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Unten links

Just wer mit offenen Karten spielt, gilt meistens als Spielverderber. Das erfuhr kurz vorm Fest ein Lehrer im australischen Neu-Süd-Wales. Er hatte den Allerjüngsten seiner Schülergemeinde gesagt, es gebe keinen Weihnachtsmann, die Geschenke kämen von den Eltern. Sofort eine harsche Rüge mit dem Androhen einer Versetzung! Ein Lehrstück ist dies für die heimische Politik im bald beginnenden Jahr de...

Neoliberaler Extremismus

Extremisten müssen nicht unbedingt stark sein, um besonders gefährlich zu sein. Oft sind sie gerade dann besonders waghalsig, wenn sie in der Defensive sind. So ist es auch mit FDP-Chef und Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Seine Partei dümpelt in Meinungsumfragen zurzeit bei vier Prozent vor sich hin. Wenn sich an dem Stimmungstief bis zur Bundestagswahl 2013 nichts ändert, ist der Einzug in...

Schnell aufwärts in Abgründe

Das Weihnachtsgeschäft rollte aus - gewiss hätten sich dieser Tage auch Rolltreppen aller Waren-Kathedralen gern zusammengerollt. Endlich teilhabend an der allgemeinen Ermattung, die sich Fest nennt. Der Mensch auf Kaufhaus-Rolltreppen: zahlendes Schräubchen auf dem Fließband gnadenloser Konsumentenproduktion.

FBI überwachte Occupy-Bewegung

Berlin/New York (nd). Die US-amerikanische Bundespolizei FBI hat offenbar die Protestbewegung Occupy mit Antiterror-Agenten überwacht. Einem Bericht der »New York Times« zufolge, die sich auf entsprechende Akten des FBI stützt, gerieten die Krisenproteste bereits kurz nach den ersten Aktionen im Herbst 2011 ins Visier der Fahnder. Diese hätten ihre Aktivitäten mit der Befürchtung begründet, in der...

Fabian Lambeck

Alles muss raus!

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat ein Positionspapier erarbeitet, das offenbar den beschleunigten Verkauf von Staatsbeteiligungen empfiehlt. Zudem plädiert der FDP-Vorsitzende darin für flexiblere Arbeitsverträge und wendet sich strikt gegen Mindestlöhne.

Christoph Nitz, Hamburg

Hacker-Treffen im Plüsch der 1970er Jahre

In Hamburg hat am Donnerstag das größte jährliche Hackertreffen in Europa begonnen – nachdenklich und politisch. Die Veranstaltung trägt den Titel »Not my department« (»Nicht mein Fachgebiet«) – eine Anspielung auf die Neigung von Technikern, sich nicht um Verantwortung und Konsequenzen ihres Handelns zu kümmern.

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ndPlusJörg Meyer

Schwarz-Gelb gegen Hilfsfonds

Die schwarz-gelben Koalitionsfraktionen sprachen sich im Bundestag gegen ein neues EU-Hilfsprogramm für Arme innerhalb der Union aus. LINKE und SPD stimmten gegen Schwarz-Gelb, die Grünen enthielten sich. Einfache Antworten gibt es in der Debatte jedoch nicht.

Kein EU-Geld mehr für Arme?

Nahrungsmittelhilfen konterkarieren ein funktionierendes Sozialsystem, sagen die Einen. Die EU-Mitgliedstaaten schaffen es nicht, ihre Ärmsten zu versorgen, sagen die Anderen. Ein Verordnungsvorschlag der Kommission sorgt für Zoff. Bis zum gestrigen Mittwoch mussten sich die EU-Staaten entscheiden: entweder für die Hilfen oder dagegen.

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Es wäre eine Katastrophe...

Vor dem Hintergrund massiver Drohungen Israels gegenüber dem Iran warnt BAHMAN NIRUMAND vor den Gefahren für den Weltfrieden. In seiner soeben erschienenen Studie »Iran. Israel. Krieg« (Verlag Klaus Wagenbach, 112 S., br., 9,90 €) sucht er sachlich und kritisch nach den Gründen für die vorgebliche Feindschaft. Mit Bahman Nirumand sprach für »nd« ADELBERT REIF.

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Neuer Anlauf

Es war kein gutes Jahr für die internationale Abrüstungspolitik. Zu den Enttäuschungen gehörte auch das Scheitern eines ersten globalen Waffenhandelsabkommens im Sommer trotz jahrelanger Vorbereitungen und der weltweit täglich 2000 Toten durch den Gebrauch von Handfeuerwaffen. Nach vier Wochen der zähen Verhandlungen ging die UN-Konferenz über einen Kontrollvertrag im Juli ohne Ergebnisse zu Ende....

Platzhirsch Gott

Wir«, erklärte Benedikt XVI. am Heiligen Abend, »sind mit uns selbst vollgestellt, so dass kein Raum für Gott bleibt. Und deshalb gibt es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden.« Eine ebenso harsche wie überraschende Selbstkritik, die der deutsche Papst da ausgerechnet zu Weihnachten den Gläubigen verkündete. Oder nicht? Leider war Joseph Ratzingers vermeintlic...

Butter bei die Fische

Der Widerstand gegen die von Kommission und Parlament gewünschte EU-Verordnung für ein neues Nahrungsmittelhilfsprogramm zeugt von blankem Zynismus. Für Bankenrettungen werden Milliarden zur Verfügung gestellt, doch am Essen für Arme scheitert es. Das moralische Argument drängt sich am aktuellen Beispiel geradezu auf. Doch bei genauerem Hinsehen trägt es nicht. Sicherlich muss Menschen, die in Kri...

Andrea Klingsieck

Mutig

Der Bürgermeisterin der Pariser Vorstadt Saint-Ouen, Jacqueline Rouillon, wurde kurz vor Weihnachten von Wohnungsbauministerin Cécile Duflot der Orden eines Ritters der französischen Ehrenlegion verliehen. Damit soll die mutige Politik der Kommunalpolitikerin gewürdigt werden, die seit mehr als sechs Jahren erfolgreich versucht, die Immobilienspekulation in ihrer Stadt einzudämmen. Rouillon wa...

Das große Klimablabla
ndPlusErnst Röhl

Das große Klimablabla

Im Unterschied zum Leistungsempfänger erfüllt der Leistungsträger sich öfter mal einen sauteuren Herzenswunsch. Das englische Wurschtblatt »Sun« druckte einen Schnappschuss des Fußballprofis Liam Ridgewell, der bei seinem Verein Westbromwich Albion jede Woche 20 000 Pfund einsackt. Das Foto zeigt ihn, wie er mit runtergelassenen Hosen auf dem Klosett hockt und sich den, sagen wir, Hintern mit eine...

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Ulrike Henning

Pillen-Vorrat kostet mehr

Immer häufiger kommt es zu Problemen mit dem Medikamentennachschub. Der Vorwurf an die Hersteller: Künstliche Verknappung.

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Blockaden in Dresden und Magdeburg

In Dresden und in Magdeburg gehen die Vorbereitungen auf Proteste gegen große Naziaufmärsche in die heiße Phase. In beiden Städten versucht die rechte Szene, das Gedenken an Kriegszerstörungen zu vereinnahmen. Dem wollen sich Nazigegner mit unterschiedlichen Protestformen entgegen stellen. In Magdeburg, wo zuletzt regelmäßig über 1000 Nazis marschierten, wird für den 12. Januar mobilisiert. Ein br...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Notruf im »Eskalationsgebiet«

Die juristische Aufarbeitung der Antinazi-Proteste in Dresden vom Februar 2011 dauert an. Ermittelt wird auch gegen einen Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der einer verletzten Demonstrantin Hilfe verweigerten.

ndPlusChristoph Nitz

Wer kann deine Inhalte sehen?

Materielle Interessen gegen Schutzrechte der Verbraucher – Facebook sammelt fleißig Daten seiner Millionen Nutzer und versucht, diese möglichst gewinnbringend zu versilbern. Nach Kritik von Datenschützern gibt sich die Datenkrake zum Jahresende scheinbar einsichtig und besorgt.

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Vertrag zum Waffenhandel im Visier

New York (dpa/nd). Die Vereinten Nationen starten einen neuen Anlauf für ein weltweites Abkommen zum Waffenhandel. Nachdem ein solcher Vertrag auf einer Konferenz im Juli zunächst geplatzt war, soll nun im März ein neues Treffen stattfinden, entschied die Vollversammlung am Montagabend (Ortszeit) in New York mit breiter Mehrheit. Dabei soll erneut versucht werden, die internationale Gemeinschaft a...

NATO-Staaten heiß auf neuen Krieg

Mehrere NATO-Staaten wollen laut einem Zeitungsbericht ein militärisches Eingreifen in Syrien vorantreiben. Derweil bemüht sich der Sondergesandte Brahimi in Damaskus erneut um eine Verhandlungslösung.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Russisches Oberhaus für Adoptionsstopp

Nach der Duma in der Vorwoche stimmte am Mittwoch auch das Moskauer Oberhaus für einen Adoptionsstopp russischer Waisenkinder durch Pflegeeltern in den USA.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Kuba sucht seinen eigenen Weg

Das Resümee des Jahres 2012, das Kubas Parlament während der letzten Tagung seiner 7. Legislaturperiode gezogen hat, war gemäßigt optimistisch. Fast in allen Bereichen gab es Wachstum gegenüber 2011, obgleich fast überall die Planziele nicht erreicht wurden.

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Anke Stefan, Athen

Griechenland in der Dauerkrise

Gleich mehrfach wurde Griechenland auch im dritten Jahr der Krise vor dem Staatsbankrott gerettet. Ein Hilfskredit folgte dem nächsten. Proteste und Generalstreiks gegen die radikale Kürzungspolitik der Regierung werden wohl auch im neuen Jahr nicht abebben.

ndPlusOlaf Standke

Keine Reform am East River

Zum Jahreswechsel scheidet Deutschland nach zweijähriger Mitgliedschaft aus dem Weltsicherheitsrat aus. Bundesaußenminister Westerwelle drängte in seiner Bilanz erneut auf die Reform des mächtigsten UN-Gremiums - und hofft weiter auf einen dauerhaften Sitz im Rat.

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ndPlusReimar Paul

Kein Geld für Endlager-Alternativen

Die Atomlobby will offenbar an Gorleben als Endlager festhalten. An der Suche nach einem Ersatzstandort wollen die Energieunternehmen sich vorerst nicht beteiligen.

Roland Bunzenthal

Pleite ist nicht gleich Pleite

Für 2013 rechnen Beratungsfirmen wegen der schwachen Konjunktur mit einem spürbaren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Im zu Ende gehenden Jahr gab es hingegen einen Rückgang - auf rund 29 000. Für Schlagzeilen sorgen häufig nur Großpleiten, doch meist trifft es kleine und mittelständische Unternehmen.

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Lavinia Wilson

Die Schauspielerin mit deutscher Mutter und US-amerikanischem Vater wurde am 8. März 1980 in München geboren. Bereits im Alter von elf Jahren gab sie ihr Filmdebüt, in Sherry Hormanns »Leise Schatten«. Seitdem hat sie in etwa fünfzig TV- und Kinoproduktionen gespielt und sich mit unterschiedlichsten Charakteren als vielseitige Darstellerin ausgewiesen - jetzt ist sie als Anwältin für Ausländerrech...

Caroline M. Buck

Moonwalk im Ruhrpott

Unter den deutschen Dokumentarfilmern hat Thomas Riedelsheimer ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal: Er kann aus hochglanzalbumschönen Bildern einen inhaltlichen Mehrwert schöpfen, der sich im Leben des Betrachters endlos fortsetzt. Besonders nachdrücklich gelingt das Riedelsheimer jedes Mal dann, wenn seine Filme von den Werken bildender Künstler handeln, die ihre Installationen inmitten der...

ndPlusMarion Pietrzok

Das Schöne: das Wahre

Den Namen Richard Parker - man wird ihn nicht so leicht vergessen. Es ist einem hinterher egal, dass die Namensgebung für das Tier, einen bengalischen Tiger, eine Anspielung auf Edgar Allen Poes Schiffsbruchsgeschichte mit dem Überlebenden namens Richard Parker sein soll. Und egal, dass dessen Hund »Tiger« heißt. Richard Parker: Er ist die beeindruckendste Großkatze der Filmgeschichte, mit (du...

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»Neubau allein löst die Probleme nicht«

»Neubau allein löst die Probleme nicht«

Reiner Wild ist seit Ende 2009 Geschäftsführer des Berliner Mietervereins. Sein Engagement für Mieter begann in der Stadtteilarbeit, seit 1981 ist der studierte Soziologe bei der mit derzeit 150 000 Mitgliedern größten Mieterorganisation Deutschlands beschäftigt. Über die Wohnungs- und Mietenpolitik in Berlin sprach mit dem 58-Jährigen nd-Redakteur Bernd Kammer.

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Wowereit verteidigt Umzug

(dpa). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat den geplanten Umzug des Stadtmuseums in die Räume der Landesbibliothek an der Breiten Straße verteidigt. »Das ist eine gute und vernünftige Lösung. Das Stadtmuseum rückt damit ins Zentrum der Stadt«, sagte Wowereit. Bisher hat die Stiftung Stadtmuseum ihr Haupthaus im Märkischen Museum. Zum überraschenden Verzicht auf das benachbarte M...

Sarah Liebigt

Faust und Mephisto an der Strippe

»Das also war des Pudels Kern!«; »Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält.«; »Oh, Heinrich mir graut vor dir!« - Faust in 60 Minuten, alle wichtigen Zitate werden gesagt, rezitiert, gebrüllt, gesäuselt (Gretchen). Faust: ein Ein-Mann-Stück. Ein Mann lässt die Puppen tanzen. Die das Theaterstück beim Wort nehmende Vorstellung, dass Goethes gequälter Doktor Faustus selbstgeschnitzte...

Antje Rößler

Indien in Paris

Indien war vor hundert Jahren hierzulande große Mode. Die ersten Yogis kamen in die westliche Welt; europäische Gelehrte vertieften sich in alte Sanskrit-Schriften. Und das Massenpublikum ergötzte sich an Stummfilmen à la »Der Tiger von Eschnapur«. Auf diesen Zug sprang auch der Komponist Emmerich Kálmán, dessen 1921 uraufgeführte Operette »Die Bajadere« von einem indischen Prinzen handelt. Dieser...

ndPlusTom Mustroph

Reise zum Ursprung des Geldes

Gewöhnlich bestaunen Griechenlandtouristen die Heiligtümer der Akropolis. Das Künstlerduo Anja Kirschner und David Panos ist dorthin gegangen, wo der negative Abdruck des Parthenons zu sehen ist - in die Silberminen von Lavreotiki. Das dort im Altertum geschürfte und in Münzen verwandelte Metall ermöglichte erst den Bau der herrlichen Tempelanlagen. Kirschner und Panos nehmen den Besucher der Gale...

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Mehr als 100 Drogentote

(dpa). Die Zahl der Drogentoten in Berlin ist nach der rückläufigen Tendenz seit 2005 in diesem Jahr fast konstant geblieben: Insgesamt starben bis Ende November in der Hauptstadt 104 Menschen an Drogen, im Vorjahreszeitraum waren es 103. Die bislang jüngste Drogentote - und das einzige minderjährige Opfer - war 2012 ein 16-jähriges Mädchen. Als Ältester starb ein 89-jähriger Mann. Das berichtete ...

Wowereit will Regierender bleiben

(dpa). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will trotz des Flughafendesasters und seines massiven Popularitätsabsturzes bis 2016 im Amt bleiben. »Ich bin gerade erst gewählt worden als Regierender Bürgermeister für fünf Jahre und das gilt«, sagte Wowereit der Nachrichtenagentur dpa. Der 59-Jährige war am 24. November 2011 zum dritten Mal vom Parlament in seinem Amt bestätigt word...

Jutta Schütz, dpa

Sozialgericht: Keine Entwarnung

(Der Aktenberg an Deutschlands größtem Sozialgericht in Berlin wird nicht kleiner. »Wir sind ein effizient arbeitendes Gericht, doch die Flut an Hartz-IV-Klagen ebbt nicht wesentlich ab«, sagte Richter Marcus Howe. Bis Ende Dezember werde dieses Jahr mit etwa 29 000 Klagen zur Arbeitsmarktreform gerechnet - 2011 waren es ebenso viele. »Wir müssten das Gericht für ein Jahr schließen, um die Klagen ...

Cordula Dieckmann, dpa

Gedenken ohne Kinderarbeit

Der Gang ans Grab eines geliebten Menschen ist schmerzlich. Damit das Gedenken nicht getrübt wird, wollen viele Kommunen in Bayern auf ihren Friedhöfen saubere Grabsteine, die ohne Kinderarbeit entstanden sind.

Teure Wende zum Besseren

Teure Wende zum Besseren

Sachsen-Anhalt hat Korrekturen bei der Kinderbetreuung beschlossen. Über die Folgen sprach »nd«-Landeskorrespondent Hendrik Lasch mit Hans-Werner Brüning. Der LINKE-Politiker ist seit 2008 Beigeordneter für Soziales in der Landeshauptstadt Magdeburg.

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Ostbahnhalte bleiben

Potsdam (dpa). Auf der Ostbahn zwischen Berlin-Lichtenberg und dem polnischen Kostrzyn (Küstrin) gibt es derzeit keine konkreten Pläne zur Schließung von Haltestellen. Das Land prüfe ergebnisoffen alle schwach frequentierten Stationen in Brandenburg, sagte Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Die CDU-Abgeordnete Beate Blechinger hatte in ihrer...

Attacke auf Reisenden

Zossen (dpa). Ohne erkennbaren Grund ist am Heiligabend ein 26-jähriger Berliner in einem Regionalexpresszug im Landkreis Teltow-Fläming angegriffen und dabei schwer verletzt worden. Am Bahnhof Rangsdorf sei ein 51 Jahre alter Mann zugestiegen, habe zunächst im Abteil des Berliners Platz genommen, sei dann auf ihn zugegangen und habe ihm plötzlich mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, teilte d...

Zweckverbände erhielten Millionen

Potsdam (dpa). Für finanziell angeschlagene Wasser- und Abwasserzweckverbände hat das Land Brandenburg seit 1995 fast 227 Millionen Euro ausgereicht. Zum Jahresende läuft der 1999 ins Leben gerufene Schuldenmanagementfonds aus, der die Verbände bis jetzt mit gut 188 Millionen Euro unterstützte. Dazu kommen insgesamt 38,5 Millionen Euro aus dem von 1995 bis 1998 bestehenden Liquiditätssicherungsfon...

Zentrale NS-Stelle wird noch gebraucht

Die Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen ist auch knapp 70 Jahre nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus gut ausgelastet. »Ich gehe deswegen davon aus, dass eine Schließung der NS-Stelle in den nächsten Jahren nicht in Betracht kommt«, sagte der Leiter der weltweit größten NS-Fahndungsstelle, Kurt Schrimm.

Marion van der Kraats, dpa

Erinnerungskultur gerät ins Stocken

Sie erinnern an die Gräueltaten der Nazis - im Westen wie im Osten. Doch ihre Entwicklung weist große Unterschiede auf. Die Bilanz von Historiker Günter Morsch fällt deshalb eher gemischt aus.

Dem Moor eine Zukunft geben

nd: Durch den Kauf eines sogenannter Moorfutures kann man jetzt in Brandenburg die Renaturierung von Mooren unterstützen. Ein Moorfuture, was ist das?Tack: Moorfutures stehen für Investitionen im Klima- und Naturschutz. Mit Moorfutures haben Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Mit dem Kauf eines Moorfutures wird ein Äquivalent für eine Tonne...

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Volker Braun

Inbesitznahme der großen Rolltreppe durch die Medellíner Slumbewohner

Ich höre, in der berüchtigten Stadt MedellínWo die unermeßliche Armut kilometerweit ausschwärtLieß der Bürgermeister in der unbetretbarenComuna 13Eine gigantische Rolltreppe bauen für sage und schreibe 5 MillionenUm dem fußgängerischen Pack da obenIn der dünnen LuftDas Treppensteigen zu ersparen. Den 12 000Hochgeborenen wurde ein Teppich ausgerolltAuf ihren stinkenden Steilhang, die Hölle genanntA...

ndPlusHans-Dieter Schütt

So's denn ins Rollen käme

Heute vor einem Jahr ging sie in Betrieb, die gigantische Rolltreppe im kolumbianischen Medellín: der moderne Aufstieg ins Elend der Armenviertel. Als sei dies, eine unendliche Erleichterung, nun endlich die Befreiung. Der Fußweg entsprach bislang dem Aufstieg in den 28. Stock eines Hauses und dauerte eine halbe Stunde. Nun benötigen Bewohner für die 384 Meter lange Fahrt nur noch knapp sechs Minu...

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Aus!

Nach fast 80 Jahren hat das US-Magazin »Newsweek« seine Printausgabe eingestellt. Am Montag erschien die letzte Ausgabe der legendären Zeitschrift an den Kiosken: Auf dem Titelbild prangte eine alte Luftaufnahme des Verlagshauses in Manhattan, dazu die wie eine Twitter-Nachricht gestaltete Aufschrift LASTPRINTISSUE - die letzte Printausgabe. Sie erinnert knapp und ironisch daran, dass das Nachrich...

Hans-Dieter Schütt

Ein Baum. Was soll das?!

Der Herr dort, zwischen den Etagen mit Aufstieg befasst, hat den Baum entdeckt. Schon hat er zum Handy gegriffen. Was soll das da?! Wo schon innerhalb der kalten Geometrie nichts Natürliches erlaubt ist, da möge doch von außen nichts Urwüchsiges herandrängen: Wir haben ein Recht, ungestört im sauberen Elend zu bleiben. Im Elend, freiwillig auf den emotionalen Einklang mit gebauter Welt zu verzicht...

Walter Kaufmann

Black and white unite!

Von einer Angela Davis hatten die beiden jungen Männer nie gehört, dabei stammten sie aus New York, waren gescheite und politisch wache Studenten. Würden auch deutsche Studenten bei dieser Frage passen? In jüngsten Jahren war Angela Davis mehrfach in Deutschland aufgetreten - bei Protestveranstaltungen gegen die Todesstrafe oder die prison industry in den USA, die hohe Profite durch immer neue Sch...

ndPlusIrene Constantin

Hinter Fassaden

Giuseppe Verdis neapolitanischer Opernauftrag von 1856 stand unter keinem guten Stern. Die Librettosuche war langwierig, bis die Entscheidung für Eugen Scribes »Gustav III. ou le bal masque« fiel. Daniel François Esprit Aubert hatte das Stück schon einmal vertont, aber das störte Verdi weniger, als dass die Zensur verlangte, Ort, Zeit und Personen der Handlung zu verändern. Kein Mord an einem echt...

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Irmtraud Gutschke

Der Gärtner war es nicht

Die arme Louise! Ist krank, ängstigt sich zu Tode, weil die Gräfin von Plötzkau, ihre Zimmernachbarin in der Klinik des Dr. Lutze, plötzlich zu Tode kam. Und ihr Mann, der Freiherr von Eichendorff, ist sofort dermaßen vom Fall der »verschwundenen Gräfin« gepackt, dass er für seine Frau kaum einen Gedanken hat. Gerade mal, dass er ihr ausrichten lässt, sie möge »die Klinik des Doktors verlassen und...

Sabine Neubert

Bettler, Gauner, Huren

Tom Finnek hat für diesen seinen zweiten London-Roman wieder einen Ort und eine historische Epoche gewählt, von der wir wenig wissen und in die wir mit Spannung eintauchen, zumal er das Ganze mit einem leicht verdaulichen Brocken Kulturgeschichte der besonderen Art unterfüttert. Er nimmt die Leser mit in das London des Jahres 1724 und dort in die dunklen, dreckigen Elendsviertel, wo Gaunerei, Pros...

ndPlusAntje Stiebitz

Neugier und Neid

Jahrzehntelang bleibt der kauzige Experte für Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts glücklos. Doch dann findet er im Schlamm einer Kläranlage einen Schatz. Einen Schriftbogen des stummen Druckers Leopold, der von dem Phantom zeugt, das der Wissenschaftler so verzweifelt jagt: dem Maler Silvio Schwarz. - So tauchen wir ein in die Epoche des Barock. In der Malerei war es die Zeit der scharfen Kontr...

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ndPlusMax Haase

Gemenschelt

Endlich, mögen viele jetzt denken, ist Joachim Löw zur Besinnung gekommen. In einem Interview, in dem der Bundestrainer jüngst Bilanz ziehen sollte, hat er ausgerechnet zum Fest der Besinnlichkeit zugegeben, dass ihm in diesem Jahr Fehler unterlaufen sind. Vor allem mit Blick auf das verlorene EM-Halfinale. Löw sagte: »Mit dem Wissen von heute würde ich gegen Italien wahrscheinlich eine andere Auf...

Christoph Ruf

Spiel der Superlative

Ganz am Ende ist auch noch Manfred Amerell gestorben. Für großen medialen Auftrieb hat diese Nachricht nicht mehr gesorgt. Sei es, weil das Schicksal des ehemaligen Referees schon im Jahr zuvor breit verhandelt wurde. Sei es, weil wir Journalisten 2012 schon so viel Erregung in unsere Texte gepresst hatten, dass am Schluss nichts mehr an Emotion übrig blieb. Pulver verschossen. Zum Beispiel für...

Stefan Mentschel, Imphal

Die Wiege des modernen Polos

Manipur im Nordosten Indiens gilt als Wiege des modernen Polo-Sports. Die Engländer hatten ihn dort Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Nach Jahrzehnten des Niedergangs geht es mit dem Reiterspiel in der Region inzwischen wieder aufwärts. Beleg dafür ist auch ein hochgradig besetztes internationales Turnier.

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Tödliche Kälte

Dutzende Tote und Hunderte Verletzte: Die eisigsten Dezemberfröste seit einem halben Jahrhundert fordern in Russland etliche Kälteopfer. Langsam wird es vor allem im Westen des Riesenreiches milder. Die Behörden warnen gerade deshalb aber vor neuen Gefahren.

ndPlusKathrin Streckenbach, dpa

Schneller Kick, kurzes Glück

Kaufen als Zwang, nicht zur Bedarfsdeckung: Nach einer aktuellen Studie ist die Zahl der Konsumsüchtigen in Deutschland gestiegen. Frauen seien davon stärker betroffen als Männer, sagen Forscher und konstatieren einen deutlich Anstieg im Osten.