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Unten links

Der freiwillige Dienst hat, im Vergleich zur Sklaverei, den Vorteil, dass man sich seinen Dienstherren (oder seine Dienstfrau oder das Dienstgott) selbst aussuchen kann. So wenig wie der Sklave darf sich der freiwillige Diener aber aussuchen, wie viel er ver-dient. Ärgerlich ist das gerade für jene Menschen, die sich dem Wohl der Allgemeinheit andienen; Peer Steinbrück wies darauf hin: Der Staat i...

Ansichtssache

Einen deutschen Wirtschaftsminister zufriedenzustellen, ist mitunter nicht ganz einfach, aber die aktuellen Erwerbslosenzahlen schafften es dennoch. Dass diese sich nämlich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Dezember nur leicht erhöht hätten, steigere die Chancen der deutschen Wirtschaft, die gegenwärtige Schwächephase bald wieder hinter sich zu lassen, ließ Philipp Rösler...

China ist Spitze

Chinas Wirtschaft kennt nur eine Richtung: bergauf. Die 1,35 Milliarden Menschen des bevölkerungsreichsten Landes der Welt werden dieses Jahr mehr Autos produzieren als alle europäischen Staaten zusammen. Während in Europa die Produktion auf Grund der Krise von 18,9 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr auf 18,3 Millionen in 2013 zurückgehen wird, schnellt sie in China von 17,8 Millionen auf 19,6 Millionen in die Höhe.

ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Verzweiflungstat in Malaga

Im südspanischen Malaga hat sich ein 57-jähriger arbeitsloser Vater mehrerer Kinder am Mittwochabend mit Benzin übergossen und angezündet, weil es ihm an Geld für Lebensmittel zur Ernährung seiner Familie fehlte.

ndPlusFabian Lambeck

Frauen in der Minijobfalle

Gerade erst trat die Reform der Minijobs in Kraft, da zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung: In einigen Landkreisen ist jede dritte Arbeitsstelle ein solcher 400-Euro-Job. Insbesondere in der westdeutschen Provinz boomt die geringfügige Beschäftigung - vor allem bei Frauen. Dies hat nicht zuletzt historische Ursachen.

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Völkermord in Namibia

Das heutige Namibia war als Deutsch-Südwestafrika von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie. Ab 1904 bekämpften die deutschen Truppen mit Waffengewalt den Widerstand der Herero. Später nahmen auch die Nama, die im Süden des Landes lebten und von den Deutschen als »Hottentotten« bezeichnet wurden, den Kampf gegen die Kolonialisten auf. Für eine klare Mehrheit der Historiker ist klar: Der Krieg gegen Herer...

ndPlusMartin Ling

Deutschland verweigert die Verantwortung

Unter Historikern gibt es wenig Zweifel: Der Kolonialkrieg gegen die Herero und Nama war Völkermord. Bundesregierungen egal welcher Couleur weigern sich indes, das anzuerkennen, um Reparationsforderungen auszuweichen. Im Bundestag wird immer wieder darüber debattiert: Zuletzt wurde im März 2012 ein Antrag der LINKEN abgelehnt.

»Wiedergutmachung ist nötig«

»Wiedergutmachung ist nötig«

Der Völkermord deutscher Truppen an Herero und Nama im Zuge des Kolonialkriegs in Deutsch-Südwestafrika von 1904 bis 1907 ist nach wie vor ungesühnt. Für 2013 planen die Nama gemeinsam mit der Mehrheitsströmung der Hereros unter Häuptling Riruako einen mehrere hundert Kilometer langen Protestmarsch. Das namibische Parlament verlangte 2006 in einer einstimmig angenommenen Erklärung Wiedergutmachung für den Völkermord. Die Bundesregierung lehnt das seit jeher ab, der Bundestag in seiner Mehrheit ebenso.

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ndPlusChristine Wiid, INKOTA

Die berühmte Zwiebel aus Nore

In Mosambik setzt ein Verein aus Kleinbauern große Erwartungen in die Zukunft ihrer Gemüseernte. Die Zwiebelzucht läuft gut, aber ein ordentliches Bewässerungssystem würde vieles einfacher machen.

Ralf Klingsieck, Paris

Improvisation als Lebensprinzip

Die südfranzösische Hafenstadt Marseille ist zusammen mit Aix-en-Provence und Arles sowie mehreren Dutzend umliegender Orte Europäische Kulturhauptstadt 2013. Dieser ehrenvolle Titel, den in diesem Jahr auch die slowakische Stadt Kosice trägt, war 1985 von der Europäische Union ins Leben gerufen worden.

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Trinkgeld

Skepsis gegenüber Europa - gewöhnlich wird der in kindlicher Furcht zögernde EU-Bürger schnell beruhigt. Europa sei die Grundlage unseres Wohlstands, wird dann gern gesagt. Wer Stabilität wünscht, müsse Europa wollen. Doch dann kommt solcher Grusel ans Tageslicht: Die EU-Kommission plant eine Richtlinie zur Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung. Was hier beinahe klandestin vorbereitet w...

Krise und Widerstand

Mit neuem Schwung wollen das Netzwerk Attac und seine Verbündeten in das neue Jahr gehen, um die Proteste gegen die herrschende Form der Krisenbewältigung zu intensivieren. Dies ist auch bitter nötig, denn im Kampf um die Deutungshoheit über die Ursachen der Eurokrise und die notwendigen Konsequenzen daraus befinden sich antikapitalistische Bewegungen hierzulande eindeutig in der Defensive. Das »K...

Abgekartet

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon«, verkündete Jesus einst in der Bergpredigt. Nun, die abendländische Kirche zeigte jahrhundertelang, dass eine solche Doppeldienerschaft bestens funktioniert. Bis Silvester 2012. Seit Neujahr ist nämlich auf dem Gebiet des Vatikans der Zahlungsverkehr mit EC- und Kreditkarten blockiert. Der HERR hatte wohl genug der losen Lotterei. Mit Blick a...

Marlene Göring

Der Latente

Horst Risse hat es geschafft. Bis ganz nach oben. Seit zwei Tagen ist der Bonner Direktor des Deutschen Bundestags in Berlin. Er ist damit der höchste Beamte der Bundestagsverwaltung. Bloß gemerkt hat es keiner. Denn leider ist das ein Posten, der wenig repräsentativ ist. Kaum jemand hat schon von Hans Troßmann, Helmut Schellknecht oder den anderen sieben Bundestagsdirektoren in der Geschichte ...

Mehr Kontrolle?

nd: Herr Dietrich, die Überprüfung eines Transplantationszentrums in Leipzig hat vor einigen Tagen erwiesen, dass Patienten bei der Vergabe von Spenderlebern durch Datenmanipulationen bevorzugt wurden. Muss die staatliche Kontrolle verstärkt werden?Dietrich: In die jetzigen Prüf- und Überwachungskommissionen sind außer der Bundesärztekammer bereits die Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverban...

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Halbierung gefordert

Leipzig (dpa/nd). Die Organspende-Affäre am Universitätsklinikum Leipzig hat die Debatte um das deutsche Transplantationssystem neu befeuert. Patientenschützer fordern, die Zahl der 47 Transplantationszentren in Deutschland zu halbieren. Auch der medizinische Vorstand der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Günter Kirste, sagte: »Es muss in den Transplantationszentren ganz heftig was ges...

Jörg Meyer

Die Schere öffnet sich

Die Entwicklung von Bruttolöhnen und Gewinn- und Vermögenseinkommen geht laut einer Studie des IAQ seit 1995 immer weiter auseinander. Der Grund: Die Hartz-Gesetze, Tarifflucht und Löhne. die dadurch unter Druck stehen.

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SPD für harte Gangart gegen Krisenbanken

Die SPD fordert ein schärferes Vorgehen gegen krisengeschüttelte Banken bis hin zu einer Schließung von Geldinstitituten. »Banken und Finanzinstitute müssen in ihre Verantwortung gezwungen oder geschlossen werden - kein Risiko mehr ohne Haftung«, sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding.

Fehler zugeben und korrigieren

Josef Bauer ist Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Rehabilitation (BDH). Dieser setzt sich für die Rechte neurologischer Patienten ein. Bauer und viele seiner Kollegen bei Sozialorganisationen, aber auch unter Politikern, kritisieren die neuen GEZ-Regelungen als weltfremd und beschämend. Denn seit Jahresbeginn müssen auch Menschen Rundfunkgebühren zahlen, die bis zu 95 ihrer Seh- oder 85 Prozent ihrer Hörkraft verloren haben. Mit ihm sprach Marlene Göring.

Hendrik Lasch, Dresden

Ausschreibung nicht erfüllt

In Sachsen schwelt der Streit um ein neues Vergabegesetz weiter. Zwar hat die Koalition einen Entwurf vorgelegt, doch Gewerkschaften und Opposition bleiben unzufrieden und halten an einem eigenen Entwurf fest.

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Anklage in Indien gegen Vergewaltiger

Delhi (epd/nd). Wegen der tödlichen Vergewaltigung einer jungen Frau ist am Donnerstag in Indien Anklage gegen fünf Männer erhoben worden. Die zuständige Polizeibehörde in Delhi will die Todesstrafe fordern, die in Indien laut Verfassung immer noch »bei besonders grausamen und seltenen Verbrechen« verhängt werden kann. Ein sechster Verdächtigter soll erst 17 Jahre alt sein und dürfte daher vor ein...

Nahostgespräche verlangt

Die US-Regierung hat Israelis und Palästinenser zur Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche im neuen Jahr aufgefordert.

Kämpfe kontra Kachin

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Luftangriffe der myanmarischen Armee gegen die Rebellen der Kachin-Minderheit verurteilt.

Wer »AAA« sagt, kann auch »AA« sagen

Mit der Unterschrift des Präsidenten ist der mühsam errungene US-Haushaltskompromiss unter Dach und Fach. Die größte Herausforderung kommt aber erst noch: der Abbau des gewaltigen Schuldenberges.

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Dem Taschenbuch entwachsen

Warum Nachschlagewerke überarbeitet werden müssen, um dem Besitzer laufend Anlass zu geben, sie zu benutzen, beweist die neue Ausgabe des »Taschenbuchs des Öffentlichen Lebens - Europa und internationale Zusammenschlüsse 2012/2013«. Wieder werden in dem kurz »Europa-Oeckl« genannten Verzeichnis tausende Institutionen und Personen mit ihren Kommunikationsdaten in deutscher und englischer Sprache au...

ndPlusPeter Nowak

Fotografischer Blick auf die Krise

Bittere Jahre erlebt nicht nur Europa in seiner jetzigen Krise. Fotografien von Menschen in den USA während der großen Depression verdeutlichen die Gefahr sozialer Leiden.

Kay Wagner, Brüssel

Ein Straßen-Mautsystem für alle

Die EU-Kommission will Vorschläge für europaweit einheitliche Mautsysteme für Pkw und Lkw in diesem Jahr veröffentlichen. Neben viel Zustimmung gibt es auch Warnungen: Gerade die Pkw-Maut dürfe nicht zur Abzocke führen.

ndPlusAnna Maldini

Sterben verboten

In den Tagen vor Weihnachten erreichte unsere Italien-Korrespondentin Anna Maldini ein Schreiben mit der Überschrift: »Lampedusa: sterben verboten«. Es handelt sich um einen Offenen Brief, den Giusi Nicolini, die junge Bürgermeisterin der Insel zwischen Sizilien und Libyen, geschrieben hat. Er war an niemand Besonderes adressiert, hatte aber doch einen Adressaten: uns Europäer!

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ndPlusRainer Balcerowiak

Widerstand und »Umfairteilung«

In Berlin blickte das globalisierungskritische Netzwerk Attac am Donnerstag zurück auf das Jahr 2012 und kündigte für 2013 neue Proteste an.

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China in Fakten

China boomt wie kein anderes Land auf der Welt. Analysten gehen davon aus, dass die Volksrepublik dieses Jahr erstmals mehr Autos als ganz Europa zusammen produzieren wird.

Hermannus Pfeiffer

China trifft Aldi

Für chinesische Unternehmen ist Deutschland einer der attraktivsten Investitionsstandorte weltweit.

ndPlusGeorg Ackermann, Singapur

Renminbi statt Dollar

Peking setzt verstärkt seine Strategie um, den Renminbi zur Alternative zum Dollar zu machen. Gezielt werden Märkte für den Handel mit der chinesischen Währung aufgebaut.

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Rotes Kreuz feiert Jubiläum

(epd). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beginnt am 13. Januar in Berlin sein Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen. Zum Auftakt wollen bis zu 1000 Freiwillige, Hauptamtliche und prominente Unterstützer aus ganz Deutschland an dem Tag ein großes rotes Kreuz vor dem Brandenburger Tor bilden, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin mit. An der Aktion wollen auch DRK-Präsident Rudolf Seite...

Mehr Salafisten in der Stadt

(dpa). In Berlin ist die Zahl gewaltbereiter Islamisten nach Einschätzung des Verfassungsschutzes gestiegen. Während bislang von 100 gewaltorientierten Salafisten ausgegangen wurde, sei diese Zahl nun auf das Doppelte gestiegen, sagte der kommissarische Chef des Verfassungsschutzes, Bernd Palenda, der »Berliner Zeitung«. Die Zahl der Salafisten habe sich von etwa 300 auf etwa 400 erhöht. Palend...

Integrationsbeauftragte kündigt neues Konzept an

(epd). Die neue Berliner Integrationsbeauftragte Monika Lüke will die gesellschaftliche Beteiligung von Zuwanderern durch ein neues Konzept vorantreiben. So müsse unter anderem dringend auf die Bedürfnisse der älteren Migranten eingegangen werden, deren Zahl stetig steige, sagte Lüke der Berliner »tageszeitung«. Daher sei es sinnvoll, ein Partizipationskonzept zu entwickeln. »Wichtig ist mir, I...

Sozialamt zahlt jede zehnte Bestattung

(epd). In Berlin erhalten jährlich rund 3000 Menschen eine Sozialbestattung, weil die Verstorbenen oder ihre Angehörigen nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Jede zehnte Bestattung werde so vom Sozialamt bezahlt, berichtete die »Berliner Morgenpost«. Damit liege der Anteil der Sozialbestattungen in Berlin bezogen auf die Einwohnerzahl mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschn...

Teure Hauptstadt

(dpa). Für die Berliner hat sich das Leben 2012 überdurchschnittlich stark verteuert. Die Verbraucherpreise in der Bundeshauptstadt stiegen im Jahresmittel um 2,4 Prozent, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte. Deutschlandweit lag die Inflationsrate lediglich bei 2,0 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel und Heizöl sowie die Wohnungsmieten seien in Berlin stärker ge...

Arbeitslosigkeit auf Tiefstand

(dpa). Die Arbeitslosigkeit in Berlin war im vergangenen Monat so niedrig wie seit 19 Jahren nicht in einem Dezember. Mit einer Quote von 11,6 Prozent gab das Land die rote Laterne in der Arbeitslosenstatistik an Mecklenburg-Vorpommern ab. Bundesweit lag die Quote bei 6,7 Prozent. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, waren im Dezember 205 231 Menschen ...

Bäume und Häuser

Mit ihrer spektakulären Aktion haben uns die Baumschützer von Robin Wood daran erinnert, dass in wenigen Wochen das nächste umstrittene Verkehrsprojekt Berlins starten wird. Dem soll bekanntlich nicht nur die eine Pappel geopfert werden, sondern ein ganzer Wald. An die 450 Bäume, dazu Kleingartenanlagen und Wohnungen müssen für Deutschlands teuerste Autobahn platt gemacht werden. Im Herbst ver...

Yzer sieht Wasserverträge skeptisch

(dpa). Berlins neue Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) ist von den Rekommunalisierungsplänen des Landes nicht überzeugt. »Ich meine nicht, dass man eine Hundert-Prozent-Beteiligung an den Wasserbetrieben braucht«, sagte sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Privatunternehmen oder öffentliche Hand - das sei keine ideologische Frage. »Aber wenn die öffentliche Hand tätig wird, muss d...

Jérôme Lombard

Diese Pappel ist besetzt

Protest gegen den Ausbau der A100: Aktivisten und Aktionskletterer der Umweltschutzgruppe Robin Wood besetzten in den frühen Morgenstunden einen Baum an der Neuköllner Grenzallee, der für den Ausbau der Autobahn gefällt werden soll.

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Martenstein stellt Antrag

(nd). Einen Antrag zur Aufnahme in den »Club Genie und Wahnsinn« des Zebrano-Theaters stellt am Sonntag, 19.30 Uhr, der Kolumnist Harald Martenstein. Die Initiatoren versprechen »hochkarätiges Entertainment«....

DHM erfolgreich

(epd). Das Deutsche Historische Museum hat in seinem Jubiläumsjahr 2012 fast 900 000 Besucher angezogen. Damit habe der Rückgang vom Vorjahr wettgemacht werden können, teilte das Museum am Mittwoch mit. 2011 waren rund 740 000 Gäste gezählt worden. Die erfolgreichste Sonderausstellung im vergangenen Jahr war »Friedrich der Große. Verehrt. Verklärt. Verdammt«, die von über 100 000 Menschen besuc...

Preis für Kompositionen

(nd). Den mit 10 000 Euro dotierten Berlin-Rheinsberger-Kompositionspreis für Komponistinnen vergibt die Kulturverwaltung in Kooperation mit der Musikakademie Rheinsberg, so der Senat. Antragstellerinnen müssen ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin haben und im Bereich der zeitgenössischen Komposition wirken. Mit der Vergabe des Preises ist laut Initiatoren die Intention verbunden, sow...

Debatten und Streitkultur

(dpa). Genug geredet, jetzt geht es um die Entscheidung: Im Finale suchten Studenten aus aller Welt am Donnerstag in Berlin ihren besten Debattierer. Nach Angaben der Veranstalter wurde in drei unterschiedlichen Sprachkategorien jeweils acht Studenten debattiert: Englisch als Fremdsprache, Englisch als Zweitsprache und Englisch als Muttersprache. Das Thema der Debatte wurde kurz vor Beginn der dre...

Ich bin Ur-Berliner

(nd-Riegel). Eigentlich müsste Wolfgang Tierse der Schirmherr des Festivals »Ich bin ein Berliner« (heute, 23 Uhr, SO 36) sein - hat der Sozialdemokrat sich doch gerade hoffnungslos in seinem Lokalpatriotismus verheddert. Seit Tagen hängt er nun schon fest in diesem Knäuel aus Schwabenfeindlichkeit, Urberliner Piefigkeit und Spitzfindigkeiten das Backwerk betreffend. Möglicherweise täte ihm da ein...

ndPlusVolkmar Draeger

Der weiße Fleck

Zu den weißen Flecken in Europas Kunstwissen über den Rest der Welt gehört Kuba. Der kubanisch-französische Surrealist Wifredo Lam, der 1982 in Paris gestorben und dort mit seinem Werk auch vertreten ist, bildet eher die Ausnahme. Wer zumindest Havanna bereist hat, der weiß, dass es nahe dem Hafen einen Kunstmarkt gibt, auf dem Maler und Bildhauer ihre Arbeiten feilbieten. Und ist überrascht von d...

Kilian Klenze

Camelot der Ostküste

Solange wir leben, werden wir niemals wieder einen solchen Tag wie heute erleben. Das äußerte John Fitzgerald Kennedy am Abend nach seinem umjubelten Besuch in Berlin am 26. Juni 1963. Mehr als Recht sollte er damit behalten. Keine fünf Monate später, am 22. November, fiel er bei einem wahlkämpferischen Autokorso in Dallas einem bis heute ungeklärten Attentat zum Opfer. Der Enthusiasmus für diesen...

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600 Granaten im Garten

Uhlstädt-Kirchhasel (dpa/nd). Der bei einer Explosion in Uhlstädt-Kirchhasel (Thüringen) lebensgefährlich verletzte Mann hat viel mehr Granaten gehortet als zunächst angenommen. Rund 600 solcher Sprengkörper habe der Munitionsräumdienst auf seinem Grundstück sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher gestern. Am Tag zuvor war die Polizei von etwa 60 ausgegangen. Zu welchem Zweck der 46-Jährige die ...

12 000 Euro pro Übernachtung

(dpa). Das erste Waldorf Astoria in Deutschland ist mit einjähriger Verspätung nun offiziell eröffnet. Seit Donnerstag seien alle 232 Zimmer des Luxushotels in Berlin-Charlottenburg buchbar, sagte der Generaldirektor des Hotels, Friedrich Niemann, bei einer Präsentation vor Journalisten. Nach einer vierwöchigen Testphase sei das Waldorf Astoria damit endlich im Vollbetrieb - nach dreieinhalb Jahre...

Paul Winterer, dpa

Still ruht die Breznstrangmaschine

Mäusedreck und Kakerlaken - unappetitliche Zugaben einer Pleite, die Schlagzeilen machte: die Stilllegung und Insolvenz der großen bayerischen Brotfabrik Müller-Brot. Seit Monaten ermittelt die Justiz wegen Insolvenzverschleppung und Verstößen gegen das Lebensmittelrecht - eine Sisyphusarbeit.

Alfred Loesdau

Von der Oase zur Betonwüste

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller (SPD), hat seine Absicht in die Öffentlichkeit getragen, Stadtgrün zugunsten des Wohnungsbaus zu liquidieren. Bauspekulanten soll es ermöglicht werden, Kleingartenanlagen und Parkflächen mit Beton zu versiegeln. Diese Praxis würde die Stadt Berlin ans Ende des 19. Jahrhunderts zurückwerfen. Zu jener Zeit konnten Kleingärtner nur bis z...

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Schaulaufen in Wiesbaden

In Hessens Hauptstadt Wiesbaden findet am 24. Februar eine Oberbürgermeisterwahl statt. Kann die CDU dabei entgegen dem 2012 in Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe sichtbar gewordenen Trend den OB-Posten in einer wichtigen Großstadt halten?

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Plastikkarte für Behinderte

Potsdam (dpa/nd). Eine handliche Plastikkarte löst ab sofort den traditionellen Schwerbehindertenausweis aus Papier ab. Wie das Sozialministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte, hat das Dokument das Format des neuen Personalausweises. »Für Menschen mit Behinderungen erfüllt sich ein langer Wunsch nach einem kleineren Ausweisformat, das praktischer ist und weniger diskriminierend wirkt«, erklär...

Kaum noch Ansprüche auf Rückgabe

Brandenburg/Havel (dpa). Seit etwa zwei Jahrzehnten klären Ämter in Brandenburg offene Vermögensfragen. Inzwischen sind fast alle Fälle abgearbeitet. Das zuständige Landesamt soll Ende 2015 schließen. Rittergüter, Häuser, Ackerflächen und Kunstwerke - mehr als 635 000 Ansprüche auf Rückübertragung von Vermögen sind in Brandenburg bisher entschieden worden. Zu etwa 2000 Vermögenswerten stehen En...

Westwall schützt Natur

Der Westwall ist ein 630 Kilometer langes militärisches Bauwerk, das auf Anordnung Adolf Hitlers entlang der Westgrenze des damaligen Deutschen Reiches gebaut wurde. Offiziell wurde er damit begründet, dass Deutschland Sperranlagen gegen einen Angriff von Frankreich aus brauche. Nun übernimmt Rheinland-Pfalz die Überreste auf seinem Gebiet vom Bund.

Andreas Fritsche

Arbeitslosenquote knapp unter zehn Prozent

Im Dezember waren 132 049 Brandenburger arbeitslos gemeldet. Das waren zwar 6878 mehr als im November, aber immer noch 3847 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 9,9 Prozent und damit 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4500 auf 781 100 gestiegen. Zuwächse verzeichneten insbeso...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Geopfert für den City-Tunnel

Weil Sachsens CDU/FDP-Regierung beim Nahverkehr kürzt, laufen jetzt auch die CDU-Landräte Sturm. Ihr Spitzenverband prüft sogar eine Verfassungsklage.

ndPlusWilfried Neiße

Skandale zwingen zum Handeln

Organspende- und Korruptionsskandale zwingen laut Gesundheitsministerin Anita Tack (LINKE) zum Handeln. Angesichts großer Verunsicherung unter den Patienten sind eindeutige Gesetze und eine strenge Ahndung von Verfehlungen unabdingbar, sagte Tack, die Anfang Januar den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz übernommen hat.

Iris Leithold, dpa

Vor oder hinter der Elbe

Sie gingen in den Westen, ohne ihre Dörfer zu verlassen: In diesem Jahr jährt sich der Wechsel des Amtes Neuhaus am östlichen Elbufer von Mecklenburg nach Niedersachsen zum 20. Mal. Was hat er gebracht? Bürgermeisterin Richter ist zufrieden - wenn es nur eine Brücke gäbe.

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John Steinbeck: Kein klarer Favorit

Der Literaturnobelpreisträger von 1962, der US-Schriftsteller John Steinbeck, war ein Kompromisskandidat. Dies belegten bislang geheime Protokolle der Sitzungen der Schwedischen Akademie, wie die schwedische Tageszeitung »Svenska Dagbladet« am Donnerstag berichtete. Zwar hatten sich die Mitglieder der Akademie trotz Bedenken auf Steinbeck (»Früchte des Zorns«, 1939; »Von Menschen und Mäusen«, 1937...

Seewolf und Bad Segeberg

Der rumänische Star-Regisseur Sergiu Nicolaescu ist am Donnerstag im Alter von 82 Jahren in Bukarest gestorben. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, erlag er einem Herzleiden. Von seinen 49 Filmen entstanden zwölf in Koproduktion mit Partnern aus Deutschland, Frankreich und den USA. An den großen ZDF-Vierteilern »Der Seewolf« (1971) und »Lockruf des Goldes« (1975) war Nico...

Thomas Blum

Gérard Depardieu: Krimsekt statt Bordeaux

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein armer Schlucker, in seinem Herkunftsland von den dortigen Machthabern bis auf die Unterwäsche und einen einzelnen Hundert-Euro-Schein geplündert und ausgenommen, wird in seiner Not im Nachbarland vorstellig und macht den dort Regierenden den Vorschlag, ihnen von seinem schmalen Guthaben 13 Euro abzugeben, wenn man bereit sei, ihn dafür als Staatsbürger a...

ndPlusRegina Stötzel

»Hau das unscharfe Zeug raus!«

Wenn man bedenkt, wie viele Schriftsteller sich umgebracht haben, ist das ein ziemlich gefährlicher Beruf«, sagte der US-amerikanische Autor Philip Roth in einem Interview. Zum Berufsrisiko der schreibenden Zunft, so ist dem hinzuzufügen, gehört auch der exzessive Genuss von Alkohol, Nikotin und anderen Substanzen, unter deren Einfluss bekanntlich ein erheblicher Teil der Weltliteratur entstanden ist. So auch Romane und Erzählungen von Richard Yates.

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Bafög-Stau auflösen

Bafög-Stau auflösen

Kurz vor Weihnachten hat die Berliner GEW-Vorsitzende Sigrid Baumgardt in einer Pressemitteilung Alarm geschlagen. Weil die Bafög-Anträge von Tausenden Schülern und Studierenden trotz rechtzeitiger Abgabe noch nicht bearbeitet wurden und die bisher gewährten Vorab-Abschlagszahlungen Ende Dezember auslaufen, sei die Situation der Betroffenen dramatisch. Es ist völlig richtig, wenn die GEW nun f...

Brigitte Schumann

Nichts Neues im neuen Jahr

In Nordrhein-Westfalen (NRW) wird es für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen weiterhin keinen Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geben. Ursprünglich sollte das 9. Schulrechtsänderungsgesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zum nächsten Schuljahr in Kraft treten. Jetzt ist dieses Vorhaben zurückgestellt und um ein weiteres Jahr verschoben worden. In NRW bleibt...

ndPlusLena Tietgen

Schavan auf dem Prüfstand

Welche Bildungs-Themen werden uns 2013 besonders beschäftigen? PISA, Schulstruktur, Inklusion? Das ist alles noch unsicher, gewiss ist dagegen, dass in den nächsten Wochen die Zukunft der jetzigen Bildungs- und Wissenschaftsministerin Annette Schavan entschieden werden wird. Die Plagiatsvorwürfe gegen sie wiegen schwer und so kommt bereits am 22. Januar der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf ...

ndPlusKnut Henkel

Sprungbrett aus der Armut

Peru gehört zu den Schlusslichtern im lateinamerikanischen PISA-Ranking. Schlecht bezahlte Lehrer, unzureichende Förderung und kostspielige Aufnahmeprozeduren sind dafür verantwortlich. Förderprojekte wollen Abhilfe schaffen.

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Prekäre Selbstständigkeit

Zwischen 2007 und 2011 hat sich die Zahl der Selbstständigen mit Hartz-IV-Bezug im Jahresdurchschnitt fast verdoppelt, zeigt eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): von 72 000 auf 127 000. Obwohl die Arbeitszeiten häufig hoch sind, reicht der erwirtschaftete Gewinn nicht aus, um davon leben zu können. Drei Viertel verdienen maximal 400 Euro, lediglich fünf Prozent k...

Möllenberg will wieder kandidieren - NGG wächst

Berlin (nd-Meyer). Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wächst. Insgesamt hatte die NGG zum Jahresende 2012 netto 566 mehr Mitglieder; ein Zuwachs von 0,3 Prozent. Vor allem im Gastgewerbe und im Bäckereihandwerk gewinne die Gewerkschaft neue Mitglieder, sagte der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg am Donnerstag. »Der Mitgliederzuwachs ist keine Eintagsfliege.« Bei den erwerbstätigen Mi...

Bayerns Metaller treten kürzer

München (dpa/nd). Bayerns Metall- und Elektroindustrie stellt sich angesichts der gedämpften Aussichten in den kommenden Monaten auf mehr Kurzarbeit ein. Bereits jetzt werde in fünf Prozent der Betriebe im Freistaat kurzgearbeitet, geht aus einer Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme vbm hervor. Weitere drei Prozent der Firmen planten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Fast ein Viertel alle...

Peter Nowak

Argument gegen Dogma

In Ansprachen und Interviews stimmten verschiedene Spitzenpolitiker in der Jahreswende die Bevölkerung erneut auf schwere Zeiten ein. Damit sollen Lohnabhängige und Erwerbslose auf weitere Opfer für den Standort eingeschworen werden. Je mehr die Rechte der abhängig Beschäftigten beschnitten werden, desto besser geht das Land aus der Krise hervor, lautet die Propaganda, die in allen europäischen Lä...

ndPlusPeter Nowak

Kein liberaler Arbeitsmarkt

Steuerparadies, Heimat der Millionäre, aber was ist mit guter Arbeit? Laut eines neuen Dossiers des Schweizer Gewerkschaftsbundes SGB gehört das Land was Rechte von Beschäftigten angeht zum europäischen Schlusslicht.

Jeans zu Hungerlöhnen
Robert Luchs

Jeans zu Hungerlöhnen

Die Arbeitsbedingungen in kambodschanischen sind nicht viel besser als in Pakistan oder Bangladesch. Jeden Monat fallen vermutlich wegen Chemikalien in den Textilien Dutzende Näherinnen in Ohnmacht.

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Tag der Rehabilitation

Bei der Jubiläumsetappe der Tour de Ski hatten die deutschen Langläufer wieder Top-10-Platzierungen im Blick. Auf dem 50. Tagesabschnitt der Tourgeschichte schaffte Tobias Angerer am Donnerstag von Cortina d'Ampezzo nach Toblach im 35-Kilometer-Verfolgungsrennen Platz 13 und den Anschluss im Gesamtklassement. Auch Jens Filbrich sieht als 18. Licht am Ende des Tunnels. Neuer Spitzenreiter ist der N...

Oliver Händler, Oberhof

Verletzung, Belgien, Rücktritt

Was den deutschen Biathletinnen nicht gelingen will, ist bei den Männern längst vollzogen: der Generationenwechsel. Auf Kosten ehemaliger Siegläufer.

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

»Ein Fußballer mit bescheidenem Talent«

Der neue DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig will das Vertrauen der Fans zurückgewinnen, die Missstände im deutschen Schulsport angehen und nebenbei das Image des »Vermarktungsverbands« verbessern.