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Unten links

Die Niederländer sind zu beneiden. Sie haben jetzt König Willem-Alexander. Und die Deutschen haben nichts. Stundenlang beobachteten sie vor dem Fernseher, wie glücklich ein Volk ist, das einen König sein eigen nennt. Früher war auch hier alles besser, früher kostete das Ei noch drei Pfennige, und es gab einen Kaiser Wilhelm - jetzt reicht es nicht mal mehr für einen schlappen König Willem. Auf ...

Vergifteter Rat

Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Auch die von viel Weihrauch verhangene Gemeinschaft europäischer Länder verliert sehr schnell alle Gemeinschaftlichkeit, wenn es darin so provozierend leicht zu identifizierende Sieger und Verlierer gibt.

Roland Etzel

»Nur sanieren heißt sterben«

Italiens neuer Ministerpräsident Enrico Letta war sofort nach Amtsbestätigung zu Hause im Parlament nach Berlin gereist; wohl wissend, dass es sehr wesentlich von deutscher Politik abhängt, ob und wie sein Land die ökonomische Abwärtsspirale zum Stillstand bringen kann.

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Anja Krüger, Köln

Ein Profi ohne Leidenschaft

Einige tausend Menschen stehen vor der großen Bühne auf dem Kölner Heumarkt. Fressbuden und Stände politischer Initiativen in der Mitte des Platzes kaschieren, dass viel weniger Menschen dem DGB-Aufruf zur traditionellen Mai-Kundgebung gefolgt sind als letztes Jahr.

Von Athen bis Zürich

Der Tag der Arbeit war am Mittwoch für viele Tausende Werktätige, Arbeitslose und Rentner in Europa Anlass, ihrem Zorn über den Krisenkurs der Spardiktatoren und der nationalen Regierungen Luft zu machen.

Gesa von Leesen, Stuttgart

Reden gegen den Reichensport

Zum 1. Mai fordern die Gewerkschaften eine neue Ordnung für den Arbeitsmarkt und ein soziales Europa - bei der Nennung der politisch Verantwortlichen tut sich vor allem IG-Metallchef Huber allerdings schwer.

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ndPlusPepe Egger

Picknicks, Siedler, Hungerstreiker

Auch nach dem Besuch von US-Präsident Obama und Außenminister Kerry ist in Palästina keine Aufbruchstimmung zu spüren. Nur wenige Menschen glauben daran, dass es Friedensverhandlungen geben wird, und noch weniger, dass diese zu einer Verbesserung der Lage führen könnten.

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Dopinghintermänner

Der spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das mag angesichts des Ausmaßes des Sportbetrugs, der ihm zugeschrieben wird, wenig erscheinen. Es ist aber auch viel. Denn sehr selten wurden bisher die Hintermänner oder Organisatoren des Dopings juristisch belangt. Das erstinstanzliche Urteil ist damit ein Signal: Ärzte und Betreuer können sich nicht mehr sicher wähnen.

Nahöstlicher Tauschmarkt?

Stehen israelisch-palästinensische Gespräche über einen Gebietsaustausch bevor? So lautet die Idee dieser Woche, als deren Urheberin die Arabische Liga genannt wird. Der Gedanke sei auf beiden Seiten mit Wohlwollen aufgenommen worden, freut sich US-Außenminister Kerry und klopft sich auf die eigene Schulter, soll heißen: mein Verhandlungserfolg. Wer allerdings nicht Kerry, sondern die Nac...

Verteidigungslinien

Die Beweise sind eindeutig: Es war Brandstiftung. Wer das Kopenhagener »Freiheitsmuseum« auf diese Weise angegriffen hat, kann man bislang nur vermuten. Ahnungen, dass Neonazis auf diese Weise die Erinnerung an den dänischen Widerstand gegen die faschistische Besetzung vernichten wollten, sind gewiss nicht gewagt. Hierzulande haben sie Sprengsätze gegen die Wehrmachtausstellung gezündet. ...

Barmherziger

Wahrscheinlich ist es um die Bibelfestigkeit von Franz Müntefering (SPD) nicht zum Besten gestellt. Vielleicht hätte er es sich mit seinem neuen Ehrenamt als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) noch einmal überlegt, wenn er wüsste, in wessen Fußstapfen er da tritt.

Warum neue Blaue Bände?

nd: Unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung erscheinen die Marx-Engels-Werke, die MEW, die bekannten Blauen Bände, neu. Wieso das denn? Handelte es sich hier nicht um einen überholten SED-Kanon? Hecker: Zunächst: Es ist gut, dass die MEW durch den Karl Dietz Verlag wieder komplett lieferbar sind. Sie bieten Marx-Engels-Texte in Deutsch und in modernisierter Schreibweise, ohne E...

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Kanzlerin verteidigt Kirchenrechte

Osnabrück (epd/nd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Kirchensteuersystem und das kirchliche Arbeitsrecht in Deutschland, den sogenannten Dritten Weg, verteidigt. »Für die CDU kann ich sagen, dass wir an diesen Regelungen nicht rütteln sollten«, sagte Merkel in einem Interview mit deutschen katholischen Bistumszeitungen. »Wir brauchen die Kirchensteuer und auch das kirchliche Arbeitsr...

ndPlusMarcus Meier und Aert van Riel

Grau ist alle braune Theorie

In Dortmund blockierten Antifaschisten einen rechten Aufmarsch zum 1. Mai. Zeitgleich fand in Würzburg eine Gegendemonstration mit rund 8000 Teilnehmern gegen den Zug der Nazis durch die Mainstadt statt.

Susann Witt-Stahl

Halleluja auf die Reichen

Evangelische Kirchenvertreter haben beim Protestantentreffen in Hamburg die Kluft zwischen Arm und Reich vorsichtig kritisiert. Mitglieder der antikapitalistischen Linken protestierten gegen den Evangelischen Kirchentag. Sie sehen eine »Allianz von Opportunismus und Aberglauben«.

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René Heilig

»Nur« Optionen auf den fliegenden Sensenmann

Vor den Bundestagswahlen will die Regierung keine neue Aufregung wegen zweifelhafter Rüstungsgeschäfte erzeugen. Doch heimlich werden beispielsweise beim Kauf von Drohnen Tatsachen geschaffen. Per Kaufanfrage in Washington.

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Brandstiftung im Museum

Brandstiftung hat das Großfeuer im Kopenhagener »Freiheitsmuseum« über den Widerstand gegen die deutsche Besetzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Wie ein Polizeisprecher sagte, hätten Untersuchungen zwei deutlich voneinander getrennte Brandherde ergeben

Pentagonchef zufrieden mit Deutschland

Washington (dpa/nd). US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat den deutschen Vorstoß für eine langfristige militärische Präsenz in Afghanistan begrüßt. Bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière machte er aber noch keine Angaben, wie viele US-Soldaten nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 am Hindukusch bleiben sollen. Deutschland hat als erstes NATO-Land bis zu 8...

Waffenlieferungen an Rebellen im US-Kalkül

US-Präsident Barack Obama erwägt nach einem Pressebericht die Lieferung von Waffen an syrische Rebellen. Dies berichtet die »Washington Post« unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter.

John Dyer, Boston

Guantanamo bleibt Obamas Heimsuchung

US-Präsident Barack Obama erinnert sich an ein Wahlversprechen und an seine Zusicherung bei Amtsantritt, er werde das Gefangenenlager in Guantanamo Bay schließen. Das Lager passe nicht zu den Idealen der Vereinigten Staaten, sagte Obama über das Militärgefängnis.

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Vorschlag spaltet Israels Regierung

Ein neuer Kompromissvorschlag der Arabischen Liga zur Lösung des Nahostkonflikts spaltet die israelische Regierung. Nachdem Chefunterhändlerin Zipi Livni die Zustimmung zu einem Landtausch signalisierte, lehnte Kabinettsmitglied Gilad Erdan Gespräche kategorisch ab.

Ewiger Widerstand ist kein Sieg

nd: Kolumbianische Regierung und FARC führen in Havanna Friedensgespräche. Dazu sagen Sie, dass Widerstand leisten nicht mit Siegen gleichgesetzt werden kann. Steht die Guerilla also unter Zugzwang? Arteta: Die Lage des Kolumbienkonflikts hat sich dermaßen verändert, dass es heute schwer vorstellbar ist, die FARC könnte mit Waffengewalt wesentliche politische Maßnahmen forcieren oder sogar an...

ndPlusThomas Mell, Tallinn

Estland wagt mehr Volksdemokratie

Eine Bürgerinitiative in Estland versucht nach einer Reihe von Skandalen, die Spielregeln der Parteipolitik zu ändern. Doch das letzte Wort bleibt immer noch den Parlamentariern vorbehalten. Die Vorschläge werden vom Ausschuss für das Grundgesetz geprüft.

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Grit Gernhardt

Ohne Abschluss kein Job

Ohne Ausbildung kein Beruf - aber ohne Job auch keine Chance auf Ausbildung. So lassen sich aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammenfassen, die »nd« vorliegen. Immer mehr erwerbslose Menschen haben demnach keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Länder lassen Krankenhäuser im Stich

Ulrike Elsner ist Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Die Juristin steht seit 2012 an der Spitze der Organisation, die die Interessen von 25 Millionen Versicherten der Barmer GEK; DAK-Gesundheit, Techniker Krankenkasse, Kaufmännischen und Hanseatischen Krankenkasse vertritt. Silvia Ottow sprach mit ihr über die Lage der Krankenhäuser, Milliardenhilfe und ausufernde Operationszahlen.⋌

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R.B.

STARporträt: Mark Ivanir

Der am 6. September 1968 in der Ukraine geborene Schauspieler wanderte mit seiner Familie 1972 nach Israel aus und lebt seit 2001 in den USA. Nach einem Schauspielstudium trat er am Theater auf, u.a. in London. Sein Filmdebüt gab er 1988.

ndPlusTobias Riegel

Lohn der Angst

Angst war dem Menschen lange Zeit evolutionär von Nutzen. Doch seit einigen Jahrhunderten gelingt es Glaubens- und Wirtschaftsführern, diese Angst in bare Münze zu verwandeln. Aus Furcht vor sozialem Abstieg und Depression lassen sich heute die meisten Zeitgenossen in ein längst gescheitertes Modell pressen: immer mehr Arbeit, für ein kleines bisschen Glück. Dass Letzteres in der Gleichung kaum...

Marc Hairapetian

Zum Gähnen

Die Problematik bei den meisten Comic-Verfilmungen mit realen Darstellern liegt darin, dass der visuelle Stil nicht übertragbar ist. Gerade die Hollywood-Blockbuster bieten oft Stars, Sternchen und Spektakel, sind aber wenig künstlerisch gestaltet. Und wenn man ehrlich ist, haben auch die viel diskutierten »Batman«-Streifen von Christopher Nolan keine eigene künstlerische Handschrift. Sie sind ...

ndPlusCaroline M. Buck

Gericht in Kinderschuhen

Gewidmet ist dieser Dokumentarfilm »den Kindersoldaten dieser Welt« - eine breit angelegte Formulierung, die in ihrem globalen Zuschnitt genau das widerspiegelt, was der hier in seinem Wirken porträtierte Internationale Strafgerichtshof bisher nur mit Einschränkungen darstellt.

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CDU verärgert über Heilmann

Äußerungen von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) zur Aussichtslosigkeit der Berliner CDU auf den höchsten Regierungsposten 2016 schlagen in seiner Partei hohe Wellen. Angesichts der parallel veröffentlichten guten Umfragewerte für die CDU reagierten Kollegen verständnislos.

Ehrlicher Mann

Auch Politik will gelernt sein. Ein gelernter Politiker würde zum Beispiel niemals zugeben, dass eine Wahl nicht zu gewinnen sei. Bestes Beispiel ist Peer Steinbrück. Mögen die Umfragewerte auch noch so tief im Keller stecken, der Mann sieht sich natürlich als der künftige Bundeskanzler.

Arbeitsmarkt stagniert

Die Berliner Arbeitslosenquote lag im April unverändert bei 12,3 Prozent. Damit bleibt die Bundeshauptstadt im Vergleich der 16 Bundesländer das Schlusslicht. Bei der Schaffung von Lehrstellen müssen die Unternehmen aus Sicht der Arbeitsagentur noch nachlegen.

ndPlusMarlene Göring

»Was hat das denn mit dem 1. Mai zu tun?«

In diesem Jahr findet das 11. Myfest in Berlin-Kreuzberg statt. Gedacht als Bollwerk gegen die Ausschreitungen, von denen der 1. Mai in den Jahren davor geprägt war, ist das Fest nun von Kommerzialisierung bedroht, wie die Veranstalter einräumen.

Martin Kröger

Tausende kontra NPD

Gegen den Widerstand tausender Demonstranten setzte die Polizei in Berlin am 1. Mai einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD durch. Dabei wurden auch Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt. Das Bündnis "1. Mai Nazifrei" zeigte sich über den massiven Polizeieinsatz schockiert.

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Kandidaten für Berliner Literaturpreis

(dpa). Sechs Autoren sind für den 5. Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt nominiert. Mit Andrej Bitows »Der Symmetrielehrer« und Zakhar Prilepins »Sankya« stammen zwei Bücher aus Russland. Weitere Kandidaten sind Teju Cole mit »Open City«, Lloyd Jones mit »Die Frau im blauen Mantel« und Valeria Luiselli mit »Die Schwerelosen«. Der Franzose Jean Rolin steht mi...

Zeichnungen aus Ghetto Theresienstadt

Das Jüdische Museum Berlin zeigt vom 17. Mai an Zeichnungen des tschechischen Künstlers Bedrich Fritta aus dem Ghetto Theresienstadt. Zu sehen sind Tuschezeichnungen und Skizzen, die Fritta zwischen 1942 und 1944 heimlich in dem Ghetto anfertigte.

Lucía Tirado

Auf vieles gefasst

Sie habe den Tag am Müggelsee verbracht, sagt eine Zuschauerin auf die Frage von der Bühne. Umgehend entsteht eine Szene. Tatjana Bielke kommt als Sybille zum Strand und verknotet sich fast beim Umziehen. Darauf, dass sie am FKK-Strand landete, stößt sie erst durch den sich neben ihr aufbauenden Möchtegern-Macho, der die Schüchterne sofort anspricht. Das ulkige Spiel gibt es in drei Varia...

ndPlusKira Taszman

Glaube und Grotten

Ein jüdischer Kardinal - was für ein Oxymoron. Wie kann man zugleich Jude und hoher katholischer Würdenträger sein? Dass man seine jüdischen Wurzeln nicht einfach verleugnen kann, zumal, wenn enge Familienmitglieder im Holocaust ermordet wurden, beweist die Vita des Jean-Marie (ursprünglich Aron) Lustiger (1926-2007). Der gebürtige Jude konvertierte zum Katholizismus und stieg 1983, ernannt von...

Zauberwürfel voller Technik
ndPlusChristin Odoj

Zauberwürfel voller Technik

Am Eröffnungstag war die Farbe an der Türklinke noch nicht trocken, aber über die schicke Multimediafassade des neuen Forschungsinstituts für Kultur und Informatik (FKI) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) tanzten schon prächtige geometrische Figuren hin und her.

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Forschen statt Fliegen

Möglichst im Jahr 2015 will der Senat mit dem Umbau des Flughafens Tegel zu einem Forschungs- und Industriepark beginnen. Pläneb des Senats zufolge soll der stillgelegte Flughafen auf 220 Hektar in einen Standort für Zukunftstechnologien verwandelt werden.

ndPlusMarco Hadem, dpa

McAllister hadert noch

Vor 100 Tagen erlebte David McAllister einen jähen Karriereknick. Der Ministerpräsident musste sich bei der Niedersachsenwahl dem SPD-Herausforderer Stephan Weil geschlagen geben. Seither ist es still um ihn - doch es gibt viele Spekulationen.

Harald Lachmann

Virtuelles West-Ost-Gefälle

Obwohl ostdeutsche Städte in Sachen eGovernment - also elektronische Verwaltungsdienstleistungen - seit Jahren punktuell immer wieder bundesweite Akzente setzen, sieht es hier insgesamt mit dem Online-Service im Rathaus noch bescheiden aus.

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Proteste für Solarwerk

Arnstadt (dpa/nd). Rund 200 Menschen haben am Mittwoch auf einer Kundgebung im thüringischen Arnstadt ihre Verbundenheit mit den Mitarbeitern von Bosch Solar gezeigt. Vor dem Rathaus der Stadt bei Erfurt versammelten sich am Morgen die Demonstranten, um später in den nahen Schlossgarten zu ziehen. Dort sollte bis zum Abend ein Solidaritätsfest stattfinden. Auf Plakaten kündigten Mitarbeiter des...

Andreas Fritsche

Erwerbslosenquote sinkt auf 10,3 Prozent

Die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen in Brandenburg ist im April um 5936 auf 138 421 gesunken. Damit waren auch 3195 weniger Erwerbslose gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,5 auf 10,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 10,6 Prozent gelegen.

Robert Luchs, Mainz

Antike lauert unter Konsumtempel

In Mainz wird viel gebaut. Und immer wieder tauchen in den Baugruben die Zeugnisse längst vergangener Bautätigkeit auf. Jetzt könnte es wieder einmal soweit sein.

ndPlusWinfried Wagner, dpa

Waschbären im Vormarsch

Der Waschbär sieht possierlich aus, kann aber große Schäden anrichten. Sogar an Häusern. Im Norden Deutschlands könnte man von den Erfahrungen in Hessen lernen, meinen Experten. Denn die flinken Allesfresser vermehren sich rasch.

ndPlusAndreas Fritsche

Kita-Zuschüsse zu dürftig

Wer bestellt, muss auch bezahlen. Der Grundsatz fällt jetzt der Landesregierung in Brandenburg auf die Füße, die sich zu einer besseren Förderung der Betreuung in den Kitas verpflichtet hatte. Die gute Absicht reicht nicht, sie muss auch finanziert werden, so die Richter.

ndPlusWilfried Neiße

Kein Stör-Fall im Luch

»Diesmal ist es wie in den Jahren zuvor. Wir haben keinen Frühling mehr.« Der Linumer Binnenfischer Andreas Voyè fährt mitunter Touristen auf einem solargetriebenen Boot durch die Wassergräben des Luchs. Aber seine eigentlich Tätigkeit hängt noch mehr vom Wetter ab, es ist die Aufzucht von Fisch. »Wenn der Winter gleich in den Sommer übergeht - und das erleben wir gerade wieder - dann wird das ...

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Musiker gehen oft leer aus

Musiker profitieren nach Angaben des Rechteverwerters Gema noch immer zu wenig vom Verkauf und der Nutzung ihrer Musik im Internet. Die Verkäufe von Tonträgern wie CDs gingen seit Jahren zurück - die zunehmenden Downloads und Musikstreams könnten diese Verluste jedoch nicht kompensieren, teilte die Gema am Dienstag bei der Vorstellung ihrer Geschäftszahlen 2012 in München mit. Demnach nahm die ...

Kunst am Berg Fuji

Der japanische Berg Fuji steht vor der Aufnahme auf die Liste des Weltkulturerbes. Die internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS habe den 3776 Meter hohen Vulkan für die Aufnahme auf die UNESCO-Liste empfohlen, teilte die japanische Regierung am Mittwoch mit. Der Berg mit seiner gleichmäßigen Kegelform und dem schneebedeckten Gipfel ist eine der Touristenattraktionen Japans. Die japanische Re...

Geschmückt mit Bildern und Blattgold

Eines der bedeutendsten illustrierten hebräischen Schriftstücke gehört künftig dem Metropolitan Museum in New York und dem Israel Museum in Jerusalem gemeinsam. Die beiden Häuser hätten die aus dem 15. Jahrhundert stammende »Mishneh Torah« zusammen gekauft, kurz bevor sie versteigert werden sollte, teilte das Metropolitan Museum mit. Das in Norditalien hergestellte handgeschriebene Manuskript i...

Volkmar Draeger

Quichotte - ein Träumer von heute

Das Theater Rudolstadt beherbergt seit Langem nur noch Schauspiel und Oper; den Tanz bringen Gastspiele aus dem wahrlich nicht gerade dicht benachbarten Nordhausen ein. Kooperation spart angeblich Geld. Exportiert von dort ist eine Inszenierung von Stefan Haufe. Der hatte seinen »Don Quichotte« schon vor einem Jahrzehnt in Schwerin ausprobiert und ihn nun für Nordhausen optimiert. Für das Nudel...

Die sogenannten Leitmedien

Die Medienplätze beim NSU-Prozess in München gegen die rechte Terrorgruppe um die Hauptangeklagte Beate Zschäpe sind vergeben - per Losverfahren und damit zum Nachteil jener Pressevertreter, die nach dem ersten Auswahlverfahren bereits als »gesetzt« galten.

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Kurt Pätzold

Der Attentäter blieb unerwünscht

Aktionen individuellen Terrors, die politische Zwecke verfolgen, finden ihre Publizisten. Das gilt auch für die Anschläge, die zur Geschichte des deutschen Faschismus gehören und von denen die von Davos 1936, Paris 1938 und München 1939 am bekanntesten sind.

ndPlusGerd Kaiser

Irrationale Angst vor der »Judenkommune«

Angst« überschrieb Jan Tomasz Gross sein Buch. Und trifft damit sein Thema auf den Punkt. Der 1947 in Warschau geborene Autor hatte an der hauptstädtischen Universität ein Studium begonnen, wurde jedoch 1968, wegen seiner Teilnahme an der oppositionellen Studentenbewegung und als Opfer einer antisemitischen Staatspolitik inhaftiert. Wieder entlassen, verließ er mit den Eltern Polen und setzte s...

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ndPlusFrank Hellmann, Madrid

Klarer Fall von Liebesentzug

Wer in José Mourinho nur einen arroganten Angeber erkennt, wird ihm nicht gerecht. Warum sonst hätte der Trainer von Real Madrid kürzlich seinen Wagen bei der Ausfahrt aus dem »Ciudad Real Madrid« abrupt abgebremst, als er am Rande einen gewissen Abel Rodriguez hocken sah.

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»Lucy« beendet ihre fünfjährige Tournee

Unter großem Medienrummel ist das weltberühmte Fossil »Lucy« in seine äthiopische Heimat zurückgekehrt. Nach einer über fünfjährigen Tour durch amerikanische Museen kam das Skelett am Mittwoch auf dem Flughafen von Addis Abeba an.

Pat Reber und Emoke Bebiak, dpa

»Wie ein Feld mit Stacheldraht«

Erstmals seit ihrer Freilassung hat Amanda Knox in einem TV-Interview über ihren Fall geredet. Auch in einem Buch beteuert die 25-Jährige erneut, nichts mit dem spektakulären Mordfall 2007 in Perugia zu tun gehabt zu haben. Zugleich kritisiert sie Italiens Ermittler scharf.

Hagen Jung

Wo Zwerge Hollands Hoheit huldigen

Wie schlicht mutet doch die Benedikt-Torte an, mit der das Dörflein Marktl am Inn, Geburtsort des abgedankten Papstes, denselben würdigt. Wie glanzvoll dagegen strahlt eine kulinarische Devotionalie im niedersächsischen Hitzacker an der Elbe: der König-Willem-Alexander-Eisbecher. Kreiert hat ihn das Café Venezia zur Krönung des neuen niederländischen Monarchen, denn: Was Marktl in Bayern für di...