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Machtkampf in der FDP

- Philipp Rösler hat sich im Machtkampf gegen Rainer Brüderle durchgesetzt und bleibt FDP-Chef. Brüderle wird Spitzenkandidat für den Bundestagswahlkampf. Zuvor hatte Rösler dem 67-jährigen Fraktionsvorsitzenden angeboten, die Parteispitze zu übernehmen.

Rösler bietet Rücktritt als FDP-Chef an

Philipp Rösler hat nach dpa-Informationen seinen Rücktritt als FDP-Vorsitzender angeboten. Zugleich schlug er am Montag im Präsidium vor, Fraktionschef Rainer Brüderle könne den Vorsitz übernehmen, falls er das wünsche. Noch offen ist, ob Brüderle das Angebot annimmt

Unten links

Weil der Bedarf an Papier stetig sinkt, braucht man bald keine Papiermacher mehr. Ein finnischer Papier- und Zellstoffhersteller fährt seine Jahresproduktion in Europa jetzt um 850 000 Tonnen zurück, schließt Fabriken, entlässt Arbeiter. Technischer Fortschritt eben, da kann man nichts machen. Elektronische Bücher konkurrieren munter mit ihren gedruckten Ahnen, die Raschelzeitung stirbt allmähl...

ndPlusUwe Kalbe

Teurer Rat

Es ist wie vorhergesagt: denkbar knapp. Die große Frage, ob Schwarz-Gelb weiterregieren kann oder von Rot-Grün ersetzt wird, könnte noch von einigen Zehnteln oder Überhangmandaten abhängen. Als sicher galt am Abend zumindest, dass Wackelkandidat FDP vom Schicksal, sprich von den Zweitstimmen einer erklecklichen Zahl von CDU-Wählern, begünstigt wurde. Während Wackelkandidat Linkspartei erneut eine Niederlage verkraften muss.

Martin Ling

Algerien: mindestens 80 Tote

Die Geiselnahme auf dem Gasfeld In Amenas ist vorbei: Mindestens 80 Menschen kamen während der tagelangen Geiselnahme und zwei Befreiungsaktionen der algerischen Armee ums Leben.

Opel soll in Bochum bleiben

Im Bochumer Jahrhunderthaus diskutieren heute Abend LINKE-Politiker, Gewerkschafter und Sozial-Verbands-Vertreter, was gegen die Schließung des hiesigen Opel-Werks getan werden kann. Marcus Meier ist für „nd“ vor Ort und berichtet an dieser Stelle live von der Debatte.

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ndPlusOliver Eberhardt

Linke zersplittert und zerstritten

Vor den Parlamentswahlen befindet sich Israels Linke in einer Krise: Zerstritten und zersplittert, hat sie Schwierigkeiten, sich in der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten zu verorten. Stattdessen wird mit Macht versucht, sich alle Optionen offen zu halten - auf Kosten des Programms.

Oliver Eberhardt

Netanjahu gibt sich siegessicher

In Israel wird morgen ein neues Parlament gewählt. Den Umfragen zufolge dürfte das Parteienbündnis von Premierminister Benjamin Netanjahu zur stärksten Fraktion werden. Doch das hat nicht viel zu sagen: Israels künftige Politik hängt weitgehend von der Zusammensetzung der künftigen Regierungskoalition ab: Wird sie ultrarechts sein? Oder zentristisch-konservativ?

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Mythos und Wahrheit

nd:Was hat Sie bewogen, Ihrem Buch »Die Erfindung des jüdischen Volkes« noch ein zweites Buch »Die Erfindung des Landes Israel« folgen zu lassen. Ist nicht im ersten schon alles gesagt? Sand: Nein. Damals ging es mir um die imaginierte Ethnie. Es gibt nicht »das jüdische Volk«. Das ist ein biblischer Mythos. Auch nicht die jüdische Nation. Als sich in Europa Nationalstaaten bildeten, haben jü...

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Gott und die Waffen

In den USA wehren sich Waffenbesitzer gegen die vom Präsidenten - in aller Mäßigung - versuchte Waffenrechtsreform. Am Samstag wurde zu landesweiten Protestkundgebungen aufgerufen und allzu viele gute Bürger ließen sich vor den Karren der Waffenlobby spannen. Aber wie glaubhaft ist Barack Obama in diesem Kampf überhaupt?

ndPlusVelten Schäfer

Risse in der Lobby

Es hat eine Zeit gegeben, in der es den grünen und sonstigen Ökos mit den Bauern so ging wie einst den linksradikalen K-Gruppen mit den Fabrikarbeitern: Die Projektionsobjekte taten alles andere, als sich mit den politisierten Mittelschichts-Städtern zu verbünden. Die Berliner Agrar-Demonstration am Samstag hat gezeigt, dass diese Situation Geschichte ist.

Martin Ling

Verpasste Entwicklung

Die Rückendeckung ist flächendeckend: Von Obama über Hollande bis zu Cameron und der norwegischen Regierung: Algeriens Militäraktion gegen die Islamisten in In Amenas wird als alternativlos beurteilt. Die Verantwortung für die mindestens 50 Toten wird der »Brigade der Vermummten« von Mokthar Belmokhtar zugeschrieben. In der Tat ist es mehr als fraglich, ob mit den zum äußersten entschlossenen T...

ndPlusKatja Herzberg

EU-Neuling

Der monatelange Machtpoker um die Nachfolge an der Spitze der Eurogruppe soll heute ein Ende nehmen, zumindest wenn es nach Jean-Claude Juncker geht. Schon seit Mitte 2012 drängt er auf die Wahl seines Nachfolgers. Mit Jeroen Dijsselbloem ist nun der geeignete Kompromisskandidat gefunden.

Dierk Hirschel

Irrtum oder Täuschung?

Jetzt ist es amtlich: Zwangsdiät schadet der Gesundheit. Vor Kurzem beichtete der Internationale Währungsfonds (IWF), er habe die Risiken und Nebenwirkungen des europäischen Spardiktats unterschätzt. Kurzum: Die Troika sparte Südeuropa in die Krise.

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Abreise ins Krisengebiet

Rund 240 Bundeswehrsoldaten traten gestern ihren »Patriot«-Einsatz der NATO an. Sie sollen das Hauptkontingent bilden, das zum Schutz der Türkei vor syrischen Luftangriffen im südtürkischen Kahramanmaras die Patriot-Luftabwehrsysteme bedienen soll.

ndPlusUwe Kalbe

Das Bekannte wählen

»Gespannt wie ein Flitzebogen« war SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil am Sonntag bei der Abgabe seiner Stimme. Dies ist nachvollziehbar - gerade mit Blick auf die bundespolitischen Konsequenzen der Wahl.

ndPlusMarcus Meier

Aufbegehren gegen die WAZ-Axt

Gut 1200 Menschen protestierten am Samstag in Dortmund gegen die geplante Entlassung fast sämtlicher Mitarbeiter der hier ansässigen »Westfälischen Rundschau«. Neben 270 Arbeitsplätzen sahen die Demonstranten durch die faktische Schließung der Traditionszeitung auch die Meinungsvielfalt in weiten Teilen Westfalens gefährdet.

Reimar Paul

»So sehen Verlierer aus«

Angesichts der bis zum Abend unklaren Mehrheitsverhältnisse im künftigen Niedersächsischen Landtag hielten sich die Landespolitiker mit Bewertungen zunächst auffällig zurück.

Hans-Gerd Öfinger

Merkel stärkt Bahnchef den Rücken

Im aktuellen Konflikt um eine weitere Liberalisierung und Zerschlagung des Eisenbahnwesens in Europa setzen Bahn-Management und Bundesregierung auf eine langsamere Gangart.

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Empörung über Katholische Kliniken

Die Kölner Staatsanwaltschaft wird nicht gegen die beiden katholischen Krankenhäuser ermitteln, die eine mutmaßlich vergewaltige Frau abgewiesen haben. Es bestehe kein Anfangsverdacht auf eine Straftat, sagte Behördensprecher Ulrich Bremer am Freitag.

René Heilig

Über den Wolken ...

Die EU-Kommission hat den Aufbau von Fluggastdatenbanken ausgeschrieben. Dabei hat das EU-Parlament der entsprechenden Richtlinie noch nicht zugestimmt. Kostenpunkt der Schnüffelaktion: 50 Millionen Euro. Die deutsche Regierung hat kalte Füße, doch die hält sie still.

Uwe Kalbe

Nörgelndes Leihgut

Leiharbeiter sind nicht nur am Arbeitsplatz und am Monatsende bei der Gehaltszahlung benachteiligt. Sie erhalten folgerichtig auch geringere Entgeltpunkte in der Rentenversicherung. Allein für die Mindestrente muss manch lebenslanger Zeitarbeiter 42 Jahre lang arbeiten.

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US-Regierung hält an gezielten Tötungen fest

Washington (AFP/nd). Die US-Regierung ist laut einem Pressebericht dabei, neue, klarere Richtlinien für die gezielte Tötung von Extremisten fertigzustellen. Das Regelwerk solle Präsident Barack Obama in den nächsten Wochen zur Zustimmung vorgelegt werden, meldete die »Washington Post« unter Berufung auf ungenannte Regierungsvertreter am Samstag. Demnach hat der Auslandsgeheimdienst CIA erreicht...

Proteste für Homo-Ehe

Tausende Menschen haben am Samstag in zahlreichen französischen Städten für die Homo-Ehe demonstriert. Allein in Toulouse gingen 8000 Demonstranten auf die Straße. Zu den Kundgebungen hatten Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen aufgerufen.

ndPlusDavid Graaff, Bogotá

FARC-Guerilla bringt sich in Stellung

Im Rahmen der Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla in Havanna zeichnen sich erste kleine Fortschritte ab. Die auslaufende Waffenruhe der FARC sorgt allerdings für Dissonanzen.

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Rajoy reagiert auf Vorwurf der Korruption

Madrid (dpa/nd). Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat in der Welle von Korruptionsaffären um die regierende Volkspartei (PP) eine »harte Hand« gegen jede Art von Unregelmäßigkeit versprochen. Beim Abschluss des PP-Kommunalgipfels in Almería wies Rajoy am Samstag zugleich Medienberichte über Schwarzgeldzahlungen an die Parteispitzen energisch zurück. PP-Generalsekretärin María Dolores de...

Christiane Sternberg, Nikosia

Zypern droht ab März der Bankrott

Beim Treffen der Eurogruppe am Montag werden Finanzhilfen für den Inselstaat Zypern zwar diskutiert, aber noch immer nicht beschlossen. Noch kann der Staat Löhne und Gehälter zahlen. Dazu hat sich die Regierung 250 Millionen Euro von halbstaatlichen Unternehmen geliehen.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Reisefreiheit à la cubana

Seit einer Woche sind sie in Kraft: Die neuen Reisebestimmungen in Kuba. Mit der im Oktober vergangenen Jahres angekündigten Gesetzesänderung wird die Ausreise für kubanische Bürgerinnen und Bürger erheblich erleichtert.

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Osram spart sich gesund

München (dpa/nd). Der Lampenhersteller Osram rechnet nach der Trennung von der Konzernmutter Siemens schon bald wieder mit Gewinnen. Bereits 2015 solle Osram einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 512 Millionen Euro erreichen, berichtete die »Wirtschaftswoche« unter Berufung auf interne Unternehmensunterlagen. Ein Konzernsprecher äußerte sich am Samstag in München nicht dazu. Im abgelaufene...

Velten Schäfer

Die Demeter-Guerilla

Nach Veranstalterangaben haben am Samstag in Berlin 25 000 Menschen für eine sozial-ökologisch ausgerichtete Agrarwirtschaft demonstriert. Vor allem die Grünen hatten ihr Vorfeld offenbar erfolgreich mobilisiert. Die Linkspartei tat sich schwerer mit den Protesten.

Marlene Göring

Mit Privatinvestoren gegen den Welthunger

Die Agrarminister von 84 Ländern wollen in der Landwirtschaft stärker auf Privatinvestoren setzen. Dies ist das Ergebnis eines Treffens auf der Grünen Woche.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Pro Bahn auf falschem Gleis

Karl-Peter Naumann teilt das Schicksal vieler seiner Altersgenossen. Der 62-jährige Diplom-Chemiker ist seinen Job bei einer Pharma-Firma los und findet trotz Fachkräftemangels keinen neuen. Für die Rente ist er zu jung.

ndPlusUlf Buschmann, Bremen

Woher es weht

China läuft uns nicht nur bei Solaranlagen langsam den Rang ab, auch beim Wind gibt es rasantes Wachstum. Eine Informationsveranstaltung in Bremen beleuchtete Chancen und Probleme.

Michael Lenz

Heiße Smartphones, glühende Politiker

Smartphones, Handynetze und Politikerhirne können in der flirrenden Hitze Australiens den Schmelzpunkt erreichen. Das bringt die anhaltende Hitzewelle an den Tag, die den fünften Kontinent heimsucht.

Kay Wagner, Brüssel

Zu viel Sparen ist auch nicht gut

Die deutschen Stadtwerke sind sauer auf die EU-Kommission. Die will nämlich den Wassersparern noch sparsamere Wasserhähne vorschreiben. Doch in Deutschland gibt's jetzt schon Probleme mit trockenen Rohren.

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Wissenschaft ohne Kontrolle

Berliner Wissenschaftseinrichtungen haben jahrelang ohne ausreichende Kontrolle Millionen Fördergelder aus der Landeskasse erhalten. Nach Informationen der »Berliner Morgenpost« handelt es sich um eine Summe von über 132 Millionen Euro, deren Verwendung nicht wie vorgeschrieben überprüft wurde.

Mehr Starts in Schönefeld

Wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens will die Berliner CDU Dutzende Flüge zum ehemaligen DDR-Flughafen Schönefeld verlagern. Es sei wichtig, die Anwohner des Flughafen Tegel zu entlasten, erklärte CDU-Generalsekretär Kai Wegner.

Historischer Humbug

Früher war keineswegs alles besser. Berlins Mitte wird nicht unbedingt schöner, wenn sie wieder wird wie einst. Darum soll doch der Neptunbrunnen ruhig vor dem Roten Rathaus bleiben, anstatt vor die geplante Kopie des alten Stadtschlosses verlegt zu werden. Metropolen verändern sich. Diskutieren kann man deshalb über alles.

Ulrike von Leszczynski, dpa

Mehr Frauen suchen Schutz in Notunterkünften

Die neue Kältewelle kann Berlins Obdachlosenunterkünfte erneut an den Rand ihrer Kapazität bringen. Bei der Stadtmission in des Nähe des Hauptbahnhofs gibt es 65 reguläre Schlafplätze. In den vergangenen Nächten kamen aber bis zu 150 Gäste, berichtet Sprecherin Ortrud Wohlwend. Eine neue Entwicklung sei, dass unter den Obdachlosen mehr Frauen seien als in den Vorjahren - in manchen Nächten bis ...

Nicolas Šustr

Reden mit der Basis

Über alles sprechen. Da dieser Selbstanspruch der Mitglieder der Piratenpartei nicht immer funktioniert und die Kommunikation mitunter holprig ist, versammelten sich Fraktion und Partei am Sonnabend zu einem »Kommunikations- und Kooperationstreffen« in Berlin.

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Volkmar Draeger

Verhüllte Persönlichkeit

Kunst aus Konfliktzonen auszustellen, das hat sich Pierre André Podbielski auf die Fahne geschrieben. Den Mittleren Osten meint das und etwa Nordafrika, auch Syrien, momentan der Konfliktherd schlechthin. Gegenwärtig zeigt er in seiner Galerie am Koppenplatz Werke einer Fotografin aus dem Iran. Nicht nur in ihrem Land ist Shadi Ghadirian, geboren 1974 in Teheran, mit Bachelor-Abschluss der Univ...

Antje Rößler

Die Winterreise des Herrn K.

Zwei Mädchen tanzen um einen Pferdeschlitten. Sie locken mit dem Finger. »Es wird lustig«, versprechen sie. Lustig wird es zwar nicht, aber äußerst vielschichtig: mit Kafka-Texten und Schubertliedern, Instrumental-Ensemble und Kinderchor. Kulissen gibt es nicht; stattdessen bemalt Ulrich Scheel per Laptop und Grafiktablett die Saalwände. All das vereint das Stück »Das Schloss. Eine Winterreise«...

ndPlusKarlen Vesper

Grenzen der Missionierung

»Der Film kam zu spät«, urteilt Bernd Albani, Pfarrer im Ruhestand. Anderthalb Wochen nach den Verhaftungen von Oppositionellen, die während der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration im Januar 1988 an Rosa Luxemburgs Diktum »Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden« erinnerten, wurde »Einer trage des anderen Last« im Berliner Kino »International« uraufgeführt. Die Idee zu diesem Spielfilm w...

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Braunkohle bis 2050

Leipzig (dpa/nd). Sachsens SPD hat auf einem Parteitag in Leipzig am Samstag Linien zur Energiepolitik beschlossen. Bis 2050 sollen erneuerbare Energien komplett den Bedarf an Strom, Wärme und für den Verkehr abdecken. Bis dahin hält die Partei die Nutzung der heimischen Braunkohle für die Energieversorgung für notwendig. Parteichef Martin Dulig warf der regierenden CDU/FDP-Koalition vor, nur w...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

In Niederwartha ist bald Pumpe

Die Energiewende braucht Speicher, nicht zuletzt Pumpspeicherkraftwerke. Doch genau ein solches will Vattenfall in Dresden abschalten - weil der Betrieb zu teuer gemacht wird.

Steffi Prutean, dpa

Wanderer zwischen den Welten

Er ist älter als der Dinosaurier, im Gegensatz zu diesem jedoch quicklebendig: der Stör. In märkischen Gewässern ausgestorben, soll er wieder heimisch werden.

ndPlusNicolas Šustr

Staatsschutz kontra Kochtopffrauen

Acht Monate. So lange haben die Aktivisten von »Kotti & Co« bereits ihre Zelte am unwirtlichen Herzen des Kreuzberger Kiezes aufgeschlagen. Gecekondu nennen sie ihr Camp, ein Begriff aus dem türkischen, der dort quasi über Nacht errichtete Schwarzbauten beschreibt. Zu dem fantasievoll gestalteten Bretterverschlag ist ein echter Wohncontainer hinzugekommen. Denn auch von winterlichen Frösten...

Hans-Rüdiger Bein, dpa

Elefant im Porzellanladen

Nach scharfer Kritik von Berlins Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD) und Gewerkschaftschefin Susanne Stumpenhusen will auch der Aufsichtsrat möglichst schnell aktiv werden und in einer Sondersitzung des Präsidiums Blaszkiewitz und den Betriebsrat des Tierparks Friedrichsfelde anhören.

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Streiks ausgesetzt

Hamburg (dpa/nd). Die Gewerkschaft Ver.di will die Streiks am Hamburger Flughafen vorerst aussetzen und die Tarifverhandlungen wieder aufnehmen. Der Ausstand am Freitag habe seine Wirkung nicht verfehlt, die Arbeitgeberseite habe ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. »Auf dieser Basis können wir uns wieder an den Verhandlungstisch setzen«, sagte Ver.di-Verhandlungsleiter Peter Bremme am Sa...

Dieter Hanisch, Kiel

Sonderstatus für den SSW wird angezweifelt

Ein Rechtsgutachten spricht dem SSW das Recht auf zwei seiner drei Mandate ab. Die schleswig-holsteinische Koalition aus SPD, Grünen und SSW hätte dann keine Mehrheit mehr.

Claudia Rothhammer, dpa

Einer der letzten seiner Art

In Deutschland gibt es nur noch etwa ein Dutzend Schallplattenmacher. Einer von ihnen ist Andreas Bauer aus Tiefenbach. Seine Kunden kommen aus der ganzen Welt.

ndPlusSebastian Stoll, epd

Spaziergang mit Hindernissen

Ein Ausflug mit dem Rollstuhl in die Innenstadt wird für Menschen mit Behinderung oft zum Hindernislauf. Deshalb lassen Städte wie Waldkirch bei Freiburg Rollifahrer testen, wie gut oder schlecht sie sich in ihrer Gemeinde zurechtfinden können.

ndPlusAndreas Fritsche

Auch BRD schoss auf Fliehende

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (LINKE) sucht einen Angehörigen des Bundesgrenzschutzes (BGS), der am 10. August 1991 in der Gegend von Forst einem Pkw hinterher geschossen hat. Er möchte ein Buch über den Fall schreiben, doch bei Behörden sind Dokumente darüber nicht auffindbar.

Rainer Funke

Der Zeitungskrieg zu Woltersdorf

Ganz merkwürdig: Neuerdings erscheinen in Woltersdorf (Oder-Spree) ein Mitteilungsblatt und zugleich ein Informationsblatt, die sich in Format und Layout ziemlich ähneln. In einer Auflage von 4000 Exemplaren gelangt das eine auf dem Postweg jeden zweiten Monat in alle Briefkästen der Gemeinde. Das andere, das sich aus Spenden von Einwohnern finanziert, wird in gleicher Stärke und Folge in den H...

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ndPlusWolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund brauchte einen neuen Toaster. In der Technikabteilung des Warenhauses erklärte ihm ein Mitarbeiter, der letzte Schrei seien intelligente Haushaltgeräte. »Sie denken mit und haben einen Intelligenzquotienten von bis zu 237!« schwärmte der Berater. Herr Mosekund musste an einen Artikel in einer Fachzeitschrift denken, in dem dargelegt worden war, dass Wesen mit höherer Intelligenz W...

Im Chor!

Volker Löschs Theater heizt auf - den Zorn, der vielleicht in vielen Gemütern hockt, ängstlich, mutlos, allein, aber der nun, in den aufjaulenden, aufstampfenden, aufmärscherischen Theaterfarcen dieses Regisseurs, einen Moment Gleichgesinntheit findet. Er ist mit seiner Regie zum Chorführer von Volkes Stimme geworden, die am sozialen Rand brüllt, jammert, fordert. Obdachlose, Prostituiert...

Faustkampf als Zivilcourage

nd: Warum haben Sie dieses Thema gewählt? Besuden: Wenn wir an den Holocaust denken, verbinden ihn alle mit Juden. Ganz wenige Geschichten beschäftigen sich mit dem Mord an den Roma und Sinti. Es wurden fast eine halbe Million Roma und Sinti von den Nazis umgebracht. Ich habe von der Geschichte vor 15 Jahren zum ersten Mal etwas gehört. Sie hat mich gleich interessiert, weil solch eine Story ...

Klaus Hammer

Maler-Fürst und Maler-Diplomat

Bereits als junger Mann war Peter Paul Rubens Hofmaler des Herzogs von Mantua gewesen und hatte in dessen Auftrag eine Reise an den spanischen Hof von Valladolid unternommen. Nach seiner Rückkehr ins heimische Antwerpen trat er in den Dienst des habsburgischen Statthalterpaares Albert und Isabella, das ihm ebenfalls politische Aufgaben übertrug.

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ndPlusKlaus Bellin und Rainer Hamacher

Zwei Künstler, zu Unrecht vergessen

In seinem letzten Buch, 1961 bei Luchterhand erschienen, erzählte er die eigene Geschichte zwischen den Anfängen im oberschlesischen Neiße und den Nachkriegsjahren in Italien. Aber er hatte nicht vor, sich stolz in Positur zu setzen.

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Max Haase

Überdreht

Vermasselt Pep Guardiola dem FC Bayern nun die Meisterschaft? Man muss ja Angst bekommen, dass der Titelkampf noch mal spannend wird, wenn man Uli Hoeneß, den Präsidenten, so reden hört.

»Die sind einfach doof«

»Das sind keine Fans, die sind einfach doof.« Mit diesen Worten hat Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh das unrühmliche Verhalten einiger Frankfurter Anhänger in Leverkusen (1:3) kommentiert. Bengalos wurden abgebrannt und Silvesterraketen abgeschossen.

Carsten Lappe, dpa

Diego zahlt zurück

Dieter Heckings Einstand als Trainer des VfL Wolfsburg ist geglückt. Zumindest vom Ergebnis her. Nach dem 2:0 gegen den VfB Stuttgart wartet auf den neuen Coach aber noch viel Arbeit. Auch hinter den Kulissen offenbart sich bei den Niedersachsen eine riesige Baustelle.

ndPlusChristoph Ruf, Nürnberg

Pekhart rettet Punkt

Michael Wiesinger hat bei seinem Debüt als Trainer des 1. FC Nürnberg nur einen Teilerfolg erzielt. Gegen den Hamburger SV, bei dem Spielmacher Rafael van der Vaart sein Comeback nach zwei Monaten gab, kamen die Franken nur zu einem 1:1 (0:0).

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Manfred Hönel

Stefan Nimke kehrt ins Velodrom zurück

Das Rundenkarussell beim Berliner Sechstagerennen dreht sich ab Donnerstag wieder im Velodrom. Dem Rausch der Jagden auf der Holzpiste kann sich kaum ein Fahrer entziehen.

ndPlusOliver Berger, dpa

»Bafana Bafana« eiskalt erwischt

52 Millionen Südafrikaner verzweifelt, 500 000 Kapverder begeistert. Das 0:0 in Johannesburg zwischen dem ambitionierten Gastgeber des Afrika-Cups und dem Underdog von den Atlantik-Inseln rührt die Fußball-Emotionen auf dem ganzen Kontinent.

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»Mit super Gefühl zur WM«

Mit einem breiten Lächeln griff sich Schlussläuferin Andrea Henkel auf den letzten Metern die deutsche Fahne, lief jubelnd über die Ziellinie und wurde von ihren überglücklichen Teamkolleginnen in die Arme genommen.

ndPlusErik Eggers, Barcelona

Handballer stürmen ins Viertelfinale

Die deutschen Handballer erreichten zwei Tage nach dem Sensationssieg gegen Titelverteidiger Frankreich mit dem Erfolg gegen Mazedonien das WM-Viertelfinale. Dort treffen sie auf den Sieger der Partie Spanien-Serbien.

Andreas Zellmer und Heiko Oldörp, dpa

Armstrong spricht von »Todesstrafe«

Am Ende kämpfte Lance Armstrong bei seiner TV-Beichte mit den Tränen - jetzt stehen wieder nüchterne Geschäfte auf der Tagesordnung. Die Bilanz sieht nicht gut aus für den Ex-Radprofi, dem nach jahrelangem Dopingbetrug kaum jemand Reue abnimmt. »Das war ein 75-Millionen-Dollar-Tag«, behauptete der tief Gestürzte in Anlehnung an den 10. Oktober 2012, als die US-Anti-Doping-Agentur USADA den vern...