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Unten links

In der »Rangliste der Pressefreiheit« ist Deutschland um einen weiteren Platz abgerutscht und steht jetzt an 17. Stelle - zwischen Tschechien und Costa Rica. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich hatten der Obrigkeit willfährige Zensoren mit Druck und Drohungen verhindert, dass auch nur ein Jota über den Skandal an die Öffentlichkeit gelangte, der das Stuttgarter Dreikönigstreffen der FDP im...

Ingolf Bossenz

Sack und Esel

Tja, so kann es gehen mit dem Sack und dem Esel. Allerdings war die juristische Konstruktion, mit der Brandenburg im Rechtsstreit um ein Gymnasium vor das Bundesverwaltungsgericht zog, von Anfang an nicht Erfolg versprechend. Von einem Staat, der die Interessen religiöser Gruppen sogar über die körperliche Unversehrtheit von Kindern stellt, war kaum zu erwarten, dass er einer rechtskonservative...

Streng katholisch und männlich

Privatschulen, die nur Jungen oder nur Mädchen aufnehmen, verstoßen keineswegs gegen das Grundgesetz. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschieden. Es wies damit eine Revision des brandenburgischen Bildungsministeriums zurück.

Shell muss Bauer im Nigerdelta entschädigen

Amsterdam (dpa/nd). Der Shell-Konzern ist wegen der Ölpest in Nigeria zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Ein Zivilgericht in Den Haag gab am Mittwoch der Klage eines Bauern aus dem Nigerdelta statt. Shell habe die Leitungen nicht ausreichend vor Sabotage geschützt, hieß es zur Begründung. Die Höhe des Betrages wird in einem anderen Verfahren festgelegt. Vier weitere Klagen von Bauern ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Ein Monat mehr für die alte FR

Wie geht es weiter mit der »Frankfurter Rundschau« (FR)? Die Zukunft der insolventen »Frankfurter Rundschau« ist weiter ungewiss. Es zeichnet sich jedoch ab, dass ein Großteil der 450-köpfigen Belegschaft bald den Arbeitsplatz verlieren wird.

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Der Klub der weißen Männer

Nun gehört auch Verkehrsminister Ray LaHood zu jenen Kabinettsmitgliedern, die Präsident Barack Obama in der zweiten Amtszeit nicht mehr zur Seite stehen. Der 67-Jährige kündigte am Dienstag seinen Rückzug aus der Regierung an. Obama muss inzwischen eine ganze Reihe von Ministerposten neu besetzen; so folgt jetzt auf die am Freitag scheidende Außenministerin Hillary Clinton Senator John Kerry. ...

Peter Dörrie, Ouagadougou

USA planen Drohnen-Einsatz in Westafrika

Die USA haben ein strategisches Militärabkommen mit Niger geschlossen. Ihre Streitkräfte könnten dank dieser »sehr wichtigen Vereinbarung« nun eine Präsenz in dem westafrikanischen Land aufbauen, erklärte Pentagon-Sprecher George Little am Dienstag.

Olaf Standke

Kerry, Hagel und die Joystick-Killer

USA-Außenministerin Hillary Clinton scheidet am Freitag aus dem Amt. Mit großer Mehrheit hat der Senat in Washington am Dienstag (Ortszeit) die Nominierung John Kerrys als Nachfolger bestätigt. Aber der Kandidat stößt vor allem im konservativen Lager auf Ablehnung.

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Pullover für einen Panzer
ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Pullover für einen Panzer

Zum 13. Februar will ein Kunstprojekt in Dresden zum Gespräch über Krieg und Gewalt anregen - und dafür einen Panzer einstricken. Schon bevor dieser verhüllt ist, gibt es Streit.

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ndPlusRené Heilig

Demokratiegestaltung?

Heutzutage muss alles nachhaltig sein. Wenn man das doch nur den guten Worten zubilligen könnte, die Norbert Lammert gestern zum Gedenken an die Opfer der Nazidiktatur gesprochen hat! Demokratie müsse »täglich gestaltet, mit Leben erfüllt und - ja - auch verteidigt werden«, sagte der Parlamentspräsident. Womit wir eigentlich beim geforderten und versprochenen Verbot der rechtsextremen NPD wären...

ndPlusRoland Etzel

Bittsteller Mursi

Der Besuch des Ägypters schrumpfte zusammen, je näher der Termin heranrückte. Von der Deutschland-Visite eines selbstbewussten neuen Staatschefs Mohammed Mursi, wie sie im Herbst vereinbart worden war, schien gestern nicht mehr geblieben als die Notbehandlung eines von schlechten Nachrichten gehetzten Bittstellers. Palaver über den Nahost-Friedensprozess, die Lage in Syrien - alles nur noch Neb...

Kurt Stenger

Wettbewerbsspielereien

Privatisierung, Liberalisierung, Wettbewerb - es gibt Leute, die darin im Jahr fünf nach Beginn der Finanzkrise immer noch die Lösung aller Probleme sehen. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas ist offenbar einer von ihnen; er möchte das dahinsiechende europäische Eisenbahnwesen mit einer kräftigen Wettbewerbsinfusion aufpäppeln. Für ihn liegt die Krux darin, dass in vielen Ländern staatliche Platzh...

ndPlusTom Mustroph

Jagdhilfe

Von Travis lernen, heißt siegen lernen. Diesem, auf den Chef der US-amerikanischen Antidopingagentur USADA abgewandelten Spruch von der Führungskompetenz großer Brüder folgt nun auch die deutsche Sportpolitik. Travis Tygart war am Mittwoch beim Sportausschuss des Bundestags eingeladen, um über seine Erfahrungen bei der Überführung des Dopingsünders Lance Armstrong zu sprechen. Was macht d...

Warum kneift Deutschland?

nd: Der Bundestag gedachte gestern der Opfer des Nationalsozialismus. Eine der größten Opfergruppen stellen die sowjetischen Kriegsgefangenen. Von 5,7 Millionen starben 3,3 Millionen. »Nicht arbeitende Kriegsgefangene haben zu verhungern«, erklärte der Quartiermeister des Heeres damals. Die Überlebenden wurden nie entschädigt. Wieso tut sich die Bundesrepublik so schwer? Radczuweit: Zuerst mu...

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Roland Etzel

Forderungen nach mehr Demokratie an Mursi

Der ägyptische Präsident Mursi besuchte am Mittwoch Berlin. Mehrere Kundgebungen erinnerten ihn an Missstände in seinem Land. Vom Gespräch mit Kanzlerin Merkel wird er wohl neben Ermahnungen bezüglich der Menschenrechte auch gute Nachrichten nach Hause bringen.

ndPlusRené Heilig

Grenzenlos: Neonazis im Rotlichtbereich

Bei allem Respekt für die Arbeit der Laienermittler in den NSU-Untersuchungsausschüssen - in der Regel behandeln sie das Phänomen Rechtsterrorismus nur in Landes- oder Bundesdimensionen. Verknüpfungen mit der internationalen Organisierten Kriminalität wird kaum nachgespürt.

Ines Wallrodt

Die Gegenexperten

Überall in der Republik wird protestiert, vor allem von Ruheständlern mit viel Zeit und Sachverstand. Wissenschaftler haben untersucht, was sie zu Zehntausenden auf die Straße treibt: Es ist Misstrauen in die Politik und das Gefühl, es besser zu wissen.

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Hebammen kritisieren Regierung

Berlin (nd-Ottow). Nach dreijährigen Beratungen über die wohnortnahe Hebammenversorgung übermittelte der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages der Bundesregierung gestern die Aufforderung, Regelungen zu treffen, mit denen das Problem stetig steigender Haftpflichtprämien für die Hebammen gelöst werden kann. Sie waren in den letzten 20 Jahren von 179 Euro auf zuletzt 4200 Euro pro Jahr ges...

Uwe Kalbe

Die Systemfrage

Die Linkspartei schreitet angeblich fragend voran, immer aber im Disput. Der wird von Strömungen und Zusammenschlüssen ausgetragen. Wenn die meist schweigende Strömung der Alten das Wort ergreift, ist meist Hans Modrow nicht weit. Und manchmal muss sogar Gregor Gysi zuhören.

Ruf nach Notlösungen

Die Bundesregierung stellt heute noch einmal 580,5 Millionen Euro für den Kitaausbau bereit. Trotzdem werden mit Start des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz für unter Dreijährige noch Zehntausende Plätze fehlen. Mit Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund sprach Stefan Otto.

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Terroristen aus Türkei?

Teheran (dpa/nd). Ein führender iranischer Geistlicher hat der Türkei vorgeworfen, Terroristen für Anschläge in Syrien auszubilden. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Mehr sagte Großayatollah Nasser Makaraem-Schirasi, die Türkei bilde »andauernd« Terroristen aus, bewaffne sie und schicke sie nach Syrien, um »muslimische Brüder zu ermorden«. Ankara solle »endlich zu Verstand kommen«...

Irakische Foltervorwürfe

London (AFP/nd). Das teilweise äußerst brutale Vorgehen britischer Soldaten in Irak soll nach dem Willen von fast 200 mutmaßlichen Opfern durch eine unabhängige Kommission untersucht werden. Die Anwälte von 192 Irakern übergaben dem High Court in London ein 82 Seiten umfassendes Dokument, in dem Soldaten des Königreiches Folter, Verbrechen und äußerste Brutalität vorgeworfen werden. Die Anwälte...

Obama lässt »Illegale« hoffen

Washington (dpa/nd). Elf Millionen illegale Einwanderer in den USA dürfen hoffen: US-Präsident Barack Obama hat rasche Schritte hin zu einer umfassenden Reform der Einwanderungsgesetze gefordert. Den Immigranten müsse ein »Weg zur Staatsbürgerschaft« aufgezeigt werden, sagte Obama in Las Vegas. Kommentatoren sprechen vom wichtigsten Reformansatz seit Jahrzehnten. Doch ob sich der Kongress tatsä...

Franzosen nahmen auch Kidal

Timbuktu (AFP/nd). Knapp zwei Tage nach der Einnahme Timbuktus haben französische Truppen in der Stadt Kidal - rund 1500 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako - Stellung bezogen. Kidal war die letzte Hochburg bewaffneter Gruppen in Nordmali. Ein Vertreter der örtlichen Verwaltung sagte, die Franzosen führten dort Gespräche mit dem Chef der Tuareg-Gruppe Islamische Bewegung für A...

UNO und EU ermahnen Israel

Angesichts der steigenden Zahl palästinensischer Zivilisten, die in jüngster Zeit bei Einsätzen israelischer Sicherheitskräfte getötet wurden, haben Vereinte Nationen und Europäische Union große Besorgnis geäußert. Angesprochen wurde insbesondere der Einsatz scharfer Munition.

Aert van Riel

Mandat für Bundeswehrausbilder

In wenigen Wochen soll die Ausbildungsmission der Europäischen Union in Mali beginnen. Das Bundeskabinett will noch im Februar ein Mandat beschließen. Dieses muss dann noch vom Bundestag verabschiedet werden. Bei einer Aktuellen Stunde signalisierten am Mittwoch Grüne und SPD Zustimmung.

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Markus Schönherr, Kapstadt

Simbabwe hat kein Geld für Wahlen

In der Staatskasse befänden sich noch exakt 217 US-Dollar, nachdem man den Beamten ihr Gehalt gezahlt habe. Simbabwe ist zahlungsunfähig. Für die bevorstehenden Wahlen muss sich das Land im Süden Afrikas nun an Geberstaaten wenden.

Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt

Kühler Empfang für Calderón

Mexikos Altpräsident Felipe Calderón, erst am 1. Dezember 2012 aus dem Amt geschieden, war auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung bei der elitären Harvard University in den USA fündig geworden. Doch prompt erhob sich Protest.

ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Wer hilft bedürftigen Syrern?

In Kuwait trafen sich am Mittwoch Vertreter von 59 Staaten zur ersten Geberkonferenz für syrische Kriegsflüchtlinge. Die Bundesrepublik stelle laut Außenministerium weitere 10 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit. Gestritten wird darüber, wer die Hilfsgüter verteilen soll.

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Gesetz für Trennbanken soll kommen

Berlin (dpa/nd). Die schwarz-gelbe Koalition nimmt Banken zum Schutz der Spareinlagen stärker an die Kandare. Größere Institute müssen sich auf eine Abtrennung des risikoreichen Investmentgeschäfts vom klassischen Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft einstellen. Damit macht die Regierung trotz massiver Proteste der Kreditwirtschaft ernst mit Plänen für ein Trennbankensystem. Nach einem am Mit...

Deutsche Bahn darf Holding bleiben

Der Schienenverkehr in Europa schwächelt. Die EU-Kommission will nun für mehr Wettbewerb sorgen. Die Deutsche Bahn darf auch nach den neuesten Plänen der EU-Kommission ihr Schienennetz behalten, muss aber Zugverkehr und Netzbetrieb weitgehend trennen.

Simon Poelchau

Windenergie in unsicheren Zeiten

Für die Windenergiebranche herrschen stürmische Zeiten. Eigentlich ist die Jahresbilanz 2012 eine Erfolgsgeschichte. 2012 wurden rund 1000 neue Windkraftanlagen gebaut. Doch die Branche beklagt Unsicherheiten beim Netzausbau und der Zukunft desErneuerbaren-Energien-Gesetzes.

ndPlusRalf Streck, Madrid

Spanien setzt auf Abwrackprämie

In Spanien werden die Auswirkungen der Krise immer deutlicher. Ein Maßnahmenpaket des konservativen Ministerpräsidenten soll das nun ändern - zudem fordert er weiteres Geld von der Europäischen Union.

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ndPlusR.B.

Firmine Richard

Die aus Guadeloupe stammende französische Schauspielerin wurde am 25. September 1947 in Pointe-à-Pitre geboren und kam im Alter von 18 Jahren nach Paris. Aufgrund der unbefriedigenden Jobs, die sie zwei Jahrzehnte verrichtete, wollte sie eigentlich zurückkehren, wurde dann aber - sozusagen auf der Straße - von der Casting-Direktorin der Regisseurin Coline Serreau entdeckt. Sie bekam die Hauptro...

gesehen von Renate Biehl

Weitere FILMstarts

WILLKOMMEN IN DER BRETAGNE. Regie: Marie-Castille Mention-Schaar. Arbeitskampf auf unterhaltsame, humorvolle Art. In einer Kleinstadt der Bretagne soll die Entbindungsstation geschlossen werden. Eine Personalmanagerin aus Paris wird zu diesem Zweck eingestellt, doch das weibliche Personal kämpft gegen die Schließung. Die Neue schließt sich den Frauen an, vorerst allerdings nur beim Bowling...

Tobias Riegel

Männer, die stehen bleiben

Vom aktuellen »aufschrei« um alltäglichen Sexismus in Deutschland haben jene Herren noch nichts mitbekommen. Das müssen die Protagonisten der diversen in diesen Wochen startenden Actionreißer auch nicht. Zum einen, weil man in solcherart Filmen ja gerade das unkontrollierte, triebgesteuerte männliche Schwein sehen will. Zum anderen, weil die politically/sexually Correctness sich selbst in Teile...

ndPlusCaroline M. Buck

Sind so fremde Menschen

Wie geht man mit Demenz um, wenn sie die eigene Familie betrifft? Wie verlängert man den Abschied, gibt dem Erkrankten den Schutz und die Fürsorge, die er benötigt, ohne sein eigenes Leben zu verlieren? Filmemacher David Sieveking drehte mit »Vergiss mein nicht« einen Nabelschaufilm

Thomas Blum

Familie Saubermann in Not

Die All-American Family bleibt zweifelsohne die beste Figurenkonstellation, um im Kino Mitgefühl zu erzeugen: Mama, Papa und drei kleine, putzige Racker. Damit ist die ganze Zielgruppe, die man vor die Leinwand locken möchte, abgedeckt. Jetzt muss nur noch etwas Aufregendes passieren.

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Buschkowsky möchte im Job alt werden

(dpa). Berlins bekanntester Lokalpolitiker, Heinz Buschkowsky, will auch nach seinem 65. Geburtstag im Juli Bürgermeister im Bezirk Neukölln bleiben. »Es gibt keinen Grund, warum man mit 65 Jahren zwar Senator, aber nicht mehr Bezirksbürgermeister werden kann«, sagte Buschkowsky der »Bild«-Zeitung. Er will in der Bezirksverordnetenversammlung beantragen, die Amtszeit bis zur nächsten Wahl 2016 ...

Anschlag auf Autos des Ordnungsamts

(dpa). Die Zahl der Brandanschläge gegen Autos in Berlin schnellt wieder in die Höhe. Fünf Fahrzeuge wurden am späten Dienstagabend auf dem Parkplatz des Bezirksamtes Mitte angezündet. Erst in der Nacht zuvor war ein Fahrzeug in Niederschöneweide in Brand gesteckt worden. Im jüngsten Fall hatten Zeugen etwa zehn bis 15 Vermummte auf dem Parkplatz an der Karl-Marx-Allee beobachtet, wie die Poliz...

Unsozialer Wohnungsmarkt

Berlin entwickelt sich prächtig: Die Wirtschaft wächst, Touristen finden die Stadt toll, Schwaben und sonstige Zuzügler auch, und bei der Miete sind wir bald Spitze. Köln haben wir schon abgehängt, München und Hamburg sind nicht weit weg. Nur, auch bei der Arbeitslosigkeit ist Berlin Spitze.

IT treibt Wachstum

(nd-Herrmann). Die Bereiche Information, Kommunikation, Medien und die Kreativwirtschaft hat der Wirtschaftsförderer Berlin Partner GmbH als treibende Kräfte des von ihm begleiteten Wachstums in der Hauptstadt ausgemacht. Mit über 2500 Arbeitsplätzen werde hier in den nächsten drei Jahren rund die Hälfte aller Arbeitsplätze geschaffen, hieß es in der gestern vorgelegten Jahresbilanz 2012. Gemei...

ndPlusMartin Kröger

Kommunales Stadtwerk wollen alle haben

Beim Thema ökologisches Stadtwerk sind sich alle einig. Nach Koalitionsfraktionen und Oppositionsparteien bekennt sich jetzt auch der Senat dazu, den Prozess des Aufbaues eines landeseigenen Energieunternehmens voranzutreiben. Die Chance, ein Stadtwerk zu gründen, sei zu nutzen.

ndPlusBernd Kammer

Mieten im Höhenrausch

Berlin erlebt den stärksten Mietenanstieg seit 20 Jahren. Das geht aus dem Wohnmarktreport 2013 der Wohnungsbaugesellschaft GSW und des Immobilienunternehmens CBRE hervor. Wer 2012 eine neue Wohnung mietete, musste dafür im Schnitt 13,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

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Filmstandort Berlin sichern

Berlin darf als Filmstandort nicht nachlassen: Kinoschaffende wie Detlev Buck und Oliver Berben haben kurz vor der Berlinale bei der Landespolitik um Unterstützung geworben. »Man freut sich, wenn George Clooney da ist und dreht«, sagte Buck gestern im Medienausschuss des Abgeordnetenhauses. Aber der hiesige Alltag sei nicht so einfach. Die erfolgreichste Produktionsart sei die Komödie, so...

Die Lehre eines Tages

Als vor 80 Jahren Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannte, glaubte Franz von Papen noch: »In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt.« Diese fatale Fehleinschätzung rekapitulierte die Kanzlerin gestern bei der Eröffnung der neuen Ausstellung der Topographie des Terrors.

Marion Pietrzok

Nichts ohne das liebe Geld

Der »Museumsdampfer« in Berlin ist nicht in unbeherrschbare Untiefen geschlingert. Wenn es denn noch eines Beweises bedurft hätte, die Informationen auf der gestrigen Pressekonferenz des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger hätten ihn gegeben. Waren im vergangenen Jahr über ihn Wellen der öffentlichen Empörung hochgeschlagen wegen der angeblich durch ein Sammlerge...

ndPlusLiesel Markowski

Eine Wanderung in unsere Gegenwart

Ein ungewöhnliches Konzerterlebnis im voll besetzten Kammermusiksaal der Philharmonie: Vom Nachmittag bis zum Abend war Liedkunst Franz Schuberts zu erleben: die »Winterreise« gleich zwei Mal, in verschiedenen Fassungen und Interpretationen: eine Bearbeitung mit kammermusikalischer Bläserbesetzung und dem Tenor Christoph Prégardien und die bekannte Folge für Stimme und Klavier mit Christine Sch...

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Geld für BER an Bedingungen geknüpft

(dpa). In der Hängepartie um den Hauptstadt-Flughafen BER erhöhen Union und FDP den Druck auf den Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Die Haushaltspolitiker der Koalition knüpfen die Freigabe weiterer Finanzmittel an Vorgaben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wolle genau wissen, welche Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen noch nötig seien und wie eine Bestandsaufnahme aussehe, sagt...

Ariane Mann

Baltenplatz und Mörderkeller

Zerstörte Häuser in der Eckardstraße gegenüber der Schule. Fotografiert wurden sie im April 1945. Im Hintergrund ist die Mühsamstraße deutlich zu erkennen. Heute geht man an dieser Stelle einkaufen. Wer kennt die alte Straße noch? Oder das Bild vom Eingang zur U-Bahn der Linie E, die heute die U 5 ist? In der Andreasstraße 17 wohnte Heinrich Zille als Kind. Ob die »Zillekinder« der Grundschule ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Syros Kar und die Polizei

Gibt es in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden rassistische Polizeiwillkür? Ein deutscher Staatsbürger iranischer Abstammung hatte sich als zufälliger Zeuge eines Zwischenfalls um Schlichtung bemüht und beklagt schwere Misshandlungen durch Polizeikräfte.

Wilfried Neiße

Gewagte Thesen

In dieser Woche wurde in Berlin der vierte Band in der Serie »Die UdSSR und die deutsche Frage 1941-1948« vorgestellt, ein Dokumentenband, der die Zeit der Berlinkrise zum Inhalt hat. Die Rolle der UdSSR nach 1945 ist und bleibt ein Gegenstand unterschiedlicher Interpretation.

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Warnstreik im Nahverkehr

Frankfurt (Oder) (dpa). Ein Warnstreik hat am Mittwoch den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt (Oder) lahmgelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di waren 44 Bus- und Straßenbahnlinien von dem etwa fünfstündigen Ausstand im Berufsverkehr betroffen. Um 8.45 Uhr nahmen die Beschäftigten dem ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger zufolge ihre Arbeit wieder auf. Auf Bitte des Arbeitgebers sei der...

ndPlusWilfried Neiße

Mit einem Sommerfahrplan ins Problemgebirge

Mit einem »Sommerfahrplan« ist die Landtagsfraktion der Linkspartei von ihrer Klausur in Bad Saarow zurückgekehrt. Fraktionschef Christian Görke musste gestern aber zunächst von einer Ungeheuerlichkeit berichten. Das Ehrengebinde, abgelegt von der Fraktion am Denkmal für die 203 ermordeten Juden von Bad Saarow, war in der darauffolgenden Nacht geschändet, zerfetzt und in alle Winde verstreut wo...

ndPlusWolfgang Lucke, dpa

Eleganz aus Eisen

Fast filigran kommt sie daher, die Sayner Hütte in Bendorf (Rheinland-Pfalz) mit ihren geschwungenen gusseisernen Streben. Nach jahrelangem Hin und Her ist die Zukunft dieses Industriedenkmals, einst Zentrum der Gusseisen-Herstellung, dank einer Stiftung nun gesichert.

Andreas Fritsche

Splitterpartei »Die Rechte« nun auch im Osten

Die rechtsextreme Splitterpartei »Die Rechte« bildete am 26. Januar einen Landesverband Brandenburg. Das meldete die linksalternative Internetseite inforiot gestern unter Berufung auf Angaben von Bundesparteichef Christian Worch, die dieser im Internet gemacht haben soll. Auf Worchs Seite ist allerdings wieder einmal kein Zugriff möglich. Sie wurde bereits in der Vergangenheit von Gegnern tagel...

Andreas Fritsche

Ein Jungengymnasium ist zulässig

Getrennte Privatschulen für Jungen und Mädchen sind laut Bundesverwaltungsgericht zulässig, wenn sie die Gleichberechtigung der Geschlechter respektieren. Für den umstrittenen Orden Opus Dei ist die Entscheidung ein großer Erfolg.

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

FAIRkehrte Welt

Bremen ist seit 2011 Hauptstadt des fairen Handels. Mit etwa 100 Projekten zum fairen Handel ist dieses Thema zum zivilgesellschaftlichen Aushängeschild der Stadt geworden. Auch der diesjährige Sambakarneval ist davon geprägt.

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Katzenstein online

Am 19. Februar 2013 wäre Robert Katzenstein (1928 - 2006) 85 Jahre alt geworden. Seine Lebensleistung bestand in der Analyse der politischen Ökonomie des konstanten fixen Kapitals, angeleitet von gründlicher Kenntnis des Marxschen »Kapital« und der Weiterentwicklung der dort angewandten Methode unter den Bedingungen des 20. Jahrhunderts. In den 60er Jahren legte er empirische Untersuchungen zur...

Manuskripte in Timbuktu gerettet

Trotz Brandstiftung und Zerstörung durch Islamisten in Mali ist ein Großteil der historischen Handschriften der legendären Wüstenstadt Timbuktu vermutlich in Sicherheit. »Etwa 25 000 Manuskripte sind in den vergangenen Monaten bereits nach Bamako geschafft worden«, sagte Susana Molins Lliteras vom »Tombouctou Manuscript Project« am Mittwoch telefonisch in Kapstadt dem evangelischen Pressedienst...

»Mein Kind, Du bist Jüdin«

Diese Ohrfeige war keine Katharsis für die frühe Bundesrepublik. 1959 fand es ein Journalist des Bonner Pressekorps besonders lustig, sich im Karneval als Karikatur eines Juden zu verkleiden. Inge Deutschkron fand das aber ganz und gar nicht witzig und verpasste dem Kollegen eine Ohrfeige.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Des Polters Abend

Schönheit ist Erinnerung. Nur im Vergleich entsteht Strahlen. Oder Abglanz. Oder Betrübnis. Vor vierzig Jahren an gleicher Stelle, in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin: Adolf Dresen hatte »Juno und der Pfau« von Sean O'Casey inszeniert. Ein Grandiosum. Eine Kleinwohnungshölle, neben der Tür der Kleiderhaken, und eine Inszenierung, als hinge da alles, Wolfspelz, Zwangsjäckchen, Mar...

Stefan Amzoll

Ein großer Jubilar

Orchester, Musiker, Sänger gedenken seiner. Das ist nötig. Denn selbst große Meister werden vergessen, sobald sie gestorben sind. Heiner Müller erging (und ergeht) es so, Henze wird es so ergehen, wie es Dessau erging. Hartmann und Bernd Alois Zimmermann vegetieren ganz am Rand. Bald schlummern auch sie in Ewigkeit, es sei denn, Morgenröte tut sich auf. Frührot ist aber nicht zu erwarten. ...

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ndPlusHarald Loch

Vernetzt

Im Museum für Datenschutz wird man dereinst eine vergangene Welt bestaunen, in der es eine vor Einblicken geschützte Privatsphäre gab. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wird als übermütige Karlsruher Schöpfung belächelt werden, die in eine Sackgasse geführt hat. Der Freedom of Information-Act, der einstmals Watergate ermöglicht hat, wird nicht den gläsernen Staat sondern den g...

Werner Jung

Vom Schweigen als Ideal

Der »Mann mit den zwei Augen« heißt er im Roman. Ein dicker 56-Jähriger, von Beruf Gerichtsreporter. Er hat einen »sparsamen Gesichtsausdruck« und eine nicht besonders einprägsame Erscheinung, die folglich schnell wieder vergessen werden könnte. Von einem rundum mittelmäßigen, unauffälligen Alltagsmenschen ist also die Rede. Erst stirbt die Katze. Und als er das seiner im Sanatorium weilenden F...

Irmtraud Gutschke

Die Sehnsucht, die Scheu

Einen Roman beiseite gelegt und den Erzählungsband von Ralf Rothmann zur Hand genommen, der lange schon auf Rezension wartete: Aufatmen nach einer Enttäuschung. Dabei hatte jener Roman, dessen Autor hier nicht genannt sein soll, doch einen vielversprechenden Titel. Eine Geschichte war angekündigt, die in ferne Länder führt und, nach dem Klappentext zu urteilen, spannend sein soll. Aber dann - e...

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Kameraden?

Wer waren die vielen Millionen Männer, die als Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS unseligen Krieg um Weltmacht und Lebensraum führten? Sie kamen aus der »arischen« Mehrheitsgesellschaft der NS-Diktatur, aus allen Schichten, Regionen und Konfessionen. Jene, die überlebten, prägten anschließend die Nachkriegszeit als Unternehmer und Arbeiter, Beamte und Angestellte, Politiker und sogar wieder a...

Horst Schützler

Zuerst Hitlers, dann Stalins Opfer?

Das Schicksal deutscher Kriegsgefangener in der Sowjetunion ist im Gedächtnis der Deutschen in Ost und West tief verwurzelt. Trotz oft geübter Zurückhaltung sogenannter Russlandheimkehrer - rund zwei Millionen kehrten bis Mitte der 50er Jahre nach Deutschland zurück - sind die mündlichen und schriftlichen Erlebnisberichte wichtige Geschichtsquelle, Bestandteil der privaten Familiensaga, Thema d...

ndPlusGuido Speckmann

Sie kämpften aus Überzeugung

Während die Erinnerung an die Ermordung der Juden längst inoffizielle Staatsräson geworden ist und auch der ermordeten Sinti und Roma vor kurzem in Berlin endlich gedacht wird, kann davon im Hinblick auf die zahlenmäßig größte Opfergruppe des deutschen Faschismus nicht die Rede sein.

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ndPlusRuben Stark, SID

Vom Talent zur Siegfahrerin

Die außerordentliche Begabung von Lena Dürr ist schon lange bekannt. Spitzenplatzierungen im Weltcup waren dennoch die Ausnahme - bis zum Dienstagabend. Beim Parallelslalom in der russischen Hauptstadt Moskau feierte die 21-jährige Münchnerin ihren ersten Sieg.

ndPlusManfred Hönel

Schlauer Gewaltspurt

Die 102. Auflage des Berliner Sechstagrennens ging am Dienstagabend zu Ende. Die Veranstalter sind zufrieden: 75 000 Zuschauer kamen ins Velodrom. Das Konzept der Veranstaltung, Spitzensport mit Show zu verbinden, sei voll aufgegangen.

Alexander Sarter, SID

Logik des Titelgewinnens

Der DFB möchte wieder einmal auf Jahre hinaus unschlagbar sein und muss dazu offenbar »nur« dem neuen Konzept seines Sportdirektors Robin Dutt folgen. Ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt hat der 48-Jährige dem Verband eine goldene Zukunft mit den ersehnten Titelgewinnen versprochen.

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Temperaturen fahren Achterbahn

Erst blühten die Haselsträucher, dann froren die Teiche zu: Der Januar 2013 bot rasante Temperatursprünge um 30 Grad und die ganze Palette von Schnee, Regen, klirrendem Frost und einem Hauch von Frühling. Eisregen legte den Verkehr auf Autobahnen und Schienen lahm, der Frankfurter Flughafen stellte den Betrieb für Stunden ein, weil der Eispanzer auf den Flugzeugen zu dick für die Enteisungsmasc...

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Schlag nach bei … Helmer

Wenn man wissen will, wie die Preise sich seit 1982 in Dänemark entwickelt haben, kann man die Datenbanken des Statistikamtes studieren. Hier werden jedoch nur Mittelwerte eines ausgewählten Warenkorbs geliefert. Wie der Verbrauch eines Durchschnittsdänen aussieht und wie er sein Gehalt anwendet, kann man daraus nicht ablesen. Wenn Wirtschaftshistoriker die Jahrzehnte um die letzte Jahrtausendw...

ndPlusChris Melzer, dpa

Die Gleiskathedrale

Was ist das meistbesuchte Gebäude New Yorks? Das Empire State Building? Rockefeller Center? Madison Square Garden? Alles falsch, es ist ein Bahnhof, und der wird jetzt 100: Die Grand Central Station, der größte Bahnhof der Welt, hat Geburtstag.