Seite 1

Unten links

Schnee von gestern mag zwar uninteressant sein - ein Problem kann er dennoch darstellen. Wenn es zu viel davon gibt, liegt er nicht nur hinderlich herum. Die Frage ist auch: Wie und wann verschwindet er wieder? Um beim nächsten Tauwetter eine große Überschwemmung zu verhindern, hat die britische Umweltbehörde einen kühnen Plan entwickelt: Die Bürger sollen Millionen Schneemänner bauen, weil die...

Erinnern!

Am 30. Januar 1933 begann mit dem Machtantritt Hitlers ein Terror, der am 27. Januar 1945 mit der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz noch nicht zu Ende war. Bilder und Texte die an die Opfer des NS-Regimes, die Würde der Überlebenden, den Widerstand gegen die Faschisten erinnern

Christian Klemm

Raubtiere für die Bundeswehr

Bisher setzt die Bundeswehr in Afghanistan unbemannte Flugkörper nur zur Aufklärung ein. Das wird sich nun wohl ändern.

Wolfram Kastner

Der arge Weg des Gedenkens

Vor 80 Jahren begann das Terrorsystem der Nazis und ihrer Sympathisanten, das im Weltbrand endete. Es verursachte den Mord an Millionen Menschen sowie eine gigantische Umverteilung zugunsten der Raubmörder und ihrer Spießgesellen in Rüstungsindustrie, Wirtschaft und Banken.

Seite 2

nd-Spendenaktion

Liebe Leserinnen und Leser! Die nd-Spendenaktion 2012/2013 erreicht heute ihr publizistisches Ende - das Spendenkonto bleibt für Spätentschlossene noch ein paar Wochen geöffnet. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass das sinnvoll ist - da kommt noch was.

Christine Wiid, INKOTA

Das Land denen, die es bebauen!

Calisto Ribeiro, Geschäftsführer des Kleinbauernverbands ORAM, ist beeindruckt, als er erfährt, wie viel Geld die Leser und Leserinnen des »neuen deutschlands« schon für die Unterstützung der Kleinbauern in Nampula gespendet haben. Dort erklären geschulte Mitarbeiter von ORAM den Bauern das Landrecht in der jeweiligen Lokalsprache und verteilen Broschüren, in denen die Gesetzestexte verständlic...

Susanne Wienke, SODI

Existenzgrundlage für 600 vietnamesische Frauen

Die 26-jährige Van mit dem freundlichen runden Gesicht schaut etwas verlegen, als ihre Mutter zur Demonstration der Behinderung ihrer Tochter deren deformierte Füße auf den Couchtisch hebt. Als Kleinkind hatte sich Van an der offenen Feuerstelle im Haus verbrannt, als ihre Eltern auf dem Feld waren. Ihre Zwillingsschwester überlebte den Unfall nicht. Doch Van lässt sich nicht beirren. »Vo...

ndPlusMarianne Gysae, WFD

Filme können die Welt verändern

Wir haben alle Bilder im Kopf, die uns Orientierungshilfen im Alltag geben. Aber leider hindern sie uns auch oft daran, die Wirklichkeit anders als gewohnt wahrzunehmen. Das Team vom Filmprojekt »Steps for the Future« (STEPS) hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen im südlichen Afrika festgesetzte Bilder und Vorurteile infrage zu stellen und Toleranz zu förder...

Seite 3
ndPlusRoberto De Lapuente

Albtraum im Wohnzimmer

Neulich sah ich im Fernsehen den zweiten Teil von »Bridget Jones«. Dort trifft die Hauptdarstellerin auf einer Versammlung britischer Snobs eine Anwaltsgattin, die klarmacht, warum es schlecht sei, Obdachlosen Geld zu geben. Wegen des Saufens natürlich; ähnlich dachte Steinbrück letztens laut nach, und die Berechnung des Hartz-Regelsatzes beruht exakt auf dieser Prämisse. Die ganze Geschichte sei letztlich, so die feine Dame, dass sich diese Menschen entschlossen hätten, arm zu sein.

ndPlusOlaf-Michael Ostertag

Wir spielen arbeiten

Leise sirren die Computer. Dicht an dicht nebeneinander wie in der Schule sitzen Erwachsene und starren auf Bildschirme. Auf der Etage verteilen sich vier Großraumbüros. Sie gehen vom Flur links ab, nach rechts liegen die verglasten Einzelbüros. Konzentrierte Geschäftigkeit, hier und da ein Schwätzchen, ab und zu Lachen aus der Teeküche. Hier arbeitet eine große Firma, die zahlreic...

Seite 4
ndPlusKurt Stenger

Händel im Handel

Der Winterschlussverkauf läuft, dem Frost sei Dank, auf Hochtouren. Wenn die Kasse klingelt, so könnte man als unbedarfter Kunde meinen, sollte doch auch für die Kassiererin etwas rausspringen. Diese Rechnung hat man freilich ohne die Unternehmer im Einzelhandel gemacht.

Christian Klemm

Tödliche Menschenjagd

Vorgestern Abend war er wieder im Fernsehen zu sehen: der Predator. Ein außerirdisches Raubtier, das Jagd macht auf Menschen. Der Predator kennt keine Gnade und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Nur Science-Fiction aus Hollywood? Mitnichten! Die Menschenjagd ist bittere Realität.

Christin Odoj

An der vordersten Front

Von Frauen wird (und das ausnahmsweise auch von ihnen selbst) gerne behauptet, sie seien berechnender und gewiefter als Männer, wenn es um ihre Karriere geht. Und das ist des Öfteren Quatsch. Aber von vorne...

ndPlusSimon Poelchau

Pitbull?

»Massenvernichtungswaffen«, so nannte der Investor Warren Buffett Derivate wie verbriefte Hypothekenkredite. Infolge der Bankenkrise standen diese Finanzprodukte dann auch im Zentrum der Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC.

Verfassungsfeindliche LINKE?

Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll die Beobachtung der LINKEN weitgehend eingestellt haben. Nur Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will die Partei dort weiter rundum überwachen lassen. Was macht die bayerische Linkspartei so gefährlich?

Seite 5
Jörg Meyer

Handel legt die Axt an

Nach der Ankündigung der Arbeitgeber, die Entgelt- und Manteltarifverträge zu kündigen, verspricht die Gewerkschaft harte Auseinandersetzungen im Einzelhandel. Es geht um die Arbeitsbedingungen von mehr als 2,7 Millionen abhängig Beschäftigten in einer der wichtigsten Branchen

ndPlusHoussam Hamade

Der Wirtschaft auf die Finger schauen

Mittel aus der Wirtschaft werden immer wichtiger für die Hochschulen. Damit mehren sich auch Sorgen um die Unabhängigkeit der Wissenschaft. Das gerade in Betrieb genommene Internet-Portal hochschulwatch.de sammelt Informationen zu fragwürdigen Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen.

Seite 6

Nimm nur, was du brauchst

Wer sich über das Innenleben der LINKEN informieren will, kommt an Hans Modrow kaum vorbei: SED-Reformer, Regierungschef, Oppositionspolitiker, Ehrenvorsitzender. Bis heute begehrter Gesprächspartner, Kontaktanbahner, Genossenversteher. Nie um einen Rat verlegen; oft in Sorge, die Jüngeren könnten den Ernst der Lage verkennen. Hans Modrow, nach wie vor mit enormem Reise- und Debattenpensum, wir...

»Die LINKE fehlt mir nicht«

Verärgert über die rot-grüne Agenda 2010 verließ Michael Höntsch 2004 die SPD und schloss sich der Linkspartei an. 2010 kehrte er zu der SPD zurück. Bei der niedersächsischen Landtagswahl errang er nun ein Direktmandat. Mit ihm sprach Stefan Otto.

Reimar Paul

Druck von allen Seiten

Die neue rot-grüne niedersächsische Landesregierung ist noch gar nicht im Amt. Doch die Erwartungen sind hoch. Und widersprüchlich.

Seite 7
Anna Maldini, Rom

Kurse in Rassenhass und Antisemitismus

In Neapel sind zehn Mitglieder neofaschistischer Organisationen verhaftet worden. Unter ihnen eine junge Frau, die bei den kommenden Parlamentswahlen als Kandidatin für die rechtsextreme »Casa Pound« antritt.

Tränengas auf dem Platz der Befreiung

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Beginns der Volksaufstands in Ägypten versammelten sich am Freitag Tausende Menschen auf dem Kairoer Tahrirplatz. »Nieder mit der Macht des Führers«, rief die Menge mit Blick auf Präsident Mursis Muslimbruderschaft.

Seite 8
ndPlusPepe Egger

Duma gegen »homosexuelle Propaganda«

Das russische Parlament hat am Freitag in erster Lesung ein Gesetz verabschiedet, das die »Propaganda von Homosexualität« unter Minderjährigen verbietet. Polens Parlament lehnte derweil die Einführung homosexueller Lebenspartnerschaften ab.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Streit um Kosmodrom Baikonur

Es war zumindest eine unfreundliche Geste: Am Vorabend des Moskaubesuchs von Kasachstans Außenminister Erlan Idrissow, der am Freitag zu Ende ging, schlug das russische Außenministerium harte Töne im Streit um den Weltraumbahnhof Baikonur an.

ndPlusPepe Egger

Tunesiens Unvollendete

Zwei Jahre nach dem Umsturz ist Tunesien ein gespaltenes Land im Übergang: Während die Gewerkschaften und die Linke die Revolution zu voll-enden trachten, verhandeln die Islamisten in der Übergangsregierung ein Beistandsabkommen mit dem IWF.

Seite 9

Tritt auf die Bremse

Nach dem Flughafen jetzt die S-Bahn: Die Juristen bekommen Arbeit. Denn beiden Baustellen ist gemein, dass auf ihnen vieles falsch läuft und die Interessen der Anwohner bzw. Fahrgäste nicht im Mittelpunkt stehen. Auch bei der S-Bahn ist kein Ende der Misere in Sicht.

Bernd Kammer

Juristen stellen Weichen für die S-Bahn

S-Bahnfahrgäste mussten auch gestern wieder bibbern. Besonders auf der Ringbahn gab es lange Wartezeiten, da die Züge wieder nur alle zehn statt alle fünf Minuten kamen. Flugschnee und vereiste Türen sorgen für Fahrzeugmangel. Besonders die alten Baureihen 480 und 485 sind anfällig.

Linke Machtoptionen jenseits der SPD?

Linke Machtoptionen jenseits der SPD?

Daniel Wesener ist seit März 2011 Landesvorsitzender der Berliner Grünen. Der 37-Jährige zählt zum linken Parteiflügel der Ökopartei. Über den taumelnden Berliner Senat, Koalitionsoptionen jenseits von Rot-Schwarz und der Vision von künftigen linken Allianzen sprach mit ihm nd-Redakteur Martin Kröger.

Seite 10
Martin Hatzius

Ein freier Geist

Eine Autobiografie schreiben? Eigentlich anmaßend!, sagt Ekkehart Krippendorff im Literaturforum des Brecht-Hauses. Wen soll das interessieren über den engsten Kreis hinaus? Sanftmütig, gar nicht eitel und fast ein wenig überrascht von der großen Zahl derer, die ihm zuhören, blickt der 78-Jährige ins Publikum. Nicht etwa »Mein Leben« heißt das Buch, das der Politologe und Publizist hier im Gesp...

ndPlusDanuta Schmidt

Politische Poeme

Am Donnerstagabend sang Irina Liebmann im Roten Salon der Volksbühne »das Lied vom Hackeschen Markt.« Ein Stück Gesang bei einer Buchpremiere, dann wieder Text, dann wieder Lied. Das war neu. In Liebmanns Buch »Das Lied vom Hackeschen Markt« sind drei »politische Poeme« versammelt, Zeitdokumente, entstanden zwischen 1994 und 1999. In der Titelgeschichte erzählt die Autorin, wie sich Raum und Ar...

Kira Taszman

Helden und Kuriositäten

Stalingrad - kein Name klang während des Zweiten Weltkriegs in deutschen Ohren furchterregender und in sowjetischen Ohren triumphaler als jener. Immerhin läutete die legendäre Schlacht um Stalingrad Anfang 1943 die militärische Wende des 2. Weltkrieges ein.

Seite 11

Nach Drohung vertagt

Die eigentlich für morgen geplante zweite Runde der Bürgermeisterwahl im erzgebirgischen Thalheim musste abgesagt werden. Sie soll nun erst am 10. März stattfinden, heißt es in einer »Notbekanntmachung«.

ndPlusHendrik Lasch, Leipzig

Wahlkampf mit Kondomen und Kanone

In Leipzig wird morgen ein neuer OB gewählt. Seit 1990 stellt die SPD in Sachsens größter Stadt den Rathauschef. Auch diesmal liegt die Latte für die fünf Herausforderer sehr hoch.

ndPlusJoachim Mangler, dpa

Küsten, Seen, Nichtschwimmer

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land voller Strände. Doch eine wachsende Zahl der Kinder bis zwölf Jahre kann nicht schwimmen - und wird es auch nicht mehr lernen.

Rainer Balcerowiak

Volksbegehren für kommunalen Strom startet

Nun ist es offiziell: Das Berliner Amtsblatt verkündete die Durchführung eines Volksbegehrens für die Rekommunalisierung der Berliner Stromnetze und die Gründung eines landeseigenen Energieversorgers. Am 11. Februar beginnt die Unterschriftensammlung für einen entsprechenden Gesetzentwurf, den der Berliner Energietisch, ein Bündnis aus rund 50 Parteien, Organisationen und Initiativen, erarbeitet hat.

ndPlusRobert D. Meyer

Jugendarbeit kämpft um Existenz

Charlottenburg-Wilmersdorfs Jugendstadträtin Elfi Jantzen (Grüne) gehört nicht zu denen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit Alarm schlagen. Doch im Fall der immer stärker ins Hintertreffen geratenen Jugendhilfe versteht Jantzen keinen Spaß und präsentiert dem Jugendausschuss des Abgeordnetenhauses sogleich ein drastisches Beispiel: 18 Wochen dürfen Antragsteller derzeit auf die Auszahlung...

Seite 12
ndPlusAndreas Fritsche

Es geht doch nicht um Müller, Meier oder Kühne

Am heutigen Sonnabend soll im Schützenhaus Altdöbern der LINKE-Kandidat für den Bundestagswahlkreis 65 nominiert werden. Es bewirbt sich Matthias Mnich. Der 41-jährige Anwalt aus Lübbenau will im Bundestag helfen, dass »ungerechte und volkswirtschaftliche unsinnige Gesetze« wie die Hartz-IV-Regelungen »in die Mülltonne versenkt werden«.

Uwe Kraus, Goslar

Berggeheimnisse und Märchenfeen

Zum sechsten Mal lädt der Harz ab 1. Februar zum KulturWinter ein. Schlösser, Theater und Bergwerke bieten besondere Programme - und sogar das Innere einer Staumauer kann besichtigt werden. Der KulturWinter ist die einzige gemeinsame Kulturreihe der Harz-Länder Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen.

Wilfried Neiße

Fluglärmgegner wollen nur Nachtruhe

SPD und LINKE sollen im Landtag für ein Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr in Schönefeld stimmen. Dann würde die Volksinitiative für ein konsequentes Nachtflugverbot auf weitergehenden Forderungen nicht bestehen und auf einen Volksentscheid verzichten.

ndPlusLea Sibbel, dpa

Patientengespräch op Platt

Seit Deutschland die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen unterzeichnet hat, gilt dem Niederdeutschen wieder besondere Aufmerksamkeit. In einem Hamburger Krankenhaus soll das Plattdeutsche nun ein Stück Zuhause ins Klinikleben der Patienten zu bringen.

Seite 15

IWF-Chefin kritisiert EU-Sparziele

Davos (dpa/nd). Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat erneut Kritik am starren Festhalten an den EU-Sparzielen geübt. »Es ist besser, sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen, als einen Gewaltmarsch hinzulegen«, sagte die Französin dem TV-Sender France 2 beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die europäischen Staaten sollten gemeinsam eine solche Entscheidung tref...

Banken zahlen 137 Milliarden früher zurück

Frankfurt am Main (AFP/nd). Banken der Eurozone wollen über 137 Milliarden Euro aus einem gigantischen Stützungsprogramm für den Finanzsektor vorzeitig an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. 278 Kreditinstitute hätten angekündigt, sich an der Rückzahlung der maximal für drei Jahre laufenden Kredite zu beteiligen, teilte die EZB am Freitag mit. Der erste mögliche Rückzahlungstermin i...

Benjamin Beutler

Falsche Partner gegen Hunger

Laut einer Studie gehen Partnerschaften zwischen Staaten und Konzernen oft auf Kosten der Bauern und der Nahrungsmittelsicherheit.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

»Lex Haspa« vom Tisch

Der öffentlich-rechtlichen Sparkassenstatus bleibt erhalten. Schleswig-Holsteins Koalition hat am Freitag eine Gesetzesnovelle beschlossen, die einen Einstieg privater Banken in die öffentlich-rechtlichen Sparkassen verhindern soll. Viele Beschäftigte fürchten aber um ihre Jobs.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Bild dir eine Europa-AG!

Die Rechtsform Europa-AG ist bislang ein Ladenhüter. Ein Medienriese will sich jetzt aber verwandeln.

Seite 16
ndPlusOliver Händler

Ende der Unbesiegbarkeit

Dreimal in Folge gewannen die Brose Baskets Bamberg zuletzt das Double im deutschen Basketball. Doch die Niederlage bei Alba Berlin in der Euroleague zeigt, dass die Übermannschaft der vergangenen Jahre ihre hochkarätigen Abgänge nicht kompensieren konnte.

Britta Körber, dpa

Nur Kopfschütteln für die Jury

Aljona Sawtschenko machte gute Miene zum bösen Spiel. Sieben Punkte Abstand konnte niemand erklären. Ungerecht? »Klar, das ist doch logisch«, meinte die 29 Jahre alte Paarlauf-Weltmeisterin nach der allzu klaren Titelentscheidung für die Russen Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow bei der Eiskunstlauf-EM in Zagreb. »Es ist nur schade für die Zuschauer. Sie alle sagen, das geht gar nicht.« ...

Alexander Ludewig

Rostock zwischen Zuversicht und Furcht

Leere. Tristesse. Die über zwölf Monate lang gesperrte Südtribüne im Stadion des FC Hansa Rostock war ein trauriges Sinnbild für die desolate Situation des Klubs. Abstieg im Mai 2012: Der Verein verschwindet wieder in der Drittklassigkeit.

Seite 17
Karlen Vesper

Leidenschaft in Moll

Sie lacht. Und bestätigt: »Oh ja, ich wurde schon oft auf Professor Mamlock angesprochen und gefragt, ob ich mit ihm verwandt bin. Dabei ist das doch eine fiktive Figur.« Außerdem hat Friedrich Wolf seinem Helden ein »c« geschenkt. »Denn kein größeres Verbrechen gibt es, als nicht kämpfen wollen, wo man kämpfen muss.« Mit diesen Worten setzt der ehemalige Kriegsteilnehmer und Hindenburg-W...

Seite 18
Manfred Weißbecker

Beeinflusst und berauscht

Wer vom Faschismus redet, muss zugleich über den Kapitalismus reden, lautet ein bekanntes und überaus berechtigtes Diktum. Kein Weg führt daran vorbei, es sei denn, zu Entlastung und Beschönigung des Letzteren. Muss aber auch über den Massenanhang der Nazis geredet werden?

Seite 19

»Ich weiß, wie verführbar Menschen sind«

Seit vielen Jahren hält Max Mannheimer mit Vorträgen und Reden die Erinnerung an die Zeit des Nazi-Regimes wach. Für seinen Kampf gegen das Vergessen und für die Demokratie wurde er vielfach ausgezeichnet und geehrt. Mit Max Mannheimer sprach Olaf Neumann.

Seite 20
Gerd Kaiser

»Denkt an mich in Liebe ...«

Im Fokus der öffentlichen Erinnerung in der Bundesrepublik an Opposition und Widerstand im »Dritten Reich« stehen die studentische Gruppe »Weiße Rose«, die Verschwörer um den Hitler-Attentäter Stauffenberg und die Bekennende Kirche. In den letzten Jahren wird auch der antifaschistische Kampf der »Roten Kapelle« - in der DDR geehrt, in der Altbundesrepublik als »Vaterlandsverräter« diffamiert - ...

Seite 21
Pfarrer Grüber war ungeheuer mutig

Pfarrer Grüber war ungeheuer mutig

Ich bin Halbjüdin, eine geborene Lewy; mein Vater war also der jüdische Teil. Meine Mutter war evangelisch, ist aber der jüdischen Religion nach der Heirat beigetreten. Meine Eltern waren nicht streng religiös, pflegten aber die jüdischen Bräuche, die jüdische Kultur. Ich erinnere mich: Jeden Freitag war Schabbes. Und wir feierten Schevat, das jüdische Neujahrsfest. Eingeschult wurde ich ...

Seite 22
ndPlusKurt Laser

Geist von ihrem Geist

Das Kino spielte für die Nazipropaganda schon früh eine Rolle. Dabei waren es nicht in erster Linie von den Propagandatrupps der Nazis selbst hergestellte Filme. Firmen wie die Ufa versuchten bereits vor dem Machtantritt der Nazis, NS-Propaganda unter die Massen zu bringen.

Günter Benser

Vermächtnisse und Versäumnisse

Als 1949 die beiden deutschen Staaten ins Leben traten, waren die schlimmen Folgen der am 30. Januar 1933 installierten faschistischen Diktatur noch allgegenwärtig. Die Regierungschefs sind aber auf sehr unterschiedliche Weise ihrer Verantwortung nachgekommen.

Seite 23
Die Erinnerung darf nicht enden
ndPlusEsther Redolfi

Die Erinnerung darf nicht enden

Der 27. Januar, der Tag, an dem 1945 die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau befreite, wurde 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts ausgerufen. Bereits 1996 wurde er bundesweiter Gedenktag.

Seite 25

Mehr Geld für Kultur?

Der Kulturkonvent Sachsen-Anhalt empfiehlt dem Land, den Kulturetat auf 100 Millionen Euro zu erhöhen. Darauf habe sich das Gremium bei seiner Abschlussabstimmung in Wittenberg geeinigt, sagte der Moderator des Konvents, Olaf Zimmermann, am Freitag. Aktuell liegt der Kulturetat bei rund 85 Millionen Euro. Zudem solle es einen Inflationsausgleich geben. Der Konvent habe sich zudem dafür ausgespr...

Asyl in Frankreich

Die in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilte Schriftstellerin Pinar Selek überlegt, politisches Asyl in Frankreich zu beantragen. Sie wolle aber weiter gegen die Verurteilung kämpfen, sagte die im Exil lebende Selek am Freitag in Straßburg. »Man hat mich zu einer Kriminellen gemacht«, sagte die Autorin, die sich erschüttert zeigte. »Ich werde weiterkämpfen, weil ich in meine Heimat zurück...

Weiwei plant Zeltstädte

Der in seinem Heimatland unter Arrest stehende chinesische Künstler Ai Weiwei will für die diesjährige Ausstellung Emscherkunst 1000 Zelte entlang der Emscher aufbauen. Während der Open-Air-Ausstellung sollen Besucher vom 22. Juni bis zum 6. Oktober im Emschertal zwischen den fünf Revierstädten Gelsenkirchen, Essen, Bottrop, Oberhausen und Dinslaken in Drei-Mann-Zelten übernachten können, wie d...

Jürgen Amendt

Die »Dirndl«-Affäre

Seit gestern gibt es auf dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter einen neuen sogenannten Hashtag. Unter dem Schlagwort »aufschrei« twittern Frauen Beispiele von ihnen widerfahrenen sexuellen Belästigungen. Die Zahl der Tweets geht mittlerweile in die Tausende. Wut und Empörung spricht aus den Zeilen. Die in 140 Zeichen gefassten Anklagen dürften nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit ...

Ein rauschhaftes Abenteuer

Band Tocotronic meldet sich aus Hamburg und Berlin mit ihrem zehnten Studioalbum »Wie wir leben wollen« zurück. Im Gespräch mit Olaf Neumann gibt Schlagzeuger, Keyboarder und Gelegenheitssänger Arne Zank Auskunft über das Tocotronic-Universum.

Seite 26
Werner Jung

Phantasie einer Jugend

In einem Postscriptum schreibt Karl Heinz Bohrer, dass vorliegender Text »nicht Teil einer Autobiographie, sondern Phantasie einer Jugend« sei. »Der Erzähler sagt nicht das, was er über seinen Helden weiß, sondern das, was sein Held selbst wissen und denken kann - je nach seinen Jahren.« Damit unterstreicht er den Untertitel seines Buches, »Erzählung einer Jugend« - einer Jugend freilich, die a...

ndPlusMartin Hatzius

Lange her. Nicht vorbei

Hans-Jürgen Börner, seinerzeit ARD-Korrespondent in der Hauptstadt der DDR, hatte den Hinweis von Ralf Hirsch, dem damaligen Sprecher der oppositionellen Initiative für Frieden und Menschenrechte, bekommen: »Wallfahrt ist schön, aber Stalinallee ist besser«.

Seite 27
ndPlusHans-Dieter Schütt

Bleistift und Grashalm

Einmal schreibt der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld an den Dichter Peter Handke, es komme bald eine Zukunft mit Computern. Da wirkt der mächtige Kerl wie ein Kind; die Vorfreude auf Effizienz und Erleichterung schlägt Gemütsfünkchen.

Seite 28
Franz Schandl

Asozialer Imperativ

Dass es sie immer gegeben hat und wir gar nicht anders können, ist wohl eines der weitest verbreiteten Vorurteile. Doch wenn wir im Index der gesammelten Schriften von Kant oder Hegel nach den Schlagworten »Konkurrenz« und »Wettbewerb« suchen, werden wir enttäuscht. Warum?

Seite 29
Stabiles Grönland

Stabiles Grönland

Einem internationalen Forscherteam ist es beim North Greenland Eemian Ice Drilling Project (NEEM) zum ersten Mal gelungen, die Schichtung des grönländischen Eisschildes aus der zurückliegenden Eem-Warmzeit (vor 115 000 bis 130 000 Jahren) vollständig zu rekonstruieren. Mithilfe dieser Daten können die Wissenschaftler jetzt sagen, wie warm es damals in Grönland wurde, und wie der Eispanzer auf d...

ndPlusElke Bunge

Antibiotika auf den Punkt

Die steigende Anzahl von Implantaten, wie beim Zahnersatz oder bei künstlichen Gelenken, führt auch zu einem Anstieg unerwünschter Nebenwirkungen. Eine der großen Schwierigkeiten sind dabei bakterielle Infektionen direkt am Implantat. Diese können sich trotz steriler Umgebungsbedingungen auf einer Implantatoberfläche ansiedeln und dort zu schweren Schäden führen. Bislang wird versucht, diese In...

Steffen Schmidt

Vorsicht, Unfälle und Schurken

Vielen dürfte noch der Rummel um die Schweinegrippe-Pandemie von 2009 und die Vogelgrippe erinnerlich sein. Während das H1N1-Virus der Schweine sich ziemlich schnell über die ganze Welt verbreitete, blieben die Infektionen doch überwiegend harmlos. Bei der Vogelgrippe vor zehn Jahren war es umgekehrt. Deren Erreger vom Typ H5N1 führte bei Menschen zu einem schweren Krankheitsverlauf, wurde aber...

ndPlusMartin Koch

Ein Weltbild im freien Fall

Weil er in einem Buch die verbotene kopernikanische Lehre verteidigt hatte, wurde Galileo Galilei im Juni 1633 vom Heiligen Offizium in Rom zu einer unbefristeten Gefängnisstrafe verurteilt. Dennoch musste er nicht in den Kerker der Inquisition. Papst Urban VIII. wandelte die Haftstrafe in Hausarrest um und entließ Galilei nach Arcetri bei Florenz, wo dieser eine Villa besaß. Trotz sich h...

Seite 30

OUT of SPACE: Radio für Ungeborene

Mit der Mediennutzung kann man ja nicht früh genug beginnen. Das mögen sich die Macher eines neues Internet-Radio-Projekts gedacht haben, als sie »radio4baby« gründeten. Der Interenet-Sender bietet instrumentale Musik für Kinder von 0 bis 3 Jahren und für schwangere Frauen: ohne Tonwerbung, Kommentare, und Jingles rund um die Uhr. Die Musik soll positiven »Einfluss auf die Zuhörer« haben und se...

All-mächtige Allmacht

Die vielbeschworene Zivilgesellschaft hat sich schließlich doch noch durchgesetzt. Eigentlich sollte die »Space Night«, die der Bayerische Rundfunk seit 1994 im Nachtprogramm sendet, Ende Februar eingestellt werden. Als Grund wurden höhere Gema-Gebühren für die mit Musik untermalten Bilder aus dem Weltraum angegeben. Jetzt hat sich der BR mit dem Musikrechteverwerter geeinigt. Zuvor hatten die ...

ndPlusRalf Streck

Ideologische Säuberung

Es hat nichts genutzt, dass sich auch der Trainer der spanischen Nationalmannschaft mit »Telemadrid« solidarisierte. Vicente del Bosque hatte sich hinter die Beschäftigten des öffentlich-rechtlichen Senders in der Hauptstadtregion gestellt. »Telemadrid gehört dir!« stand auf dem T-Shirt, das er in die Kamera hielt. Der Sender wird allen Protesten zum Trotz teilprivatisiert. 860 der 1170 Beschäf...

BLOGwoche: Bezähmung der Bestie Mensch

Die Debatte über die Tilgung von Wörtern aus Büchern, die des Verbreitens rassistischen Gedankenguts verdächtig sind (nicht die Bücher sind verdächtig, sondern die Wörter!), diese irrwitzige Debatte um Richtigsprech also, wurde auch in der zurückliegenden Woche fortgesetzt. Feridun Zaimoglu, der wohl mit Recht als einer der besten Schriftsteller deutschsprachiger Zunge bezeichnet werden kann, h...

Gottfried Braun

Warum die Demnach-Grippe grassiert

Hat sich eine Tageszeitung mit dem Gebrauch eines vertrauten Wortes zu befassen, abseits vom Thema des politischen Missbrauchs? Gewöhnlich nicht. Stößt sie jedoch auf einen Unglücksfall der Medienpraxis mit einer Fernwirkung, die sie selbst berührt, dann ist Nachdenken gefordert.

Seite 31
ndPlusHeidi Diehl

Ein Gefühl wie bei der Tour de France

Furchtlos fährt uns Geri mit seinem Mountainbike voran in den sechsspurigen Kreisverkehr auf einer der Hauptmagistralen Abu Dhabis, in dem sich im morgendlichen Berufsverkehr die Nobelkarossen drängeln. Uns stockt der Atem, gleich wird irgend so ein Scheich den »Todesmutigen« umnieten, sind wir uns sicher. Doch Geri grinst nur entspannt, stellt sich abrupt quer und gibt einen schrillen Pfiff mi...

Seite 32
Jürgen Amendt

Recht auf Genuss

Warum nur, fragt man sich nach der Lektüre dieses Buches, hält sich das Vorurteil von den genussfeindlichen deutschen Linken so hartnäckig? Rainer Balcerowiak, Autor von »Der kulinarische Notfallkoffer«, jedenfalls kann mit diesem Vorurteil nicht gemeint sein, ist er doch Gegenteil eines Linken, der meint, seine Solidarität mit dem Proletariat durch den Verzehr billigen Rotweins, schäbigen Käse...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Endspielerisch

Gawain Jones (England; 25) hat mit unser heutigen Partie das diesjährige Hastings Masters gewonnen. Jones‘ Gegner, der Spanier Daniel Alsina Leal (24), verliert im 71. Zug - und diese Partie ist wie ein Endspielunterricht! . Jones, Gawain (ELO: 2644) - Alsina Leal, Daniel (2511) [A16- Englische Eröffnung], »88. Hastings Masters«, Hastings (England) 05.01.2013 (9. Runde) 1.c4 Sf6 2.S...

Herrn Zopfs haarige Liebhaberstücke

In Deutschland werden von Sammlern aller Art bis zu 10 000 Privatmuseen betrieben: in Läden, Kellern und Kneipen, in Werkstätten, Bungalows und in Villen. Das jüngste, ein neues Friseurmuseum, hat Anfang Januar in Neu-Ulm aufgemacht.

Jupiter glänzt, Venus lässt nach

Jupiter strahlt im Februar nach Einbruch der Dunkelheit hoch am abendlichen Südhimmel. Er ist der unübersehbare Glanzpunkt in der ersten Nachthälfte am gestirnten Firmament, auch wenn seine Helligkeit in dem Monat leicht abnimmt.