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Unten links

Das Geld liegt im weltweiten Spekulationsnetz haufenweise herum - man muss es nur aufsammeln. Ein Hedgefonds, der auf sinkende deutsche Strompreise wettete, sahnte jetzt kräftig ab, weil das warme Winterwetter die Nachfrage tatsächlich schrumpfen und damit die Preise an der Strombörse absacken ließ. Was haben wir also falsch gemacht? Wir haben nicht schon vor Jahr und Tag all unser Erspartes darau...

Aufholjagd mit Bremse

Dass angesichts von Wohnungsnot und immer größer werdender Wohnkostenbelastung mit der Verheißung einer Mietpreisbremse zu punkten sein wird, war den meisten in der Politik - vielleicht mit Ausnahme von CSU-Bundesbauminister Peter Ramsauer - schon lange klar. Und seit Mitte Dezember ist zudem offensichtlich, dass die von Schwarz-Gelb auf den Weg gebrachte Mietrechtsreform - die als Gegenleistung z...

Wagenknecht steigt voll ein

Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen setzt die Linkspartei auf eines ihrer bundespolitisch bekanntesten Gesichter: Sahra Wagenknecht will sich »von jetzt an voll in den Wahlkampf reinhängen«, kündigte sie am Mittwoch an. Landeschef Manfred Sohn erklärte, mit der Partei- und Fraktionsvize habe man »eine der kompetentesten Finanzpolitikerinnen der Republik an unserer Seite«.

SPD will Mietenanstieg begrenzen

Berlin (nd-Oertel). Nach wochenlanger Debatte über die diversen Nebeneinkünfte ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück wollen die Sozialdemokraten weg von der Personal- zur Sachdebatte - und damit ihre derzeit bei 25 Prozent dümpelnden Umfragewerte verbessern. Aus einem am Mittwoch bekannt gewordenen Strategiepapier geht hervor, dass die SPD im Falle eines Wahlsieges im Herbst 2013 eine drastische...

Fabian Lambeck

Missbrauch bleibt unerforscht

Die Deutsche Bischofskonferenz will den Missbrauchsskandal nicht mehr vom Kriminologischen Forschungsinstitut (KFN) aufarbeiten lassen. Am Mittwoch kündigte sie vorzeitig den Vertrag und sucht nun nach einem neuen Partner, wie ein Sprecher gegenüber »nd« betonte. Institutschef Christian Pfeiffer sprach gestern von Zensur.

Gewalt ist der Nullpunkt der Blödheit

Jacques Audiard ist einer der renommiertesten Drehbuchautoren und Regisseure Frankreichs. Vor allem mit Genrefilmen im Gangster-Milieu („Lippenbekenntnisse“, 2001, „Der wilde Schlag meines Herzens“, 2005) überzeugte er Publikum und Kritiker gleichermaßen. Sein neues Drama: „Der Geschmack von Rost und Knochen“ über eine unterschenkelamputierte junge Frau (Marion Cotillard) und einen Straßenboxer wurde für zwei „Golden Globes“ nominiert.

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Der Nelkenkrieg

Stalin-Fans! ? Kinder Noskes! Karrieristen! Der seit Jahren schwelende Streit um die politische Ausrichtung der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin gipfelt am kommenden Sonntag erstmalig in die Teilung in zwei Demonstrationen. »nd« hat mit Ellen Brombacher und Kai Padberg beide Seiten zum Gespräch geladen

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ndPlusMara Schmitt

Unser Haus, nicht unser Eigentum

»Das ist unser Haus, und hier schmeißt uns keiner raus«, klingt mir der alte »Rauchhaus-Song« der Band »Ton Steine Scherben« im Ohr, wenn ich abends heimkomme. Allerdings haben wir »unser Haus« nicht besetzt, wie es beim Rauchhaus in Berlin-Kreuzberg war, sondern gekauft - und der Kaufpreis klingt in meinen Ohren nicht revolutionsromantisch, er lässt sie eher schlackern. Gleich zwei Häuser habe...

Rainer Balcerowiak

Tradition und Solidargedanke verhindern nicht hohe Mieten

Im UNO-Jahr der Genossenschaften 2012 wurde deutlich, dass alle, auch die Bundesregierung, voll des Lobs sind für diese Unternehmensform – logisch, denn es handelt sich dabei erstens um Privatinitiativen, die zweitens Lücken, die Politik und Gesellschaft lassen, schließen können. Auch im Bereich Wohnen können Genossenschaften sinnvoll sein.

Jürgen Amendt

Häuser Marke »Selbstbau«

Im UNO-Jahr der Genossenschaften 2012 wurde deutlich, dass alle, auch die Bundesregierung, voll des Lobs sind für diese Unternehmensform – logisch, denn es handelt sich dabei erstens um Privatinitiativen, die zweitens Lücken, die Politik und Gesellschaft lassen, schließen können. Auch im Bereich Wohnen können Genossenschaften sinnvoll sein.

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Unter falscher Flagge

Es sind die längsten Proteste seit Jahren in Nordirland, seit einer Woche schon liefern sich pro-britische Loyalisten und die Polizei heftige Straßenkämpfe. Es ist vordergründig ein »Flaggenkrieg«, empören sich die militanten Protestanten doch darüber, dass der geliebte Union Jack nicht mehr jeden Tag auf dem Rathausdach von Belfast wehen soll. Und obwohl Pathos und Parolen auch bei den meist jung...

Verbrechensanstifter

Verfassungsschutz (VS): Diese Institution soll ihrem Namen nach die Bundesrepublik vor Verfassungsfeinden schützen. Ihrem tatsächlichen Handeln nach, das nach dem Auffliegen der rechtsterroristischen Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« ans Licht kam und kommt, könnten die 16 Landesämter und das Bundesamt genauso gut auch Verbrecherschutz, Vernichtungsschaltzentrale oder Vertuschen und Säub...

Venezuelas Präsidentenfrage

Venezuela hat eine Opposition. Zuweilen gerät das in der Medienlandschaft hierzulande ja in Vergessenheit, wo Präsident Hugo Chávez nicht selten diktatorisches Gebaren unterstellt wird. Dass die venezolanische Opposition nun die schwere Erkrankung von Chávez zum Thema macht, um daraus politisches Kapital zu schlagen, ist nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit. Auf Klärung zu drängen, wie e...

Andrea Klingsieck

Unter Verdacht

Ein Minister, eine Scheidung, ein Schweizer Bankkonto, eine zwölf Jahre alte Tonaufnahme - die Affäre um den französischen Haushaltsminister Jérôme Cahuzac liest sich wie der Klappentext eines schlechten Politkrimis. Die Staatsanwaltschaft hat nun Vorermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerbetrug eingeleitet. Cahuzac, geboren 1952 als Sohn zweier Widerstandskämpfer, trat mit 25 Jahren in di...

Aufarbeitung unmöglich?

nd: Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Mittwoch hat den Drittmittelvertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut (KFN) aufgekündigt. Damit steht die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche wieder am Anfang. Überrascht Sie die Kündigung?Denef: Nicht wirklich. Wir hatten schon Bedenken, als die Zusammenarbeit im Juni 2011 angekündigt wurde. Zu glauben, die Kirche hätte ...

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Zschäpes Anwälte ziehen Antrag zurück

Die Verteidiger der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe ziehen den Antrag auf »Nachbesserung« der Anklageschrift zurück. An der Rüge eines formellen Fehlers werde nicht festgehalten, sagte Rechtsanwalt Wolfgang Heer. Die Anwälte wehren sich jedoch weiterhin gegen den Vorwurf, Zschäpe sei an den Morden des »Nationalsozialistischen Untergrunds« als Mittäterin beteiligt gewesen. Ursprüngli...

ndPlusHans-Gerd Öfinger und Markus Drescher

V wie Verbrecher

Bewahrheiten sich Aussagen eines Ex-V-Mannes, hat der Thüringer Verfassungsschutz quasi einen Auftrag zu Gewalttaten gegen Linke erteilt.

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Ministeramt noch kein Thema

»Voll in den Wahlkampf in Niedersachsen reinhängen« will sich Sahra Wagenknecht. Das betonte die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende der LINKEN am Mittwoch in Hannover. Sie wird, sofern die Linkspartei im Landtag bleibt, Verhandlungen über eine mögliche Regierungsbildung mit SPD und Grünen führen.

Nicht auf Kuschelkurs

SAHRA WAGENKNECHT steigt in den Landtagswahlkampf in Niedersachsen ein. Bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen würde sie Verhandlungsführerin. Mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Linkspartei sprach HAGEN JUNG.

Hagen Jung

Untergang mit Dudelsackmusik?

Schwarz-Gelb wird wohl nicht möglich sein, Schwarz-Grün will keiner - für Niedersachsens CDU und ihren Vorsitzenden David McAllister stehen die Zeichen derzeit auf ungewiss.

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Manila: Kampf um Jesus

Hunderttausende haben an der Prozession mit der berühmten Jesusstatue »Black Nazarene« in der Hauptstadt der Philippinen teilgenommen. Nach Angaben des Roten Kreuzes in Manila mussten 800 Menschen wegen Verletzungen oder Erschöpfung behandelt werden. Etwa eine halbe Million Gläubige drängten sich auf den Straßen. Die Teilnehmer versuchten, die Statue zu berühren oder warfen Tücher auf den Wagen, d...

ndPlusKarin Leukefeld

Austausch von Gefangenen in Syrien

Bewaffnete Aufständische in Syrien haben 48 iranische Pilger freigelassen, die sie Anfang August vergangenen Jahres verschleppt hatten. Nach Angaben der Aufständischen, die sich als »Freie Syrische Armee« ausgaben, soll es sich um Angehörige der iranischen Revolutionsgarden gehandelt haben.

Wehe, wehe nicht!

Die nordirische Politik bekommt den Streit um das Hissen der britischen Flagge auf dem Rathaus in Belfast nicht in den Griff. In der Nacht zum Mittwoch kam es zum sechsten Mal in Folge zu Straßenkämpfen, bei denen britentreue Loyalisten die Polizei mit Brandbomben, Flaschen und Steinen bewarfen. Am Mittwochmorgen war zum ersten Mal seit Ausbruch des Flaggenkonflikts der britische »Union Jack« über dem Rathaus von Belfast gehisst worden.

ndPlusHilmar König

Feuergefechte an der Kaschmir-Grenze

Zwei schwere Grenzzwischenfälle in der umstrittenen Region Kaschmir werfen einen Schatten auf das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen Indien und Pakistan.

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ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Kuba setzt auf Biotechnologie

Als »spektakulär« bezeichnen anerkannte Fachleute die Leistungen kubanischer Forscher auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung.

ndPlusOliver Eberhardt

Bennett will Netanjahu rechts überholen

Israels Premier Netanjahu strebt nach der Parlamentswahl am 22. Januar die Bildung einer Koalition aus Konservativen und Zentrum an. Doch eine neue rechte Partei könnte diesen Plan zum Scheitern bringen: Umfragen zufolge wird »Das jüdische Heim« zur drittstärksten Kraft werden - und damit möglicherweise zum Zünglein an der Waage.

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Benzinpreis steigt wegen hohem Ölpreis

München (AFP/nd). Ein Anstieg beim Ölpreis hat das Tanken für deutsche Autofahrer teilweise wieder teurer werden lassen. Wie der ADAC am Mittwoch mitteilte, kostet ein Liter Super E10 derzeit im Schnitt 1,554 Euro. Das seien 1,3 Cent mehr als in der Vorwoche. Der Benzinpreis befinde sich damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Dezember 2012, teilte der Automobilclub mit. Diesel habe s...

Hausarbeit bleibt prekär

Genf (epd/nd). Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat von den Staaten einen besseren Schutz für Millionen Hausangestellte vor Gewalt und Diskriminierung gefordert. In vielen Ländern hätten Angestellte in privaten Haushalten keine ausreichende rechtliche Absicherung, warnte die ILO am Mittwoch. Nach Schätzungen der UN-Sonderorganisation arbeiten mindestens 52 Millionen Menschen als Hausan...

Keine Sonderhilfen für Zypern

Berlin (dpa/nd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt Sonderkonditionen für das hoch verschuldete Euro-Krisenland Zypern ab. »Wir sind uns einig darin, dass es keine Sonderbedingungen für Zypern geben kann«, sagte Merkel nach einem Treffen mit Maltas Ministerpräsident Lawrence Gonzi am Mittwoch in Berlin. Auch für Zypern müssten die »allgemeinen Regeln« gelten. Eine Mehrheit des Bundestages f...

ndPlusSilvia Ottow

Sinkende Zinsen - steigende Beiträge

Eigentlich sollten Unisextarife bei Versicherungen der Benachteiligung qua Geschlecht ein Ende machen. Doch in der Privaten Krankenversicherung wird fleißig daran gewerkelt, dass Frauen auch künftig auf ihren hohen Beiträgen sitzen bleiben.

Gabriele Oertel

Baustelle Großprojekt

Die Erwartungen der deutschen Bauwirtschaft für das gerade begonnene Jahr sind - rein geschäftlich gesehen - trotz aller allgemeinen Krisenstimmung positiv. Mit der Politik wie mit der öffentlichen Wahrnehmung allerdings sind Hauptverband der Bauindustrie und Zentralverband des Baugewerbes nicht so zufrieden wie mit der Entwicklung der eigenen Branche.

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Barbara Sukowa

Die Absolventin der Max-Reinhardt-Schule, geboren am 2. Februar 1950 in Bremen, avancierte nach Bühnen-Erfolgen 1980 mit der Rolle der Mieze in Rainer Werner Fassbinders TV-Mehrteiler »Berlin Alexanderplatz« zum Filmstar und machte auch international Karriere. 1981 bekam sie in Venedig den Darstellerpreis für ihre 68er-Aktivistin in Margarethe von Trottas »Die bleierne Zeit«, 1982 das Filmband in ...

ndPlusCaroline M. Buck

Schluss mit lustig

Wer auf »What a Man 2« hoffte, der wird enttäuscht sein. Den seifenblasenzarten Charme seines ersten Films als Regisseur kann Star und Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer mit »Schlussmacher« nicht wiederholen. Während »What a Man« aus den hohen Sympathiewerten seines zentralen Freundes-Paares sanfte Funken schlug, adaptiert »Schlussmacher« ein paar aus gutem Grunde eher randständige Versatzstück...

Caroline M. Buck

Die schwarz-weißen 20er

Im Februar wird die Berlinale in ihrer Retrospektive die Folgen des Kinos der Weimarer Republik auf die ästhetische Entwicklung des Weltkinos vorführen. Glückliche Fügung also, dass wie zur besseren Einstimmung gerade jetzt ein Prachtband mit hunderten von Abbildungen und einem kenntnisreichen (wenn auch eher kurz gehaltenen) Begleittext das Weimarer Kino selbst noch einmal sinnlich erfahrbar macht.

ndPlusAngelika Kettelhack

Unterwasserliebe

»Ali ist ein ›Emotionspaket‹«, meint der Regisseur. »Alles passiert, ohne dass er irgend etwas analysiert. Am Anfang war Ali laut Drehbuch ein Mann, der in seiner ganzen Art fast unerträglich war. Doch eine emotionale Wandlung passiert, als Ali gegen Ende so sehr um das Leben seines Kindes kämpft. Erst dann akzeptiert er seine Vaterschaft wirklich und kann auch Verantwortung für Stéphanie übernehmen.

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Dreistelliger Millionenschaden

(dpa). Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) rechnet durch die Verzögerungen am Hauptstadtflughafen mit einem hohen Millionenschaden für den Luftverkehr. »Wenn Sie insgesamt einen Strich drunter ziehen, was es alles an Mehraufwendungen gegeben hat (...), dann kann das leicht ein dreistelliger Millionenbetrag sein«, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch am Mittwoch im Deut...

Bund gegen Platzeck

Die Berufung von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zum neuen Aufsichtsratschef der Berliner Flughafen-Gesellschaft ist noch nicht beschlossene Sache. So strebt das Bundesverkehrsministerium an, dass sich die drei am Projekt beteiligten Gesellschafter vor der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. Januar auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen werden.

Die Angst vor Rot-Rot-Grün

Wenn heute der Misstrauensantrag gegen Klaus Wowereit in einer Sondersitzung im Abgeordnetenhaus eingebracht wird, wird im Plenum sicherlich auch der Ruf nach Neuwahlen ertönen. Politisch abwegig wäre dies derzeit sicherlich nicht: Diese Koalition des Grauens aus SPD und CDU wollte sich an seinen Infrastrukturprojekten messen lassen. Wie das zu bewerten ist, da genügt ein einziger Blick gen Südost...

ndPlusRobert D. Meyer

Sondersitzung im Parlament

Das Abgeordnetenhaus kommt heute zu einer von 35 Abgeordneten der Grünen, LINKEN und Piraten beantragten Sondersitzung zusammen. Thema der Sitzung ist die »Erneute Verschiebung der BER-Eröffnung«, wie es im Antrag der Opposition heißt.

Robert D. Meyer

Triebwerke dröhnen im Minutentakt

Nichts als Vogelgezwitscher liegt über dem Germersheimer Platz in Spandau. Eine Wohngegend, wie aus dem gutbürgerlichen Bilderbuch entsprungen. Inmitten des begrünten Areals liegt ein Spielplatz, ideal für junge Familien. Allerdings hat das Idyll derzeit noch einen entscheidenden Haken. Fluglärm. Dabei sollte Tegel längst geschlossen sein.

ndPlusMartin Kröger

Ausgeschnappt

Wie sich die Zeiten für Klaus Wowereit geändert haben. Vom unangefochten beliebtesten Landespolitiker Berlins, der noch vor ein paar Monaten selbst mit putzigen Schnappi-Krokodil-Plakaten Wahlen für sich entscheiden konnte, ist nach dem neuerlichen BER-Desaster nichts mehr übrig. In den »Rankings«, auf die Politiker so gerne schielen, rangiert der Sozialdemokrat nicht einmal mehr unter den Top 10.

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Neuer Termin für Nacht der Museen

(epd). Die Berliner müssen in diesem Jahr länger auf die erste Lange Nacht der Museen warten. Statt wie in den Vorjahren Ende Januar werde sie künftig erst im März am letzten Wochenende vor Frühlingsanfang stattfinden, bestätigte die landeseigene Veranstaltungsgesellschaft »Kulturprojekte« am Mittwoch in Berlin. Hintergrund dürfte erheblicher Druck aus Museumskreisen nach einer Terminverlegung gew...

Enke und Gorki Theater nähern sich an

(dpa). Im Streit um das Stück über den Suizid eines Torhüters haben sich Teresa Enke und das Maxim Gorki Theater angenähert. Der Rechtsanwalt der Witwe von Nationaltorwart Robert Enke begrüßte, dass das Theater den umstrittenen Mittelteil des Stücks »Demenz, Depression und Revolution« vorerst nicht mehr aufführen will. »Das war die einzig richtige Entscheidung«, sagte der Medienrechtsexperte Heiko...

ndPlusLucía Tirado

Einer dieser »Verrückten« von gestern

Ernsthaft kann man fröhlich einem ungewöhnlichen Menschen Hommage erweisen. Thomas Sankara war schließlich erst Anfang Dreißig, als er seine revolutionären Ideen umsetzte. Voller Leben. Durch einen unblutigen Putsch 1983 im westafrikanischen Obervolta an die Macht gekommen, änderte er nicht nur den Namen des Staates.

Volkmar Draeger

Außer Atem

Stricken an der Tanzgeschichte von morgen. Diesen Anspruch verkündet Peter Pleyer lauthals im Programmheft der Berliner Tanztage. Zehn Tage lange präsentiert er knapp zehn Produktionen vornehmlich der Berliner Szene, ergänzt durch ein Coaching Projekt, einen Abend junger Choreographinnen aus Polen und Angebote im Rahmenprogramm.

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Einrichtung für Obdachlose weiter offen

(epd). Die Obdachloseneinrichtung am Ostbahnhof bleibt weiter geöffnet. Die Geschäftsführerin des Trägers Mut GmbH, Bettina Lange, sagte am Mittwoch, alle Angebote für Obdachlose würden aufrecht erhalten bis ein neuer Träger gefunden sei. Sie sei zuversichtlich, dass dies spätestens bis zum Sommer der Fall sein werde. Unter anderem soll der Diakonieverein Zehlendorf, der die alte Treberhilfe üb...

Drei Länder dringen auf Bildungs-Staatsvertrag

Eltern schulpflichtiger Kinder müssen oft viele Hürden überwinden, wenn sie in ein anderes Bundesland umziehen. Immer lauter wird deshalb die Forderung nach einheitlichen Bildungsstandards. Kann ein Staatsvertrag zwischen den Bundesländern die Lösung sein?

Stena Line will eine Größe im Osten werden

Die in Göteborg ansässige schwedische Fährreederei Stena Line ist seit einigen Wochen auch in Rostock präsent, von wo sie die Fährlinien Rostock - Trelleborg und Sassnitz - Trelleborg betreibt. Über die Zukunft des Fährbetriebes auf der Ostsee sprach Thomas Schwandt mit Stena Line-Geschäftsführer Gerald Lefold.

ndPlusSimone Rothe, dpa

»Eisenach hat gute Chancen«

Opel ist einer der größten Industriearbeitgeber in Thüringen. Damit das so bleibt, hat sich das Land bei der Investitionsförderung großzügig gezeigt - in der Hoffnung auf Gegenleistungen.

ndPlusChristin Odoj

Schulpate gesucht

Neue Bücher für die Schulbibliothek wären schön, im Musikunterricht gibt es kein Klavier, die Schüler hätten gern eine Tanz- und Theater AG. Die Liste von Schuldirektorin Gerti Sinzinger ist lang, die finanziellen Möglichkeiten hingegen begrenzt. Um Schulen wie die Kreuzberger Galilei-Grundschule zu unterstützen, hat die Handwerkskammer Berlin gestern ein Pilotprojekt für Berliner Grundschulen...

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47 Prozent für CSU

München (dpa/nd). Die CSU kann zum Start des Wahljahres 2013 auf eine Rückeroberung der absoluten Mehrheit in Bayern hoffen. Laut einer am Mittwoch vom BR-Magazin »Kontrovers« veröffentlichten Umfrage läge sie bei einer derzeitigen Landtagswahl mit 47 Prozent klar vor einem Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Freien Wählern, das die CSU/FDP-Koalition ablösen will. Die Sozialdemokraten kämen nach der...

Solidarität erforderlich

Potsdam (dpa). Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) hat die von Bayern angekündigte Klage gegen den Länderfinanzausgleich scharf kritisiert. Sie sei weder sinnvoll noch aussichtsreich und schon gar nicht solidarisch, sagte Markov. »Sie ist schlichtweg Wahlkampf, indem die CSU versucht, wider besseres Wissen an den Stammtischen zu punkten.« Alle Bundesländer hätten sich auf die aktuellen Regelunge...

Sorbische Stücke haben Premiere

Cottbus (dpa). Die beiden Bühnenstücke zur Lausitzer Vogelhochzeit für Kinder und Erwachsene haben in diesem Jahr in Cottbus Premiere. Im Staatstheater zeigt das Sorbische National-Ensemble Bautzen heute für Kinder die Produktion »Schneeflöckchen«. Die Vorlage für das Stück lieferte der sorbische Komponist Mercin Weclich. Als Premiere der Vogelhochzeit für Erwachsene wird an diesem Freitag im Staa...

Wilfried Neiße

Die falsche Romantik vom idyllischen Bauernhof

Es grünt wieder so grün, wenn am 18. Januar die Internationale Agrarleistungsschau am Berliner Funkturm ihre Tore öffnet. Die in Halle 21a angesiedelte Brandenburg-Schau ist der rot-roten Landesregierung auch diesmal wieder 640 000 Euro wert. Wer heute die Verpackungen von Eiern, Milch oder Käse betrachtet, der wird dabei nicht selten auf eine altväterliche Bauernhofidylle stoßen, die der Heidi...

ndPlusHeidrun Böger, Leipzig

Nadia studiert Biologie – mit 13 Jahren

Das Frühstudium gibt es in verschiedenen Bundesländern, in Sachsen bieten es derzeit fünf Universitäten und Hochschulen an, darunter die TU Dresden. Dort studiert mit Nadia Metzkow eine der jüngsten Studentinnen nicht nur in Sachsen.

Harald Lachmann

Vom Knacken harter Nüsse

Nirgendwo in Deutschland reifen annähernd so viele Haselnüsse auf einer Plantage wie im mittelsächsischen Dürrweitzschen. Doch der Betrieb hatte einige Probleme zu meistern.

ndPlusAndreas Fritsche

Ein rot eingefärbtes Gesetz

Wer den Zusammenschluss der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) mit der Senftenberger Hochschule Lausitz (HL) partout nicht will, den wird das nicht befriedigen. Aber die rot-rote Koalition kommt den Kritikern ein wenig entgegen. Die Wissenschafts- und Bildungsexperten von SPD und LINKE haben sich jetzt auf sechs Änderungen am Gesetz zur Errichtung der neuen Universität verstän...

ndPlusNicole Bastong, dpa

Wie Leidingen zum Grenzfall wurde

Seit 1827 ist Leidingen geteilt: Die deutsch-französische Grenze verläuft genau durch das einst gemeinsame Dorfgebiet. Erst eine Männerfreundschaft sorgt allmählich dafür, dass beide Orte sich in letzter Zeit wieder näher kommen.

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Rauchzeichen über Hiroshima

Rauchzeichen über Hiroshima

Ins Deutsche übersetzt heißt Hiroshima »weitläufige Insel«. Eine Benennung, die zu Sarkasmus verführt, der ja schon immer ein hilfreiches Mittel war, Schrecken ertragen zu können. Weitläufig war das Gebiet der Stadt Hiroshima an jenem 6. August 1945 kurz nach 8.15 Uhr Ortszeit in der Tat. Wir meinen alles über das Ereignis zu kennen und gieren doch nach neuen Bildern, die den Schrecken i...

Aktuelles Werk

Der Bielefelder Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2013. Bogdal werde für sein bahnbrechendes Werk »Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung« geehrt, teilte das Kulturamt der Stadt am Mittwoch mit. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Er wird am 13. März zur Eröffnung der Leipziger Buchme...

Asche aus KZ zu Kunst?

Ein Bild, das mit der Asche von Nazi-Opfern entstanden sein soll, hat die polnische Justiz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft in Lublin nahm am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen einen schwedischen Künstler auf. Es gehe um den Verdacht von Leichenschändung und der Störung der Totenruhe, sagte ein Behördensprecher der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Schwedische Medien hatten im...

Thomas Blum

Ein Theater an der Kante

Weil Kultur Geld kostet, ist sie nicht beliebt. Aus den Landeshaushalten fließen nur wenig finanzielle Mittel an Kulturinstitutionen, die man als etwas Lästiges betrachtet, das mit Geldbeträgen gefüttert werden muss, obgleich es keinen Profit abwirft. Doch ein Bürgermeister sollte wissen, dass die Stadt, die er verwaltet, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aufregender und interessanter wird, wenn das stadteigene Theater kaputtgespart wird.

ndPlusUwe Stolzmann

Freiwillig nach Auschwitz?

Eine Geschichte, die um Unvorstellbares kreist. März 1943: Emma, 23, eine Jüdin aus der Gegend von Wuppertal, reist aus freien Stücken ins Ghetto Theresienstadt, sie will in der Nähe der blinden Mutter sein. 1944 wird die Mutter nach Auschwitz deportiert, die Tochter fährt mit, in einem Güterzug voller Blinder. Auf der Rampe drängen die Frauen zueinander, doch ein SS-Mann, vielleicht Mengele, stößt Emma zurück. Der Schlag zertrümmert ihren Kiefer - und rettet ihr das Leben.

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Starke Frauen im Osten

Stefanie: Sie wollte nie Model werden. Sie war selbst Fotografin, Designerin, ist jetzt Marketingchefin eines Unternehmens. »Ihr Selbstbewusstsein, das weiß sie, hat sie auch durch das Fotografieren mit Rössler gewonnen«, heißt es im Buch »Starke Frauen im Osten«. Es gilt einem Meister der Aktfotografie: Günter Rössler, der am 31. Dezember 2012, kurz vor seinem 87. Geburtstag, gestorben ist. Zu se...

Christel Berger

Kein »kleiner Roman«

Angesichts der Fernsehbilder von überglücklichen Menschen während des Mauerfalls, wie oft habe ich mir gewünscht, deren weitere Schicksale zu erfahren! War das Riesenglück auch in den späteren Alltag eingezogen? Was kam, nachdem die Schreie »Wahnsinn!« verklungen war? Brigitte Struzyk muss es ähnlich gegangen sein. Ausgangspunkt für ihren Roman ist ein Foto vom 10. November 1989, auf dem drei M...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Eine übrig gebliebene Leidenschaft

Licht, klar und dabei tänzerisch schwebend - so ist die Sprache von Julia Schoch. Feinstens gearbeitet, aber wodurch das Buch vor allem beeindruckt: Es ist ganz und gar stimmig, sei es nun selbst erlebt oder fiktiv. Man glaubt ersteres. Wenn Laien-Autoren schreiben, was ihnen widerfahren ist, tun sie es meist mit Vorbehalten: viel enthüllen, aber nicht alles, weil es vornehmlich darum geht, selbst...

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Wissenschaftler

Wissenschaftler (und natürlich ebenso Wissenschaftlerinnen) sind ja eigentlich auch nur Menschen mit den üblichen Fehlern und Schwächen und deshalb ist es nicht besonders verwunderlich, dass einige von ihnen auch mal mit den Gesetzen mehr oder minder heftig in Konflikt kommen. Daher kann man sich durchaus die Frage stellen, ob das Thema »Wissenschaft im Kreuzverhör« ausreichend ergiebig ist, um da...

Birgit Gärtner

Eine unglaubliche Verkettung von Skandalen

Der Fall Mumia Abu-Jamal füllt Dutzende von Aktenordnern - zunächst die des FBI, sodann die verschiedener Gerichte. Seine spektakuläre und aufrüttelnde Geschichte wurde mehrfach zwischen zwei Buchdeckel gepresst, vertont und verfilmt. Sein Schicksal bewegt und erregt Millionen Menschen auf der Welt. Nur ein Mensch betrachtet ihn nüchtern: Mumia Abu-Jamal selbst.

ndPlusPeer Kösling

Zum Glück nicht akademisch versumpft

Eine Ausstellung und ein Buch zeichnen den Weg des jungen Karl Marx vom Studium zur Promotion nach. Zu verdanken sind diese verdienstvollen Präsente zum diesjährigen Doppeljubiläum des Philosophen dem StadtMuseum Bonn und dem Archiv der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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»nd« verlost Sixdays-Karten

Auch nd-Leser können Sechstage-Luft schnuppern: Rufen Sie heute zwischen 9 und 10 Uhr an und gewinnen Sie Tickets für die Berliner Sixdays (24.1. bis 29.1.2013). Telefon: 030/29 78 16 55. Wir haben 8 x 2 Karten für den Auftaktabend am 24. und 10 Familientickets für Sonntag, den 27. Januar zu vergeben. Falls Sie nicht zu den Gewinnern gehören, gibt's Karten auch unter 030/44 30 44 30 (Gegenbauer-Ti...

»Ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen«

Am Donnerstag beginnt in Bremen das traditionelle Sechstagerennen, das mit den Sixdays in Berlin (24. bis 29. Januar) zu den letzten deutschen Bastionen dieser einst legendären Bahnraddisziplin zählt. Mit dem Potsdamer ROBERT BARTKO, 37, Doppelolympiasieger in Sydney 2000, Vorjahressieger in Bremen und Publikumsliebling in Berlin, sprach JIRKA GRAHL.

ndPlusJürgen Holz

Die DEL sucht Star-Ersatz

In der Deutschen Eishockey Liga hat eine neue Eiszeit begonnen - ohne elf Spitzenspieler aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. Mit dem Ende des 113-tägigen dortigen Tarifstreits zwischen Spielergewerkschaft und Klubbesitzern droht so manchem deutschen Spitzenklub eine sportliche Talfahrt.

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Skandal um »Dr. Frankenstein«

In den Niederlanden hat der Neurologe schwere Fehler gemacht und ist in den größten medizinischen Strafprozess des Landes verwickelt. Dann arbeitete der Arzt deutschlandweit in Kliniken.

Shotgun aus dem Onlineshop

Der mutmaßliche »Batman«-Amokläufer James Holmes hat sich vor der Tat bei mindestens 16 Gelegenheiten legal Waffen und Munition gekauft. Insgesamt habe er von Mai und Juli 2012 vier Schusswaffen und 6300 Patronen sowie explosive Chemikalien erworben, erklärte ein Agent der US-Waffenkontrollbehörde ATF am Dienstag vor Gericht. Der 25-Jährige soll in der Nacht zum 20. Juli in die Premierenvorste...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Russland erlebt kältesten Winter seit 1938

In weiten Teilen Russlands leiden die Menschen unter der seit Wochen anhaltenden klirrenden Kälte. Besonders betroffen sind Obdachlose und alte Menschen. Tausende Todesopfer werden befürchtet.