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Unten links

Gelegentlich erreichen uns erschütternde Nachrichten, die das ganze Ausmaß der Krise erst richtig deutlich machen. Beispielsweise diese: Das Münchner Banknotenunternehmen Giesecke & Devrient streicht 400 Arbeitsplätze. Auf den ersten Blick nur eine von vielen betrüblichen Meldungen. Auf den zweiten Blick allerdings ein veritabler Schock. Denn wer, wenn nicht die Gelddrucker, soll in der Wäh...

Alle berufen sich auf Chávez

Der kürzeste Wahlkampf aller Zeiten in Venezuela wurde am Donnerstag mit einer Abschlusskundgebung des Favoriten Nicolás Maduro beendet. Der konservative Herausforderer Henrique Capriles hatte seine schon am Sonntag abgehalten. Nun heißt es Durchatmen bis zum Wahltag.

ndPlusUwe Kalbe

Eben extrem

Nicht unbedingt mutig ist es, sich einem Lob zu entziehen. Doch ein staatlicher Demokratiepreis ist mehr als ein Lob. Er ist ein gesellschaftliches Lob, ist gegenseitige Vergewisserung auf eine gemeinsame Norm. Ihn abzulehnen, ist mutig. Extrem mutig sogar. Gruppen wie der Antifaschistische Ratschlag in Thüringen, die den Preis bisher abgelehnt haben, kennt man als mutig. Ihr Mut zeigt si...

Deutsch-spanische Duelle im Champions-League-Halbfinale

Das Champions-League-Halbfinale wird zu einem deutsch-spanischen Fußball-Fest. Der FC Bayern München bekommt es in der Vorschlussrunde mit dem FC Barcelona zu tun. Borussia Dortmund fordert Real Madrid. Erstmals stehen zwei deutsche Clubs im Halbfinale der Champions League.

Peter Nowak

Bündnis lehnt Demokratiepreis ab

Die »Extremismusklausel«, mit der Initiativen für den Kampf gegen vermeintlich grundgesetzwidrigen Linksextremismus vereinnahmt werden sollten, belastet noch immer den Konsens gegen Rechts. Am Donnerstag führte sie bei einer Demokratiepreis-Verleihung in Chemnitz zum Eklat.

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Der tote Chávez ist unbesiegbar

nd: Herr Zeuske, der Stellvertreter des verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez wird die Präsidentschaftswahlen am 14. April wohl gewinnen. Aber wird Nicolás Maduro die Bolivarianische Revolution auch wie gehabt weiterführen können? Zunächst sicher, da es einen eindeutigen Wahlsieg geben wird. Probleme werden wohl erst später eintreten - vor allem wegen der Tatsache, dass Hugo Ch...

Malte Daniljuk, Caracas

Alles spricht für Maduro

Venezuelas Wahlkampf geht in die Endphase. Regierung und Opposition versprechen gleichermaßen höhere Löhne und mehr Wohnungen. Favorit Nicolás Maduro ließ sich gestern auf seiner Abschlusskundgebung in der Hauptstadt Caracas feiern.

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ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Unliebsame Hausbesuche

Die wohnungspolitische Bewegung PAH kämpft in Spanien für ihre Volksinitiative zum Schutz vor Zwangsräumungen mit unangenehmen Besuchen bei Abgeordneten und in Büros der Regierungspartei. Die Repression folgt auf dem Fuß.

Christiane Sternberg, Nikosia

»Wir haben die Türkei, ihr habt die Troika«

Die Krise der Republik Zypern beschäftigte in den vergangenen Wochen ganz Europa. Der seit 1974 von der Türkei besetzte Norden wurde dabei meistens nur nebenbei erwähnt - als Konkurrent im möglichen Streit um die Ausbeutung der Gasvorkommen vor der Küste der Insel.

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ndPlusKurt Stenger

Verzerrter Wettbewerb

Gewerkschaften und Luftfahrtunternehmen fordern in seltener Einmütigkeit die Abschaffung der deutschen Ticketabgabe: Wettbewerbsverzerrung lautet das Argument. Die Steuer benachteilige deutsche Airlines und Flughäfen - Reisende würden auf Landepisten im grenznahen Ausland ausweichen.

Olaf Standke

Obamas Kompromiss

Während die Rekordjagd an der Wall Street in den vergangenen Tagen weiter ging und die wichtigen Indizes Down Jones Industrial und S&P 500 von Höchststand zu Höchststand eilten, müht sich Barack Obama um einen Budgetentwurf, der das riesige Haushaltsdefizit der stärksten Volkswirtschaft der Welt reduziert.

ndPlusGrit Gernhardt

Fortsetzung folgt

Nachdem bekannt wurde, dass jahrelang und im großen Stil falsch etikettiertes und möglicherweise mit Pferdefleisch vermischtes Rindfleisch in den Handel gelangte, ist das Geschrei groß. Die niederländische Regierung zeigt sich schockiert.

Loyal

Kaum ein hoher Beamter des diplomatischen Dienstes, der in die Wirtschaft geht, kommt zurück in den Staatsdienst. Anders Martin Jäger, der nach seiner fünfjährigen Beurlaubung wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrt.

Überrascht von Ludwigsburg?

nd: Sie waren selbst dereinst auf der Spur von Nazi- und Kriegsverbrechern. Überraschte Sie die Nachricht, dass in Ludwigsburg nun 50 noch lebende Auschwitz-Aufseher ermittelt werden konnten? Podewin: Überrascht? Mich hat die Nachricht schockiert. Die Zentralstelle gibt es seit 1958! Ich bin 1962 als junger Mitarbeiter im Nationalrat vom Politbüromitglied Albert Norden, Sohn des 1943 im KZ Th...

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Visumspflicht für Türken soll bleiben

Luxemburg (dpa/nd). Türkische Staatsangehörige haben bei Familienbesuchen in der EU kein Recht auf eine visumfreie Einreise. Diese Ansicht vertritt ein Gutachter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. In der Regel folgt das Gericht der Meinung des einflussreichen Gutachters. Das Urteil dürfte erst in einigen Monaten fallen. Geklagt hatte eine Türkin, die 2007 ihren in Deutschlan...

LINKE präzisiert Steuerpläne

Der Vorstand der Linkspartei will am Wochenende den Entwurf des Wahlprogramms zur Bundestagswahl beschließen und ihn damit zum Leitantrag für den nächsten Bundesparteitag machen. Gegenüber dem ersten Entwurf sind zahlreiche Änderungen und Ergänzungen vorgenommen worden.

ndPlusPeter Kirschey

Geisterprozess in Berlin

Vor dem 1. Strafsenat des Berliner Kammergerichts endete gestern ein Verfahren nach wenigen Minuten gegen einen mutmaßlichen mongolischen Meisterspion, weil der Angeklagte abwesend war.

ndPlusFabian Lambeck

Neonazi-Netzwerk immer größer

Die hessische Landesregierung ignorierte lange Zeit jeden Hinweis auf ein geheimes Neonazi-Netzwerk in den Landesgefängnissen. Derweil wird immer deutlicher, dass sich die Verbindungen auf das gesamte Bundesgebiet erstrecken.

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Hans-Gerd Öfinger

Im kleinen Saarland größer

Breiter aufgestellt als in vielen anderen Städten der Republik ist das Umfairteilen-Bündnis im Saarland. Es ist auf inzwischen 30 Mitgliedsorganisationen angewachsen. Vor einer Woche traten Aktivisten in der Saarbrücker Innenstadt publikumswirksam mit einem übergroßen Kuchen in Erscheinung und stellten die ungerechte Reichtumsverteilung bildhaft dar. Für den morgigen Tag ist eine Menschenkette ...

Ines Wallrodt

Reden wir über Geld

Die dezentralen Aktionen für eine solidarische Steuerpolitik am Wochenende wollen nicht mit Masse punkten, sondern durch ihre Breite dazu beitragen, dass überhaupt über Verteilungsfragen diskutiert wird. Parteien dürfen mitmachen, sollen sich aber zurückhalten.

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Normalisierung in Mali

Gao/New York (AFP/epd/nd). Malis Übergangspremier hat am Donnerstag die Stadt Gao im Nordosten des Landes besucht. Dort wurde er von zivilen und Militärvertretern empfangen, darunter auch französische Offiziere. Cissokos Besuch in Gao war der erste eines Regierungschefs in der Stadt seit Beginn des Konflikts im Land vor mehr als einem Jahr. Cissoko dankte den Franzosen für ihren Einsatz gegen b...

Kerry erfolglos

Tel Aviv/Ramallah (dpa/nd). US- Außenminister John Kerry ist mit seinen Vorschlägen zur Wiederbelebung des Nahostfriedensprozesses Medienberichten zufolge bei Israelis und Palästinensern auf Ablehnung gestoßen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu habe Vorleistungen oder Gesten des guten Willens wie die Freilassung palästinensischer Häftlinge oder die Abtretung weiterer Gebiete im Westjord...

Heißen Krieg verhindern

Die acht wichtigsten Industriestaaten der Welt wollen gemeinsam den Druck auf Nordkorea erhöhen, um das Land zur Einstellung seiner Kriegsdrohungen zu bewegen. Beim G8-Außenministertreffen in London sagte der deutsche Außenminister, die Kriegsrhetorik aus Pjöngjang müsse beendet werden.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Italien sucht einen Ausweg

Ende Februar wurde in Italien ein neues Parlament gewählt - und immer noch ist das Land ohne Regierung. Die drei großen Parteien blockieren sich gegenseitig. Hinzu kommt, dass in einer Woche der neue Staatspräsident gewählt werden muss. Welches ist der mögliche Ausweg?

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Behörden müssen Daten freigeben

Brüssel (dpa/nd). Europas Bürger können künftig auf Unmengen staatlicher Daten zugreifen. Neue EU-Regeln verpflichten Behörden dazu, von ihnen gesammelte Daten preiszugeben, sofern damit keine Urheberrechte oder die Privatsphäre verletzt wird. EU-Diplomaten gaben am Mittwoch grünes Licht für eine Richtliniennovelle, die auch für Bibliotheken und Museen gelten wird. Die EU verspricht sich ...

Sozialpartner werden übergangen

Brüssel (dpa/nd). In der Wirtschaftskrise haben nach Ansicht der EU-Kommission Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu wenig Mitspracherechte. Die Reformen in den europäischen Krisenstaaten seien teilweise ohne Rücksprache beschlossen worden, heißt es in einem Bericht, den die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel vorgestellt hat. Das sorge für Unmut auf beiden Seiten. »Der Dialog zwischen den Sozialp...

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Jubiläum ohne Feier

Keine Party, aber zwei prominente Gäste: So feiert der Ausschuss der Regionen (AdR) das Jubiläum seiner 100. Sitzung. Wenn die EU-Institutionen Entscheidungen treffen, die die lokale und regionale Ebene betreffen, muss er gehört werden. Gestern und heute stand die 100. Plenarsitzung an.

Ralf Streck, San Sebastián

EU-Kommission warnt vor wirtschaftlicher Schieflage

Die spanische Regierung hat am Mittwoch erneut eine kalte Dusche erhalten. Denn wie von Slowenien hat die EU-Kommission auch von Spanien dringende Korrekturen am wirtschaftspolitischen Kurs verlangt. EU-Kommissar Olli Rehn machte in beiden Ländernwirtschaftliche Fehlentwicklungen aus.

Grüner wirtschaften

Aufgrund endlicher Ressourcen und des dringenden Bedarfs an Klimaschutz hat Nachhaltigkeit stetig an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang ist auch immer häufiger die Rede von Bioökonomie. Unterschiedlich ist jedoch das Verständnis darüber.

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Aigner dämpft Hoffnungen der Bauern

Berchtesgaden (dpa/nd). Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hat Hoffnungen der deutschen Milchbauern auf höhere Marktpreise gedämpft. »Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann«, sagte Aigner gestern bei einer Demonstration des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter in Berchtesgaden. Sie wolle sich aber weiterhin für die Belange der Milchbauern einsetzen, bekräftigte die Ministeri...

Tonnenweise verdächtiges Rindfleisch

Düsseldorf (Agenturen/nd). Ein Großhändler aus den Niederlanden steht im Verdacht, bereits seit Anfang 2011 Rindfleisch mit Pferdefleisch vermengt und falsch deklariert zu haben. Insgesamt sollen 50 000 Tonnen in den Handel gelangt sein. Davor warnte die niederländische Kontrollbehörde für Nahrungsmittel. Europaweit soll das Fleisch an rund 500 Betriebe geliefert worden sein, darunter 124 in De...

Marcus Meier, Bochum

Wer rettet Opel?

Es war nicht wirklich erwartet worden, dass Angela Merkel (CDU) sich für den Erhalt des Bochumer Opel-Werkes einsetzen würde: Am Donnerstag traf sie mit den Chefs von General Motors und Opel zusammen. Soviel ist klar: Das Bochumer Opel-Werk wird mal wieder nicht gerettet.

ndPlusGabriele Oertel

Wohnungsverkauf als Wahlkampfthema

Nachdem zu Wochenbeginn in Bayern der Verkauf von fast 33 000 landeseigenen Wohnungen an den Augsburger Immobilienkonzern Patrizia bekannt wurde, sind nicht allein die Mieter alarmiert. Schließlich wird in fünf Monaten nicht nur im Bund, sondern auch im Freistaat gewählt.

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Greenpeace: Politik und Kohle verfilzt

Berlin (AFP/nd). Greenpeace wirft dutzenden deutschen Politikern zu enge Verknüpfungen mit der Kohlewirtschaft vor. Im »Schwarzbuch Kohlepolitik« zählen die Umweltschützer 45 Bundes- und Landespolitiker auf, die sich einseitig für die Förderung der schadstoffintensiven Braun- und Steinkohle eingesetzt hätten. »In Deutschland sind Politik und Kohlewirtschaft eng miteinander verfilzt«, schreiben ...

Simon Poelchau

Digitale Hackerwährung Bitcoin stürzt ab

»Wer mit Bitcoins handelt, braucht starke Nerven!«, titelte am Mittwoch der virtuelle Marktplatz für die Internetwährung »Bitcoin.de« in einer Mitteilung. Bitcoins sollen eine Alternative zum angestammten Geld sein. Doch auch sie sind vor Spekulation nicht gefeit.

»Sie haben keine andere Wahl«

»Vorschein des Neuen? »Protestbewegungen und alternative Formen der Ökonomie im Europa der Krise« lautete das Motto eines Kongresses der Loccumer Initiative. Elisabeth Voß ist Publizistin und Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Solidarische Ökonomie. Mit ihr sprach Ulrike Kumpe.

ndPlusDieter Hanisch, Flensburg

»Bildung und Beton«

Die zweitägige Verkehrsministerkonferenz im Flensburger Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hat eine ambitionierte Aufgabe angeschoben: Die Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturprojekten sowie die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung waren die beherrschenden Themen.

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Keine Spur in Baby-Fällen

(dpa). Nach dem Fund der getöteten Babys in Berlin hat die Polizei neue Hinweise, eine heiße Spur aber fehlt. Zu dem jüngst in einem Park in Berlin-Hellersdorf gefundenen toten Jungen seien bislang drei Hinweise eingegangen, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag. Die Beamten wollen die Befragung der Anwohner einer nahe gelegen Plattenbau-Siedung intensivieren. Bei dem in der vergangenen ...

Airports: Gute Winterbilanz

(dpa). Entgegen allen Befürchtungen sind die Berliner Flughäfen aus Betreibersicht gut durch den Winter gekommen. »Schönefeld und Tegel waren durchgehend am Netz«, teilte die Flughafengesellschaft am Donnerstag mit. Der Dienstleister GlobeGround musste nach eigenen Angaben an 140 Tagen Flugzeuge enteisen. Die Mitarbeiter des Flughafens kamen auf mehr als 100 Einsatztage, an denen sie Schnee von...

CDU bremst Tempo 30

(dpa). In der Diskussion um die Luftbelastung hat sich die Berliner CDU gegen Tempolimits von 30 Stundenkilometern auf viel befahrenen Hauptstraßen ausgesprochen. »Berlin braucht leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen«, erklärte der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, am Donnerstag. Der Verkehr könne nur bei Tempo 50 »bedarfsgerecht und flüssig« abgewickelt werden. »Weitere Geschwindigk...

Kirche hält Rechte fern

(epd). Mit einer Änderung der Grundordnung will die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) künftig Gemeindemitglieder mit rechtsextremen und anderen menschenfeindlichen Einstellungen aus ihren Gremien fernhalten. Ein entsprechender Entwurf wurde jetzt an Kirchenkreise und Gemeinden der Landeskirche verschickt, die sich bis Anfang September dazu äußern sollen. Demn...

Immer schneller teurer

Die 2,8 scheint im Nahverkehr eine magische Zahl zu sein. Zum dritten Mal in Folge erhöhen die Bus- und Bahnbetreiber die Ticketpreise um genau diesen Prozentsatz. Allerdings soll diesmal dafür nur ein Jahr vergehen, zuvor ließen sie sich immerhin noch 19 Monate Zeit. Die Preisschraube dreht sich also wieder schneller. Offenbar halten die Unternehmen ihre Leistungen schon wieder für so pr...

Fast 50 000 wollen ein Stadtwerk

(nd). 48 700 Berlinerinnen und Berliner haben in den ersten beiden Monaten für das Volksbegehren »Neue Energie für Berlin« unterschrieben, teilte gestern der Berliner Energietisch unter Berufung auf die Landesabstimmungsleiterin mit. Damit hätten die Aktiven der Initiative zur Halbzeit etwa ein Viertel der Unterschriften gesammelt, die für einen Volksentscheid zur Bundestag notwendig seien. Es ...

Christoph Sator, dpa

Einfach niedergejubelt

Ein letztes Wort will Deutschlands Verteidigungsminister doch noch loswerden. Eines wenigstens. Also stellt sich Thomas de Maizière im Audimax der Berliner Humboldt-Universität an den Laptop und tippt mit zwei Fingern »Schade«, was dann groß auf Leinwand projiziert wird. Das war's dann aber auch. Gleich danach ist der CDU-Politiker weg, ohne auch nur einen einzigen Satz gesagt zu haben. Einfach...

Bernd Kammer

Fahrpreise steigen um 2,8 Prozent

Die Tickets für den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg werden schon wieder teurer. Nach nur einem Jahr Preisstabilität steigen sie zum 1. August im Schnitt um 2,8 Prozent, beschloss gestern der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB).

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NSU-Akten und anderes Gerümpel

Thomas, der Leiter des Jugendtreffs »Winzerclub«, hat keine Chance: »Wir könnten doch mal einen Ausflug machen«, schlägt er seinen grölenden Schützlingen vor. »Den kannste alleine machen«, schnauzt ihn eine der Gören in Bomberjacke an.

ndPlusLucía Tirado

Mit verbundenen Augen

Der erste Schritt in den Theaterraum braucht den Entschluss, blind zu folgen. Denn am Eingang wurden allen Besuchern die Augen verbunden. Man wird an die Hand genommen, an einen Platz geführt, kann dort stehen oder sich auf den Boden setzen. Der Bühnenraum in der Brotfabrik gibt sich in der ausschließlich akustischen Wahrnehmung neu. Geräusche wirken. Noch muss der Raum nicht optisch nach...

Christin Odoj

Ganz normaler Wahnsinn

Melancholie, Depression, Weltschmerz. Gemütszustände, aus denen heraus sich in der Kunst Großes quälte oder befreite (Van Gogh, Büchner, Foster-Wallace, die Liste ist endlos). Psychosen als Ausdruck für die Krankheit unserer Gesellschaft aber seien viel zu selten Gegenstand der Kunst, so der Tenor des Fachpublikums, bestehend aus Krankenpflegern, Oberärzten und Sozialarbeitern, die sich am Mitt...

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Feuerwehr braucht Leute

(dpa). Bei der Berliner Feuerwehr sind in den vergangenen Jahren immer mehr Notrufe eingegangen. Im Vorjahr stieg die Zahl der Rettungseinsätze auf knapp 292 500. Das waren etwa 5000 mehr als 2011, sagte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Donnerstag zur Jahresbilanz 2012. Kranke Menschen wenden sich demnach an die Feuerwehren, um etwa in ein Krankenhaus gebracht zu werden, da immer mehr Ä...

Demontage an der Saar

Saarbrücken/Berlin (dpa/nd). Neuer Eklat bei den Freien Wählern: Im Streit mit Bundeschef Hubert Aiwanger ist der saarländische Landesvorstand geschlossen zurückgetreten. Der »undemokratische und diktatorische Führungsstil« von Aiwanger sei »absolut indiskutabel und nicht hinnehmbar«, erklärte der Landesvorstand mit Bernd Richter an der Spitze gestern in Saarbrücken. Aiwanger kommentierte in Be...

ndPlusPeter Nowak

Projekte wehren sich gegen Verdrängung

»Wir zahlen nicht für Eure Spekulationen.« So lautet das Motto einer Demonstration am kommenden Sonnabend, die um 17 Uhr am Rosenthaler Platz in Mitte beginnt. Ganz in der Nähe befindet sich das alternative Hausprojekt Linienstraße 206. Es ist eines der wenigen unsanierten Gebäude in der Gegend. Das Haus war 1990 besetzt und bald legalisiert worden. Doch seit Bernd-Ullrich Lippert das Hau...

Gustl Mollath wird Wahlkampfthema

Den Bayerischen Landtag beschäftigt der Fall Gustl Mollath schon lange. Doch jetzt soll es auf Druck der Grünen und der Freien Wähler einen Untersuchungsausschuss geben. Die SPD reagiert zurückhaltend. Und Justizministerin Merk unterstellt der Opposition Wahlkampf-Motive.

Hagen Jung

Für vier Euro in die Oper

Unbürokratisch fördert das rot-grün regierte Hannover das kulturelle Leben sozial schwacher Menschen mit einem »Aktiv-Pass«. Dieser werde gut angenommen, so zog die Verwaltung der niedersächsischen Landeshauptstadt jetzt Zwischenbilanz.

ndPlusKlaus Teßmann

Bunter Wind für Lichtenberg

Mit Gesprächsrunden, Ausstellungen und Lesungen beteiligt sich der Bezirk Lichtenberg am bundesweiten Aktionstag für Demokratie und Toleranz. Der Schirmherr, Bezirksbürgermeister An-dreas Geisel (SPD), erläuterte gestern bei einem Pressegespräch die einzelnen Programmpunkte. »Am 16. April finden an drei Orten im Bezirk Aktionen statt«, informierte Geisel und ist stolz darauf, dass es »die größt...

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Kontrollen in Finanzämtern

Potsdam (dpa/nd). Über die umfassende Kontrolle aller märkischen Finanzbeamten wegen möglicher Verstöße gegen das Steuergeheimnis ist im Landtag Streit entbrannt. Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) verteidigte das Vorgehen seines Ressorts gestern damit, dass es um sensible Daten von Steuerzahlern gehe, die geschützt werden müssen. Bisher seien 10 der 15 Finanzämter überprüft worden, sagte Ma...

Werbung mit Niedriglöhnen

Nach Angaben der LINKEN setzt Mecklenburg-Vorpommern bei der Investorenwerbung noch immer auf das Argument Niedriglohn. Der Chef der Linksfraktion im Landtag kritisierte gestern, dass in einer Broschüre »unverhohlen mit Dumpinglöhnen« geworben werde.

Ronald Bahlburg, dpa

Jede 50. Schulstunde fällt aus

Wegen des Unterrichtsausfalls an Brandenburgs Schulen hat die Opposition das Bildungsministerium scharf kritisiert. Der jüngste Lagebericht sei eine »Bankrotterklärung«, sagte FDP-Fraktionschef Andreas Büttner. Die Grünen verlangen mehr Lehrer.

ndPlusWilfried Neiße

Holz ist am Flughafen kein Holz

Das brandenburgische Handwerk ist mit seiner derzeitigen Lage immer noch zufrieden. Zwar seien die wirtschaftlichen Aussichten gegenüber dem vergangenen Jahr etwas eingetrübt, aber insgesamt keineswegs schlecht, sagte gestern der Präsident des Handwerkskammertages Jürgen Rose.

Noch den Nachbarn überzeugen

Am Sonntag geht Kornelia Wehlan in Teltow-Fläming für die LINKE in die Landratsstichwahl. Im Interview spricht Wehlan über geringe Wahlbeteiligung, Ihre Vorstellung zu notwendigen Veränderungen an der Verwaltungsspitze und die Haushaltsmisere in Teltow-Fläming .

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Nur für Männer!

Die Männer sollen keine fremden Frauen im Badeanzug zu Gesicht bekommen: In Mainz hat ein muslimischer Verein deswegen ein Hallenbad gemietet, um einmal die Woche ein Männerschwimmen anzubieten. Jetzt wird nun darüber diskutiert, wie Integration zu definieren sei.

ndPlusKathrin Streckenbach, dpa

Sauber, aber ziemlich leer

Den Berufsfischern vom Bodensee geht es schlecht, weil ihr See zu sauber geworden ist. Ihr Lösungsvorschlag lässt beim baden-württembergischen Umweltministerium die Alarmglocken schrillen.

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Brot & Karneval

Die Bundesregierung setzt sich verstärkt für den Schutz deutscher Volks- und Alltagskultur ein. Darunter fallen Volksmärchen, Dialekte oder traditionelle Handwerkstechniken, aber auch das deutsche Brot oder der Karneval. Wie die UN-Kulturorganisation UNESCO am Donnerstag mitteilte, ist Deutschland einer entsprechenden internationalen Konvention beigetreten. »Bedingt durch die deutsche Ges...

Immer den Mund aufgemacht

Der Schriftsteller Christoph Hein ist am Mittwoch mit dem Chemnitzer Stefan-Heym-Preis geehrt worden. Die mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Autor für sein literarisches Gesamtwerk am 100. Geburtstag von Stefan Heym (1913-2001) überreicht. Die Jury würdigte Hein als kritischen Geist, dessen Werke von kluger Beobachtung und gesellschaftlichem Engagement geprägt seien. Laudator...

Tobias Riegel

Die Rockstar Armee Fraktion

Die deutsche Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF) war nicht nur ein politisches Unglück. Sie ist auch ein ästhetisches und nervt in Form von Spielfilmen und Stefan Aust bis heute. Mit dem Film »Das Wochenende« von Nina Grosse ist das Genre nun um ein Kammerspiel reicher ist.

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Halbherziger Ausstieg aus der Unimaut?

Halbherziger Ausstieg aus der Unimaut?

Groß war der Jubel bei den studentischen Gegnern der Studiengebühren, als Anfang des Jahres CDU und FDP in Niedersachsen, die stets für die Unimaut waren, abgewählt wurde. Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Seehofer sogar lieber einen Krach mit seinen Koalitionspartner FDP riskiert.

Lena Tietgen

Streitfall getrennter Sportunterricht

Aus Rücksicht auf gläubige muslimische Schüler hat sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für dafür ausgesprochen, dass Schulen die Möglichkeit gegeben wird, einen nach Geschlechtern getrennten Sportunterricht zu organisieren.

ndPlusBrigitte Schumann

»Von alleine wächst sich nichts aus ...«

Seit Jahren schon untersucht die Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Zusammenhang zwischen Armut und Bildung; inzwischen liegt der Abschlussbericht für die vierte Phase bis zum Ende der Sekundarstufe I vor. Er trägt den Titel »Von alleine wächst sich nichts aus …«.

Thomas Gesterkamp

Keine Abkehr von der Koedukation?

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kann sich einen nach Geschlechtern getrennten Sportunterricht vorstellen. Ein Rückschlag für die gesamte Koedukation? Die meisten Bildungsexperten wollen keine getrennten Schulen. Diskutiert wird aber die Trennung in bestimmten Fächern.

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Frauen: Gleiche Arbeit, weniger Geld

In einzelnen Berufsgruppen beträgt der Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen in Deutschland bis zu 31 Prozent. Im Jahr 2009 betrug der Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen im EU-Durchschnitt noch 17 Prozent. Der leichte Rückgang liegt nur teilweise einer besseren Bezahlung von Frauen: Hauptgrund seien sinkende Einkommen der Männer, sagte EU-Kommissarin Viviane Reding. Die Krise h...

EuGH stärkt Rechte chronisch Kranker

Luxemburg (epd/nd). Chronisch Kranke haben unter bestimmten Umständen das Recht auf besondere Unterstützung durch ihren Arbeitgeber, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag. Krankheiten, die eine Person über längere Zeit an der vollen Teilnahme am Berufsleben hindern, gelten danach als Behinderung. Und behinderte Menschen können laut der EU-Richtlinie über Gleichbehandlung im ...

Ver.di bestätigt Tarifeinigung - GEW weiter unzufrieden

Berlin (nd-Meyer). Gut 90 Prozent der Mitglieder haben dem Tarifergebnis für die rund 800 000 angestellten Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder zugestimmt, teilte die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag mit. Die Bundestarifkommission nahm das Ergebnis mit einer Gegenstimme an. Löhne und Gehälter steigen rückwirkend zum 1. Januar um 2,65 Prozent, zum 1. Januar 2014 kommen 2,95 Prozent d...

Gutachten in NRW stärkt Tariftreue

Berlin (nd-Nowak). Für private Busunternehmen dürfte es in Zukunft schwieriger werden, sich den von ver.di abgeschlossenen Tarifverträgen zu entziehen. Ein am Mittwoch veröffentlichtes Rechtsgutachten bestätigt die Position der Gewerkschaft, nach der das seit dem 1. Februar in NRW gültige Tariftreuegesetz beim Öffentlichen Nahverkehr zur Anwendung kommen muss, wenn Liniengenehmigungen für die B...

Stein für Stein

Zugegeben: Die Überschrift dieses Kommentars bastelt eine billige Namensanalogie zwischen der von den Lehrkräften der Länder geforderten Entgeltordnung L-ego, und den bunten Plasteklötzchen aus Dänemark LEGO. Aber anders als Stein um Stein, Land um Land scheint es nicht zu gehen.

Marcus Meier

Keine Wohlfahrt für Arbeitnehmer

Sie wurde 1919 als »Wohlfahrtsausschuss« der SPD gegründet, löste sich formal von der Partei, zählt aber immer noch zur blaß-roten Familie. »Wir sind Schwestern, die etwas gemeinsam haben: das rote Herz«, attestiert ihr SPD-Chef Sigmar Gabriel.

ndPlusKnut Henkel

Mehr Kohle für Kumpel

Die Gewerkschaft Sintracarbón hat mit ihren Mitgliedern einen Tarifvertrag erstritten. Nach einem 34-tägigen Streik in der größten Kohlemine des Landes wurden deutliche Verbesserungen beim Lohn und für Leiharbeiter enthält.

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Die Bayern sind der große Favorit

Ottmar Hitzfeld gewann als Trainer 1997 mit Borussia Dortmund und 2001 mit dem FC Bayern die Champions League. Der Titelgewinn mit den Münchnern vor zwölf Jahren ist der bislang letzte deutsche Triumph in der europäischen Königsklasse. Mit dem 64-Jährigen sprach Lars Becker.

Elisabeth Schlammerl, Turin

Gegen das Trauma spielen

Wie im Hinspiel in München siegt der FC Bayern 2:0 gegen Juventus Turin - und hinterlässt dabei den besten Eindruck aller Halbfinalteilnehmer. Das Rückspiel in Turin war kein rauschendes Fußballfest, sondern vielmehr der Triumph einer gefestigten Mannschaft.