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Unten links

Ein Zusatzprogramm für Mobiltelefone, mit dem der Mobiltelefonierer das Wetter oder die neuesten Kochrezepte abrufen kann, heißt App. Die oder das App, da sind sich die Experten nicht einig. Der Plural heißt definitiv Apps. Es gibt Tausende davon. Eine Inzest-App in Island bewahrt den Mobiltelefonierer, den wir hier der Kürze halber Mob nennen wollen, vor Liebesdates mit der Cousine, sehr insel...

ndPlusSimon Poelchau

Eine Frage der Klasse

Die Kanzlerin ist enttäuscht. Von Bayern-Präsident und Wurstfabrikant Uli Hoeneß. Über das Ausmaß der Steuerhinterziehung des einstigen Weltmeisters ist bis jetzt wenig bekannt. Und gerade das wirft eine wichtige Frage auf. Wie war es möglich, am Finanzamt vorbei?

Lehrer bestreiken Abiprüfung

Lehrer bestreiken Abiprüfung

Der Berliner Senat suchte noch im letzten Moment, einen erneuten Warnstreik der Lehrkräfte in Berlin zu verhindern - scheiterte jedoch. Damit sind die 8000 angestellten LehrerInnen in diesem Jahr zum dritten Mal aufgefordert, für ihre Tarife die Arbeit niederzulegen.

Hartz-Kritikerin im Jobcenter unerwünscht

In den vergangenen Wochen sorgte Inge Hannemann, Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter Hamburg-Altona, mit deutlichen Worten gegen das System Hartz IV für mediale Aufmerksamkeit. Der Einsatz für die Erwerbslosen bescherte ihr nun arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Jirka Grahl

Massenphänomen Hoeneß

Wenn der FC Bayern heute Abend den FC Barcelona empfängt, will Präsident Uli Hoeneß trotz des Aufsehens um die Selbstanzeige wie gewohnt im Stadion Platz nehmen. Befreundete Politiker von CDU und CSU gehen auf Abstand zu Hoeneß. SPD, Grüne und LINKE freuen sich über Wahlkampfhilfe.

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ndPlusKurt Stenger

Informationen als Waffe

Die Vorwürfe Uli Hoeneß werfen ein Schlaglicht darauf, dass die deutsche Justiz tausendfach wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Der Fußballmanager und Unternehmer ist indes nicht nur Steuerfahndern unangenehm aufgefallen, sondern auch Gewerkschaftern.

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Ralf Klingsieck, Paris

Franzosen bleiben hetero

Die Verfechter eines überkommenen Familienmodells müssen ab Dienstag in Frankreich hinnehmen, dass die Nationalversammlung endgültig die Homo-Ehe beschließen wird. Dies hielt die Gegner der Homo-Ehe jedoch nicht ab, ihr Missfallen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Nicolas Šustr

Hindernisse unterm Regenbogen

Zufrieden sitzt Kajsa auf dem Schoß ihrer Mama und lässt sich füttern. Gerke Schlickmann-Ringswandl gibt ihrer Tochter behutsam einen Löffel nach dem anderen von ihrem Brei. Mit den beiden am Küchentisch sitzt Lena Ringswandl - auch Kajsas Mutter. Seit fünf Jahren sind die beiden Frauen ein Paar, vor acht Monaten kam das Kind auf die Welt. Damit sind sie eine Regenbogenfamilie. Gerke, die...

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Kosovo-Kompromiss

Die EU gratuliert Belgrad und Priština zum »historischen Abkommen«. Eigentlich ein Selbstlob, denn die EU-Mächte haben die Vereinbarung über »Prinzipien einer Normalisierung der Beziehungen« zwischen Serbien und Kosovo schlicht erzwungen. Der Druck war geradezu sanft, verglichen mit der einstigen NATO-Unterstützung der Kosovo-Albaner.

Kinderschreck Universität

Rund 80 Prozent des Personals im akademischen Mittelbau sind kinderlos. Die Betroffenen sind dies nicht aus freien Stücken, wie ein Blick auf die Biografien zeigt, denn kaum wurde der befristete Forschungs- oder Lehrauftrag in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt, schnellen die Geburtenzahlen in die Höhe.

Handel ums Ganze

Die Verhandlungen beginnen heute in Rheinland-Pfalz. Die anderen Bundesländer folgen bis zum Sommer. Auf den ersten Blick ist es eine eine ganz normale Tarifrunde im Einzelhandel: Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Geld, Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen sowie zwölf Monate Laufzeit. Was dazu kommt, ist die Forderung nach der unveränderten Wiederinkraftsetzung der Manteltarifverträge, d...

Bans Berater

Ob in Afghanistan, ob auf dem Balkan: Militärische Mittel alleine reichen nicht aus, um eine Region zu befrieden. Die »zivile Komponente« werde, so Deutschlands Innenstaatssekretär Christoph Bergner, immer bedeutsamer. Als Ergänzung des Militärs, versteht sich. Zur »zivilen Komponente« zählen 333 deutsche Polizisten, die derzeit auf neun Auslandsmissionen im Einsatz sind - als »Botschafter in U...

Schöner schuften

Bis gestern war noch alles ruhig. Es lag ja auch ein Wochenende dazwischen, das erste sonnige dazu. Soviel Zeit brauchten die Menschen in unserer Republik (kurz: unsere Menschen), um die traurige Nachricht in ihrer ganzen tiefen Traurigkeit zu erfassen: Es wird wohl noch fast ein Jahrzehnt vergehen, bis sich die Arbeiter und Angestellten auch von Frauen in den Vorstandsetagen kommandieren, schu...

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Rudolf Stumberger

Beethoven auch mit Hartz IV

Mit einem Bildungspaket wollte die Bundesregierung den Kindern von Hartz-IV-Familien helfen, die Hürden zu Nachhilfe und Kulturangeboten zu überwinden. Doch während dort die Mittel nicht ausgeschöpft werden, gibt es immer mehr sogenannte Kulturtafeln, die Theaterkarten weitergeben.

ndPlusMarlene Göring

Notlösung seit 20 Jahren

Von der Öffentlichkeit wird sie als Helfer in der Not gesehen. Für Kritiker ist die Deutsche Tafel Symbol für sozialen Abstieg und eine verfehlte Sozialpolitik. Die Tafeln übernähmen die Grundversorgung Bedürftiger - was eigentlich Aufgabe des Staates sei, so die Kritiker.

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ndPlusJürgen Amendt

Kinderfreie Unis

Für Wissenschaftler an deutschen Hochschulen, die mit Zeitverträgen angestellt sind, ist eine Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf kaum möglich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Papier der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), das gestern in Berlin vorgestellt wurde.

ndPlusRené Heilig

Verpasste Chancen - trotz Videobildern

Nach dem raschen Fahndungserfolg in Boston mit Hilfe von Videotechnik fühlen sich auch hierzulande die Befürworter solcher Überwachungsmethoden im Aufwind. Sie verschweigen jedoch sehr bewusst allerlei Pannen. Trotz Kameras fand man noch immer keine Spur zu Bonner Bombenleger.

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Viele Tote vor Damaskus

Damaskus (AFP/nd). Syrische Truppen haben nach Oppositionsangaben bei Damaskus zahlreiche Menschen getötet. Wie es hieß, wurden in einem Vorort, der seit Sonntag von der Armee vollständig kontrolliert wird, mindestens 80 Tote gefunden. Einige der identifizierten Toten hätten schwere Verstümmelungen aufgewiesen. Der Führer der syrischen Opposition, Ahmed Moas al-Chatib, erneuerte wegen der...

Nigeria: Fast 200 Tote bei Kämpfen

Bei heftigen Gefechten zwischen der nigerianischen Armee und der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sind fast 200 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Die Kämpfe brachen in der abgelegenen Stadt Baga nahe der Grenze zu Tschad aus.

Abkommen begrüßt

Die unter EU-Vermittlung erzielte Einigung Serbiens mit Kosovo ist in Belgrad und Pristina begrüßt worden. Alle Parteien der serbischen Regierungskoalition hätten sich dafür ausgesprochen, hieß es am Montag in Belgrad. Die Annahme des Dokuments durch das Parlamemt ist wahrscheinlich.

Hoffen auf Napolitano

Nach Konsultationen am heutigen Dienstag könnte Napolitano schon Mitte der Woche den Auftrag zu einer Regierungsbildung erteilen, meinten italienische Medien am Montag. Als möglicher Regierungschef wird der frühere Sozialist und Ex-Premier Giuliano Amato genannt.

ndPlusOlaf Standke

Waffenhändler Hagel

Pentagon-Chef Chuck Hagel hat bei seiner ersten Israel-Visite ein »klares Signal« Richtung Teheran geschickt: Man werde Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu entwickeln. Dafür wollen die USA ihre Partner in der hochexplosiven Region massiv aufrüsten.

Harald Neuber

Pragmatische Rechte übernimmt Paraguay

Die Präsidentschaftswahlen in Paraguay sind erwartungsgemäß mit dem Sieg des konservativen Unternehmers und Großgrundbesitzers Horacio Cartes ausgegangen. Der 56-jährige konnte bei der Wahl am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis 45,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

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ndPlusHubert Thielicke

Chemiewaffen müssen weltweit geächtet werden

In Den Haag ging jetzt die 3. Überprüfungskonferenz der Konvention über das Verbot chemischer Waffen zu Ende. Sie bilanzierte die 16 Jahre seit Inkrafttreten und legte Prioritäten für die nächste Zeit fest.

Gábor Kerényi, Budapest

Orbán weist an

Der Marsch der Lebenden, der am Sonntag in Ungarn stattfand, ist der Erinnerung an die Opfer des Holocaust gewidmet. Das Land wäre indes nicht Ungarn, wenn eine Veranstaltung dieser Art nicht von Komplikationen begleitet wäre.

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Zigarettenverkauf rückläufig

Wiesbaden (AFP/nd). Die schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer lässt den Zigarettenverkauf sinken. Im ersten Quartal dieses Jahres ging der Absatz im Vergleich zum Vorquartal um 6,8 Prozent auf knapp 17 Milliarden Zigaretten zurück, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Entsprechend sank auch der versteuerte Verkaufswert, und zwar um 5,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Bereits...

Immer mehr Gehalt für Aufsichtsräte

Düsseldorf (AFP/nd). Die Gehälter führender deutscher Aufsichtsräte sind laut einem Zeitungsbericht binnen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen. Allein 2012 verdienten die Chefaufseher der 30 DAX-Konzerne nach Berechnungen des »Handelsblatts« im Schnitt 346 000 Euro und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Bestbezahlter Unternehmenskontrolleur ist demnach VW-Aufsichtsratschef Ferdinand ...

Milliardenpoker um Agrarreform

Die EU will die milliardenschweren Fördergelder für die Landwirtschaft künftig anders ausgeben. So sollen Bauern mehr Ökoauflagen einhalten.

ndPlusSimon Poelchau

Rüstungsausgaben verschärfen Eurokrise

Waffen sind unnütz und teuer. Das gilt erst recht in Friedenszeiten. 194 Milliarden Euro gaben die EU-Staaten für Rüstung aus. Wie die Schulden in den Griff bekommen und sparen? An den Militärausgaben soll sich nach dem Willen der Gläubigerländer nichts ändern.

ndPlusJörg Meyer

Der Kampf um den Mantel beginnt

Die Arbeitgeber haben alle Tarifverträge gekündigt. Im Einzelhandel wird eine äußerst harte Auseinandersetzung erwartet. Das ist die einhellige Meinung, fragt man bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach. Heute beginnt die Tarifrunde 2013 für den Einzelhandel.

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Nord-Süd - Termine

HEUTE IN BERLIN - »Wer versorgt die Green Economy? - Wie nachhaltig ist die Energiewende für Afrika?« Mit dem liberianischen Umweltaktivisten Silas Kpanan'Ayoung Siakor und Peter Fuchs, Vorstand des Vereins PowerShift, 19 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin. Eintritt gegen Spende. GLOBALISIERUNG - »Nein zum Freihandelsabkommen der EU mit Kolumb...

ndPlusChristopher Pala, Washington (IPS)

Sardinen überfischt

Senegals Präsident Macky Sall hat am Rande eines offiziellen US-Besuchs in Washington den »Peter Benchley Award« erhalten, den einzigen Preis für Staatsoberhäupter, die einen besonderen Beitrag zum Schutz der Meere geleistet haben. Salls Verdienst war es, eine Serie unpopulärer Verträge rückgängig gemacht zu machen, die sein Amtsvorgänger Abdoulaye Wade mit ausländischen Fischereiunternehmen ge...

Fairer Handel für eine neue Weltordnung
Martin Ling

Fairer Handel für eine neue Weltordnung

Die Richtung stimmt, die relative Dimension bleibt aber bescheiden. Der Umsatz von Waren, die zertifiziert aus fairem Handel stammen, ist 2012 in Deutschland erstmals auf über 500 Millionen Euro gestiegen. Es sind mehr und mehr Verbraucher, denen es nicht gleichgültig ist, in welchen Verhältnissen die Produkte entstehen.

Knut Henkel

Rot-grüne Standfestigkeit?

Zahlreiche Nichtregierungsorganisation machen seit Monaten mobil gegen ein Freihandelsabkommen der EU mit Kolumbien und Peru. Sie fürchten massive soziale Verwerfungen in den südamerikanischen Ländern. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates stimmte am Freitag zu.

Lithium bietet Bolivien eine große Chance

Der in Boliviens Hauptstadt Sucre geborene Metallurgieingenieur Luis Alberto Echazú ist Mitglied in Boliviens Dachgewerkschaft COB. Bis 2010 war Echazú Bergbauminister im Kabinett der Linksregierung. Mit ihm sprach für »nd« Benjamin Beutler.

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SPD-Baupläne für Mitte umstritten

Die Linkspartei hat den Vorstoß von SPD-Landeschef Jan Stöß zur Bebauung der historischen Mitte Berlins heftig kritisiert. Er empfinde das Areal rings um Rotes Rathaus und Fernsehturm als »Brache ohne Aufenthaltsqualität«. Stöß rede an der Realität vorbei, erwiderte Kathrin Lompscher (LINKE).

Tadel für Nußbaum

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts zum heutigen Warnstreik der rund 8000 Lehrer bedeutet eine deftige Klatsche für den parteilosen Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Schließlich gab das Gericht in seinem Urteil dem Senat in keinem Punkt recht: Weder verstößt der Warnstreik der angestellten Lehrer gegen die Friedenspflicht, noch sei die Arbeitskampfmaßnahme unverhältnismäßig. Auch das Herumreiten a...

ndPlusMartin Kröger

Gericht erlaubt Warnstreik

Die Berliner Lehrer dürfen am Dienstag in einen Warnstreik treten. »Das Gericht hat die vom rot-schwarzen Senat beantragte einstweilige Verfügung abgelehnt«, erklärte eine Gerichtssprecherin am Montag. Demnach dürfen die Pädagogen im Angestelltenverhältnis heute streiken.

ndPlusSarah Liebigt

Zwangweise Verschlechterung

Nicht nur die regulären Schulen stehen heute im Fokus des Arbeitskampfes - auch die Lehrerinnen und Lehrer an Berlins Musikschulen nutzen den heutigen Aktionstag, um auf eine drohende Verschärfung ihrer Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.

Nissrine Messaoudi

Weniger Arbeit für ältere Lehrer

Ein Tag vor dem angedrohten Lehrerstreik durch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellten Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos für SPD) am Montag Maßnahmen vor, die den Lehrerberuf attraktiver machen sollen.

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Hommage an Stefan Heym

(nd). Anlässlich des 100. Geburtstags von Stefan Heym am 10. April richtet das Deutschen Theater eine szenische Lesung aus. Für die Veranstaltung, die heute um 20 Uhr beginnt, haben Franz Sodann und Sewan Latchinian, der auch die künstlerische Leitung innehat, eine Collage aus Heyms Texten und biografischem Material erstellt. In der Koproduktion mit der Neuen Bühne Senftenberg wirken unter ande...

Peymann bleibt am BE

Claus Peymann (75) bleibt bis 2016 Intendant am Berliner Ensemble. Sein bis 2014 laufender Vertrag wurde um weitere zwei Jahre verlängert. Peymann freue sich auf die verbleibende Zeit, hieß es in der Mitteilung des Landes Berlin vom Montag.

Philharmoniker feiern die Philharmonie

(dpa). Die Berliner Philharmoniker wollen sich für die Suche nach einem Nachfolger für ihren Chefdirigenten Sir Simon Rattle Zeit lassen. Voraussichtlich erst zum Ende der Spielzeit 2014/15 werde das Orchester den Namen bekanntgeben, sagte Orchestervorstand Stefan Dohr am Montag vor Journalisten in Berlin. Über die Kandidaten würden die Orchestermusiker zunächst diskutieren und dann abstimmen. ...

Volkmar Draeger

So war das Stück nicht

Nichts passiert, außer dass drei Stimmen vom Band über Theater, Räume und Stücke plaudern. Und Szenen zu beschreiben suchen, an die sie sich aus ganzen Aufführungen noch erinnern. Nun ist das mit der Erinnerung eine Sache: In jedem bricht sie sich anders.

ndPlusThomas Blum

Kitzel mein Gehirn!

»Wen Bier hindert, der trinkt es falsch.« Diese schöne Feststellung stammt von dem Lyriker, Kurzzeitfaschisten und Arzt Gottfried Benn, der sich wie viele Dichter gerne von diesem alkoholischen Getränk zu dichterischen Höhenflügen aufstacheln ließ.

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Licht auf die »Dunkelgräfin«

Verbirgt sich hinter der geheimnisumwobenen »Dunkelgräfin« eine französische Königstochter? Dieses Rätsel der Thüringer Geschichte könnte nun gelüftet werden.

Mehr rechte Straftaten befürchtet

Für das Bundestagswahljahr 2013 erwartet Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wieder einen Anstieg politisch motivierter Straftaten im Nordosten. Die vermehrte Zuweisung von Asylbewerbern und die Debatte um Wohnunterkünfte trage dazu bei, so Caffier.

ndPlusKirsten Baukhage, dpa

Berlin erbt Millionen

Immer häufiger wird das Land zum Erben. Diese sogenannten Fiskalerbschaften fallen dem Land zu, wenn kein Erbe ermittelt werden kann. Seit 2005 flossen so 23,9 Millionen Euro in die Landeskasse, wie eine dpa-Umfrage ergab. Dabei schwankt die Zahl der Fälle nach Angaben der Finanzverwaltung zwischen 550 und 700 pro Jahr - mit leicht steigender Tendenz in den vergangenen Jahren. Erbte Berlin im J...

Esteban Engel, dpa

Die Schrecken des Krieges

»Ruhm dem Großen Krieg« steht in kyrillisch über der Eingangshalle in der Villa in Berlin-Karlshorst. Den Krieg, den der goldene Schriftzug meint, hat das Haus, Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst, fast unbeschadet überstanden. Im Garten stehen Zeugen der Kriege.

ndPlusTimo Lindemann, dpa

Private Autofahrten im Busfahrplan

Mehr Mobilität auf dem Land: Wenn der Bus nicht fährt, dann kommt eben ein Auto. In Nordhessen werden private »Fahrten, die sowieso da sind«, Teil des Busfahrplans - und das verbindlich.

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Gedenken an Verlorenen Zug

Tröbitz (nd). Zur Gestaltung des Gedenkortes »Verlorener Zug« in Tröbitz soll ein Konzept erarbeitet werden. Das Kulturministerium hat der Gemeinde Fördermittel in Höhe von 18 000 Euro in Aussicht gestellt. 2000 Euro müsste die Gemeinde selbst tragen. Zunächst sollen die beiden Räume für pädagogische Arbeit und die Ausstellung in der Evangelischen Grundschule Tröbitz gestaltet werden. Für späte...

Die letzte Fahrt der »Atlantis II«

Stralsund/Netzelkow (dpa/nd). Die im Achterwasser vor Usedom gesunkene »Atlantis II« wird nun nach mehr als 15 Jahren gehoben und verschrottet. Eine Bergungsfirma begann gestern im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund mit den vorbereitenden Arbeiten. Wie das Amt weiter mitteilte, soll das Schiff voraussichtlich in einer Woche mit einem Schubschiff in das polnische Szczecin gebrac...

ndPlusAnja Mia Neumann, dpa

Emsiger Stillstand in PCK-Raffinerie

Es liegt ein beißender Schwefelgeruch in der Luft. Zwischen Gerüsten laufen Bauarbeiter umher. Einige von ihnen tragen Stahlteile auf ihren Schultern, andere blicken nach oben, wo ein Rohr durch die Luft schwebt. Bei Schweißarbeiten sprühen Funken. Zwischendrin glänzen nagelneue Türme zur Rohöldestillation in der Mittagssonne. Eigentlich herrscht Stillstand auf dem Gelände der PCK-Raffinerie in...

ndPlusKlaus Hammer

Aufstreben, verharren, zurücksinken

Figuren, Plastiken, Mahnmale. Am 24. April wäre der viele Jahre in Senftenberg (Brandenburg) lebende und wirkende Bildhauer Ernst Sauer 90 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren wird morgen der Platz an der Senftenberger Bahnhofstraße feierlich als Ernst-Sauer-Platz eingeweiht.

Wilfried Neiße

Versetzte Lehrer dürfen zurück

Die vielen Vorteile, die ein Beamter genießt, werden unter anderem mit seiner Pflicht begründet, im Fall der Fälle dorthin gehen zu müssen, wo der Dienstherr seine Arbeit benötigt. Dieser Tage hat sich gezeigt, dass dies offenbar längst zu einer bedeutungslosen Phrase verkommen ist.

Elke Silberer, dpa

Im Kalkaer Wunderland

Der Schnelle Brüter in Kalkar (NRW) galt als Wunderreaktor deutscher Atomforschung. Doch er ging nie ans Netz. Und trotzdem litt das Dorf Hönnepel am Niederrhein zig Jahre unter den Folgen des Kraftwerksbaus. Inzwischen reden die Menschen wieder miteinander.

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Gebremste Bühnen

Der Spardruck der verschuldeten Stadt Wuppertal schlägt auf die Bühnen durch: Mit verkleinerten Ensembles und weniger Vorstellungen gehen Schauspiel und Oper in die neue Spielzeit. Oper und Schauspiel arbeiteten 2013/14 verstärkt mit Gästen, sagten die scheidenden Intendanten Johannes Weigand und Christian von Treskow am Montag. Unberührt von der städtischen Haushaltskrise bleibt der Spie...

Beethoven obdachlos

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat für den Bau eines Beethoven-Festspielhauses in Bonn geworben und zur Eile gemahnt. Im Bundeshaushalt seien seit mehr als fünf Jahren 39 Millionen Euro eingeplant, sagte Neumann am Montag. Sie stünden allerdings nur für den Betrieb des Hauses zur Verfügung, eine andere Verwendung sei nicht möglich. Der geplante Bau des Festspielhauses, für den längst ...

Politische Linie

Mit mehr als 250 Werken zeigt Paris unter dem Titel »Keith Haring. The political line« eine der größten Haring-Ausstellungen seit Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf dem politischen Charakter von Harings Gesamtwerk. Mit seinem unverkennbaren Graffiti-Stil kämpfte der US-amerikanische Künstler gegen den Kapitalismus.

Ode an das Buch

Buch, herrliches Buch, du winziger Wald, Blatt an Blatt, nach Urstoff duftet dein Papier, morgendlich bist du und nächtlich, kornhaft und ozeanisch, Bärenjäger füllten deine uralten Seiten, offenes Feuer am Mississippi, Kanus auf den Inseln, später Wege und Wege, Entdeckungen, Völker im Aufruhr, wie ein blutender verwundeter Fisch zuckend im...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Kosmos aus Papier

Obiges Foto stammt aus Kalkutta. Was soll's, irgendein ein kleiner Buchladen, mag manch einer denken. Aber rings um die College Street der westindischen Metropole gibt es mehr als fünftausend davon. Mehr als fünftausend - vom Straßenhändler bis hin zu riesigen Gewölben.

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ndPlusGerhard Hanloser

»Moralische Hegemonie«

Schämt Euch«-Rufe hallten am Sonnabend den Ehrengästen entgegen, die in Stuttgart bei der Theodor-Heuss-Preisverleihung an den Grünen Europa-Politiker Daniel Cohn-Bendit teilnahmen. Bei seiner Dankesrede gab der zurück: »Kritisiert mich für das, was ich geschrieben habe, bis zu meinem Tod - aber jagt mich nicht für etwas, was ich nicht getan habe.« Worum geht es? Cohn-Bendit fällt seine 6...

Antje Rößler

»Wo sind wir?« - Im Wohnzimmer

Linz war einmal das österreichische Bitterfeld. Mit Fabriken und Schloten, welche die malerischen Donauauen verpesteten. Zunehmend setzt man jetzt dort auf Umweltschutz und Kultur. Jüngster Schritt in diesem Imagewandel ist das neue Musiktheater, das Mitte April öffnete.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Glück und Not der Nähe

Merkwürdig anmutender Lebenszweck: »täglich sich etwas unergründlicher machen!« Aber so hat es Botho Strauß in einem seiner früheren Bücher formuliert. Was er mit diesen Worten aufruft, ist schwerste Arbeit: das Rätselhafte der Existenz als Reichtum, als Sieg Intelligenz zu nehmen.

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Weltreise im Tagesformat

Auf dem Gelände der Internationalen Gartenschau (igs) in Hamburg werden die Schutzzäune der Blumenbeete entfernt. Unter dem Motto »In 80 Gärten um die Welt« werden die Besucher vom 26. April bis zum 13. Oktober 2013 durch sieben verschiedene Bereiche geführt. »Diese Gartenschau hat ein ganz anderes Profil als klassische Schauen«, findet igs-Geschäftsführer Heiner Baumgarten. So will die Präsent...

Silvia Ottow

Buchrezension: Frauenfeld

Zahlreiche prachtvolle Bücher geben der Hobbygärtnerin Anregungen, meist sind sie auf ein spezielles Feld wie Kräuter, Bäume oder Gemüse ausgerichtet. Aus dem Callwey Verlag kamen schon viele klug und ansprechend gestalteten Bände über Frauen und ihre Gärten. Im neuesten merkt man wieder einmal die Liebe zum Detail, die von den Machern jedes Mal in ihre wunderbaren Bücher eingespeist wird. So f...

ndPlusJutta Schütz, dpa

Radieschen von der Saisonscholle

In Berlin und im Land Brandenburg gibt es immer mehr Gärtner auf Zeit. Für dieses Jahr werden in der Hauptstadt 400 Gärten auf Zeit vermietet, für eine Saison zum Beispiel. Auch wer keinen eigenen Garten hat, kann also säen, Unkraut jäten und ernten.

Silvia Ottow

Säen & Ernten gut für die Psyche

Gärten hatten im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen. Sie waren Kunstwerke berühmter Architekten, Teil luxuriöser Anwesen, dienten der Präsentation von Pflanzen, dem Anbau von Nahrungsmitteln oder schlicht der Erholung. Aber sie sind auch gut für die Psyche.

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»Immer wenn's eng wird, sind wir da«

Der gebürtige Westberliner ANDRÉ RANKEL kam 2003 vom Erzrivalen Berlin Capitals zu den Eisbären Berlin. Mit dem Ostberliner Eishockey-Kultverein feierte er alle sieben deutschen Meistertitel. JÜRGEN HOLZ sprach mit dem 27-jährigen Kapitän über die Kölner Haie.

ndPlusElisabeth Schlammerl, München

Mehr als nur Schadensbegrenzer

Heute Abend kommt es zum Gigantenduell im Halbfinale der Champions League. Die Fußballer des FC Bayern München glauben sich dabei endlich auf Augenhöhe mit dem FC Barcelona. In den vergangenen drei Finalspielen waren die Münchner zweimal dabei, Barca nur einmal.

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Chris Melzer, dpa

Ein Preis für dreieinhalb Stunden

Luxus in den Suiten, Enge in den Zwischendecks. Blaues Band und Tragödien. Millionen Auswanderer. Der Schiffsverkehr über den Atlantik begann vor 175 Jahren - mit einem seltsamen Wettrennen.

ndPlusCharlotte Morgenthal, epd

»Das Zeitgefühl war komplett weg«

Das Smartphone und das Handy gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Sie hören mit den Geräten Musik, telefonieren oder schreiben sich Nachrichten. Sie dienen als Armbanduhr oder als Wecker. Wie ein Leben ohne Smartphone oder Handy ist, das haben Braunschweiger Schüler jetzt in einem Selbstversuch getestet.