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Unten links

Wer geht schon gern zum Arzt? Allein die Vorstellung kann Panik auslösen. Die Vorstellung, dass man sich dort vorstellt. Panik bei der Vorstellung von »Tannhäuser« ist indes ein neues Phänomen. Also nicht, dass man sich den vorstellt, den Tannhäuser, oder dass er einem vorgestellt wird. Nein, es geht um die Vorstellung, bei der der Zuschauer sitzt (unten) und der Tannhäuser steht (oben). Und si...

Erdogan heizt Konflikt um Syrien an

Im Syrienkonflikt verschärft die Türkei den Ton. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte dem US-Sender NBC, die von den USA gezogene »rote Linie« zum Einsatz von Chemiewaffen sei von der Assad-Regierung längst überschritten. Er forderte Washington zum Handeln auf.

Gelöschte Literatur

Einer stand da und sah alles mit an. Sah die SA-Männer auf dem Berliner Opernplatz, die johlenden Studenten, die Flammen und wie sie Bücher ins Feuer warfen, auch seine eigenen. Er ging eilig fort, als ihn jemand erkannte und seinen Namen rief.

ndPlusMarcus Meier

Parteitag der Piraten

Der letzte Parteitag der Piratenpartei vor der Bundestagswahl begann mit Chaos, Verzögerungen und einer wirren Rede des scheidenden Geschäftsführers Johannes Ponader. Die 26-jährige Katharina Nocun ist neue Parteimanagerin der Piraten.

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Max Böhnel, New York

»Illegal, unnötig und außer Kontrolle«

Seit Jahren setzen die USA in Pakistan Drohnen ein, um tatsächliche oder vermeintliche Extremisten aus der Luft zu töten - trotz Protesten aus Islamabad. Jetzt wies ein pakistanisches Gericht die Regierung an, die unbemannten Flugzeuge notfalls abschießen zu lassen. Auch in den USA wird das »targeted killing« immer stärker kritisiert.

ndPlusHilmar König

Auf dem Weg zu einem »neuen« Pakistan?

86 Millionen Pakistaner – nahezu die Hälfte davon Erstwähler – sind am Sonnabend aufgerufen, die Abgeordneten der Nationalversammlung und der vier Provinzparlamente zu wählen. Auf ihnen wird der Wunsch des 180-Millionen-Volkes nach einem neuen Pakistan ruhen.

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Velten Schäfer

Wege ins Beet

Der Gartenbau hat Konjunktur: Nicht nur in den traditionellen Schrebergärten, sondern auch als Hochglanz-Biedermeier-Ästhetik, als politisch-soziales Reformvorhaben - und neuerdings, wie Forscher vermuten, als Selbsthilfe der Einwohner vernachlässigter Zonen.

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Schrille Mehrheit

In Parteien links der CDU wird das Ehegattensplitting schon lange als Relikt geschmäht. Das liegt daran, dass die Ehe ihren Status als geweihte Form des Zusammenlebens von Mann und Frau (natürlich in dieser Reihenfolge) verliert. Und selbst wer sie nicht für nur eine Variante hält, kann kaum erklären, wieso sie einen finanziellen Bonus verdient hätte. Das genau aber ist das Ehegattensplitting, das der Ehe einen Steuervorteil verschafft, der anderen Paaren nicht offensteht.

Schnell gealtert

Johannes Ponader mag nicht der Sympath sein, mit dem man gerne mal einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen möchte, um tiefschürfende Debatten zu führen. Er mag ein eitler Selbstdarsteller sein - allerdings: einer von vielen eitlen Selbstdarstellern in dieser seiner Partei, der er künftig als »Basis-Pirat« dienen will. Der Sündenbock geht - das Chaos bleibt, auch wenn die »Bild«-Zeitung »Pöbel-Ponader« hinterherrief, er sei »der Mann, der die Piraten versenkte«.

ndPlusMartin Ling

Gaucks beredtes Schweigen

Bundespräsident Joachim Gauck verfolgt bei seinem Besuch in Kolumbien ein hehres Ziel: die Unterstützung der Aussöhnung in einem seit Jahrzehnten von einem bewaffneten Konflikt geprägten Land. Seit in Havanna die kolumbianische Regierung mit der FARC-Guerilla verhandelt, ist dieser Aussöhnungsprozess im Gange, wenn auch schleppend.

Glücksfall

Konversion der etwas anderen Art: Statt ehemaliger Bundeswehrkasernen wollte man in Bonn die beiden Ex-Standorte des Bundestages - Wasserwerk und Plenarsaal - in ein Weltkongresszentrum (WCCB) umbauen. Große Pläne hatten die Rheinländer. Einen »Bonn-Kegel« von mehr als 100 Metern Höhe und 120 Metern Durchmesser wollte man errichten. Aus Kostengründen nahm man Abstand von dem Projekt. Nun sollte...

Johanna Treblin

Noch eine staatliche Stelle?

Auf Zurückhaltung bei der Amadeo-Antonio-Stiftung stößt der Vorschlag zur Schaffung eines Bundesbeauftragten für Extremismus, wie ihn Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geäußert hat. Heike Radvan, Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung, im nd-Interview.

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Schäubles Vorschlag umstritten

Die FDP begrüßt den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), das Familiensplitting auch homosexuellen Elternpaaren zu ermöglichen: »Ich glaube, Herr Schäuble hat da einfach die Realität erkannt«, sagte der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

Aert van Riel

Alleingänge statt Mannschaftsspiel

Die SPD ist immer noch weit davon entfernt, Angela Merkels CDU bei der Bundestagswahl zu schlagen. Das liegt auch daran, dass die Spitzengenossen keine gemeinsame Wahlkampfstrategie verfolgen.

ndPlusRobert D. Meyer

Diskutieren über das Kapital

Theorie und Praxis müssen keinen Widerspruch zueinander bilden, lehrt der seit Donnerstag in Berlin stattfindende »Marx ist Muss«-Kongress. Die Organisatoren ahnten nicht, welchen Nerv sie insbesondere beim Thema Europäische Union treffen würden.

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ndPlusHermannus Pfeiffer

Von der »Gorch Fock« in die weite Welt hinaus

Den Startschuss für die Feiern zum 824. Hamburger Hafengeburtstag gaben am Donnerstag der Kultur- und Tourismusminister der italienischen Region Ligurien, Angelo Berlangieri, und Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). 1,5 Millionen Besucher werden erwartet.

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Kooperation mit Venezuela

Brasilien will seine Wirtschaftsbeziehungen zu Venezuela stärken. Das versicherte Präsidentin Dilma Rousseff ihrem venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro in Brasília. Sie werde die Beziehungen zu Maduro auf dem gleichen hohen Niveau fortsetzen wie Vorgänger Chávez.

Gauck lobt Kolumbien für Aussöhnung

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Fortschritte im kolumbianischen Friedensprozess gewürdigt und zur weiteren Aussöhnung aufgerufen. »Wir Deutschen finden, dass eine Menge getan ist«, sagte Gauck in der Hauptstadt Bogotá. Ohne Wahrheit werde es nie innere Versöhnung geben.

Verhaltene Hoffnungen auf Syrienkonferenz
ndPlusKarin Leukefeld

Verhaltene Hoffnungen auf Syrienkonferenz

Der russisch-US-amerikanische Vorschlag für eine neue Syrienkonferenz hat in Syrien für vorsichtigen Optimismus gesorgt. Das Außenministerium in Damaskus begrüßte die Entscheidung, auf Basis des Genfer Abkommens (Juni 2012) mit Verhandlungen zu beginnen.

Oliver Eberhardt, Jerusalem

Gefährliches Grummeln am Golan

Eine Woche nach den ersten israelischen Luftangriffen auf Ziele in Syrien ist die Lage auf den Golanhöhen ruhig, aber sehr gespannt. Das Nachbarland und Iran haben gedroht, die Region zum Kriegsgebiet zu machen; Israels Regierung reagiert mit massiver Militärpräsenz.

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Markus Plate, San José

Prozess gegen Ríos Montt in entscheidender Phase

Der Strafprozess gegen den ehemaligen Chef der guatemaltekischen Militärjunta Efraín Ríos Montt und seinen Geheimdienstchef José Mauricio Rodríguez Sánchez steht möglicherweise kurz vor dem Abschluss. 75 Jahre Haft wegen Völkermordes für Ríos Montt wurde gefordert.

ndPlusThomas Frahm, Sofia

Schwierige Wahl für Bulgariens Wutbürger

Fast 6,9 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, am Sonntag ihre Stimme bei den bulgarischen Parlamentswahlen abzugeben. Zwei Monate vorfristig, denn nach Massenprotesten war die Regierung unter Boiko Borissow - überraschend und kalkuliert - zurückgetreten.

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YouTube stellt Bezahl-Angebot vor

YouTube stellt Bezahl-Angebot vor

New York (AFP/nd). Das Online-Videoportal YouTube hat kostenpflichtige Abonnements für Fernsehangebote eingeführt. Es handele sich um ein Pilotprojekt mit einer kleinen Gruppe von Partnern, teilte YouTube am Donnerstag in seinem Blog mit und veröffentlichte eine Liste mit rund 50 Kanälen. Nach Angaben eines Sprechers des YouTube-Mutterkonzerns Google gilt das Angebot aber nur für US-Kunden. Es ...

Großaktionäre legen Rettungsplan für Dell vor

Zwei Großaktionäre des PC-Herstellers Dell haben einen Gegenentwurf zum Übernahmeplan des Gründers Michael Dell vorgestellt. Demzufolge sollen Aktionäre ihre Anteile behalten können und zwölf Dollar in Form von Bargeld oder neu ausgegebenen Aktien bekommen.

G7-Staaten reden über Regulierung

Berlin (nd-Poelchau). Drei Jahre ließen sie sich für den Gipfel Zeit. Nun kamen die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten gestern für zweitägige Beratungen im britischen Buckinghamshire nahe London zusammen. Auf der Agenda stehen unter anderem die Regulierung der Finanzmärkte, die Geldpolitik der Zentralbanken und der Kampf gegen Steueroasen. Erstmals stellt sich der neue US-Finanzmi...

John Dyer, Boston

Bankraub 2.0

Bankraub neu erfunden: Mit manipulierten Kreditkarten gelang einer Bande einer der größten Diebstähle des Jahrhunderts. 45 Millionen Dollar erbeuteten sie an Bankautomaten. Sieben Angeklagten drohen 18 Jahre Haft - ihr ehemaliger Chef soll ermordet worden sein.

ndPlusWerner Birnstiel

China setzt beim Handel auf die Eurozone

Die chinesische Führung will den Renminbi (RMB; Yuan) als eine der Weltleitwährungen etablieren und setzt in diesem Zusammenhang auch auf die Stärkung des Euro. Frankreich ist auf dem besten Weg, eine zentrale Rolle beim Handel mit China einzunehmen.

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Thomas Lipinski, SID

»Davon erzähle ich meinen Enkeln«

Mit dem 2:1 gegen den Rekordweltmeister Russland hat Frankreich für die bislang größte Überraschung bei der Eishockey-WM gesorgt. Die Gruppengegner der deutschen Mannschaft wollen jetzt zum ersten Mal seit 1995 ins Viertelfinale. Nach der Schlusssirene hüpften die Spieler wie kleine Kinder über das Eis. Nach dem historischen WM-Triumph gegen den Eishockey-Rekordweltmeister kannte der Jube...

ndPlusKlaus Weise

Hattrick für den Bürgermeister

Die Nacht danach wurde durchgefeiert, doch schon am Himmelfahrtsabend zuvor hatten es die Badminton-Asse der SG Empor Brandenburger Tor (EBT) im Finale um die Deutsche Meisterschaft krachen lassen. 4:1-Erfolg gegen den Serienmeister 1. BC Bischmisheim.

Frank Hellmann

Der Bremer Sockel wackelt

Werder Bremen will gegen Frankfurt endlich das Abstiegsgespenst verjagen - mit Trainer Thomas Schaaf auf der Bank. Am 11. Mai 1999 hatte Schaaf nichts zu verlieren, denn er war erst einen Tag zuvor vom Amateur- zum Chefcoach befördert worden. Doch klappt es diesmal?

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Marlene Göring

»Wir geben Erinnerung zurück«

Wer ein Buch ausleiht, nimmt ein Stück Geschichte mit nach Hause. Nur ist sie selten deutlich zu lesen. Zehntausende der antiquarischen Bücher in den Regalen der Berliner Bibliotheken sind Raubgut. Vor rund 60 Jahren wurden sie von den Nationalsozialisten gestohlen, blieben auf der Flucht oder im Hausrat Deportierter zurück. Manche wurden von ihren Besitzern verpfändet, um das Überleben zu sich...

ndPlusMalene Gürgen

Streit um Videoüberwachung

Eigentlich soll das neue Kamerasystem, das die Berliner S-Bahn an ihren Bahnhöfen einsetzen möchte, vor allem der Zugabfertigung dienen - und damit dem Personalabbau. Nun aber wird geprüft, ob die Aufnahmen auf Anfrage an die Polizei weitergeleitet werden können.

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Gedenktafel für Klaus Schlesinger

(nd). Er wurde hier geboren, wuchs hier auf und verarbeitete hier seine Erinnerungen an Krieg, Nachkriegszeit, Teilung, Mauerbau - Klaus Schlesinger, gebürtiger Berliner und Schriftsteller. Am 11. Mai starb der 1937 Geborene an Leukämie. Aus Anlass seines 12. Todestags wird am Sonnabend an seinem Geburtshaus in der Dunckerstraße 4 in Prenzlauer Berg eine Gedenktafel für Klaus Schlesinger feierl...

Außenvor und mittendrin

(nd). Was bedeutete Zwangsarbeit im »Dritten Reich«? Wie sah der Alltag der Menschen aus? Wie reagierte das deutsche Umfeld auf die allgegenwärtige Realität der Lager? Welche Überlebensstrategien hatten die Zwangsarbeiter? Wie sehen die Betroffenen die damalige Zeit heute? Studentinnen und Studenten der Alice-Salomon-Hochschule und Schauspieler des »Theaters der Erfahrungen« haben Antworten auf...

Marc Hairapetian

Gemeinsam singen für eine gerechtere Welt

»Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker«, ist ein Zitat von Ernesto Che Guevara (1928-1967).Der Satz ist auch das Motto eines gemeinsamen Konzerts des West-Berliner Hans-Beimler-Chors (HBC) und des Ost-Berliner Ernst-Busch-Chors (EBC).

ndPlusGunnar Decker

Der böse Schein

Es ist wieder Winter! Aber während der Schnee, gut vier Wochen, nachdem seine letzten Reste weggeschmolzen sind, bereits eine ferne, fast schon unwirkliche Erinnerung geworden ist, kehrt er im Haus der Berliner Festspiele wieder: Säckeweise! Die Mischung aus Kunsteis und Kunstschnee füllt ein großes Quadrat, das an diesem Abend die Spielfläche ist. Musiker sitzen daneben in einer Art gläsernem ...

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»So geht sächsisch«

Chemnitz (dpa/nd). Die Suche nach einem passenden übergeordneten Slogan für den Freistaat Sachsen steht offenbar kurz vor dem Ende. Die neue Imagekampagne soll laut einem Bericht der »Freien Presse« schon im Sommer unter der Dachmarke »So geht sächsisch« starten. Dieses Konzept habe die vom Land beauftragte Werbeagentur Ketchum Pleon (Düsseldorf) mit Dresdner Dependance Ende April einem Fachbei...

ndPlusRalf Hutter

Öko-Landbau kommt vor Gericht

»Ich bin froh, dass ich da raus bin.« Conchita wurde zu ihrem Ausstieg beim auch überregional bekannten Bio-Landbaubetrieb »Teltower Rübchen« im südlich von Berlin gelegenen Teltow zwar gezwungen. Ihr Arbeitskampf wird nun vor dem Arbeitsgericht weitergehen.

Ende des Geldsegens

Die Probleme bei der Energiewende tun den Kleinen der Branche besonders weh. Doch wenn örtliche Stadtwerke plötzlich weniger Gewinne beisteuern, fehlt auch den oft klammen Kommunen ein wichtiger Geldgeber. Bochum in Nordrhein-Westfalen bietet ein Beispiel dafür.

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Konfrontation in Vockerode

Vockerode (dpa/nd). Ein Wachmann und ein Asylbewerber sind bei einem Streit vor einem Asylbewerberheim in Vockerode (Sachsen-Anhalt) verletzt worden. Das teilte die Polizei in Dessau-Roßlau mit. Ein 32 Jahre alter Fußgänger habe in der Nacht zu Freitag im Vorübergehen einen 38 Jahre alten Asylbewerber mit ausländerfeindlichen Worten beleidigt. Der 38-Jährige sei daraufhin auf den Bürgersteig ge...

Rechtsmedizin nicht auflösen

Neuruppin (dpa). Staatsanwälte warnen vor einer möglichen Auflösung des Landesinstituts für Rechtsmedizin und der Übertragung der Aufgaben auf ein Krankenhaus. Dies würde das Strafverfolgungsniveau bei Kapitalverbrechen »dramatisch reduzieren«, sagte Neuruppins Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher am Freitag. »Das ist Sparen am falschen Ende.« Hintergrund ist ein entsprechender Vorschlag...

Subventionen für die Lebensmittel

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat vor den Folgen der Begrenzung der EU-Direktzahlungen für die ostdeutsche Landwirtschaft gewarnt. Gerade die großen Betriebe in den neuen Ländern würden dadurch benachteiligt, sagte Platzeck am Freitag in Paaren-Glien (Havelland).

Regierung hält an Saalekanal fest

Beim Saale-Seitenkanal (auch: Schleusenkanal Tornitz oder Elbe-Saale-Kanal) geht es um das Vorhaben, an der Mündung der Saale in die Elbe einen Kanal parallel zur Saale zu bauen. Das Projekt ist stark umstritten, doch nun hat Sachsen-Anhalts Regierung das Vorhaben für den Bundesverkehrswegeplan eingereicht.

ndPlusJohannes Hartl

Alarm in Kitzingen

Der Automobilzulieferer Fehrer plant, bis Ende 2014 seinen Produktionsstandort in Kitzingen (Bayern) aufzugeben. Rund 400 Mitarbeiter würden dadurch ihre Jobs verlieren und stünden vor der Arbeitslosigkeit. IG Metall Würzburg kämpft nun um den Standorterhalt.

Reimar Paul

Samen-Bomben und Brennessel-Tapas

Seit 1989 öffnen Künstler und Handwerker im niedersächsischen Wendland zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ihre Hoftore und präsentieren ihre Arbeiten. Die »Kulturelle Landpartie« gilt als größter Ausstellungs- und Veranstaltungszyklus dieser Art in Deutschland.

ndPlusAndreas Fritsche

Nazis vom Schulhof fernhalten

Im vergangenen Jahr sind auf Brandenburgs Straßen 521 Kinder verunglückt, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren. Das waren mehr als im Jahr zuvor. Eins der Kinder starb, die anderen wurden verletzt. Innenminister Woidke: »Bei Verkehrsunfallprävention nicht nachlassen«.

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Das Wunder der Berührung

LUK PERCEVAL ist einer der wesentlichen Theaterregisseure Europas. Er inszenierte an Berlins Schaubühne, an Münchens Kammerspielen, ist jetzt Chefregisseur am Thalia Theater Hamburg. In seinen Inszenierungen ist der Mensch Gestalt in fortwährenden Überforderungslandschaften.

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Christin Odoj

Leitfaden fürs Gratis-Leben

Wenn Geld ist, was die Welt in Atem hält, müsste Peter Kees ständig atemlos sein. Er will seine Ziele erreichen, ohne einen Pfennig dafür auszugeben, anderen beweisen, dass es auch ohne Geld geht. Wieso soll sich alles immer um das rosa, blaue, braune oder grüne Papier drehen?

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ndPlusMarlene Göring

Hans im Glück sucht Kleinbus

Jakob Strehlow auf einer Holzbank vor dem Haus seiner Eltern. Gerade hat der 18-jährige Waldorfschüler die Prüfungen für den Realschulabschluss abgeschlossen. Aber Jakob ist auch PR-Manager, Webdesigner, Projektleiter und Pressesprecher. Sein Ein-Teenager-Geschäft: Er tauscht.

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Reform
ndPlusBernd Zeller

Reform

Große Resonanz in Form vieler Zeitungsartikel fand der Bildungsgipfel bei Günther Jauch, der zu Ehren des neuen Buches des Fernsehphilosophen Precht veranstaltet wurde, womit die Wirkung seiner darin erhobenen Forderungen nach einer Schulreform, die diesen Namen nicht mehr benötigt, weil die Schule, wie wir sie kennen, überholt ist. Seit Anbeginn der Schulpflicht besteht die größte Qual n...

Tragisches Leben zwischen Geist und Eros

Die älteste Tochter eines Lehrers fing schon in jungen Jahren an, kleine Musikstücke zu komponieren. Denn sie träumte davon, einmal eine Karriere als Musikerin zu machen. Und sollte daraus nichts werden, war sie fest entschlossen, es mit dem Schreiben von Gedichten zu probieren. Nachdem sie die Volksschule besucht und an einem Mädchengymnasium das Abitur abgelegt hatte, schrieb sie sich -...

ndPlusDanuta Schmidt

Nicht nur drei Zimmer, Küche, Bad

Drei Zimmer, Küche, Bad - die Wohnungsbauserie WBS 70 kennt jeder ehemalige DDR-Bürger. Eine gewisse Prominenz hat diese 61 Quadratmeter große Dreiraumwohnung schon, die hunderttausendfach in Gera, Neubrandenburg oder Leipzig kopiert wurde. Doch wer hat sie entworfen? Das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner erarbeitet derzeit eine Datenbank zur DDR-Architektur...

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Die Krux der wahren Worte
Jens Grandt

Die Krux der wahren Worte

Kürzlich hat der Sprecher der Grünen für innere Sicherheit, Wolfgang Wieland, im Bundestag ein Donnerwetter losgelassen, dass dem Bundesadler die Federn flatterten. Gegen die LINKE zwecks »Aufarbeitung der SED-Diktatur«. Es bestand aus Wortblitzen unterschiedlicher Herkunft.

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WOCHEN-CHRONIK

9. Mai 1873: Ein kräftiger Kurssturz an der Wiener Börse beendet den Wirtschaftsboom der Gründerzeit und leitet eine 20-jährige Depression in der Weltwirtschaft ein. 11. Mai 1823: Die britische Kolonialarmee beginnt einen zweijährigen Feldzug zur Eroberung Burmas. 13. Mai 1943: Die deutsch-faschistische Heeresgruppe Afrika muss vor den Briten und US-Amerikanern kapitulieren. 1...

Ralf Höller

Das wollte Anna nicht

Jeden zweiten Sonntag im Mai ist Muttertag - in 76 Staaten weltweit. Das Ursprungsland dieses Brauchs, der den mit kämpferischen Impuls vor über 100 Jahren ins Leben gerufenen Internationalen Frauentag nicht zu verdrängen vermochte, sind die USA. Die Methodistin Anna Jarvis, deren Mutter bereit für einen »Mothers Day« geworben hatte, wollte die Bedeutung der Mütter in der Gesellschaft erhöhen -...

ndPlusNora Goldmann

Die Nacht der Barrikaden

Es begann mit der Schließung einer Universität und mündete in einem wochenlangen Generalstreik, der das ganze Land lahmlegte. Heiß war der Mai in Paris 1968. Schon lange gärte und brodelte es in der Gesellschaft, vor allem unter den Studenten. Ähnlich wie in der Bundesrepublik stießen sie sich an autoritärem Geist und staatlicher Bevormundung, an Egoismus und Materialismus der Wohlstandsg...

Armin Jähne

Die Kosaken erkannten Napoleon nicht

Es waren die ersten Russen in der Oberlausitz. Am 12. März 1813 rückte Obrist Prendel mit 300 Kosaken in Bautzen ein. Sie zu bestaunen, liefen die umwohnenden Landsleute in Scharen in die Stadt. Unterdessen war der sächsische König nach Prag geflüchtet.

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Streitfrage: Wie sollte die anonyme Entbindung geregelt werden?

Streitfrage: Wie sollte die anonyme Entbindung geregelt werden?

Um Frauen in Notlagen nach Geburt ungewollter Kinder von schrecklichen Vorhaben abzubringen, hat das Bundeskabinett kürzlich eine neue Regelung für Schwangere auf den Weg gebracht. Ulrike Kostka (Caritas Berlin) und Barbara Küppers (terre des hommes) diskutieren den Beschluss.

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ndPlusHeidi Diehl

Auf zum Endspurt

Da denkt man, man hat ewig Zeit, um seine Geschichte aufzuschreiben. Und dann merkt man plötzlich: Der 11. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb unter dem Motto »Chance verpasst und Glück gehabt« hat schon in wenigen Tagen Einsendeschluss. Es bleibt noch gut eine Woche.

Heidi Diehl

Ein Stück Bayern wie aus dem Bilderbuch

Selbst größten Skeptikern sei gesagt: Auch wenn schillernde Figuren wie Alexander Schalck-Golodkowski und Uli Hoeneß hier leben - der Tegernsee ist unbedingt eine Reise wert. Rund 50 Kilometer von München entfernt in den Bayerischen Voralpen gelegen, gehört er zu den saubersten Gewässern Bayerns. Das verdankt er der weltweit ersten Ringkanalisation rund um den See, die in den 1960er Jahren geba...

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an?

»Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an«, singt Udo Jürgens noch immer. Da habe ich wohl eine Chance verpasst, als ich meinen Geburtstag mit den zwei Sechsen feierte? Den Anfang meines Lebens an diesem Tag verpasst - und trotzdem Glück gehabt?

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Es ist Liebe

Der österreichische Filmregisseur Michael Haneke erhält den angesehenen spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Künste. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe meldete, setzte der 71-Jährige sich in der Schlussabstimmung der Jury in Oviedo gegen den kubanischen Balletttänzer Carlos Acosta durch. Haneke hatte in diesem Jahr für sein Werk »Liebe« den Auslands-Oscar für den besten nich...

6500 Häuser

Vergangenheit erinnern - Zukunft gestalten: Museen machen mit!« - das ist das Motto des Internationalen Museumstages in Deutschland. Mit Sonderführungen, Workshops, Vorträgen, Festen und langen Museumsnächten bieten viele Ausstellungshäuser an diesem Sonntag (12. Mai) einen Blick hinter die Kulissen und informieren über ihre Arbeit. In zahlreichen Häusern ist der Eintritt frei. Die Veranstalter...

Krähen-Kampf

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus - eine Überlebensstrategie, die Reaktionäre eigentlich beherzigen, was ein Gutteil ihrer Effizienz ausmacht. Nur die »Künstler« scheren mal wieder aus: Laut »Süddeutscher Zeitung« (SZ) hat die Neonazi-Band »Stahlgewitter« die ebenfalls des (wenn auch weniger drastischen) rechten Gedankenguts verdächtigte Gruppe »Frei.Wild« verklagt - wegen Plagiats. ...

Knut Henkel

Barock - so funky

David Mayoral lässt eine mit Sand gefüllte Trommel leise wispern. Das klingt wie die Welle des Meeres. Dazu fängt Christana Pluhar an, ihre Theorbe zu spielen - der Auftakt zu »Are mou Rindineddha«. Das traditionelle griechisch-salentinische Gesangsstück bildete den Auftakt der Record-Release-Party im Salle Gaveau im Herzen von Paris. Die stilvolle Location mit der riesigen Orgel über der Bühne...

ndPlusThomas Blum

Der Mensch ist kein freundlicher Friedensonkel

Was hat Wolfgang Pohrt sich nicht schon abgemüht, der deutschen Gefühlslinken ihre Tranigkeit und Wehleidigkeit, ihre Selbstgerechtigkeit, Denkfaulheit, ihre Humorlosigkeit, ihre Heimatseligkeit und ihre verblasene Sprache nachzuweisen.

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AUM

»Bridger«

Aus dem Bücherschrank meiner Eltern dufte ich mir als Jugendlicher jedes Buch greifen. das mir interessant erschien. Sie vermuteten zu Recht, dass ich es wohl nicht lesen würde, wenn mich dessen Inhalt oder Sprache noch überfordern würden. Natürlich gab es auch damals die Kategorien des Kinder- und des Jugendbuches, die versuchten, die Literatur nach Altersstufen einzuteilen (z.B. »geeign...

Klaus Hammer

Dramatische Farbklänge

Expressiven Realismus, drastischen Realismus, auch plastische Malerei hat man die Malweise von Ronald Paris genannt, und doch treffen solche Begriffe kaum auf sein Gesamtwerk zu, beziehungsweise bezeichnen nur Teilstrecken seines Werkes. Das Werk dieses Malers ist höchst vielgestaltig - stets hat er wieder neue Entwicklungen aufgegriffen, neue Themen und Motive in sein Werk einbezogen. Mal expe...

ndPlusWerner Jung

Aufstand gegen das Unerträgliche

Robert Jungk war ein Mahner und Warner vor dem Atomstaat, engagiertes Mitglied der Friedens- und Ökologiebewegung, Zukunftsdenker, Propagandist erneuerbarer Energien - lange bevor dies alles auf die politische Agenda gesetzt worden ist. Geboren wurde er am 11. 5. 1913.

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OUT of SPACE: Jeden zweiten Tag fernsehfrei

Guckt die Jugend eigentlich noch Fernsehen? Ja und Nein. Eine »kontinuierliche Abwendung der jüngeren Generation vom Fernsehen« lasse sich nicht belegen, heißt es in der Fachzeitschrift »Media Perspektiven« (03/2013). Allerdings sei der Kreis der täglichen Fernsehzuschauer seit 2008 »etwas kleiner geworden«. Während früher gut zwei Drittel täglich TV schauten, sind es bei den Teenagern heute nu...

Ikonographie des Terrors

Ikonographie des Terrors

Bei der Berichterstattung über den sogenannten NSU-Prozess in München stehen viele im Mittelpunkt: Derzeit vor allem die Hauptangeklagte Beate Z. Die möchte offenbar als »Gudrun Ensslin des rechten Terrors« in die Analen eingehen. Ein Ziel hat sie zumindest erreicht: Ihr Konterfei prangte in den vergangenen Tagen auf vielen Titelseiten, die Medien beschäftigten sich mehr mit ihren Gesichtsausdr...

Interaktive Zugverspätungen

In Zeiten sinkender Einnahmen sind die Zeitungsverlage auf neue Erlösmodelle angewiesen. Datenjournalismus ist eine der Möglichkeiten. Wie das aussehen kann, hat der Berliner Datenjournalist Lorenz Matzat in der vergangenen Woche bei den »Münzenberg-Lektionen« erzählt.

BLOGwoche: Analoger Dünkel

Die Telekom hat eine Idee, wie man mit dem Internet noch mehr Geld verdienen kann. Der Konzern bietet künftig den schnellen Datentransfer nur noch gegen einen Aufschlag an. Die Netzgemeinde auf der diesjährigen re:publica hat sich darüber dieser Tage heftigst empört. Zu Recht.

Hendrik Lasch, Leipzig

Die Beste unter den Kleinen

Der Anspruch ist hoch, das Geld knapp: So sieht der Alltag vieler linker Blätter aus. Um so bemerkenswerter ist ein Jubiläum, das »Leipzigs Neue« jetzt begeht: Die Monatszeitung wird 20 Jahre alt. Die »Macher« bewiesen von Beginn an Riecher für politische Brisanz.

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Rundblick für Roboter

Rundblick für Roboter

Die Kameras, die Robotern oder ferngesteuerten Fluggeräten (Drohnen) als Auge dienen, ahmen bisher immer die Augen von Wirbeltieren nach: Eine fokussierbare Linse vor einem Sensor mit möglichst vielen Bildpunkten. Vorteile dieser Systeme sind wie beim tierischen Vorbild fein aufgelöste Bilder und hohe Lichtempfindlichkeit. Nachteile sind das enge Gesichtsfeld und die Langsamkeit beim Scharfstel...

Eine große Familie

San Francisco (dpa/nd). Ob Engländer, Schweden, Deutsche oder Polen - alle Europäer sind relativ eng miteinander verwandt. Geht man etwa 1000 Jahre in der Zeit zurück, teilt fast jeder Europäer mit fast jedem anderen viele Vorfahren. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin »PLoS Biology«. Peter Ralph und Graham Coop von der University of California in Davis (US-Bundsstaat Kalifornien) ve...

ndPlusKai Althoetmar

Wüste macht hungrig

Appetitlosigkeit und Magersucht tauchen nicht nur bei Models auf. Im Tierreich ist dieses Anorexie genannte Phänomen vom See-Elefanten bis zum Buntbarsch verbreitet. Vor allem weibliche Schlangen, speziell Vipern, sind dafür bekannt - allerdings nur während sie trächtig sind. Ein US-Forscherteam hat nun herausgefunden, dass das nicht für alle Arten gilt (»Journal of Zoology«, Bd. 289, S. ...

ndPlusMartin Koch

Unsichtbarer Sonnenschirm aus Sauerstoff

Ohne die Sonne gäbe es bekanntlich kein Leben auf der Erde. Denn das solar erzeugte sichtbare Licht treibt die Fotosynthese der Pflanzen an, deren Nährstoffe wiederum die Grundlage für die Entwicklung der Tierwelt bilden. Die Sonne emittiert aber auch unsichtbare Infrarotstrahlen, die unter anderem für die Erwärmung der Erdoberfläche sorgen. Dazu kommt die kurzwellige Ultraviolett- oder UV-Stra...

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Letzte Chance
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Letzte Chance

Nach seinem Sieg beim FIDE Grand Prix verdiente Wesselin Topalow (Bulgarien; 38) zusätzlich zu den 25 000 Euro Preisgeld 22 ELO-Punkte - und ist jetzt Nummer 4 der Weltrangliste. Dieser Sieg ist sehr wichtig, weil die besten zwei Spieler der Sechs-Turniere-Serie einen Platz beim nächsten WM-Kandidatenturnier bekommen werden. Der Ex-Weltmeister von 2005 und WM-Duellpartner des erfolgreichen Tite...

ndPlusMonika Salz

Taktieren mit edlem Holz

Ein Holzspiel »Made in Germany«. Statt der lange üblichen einfachen Spiele für einen breiten Markt kommen bei Noris nun auch edle Holzspiele auf den Markt. »Caro« ist ein Strategiespiel, in dem zwei bis vier Spieler durch das Platzieren verschiedenfarbiger Holzklötzchen, der Caros, versuchen, möglichst viele Punkte zu erlangen. Denn je nachdem, wie man die schwarzen, grauen, roten und wei...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Sterile Gärten machen Igel obdachlos

Ich fürchte, der Igel gehört eigentlich nicht mehr in die Reihe meiner Gartentiere, denn ich habe schon lange keinen mehr gesehen. In Anbetracht der Dämmerungs- und Nachtaktivität mag er allerdings bei gelegentlichen Besuchen unbemerkt bleiben, obwohl er sich schnüffelnd und schmatzend auch akustisch bemerkbar macht. Igel neigen dazu, als Einzelgänger innerhalb großer Reviere umherzuwande...

Wo man immer der Jürgen oder die Gabi ist

Das Skatspiel wird 200 Jahre alt. 15 bis 20 Millionen spielen dieses Spiel. Längst hat es den Weg ins Internet gefunden. Skatrunden in Kneipe oder Verein werden dennoch bleiben, meint der Präsident des Deutschen Skatverbandes, PETER TRIPMAKER.

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Alexander Richter

Zu Gast im Minshuku des Samurai

Auweia! Die cremeweißen Hausschlappen passen nicht. Und der Yukata erst recht nicht. Dieser kimonoähnliche Hausmantel würde wie auch die Schühchen einem kleinen, schlanken Japaner zur Zier gereichen. Nicht aber einem kräftigen Mitteleuropäer mit Bauchansatz. Genau in der Körpermitte spannt der dünne Stoff dann doch arg, was Seiichi Ogata, dem japanischen Gastgeber, nur ein kurzes Nicken und ein...

Seite 31
ndPlusHeidi Diehl

Immer dem Känguru nach

Leonie muss keine Sekunde nachdenken. Natürlich kennt sie Ludwig Leichhardt. »Ist doch piepeinfach«, erklärt die Zweitklässlerin kess. »Der kommt aus Trebatsch und hat dann Australien erforscht. Meine Oma hat mir Bücher geschenkt, da steht ganz viel über ihn drin.« Wo Australien liegt, weiß das Mädchen zwar nur so ungefähr - »ganz weit weg, ganz da unten« - aber zu Ludwig Leichhardt kennt...

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Der Lauf der Welt
ndPlusWolfgang Hübner

Der Lauf der Welt

Wie kann man hoch komplexe Vorgänge, beispielsweise den Verlauf einer Weltwirtschaftskrise, experimentell überprüfen? Im Prinzip gar nicht, jetzt aber doch: US-Wissenschaftler haben an einem äußerst abgeschiedenen Ort eine Apparatur konstruiert, mit der sich allerhand Welträtsel erklären lassen. Vor allem das aus der Fachliteratur bekannte Phänomen der »jähen Wendung« sowie Goethes Frage, was d...