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Unten links

Dass höhere Bildung nicht vor fundamentalen Dummheiten schützt, hat jetzt eine Studie erwiesen: Deutsche Akademiker vergessen bei der Arbeit oft das Trinken. Jeder Zweite von ihnen führt sich, während er meistenteils am Computer hockt, zu wenig Flüssigkeit zu. Die Arbeit am Rechner trübt also nicht nur das Auge und lähmt die Schulter, sondern dörrt auch den gesamten Organismus aus. Inklusive Hi...

Bruchpilot

Kratzer hatte das Bild vom Minister Makellos schon zuvor bekommen. Doch nun könnte sich Thomas de Maizière bei einer regelrechten Bruchlandung politisch schwerwiegende Beulen geholt haben. Die gescheiterte Beschaffung der größten Spionagedrohne der Welt für die Bundeswehr hinterlässt ein Millionengrab.

Tunesiens Polizei ging gegen Salafisten vor

Tunis (AFP/nd-Etzel). Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Anhängern der Salafistenbewegung Ansar al-Scharia und Sicherheitskräften in Tunesien sind 200 Personen festgenommen worden. Das gab Regierungschef Ali Larayedh am Montag bekannt, nachdem er der Organisation am Vorabend erstmals Verbindungen zum Terrorismus vorgeworfen hatte. Bei den Ausschreitungen am Sonntag waren in Tunis laut A...

ndPlusOlaf Standke

De Maizière im Blindflug

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) gerät im Beschaffungsskandal um die Aufklärungsdrohne »Euro Hawk« immer stärker unter Druck. Die Opposition verlangt detailliert Aufklärung und fordert politische Konsequenzen.

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»Die Alternative zur EU ist nicht ihre Auflösung«

Zwischen dem 22. und 25. Mai 2014 werden die Wahlen zum Europäischen Parlament stattfinden. An der heutigen Zustimmung der EU-Abgeordneten zum Vorschlag der Regierungen, damit den Termin um einen Monat vorzuziehen, gibt es kaum Zweifel. Verhindert wird so, dass die Abstimmung auf Pfingsten fällt – und die Beteiligung noch niedriger als im Juni 2009 liegen könnte. Nur 43 Prozent der Stimmberechtigten – europaweit wie in Deutschland – hatten an der damaligen Europawahl teilgenommen. Gerade die Linke, die sich erst in der vergangenen Woche in der Bundesrepublik gegen Sperrklauseln bei der Wahl ausgesprochen hatte, muss nun deutlich machen, wie sie zu Europa steht.

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ndPlusMax Böhnel, New York

»Guantanamo bringt mich um«

Auf über 100 sei die Zahl der Hungerstreikenden im Gefangenenlager Guantanamo gestiegen, berichtet jetzt die Zeitung »Miami Herald«. Laut Anwälten, die mit den Häftlingen telefonieren, sollen sogar 130 der über 160 mutmaßlichen Terrorverdächtigen die Nahrungsaufnahme verweigern.

Tobias Riegel

Die Zwangsernährten grüßen euch

Seit Wochen befinden sich viele Guantanamo-Häftlinge im Hungerstreik. Die Situation entfacht neue Diskussionen um das US-amerikanische Gefangenenlager auf Kuba. Ab Donnerstag erzählt der Film »Fünf Jahre Leben« vom Martyrium des Deutsch-Türken Murat Kurnaz an diesem rechtlosen Ort.

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Bajuwarisch fragwürdig

Ob der Vorstoß aus Bayern für einen Gedenktag der »Heimatvertrieben«, von Seehofer auf dem Sudetendeutschen Tag vorgetragen, von der Hoeneß-Affäre und den ihre Sippschaft mit Steuergeldern aushaltenden Politikern ablenken oder für den Wahlkampf konservative Kreise der Union zurückgewinnen soll, sei dahin gestellt.

Tunesische Zukunftssuche

Tunesien war Auslöser des sogenannten Arabischen Frühlings, als Anfang 2011 Demonstranten, der Polizei trotzend, sich nicht von der Straße treiben ließen und so den Präsidenten in die Flucht schlugen.

Neue Ufer

Indonesien boomt. Der Staat will seine Textil- und Bekleidungsindustrie ausbauen. Für den Juni organisiert ein renommierter Beratungsdienstleister für den Mittelstand eine »Geschäftsanbahnungsreise«. Klar, hier winken dicke Geschäfte.

Arbeiterführer

Wenn der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld endlich in Betrieb gehen sollte, wird die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow am stärksten vom Fluglärm betroffen sein. Die Maschinen werden dicht über die Dächer hinweg starten. Seit 2004 ist Ortwin Baier Bürgermeister.

Abwertung ist Notwehr

Anfang der 90er Jahre koppelte Argentinien seine Währung an den US-Dollar. Auf diese Weise wollte man die hohe Inflation bekämpfen und Investoren ins Land locken, was anfänglich auch funktionierte. Doch schon Mitte der 90er Jahre zeigten sich die Schattenseiten der Wechselkursbindung.

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René Heilig

IM-Zahlen: 1 + 1 + 1 = ? Ganz viele!

Wie viele Menschen haben wirklich für die »Stasi« gearbeitet? Auch fast ein Vierteljahrhundert nach Auflösung des DDR-Geheimdienstes besteht über die Anzahl der Inoffiziellen Mitarbeiter keine Klarheit. Das werden auch neue Zahlen der Budnesregierung nicht ändern.

ndPlusReinhard Schwarz

Wenn Armut krank macht

Wer arm ist, stirbt früher. Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu. Die »Medibüros«, die in vielen Städten ärztliche Behandlungen für Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus organisieren, hatten zum Kongress »Gesundheit ist politisch« eingeladen.

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ndPlusAert van Riel

CSU-Politikerin unter Lobbyismus-Verdacht

Dagmar Wöhrl hat viel zu tun. Die Bundestagsabgeordnete der CSU kümmert sich in ihrer Freizeit u.a. um den Tierschutzverein Nürnberg-Fürth. Aber auch Tätigkeiten, für die Wöhrl viel Geld einstreicht, finden sich auf ihrer Bundestags-Website.

Reimar Paul

Durch Hamburg rollen Brennelemente

Beim Großbrand auf einem auch mit radioaktiven Stoffen beladenen Containerschiff Anfang Mai im Hamburger Hafen konnte die Katastrophe knapp vermieden werden. Der nun anstehende Straßentransport geht vermutlich nach Brokdorf.

ndPlusSusann Witt-Stahl

Studierende und Arbeiter Hand in Hand

Der SDS einigte sich auf einen Kompromiss. Der Studierendenverband in der Linkspartei will auf die Gewerkschaften zugehen, aber gleichzeitig deren Korporatismus kritisieren. Eindrücke vom SDS-Kongress am vergangenen Wochenende.

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Forderung nach Intifada

Jerusalem (AFP/nd). Bei Protesten von Palästinensern in der Altstadt von Ostjerusalem ist es am Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Dutzende Demonstranten hätten Steine auf die israelische Polizei geworfen und Mülltonnen in Brand gesetzt, sagte eine Polizeisprecherin. Zwei Männer seien festgenommen worden. Die Demonstranten trugen Transparente mit sich, in der sie zum Aufstand, einer »dritten ...

Israelis gegen Sparhaushalt

Tel Aviv (AFP/nd). Zahlreiche Israelis sind in Tel Aviv und weiteren Städten gegen die Sparbeschlüsse der Regierung auf die Straße gegangen. In Tel Aviv nahmen am Samstagabend etwa 2000 Menschen an einer Kundgebung teil. In Jerusalem zogen mehrere hundert Demonstranten vor den Wohnsitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Auch vor dessen Privathaus im Küstenort Cäsarea wurde protestiert. D...

Anti-Mursi-Proteste

Kairo (dpa/nd). In Kairo ist es am Rande einer Demonstration gegen Präsident Mohammed Mursi zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Jugendlichen gekommen. Tausende hatten am Freitagabend auf dem Tahrir-Platz in Kairo den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Die ägyptische Armee bereitet sich unterdessen auf die gewaltsame Befreiung von entführten Soldaten und Polizisten auf der Sinai-H...

Terrorwelle durchzieht Irak

Bagdad (dpa/AFP/nd). Nach der blutigen Terrorwelle vom vergangenen Freitag ist die Lage in Irak angespannt. Extremisten ermordeten am Wochenende erneut Dutzende Menschen. Bei einer Serie von Autobombenanschlägen wurden am Montag nach offiziellen Angaben mindestens 13 Menschen getötet. Bei einem Doppelanschlag in der südlichen Hafenstadt Basra kamen sieben Menschen ums Leben, wie Mediziner und S...

Karin Leukefeld

Assad will »Kapitän« bleiben

Syrische Regierungstruppen haben mit einem umfassenden Angriff auf die Rebellenhochburg Kusseir begonnen. Bei den Kämpfen sollen allein am Sonntag mindestens 52 Menschen getötet worden sein. Staatschef Assad schloss unterdessen in einem Interview seinen Rücktritt aus.

ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

»Apartheid-Busse« rollen im Westjordanland

Weil sich Siedler über Palästinenser in israelischen Linienbussen im Westjordanland beschwert hatten, wurden Linien für die einheimische Bevölkerung geschaffen. Weil die öffentliche Kritik an den »Apartheid-Bussen« heftig war, versucht das Transportministerium nun, die Routen einzustellen.

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Streit zwischen Berlin und Budapest

Belgrad (dpa/nd). Guido Westerwelle kritisierte eine Äußerung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der Deutschland Nazi-Methoden vorgeworfen hat. »Das ist eine bedauerliche Entgleisung, die wir klar zurückweisen«, erklärte der Bundesaußenminister am Montag in Belgrad. Der rechtskonservative Orban hatte in einem Interview auf Bemerkungen von Kanzlerin Angela Merkel reagiert, wonach ...

Politikerin in Pakistan erschossen

Islamabad (dpa/nd). Eine führende Politikerin der zweitstärksten pakistanischen Oppositionspartei ist in der Hafenstadt Karatschi erschossen worden. Drei Bewaffnete hätten Zahra Shahid Hussain, Vizepräsidentin der PTI in der Provinz Sindh, am späten Samstagabend vor ihrem Haus niedergeschossen, erklärte die Polizei am Wochenende. Imran Khan, der die Bewegung für Gerechtigkeit führt, beschuldigt...

Annäherung zwischen China und Indien

Delhi (AFP/nd). Auf seiner ersten Auslandsreise seit seinem Amtsantritt hat Chinas neuer Ministerpräsident Li Keqiang in Indien für eine verstärkte Kooperation der beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde geworben. Er wolle »das gegenseitige Vertrauen stärken, die Zusammenarbeit ausbauen und sich der Zukunft zuwenden«, sagte Keqiang bei einem Treffen mit dem indischen Regierungschef Manmoh...

Nordkorea testet erneut Raketen

Seoul (AFP/nd). Nordkorea hat am Montag zwei weitere Kurzstreckenrakete ins Japanische Meer abgefeuert. Ein Sprecher des südkoreanischen Stabschefs bestätigte den Abschuss. Es war bereits das sechste Mal innerhalb von drei Tagen, dass Pjöngjang Raketen starten ließ. Den südkoreanischen Angaben zufolge ist noch unklar, ob es sich um Lenkflugkörper oder Geschosse aus Raketenwerfern handelte. Sie ...

»Wir machen große Fortschritte«

Samuel Santos ist Außenminister Nicaraguas und führendes Mitglied der regierenden Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN). Die FSLN regierte nach der Sandinistischen Revolution 1979 bis zur Wahlniederlage 1990. Seit dem Wahlsieg Daniel Ortegas 2006 ist sie wieder an der Macht, Ortega wurde 2011 vom Volk in seinem Amt bestätigt. Mit Santos, der dieser Tage in Berlin weilte, sprach für »nd« Harald Neuber.

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Angst vor Handelsstreit mit China

Berlin/München (dpa/nd). Führende Vertreter der deutschen Wirtschaft haben vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen der EU und China um Billigimporte von Solartechnik gewarnt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Außenhandelsverband BGA machten deutlich, dass eine solche Entwicklung negative Folgen für die deutsche Wirtschaft haben werde. Die EU will bis 5. Juni...

ndPlusDaniel Kestenholz, Bangkok

Auf nach Indonesien!

Bangladesch, der nach China zweitgrößte Textilhersteller der Welt, ist für multinationale Kleiderkonzerne seit längerem nicht mehr »politisch korrekt«. Bangladesch, heißt es in Branchenkreisen, gibt Unternehmen einen »schlechten Ruf«

Manfred Maurer, Wien

Marode Banken zu verkaufen

Die EU drängt Österreich zum Verkauf seiner Pleitebanken Kommunalkredit und Hypo-Alpe-Adria. Das würde aber bedeuten, den Wählern reinen Wein einzuschenken. Daher spielt Finanzministerin Fekter auf Zeit. Doch die EU verliert zunehmend die Geduld.

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Tiefes Unwissen

Der Eiertanz der schwarz-gelben Bundesregierung beim Versuch, die Suche nach dem sogenannten Schiefergas gesetzlich zu regeln, ist ganz sicher vor allem wahltaktischen Erwägungen geschuldet. Er spiegelt allerdings auch die reale Datenlage zur Sicherheit des Fracking-Verfahrens wieder.

ndPlusIngrid Wenzl

Vernetzung für das Leben am Fluss

Seit der Jahrtausendwende sind Staudämme weltweit wieder auf dem Vormarsch, denn sie gelten als »grüne Energiequelle« oder »Waffe gegen den Klimawandel«. Mit diesen Mythen beschäftigte sich der Anti-Staudammzusammenschluss Damocracy auf seiner Konferenz am Wochenende in Istanbul.

ndPlusCaroline M. Buck

Eine Lunge voll Asbest

Im westlichen China, am Rande der Lop-Nor-Wüste, wird noch immer Asbest abgebaut. Auf dem DOK.fest München konnte man jetzt von nahem betrachten, wie es aussieht, wenn Menschen inmitten des krebserregenden Staubs nicht nur arbeiten, sondern auch noch wohnen müssen.

Rainer Balcerowiak

»Unfinanzierbar und zerstörerisch«

Bis zum September haben die Bundesländer noch Gelegenheit, ihre »Wunschlisten« zum Bundesverkehrswegeplan 2015-2030 einzureichen. BUND-Vorsitzende Hubert Weiger bemängelt, dass die meisten vom Bundesverkehrsministerium formulierten Kriterien nicht genügen.

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Taxifahrer protestieren

(dpa). Mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor wollen Berliner Taxifahrer heute für eine bessere Bezahlung demonstrieren. Der von der Stadt geplante neue Taxentarif müsse die Fahrunternehmen zumindest in die Lage versetzen, einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zahlen zu können, forderte der Berliner Taxibund im Vorfeld. Derzeit lägen die Stundenlöhne etwa bei fünf Euro. Die Taxifahrer b...

Angriff nach Demonstration

(epd/nd). Nach einem »antifaschistischen Putzspaziergang« durch Berlin-Buch ist es am Pfingstsonntag nach Angaben der Polizei zu Übergriffen auf Angehörige der rechten Szene gekommen. Nach der Demonstration mit rund 50 Teilnehmern kam es zu Auseinandersetzungen. Am S-Bahnhof Berlin-Buch haben laut Polizei mehrere Demonstrationsteilnehmer drei Rechte angegriffen. Diese flüchteten in einen Imbiss...

Seelsorge wird aufgestockt

(dpa). Die Notfallseelsorger der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld bekommen Verstärkung. Die Zahl der ehrenamtlichen Unterstützer der beiden Geistlichen verdoppelt sich auf 20, wie Flughafen-Seelsorger Justus Fiedler der Nachrichtenagentur dpa sagte. »Sie haben eine mehrmonatige Weiterbildung durchlaufen, nun werden wir sie als neue Flughafenseelsorger beauftragen.« Die Amtseinführung ist...

Rumor ante portas

Die Pressekonferenz am vergangenen Freitag wurde kurzfristig anberaumt. Nicht mal zwei Stunden vor Beginn verschickten die Berliner Piraten ihre Eileinladung, um über »aktuelle Entwicklungen in der Piratenfraktion Berlin« zu informieren. Derart eilige Termine weisen normalerweise auch auf spannende Meldungen hin.

Piraten vor Zerreißprobe

(dpa). Die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus stehen nach einem neuen Krach vor der Zerreißprobe. Nachdem Fraktionschef Christopher Lauer ungenannten Abgeordneten mit einem Rauswurf aus der Fraktion gedroht hatte, distanzierte sich die Parlamentarierin Susanne Graf in scharfer Form von dem Vorsitzenden. Am heutigen Dienstag soll der Streit bei einer Fraktionssitzung hinter verschlossenen Türe...

Martin Kröger

SPD sendet Energie-Signale

Ob das laufende Volksbegehren zur Energie erfolgreich sein wird oder nicht, will Raed Saleh zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewerten. Doch dem SPD-Fraktionschef ist wichtig, dass »die SPD das klare Signal sendet, dass wir beim Thema Stadtwerk und beim Stromnetz in Berlin umdenken wollen«.

Zehn Unterschriften von jedem Parteimitglied

Klaus Lederer ist seit 2007 Landesvorsitzender der Berliner Linkspartei. Über die aktuelle Unterstützung der Sozialisten für das aktuell laufende Volksbegehren »Neue Energie für Berlin« sprach mit dem 39-Jährigen nd-Redakteur Martin Kröger.

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Klaus Haupt

»Max, Du hast det Schieben raus ...«

Die Szene der Schwarzmärkte und Schieber im Berlin des Jahres 1948 ist der Stoff für diesen Kriminalroman. Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Bahnhof Zoo, Schlesischer Bahnhof, Alexanderplatz. Da zieht es alle hin, die etwas zu verkaufen haben. Die großen Gauner mit einem Netz von Schiebern und die kleinen Habenichtse, die aus ihrem Privatbesitz etwas verschachern wollen für ein Stück Butter, ...

Atem für ein Jahr

In der Beschreibung von Schauspielern, so Alfred Kerr, offenbare der Kritiker seine »Sehnsucht nach der eigenen Romangestalt«, da sei er zwar noch lange nicht selber ein Erzähler, aber doch immerhin Nach-Erzähler, und ohne diese Leidenschaft für »die Nachempfindung des Spiels« bleibe Kritik »fleischlos und unsinnlich«. Kerr ist der Namensgeber für den Preis, der bei jedem Theatertr...

ndPlusGunnar Decker

Anarchie des Karussells

»Die, die tagsüber in den Städten arbeiten, sind vollkommen verschieden von denen, die nachts in den Städten arbeiten.« Mit Tennessee Williams bricht die Nacht über die amerikanischen Kleinstädte herein. Er ist der Fatalist des amerikanischen Traums.

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CSU-Chef will Pkw-Maut

München/Berlin (dpa/nd). Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene an die Einführung einer Pkw-Maut geknüpft. In einem Interview mit der Tageszeitung »Die Welt« sagte Seehofer, beim Thema »Pkw-Maut« sei es der CSU sehr ernst. »Die Pkw-Maut muss Bestandteil des Regierungsprogramms für die nächsten vier Jahre werden.« Eine moderne,...

Hunderttausende beim Karneval

(dpa/epd). Mehr als eine Million Menschen haben am Pfingstwochenende in Berlin den 18. Karneval der Kulturen gefeiert. Bei dem Umzug präsentierten sich am Sonntag mehr als 70 Gruppen mit etwa 4000 Akteuren. Auf spärlich bekleidete brasilianische Tänzerinnen folgten Jongleure und Akrobaten. Auch ein etwa zehn Meter langer chinesischer Drache mischte sich unter die Teilnehmer. Am Montagabend soll...

Ungewisse Zukunft für Kleingärtner

(dpa). Der Berliner Landesverband der Gartenfreunde hat von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine schnelle Entscheidung über die Zukunft von 19 Kleingartenanlagen gefordert. Deren Bestandsschutz laufe 2014 aus. »Doch noch immer ist nicht klar, ob die Flächen auch tatsächlich für den Wohnungsbau gebraucht werden«, sagte Vorstand Günter Landgraf der dpa. Verwaltungssprecherin Daniela Aug...

ndPlusKathrin Zeilmann, dpa

Studenten statt Einwohner

Wenn es um den demografischen Wandel in Bayern geht, wird meist der Nordosten Oberfrankens als Beispiel bemüht. Weil dort die Bevölkerungszahl dramatisch sinken wird. Die Stadt Hof setzt inzwischen große Hoffnungen in ihre Hochschule.

Hans-Gerd Öfinger

Kahlschlag in Löbichau

Die Pläne der Zeitungsgruppe Thüringen, ihr Ostthüringer Druckzentrum mit mehr als 100 Mitarbeitern bis Ende 2013 zu schließen, sind bei der Gewerkschaft ver.di auf scharfe Kritik gestoßen. Das Unternehmen hatte seinen Schritt mit dem stark gesunkenen Druckvolumen begründet.

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ndPlusAndreas Fritsche

Polizei löst Rechtsrockkonzert auf

Die Bürger der brandenburgischen Gemeinde Schorfheide haben ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. Rund 1200 Menschen protestierten am Sonnabend gegen ein Konzert von Neonazis.

Christiane Raatz, dpa

Paddeln im Tagebau

Die ehemalige Braunkohleregion rund um Leipzig gilt als größte Landschaftsbaustelle Europas. Zwischen Delitzsch und Borna sind rund 20 Tagebauseen mit einer Wasserfläche von rund 70 Quadratkilometern entstanden, einige davon sind allerdings noch nicht ganz voll.

ndPlusFrauke Holz, dpa

Auf das Moped mit 15

Seit dem 1. Mai dürfen Jugendliche in Sachsen-Anhalt die Moped-Fahrerlaubnis mit 15 Jahren machen. Ein Ansturm auf die Fahrschulen im Land blieb bislang jedoch aus.

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ndPlusRonald Sprafke

Die Quellen

Der gute Geschmack, welcher sich mehr und mehr durch die Welt ausbreitet, hat sich angefangen zuerst unter dem griechischen Himmel zu bilden.« So beginnt Winckelmann 1755 seine »Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst«, in denen er die Kunst des 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. zum Vorbild für die Kunst seiner Zeit erhob. In jenen zwei Jahrhunderten, d...

Martina Jammers

Zuflucht zur schwungvollen Linie

Mit seinen sechs organischen Armen greift van de Veldes Kerzenleuchter in den Raum aus. Die tänzerische - mal fließende, mal kataraktische - Bewegung in unterschiedlichen Abständen zum Schaft simuliert das Züngeln und Flackern des Kerzenlichts.

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ndPlusHoussam Hamade

Was regt uns auf?

Was ist schlimmer? Spaß daran zu haben, dass einem ein Kind willentlich ans Geschlecht greift, oder sich an Schuhen zu freuen, die supergünstig sind - während man ignoriert, dass sie genau darum so günstig sind, weil sie von Kindern zusammengenäht und geklebt wurden?

Gunnar Decker

Weltgeist, hinterhältig

Was für eine Reihe am Berliner Ensemble: lauter Unikate. Einmal als szenische Lesung im Gartenhaus aufgeführt, und dann müssen wir uns wieder selber erinnern. DDR-Dramatik als Reservoir vergessener Konflikte: sämtlich von der Hoffnung getragen, jene Widersprüche, aus denen Geschichte seit jeher besteht, auch in der DDR auf die Bühne bringen zu können. Hoffnung, die enttäuscht wurde, lange bevor...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Meer und Mausoleum

Vielleicht ist Schreiben das Schlimmste: nämlich Selbstverstümmelung. Wer übersteht so was? Präziser, weniger schlimm: Schreiben ist zwar Selbst-Verstümmelung, ja, aber doch »nur« Verstümmelung eines angenommenen, fremdgesteuerten Selbst.

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Ex-Diva

Fernab von tosenden Titelfeiern und angespannter Abstiegsdramatik hat Eintracht Frankfurt mit einem 2:2 gegen Wolfsburg auf leisen Sohlen die europäische Bühne betreten. Als Aufsteiger!

Thomas Wolfer, SID

Aue feiert, Dresden hofft

Dynamo Dresden droht erneut der Absturz aus der 2. Bundesliga - doch von Abstiegsangst ist beim sächsischen Traditionsklub nichts zu spüren. »Ich bin überzeugt, dass wir die Relegation schaffen«, sagte Klubikone Ulf Kirsten vor den Entscheidungsspielen gegen den VfL Osnabrück.

ndPlusUlrike Weinrich, SID

Diskutieren im Whirlpool

32 Sekunden lang schien Fortuna Düsseldorf gerettet, doch dann wurde der 2:2-Ausgleichstreffer von Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim doch nicht gegeben. Damit war der Aufsteiger wieder abgestiegen.

ndPlusChristoph Ruf, Freiburg

Ideenlos in die Champions League

Jens Keller ist schon das ein oder andere Mal für seine Rhetorik gescholten worden. In der Tat kann man sich nicht so recht vorstellen, wie der Schalker Trainer Weiland den Heiratsantrag an seine Frau formuliert haben mag.

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ndPlusMatthias Koch

Das Spiel war mitreißend

nd: Nach dem Abpfiff wirkte Ihre Mannschaft sehr niedergeschlagen… Kemme: Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Wir hatten im ersten Durchgang durch Yuki Ogimi die große Möglichkeit, in Führung zu gehen. Leider wurden wir vor der Pause durch den 0:1-Rückstand bitter bestraft. Die ersten 10, 15 Minuten in der zweiten Halbzeit haben wir dann völlig verschlafen. Wie funktioniert es, na...

Matthias Koch, Köln

Wolfsburg triumphiert in Köln

Die Fans des frischgebackenen Frauen-Fußballmeisters VfL Wolfsburg fingen schon mit Siegesgesängen an, als das DFB-Pokalfinale gegen den entthronten Titelträger Turbine Potsdam nicht mal eine Stunde alt war.

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Boll: Chinesen kochen auch nur mit Wasser

Timo Boll verließ Paris ohne Edelmetall, aber nicht im Gram. Nach Rückschlägen in jüngerer Zeit war die WM für den Tischtennisstar selbst ohne die angestrebte zweite Einzelmedaille eine beruhigende Erfahrung. Boll trat seinen Kurzurlaub mit der Erkenntnis an: Ein Top-Chinese wie Ma Long ist verwundbar und er selbst mit 32 Jahren noch in der Lage, auf höchstem Niveau dagegenzuhalten. »Ich ...

Tom Mustroph, Col du Galibier

König der Berge, König der Kälte

Anders als sein Vorgänger Alberto Contador, der 2008 sogar noch darüber bestimmen wollte, wer welche Bergetappe gewinnt, lässt Nibali auch andere Fahrer, die ihm nicht für die Gesamtwertung gefährlich sind, zum Zuge kommen.

ndPlusManuel Schwarz und Thomas Burmeister, dpa

Schweden beenden einen Heimfluch

Silber gewonnen - nicht Gold verloren. Trotz des verpassten Titels bei der Eishockey-WM ist die Schweiz das Sensationsteam 2013. Daheim sorgte die »Nati« für Ekstase. Im Finale mussten sich die Eidgenossen abgebrühten Schweden mit den Super-Zwillingen Sedin geschlagen geben.