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Unten links

Unter den Suchmaschinen ist Google die Nummer eins. Jeder, der schon mal etwas im Internet verloren hat, weiß die langen Arme des Kraken zu schätzen, der aus den Tiefen des unaufgeräumten Netzes stets genau das herauffischt, was wir zu suchen meinten. Schön, dass die US-Kartellbehörde jetzt den bösen Verdacht ausgeräumt hat, der Konzern könne seine Marktmacht dazu missbrauchen, uns zuallererst sei...

Erdogan: Wir sind zum Krieg bereit

Istanbul/Damaskus (Agenturen/ nd). Kurz vor der Ankunft der deutschen Patriot-Raketen hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die syrische Regierung vor Angriffen auf sein Land gewarnt. Ankara bemühe sich um Frieden in der Region, sei aber für einen Krieg gewappnet, zitierten türkische Medien den Regierungschef am Freitag. »Jederzeit sind wir mit allen unseren Möglichkeiten zum Kr...

Wie wollen wir wohnen?

Die eigenen vier Wände: Ein Refugium sollen sie sein, unsere zweite Haut aus Stein, Holz, Pressspan oder Beton. Für immer mehr Menschen aber wird die Wohnung zu einem unbezahlbaren Zufluchtsort. Ob in Hamburg, Berlin oder Freiburg - in deutschen Großstädten regt sich schon lange Protest, um dem »Mietwahnsinn« den Kampf anzusagen. »nd« beginnt im Hinblick auf die kommenden Debatten eine neue Serie: »Wie wollen wir wohnen?«.

Detlef D. Pries

Ohrfeige für Orbán

Ungarns Verfassungsgericht hat Teile der von der nationalkonservativen Regierungsmehrheit beschlossenen Wahlrechtsreform für verfassungswidrig erklärt. Eine Ohrfeige für Ministerpräsident Viktor Orbán.

ndPlusTom Strohschneider

Warum ein Aufbruch nötig ist

Ingo Schulze hat vor fast genau einem Jahr bewegende »Thesen gegen die Ausplünderung der Gesellschaft« formuliert. Gegen den »Wahnsinn als Selbstverständlichkeit« setzte der Schriftsteller »Gründe, sich selbst wieder ernst zu nehmen.« Keiner dieser Gründe ist entfallen. Es sind gute Gründe, jetzt aufzustehen und die Politik nicht »der Politik« zu überlassen.

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Rot-grüne Initiativen

Nach den jüngsten Umfragen haben SPD und Grüne gute Chancen, bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar die derzeitige Regierung aus CDU und FDP abzulösen. Die beiden Parteien würden im Fall eines Wahlsiegs ihre neue Mehrheit im Bundesrat nutzen, um »sehr aktiv in die Bundespolitik einzugreifen«, kündigte SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil am Freitag in Berlin an. Geplant seien Initiativen ...

ndPlusUwe Kalbe

Wahlkampf ohne Bremsspuren

Die Jahreswechselbesinnlichkeit ist verflogen, der heiße Wahlkampf in Niedersachsen hat begonnen. CDU und SPD durften sich am Freitagabend einen Moment zurücklehnen - Bundesprominenz aus Berlin stieg für sie in den Ring.

Aert van Riel

Hoffen auf den »Wunderknaben«

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen geht es auch um die Zukunft von FDP-Bundeschef Philipp Rösler. Bei einer Niederlage wird er sich kaum in seinem Amt halten können.

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ndPlusHarald Neuber

Chance auf späte Gerechtigkeit

Das juristische Nachspiel zur Ermordung des Sängers und Gitarristen Víctor Jara zu Beginn der Pinochet-Diktatur 1973 ist nach fast vier Jahrzehnten angelaufen: Sechs Beschuldigte des Mordes an dem Liedermacher haben sich in Chile der Justiz gestellt. Ein Hauptverdächtiger lebt in den USA.

ndPlusRudolf Stumberger, München

250 Euro zum Leben

Angesichts vielerorts steigender Mieten müssen sich Sozialrichter zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, ob und wo die Mieten von Hartz-IV-Beziehern »gedeckelt« werden dürfen. Besonders häufig stellt sich diese Frage in München.

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Reinheitsgebet

Das beste Gebet ist Geduld, wusste Buddha. Allerdings sind die Slowaken in der Mehrzahl Katholiken und mit ihrer Geduld ohnehin am Ende. Deshalb wird jetzt richtig gebetet. Und zwar dafür, dass sich die Politiker endlich korrekt verhalten. Hatte doch im vergangenen Jahr ein Geheimdienstbericht das EU-Land erschüttert, dem zufolge fast die gesamte politische Elite in dubiose Geschäfte und Korruptio...

Versteuert

Die Taktik der CDU ist fast schon bewundernswert: Zuerst hilft sie in verschiedenen Regierungsbeteiligungen kräftig, das Steuersystem so unübersichtlich wie möglich zu machen, und dann fordert sie eine Vereinfachung desselben, unter der vor allem die Bürger leiden werden. Aktuell spricht sich der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion im Bundestag dafür aus, den Mehrwertsteuersatz auf 17 Prozent zu ...

Entsorgungsfall

Alteisen der Atomindustrie« nennt ihn Greenpeace. Doch der Vergleich hinkt, denn Gerald Hennenhöfer hat noch keinen Rost angesetzt. Als Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium ist er unermüdlich im Sinne der Atomwirtschaft aktiv. Der gestern bekannt gewordene Gesetzentwurf zur möglichen Verschiebung des strahlenden Mülls ins Ausland stammt aus seiner Feder - das Papier demons...

Augsteiniade

Ist Jakob Augstein ein Antisemit? Die Frage ist manchen ebenso unwichtig wie die Antwort darauf. Jene Diskutanten sind in der Debatte, die sich daran entzündete, dass das Simon-Wiesenthal-Center (SWC) in Los Angeles den 45-jährigen Journalisten auf einer Rangliste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt auf den neunten Platz gesetzt hatte, längst in andere Sphären entschwunden. Sie führen eine – wenn auch milde – Schlacht der Eitelkeiten, der Empfindlichkeiten und Grundsätzlichkeiten.

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Zwang zu Klarnamen verhandelt

Kiel (dpa/nd). Im Streit zwischen Datenschützern und Facebook um den Klarnamenzwang des Online-Netzwerks muss jetzt das Verwaltungsgericht Schleswig eine Entscheidung treffen. Facebook hat Widerspruch gegen eine Anordnung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) eingelegt und die Wiederherstellung einer aufschiebenden Wirkung dieses Widerspruchs beantragt. »Wir sind...

Mehrwertsteuerregelung bleibt wie sie ist

Beim ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben statt sonst 19 Prozent bleibt erst mal alles beim Alten. Schwarz-Gelb hat die angepeilte Überarbeitung der Ausnahmeregeln zu den Akten gelegt.

ndPlusFabian Lambeck

Zu wenig Geld für Straßen und Schulen

Die Kommunen sparen sich kaputt: Zwar erwirtschafteten Städte und Gemeinden 2012 wohl eine »schwarze Null«, hatten so aber auch kaum Geld für den Erhalt von Schulen oder Straßen. Der Investitionsstau summiert sich bereits auf 100 Milliarden Euro. So ist es auch kein Wunder, dass der Ausbau von Kindertagsstätten nicht vorankommt.

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Münchner S-Bahn-Tunnel wird teurer

Im November verkündete die bayerische Regierung: Die Finanzierung des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels sei gesichert. Doch schon jetzt drohen die Kosten auszuufern.

Schluss mit der Laxheit

Mit dem aktuellen Strafrecht lässt sich eine Bestechung von Abgeordneten kaum wirksam bekämpfen. Davon ist nicht nur das Land NRW überzeugt. Justizminister Kutschaty geht in die Offensive.

Hintertür für Endlagerung
Reimar Paul

Hintertür für Endlagerung

Ein Gesetzentwurf zur möglichen Endlagerung von Atommüll im Ausland sorgt für Aufregung. Während das Bundesumweltministerium behauptet, Deutschland müsse die Novelle aufgrund einer EU-Vorgabe umsetzen, befürchten Kritiker den Export radioaktiver Abfälle.

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Massenmärsche in Irak

Tausende von Irakern haben für Reformen und die Freilassung unschuldiger Häftlinge demonstriert.

Botschaft an Hamas und Israel

Die Palästinenserorganisation Fatah hat am Freitag bei ihrer ersten Großdemonstration im Gaza-Streifen seit der Machtergreifung durch die Hamas-Bewegung 2007 Hunderttausende auf die Straße gebracht.

Karin Leukefeld

Syrer im Teufelskreis von Krieg und Krise

Während Krieg und Terror die Syrer in Atem halten, verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage rapide. Mehrere Menschen wurden getötet und viele zum Teil schwer verletzt, als am Donnerstagabend in Damaskus eine Bombe explodierte.

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»Mit eiserner Hand«

Delhi (dpa/nd). Nach der Mordanklage gegen die mutmaßlichen Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers will Indiens Regierung Gewalt gegen Frauen »mit eiserner Hand« bekämpfen. »Es ist schlicht inakzeptabel, dass Frauen in unserer Gesellschaft in Angst und Sorge leben müssen«, sagte Innenminister Sushil Kumar Shinde am Freitag in Delhi vor Polizeichefs aus dem ganzen Land. Vorfälle wie die Verge...

Ralf Streck, San Sebastián

Batasuna steht vor Auflösung

Die der baskischen Untergrundbewegung ETA nahestehende Partei Batasuna löst sich auf. Das Ziel, einen eigenen Baskenstaat zu errichten, solle einzig und allein auf politischem Wege erreicht werden.

ndPlusDaniel Kestenholz

Ende der UNO-Mission in Osttimor

Nach 13 Jahren in Osttimor haben die Vereinten Nationen ihre Friedensmission in dem südostasiatischen Inselstaat beendet. Die letzten Blauhelmsoldaten zogen am 31. Dezember 2012 ab. UN-Missionschef Finn Reske-Nielsen zufolge kann Osttimor nun selbst für seine Sicherheit sorgen.

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Übernahme in der Modebranche

Hagen (AFP/nd). Das Nürnberger Familienunternehmen Wöhrl übernimmt die Modehauskette SinnLeffers und verdoppelt damit seinen Umsatz. Künftig werde Wöhrl deutschlandweit fast 60 Modehäuser betreiben, 4000 Mitarbeiter beschäftigen und über 600 Millionen Euro Umsatz machen, teilten die Firmen mit. Wöhrl ist bislang mit 38 Geschäften in Süd- und Ostdeutschland vertreten und macht nach eigenen Angaben ...

Google entgeht Wettbewerbsklage

Washington (AFP/nd). Der Internetriese Google ist in den USA einer Wettbewerbsklage wegen mutmaßlichen Missbrauchs seiner Marktmacht entgangen. Die US-Kartellbehörde FTC erklärte am Donnerstag, sie habe nicht genügend Hinweise gefunden, dass der Konzern die Ergebnisse seiner Suchmaschine zum Nachteil seiner Konkurrenten manipuliere. Die Wettbewerbshüter stellten deshalb ihre Ermittlungen ein; Goog...

Älteste Schweizer Bank vor dem Aus

New York/St. Gallen (AFP/nd). Die älteste Bank der Schweiz steht nach einer Übereinkunft mit US-Strafverfolgern vor dem endgültigen Aus. Wie das Bankhaus Wegelin & Co. am Donnerstag mitteilte, bekannte es sich in den USA der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig. Bereits 2012 hatte die Bank ihr Geschäft in Eigenregie in Folge der Auseinandersetzung mit den US-Behörden aufgegeben. Die G...

ndPlusHendrik Lasch, Chemnitz

Die Stromrebellen aus dem Vogtland

Die ostdeutsche Textilindustrie besteht zumeist aus mittelständischen Firmen, die über hohe Energiekosten klagen. Ein vogtländischer Betrieb zog deshalb gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz vor Gericht. Ende Januar wird verhandelt.

Ralf Streck

Angst vor dem Totalverlust

In Spanien fürchten hunderttausende Kleinanleger um ihr Geld. Ob die Bankia noch vor der Abwicklung gerettet werden kann, ist unklar.

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ndPlusReiner Oschmann

Fahnenflucht

Der gebürtige Berliner und ehemalige ghanaische Nationalspieler Kevin-Prince Boateng verlässt wegen rassistischer Chöre bei einem Spiel seines AC Mailand den Platz und löst so einen Spielabbruch aus. Mannschaft und Verein stehen ihm sofort bei und werden dafür fast allseits gelobt. Ein erster Täter hat schon gestanden.

Anna Maldini, Rom

»Pro Patria«, gegen Schwarze

Der gebürtige Berliner und ehemalige ghanaische Nationalspieler Kevin-Prince Boateng verließ wegen rassistischer Chöre bei einem Spiel seines AC Mailand den Platz und löste so einen Spielabbruch aus. Mannschaft und Verein standen ihm sofort bei und werden dafür fast allseits gelobt. Ein erster Täter hat schon gestanden.

Eric Dobias, dpa

Freund fliegt knapp am Podest vorbei

Severin Freund ist wieder da. Beim dritten Springen der Vierschanzentournee landet der Bayer auf Rang vier und hat nun einen Podestplatz in der Endabrechnung im Visier. Der Österreicher Schlierenzauer triumphiert und führt nun vor dem Finale.

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Zu viel Beton im Bahnhof

(dpa/nd). Am sanierungsbedürftigen Bahnhof Friedrichstraße beginnen in der kommenden Woche die Bauarbeiten. Mitte Dezember war dort ein 20 Kilogramm schwerer Betonbrocken durch die Deckenverkleidung in die Einkaufspassage gestürzt. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn berichtete, werde am Montag nun mit dem Abtragen von überflüssigem Beton an mehreren Stellen begonnen. Bei dem Umbau des ehemaligen ...

Strategie gegen Einbrecher

(dpa/nd). Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) will im kommenden Jahr verstärkt gegen die Alltagskriminalität vorgehen. »Dazu zählt die Verfolgung von Hütchenspielern, Einbrechern oder Gewalttätern im öffentlichen Nahverkehr«, sagte er in einem Gespräch mit der dpa. »Es geht um einen stärkeren Fokus auf die Delikte, die die Menschen unmittelbar betreffen und die sie in ihrem Sicherheitsgefühl b...

Zweifel an BER-Kapazität

(nd-Kammer). Erneut sind Zweifel aufgekommen, ob der Hauptstadtflughafen BER groß genug sein wird. Ein Gutachten warnt nach einem Bericht der »Bild«-Zeitung vor möglichen Engpässen bei Gepäckausgabe, Abfertigung und Sicherheitskontrollen sofort nach der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2013. Die Gepäckbänder seien »für die Verkehrslast der Wintersaison 2013 nur eingeschränkt ausreichend, da k...

Keine Sorge, der will nur reden

Den Kampf gegen kriminelle Rockerbanden und den Kampf gegen Extremisten hatte sich Innensenator Henkel (CDU) schon auf die Fahne geschrieben. Nun also folgt »der Kampf gegen Alltagskriminalität«. Passt ja, schon im Wahlkampf inszenierte Henkel sich als Aufräumer. Ein Jahr lang gammelten die Schmutzhaufen weiter vor sich hin, um mal beim entsprechenden Bild zu bleiben. Aufgeräumt wurde nicht in...

ndPlusPeter Nowak

Staatsschutz ermittelt nach rechtem Übergriff

Noch immer ist nicht klar, ob Jimmy C. das Augenlicht verliert. Er liegt mit schweren Gesichtsverletzungen im Krankenhaus. In den frühen Morgenstunden des 31. Dezember war der in Kenia geborene 40-jährige an seinem Arbeitsplatz in der Discothek Q-Dorf in Charlottenburg, wo er als Reinigungskraft arbeitet, rassistisch beschimpft, zusammengeschlagen und mit einer Glasflasche schwer verletzt worden. ...

Robert D. Meyer

Asylproteste auch im Wahljahr

Seit Mitte Oktober stehen sie da: Ein Dutzend größerer und kleinerer Zelte sowie Pavillons auf dem Oranienplatz in Kreuzberg. Unzählige Transparente hängen an den Zeltwänden, Bäumen und Geländern. Allesamt verkünden sie die gleichlautende Botschaft: Der Flüchtlingsprotest von inzwischen mehr als 120 Menschen, darunter 17 Kinder, aus allen Teilen der Republik wird auch im Bundestagswahljahr weiterg...

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Panorama der Mauer lockt

(dpa). Das Mauer-Panorama am Checkpoint Charlie hat seit seiner Eröffnung Mitte September rund 65 000 Besucher angezogen. Neben vielen ausländischen Touristen kämen auch viele Berliner, sagte Sprecher Karsten Grebe am Freitag. Das Panorama des Künstlers Yadegar Asisi in einer Stahlrotunde am symbolträchtigen Ort des Kalten Krieges ist bis Ende dieses Jahres zu sehen. »Möglicherweise bleiben wir au...

Dem Krieg entronnen

Dem Krieg entronnen

(nd-Hamade). Drastisch zeigt das Bild links das traumatisierende Einbrechen von Gewalt in das vormals beschützte Leben des jungen Zeichners. Der Junge ist einer von vielen unregistrierten, also »illegalen« syrischen Flüchtlingen in Jordanien. Der nd-Fotograf Camay Sungu war im November 2012 vor Ort. Er brachte Bilder mit, die eindringlich deren sorgengeplagte und aussichtslose Lage illustrieren...

Volkmar Draeger

Gleichschaltung und Gier

Eine Welle von stinkendem Schmutz überflutet das Land. Man kann nicht mehr atmen. Es ist fürchterlich! Das notiert im Februar 1933 Karl Nierendorf in seinem Tagebuch. In Köln hatte er 1920 mit einer Ausstellung zur Gruppe »Blauer Reiter« als Galerist debütiert, vertrat auch Otto Dix, übersiedelte 1923 nach Berlin und war hier bald erfolgreich, besonders mit seinem jüdischen Geschäftspartner J. B. ...

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Mehr Transparenz

(nd-Kammer). Pankows Baustadtrat Jens-Holger Kirchner ist der Kragen geplatzt. »Das ist ein Schwarzbau, da lasse ich nicht mit mir reden«, empört sich der Grünenpolitiker über jenes neue Bauwerk am S- und U-Bahnhof Pankow, das die Gemüter erregt. Weil es tatsächlich ein Schwarzbau ist, schwarz und intransparent, ganz anders, als es in der Baugenehmigung stehe, so Kirchner. Der Baustadtrat hat ...

Vorerst keine Tafel für Lesben

Ravensbrück (epd/nd). In der brandenburgischen KZ-Gedenkstätte Ravensbrück wird es vorerst keine eigene Gedenktafel für inhaftierte lesbische Frauen geben. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten habe nach intensiven Diskussionen eine besondere Erinnerungstafel abgelehnt, da bislang keine Fälle nachgewiesen seien, in denen Frauen wegen ihrer sexuellen Identität in das Konzentrationslager versc...

ndPlusWolfgang Weiß

Verlängertes Wohnzimmer im Freien

Den Anwohnern des Viertels zwischen Watt-, Deul- und Wilhelminenhofstraße im Treptow-Köpenicker Ortsteil Oberschöneweide steht seit kurzem ein neues Kleinod zur Verfügung. Der Generationenpark, von den Planern um Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke auch »verlängertes Wohnzimmer« im Freien genannt, umfasst eine Fläche von 3500 Quadratmetern. Links und rechts neben einem beleuchteten Fußweg zwisc...

Georg-Stefan Russew, dpa

Schnittstelle im märkischen Sand

Von einfachen Umschlagplätzen für Waren von der Schiene auf die Straße oder aufs Wasser haben sich märkische Güterverkehrszentren zu echten Motoren der einheimischen Logistikwirtschaft entwickelt. Im deutschlandweiten Ranking der GVZ belegt Großbeeren derzeit sogar Platz drei.

ndPlusHeidrun Böger, Leipzig

Eine Chance für Frank

Beim Hausmeisterservice der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) hat man jahrelange Erfahrung mit jungen Straffälligen, die dort auf Gerichtsbeschluss hin einfache Arbeiten verrichten. Für die Hausmeister heißt das zusätzliche Arbeit, denn die jungen Leute müssen eingewiesen und kontrolliert werden.

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Zu 75 Prozent saniert

Neuruppin (dpa). Die 31 märkischen Städte mit historischen Stadtkernen sind bereits zu 75 Prozent saniert. Wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft dieser Städte, Michael Knape, am Freitag in Neuruppin mitteilte, wurde in den vergangenen 20 Jahren schon viel geschafft. So ist Werder/Havel beispielsweise fast komplett saniert. »Dennoch bleibt die Städtebausanierung eine Daueraufgabe«, betonte Kn...

Vertrag für Bahnstrecke

Chemnitz (dpa/nd). Für den weiteren Ausbau der Bahnverbindung von Chemnitz nach Leipzig kann die Vorplanung beginnen. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Sachsen, Artur Stempel, haben dazu am Freitag in Chemnitz einen Vertrag unterzeichnet. Der Freistaat stellt im aktuellen Haushalt bis 2014 insgesamt zwölf Millionen Euro bere...

ndPlusIsabell Scheuplein, dpa

Zweibrücker Zeitungs-Extrakte

Die Post kam mit der Kutsche und geschrieben wurde mit der Feder: Im Jahr 1713 sah die Welt noch ganz anders aus, die Zeitungslandschaft auch. Den Kampf um die Leser kannte die Branche aber damals schon.

Wilfried Neiße

Bis zum Tod zu Hause

Das Ehrenamt wird für die Pflege immer wichtiger, stellte am Freitag Sozialminister Günter Baaske (SPD) fest. Eine Gesellschaft mit immer mehr alten und immer weniger jungen Menschen stößt bei der Pflege auf Probleme, die in diesem Ausmaß in früheren Zeiten völlig unbekannt waren. Derzeit leben in Brandenburg rund 96 000 Pflegebedürftige, fast die Hälfte davon Demenzkranke. Vor zehn Jahren noch wa...

Uwe Kraus

Mechanismen des Schuldigwerdens

Schüler aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt und aus Aschtarak in Armenien beteiligten sich gemeinsam an einem europaweiten Friedensprogramm. Sie erforschten das Schicksal von Armeniern, die während des 2. Weltkrieges im KZ Langenstein-Zwieberge am nördlichen Harzrand inhaftiert waren. Dafür werden die Schüler am 17. Januar in Berlin ausgezeichnet.

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Ulrike Gramann

Länger leben

Am Anfang dieser Geschichte steht Ärger, nicht Angst. Dabei geht es um Arzneimittel, da gibt es viele Wörter, die Angst machen, wie Pharmaindustrie, Nebenwirkung, Skan- dal, Pharmalobby, selbst schöne hinterlassen ein mulmiges Gefühl: Hoffnung, zum Beispiel.

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Gesa von Leesen

Junge Herren im Parterre

Viele ältere Menschen leben alleine in relativ großen Häusern, viele Studierende suchen verzweifelt bezahlbare Wohnungen. Diese beiden Gruppen zusammen zu bringen, ist das Ziel des Programms »Wohnen für Hilfe«, das vom Stuttgarter Sozialamt und Studentenwerk getragen wird. Die Idee: Gegen günstige Miete helfen die jungen Leute den Älteren im Haushalt.

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ndPlusChristin Odoj

Die WG der Vergesslichen

Kaum jemand möchte im Alter gern allein sein, aber mit Ende 80 noch einmal in eine Wohngemeinschaft ziehen? Auf einem Bauernhof im Westerwald haben 16 Senioren das Experiment gewagt und leben dort zusammen mit Kühen, Hühnern und Hasen auf einem altersgerecht restaurierten Bauernhof. Jeder hat sein eigenes Zimmer, ansonsten wird alles geteilt, auch der Treppenlift.

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Neues Jahr
Bernd Zeller

Neues Jahr

Für das neue Jahr ist im Gegensatz zu 2012 keine Prophezeiung eines anstehenden Weltuntergangs ausgegeben, was erfahrungsgemäß eher für ein schlechtes Zeichen gehalten werden sollte. Bekannt ist bislang, dass eine Bundestagswahl ansteht. Bis zum Herbst haben wir es also mit einem Superwahljahr zu tun. Am Wahlabend wird bemerkt, dass man Programm, Inhalte und Personal zu bieten hatte, zudem eine...

Vom Preußenverehrer zum Radikalsozialisten

Der Sohn eines Steuerbeamten und früheren Offiziers wurde streng protestantisch und im Geist des Preußentums erzogen. Seine Kindheit verbrachte er in einer Kleinstadt in Hinterpommern, nur wenige Kilometer von der Ostsee entfernt. Nachdem er dort die Volksschule besucht hatte, schickten ihn seine Eltern aufs Gymnasium. Denn sie hegten die Hoffnung, dass ihr Sohn einmal in die Fußstapfen seiner Vor...

ndPlusMartin Koch

Ein Tabu wankt

In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Bundesrepublik eine erstaunliche sexuelle Liberalisierung vollzogen. Was noch vor 40 Jahren abwertend als »Unzucht« bezeichnet und teilweise juristisch verfolgt wurde - Ehebruch, Beischlaf unter Verlobten, Masturbation, Homosexualität etc. -, fällt seit der Strafrechtsreform von 1973 unter den allgemeinen Begriff der »sexuellen Handlungen«, die zu praktizieren, heute jedermanns Privatsache ist. Doch was ist mit dem sogenannten Inzest?

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ndPlusRalf Hutter

Von der Uni aus kämpfen

Sighard Neckel muss zunächst verneinen. Dass 1937 Max Horkheimer in der von ihm selbst herausgegebenen »Zeitschrift für Sozialforschung« einen seiner bedeutsamsten und einflussreichsten Texte veröffentlichte, sei am Institut für Sozialforschung der Universität Frankfurt am Main, dessen (bis heute berühmtester) Leiter Horkheimer war, im Jahr 2012, also 75 Jahre nach dem Erscheinen, nicht gewürdigt ...

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Klaus Müller

Rettet uns der Baron von Tilton?

König Karl II. schlägt im Jahre 1661 William Petty, den Sohn eines Tuchmachers, zum Ritter. Für Marx ist Sir Petty der Vater der englischen Nationalökonomie. 281 Jahre später ernennt König Georg VI. einen Dozenten der Universität Cambridge zum Peer. Der Geadelte bekommt einen Sitz im Oberhaus des Parlaments, dem Haus of Lords. Nie zuvor hatten die Mächtigen einen Volkswirtschaftler so geehrt. Sein Name: John Maynard Keynes (1883-1946). Wer war dieser Mann?

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WOCHEN-CHRONIK

2. Januar 1978: »Der Spiegel« veröffentlicht das »Manifest des Bundes Demokratischer Kommunisten«, in dem Gedanken von SED-Mitgliedern über eine Reformierung des Sozialismus in der DDR formuliert wurden; am 10. Januar wird daraufhin das »Spiegel«-Büro in Ostberlin geschlossen. 5. Januar 1968: Alexander Dubcek wird Erster Sekretärs der Kommunistischen Partei der CSSR. 8. Januar 1918: US-Prä...

ndPlusMartin Stolzenau

Rose Ausländer

Sie schrieb sich unter schwierigen Bedingungen in die erste Reihe der deutschsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts: Rose Ausländer. Geboren 1901 als Rosalie Beatrice Ruth Scherzer im »viersprachigen« Czernowitz in der damals österreichischen Bukowina, die nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien kam, hat das Kind aus einer deutschsprachigen k.u.k. Beamten-Familie mit jüdischen Wurzeln eine glückliche...

Michael Eckardt

Der gescheite Kybernetiker

Seit 1953 als Professor für Logik und Erkenntnistheorie an der Humboldt-Universität lehrend, genoss Georg Klaus als Kybernetik-Philosoph in den 60er und 70er Jahren in der DDR wie auch in der BRD eine erstaunliche Popularität. Begriffe wie Regelkreis, Prognose oder Störgröße waren in aller Munde. Noch bis in die 80er Jahre zehrten ostdeutsche Intellektuelle von seinen Anregungen.

ndPlusKurt Pätzold

Statt Freiheit kam die Restauration

Das also hätten wir hinter uns gebracht. Es ist so schlimm nicht gekommen, wie manche befürchteten. Bestätigt hat sich die Vermutung, dass die Bayern, Badenser, Württemberger und mehr noch die Bewohner einiger Hansestädte mit dem Manne, der vor 300 Jahren in Berlin geboren worden war und als König den Beinamen »der Große« erhielt, keine besonderen Sympathien und kaum ein Interesse verbindet. Das E...

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Nachhaltig

Der Vizepremier von China, Li Keqiang, designierter Nachfolger von Ministerpräsident Wen Jiabao, ist ein Fan des US-amerikanischen Ökonomen und Soziologen Jeremy Rifkin. Laut »Bloomberg BusinessWeek« soll er mit Begeisterung dessen Buch »The Third Industrial Revolution« gelesen haben. Sich auf Berichte in der chinesischen Presse berufend, vermeldet das Wirtschaftsmagazin, Li habe nach der Lektüre ...

Einzigartiges Gebilde

Mit dem Appell »Eigentum verpflichtet« haben mehr als 160 Wissenschaftsautoren des Suhrkamp-Verlags eine gütliche Einigung im Gesellschafterstreit gefordert. Zu den Unterzeichnern gehören renommierte Professoren wie Jürgen Habermas, Ulrich Beck, Dieter Henrich und der kanadische Philosoph Charles Taylor, wie der Frankfurter Sozialphilosoph Axel Honneth gestern mitteilte. »Es erfüllt uns mit gro...

ndPlusChristian Klemm

Durch Feuer und Schmerz? Bitte nicht!

Aufregende Zeiten waren das, damals 1991: Die »Operation Desert Storm« gegen Irak begann, Helmut Kohl wurde vom Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt, der Warschauer Pakt löste sich auf, der Treuhand-Vorsitzende Detlev Karsten Rohwedder wurde ermordet, und die Sowjetunion hörte auf zu existieren. Als Zwölfjähriger in der niedersächsischen Provinz bekam ich davon höchstens die Hälfte mit. Doch ...

Wer weiterlebt, ist König: Narr

WLADIMIR: Du hättest Dichter werden sollen. ESTRAGON: War ich doch. (Er zeigt auf seine Lumpen.) Sieht man das nicht? Estragon und Wladimir warten also auf Godot. Den Retter. Den Erlöser. Der nie kommen wird. Wir alle kennen das. Von der Kindheit, von der Utopie, von der Liebe. Vom Leben, das droht: Na, warte du nur! Am Ende Goethe, sanft: Warte nur, balde ... »En attendant Godot« vo...

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ndPlusTobias Riegel

Raufaser for President!

Die Titel schmerzen. »Großer, lass die Fetzen fliegen«, »Hilfe, ich bin spitz…e!«, »Yuppi Du« und natürlich: »Ein total versautes Wochenende«. Auch wenn die deutschen Namen ausländischer Filme der 50er bis 90er Jahre geradezu die Prämisse hatten, das Original zu verhunzen, so lassen sie doch auch Schlüsse auf den Tiefgang der Produktionen zu. Dass es diesen in den Filmen mit Adriano Celentano nich...

Zwischen geistiger Öffnung und Konformismus

Nietzsche war zwar in der DDR nie verboten, wohl aber tabuisiert. Das Verdikt von Lukács aus den 30er Jahren war zählebig. Erst als im Gefolge des, mit Friedrich II. eröffneten, erweiterten Erbeverständnisses Mitte der 80er Jahre Heinz Pepperle in der Zeitschrift »Sinn und Form« über eine »Revision des marxistischen Nietzschebildes« sinnieren durfte, war der Damm gebrochen und wurde der »missbrauc...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Des RätselsLöung: »Ogtern!«

Wenn Menschen in der Öffentlichkeit nur noch aus Vornamen bestehen, sind sie meist im Ausverkauf. Die Kosung, die einer Größe gilt, ist immer auch Vereinnahmung, die klein macht. Steffi, Boris, Berti, Rudi, Franzi, Franz. 1987, nach zwanzig Jahren Populärwerk, merkte Emil Steinberger, dass er nur noch Emil war, und er stieg aus seiner kabarettistischen Kunstfigur aus. Ehe also Emil zu rühmen i...

Elmar Faber

Eine Kunst für alle Tage

Es ist vermutlich das Schönste, was einem Künstler passieren kann, man zitiert ihn, ohne sich sogleich seines Namens zu erinnern. Ein Vers, ein Text, ein Bild, ein Lied ist in uns steckengeblieben. Unser Gedächtnis bewahrt in seinen Vorratskammern etwas auf, das ihm wichtig gewesen und geblieben ist. Etwas ist zu unserem Eigenen geworden. Vielleicht beschreibt das den Begriff der Volkstümlichkeit....

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OUT of SPACE: US-Sender in arabischer Hand

Für die Konservativen in den USA muss es wie ein Wirklichkeit gewordener Alptraum sein. Wie die Agenturen dieser Tage meldeten, hat der arabische Medienkonzern Al-Dschasira den linksliberalen US-Fernsehsender Current TV übernommen. Der neue Sender Al-Dschasira America wird seinen Sitz in New York haben. Die Katarer haben laut US-Medien 500 Millionen US-Dollar (rund 380,6 Millionen Euro) für den Se...

Wieso, weshalb, warum?

Vor fast genau 40 Jahre, am 8. Januar 1973 ereignete sich eine kleine Revolution im deutschen Fernsehen. Nach »Flipper«, »Lassie« und ähnlichen präfastoiden Formaten holte sich die ARD den Aufklärungs-Virus in die Anstalt. Sein Motto: »Der, die, das. Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.« Seine Überträger: Ernie, Bert, das Krümelmonster, Samson, Tiffy. Sein Name: »Ses...

ndPlusRudolf Stumberger

Jesus als Marke

Weihnachten ist die Zeit, an der die Hoffnung in die Welt kommt - meinen die Christen. Das »Kerngeschäft« der Kirche freilich ist, wenn man mit der Sprache von Marc Beise, Leiter des Wirtschaftsressorts der »Süddeutschen Zeitung« (SZ), sprechen will, das Jenseits. Dabei haben die Kirchen in weltlichen wirtschaftlichen Dingen durchaus Erfahrung: Vom Ablasshandel bis zum Konkordat. An Weihnachten ab...

BLOGwoche: »Sprechen Sie Deutsch?

Jakob Augstein, Verleger, Herausgeber einer Wochenzeitung (»Freitag«) und Journalist, ist in der zurückliegenden Woche zu zweifelhaften Ruhm gelangt. Das Simon-Wiesenthal-Center (SWC) hat Augstein mit Verweis auf Henryk M. Broder, der mit Augstein seit Jahren eine Art Privatfehde ficht, unter den Top Ten der Antisemiten geführt. Im Blätterwald rauschte es und im Internet brummte es gewaltig. Cleme...

Jan Freitag

»Joko Knopp« und »Klaas Matula«

Er geht, ganz ehrlich, irgendwie und für immer, fast. Nachdem Guido Knopp gut 30 Jahre an vorderster ZDF-Front dafür gekämpft hat, Nazis und Krieg, meist beides zusammen unterhaltsam zu machen, nachdem er der »Doku« das »-drama« verpasst hat und »History« das »-tainment«, verlässt der Zeitgeschichtler zum 65. Geburtstag Ende Januar seine Redaktion.

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Kann Facebook den Linken gefallen?

Es gibt nur wenige, die das soziale Netzwerk Facebook nicht kennen. Etwa eine Milliarde Menschen rund um den Globus kommunizieren mittels der Internetplattform miteinander. Doch was heißt das für die gesellschaftliche Linke hierzulande? Sollte auch sie Facebook für ihre Zwecke benutzen - trotz des kommerziellen Interesses des milliardenschweren Unternehmens und Bedenken beim Datenschutz?

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Dunkle Materie gesucht

Dunkle Materie gesucht

Zu den einigermaßen mysteriösen Ergebnissen der modernen Astronomie gehört der Umstand, dass sich die Bewegungen der Galaxien und der Sterne innerhalb dieser nicht vollständig aus der Masse der sichtbaren Objekte erklären lassen. Für die fehlende Masse wurde die Existenz Dunkler Materie angenommen. Vollständig sind die Beobachtungen letztlich nur dann mit den bekannten physikalischen Gesetzen in E...

ndPlusMartin Koch

Überleben ohne Flucht

Ähnlich wie Tiere reagieren auch Pflanzen empfindlich auf Stress, genauer gesagt auf Trockenstress: Sobald im Boden, auf dem sie wachsen, Wassermangel herrscht, geben die Wurzeln diese überlebenswichtige Information an den Spross und die Blätter weiter. Als Botenstoff dient das Hormon Abszisinsäure (ABA), das die Spaltöffnungen auf der Außenhaut der Blätter veranlasst, sich zu schließen. Denn durc...

Reinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Heiter und gesund bis 120

Überfüllt! Das Auditorium im Hongkonger Science Park platzt aus allen Nähten - wohl der Traum eines jeden Vortragenden. Vorn steht Sir Ian Wilmut, Professor in Edinburgh und vor allem der »Vater von Klonschaf Dolly«, das ihn 1996 rund um den Erdball in die Schlagzeilen brachte. Ich darf mich etwas an seiner Seite sonnen. Sir Ian wirkte nämlich an unserem Buch »Biotechnologie für Einsteiger« mi...

Steffen Schmidt

Karte des Urknalls und das Higgs-Teilchen

Deutsche Astronomen können sich freuen: Noch vor Weihnachten war die Startfinanzierung für ihre Beteiligung am bislang größten Radioteleskop gesichert, dem »Square Kilometer Array«, einer Anordnung von zig kleineren Einzelantennen, die in Südafrika und Australien errichtet werden und ab 2019 Daten liefern sollen. Angesichts der prekären Finanzlage der meisten EU-Staaten und der USA darf man gespan...

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ndPlusUdo Bartsch

Harriet zeigt Größe

Die Geschäfte der Konditorei »Schmuddelige Schnecke« laufen miserabel. Sogar hundsmiserabel, und der Grund dafür ist offensichtlich: Die Betreiberin, eine Hundedame namens Harriet, besitzt fürs Backen kein Talent. Währenddessen hält ein Feuerteufel die Stadt in Atem. Tag für Tag gehen Häuser in Flammen auf. Die Polizei ist ratlos, die Presse dreht durch. Eines Tages fällt Harriet bei ihren stü...

Carlos García Hernández, Schachlehrer

Nun gegen Hou

Sie war nicht die heißeste Favoritin, ist aber dennoch die neue Weltmeisterin: Anna Uschenina (Ukraine; 27) schlug Antoaneta Stefanowa (Bulgarien; 33) beim Tiebreak der Frauen-WM. Heute stellen wir eine der Finalpartien vor. Herausforderin der neuen Weltmeisterin ist übrigens deren entthronte Vorgängerin Hou Yifan (China; 18), die bereits in der zweiten Runde gegen Monika Socko (Polen; 34) verlor....

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewin...

ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, ,Zoologe

Teddy half beim Heizen und beim Fahnenappell

Eines Tages kam meine Frau mit einem wolligen, stark pudelhaltigen Mischling an, dessen Vater Rauhaardackel gewesen sein könnte. Er hieß Teddy und wurde zum Liebling der Familie und der Nachbarschaft. Unser neuer Hausgenosse hatte eine armselige Kindheit gehabt. Kinderstube war eine Neubauwohnung, in der näheren Umgebung. Kaum Gelegenheit, sich auszutoben. Bis zum Feierabend der Besitzer war er al...

René Gralla

Hindu-Mythos erobert Asiens Spielewelt

Vorne stehen die gegnerischen Posten in einer leicht versetzten Reihe. Sonst ist weiter nichts zu sehen, und doch liegt Spannung in der Luft. Hinter der Front scheint sich etwas zusammenzubrauen... So könnte ein bildgewaltiges Epos im Kino beginnen, tatsächlich aber gibt die Szene bloß das wieder, was sich in Myanmar (Burma) seit Jahrhunderten in stark verkleinertem Maßstab auf den 64 Feldern des »Sittuyin« abspielt.

Seite 30
Ekkehart Eichler

Unterwegs auf die kriminelle Tour

»Carl Großmann gelangte zu grauenhaftem Ruhm als Bestie vom Schlesischen Bahnhof und größter Massenmörder der deutschen Geschichte.« Alexander Vogel macht eine wirkungsvolle Pause. Auf dem Monitor erscheint die grobkörnige Aufnahme eines hageren Mannes mit Filzhut. Der Bus hält in der Nähe vom Berliner Ostbahnhof, zu Zeiten dieser Mordsstory wegen hoher Kriminalitätsrate auch »Chicago Berlins« ...

Seite 31
ndPlusAndreas Knudsen

Mit voller Kraft auf vier Pfoten

»Are you ready?« ruft Philip von der Spitze aus und saust los mit seinem Hundeschlitten. Er ist nicht nur Betreiber eines Reisebüros, sondern hat auch die finnischen Meisterschaften und andere Rennen gewonnen. In die Wiege gelegt wurde es ihm nicht, denn er ist gebürtiger Schotte, aber hier, mit Hunden und Schnee, »kann ich wirklich machen, was mir Spaß macht«, wie er selbst sein neues Zuhause in ...

Seite 32
ndPlusWolfgang Hübner

Wasser? Marsch!

Man kann das neue Jahr abwarten, und man kann ihm entgegen laufen. Wie dieser Mann im niederländischen Scheveningen: ein fliegender Holländer, der voller Schmerzverachtung die Nordsee stürmt. Der kalte Mann und das Meer. Von Jesus heißt es, er habe über das Wasser laufen können. Was der konnte, kann ich auch, sagt der Optimist. Mitten im Winter? Du wirst dich erkälten!, sagt der Pessimist. Sehe je...