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Unten links

Die Bundesbank will ihre Goldreserven aus dem Ausland zurückholen. Was man hat, das hat man. 700 Tonnen - eine gewaltige Last. So etwas will gut vorbereitet sein, damit nichts verrutscht im deutschen Untergrund. Als eine Art Stresstest ließ das Bundestiefbauamt diese Woche sechs Milliarden Tonnen Schnee auf die Oberfläche der BRD fallen. Das haben Meteorologen gemessen. Mal sehen, ob alles stab...

Kahlschlag bei Commerzbank

Die Gewerkschaft ver.di hat »entschiedenen Widerstand« gegen Pläne der Commerzbank angekündigt, weltweit bis zu 6000 Stellen zu streichen. Solche Kürzungen seien »in keiner Weise akzeptabel«, man wolle mit den Beschäftigten »im Schulterschluss diesen Kahlschlag bekämpfen«.

Martin Ling

Verhandeln ist möglich

Sie saßen schon vor der Intervention Frankreichs am Verhandlungstisch in Algier und Ouagadougou: Vertreter der malischen Islamisten Ansar al-Dine (Verteidiger des Glaubens). Nun hat sich ein Teil der Ansar al-Dine offen abgespalten, um als Islamische Bewegung von Azawad (MIA) klar die Grenze zu den Islamisten zu ziehen, die Terror gegen Zivilisten als selbstverständlich in ihrem Repertoire habe...

Richter bremsen Privatisierung der S-Bahn

Berlin (nd-Kröger). Die vom Berliner Senat geplante Teilprivatisierung der S-Bahn ab 2017 steht möglicherweise vor dem Aus. Das Berliner Kammergericht will eine Klage des S-Bahnmutterkonzerns Deutsche Bahn, der gegen die Ausschreibung der Ringbahn juristisch vorgegangen war, zur Klärung an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verweisen. Das Gericht hat das Auslegungsmonopol für EU-Verordnungen. ...

ndPlusMartin Ling

Risse in der islamistischen Front

Die Berichte über Menschenrechtsverletzungen malischer Truppen bei der Rückeroberung Nordmalis verdichten sich. Unterdessen ist mit der Ansar-al-Dine-Abspaltung Islamische Bewegung von Azawad eine neue Gruppe ins Rampenlicht getreten.

ndPlusJörg Meyer

Handel plant »Generalangriff«

Die Unternehmerverbände im Einzelhandel haben am Donnerstag in einer vermutlich abgesprochenen Aktion angekündigt, alle für den Einzelhandel geltenden Entgelt- und Manteltarifverträge bis zur Jahresmitte 2013 kündigen zu wollen. Das berichtete das »Handelsblatt« in seiner Onlineausgabe.

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Journalismus stiften?

2012 ging als Jahr des Zeitungssterbens in die Geschichte ein. Der Medienexperte der Grünen im NRW-Landtag, Oliver Keymis, glaubt dennoch nicht an ein Ende des gedruckten Zeitungswortes. Zeitungen mit intensiver Leser-Blatt-Bindung werde es in naher Zukunft noch geben.

ndPlusJürgen Amendt

Letzte Ausfahrt Internet

Das Jahr 2012 geht als Jahr des Zeitungssterbens in die Geschichte ein. In der Not rufen manche Vertreter der Branche nach dem Staat. Doch helfen staatliche Subventionen notleidenden Presseorganen wirklich? Liegt die Zukunft des Journalismus nicht vielmehr im Internet?

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Zsuzsanna Horváth, Budapest

Reise in die ungarische Wirklichkeit

Nimmt man den Schnellzug in Richtung Zürich, dauert die Reise vom Keleti-Bahnhof im Zentrum der ungarischen Hauptstadt Budapest zum Kelenfölder Vorstadtbahnhof nicht einmal eine Viertelstunde. Doch kann man der ungarischen Wirklichkeit in dieser kurzen Zeit geradezu unheimlich nahekommen.

ndPlusHannes Hofbauer

Der Nein-Sager aus Budapest

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gibt sich im eigenen Land gern als trotziger Widerständler im Kampf gegen das Diktat des Internationalen Währungsfonds (IWF). In der Praxis jedoch folgt er dessen Vorgaben - zum Schaden der Armen.

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Rainer Balcerowiak

Wider eigene Ansprüche

Die gewerkschaftlichen Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und der Eindämmung von Leiharbeit werden zu den großen Themen im Bundestagswahlkampf gehören. Da kann man wohl von einem klassischen Eigentor sprechen, wenn ausgerechnet der DGB über eine Tochterfirma auf dem Leiharbeitsmarkt aktiv ist und dort Beschäftigten sowohl den geforderten Mindestlohn als auch die tarif...

Olaf Standke

Aufschub in Washington

Der US-amerikanische Staat taumelt seit geraumer Zeit am Rande der Pleite. Erbittert stritten Demokraten und Republikaner in den vergangenen Monaten um Schulden und Budgets. Nun hat das von den Konservativen dominierte Repräsentantenhaus für eine Verschiebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze votiert. Die gültige - sagenhafte 16,39 Billionen Dollar (12,3 Billionen Euro) - wurde bereits am 31....

ndPlusKurt Stenger

Systemirrelevant

Als neue »Staatssparkasse« wird die Commerzbank verspottet. Der einstige Frankfurter Finanzriese, der noch vor einigen Jahren in die lichten Höhen der Deutschen Bank expandieren wollte, befindet sich inmitten eines Schrumpfprozesses. Das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen, Gewerbeimmobilien und Staatsanleihen wird abgewickelt, künftig soll es das weniger risikoreiche Geschäft mit Spareinlagen u...

Christin Odoj

Königsmacher

Wenn eine Regierungsbeteiligung lockt, dann gilt in der Politik immer noch der schöne Satz: »Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.« Auch Jair Lapid, den kaum jemand bei der israelischen Knesset-Wahl auf dem Schirm hatte, wandelt sich innerhalb weniger Stunden vom Netanjahu-Kritiker zum potenziellen Königsmacher. Seine Wahlkampfrhetorik, in der er noch gegen egozentrische Klientelpol...

Bleibt die Oper Baustelle?

Bleibt die Oper Baustelle?

nd: Sie fordern einen sofortigen Stopp der Sanierungsarbeiten an der Berliner Staatsoper. Was sind die Gründe dafür? Und wie soll es dann weiter gehen? Brauer: Durch die laufenden Veränderungen des Bedarfsprogramms entstanden bauliche Mehraufwendungen, deren Konsequenzen wir nicht abschätzen können. Wir wissen nur, dass auch der erhöhte Baukostenrahmen von jetzt 288 Millionen Euro nicht zu ha...

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Hundt mit Antihaltung

Frankfurt am Main (epd/nd). Die Arbeitgeber lehnen den von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgelegten Referentenentwurf für ein Präventionsgesetz ab. Gesundheitsförderung und Vorsorge seien wichtig, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«: »Aber die Kosten von zusätzlichen Präventionsleistungen dürfen nicht einseitig auf die Beitragszahler der ...

Schreddern war erlaubt

Bei der Vernichtung nicht mehr benötigter Akten im sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz hat es »keine Auffälligkeiten« gegeben. Diese Einschätzung traf Andreas Schurig, der oberste Datenschützer im Freistaat, nach einer Prüfung in der Behörde.

Arbeiten für Gottes Lohn?

Arbeiten für Gottes Lohn?

»Arbeiten für Gottes Lohn - Wie die Kirche ihre Sonderrechte ausnutzt«, hat die Filmemacherin Gita Datta ihre Reportage genannt, die am 28. Januar in der ARD ausgestrahlt wird (22.45 Uhr). Warum die evangelische Diakonie besonders negativ auffällt, hat sie Thomas Klatt berichtet.

ndPlusMarcus Meier

Unschuldslamm

Beschämt über, aber nicht verantwortlich für die Abweisung einer vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken: Kölns Kardinal Meisner reicht den Schwarzen Peter weiter an den Krankenhausbetreiber.

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Kretschmann geht auf Endlagersuche

Berlin (AFP/nd). Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will die neuen Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat für die Beratungen über das Verfahren für die Suche nach einem Atommüll-Endlager nutzen. Da es unterschiedliche Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat gebe, bestehe eine große Chance für einen Konsens, sagte Kretschmann der »Bild«-Zeitung. »Dieses politische Zeitfe...

Kipping: Linkspartei neu erfinden

Berlin (dpa/nd). Die Parteivorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat nach der Schlappe ihrer Partei bei der niedersächsischen Landtagswahl eine Neuorientierung angekündigt. »Ich glaube, wir müssen uns wirklich als Partei ein Stück weit neu erfinden«, sagte sie am Donnerstag im ZDF. »Es geht einfach um eine weitere Beschreibung der Funktion, die wir einnehmen in dieser Gesellschaft.« Die b...

Simon Poelchau

Wenn der Kiez kippt

In vielen Innenstädten steigen die Mieten in Schwindel erregende Höhen. Dass eine Wohngegend zum sozialen Brennpunkt wird, wollen weder Politik, noch Mieter oder Vermieter. Doch für gemeinsame Projekte, um dies zu verhindern, gibt es vom Staat nur wenig Geld.

Präzedenzfall für Kriegsdienstverweigerer

2004 war André Shepherd als Soldat der US-Armee sechs Monate in Irak stationiert. Als er wieder zurück zu seiner in Deutschland stationierten Einheit kam, verließ er wegen des Vorgehens des US-Militärs gegen Iraker im April 2007 die Truppe und beantragte in der Bundesrepublik Asyl.

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Berichte über Mordpläne in Venezuela

Caracas (dpa/nd). Der venezolanische Vizepräsident Nicolás Maduro sieht sich nach eigenen Angaben mit Attentatsplänen konfrontiert. Der Stellvertreter des zur Behandlung in Kuba weilenden krebskranken Staatschefs Hugo Chávez berichtete am Mittwoch von organisierten Gruppen, die nach Venezuela eingedrungen seien. Sie trachteten ihm und Parlamentspräsident Diosdado Cabello nach dem Leben. Die Opp...

Königstreue Vertreter in Jordanien vorn

Amman (AFP/nd). Stammesvertreter, Regierungstreue und unabhängige Geschäftsleute liegen ersten Ergebnissen vom Donnerstag zufolge bei den Parlamentswahlen in Jordanien vorn. Sie dürften demnach die Mehrheit der Mandate in dem 150 Sitze zählenden Parlament auf sich vereinen können. Die Beteiligung an der von der Opposition boykottierten Wahl lag der Wahlkommission zufolge bei 56,6 Prozent. ...

Nordkorea verkündet Atomtestpläne

Seoul (AFP/nd). Die Koreanische Demokratische Volksrepublik (Nordkorea) will nach eigenen Angaben zum dritten Mal einen Atomwaffentest unternehmen. Das berichtete die Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag unter Berufung auf die Nationale Verteidigungskommission. »Wir verhehlen nicht, dass die verschiedenen Satelliten und Langstreckenraketen, die wir weiterhin starten werden, und auch der Atomve...

ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Votum für Kataloniens Selbstbestimmung

Das Regionalparlament Kataloniens hat sich bei seiner ersten Sitzung am Mittwoch für ein Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien im kommenden Jahr ausgesprochen. Die Abgeordneten stimmten mit 85 zu 41 Stimmen dafür, einen Prozess einzuleiten, die Bürger entscheiden zu lassen.

Julian Bartosz, Wroclaw

Polen trauert um Kardinal Glemp

Der Tod des früheren Primas der katholischen Kirche in Polen, Kardinal Jozef Glemp, hat in dem Land große Trauer ausgelöst. Glemp war am Mittwoch im Alter von 83 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

Netanjahu buhlt um Koalition mit Lapid

Bei der Parlamentswahl in Israel hat das Lager aus rechten und religiösen Parteien doch eine hauchdünne Mehrheit von 61 der 120 Mandate erzielt. Das berichtete Radio Israel am Donnerstag unter Berufung auf Informationen aus der Zentralen Wahlkommission.

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Katja Herzberg

Cameron distanziert sich weiter

Es hatten sich noch nicht einmal besonders viele Europa-Politiker, geschweige denn all jene Persönlichkeiten, die sich für zuständig halten, zur Rede des britischen Premiers vom Mittwoch zu Wort gemeldet, da legte David Cameron gleich nach: Großbritannien werde wohl nie den Euro einführen, der Forderung, die EU müsse eine »politische Union« sein, stimme er nicht zu, so der Tory-Chef beim Weltwi...

ndPlusOlaf Standke

Zeman und Schwarzenberg Kopf an Kopf

Mit einem letzten großen Fernsehduell zwischen Milos Zeman und Karel Schwarzenberg, den beiden verbliebenen Kandidaten für das Amt des tschechischen Staatschefs, endete am Donnerstagabend der Wahlkampf vor dem entscheidenden Urnengang heute und morgen. Es dürfte ein enges Rennen werden.

Martin Ling

Lateinamerika ist kein Bittsteller mehr

Vor 14 Jahren ging es in Rio de Janeiro mit den EU-Lateinamerika-KarbikGipfeln los. Seitdem haben sich die Machtverhältnisse stark verschoben. Beim siebten Gipfel am 26. und 27. Januar trifft ein selbstbewusstes Lateinamerika auf ein krisengeschütteltes Europa.

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27 500 für Volksbegehren

(dpa). Gegen die Baupläne für das Tempelhofer Feld haben in fünf Wochen mehr als 27 500 Berliner unterschrieben. Das teilte die Bürgerinitiative »100% Tempelhofer Feld« am Donnerstag mit. Sie sammelt die Unterschriften, um einen Volksentscheid gegen die Bebauung zu erreichen. Die Initiative will die Unterschriften am 31. Januar dem Senat übergeben. Bestätigt dieser, dass mindestens 20 000 Unter...

Kleinere Wohnungen

(epd). Wegen der steigenden Mieten in der Hauptstadt sollen Neubauwohnungen künftig kleiner werden. Das fordert Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) in der »Berliner Morgenpost«. Nach Vorstellung der Berliner SPD sollen landeseigene Wohnungsunternehmen in den kommenden sieben Jahren 70 000 zusätzliche Wohnungen bauen. Das allein werde aber nicht reichen, um den Bedarf zu decken...

Polizeieinsatz gegen Studenten

(dpa). Die Studentenvertretung der Freien Universität (FU) Berlin will nach einem Polizeieinsatz gegen protestierende Studenten die Abwahl der Präsidiums beantragen. Peter-André Alt sei als Präsident der FU nicht länger tragbar, teilte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) gestern mit. Die Studenten waren nach eigenen Angaben am Mittwoch von drei Hundertschaften der Polizei davon abgehalt...

Nicht über die Köpfe hinweg

Geht eigentlich noch irgendetwas am Flughafen mit rechten Dingen zu? Er wird am ungeeigneten Standort errichtet, die Baustelle ist ein einziges Chaos, beim Lärmschutz für die Anwohner wird getrickst und bei den Flugrouten im wahrsten Sinne des Wortes über die Köpfe der Leute hinweg geplant.

Andreas Fritsche

Der Reaktor BER II

Der Forschungsreaktor BER II befindet sich im Wald unweit des Wannsees, an der Glienicker Straße 100. Er wurde 1973 in Betrieb genommen. Die Leistung wurde bei einem Ausbau in den Jahren 1985 bis 1989 von fünf auf zehn Megawatt erhöht. Zum Vergleich: Atomkraftwerke können mit 3000 bis 4000 Megawatt aufwarten. Der Reaktor BER II kostet jährlich 35 Millionen Euro. Betreiber ist das Helmholt...

Rainer Balcerowiak

Volksbegehren für kommunalen Strom startet

Das Berliner Amtsblatt verkündete die Durchführung eines Volksbegehrens für die Rekommunalisierung der Berliner Stromnetze und die Gründung eines landeseigenen Energieversorgers. Am 11. Februar beginnt die Unterschriftensammlung für einen entsprechenden Gesetzentwurf.

ndPlusBernd Kammer

Wannseeroute abgestürzt

Als »sensationellen Erfolg« der Fluglärmgegner und »Klatsche für den Bundesverkehrsminister« hat die BI Kleinmachnow die Entscheidung des OVG Berlin-Brandenburg zur Flugroutenplanung gewertet. Das Gericht hatte am Mittwochabend die sogenannte Wannseeroute für rechtswidrig erklärt.

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Ehrung für Hallervorden

(dpa). Der Schauspieler und Komiker Dieter Hallervorden (77) wird bei der Verleihung der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk geehrt. Der Medienpreis wird Hallervorden am 2. Februar bei einer Gala in Berlin überreicht. Das ZDF überträgt die von Hape Kerkeling moderierte Show live. Hallervorden gilt als einer der Väter der deutschen Comedy. Er gründete 1960 das Kabarett »Die Wühlmäuse«, leg...

Fotopreis verliehen

(dpa). Die Berlinerin Stephanie Steinkopf ist Gewinnerin des Vattenfall Fotopreises. Sie erhielt die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Fotoserie »Manhattan«. In eindringlichen Bildern schildert sie das Leben in einer Plattenbausiedlung im Oderbruch, die früher ein Prestigeobjekt der DDR war. Der zweite Preis (8000 Euro) wurde dem Japaner Hajime Kimura für Erinnerungen an seinen ver...

Neumann würdigt Kinemathek

(dpa). Die Deutsche Kinemathek wird 50 - und wird gefeiert. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erklärte vor dem Geburtstagsfest am Donnerstag, die Kinemathek halte mit ihren vielfältigen Angeboten und Ausstellungen die Filmgeschichte lebendig. »Sie ist ein nicht mehr wegzudenkender Akteur für die Sicherung und Pflege des Filmerbes«, sagte Neumann. Die Deutsche Kinemathek startete im...

Zahlen und Rätsel

(dpa). Der autistische US-Künstler George Widener zeigt von Freitag an seine rätselhaften Zahlenbilder in Berlin. In der Ausstellungsreihe »secret universe« stellt das Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof die wichtigsten Werkgruppen und mehrere neue Arbeiten des 50-Jährigen vor. Widener zählt zu den wichtigen Vertreter der »Outsider Art« (Außenseiter-Kunst). Er hat eine besondere Begabung ...

ndPlusReiner Oschmann

Wege aus der Verengung

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung veranstaltet dieses Jahr »Europäische Begegnungen« unter Autoren, um Rückzügen in nationale Verengungen zu widerstehen. Mittwochabend treffen sich dazu in der Akademie der Künste am Pariser Platz vor vollem Haus die britische Schriftstellerin A. L. Kennedy (Jg. 1965) und ihr deutscher Kollege Ingo Schulze (1962). Neben Erfahrungen ihrer Arbeit ruft...

Klaus Hammer

Aufbruch der »Malweiber«

Frauen in der Malerei: Das »Schlösschen im Hofgarten« in Wertheim (im Main-Tauber-Kreis), das über eine bedeutende Privatsammlung »Max Liebermann und Mitglieder der Berliner Sezession« verfügt, hat seit Jahren Ausstellungen zur Berliner Sezession veranstaltet.

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Aktion gegen Lärm

(dpa/nd). Der Staatssekretär für Stadtentwicklung, Christian Gaebler (SPD), startete am Donnerstag die Aktion »Berlin wird leiser - aktiv gegen Verkehrslärm«. Bis 22. Februar ist im Internet unter www.leises.berlin.de ein Dialogforum geöffnet, in dem alle Berliner nicht nur meckern, sondern auch Vorschläge machen und diskutieren können, wie Lärm zu verringern ist. Ein Expertenteam moderiert das...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Ein Hilfsfonds, der nicht hilft

Kein Thema hat die monatelangen Debatten um den Thüringer Doppelhaushalt so geprägt wie der Streit über die Höhe der Zahlungen des Landes an die Kommunen. Auch zur gestrigen Abschlusssitzung gab es wieder Proteste.

Simon Brost

Prävention tut not

35 Seiten dick ist die Studie mit dem Titel »Die Praxis von Vorurteils- und Gewaltprävention in zwei Berliner Quartieren«, deren Ergebnisse am Dienstag im Festsaal des Rathaus Charlottenburg vorgestellt wurden. Erstellt wurde sie von der Arbeitsstelle Jugendgewalt und Rechtsextremismus des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin, im Auftrag der Landeskommission »Berlin gegen Ge...

ndPlusPeter Nowak

Anwohner wollen mitbestimmen

Bis auf den letzten Platz war der Pavillon im Innenhof der Schule am Traveplatz in Friedrichshain besetzt. Die Besucher bildeten so einen Querschnitt der Bewohner im südlichen Teil von Friedrichshain. Sie wollten sich über ein Wohnungs-Bauprojekt informieren.

Dieter Hanisch, Kiel

Ende einer Geisterfahrt

Schleswig-Holstein hat seinen Sonderweg beim Glücksspiel beendet und tritt dem Staatsvertrag der 15 anderen Bundesländer bei. Der Landtag beschloss dafür gestern zwei Gesetze mit der Mehrheit der Regierungskoalition von SPD, Grünen und SSW.

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Reinigung der braunen Spree

Potsdam (dpa). Der Bergbausanierer LMBV plant Maßnahmen gegen die braune Verfärbung der Spree durch Eisenhydroxid und Sulfate. Er will bis April einen Projektantrag vorbereiten, um den Austritt der Schadstoffe aus alten Tagebauen einzudämmen. So sollen alte Reinigungsanlagen für Grubenwasser bei Vetschau und im sächsischen Burgneudorf wiederbelebt werden, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Zud...

Höhere Diäten für Politiker

Potsdam (dpa). Die Landtagsabgeordneten haben am Donnerstag im Landtag ohne Debatte und ohne Gegenstimmen über die Änderung des Abgeordnetengesetzes abgestimmt und sich damit für höhere Diäten entschieden. Zuletzt wurden im vergangenen August die Entschädigungen für Parlamentarier um 1,8 Prozent angehoben. Mit Jahresanfang steigen nun die Bezüge der Landtagsabgeordneten um 3,2 Prozent von 4584,...

Wilfried Neiße

Baubeginn für Synagoge in weiter Ferne

Der Abstand zwischen Komödie und Tragödie liegt oft genug im Auge des Betrachters. Die Umstände, unter denen in Potsdam eine Synagoge gebaut werden soll, aber nicht gebaut wird, beschäftigten gestern den Landtag. »Es gibt einen breiten politischen Konsens, den Synagogenneubau zu unterstützen«, betonte der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Scharfenberg (LINKE). Ursprünglich sollte die Synago...

Jochen Bülow, Düsseldorf

Anschub in der Flaute

Die Bootshersteller, Charterer und Marinas versprechen sich gute Geschäfte von der jüngsten Lockerung der Führerscheinbestimmungen für Freizeitkapitäne. Auf der Wassersportmesse »Boot 2013« in Düsseldorf sind zahlreiche Angebote an die neue Zielgruppe zu beobachten.

Andreas Fritsche

Universität mit vorläufiger Haltbarkeit

Die umstrittene Hochschulfusion in der Lausitz ist beschlossene Sache. Der brandenburgische Landtag machte am Mittwoch mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und LINKE endgültig den Weg dafür frei. Die Gegner der Fusion wollen ihr Volksbegehren im Frühjahr starten.

Große Donau-Kehre

Im jahrelangen Streit um den Donau-Ausbau ist die Vorentscheidung gefallen: Ministerpräsident Seehofer hat versichert, dass die Donau ohne Staustufe ausgebaut werden soll. Doch die Opposition traut dem Frieden noch nicht - und fordert eine dauerhafte Festlegung. Das will auch die FDP.

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Spinnen die Briten?

nd: Nationalismus blüht und gedeiht in Europa. Schottland will das Vereinigte Königreich Großbritannien verlassen ... Follet: Ja, es soll dort 2014 ein Referendum über Verbleib oder Loslösung stattfinden. Aber Schottland ist seit drei Jahrhunderten so eng mit England verknüpft, dass mir eine Trennung unmöglich erscheint. Schottland wäre, allein auf sich gestellt, ein sehr armes Land. So verrü...

Jürgen Amendt

Kein Ort für Romantiker

Irgendwann vielleicht wird man die Geschichte des Sozialismus vom Ende her erzählen - also nicht vom Ende des Sozialismus her, sondern auf den Zeitpunkt bezogen, als sich die Wirklichkeit seiner bemächtigte. Utopie? Ein »nd im Club« zeigte, dass es diese Utopie schon als Experiment gab.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Selbstgespräch zu dritt

Rita ist glücklich, denn ihr Herz schlägt in der Brust des Geliebten. Rita ist unglücklich, denn der Geliebte bringt es nicht übers Herz, dieses gemeinsame Glück - so, wie man etwas über den Berg der Schwierigkeiten bringt. Und Rita erinnert sich - Glück und Unglück vernarbt?

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Das schlechte Gewissen der Dr. Schavan

Das schlechte Gewissen der Dr. Schavan

In der Debatte darum, ob die heutige Bundesbildungsministerin Annette Schavan bei ihrer Dissertation vor mehr als 30 Jahren geschummelt hat, ist der Schulterschluss zwischen Teilen der Wissenschaftselite und Politikern mit der Ministerin auffallend.

Detlef Träbert

Inklusive Schule - ein Vorteil auch für Hochbegabte

»Die inklusive Schule ist ein Vorteil für alle Schüler, auch für die ohne sonderpädagogischen Förderbedarf und sogar für Hochbegabte«, betonte Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

ndPlusLena Tietgen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Vergangene Wochen traten in Berlin über 50 Schulen in den Warnstreik zur Unterstützung der anstehenden Tarifauseinandersetzungen angestellter Lehrkräfte. Noch immer erhalten sie einen geringeren Lohn als ihre verbeamteten Kollegen.

ndPlusStefan Mentschel, Delhi

Söhne haben Vorrang

Die brutale Vergewaltigung einer jungen Frau in Indien hat im Land zu einer Debatte über die Rolle der Frau in der Gesellschaft geführt. Die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts beginnt aber schon im Kindesalter. Die Schulbildung endet für viele Mädchen bereits nach der Grundschule.

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Lohnabschlag bei Hochqualifizierten

Akademiker sind seltener arbeitslos als der Durchschnitt der Bevölkerung. Doch beim Berufseinstieg bekommen auch viele Hochschulabsolventen erst einmal nur eine befristete Beschäftigung: Unter jungen Akademikern mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung sind es rund 34 Prozent, mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung ist jeder Vierte befristet beschäftigt. Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage...

Flieger am Boden

Berlin (nd-Meyer). Ein Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf hat am Donnerstag für Verspätungen und Flugausfälle gesorgt. Die Dienstleitungsgewerkschaft ver.di will mit dem Ausstand den Druck in der laufenden Tarifrunde für die rund 34 000 Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Sicherheitsgewerbe. Ver.di will für die unterste Lohngruppe - derzeit 8,23 Euro ...

Ältere dürfen auch Berufsanfänger sein

Erfurt (dpa/nd). Ein 36-Jähriger kann nicht ohne weiteres von einem Traineeprogramm für Berufsanfänger ausgeschlossen werden. Lehnt ein öffentlicher Arbeitgeber einen derartigen Bewerber mit Berufserfahrung ab, so sei dies ein Indiz für eine Benachteiligung wegen dessen Alters, erklärte das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag in Erfurt (8 AZR 429/11). Der Arbeitgeber müsste beweisen, dass ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

International solidarisch

Wer immer noch behauptet, dass abhängig Beschäftigte in diesem Land nicht für ihre Belange kämpfen wollten oder könnten, der wird in diesen Tagen wieder einmal eines Besseren belehrt. »So gut wie noch nie« ist nach Angaben des Bundesstreikbeauftragten der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) jedenfalls der Zuspruch, den sie seit Montag mit ihrem Aufruf zu Warnstreiks in den bundesdeu...

Rainer Balcerowiak

DGB macht auch in Leiharbeit

Die Leiharbeitsfirma Weitblick Personalpartner GmbH ist eine Tochter des DGB-Berufsbildungswerks. Das passt nicht zum Kampf des DGB gegen Niedriglöhne und eben: Leiharbeit.

ndPlusLutz Pohle

Chinas Arbeiter kämpfen für ihre Rechte

Das Jahr 2013 begann in China mit einer Reihe von Streiks. Obwohl es nach wie vor offiziell kein Streikrecht gibt, haben Arbeiter in Zulieferfirmen für internationale Konzerne im Januar die Arbeit niedergelegt. Sie protestierten gegen niedrige Bezahlung und miserable Arbeitsbedingungen.

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Urs Fitze, Davos

Besonders gefährlich!

Der »Public Eye Award« für die gröbsten Verstöße gegen Menschenrechte und Umweltschutz geht in diesem Jahr an Shell und Goldman Sachs. Sowohl Jury als auch das Publikum werfen den Unternehmen außergewöhnliches Fehlverhalten vor.

ndPlusUlrike Henning

Plakate reichen nicht aus

Heute beginnt in Berlin mit knapp 1000 Teilnehmern der zweitägige Pflegekongress des Verlages Springer Medizin, der auch die Rahmenbedingungen des Berufsfeldes kritisch beleuchtet.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Beginn des Wettbewerbs um Wasser

Die Vergabe von Dienstleistungen der öffentlichen Hand hat grundsätzlich nach den Regeln des freien Wettbewerbs zu erfolgen. So der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbrauchschutz des EU-Parlaments. Kritiker befürchten eine Privatisierung der Wasserversorgung.

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Brüssel für mehr Stromtankstellen Brüssel

(AFP/nd). Die EU-Kommission will Europa einen rasanten Ausbau des Tank- und Ladenetzes für alternative Autoantriebe wie Strom und Gas vorschreiben. Deutschland müsste die Zahl der Ladestationen für Elektroautos von den bei der letzten Zählung im Jahr 2011 rund 2000 gezählten Stationen auf 150 000 im Jahr 2020 erhöhen, heißt es in dem Plan, den Verkehrskommissar Siim Kallas am Donnerstag in Brüs...

ndPlusChristoph Nitz

Apple erkundet die Grenzen des Wachstums

Apple gibt Quartalszahlen heraus und die Analysten sind enttäuscht. Zu hohe Erwartungen im Vorfeld dämpften die Begeisterung - und die Börsenkurse. Die Zahlen des Hauptkonkurrenten Google dagegen überzeugten.

Hermannus Pfeiffer

Commerzbank im Krisenmodus

Die teilverstaatlichte Commerzbank hat ihre Stellenabbaupläne konkretisiert: Der Vorstand will zwischen 4000 und 6000 Vollzeitarbeitsplätze im In- und Ausland bis 2016 streichen. Betriebsrat und Gewerkschaft halten das für unnötig. Widerstand ist angekündigt.

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Christoph Stukenbrock, SID

Ende einer Epoche

Nikola Karabatic starrte ins Leere. Während neben ihm die Kroaten ausgelassen tanzten, stand dem französischen Starhandballer der Schreck ins Gesicht geschrieben: So hatte sich der Ex-Kieler das Ende der goldenen Generation nicht vorgestellt. Nach dem Aus des Titelverteidigers im WM-Viertelfinale gegen Kroatien (23:30) steht im französischen Handball ein Umbruch an. Die Niederlage der sel...

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Frankfurt will den Schutz der Masse aushebeln

Bei Eintracht Frankfurt gefährden die Störer in den eigenen Fanreihen das sportliche und wirtschaftliche Fortkommen so arg, dass die Vereinsführung zu ungewöhnlichen Methoden greift. Zum Heimspiel am Sonnabend gegen Hoffenheim werden Absetzbewegungen bei den Ultras erwartet.

ndPlusErik Eggers, Saragossa

Ein Anfang ist gemacht

Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale: Die junge deutsche Mannschaft hat bei der WM Hoffnungen geweckt. Das Viertelfinalspiel der WM gegen Spanien wird sicher länger in Erinnerung bleiben, weil die Deutschen die Gastgeber an den Rand einer Niederlage gedrängt hatten.