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Ex-CDU-Senator attackiert Lötzsch auf Facebook

Der ehemalige CDU-Finanzsenator Peter Kurth hat offenbar auf der Facebook-Seite des CDU-Politikers Martin Pätzold die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (LINKE) attackiert. Ein auf dem Profil veröffentlichtes Foto kommentierte Kurth mit den Worten: »Gesine wird sterben.«

Unten links

Man kann über die Arbeit der Politiker nicht genug klagen. Davor aber, wie sie es machen, kann der Bürger nur den Hut ziehen. Wenn Höflichkeit nach Chanel No 5 duftete, wären das Berliner Regierungsviertel und sämtliche Landesparlamente viel schneller zu finden. Einfach immer der Nase nach. Hat man hier oder dort etwas ausklamüsert, was nicht so gut beim Wähler ankommt, folgt die Entschuldigung...

USA spitzeln direkt in den Servern

Der US-Geheimdienst greift laut Medienberichten massenhaft Informationen von großen Internet-Diensten wie Google, Facebook, Microsoft, Apple oder Yahoo ab. Die Unternehmen bestreiten, den Behörden einen direkten Zugang zu ihren Systemen zu gewähren.

John Dyer, Boston

Washingtons Geheimdienst liest weltweit mit

Der Text dieses Artikels gelangte über das Internet aus den USA nach Europa. Man darf getrost davon ausgehen, dass er zuvor auf dem Server des Geheimdienstes NSA gelandet ist, der seit fast sechs Jahren werden alle Verbindungen über Netze großer Internetanbieter kontrolliert.

Maite Mola

Ein solidarisches Europa ist möglich

An diesem Wochenende findet in Athen der Alternativgipfel statt: Es geht um Alternativen zur Austeritätspolitik der Troika, die in der Europäischen Union durchgesetzt wird und zu einem großen sozialen Desaster und einer allmählichen Zerstörung der Demokratie führt.

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Knut Henkel

Zurück zur Schule

Kolumbien ist international als gefährlichstes Land für Gewerkschafter bekannt. Doch neue Strategien und internationaler Druck haben für einige Achtungserfolge der lädierten Gewerkschaftsbewegung gesorgt. Eine Schlüsselfunktion hat dabei die nationale Gewerkschaftsschule in Medellín.

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Gesinnungsjournalismus

Von Max Weber stammt die feine, aber bedeutende Unterscheidung zwischen Verantwortungs- und Gesinnungsethik. Der Soziologe bezog sich damit vor fast 100 Jahren auf den Beruf des Politikers. Dem Gesinnungsethiker geht es in erster Linie um die moralische Richtigkeit seines Tuns, die Folgen blendet er weitestgehend aus. Der Verantwortungsethiker berücksichtigt die voraussehbaren Folgen seines Han...

Ständige Bedrohung

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat seinem Namen als Scharfmacher alle Ehre gemacht. Armutsflüchtlinge, die sich ohne Berechtigung in Deutschland aufgehalten, will er eiskalt rausschmeißen. Das hat Friedrich gestern auf einem Treffen der EU-Innenminister angekündigt. In Luxemburg haben sich der Bundesminister und seine Kollegen auf neue Asylstandards verständigt. Auf Drängen des ...

ndPlusJürgen Amendt

Ersatzmann

Gideon Joffe, Vorsitzender der Berliner Jüdischen Gemeinde, wird diese künftig als Ersatzmann für Tuvia Schlesinger im Rundfunkrat des rbb vertreten. Die Personalie wäre eigentlich keiner größeren Betrachtung wert, wäre Joffe ein normaler Vorsitzender einer normalen Jüdischen Gemeinde. Dem ist aber nicht so. Gegner haben Joffe immer wieder vorgeworfen, er würde in der Gemeinde mit stalinistisch...

Solidarische Weltordnung?

nd: Die LINKE ruft am Montag zu einer entwicklungspolitischen Konferenz in den Bundestag, um ihre entwicklungspolitischen Leitlinien für die Zukunft zu diskutieren. Was steckt dahinter? Hänsel: Die Zielsetzung ist, von dem engen Begriff der sogenannten Entwicklungspolitik wegzukommen, der eine Nord-Süd-Hierarchie impliziert. Uns geht es darum zu zeigen, dass es gegen den globalisierten Kapita...

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Altmaier soll liefern

Berlin (nd/Agenturen). Beim Suchverfahren nach einem atomaren Endlager ist kein Kompromiss in Sicht. Der Bundesrat verlangte am Freitag in einer Stellungsnahme zum Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) unter anderem eine zeitliche Befristung für die noch ausstehende Zwischenlagerung atomaren Mülls. Vor der Stellungnahme der Länderkammer hatte sich Altmaier noch optim...

Ablasshandel

Berlin (nd-Krüger). Kleine Geschenke für die Freundschaft tauchen im Wahlkampf manchmal an unvermuteten Stellen auf. So bei der Reform des Flensburger Verkehrszentralregisters für Verkehrssünder. Es soll, wie Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verkündet, einfacher und transparenter werden. Weniger Punkte werden vergeben, dafür kann der Führerschein künftig bei acht statt bisher 18 Punkten en...

ndPlusAert van Riel

Bundestagssitzung abgebrochen

Jörn Wunderlich von der Linkspartei fordert, dass sich einige Abgeordnete mehr Gedanken über ihre Anwesenheit im Parlament machen sollen. Am Donnerstagabend hatte er wegen leerer Stuhlreihen im Bundestag interveniert.

Ulf Baumann

Streit wogt um Prozesskosten

Auf der vorletzten Bundesratssitzung vor der Sommerpause haben die Landesregierungen unter SPD- und Grünen-Führung in der Länderkammer eine Reihe von Gesetzesbeschlüssen des Deutschen Bundestags gestoppt.

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ndPlusOlaf Standke

Hacker unter sich

Wenn USA-Präsident Barack Obama an diesem Wochenende erstmals den neuen chinesischen Staatschef Xi Jinping zu Konsultationen empfängt, wird er auch zur Sprache bringen, dass chinesische Hacker gezielt Militär- und Firmennetzwerke in den Vereinigten Staaten ausspähen.

Friedrich schlägt scharfe Töne gegen Migranten an

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat ein rigoroses Vorgehen gegenüber vermeintlichen Wirtschaftsflüchtlinge aus Rumänien und Bulgarien angekündigt. Die Bundesregierung wolle künftig mit Ausweisung und Einreiseverboten reagieren, sagte Friedrich am Freitag.

ndPlusHarald Lachmann

Jede vierte Talsperre Sachsens lief über

Das erneut überflutete sächsische Grimma hätte 2006 eine wenig sehenswerte, wohl aber wirksame Schutzmauer haben können. Viele Einwohner wehrten sich jedoch dagegen. Ein wesentlich teureres Projekt stand erst für 2017 an. Sachsen schätzte die Aufnahmemenge der Talsperren zu hoch.

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Empörung über Tod eines Linksaktivisten

Die tödliche Skinhead-Attacke auf den jungen Antifaschisten Clément Méric in Paris hat in Frankreich Entsetzen und Empörung ausgelöst. Der 18-Jährige war am Donnerstag seiner schweren Verletzung nach Angriff eines Rechtsextremen erlegen.

Jan Keetman

»Erdogan hat nichts verstanden«

Von einer Auslandsreise in die Türkei zurückgekehrt, ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan fest entschlossen, die gegen ihn gerichteten Proteste niederzuschlagen.

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Regen hindert am Uni-Test

Jahrelang bereiten sich Chinas Schüler auf die Uni-Aufnahmeprüfung vor. Nach heftigem Regen durften späte Schüler nicht mehr in die Prüfungsräume. Sind die Regeln zu streng?

Russland bietet Friedenstruppe

Den Einsatz russischer Friedensschützer im Krisengebiet Golan hat Russlands Präsident Wladimir Putin angeboten. »Natürlich gilt das nur für den Fall, dass die regionalen Mächte daran interessiert sind und der UN-Generalsekretär uns darum bittet«, sagte Putin am Freitag.

»Big Brother« Obama

In der Scheidung und im Krieg ist alles erlaubt; auch so ein Anwaltsspruch. Von Trennungsabsichten bei den Obamas hört man nichts, aber tiefer denn je steckt der USA-Präsident im »Krieg gegen den Terror« – und scheint keine Grenzen zu kennen. Der Zweck heiligt offensichtlich alle Mittel.

Aufschwung nur mit allen

Südostasien - ein Markt mit Riesenpotenzial. Doch rosig wird die Zukunft nur, wenn alle am Wachstum teilhaben, unterstreichen Unternehmer und Politiker.

Hannes Hofbauer, Wien

Österreich flieht vom Golan

Ganze zwei Stunden hat die Regierungskoalition in Wien gebraucht, um eine folgenschwere Entscheidung zu treffen: Österreich beendet - nach 39 Jahren - seine Blauhelmmission auf den Golanhöhen.

Irina Wolkowa, Moskau

Aufräumen in Dagestan

Vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi will Russland für Ruhe im Nordkaukasus sorgen. So kommentieren Beobachter bemerkenswerte Vorgänge im unruhigen Dagestan.

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Rüsselsheim verliert den Astra

Rüsselsheim verliert den Astra

Der Autobauer Opel plant seine Produktion neu. Mit der Schließung des Werks in Bochum erhält der Standort Rüsselsheim die Fertigung des Zafira. Der Bau des Astra soll nach Gliwice verlagert werden.

Arbeitskosten steigen in Deutschland

Wiesbaden (dpa/nd). Höhere Gehälter und mehr Krankheitstage haben die Arbeitskosten in Deutschland im ersten Quartal 2013 stark steigen lassen. Das Statistische Bundesamt bezifferte den Anstieg von Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten im Vergleich zum Vorjahresquartal auf zusammen 3,9 Prozent. Das ist der höchste Wert seit der Wirtschaftskrise 2008. Vor allem zusätzliche Krankentage haben die ...

MAN unterstellt sich Volkswagen

Der Lastwagenbauer MAN verabschiedet sich in schwierigen Zeiten nach 255 Jahren aus der Selbstständigkeit. Der traditionsreiche Konzern hat wie die Konkurrenz heftig mit der Krise auf den europäischen Nutzfahrzeugmärkten zu kämpfen. Auch die Maschinenbausparte bekommt die Flaute zu spüren.

ndPlusUlrike Henning

Früh zurückgelassen

Anlässlich des an diesem Wochenende in Berlin stattfindenden Kinder- und Jugendärztetages kritisieren Mediziner die mangelhafte Präventionspolitik der Bundesregierung. Sie haben jetzt ein neues Vorsorgeprogramm entwickelt, das für Barmer GEK-Versicherte bereits gilt.

Marcus Meier

Uran vom Fonds?

Bisher ist der Urananreicherer Urenco zu zwei Dritteln in staatlicher Hand. Nun sollen Anteile des Unternehmen, das ein Drittel des Weltmarktes für den Kernbrennstoff abdeckt, an die Börse gebracht werden. AKW-Gegner und LINKE-Parlamentarier sind entsetzt.

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Uli Schember, SID

Was München bewiesen hat

Die Brose Baskets Bamberg spielen zum vierten Mal nacheinander um den Meistertitel. Zuletzt haben die Franken 2009 eine Play-off-Serie verloren, gegen den diesjährigen Finalgegner EWE Baskets Oldenburg.

ndPlusOliver Händler

Berlin rollt wieder

Am Wochenende ist Berlin wieder fest im Griff der Radsportler. Dann radeln die Jedermänner beim 6. Velothon wieder durch die Stadt und ihr Umland. Das nd-Team ist mit 60 Fahrern und Fahrerinnen dabei. Das Rennen der Profis wird ein Kräftemessen der besten deutschen Sprinter.

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Direkte Demokratie

Mit Volksbegehren und Volksentscheiden können Bürger direkt Gesetze auf den Weg bringen. Das Verfahren ist mehrstufig: Um ein Volksbegehren zu beantragen, sind in Berlin laut Gesetz mindestens 20 000 Unterschriften nötig. Dann beginnt das eigentliche Volksbegehren.

Volle Ladung

Schon vor Ablauf der Frist wird eine hoffnungsvolle Ahnung zu Realität: Das Volksbegehren zur Rekommunalisierung der Stromnetze und Stadtwerke wird die Zielmarke von 200 000 Unterschriften aller Wahrscheinlichkeit nach erreichen. Die Energieversorgung soll nicht länger durch private Großkonzerne organisiert werden.

ndPlusMartin Kröger

Energiebegehren is' watt für Berlin

»Alle Listen zurück!« Unter diesem Motto läutete der Berliner Energietisch gestern die letzten Sammeltage für das Volksbegehren »Neue Energie für Berlin« ein. Mehr als 190 000 Unterschriften kamen bis zum gestrigen Nachmittag zusammen. Ein Erfolg scheint sicher.

Nicolas Šustr

So könnte das Stadtwerk aussehen

Allen Bekundungen des Senats zu einer Rekommunalisierung des Stromnetzes und -erzeugung zum Trotz, fehlt immer noch die breite Diskussion in der Bevölkerung über das Wie. Auch der Senat scheint eine bestenfalls sehr vage Vorstellung davon zu haben.

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Nie wieder Bücher verbrennen

(nd). Am Sonntag und am Montag, jeweils 19 Uhr, lädt das Jüdische Theater Bimah anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennungen von 1933 zu Sonderveranstaltungen »Nie wieder Bücherverbrennungen! in den Berliner Admiralspalast ein. Intendant Dan Lahav hat in die Szenerie seines »Romanischen Cafés« Künstler und Politiker gebeten, die in die inszenierte Lesung eingebunden werden. Sie lesen ...

Neue Sterne für Boulevard der Stars

(dpa). Regisseur Tom Tykwer sowie die Schauspieler Christoph Waltz und Hannelore Elsner bekommen einen Stern auf dem Berliner Boulevard der Stars. Für ihre Leistungen werden in diesem Jahr insgesamt zehn deutschsprachige Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen mit einem Platz auf dem begehbaren Denkmal auf der Potsdamer Straße geehrt. Das gab Alfred Holighaus, Sprecher der fünfköpfigen Jury und...

ndPlusKatharina Dockhorn

Kampf um das Selbstbild

Vier Worte aus der Sprache der Roma. Erst wenn sie perfekt nachgesprochen sind, haben die Besucher den »Talking Circle« von Katalin Bársony und anderen jungen Filmemachern absolviert, der Teil des Programms »Cine-Romani - Enpowering Roma Filmmakers« ist. Bis 30. Juni sind die visuellen Kunstwerke im Centrum Hungaricum in Berlin zu sehen. Außerdem gehören Workshops für die Filmemacher und eine R...

Lucía Tirado

Show ... musste machen

Eine EU-Norm für Musik in der Fußgängerzone - das ist es, was Europa braucht. Familie Hinterbänkler lässt bei einem Casting in Brüssel die Mitgliedsländer antreten und schmeißt einen nach dem anderen raus. Trotzdem wird es Vater Hans (FDP), Sohn Lutz (Pirat mit Hangover-Mandat) und Mutter Elisabeth (CDU), die an ihren Hinterbänkler-Namen noch Neumann anhing, langweilig an ihrem Rückzugsort. Sie...

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Steineputzen

Sie glänzen messingfarben zwischen Gehwegplatten, versehen mit einem Namen, Geburts- und Sterbejahr sowie dem Todesort. Am Freitag wurde in Berlin-Reinickendorf der 5000. Stolperstein der Hauptstadt verlegt. In der Nacht wurden in Friedenau mindestens 55 Steine geschwärzt.

Tierschützer fordern mehr Geld für Tierheime

Bonn (dpa/nd). Die Tierheime in Deutschland leiden unter chronischem Geldmangel. Der praktische Tierschutz drohe in der Fläche zusammenzubrechen, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, am Freitag in Bonn. So werde etwa die Betreuung von gefundenen Tieren, die die Tierheime für die Kommunen übernähmen, in vielen Fällen nicht kostendeckend bezahlt. Nach einer v...

Wowereit soll Terminkalender offenlegen

(dpa/nd). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wurde am gestrigen Freitag erneut im Untersuchungsausschuss zum Hauptstadtflughafen befragt. Nach Befragung kritisierte die Opposition, es sei noch immer nicht klar, ob Wowereit seine Aufgabe als Aufsichtsratschef richtig ausgeübt habe. Die Grünen wollen nun Wowereits Terminkalender der Jahre 2009 bis 2012 einsehen und so erfahren...

Robert Luchs, Mainz

Einzelhandel schlägt Alarm

In den deutschen Innenstädten dominieren die großen Einkaufszentren mit den immer gleichen Geschäften. In Trier und Mainz steht der Neubau zweier »Konsumtempel« auf der Kippe. Zuerst aufgeschlossen, wurden Stadtväter doch skeptisch. Und das hat viel mit einem Investor zu tun.

ndPlusJudith Rakowski

WG für Alte und Arme?

Wie soll die Wohnungsnot in Berlin bekämpft werden: mit Neubau? Bestandssanierung? Und was tun gegen explodierende Mietpreise und die daraus resultierende soziale Entmischung? Mit diesen und anderen Fragen setzte sich am Donnerstagabend eine Diskussionsrunde auseinander.

ndPlusHanna Jochum, epd

Der Traum vom großen Finale

Hartes Training und viel Spaß: In München bereiten sich Obdachlose auf ihre erste Fußball-EM Ende Juni in Bayerns Landeshauptstadt vor. Bei der EM geht es nicht nur um den Wettbewerb. Fußball hat auch einen pädagogischen Wert.

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Die Prignitz vor der Flut

Die Prignitz vor der Flut

Wittenberge und Umgebung rüsten sich für die Elbeflut. An der Wittenberger Ölmühle füllten Freiwillige Sandsäcke, darunter auch Landtagsabgeordnete wie Linksfraktionschef Christian Görke. Andere Genossen halfen in Mühlberg, Herzberg und Cottbus.

Kathrin Zeilmann, dpa

Ein neuer Blick auf Bamberg

Geschichtsbewusstsein trifft Moderne: Vor der Kulisse der Welterbe-Stadt Bamberg sind zeitgenössische Kunstwerke zu sehen. Die Sonderschau »Circles« schafft ungewöhnliche Verbindungen.

ndPlusAndreas Fritsche

Völkerfreundschaft im Infocafé »Der Winkel«

Das Infocafé »Der Winkel« in Bad Belzig ist ein Treffpunkt für Asylbewerber, Einwanderer und Alteingesessene. Inzwischen ist »Der Winkel« in größere und schönere Räume umgezogen. Am Freitag erhielt das »Belziger Forum« im Roten Rathaus in Berlin das Band für Mut und Verständigung.

»Genossenschaften sind auch heute attraktiv«

Der Historiker Holmer Stahncke ist Co-Autor des Buchs »Wohnen bei Genossenschaften«. Stahncke hat sich nicht nur wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt, sondern kann auch aus eigener Anschauung berichten. Mit ihm sprach Volker Stahl über Baugenossenschaften.

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Ulrike Gramann

Wir schicken niemanden zurück

Die Braunschweiger Flüchtlingshilfe e.V. entstand 1983, als sich am Altewiekring noch die »Zast«, die Zentrale Anlaufstelle, befand. Alle Asylsuchenden in Niedersachsen gelangten damals zuerst dorthin. Als sich Flüchtlinge ratsuchend an die Kirchgemeinde wandten, entstand der Verein.

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Eine andere Welt wird sichtbar
ndPlusRobert Maruschke

Eine andere Welt wird sichtbar

Nachbarn kommen zusammen und erheben ihre Stimme gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen. »Community Organizing« heißt das Konzept aus den USA, das auch in anderen Kontinenten praktiziert wird: Bewohner organisieren sich nach Prinzipien von Demokratie und helfen sich gegenseitig.

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Haidy Damm

Berlin entledigt sich seiner Armen Text anzeigen

Über Nacht ist es entstanden und heißt auch so: Gecekondu. Das türkische Wort bezieht sich auf altes osmanisches Recht und bedeutet, wer über Nacht ein Haus errichtet, darf bleiben. Zunächst bauten die Mieter am Kottbusser Tor in Kreuzberg allerdings nur einen Bretterverschlag und Zelte auf, dann zum Winter folgte ein Container und jetzt steht zwischen der U-Bahn und den Hochhäusern ein kleines...

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Bevölkerung
ndPlusBernd Zeller

Bevölkerung

Über die Ergebnisse der Volkszählung wundern sich anderthalb Millionen Einwohner weniger, als man geschätzt hätte, denn sie sind nicht da. Man war jahrelang von einer viel zu hohen Dunkelziffer an Volksmitgliedern ausgegangen. Dabei sind viele von den Leuten immer wieder dieselben Personen. Die Korrektur der Bevölkerung hat nicht nur weitreichende Folgen, sondern auch kurzgreifende. Die P...

Ein Leben im Jahrhundertspiegel

Er wurde als Sohn eines jüdischen Industriellen in Ungarn geboren und erlebte hier auch den Zusammenbruch der Habsburger Monarchie. Anschließend siedelte er mit seinen Eltern nach Wien über und nahm ein Ingenieurstudium auf. Nebenher besuchte er Vorlesungen über Philosophie, Naturwissenschaften und Literatur. Noch als Student trat er der jüdisch-akademischen Verbindung »Unitas« bei und be...

ndPlusSilvia Ottow

Was nimmst Du?

Wenn die Großmutter meiner Sandkastengefährtin nicht mehr weiter wusste, drohte sie meiner Freundin und deren gesamter Familie damit, sich umzubringen. Entweder ging sie mit einem alten Beil in den Wald oder sie stieg mit einer Wäscheleine auf den Hausboden. Meine Freundin wusste dann, dass traurige Tage ihren Anfang nahmen. Die Großmutter setzte ihre schreckliche Ankündigung zwar niemals in di...

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Axel Berger

Mit Keynes gegen die Arbeiter

An seine Stelle des Marxismus sind in Europa Ideen von John Maynard Keynes getreten. Das britische Nachkriegskabinett Clement Attlees gilt als progressivste linkskeynesianische Regierung - tiefgreifende Veränderungen zu Gunsten der Lohnabhängigen hat es allerdings nicht gebracht.

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Detlef zum Winkel

Zu 80 Prozent militärisch bestimmt

Die Ursprünge des iranischen Nuklearprogramms reichen vier Jahrzehnte zurück. 1974 schloss das Schahregime einen Vertrag mit Siemens ab, der zunächst den Bau zweier Atomreaktoren in Buschehr vorsah und später erweitert werden sollte. Der Schah wollte die Atombombe.

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WOCHEN-CHRONIK

7. Juni 1973: Als erster bundesdeutscher Kanzler trifft Willy Brandt zu einem offiziellen Besuch in Israel ein. 11. Juni 1943: SS-Reichsführer Heinrich Himmler befiehlt die Liquidierung aller jüdischen Ghettos im besetzten Polen und den okkupierten Gebieten der Sowjetunion. 13. Juni 1878: Die europäischen Großmächte eröffnen den Berliner Kongress, der unter preußischer Vermittlung z...

ndPlusRalf Höller

Adam Smith

Als er seine akademische Karriere begann, war die Nationalökonomie noch kein eigenständiges Fach. Seine erste Vorlesung hielt der am 5. Juni 1723 in Kirkcaldy geborene Schotte in Logik. Später übernahm er in Glasgow den Lehrstuhl für Moralphilosophie. Seinen Ruhm wie auch den der Ökonomie als Wissenschaft begründete Adam Smith mit seinem 1776 erschienene Hauptwerk »Wohlstand der Nationen« - ein...

Jörg Roesler

Kein Wenn und Aber

Zwei Monate lang, von Ende März bis Ende Mai, war in Bernau bei Berlin von einer kleinen Gruppe von Experten ein ökonomisches Reformprogramm entworfen worden, das bis 1970 das Wirtschaftsleben in der DDR bestimmen sollte, dann demontiert wurde und in Vergessenheit geriet.

ndPlusPeter Fisch

»Ohne Terror ist die Tugend machtlos«

Im Frühjahr 1793 zeichnete sich eine tiefgreifende Staatskrise in der unter der Vorherrschaft der Gironde, Interessenvertreter des Handels- und Industriebürgertums, stehenden französischen Republik ab: In der Vendée weitete sich der konterrevolutionäre Aufstand aus.

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Zwei Professoren

Der schwedische Geiger Ulf Wallin und der US-amerikanische Musikwissenschaftler Jon Finson erhalten an diesem Samstag den Robert-Schumann-Preis 2013 der Stadt Zwickau. Die Verleihung des insgesamt mit 10 000 Euro dotierten Preises ist ein Höhepunkt des diesjährigen Schumannfestes. Noch bis zum 23. Juni erwarten den Besucher unter dem Motto »Schumann und Wagner« fast 20 Veranstaltungen. De...

Bisher ohne große Schäden

Die Dresdner Kultureinrichtungen haben das Hochwasser bislang ohne große Schäden überstanden. »Wir sind unendlich glücklich, dass uns eine Wiederholung der Katastrophe von 2002 erspart bleibt«, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, am Freitag in der sächsischen Landeshauptstadt. Sowohl durch technische Sicherungsmaßnahmen als auch durch das Zusammen...

ndPlusChristina Matte

Kaum Konsens

Er liegt vor, der Teil zwei der sich über fünfzehn Jahre erstreckenden Korrespondenz des ehemaligen Staatsanwalts Ost und des Politiklehrers West. Hans Christange aus Cottbus in Brandenburg und Klaus Stenzel aus Speyer in Rheinland-Pfalz. Das Zusammenwachsen wird mühsam bleiben.

Hans-Dieter Schütt

Wie spricht man von Liebe - ohne Betonung?

Dieses Buch erschlägt. Und immer trifft es einen Richtigen. Mit seiner Kraft schlägt es zu, schlägt die Lauen in die Flucht, schlägt die Trunkenen in Bann. Schlägt Hände aus oder schlägt ein, wo eine unstillbare Sehnsucht ihre Flügel herreicht. Es schlägt aber nichts vor.

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Thomas Blum

Doppelplusgut

Lenorgewissen und HB-Männchen: Charaktere der Populärkultur, die heute so vergessen sind wie der Dodo oder das Programm der SPD aus der Zeit vor dem Godesberger Parteitag. Früher repräsentierten sie die westdeutsche Fernseh- und Plakatreklame. Ein Psychogramm der Deutschen.

ndPlusRalf Hutter

Kommerz gegen die Maschine

Es war eine Sensation. Schon mit ihrem Debütalbum setzten Rage Against The Machine (RATM) 1992 Maßstäbe. Sie gehörten zu den Pionieren der Verknüpfung von verzerrten E-Gitarren und Hip-Hop, einem Genre, das in der Folge als »Crossover« und »Nu Metal« firmierte.

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OUT of SPACE: Hund beißt Mann

Eine wichtige Regel fürs Nachrichtengeschäft der Medien lautet: Je ungewöhnlicher eine Meldung ist, desto größer ist ihr Nachrichtenwert. Recht gut lässt sich dies mit der Zeile »Mann beißt Hund« veranschaulichen. Die Alltäglichkeit (»Hund beißt Mann«) ist keine einzige Zeile wert. Getreu dieser Regel vermeldeten vor einigen Tagen viele Medien das Ergebnis einer Studie, der zufolge immer mehr M...

Journalistisches Profil

Journalistisches Profil

Das Medium Zeitung leidet an Gesichtslosigkeit, nur schwerlich lässt sich dem gedruckten Wort noch ein Profil geben. Das suchen die Zeitungsmacher zunehmend im Internet. Kai Diekmann, Chefredakteur der »Bild«-Zeitung ist dieser Tage aus Silicon Valley zurückgekehrt.

Jan Freitag

Am Ende des Defilees

Umbruchzeitbetroffene versüßen sich Umbruchzeiten oft auf drei Arten: Durch Ignorieren des Schlechten unter Hervorhebung des Guten, durch Betonen des Schlechteren unter Hervorhebung früherer Umbruchzeiten (davor war’s ja noch schlimmer). Oder durch beides.

BLOGwoche: Inszenierung und Wahrheit

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) weilte unlängst in Kalifornien. Offiziell begleiteten den Minister Vertreter von sogenannten Startup-Unternehmen, also von Firmen aus der IT-Branche. Die Plätze waren begehrt, auf einen freien Platz kamen nach Auskunft des Bundesverbandes Deutscher Startups (BVDS) mehr als fünf Bewerber. Zur Delegation von Rösler gehörte aber auch Dietrich von Klae...

ndPlusBirgit Huonker

Die schwarzen Kanäle

Was bedeutet Meinungsvielfalt in Theorie und Praxis? Wenn die Opposition zusammenschrumpft auf SPD und Grünen, wenn von Statements der Linkspartei weit und breit kaum etwas zu sehen ist? Obwohl gerade sie es ist, die sich oft vom Meinungs-Einheitsbrei abhebt.

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Strahlende Flugroute

Strahlende Flugroute

Der Marsrover »Curiosity« soll vor allem Spuren von Wasser und (früherem) Leben auf dem roten Planeten aufspüren. Ein von Wissenschaftlern der Uni Kiel entwickeltes Messgerät an Bord allerdings lieferte bereits auf dem 253 Tage währenden Flug dorthin interessante Daten.

Winzerlehre bei Etruskern

Washington (dpa/nd). Nicht erst die Römer, sondern vermutlich bereits die Etrusker brachten den Franzosen die Weinherstellung bei. Zunächst exportierten sie ihren Wein in das Gebiet des heutigen Frankreich. Spätestens 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung begann man dann dort, selbst Wein anzubauen und zu keltern, wie ein französisch-amerikanisches Forscherteam in den »Proceedings« der Nationalen ...

Fettsenker gegen Grippe
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Fettsenker gegen Grippe

In China sind an der Vogelgrippe mit dem H7N9-Erreger nach offiziellen Angaben bisher zehn Menschen gestorben. Die Zahl der neuen Fälle geht zurück. Zum einen hat China aus der SARS-Pandemie 2002 gelernt und zum anderen scheint das Grippevirus keine Sommerhitze zu vertragen.

ndPlusMartin Koch

Evolution als angewandte Biomechanik

Ob ein Tier schwimmen, klettern, tauchen, sprinten oder fliegen kann, hängt entscheidend von seinem Körperbau ab. In der Regel taugt er für die Ausführung gleich mehrerer Bewegungsarten. Manchmal gelingt perfekte Beherrschung nur dadurch, dass eine andere Form der Fortbewegung eingeschränkt wird.

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ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Intuition

Das erste der sechs Turniere des FIDE-Grand-Prix der Frauen hat der Schachwelt eine neue Großmeisterin beschert. Die 25-jährige Georgierin Bela Khotenashvili schaffte eine Performance von 2681 ELO-Punkten. Gleichzeitig gewann sie das Turnier mit acht von elf möglichen Punkten. Khotenashvili spielte ehrgeizig und achtete auf ihre Intuition. Auf diese Art und Weise schlug sie in der 10. Runde die...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

Monika Salz

Robin und Rabenhorst

Prinzessinnen aus verschlossenen Türmen retten und vor dunklen Zauberern beschützen ist ein prima Zeitvertreib. In »Der verzauberte Turm« können zwei bis vier kleine Spieler versuchen, die im Turm eingeschlossene Prinzessin zu erreichen. Dabei bilden sich zwei Teams. Das eine um den tapferen Robin, das andere um den dunklen Zauberer Rabenhorst. Letzterer ist es auch, der zu Spielbeginn he...

Alarmsekret ruft zur Massenversammlung
ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Alarmsekret ruft zur Massenversammlung

Die Feuerwanze dürfte die bekannteste der etwa 800 mitteleuropäischen Wanzenarten sein. Sie gehört zu den schönsten und tritt zeit- und stellenweise wie keine andere Wanze in ungeheurer Masse auf, vor allem an Stämmen von Linden.

Hans-Ullrich Keller

Merkur und Venus liefern sich Wettrennen

Mit Einbruch der nun spät einsetzenden Abenddämmerung leuchtet im Juni tief am Nordwesthimmel ein heller Lichtpunkt auf. Es ist die Venus, die ihre Rolle als Abendstern spielt. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Firmament. Man sieht sie entweder abends im Westen als Abendstern oder am Osthimmel vor Sonnenaufgang als »Morgenstern«. Noch bevor es richtig dunkel wird, h...

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ndPlusHeidi Diehl

Kinderuni auf Juist

Nur die Feuerwehr und der Arzt fahren auf der Nordseeinsel Juist Auto, ansonsten bewegt man sich und alles, was zu transportieren ist zu Fuß, per Fahrrad oder mit der Kutsche. Dadurch werden die CO2-Emmissionen gering gehalten, was sehr dazu beiträgt, dass Juist eine klimaneutrale Insel wird. Die Juister haben sich vorgenommen, den CO2-Ausstoß von jährlich 19 500 Tonnen auf Null zu reduzieren. ...

ndPlusAndreas Steidel

Gestatten, Mephisto, Ausgeburt des Teufels!

In Staufen im Breisgau kann man sich von Mephisto durch die Stadt führen lassen. Sein geistiger Vater, Doktor Faustus, soll sich dort einst in die Luft gejagt haben. Die Mephisto-Tour gehört zu den Klassikern der Kostümführung. Seit 2002 wirft sich Rainer G. Mannich dort in Schale.

Seite 31
Anja Reinbothe

Am besten schmeckt, was vor der Haustür wächst

Um uns herum blökt es in unterschiedlichen Tonlagen. Wir stehen inmitten von über Hundert Schafen im Stall der Familie Volquardsen nahe Tetenbüll an der Nordsee. Große und kleine Tiere, weiße und schwarze reiben sich die schmalen Köpfe an unseren Hosenbeinen.

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ndPlusFabian Lambeck

Sudan in Farbe

Als der berühmte Zoologe Alfred Brehm in der Mitte des 19. Jahrhunderts den Sudan bereiste, galt das Land als Sinnbild des mysteriösen, wilden Afrikas. Der junge Brehm zeigte sich begeistert von der Gastfreundschaft der Nubier und Araber, geißelte aber den Sklavenhandel.