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Ohne Kompromisse

Auch wenn den unbescholtenen Bewohnern von Rostock, Mölln und Solingen zu gönnen ist, dass ihr Wohn- und Heimatort im allgemeinen Bewusstsein allmählich den verschreckenden Klang verliert, muss eines immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

»Das Boot ist voll«

Während Anfang der neunziger Jahre Flüchtlingsunterkünfte brannten und Ausländer zu Tode gehetzt wurden, bereitete die Politik mit populistischen Parolen den Boden für den »Asylkompromiss«. Am 26. Mai 1993 beschloss der Bundestag faktisch Abschaffung des Grundrechts auf Asyl.

Mörder in London waren offenbar Einzeltäter

Der Mordanschlag auf einen Soldaten in London hatte zwar einen islamistischen Hintergrund. Die Täter waren aber offenbar keine organisierten Terroristen. Einen Tag nach dem Mord an einem Soldaten im Londoner Stadtteil Woolwich tun sich die britischen Behörden schwer mit der Einordnung der Täter.

Jörg Kronauer

Wie deutsch muss ein Bursche sein?

Dieser Tage debattiert die »Deutsche Burschenschaft« (DB) in Eisenach wieder darüber, ob sie künftig von Mitgliedern eine Art »Ariernachweis« verlangen wird.

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Christian Klemm

Ein fauler Kompromiss

Eine ganz große Koalition hat 1993 eine Verabredung getroffen, die als »Asylkompromiss« in die jüngste deutsche Geschichte einging. Die Abschaffung des Grundrechts hat bis heute gravierende Folgen für politisch Verfolgte. Auch die Sozialdemokratie hat das zu verantworten.

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ndPlusMarcus Meier

»Was soll Frau Merkel uns schon sagen?«

Antirassisten haben es nicht leicht in Solingen. Beim offiziellen Gedenken an die Opfer des Brandanschlages werden Faschisten und Islamisten geduldet und antirassistische Arbeit bleibt unterfinanziert.

Marcus Meier

Ermutigt durch Biedermänner

Er galt als Höhepunkt der rassistischen Gewaltwelle, die Deutschland vor 20 Jahren erschütterte: der Brandanschlag von Solingen, bei dem fünf Menschen qualvoll starben. Die Täter sind längst wieder auf freiem Fuß, die Wunden jedoch noch nicht verheilt.

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Alkohol muss schmerzen

Was treibt die Innenminister der Länder um? Neben Rechtsextremen und Spitzeln beschäftigen sie sich auf ihrer Konferenz in Hannover, die heute Mittag zu Ende geht, auch mit Fahrradfahrern. Die sollen ihr Rad nicht mehr nur dann stehen lassen, wenn sie sich nach ein paar Likörchen zu viel nicht mehr erinnern können.

Rechtsfreier Raum

US-amerikanische Drohnen töteten zielgerichtet. Es sind Todesurteile im rechtsfreien Raum, die sich die Obama-Regierung da ausgedacht hat. Im Namen des Anti-Terrorkampfes agiert sie mit solchen Angriffen auf fremden Territorien als Ankläger, Richter und Liquidator zugleich.

Zu groß für Hartz IV

Dass Kinder wachsen, sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Doch der Gesetzgeber ignorierte diesen Umstand viele Jahre lang. Mit der Hartz-IV-Reform, also der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, fielen auch viele Sonderbedarfe weg. Stattdessen wurde auf Teufel komm raus pauschaliert.

ndPlusMartin Ling

Rechtsaffin

In Deutschland, Frankreich oder Großbritannien wäre es 2013 kaum vorstellbar: Ein konservatives Regierungsmitglied ehrt eine rechtsradikale Kampfeinheit aus dem Zweiten Weltkrieg und muss nicht zurücktreten. Zumindest nicht sofort.

Warum ist Gerald erwachsen?

nd: Sie sind seit über einem Jahr auf Tour mit zwei älteren Alben. Was reizt Sie nach vier Dekaden noch an »Thick As A Brick«? Anderson: Als die Amerikaner sich entschlossen, auf den Mond zu fliegen, sagte Präsident Kennedy: »Wir machen es nicht, weil es leicht wäre, sondern gerade, weil es schwer ist.« Progressive-Rock-Konzeptalben im Jahr 2013 sind mindestens so schwer durchführbar wie ein ...

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ndPlusVelten Schäfer

Schatten eines Schattenprogramms

Heute startet an der TU Berlin ein dreitägiger Kongress mit dem Titel »Umverteilen.Macht.Gerechtigkeit«, der von dem breiten Bündnis »Umfairteilen« veranstaltet wird. Aus diesem Anlass veröffentlicht »nd« eine Trilogie zu den Kongressthemen. Heute: Was ist gerecht?

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Christine Longin, Paris

Lagarde in der Bredouille

Gerichtstermin für Frankreichs frühere Finanzministerin: Christine Lagarde musste am Donnerstag in Paris erscheinen, um in der Affäre um den Verkauf von Adidas auszusagen. Die Richter prüfen, ob die Chefin des IWF beim Adidas-Verkauf Beihilfe zur Veruntreuung leistete.

ndPlusOlaf Standke

Obama ließ US-Bürger töten

US-Präsident Barack Obama wollte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) seine viel kritisierte Anti-Terrorstrategie in einer Grundsatzrede vor der Universität des US-Militärs erklären. Einstimmung gab da ein zuvor öffentlich gemachter Brief von Justizminister Eric Holder an den Kongress in Washington, in dem seine Regierung überraschend erstmals offiziell die Tötung von vier US-amerikanischen Bürge...

André Anwar, Stockholm

Schwedische Brennpunkte

Die Krawalle in Vororten der schwedischen Hauptstadt Stockholm gingen auch in der Nacht zum Donnerstag weiter. Mehrfach seien Polizeikräfte mit Steinen beworfen worden, erklärte ein Polizeisprecher.

ndPlusRoland Etzel

Wenig Zuspruch für die Konferenz

Die von Russland und den USA auf die politische Tagesordnung gesetzte internationale Syrien-Konferenz in Genf ist weiter Gegenstand internationaler Treffen. Allerdings vermitteln sie wie auch jetzt in Amman (Jordanien) nicht den Eindruck einer gewachsenen Dialogbereitschaft.

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Betrugsfälle schneller aufgedeckt

Berlin/Brüssel (nd). Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat im vergangenen Jahr seine Untersuchungen nach eigenen Angaben beschleunigt. Die durchschnittliche Dauer ist laut dem in Brüssel vorgestellten Jahresbericht um fast sieben Monate (von 29,1 Monaten im Jahr 2011 auf 22,6 Monate 2012) zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der bei OLAF eingegangenen Hinweise weiter gestieg...

Verschärfte Steuerregeln bis Ende 2013

Bei ihrem Treffen am Mittwoch in Brüssel einigten sich die Staats- und Regierungschefs in der EU darauf, verschärfte Regeln in der Steuerpolitik bis Jahresende zu beschließen und damit auch das Bankgeheimnis abzuschaffen.

Julian Bartosz, Wroclaw

Polen sieht sich von EU-Partnern umworben

Kann Polen tatsächlich ein wichtiger Player in der europäischen Politik sein? Außenminister Radoslaw Sikorski ist überzeugt davon. Die Antwort des Chefs der polnischen Diplomatie auf eine Interviewfrage in der »Gazeta Wyborcza« war selbstsicher und stolz.

Cornelia Ernst

Weil wir Nachbarn sind

Als ich im tschechischen Varnsdorf Roma besuchte, landete ich in einem Asylbewerberheim. Die meisten Familien dort sind tschechische Staatsbürger. Sie hatten vor der »Wende« bescheidenen Wohlstand, Arbeit, wenn auch wenig qualifizierte, und eigene Wohnungen. Heute sind 90 Prozent von ihnen ohne festen Job und leben in miserablen Gemeinschaftsunterkünften zusammengepfercht. Die Kinder gehen, qua...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Brudertreffen zur Zukunft Europas

Während die deutschen Sozialdemokraten am Donnerstag den 150. Geburtstag ihrer Partei feierten, besuchten deutsche Abgeordnete der Linkspartei ihre Kollegen im Nachbarland, um über Perspektiven für ein geeintes Europa zu diskutieren.

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Kein Geld für Reparaturen

Frankfurt am Main (dpa/nd). Deutschlands Kommunen stehen nach einer Umfrage der staatlichen Bank KfW vor einem gigantischen Investitionsstau. Das Frankfurter Institut geht im Ergebnis von rund 128 Milliarden Euro aus, die etwa für die Sanierung von Straßen und Schulen fehlen. Der am Donnerstag vorgestellten repräsentativen Untersuchung zufolge sind die Kommunen aber optimistisch, den Rückstand ...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Plant Putin Amnestie für Unternehmer?

Steuerbefreiung für Start-ups, zinsgünstige Kredite und Senkung der Preise öffentlicher Versorger sowie die Schaffung von 25 Millionen hoch qualifizierten Arbeitsplätzen, die der russische Präsident Wladimir Putin 2012 im Wahlkampf versprochen hatte.

Gabriele Oertel

Neue Wohnungspolitik im Visier

Der Mieterbund hat im Vorfeld für seinen seit gestern in München stattfindenden 65. Mietertag bereits diverse Fehlleistungen auf dem Wohnungsmarkt benannt. Ob das jedoch den dafür politisch Verantwortlichen auf die Sprünge hilft, darf bezweifelt werden.

Ulrike Henning

Gemeingüter nicht ohne Menschenrechte

Weiden, städtische Gärten oder auch Software können gemeinschaftlich genutzt werden. Das ist die Idee hinter der Commons- oder Gemeingüterbewegung. In Berlin diskutieren derzeit Wissenschaftler und Aktivisten die Zukunft der Gemeingüterbewegung.

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Deutsche Bank unter Protest

Frankfurt am Main (dpa/nd). Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt am Main kam es zu Protesten verschiedener Gruppen. Zunächst hatten »Überflüssige« in roten T-Shirts und mit weißen Masken die Rede von Vorstandschef Anshu Jain mit lauten »Krisengewinner«-Rufen gestört. Sie verteilten Flugblätter in deutscher und griechischer Sprache: »Wir sind die Überflüssigen, ihr macht alle...

ndPlusLars Nicolaysen, dpa

Scharfe Kurskorrektur in Tokio

Nach dem Höhenflug an Tokios Aktienbörse sind die Kurse am Donnerstag dramatisch eingebrochen. Schlechte Konjunkturdaten für China lösten an Asiens Leitbörse in Tokio einen heftigen Kurssturz aus. Der in letzter Zeit drastisch gestiegene Nikkei verlor mehr als 1000 Punkte.

Wolfgang Kühn

Ungerechte Steuerverteilung

Eine vom Paritätischen Wohlfahrtsverband jüngst initiierte Umfrage zeigt: die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung stimmt einem Richtungswechsel in der Steuerpolitik auch aufgrund der Verteilung zu.

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Mehr Lohn für Bodenpersonal

(dpa/nd). Die 1350 Beschäftigten an den Flughäfen Tegel und Schönefeld bekommen mehr Geld. Die Betreiber und die Gewerkschaft ver.di einigten sich auf einen neuen Tarif. Laut ver.di gibt es bei einer Laufzeit bis Ende 2014 eine Einmalzahlung von 250 Euro, eine Erhöhung der Grundvergütungen um einheitlich 100 Euro zum 1. Juli 2013. Im kommenden Jahr, zum 1. August 2014 steigen die Grundgehälter ...

Sozialer Sprengstoff

Kein Grund zum Aufatmen: Die Mieten in Berlin sind zwar nicht ganz so dramatisch gestiegen wie befürchtet, doch der Mietspiegel weist immer noch den zweithöchsten Anstieg seit mehr als zehn Jahren aus. Und mit einem Plus von jährlich jeweils 3,2 Prozent ist die Miete deutlich schneller gestiegen als die Inflationsrate mit 2,3 Prozent. Die Einkommen der Berliner halten damit längst nicht Schritt...

ndPlusMalene Gürgen

Wenn die beste Freundin wegziehen muss

»In letzter Zeit berichten die Mädchen bei uns immer häufiger davon, dass wieder eine Freundin wegziehen musste.« So erzählt es eine Mitarbeiterin des Mädchenzentrums »Alia« in der Kreuzberger Wrangelstraße. Denmach nehmen sie die Veränderung ihres Kiezes sehr negativ wahr.

Berliner Mieten heben ab
ndPlusBernd Kammer

Berliner Mieten heben ab

Die Preislawine auf dem Berliner Wohnungsmarkt rollt weiter, wenn auch mit leicht vermindertem Tempo. Um 6,3 Prozent stiegen die Mieten in den vergangenen zwei Jahren an, wie aus dem Mietspiegel 2013 hervorgeht, den der Stadtentwicklungssenator gestern präsentierte.

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Antoni verlässt BE

Die Schauspielerin Carmen-Maja Antoni (67) hat nach fast 40 Jahren ihren festen Vertrag am Berliner Ensemble gekündigt. »Ich möchte mal mit anderen Leuten zusammenarbeiten«, sagte Antoni (»Rosa Roth«, »Der Laden«) dem »Zeit«-Magazin. »Ich möchte auch raus aus diesem Gehorsam. Man wird zu viel herumkommandiert in diesem Beruf«, so die Schauspielerin. »In der DDR haben wir viel mehr im Team gearb...

Theaterjugend trifft sich

Auf die gerade zu Ende gegangene Jubiläumsausgabe des Theatertreffens folgt vom 24. Mai bis 1. Juni 2013 das 34. Theatertreffen der Jugend. 102 Ensembles aus Schulen, der freien Szene und von Theater-Jugendclubs bewarben sich für den jährlichen Bundeswettbewerb der Berliner Festspiele.

Hans-Dieter Schütt

Panther, lautlos

Gut beleumdet ist er nicht, der Montag. Kaltes Motorenöl klebt in seinen Gelenken, die Woche hat noch Blei auf den Augenlidern. Es gibt Anfänge, da ist der Geist nur deshalb weit, weil er schon wieder das Ende träumt. Den kommenden Sonnabend etwa.

ndPlusAngelika Kettelhack

Das Vermächtnis des ermordeten Vaters

Ohne Leo Haas, den jüdischen Künstler, der Jahrzehnte als Karikaturist für »Neues Deutschland« und »Eulenspiegel« in Berlin gearbeitet hat, würde es Thomas Fritta-Haas und seine große Familie in Mannheim wahrscheinlich nicht geben. Aktuelle Ausstellung: Zeichnungen aus Theresienstadt.

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Mehr Geld für Wohnungen

Magdeburg (dpa/nd). Die Immobilienunternehmen, die in den beiden großen Wohnungsverbänden Sachsen-Anhalts organisiert sind, wollen in diesem Jahr mehr investieren. Die geplanten 455,7 Millionen Euro sollten hauptsächlich in die Erhaltung und Modernisierung der Bestände fließen, sagte der Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften, Ronald Meißner, am Donnerstag in Magdeburg. Im Jahr 201...

Es knirscht bei Rot-Schwarz in Schwerin

Die SPD von Mecklenburg-Vorpommern hat ihren Regierungspartner CDU zur Einhaltung der Absprachen für die Gemeindeneuordnung im Land ermahnt. »Es gibt in der Koalition einen klaren Fahrplan für den Weg zur Gemeindestrukturreform, der im Koalitionsvertrag ... festgelegt wurde«.

Wolfgang Weiß

Viele Kinder, viele Anträge

Eine Situation wie im Herbst vergangenen Jahres soll es künftig nicht mehr geben, versprach Treptow-Köpenicks Jugendstadtrat Gernot Klemm (LINKE) in einem Pressegespräch. Damals musste die zentrale Kita-Gutscheinstelle des Stadtbezirkes zwei Mal für zwei Wochen schließen. Die Ursachen waren Personalmangel und Überlastung der Mitarbeiter, die den vielen Anträgen einfach nicht mehr nachkamen. Die...

ndPlusRalf Hutter

TU profiliert sich weiter

Am Donnerstag hat das Kuratorium der Technischen Universität einstimmig das »Zukunftskonzept der TU Berlin für die Jahre 2013 bis 2020« beschlossen. Das von Präsident Jörg Steinbach 2011 angestoßene und dann von einer Arbeitsgruppe verfasste Konzept war im April schon bei drei Enthaltungen vom Akademischen Senat angenommen worden. »Diese Gesamtstrategie ist unter Beteiligung vieler Akteur...

Tagebau Welzow-Süd II wird wahrscheinlicher

Die künftige Förderung von Lausitzer Braunkohle bleibt umstritten. Aktuell geht es um die Weiterführung des Tagebaus Welzow-Süd. Nach kontroverser Debatte hat Brandenburger Braunkohlenausschuss gestern den Weg dafür frei gemacht.

ndPlusJohannes Hartl

Modellautos à la Haderthauer

Im Zuge der »Modellauto-Affäre« gerät auch Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie soll bis 2001 50-prozentige Teilhaberin der Firma »Sapor Modelltechnik« gewesen sein, mit der Hubert Haderthauer Modellfahrzeuge verkaufen ließ.

Ein Schal mit rotem Stern

Ein Schal mit rotem Stern

Es reicht nicht, den Arzt oder Apotheker zu fragen, den Anbieter zu wechseln oder auf das Verfallsdatum zu achten. Der Kauf eines Schals will sorgsam bedacht sein. Man ist auf der sicheren Seite, wenn man sich vorher mit einem Anwalt oder der Polizei berät. Ist das Gestrickte in den Farben gelb, rot, grün gehalten und hat zu allem Überfluss einen roten Stern eingearbeitet, ist höchste Vorsicht ...

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Kompromiss zum Nachtflug bis Jahresende

Schönefeld (dpa). Im Streit um die Nachtruhe am Großflughafen Schönefeld will Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bis Jahresende einen Kompromiss erzielen. »Wir haben erste Gespräche geführt, die nächsten Treffen sind vereinbart«, sagte Platzeck der »Märkischen Allgemeinen Zeitung«. Der Ministerpräsident will den Bund und das Land Berlin dazu bewegen, dass sie den Flughafenanwohnern mehr ...

Ausschuss macht Weg für Tagebau frei

Brandenburgs Braunkohlenausschuss machte gestern den Weg für die Fortführung des Tagebaus Welzow-Süd frei. Die Mitglieder des Gremiums stimmten in Cottbus nach kontroverser Debatte mehrheitlich für den überarbeiteten Entwurf des Braunkohlenplans Welzow-Süd II.

Hans-Gerd Öfinger

Der Müll und die Macht

Die Auseinandersetzung um die Privatisierung der Abfallwirtschaft polarisiert die politische Landschaft im Thüringer Ilm-Kreis. CDU und FDP kritisieren die LINKE-Landrätin. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind zuversichtlich, einen Bürgerentscheid erzwingen können.

Sandra Koch, dpa

Jenseits der Barrieren

In Laubenheim an der Nahe lädt ein Ehepaar Menschen mit und ohne Behinderung in ihr barrierefreies Gästehaus ein.Das Land Rheinland-Pfalz legt großen Wert auf barrierefreien Tourismus.

ndPlusJörn Perske, dpa

Stellvertreter des Menschen auf Erden

Manche finden sie goldig, andere ganz grässlich: Gartenzwerge lösen Emotionen aus. Und Protestzwerge mit gerecktem Mittelfinger oder blankem Hintern können Gerichtsprozesse anstoßen. Eine Ausstellung im hessischen Eichenzell zeigt die Welt der Gnome.

ndPlusWilfried Neiße

Deutsche Wut und Rechthaberei

Ist es vertretbar, in der Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam Vergehen der sowjetischen Besatzungsmacht an Deutschen zu dokumentieren, ohne einen einzigen Hinweis auf die zuvor von Nazideutschland in der Sowjetunion verübten Verbrechen?

Andreas Fritsche

Pflaumenkuchen in Potzlow

Der Mord von Potzlow sorgte für Aufsehen. Am Sonntag ist es genau zehn Jahre her, dass der Prozess gegen die drei Täter begann. Er endete mit mehrjährigen Haftstrafen. Zwei Verurteilte sind inzwischen wieder frei. In ihr Heimatdorf kehrten sie nicht zurück.

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Großer Kritiker

Der Theaterkritiker und Gründer der Zeitschrift »Theater heute«, Henning Rischbieter, ist am Mittwoch in Berlin gestorben. Der 86-Jährige habe vor etwa zehn Tagen beim Schwimmen in Berlin einen Schwächeanfall erlitten, sei zunächst aber wiederbelebt worden. An den Spätfolgen sei er nun gestorben. Rischbieter war einer der bedeutendsten Theaterkritiker der Nachkriegszeit. 1960 gründete er in Han...

Sänger und Komponist

Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der berühmte Chansonnier starb am Donnerstagmorgen im Alter von 79 Jahren. Moustaki lebte in den vergangenen 40 Jahren auf der Insel Saint-Louis im Pariser Stadtzentrum. Moustaki wurde am 3. Mai 1934 als Giuseppe Mustacchi in der ägyptischen Stadt Alexandria als Sohn griechischer Einwanderer geboren. Im Jahr 1951 zog er nach ...

Roberto Becker

Heimspiel für Wagner

Überstanden ist das Wagner-Jahr noch lange nicht. Aber es hatte am 22. Mai, also am 200. Geburtstag des größten und problematischsten deutschen Musikgenies des 19. Jahrhunderts, seinen Mittelpunkt. Nachdem man sich am Vorabend in Leipzig und Dresden ziemlich staatstragend um Wagner bemüht hatte.

ndPlusChristin Odoj

Vollgepumpt mit Liebe

Über etwas anderes als die Liebe zu Frauen kann er nicht singen, dafür fehlt ihm die Fantasie. Alles andere interessiert ihn auch nicht, es ist ihm zu anstrengend, darüber nachzudenken. Er hört lieber in sich selbst hinein, denn da liegen ja die ganzen Sehnsüchte und Träume.

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Deutsche Denk- und Schreibfehler
ndPlusJürgen Amendt

Deutsche Denk- und Schreibfehler

In Mainzer Kitas werden künftig Erzieherinnen aus Spanien arbeiten. Deren Anwerbung stößt auf Kritik. Manche Kita-Leiterin fürchtet um das Sprachniveau der Kinder aus Migrantenfamilien. Diese müssten frühzeitig mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden.

ndPlusLena Tietgen

Cybermobbing in der Schule

Cybermobbing gilt als Produkt sozialer Netzwerke im Internet und wird zunehmend auch für Schulen zum Problem. Das »Bündnis gegen Cybermobbing« fand laut www.sueddeutsche.de heraus, dass »etwa 17 Prozent aller Schüler schon mal Opfer von Cybermobbing« wurden. Befragt wurden »Schüler unterschiedlicher Altersstufen und aller Schulformen, aber auch Eltern und Lehrer«. (bit.ly/104eIUz) Tojoe m...

André Anwar

Unfähige Studenten bremsen Unis aus

Schwedens Hochschullehrer warnen vor hanebüchenen Bildungslücken bei ihren Studenten. Die verstünden lange Texte nicht mehr, könnten sich selber schriftlich nicht verständlich ausdrücken, geschweige denn intellektuelle Schlussfolgerungen ziehen.

ndPlusThomas Gesterkamp

Lieber zu Hause als in die Kita?

Nach wie vor hat das Elternhaus den größten Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung. Der Besuch öffentlicher Kindertageseinrichtungen in den ersten Lebensjahren ist meist unkompliziert, kann aber im Einzelfall auch zu Problemen führen. Forscher plädieren für mehr Flexibilität.

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Management: Für die meisten ein Vollzeitjob

Teilzeit unter Managern ist selten: Nur fünf Prozent der deutschen Führungskräfte reduzieren ihre Arbeitszeit. Unter Chefinnen ist die Quote dabei wesentlich höher: Hierzulande beträgt sie 14,6 Prozent bei den Frauen, aber nur 1,2 Prozent bei den Männern.

Verzicht auf Ansprüche gilt auch für Urlaub

Erfurt (AFP/nd). Verzichtet ein Beschäftigter in einem Gerichtsvergleich auf jegliche weiteren Ansprüche, so gilt dies auch für eine noch ausstehende Abgeltung für nicht genommenen Urlaub, stellte das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt klar. (Az: 9 AZR 844/11) Der Kläger war 2009 entlassen worden. Auf seine Kündigungsschutzklage einigte er sich mit dem Arbeitgeber auf einen Vergleich: G...

Jörg Meyer

Na endlich!

Der erste Tarifvertrag zwischen der Diakonie als kirchlichem Arbeitgeber und den Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund (MB) ist so gut wie unter Dach und Fach. Sobald die niedersächsischen Synoden der Kirchenrechtsänderung zugestimmt haben, könnten ab April 2014 im niedersächsischen Gesundheits- und Sozialwesen richtige Tarifverträge abgeschlossen werden.

ndPlusArmin Osmanovic

Südafrikas Bergbau droht neue Streikwelle

Die Minenarbeitergewerkschaft NUM streitet mit der kleineren AMCU um die organisierten Bergleute. NUM fordert unterdessen 60 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten im Gold- und Kohlebergbau.

ndPlusJörg Meyer

Durchbruch bei Diakonie

Diakonie und Gewerkschaften einigen sich auf eine Entgelterhöhung und unterzeichneten eine Prozesserklärung. Schon im April 2014 könnte das zum ersten richtigen Tarifvertrag bei einem kirchlichen Arbeitgeber führen.

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Finanzziel 2. Liga

Nie war das Wort »Existenzkampf« berechtigter als vor der Zweitligarelegation zwischen dem VfL Osnabrück und Dynamo Dresden. Wenn sich beide Klubs heute zum Hinspiel in Osnabrück (20.30 Uhr) gegenüberstehen, geht es nicht nur um ihre sportliche Zukunft. »Jeder weiß, wie wichtig der Aufstieg wirtschaftlich für uns wäre«, sagte Osnabrücks Präsident Christian Kröger. Dem finanziell angeschlagenen ...

Frank Hellmann, London

Flair der Provinzbühne

Der FC Bayern München will einem Sieg am Samstag im Champions-League-Finale eine neue Ära der Dominanz in Europa starten. Die letzte begann 1974 mit dem ersten Landesmeisterpokal einer deutschen Mannschaft. Ein Rückblick.

Michael Müller, Oberhof

nd-Ehrenkapitän gibt Startschuss

Morgen startet der 41. GutsMuthsRennsteiglauf. Fast 16 000 haben sich zum härtesten und schönsten Cross Europas gemeldet. Den Startschuss gibt Hans Grodotzki, olympischer Doppelsilbermedaillengewinner von 1960 und diesjähriger Ehrenkapitän der nd-Mannschaft.