...

Ralf Klingsieck, Paris

Sozialpartner zum Erfolg verdammt

Die französische Regierung verhandelt mit den Sozialpartnern über geeignete Arbeitsmarktmaßnahmen gegen die schwache Konjunktur. Den Unternehmern geht es aber nur um eines: die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Velten Schäfer

140 Millionen Broiler

Wie viel sind Betriebsgenehmigungen für Mastanlagen noch wert? Nachdem das Greifswalder Oberverwaltungsgericht eine bereits in Betrieb gegangene Stallung in Kuppentin gestoppt hat, schlägt der Landesbauernverband Alarm.

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Jetzt kann ich Feierabend machen

Biathletin MAGDALENA NEUNER hat ihren Titel verteidigt. Über die Heim-WM und das Leben nach dem Sport sprach sie mit OLIVER HÄNDLER.

ndPlusOliver Händler

Der Unbequeme

Robert Harting ist erstmals nd-Sportler des Jahres. Die Leser gaben ihm so viele Stimmen wie niemandem sonst in den vier Kategorien. Ein eindrucksvoller Sieg für einen ebenso eindrucksvollen Athleten, der nicht nur mit der zwei Kilogramm schweren Scheibe für Schlagzeilen sorgt.

ndPlusJirka Grahl

Wir gratulieren!

Magdalena Neuner, Robert Harting, Ingo Steuer, Aljona Sawtschenko/Robin Szolkowy und Linda Mavius gewinnen bei nd-Sportlerwahl.

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Oliver Händler

»Ich opfere nichts«

Im Sport muss man besser sein als andere. Oder auch nicht! Linda Mavius aus Dresden zeigt, dass Sport viel mehr ist als Siege, Zeiten, Weiten. Sie organisiert die Freizeitgruppe eines Eisschnelllaufvereins. Spaß, Miteinander und Bewegung stehen im Vordergrund. Aktiv im Ehrenamt! Eine würdige Sonderpreisträgerin.

Zum vierten Mal

Im März 2012 gewannen die Chemnitzer Eiskunstläufer Aljona Sawtschenko (28) und Robin Szolkowy (33) zum vierten Mal den Weltmeistertitel im Paarlauf - gemeinsam mit ihrem Trainer Ingo Steuer (46) . Die »nd«-Leser wählten das Chemnitzer Paar zum vierten Mal zur Mannschaft des Jahres. Auch ihr Coach wurde zum vierten Mal Trainer des Jahres. JIRKA GRAHL sprach mit ROBIN SZOLKOWY.