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Unten links

Was wir gestern an dieser Stelle einigermaßen kompliziert dargestellt haben, presste »wallstreet:online« in einen klaren Satz: »Bullishe Szenarien für den DAX zu zeichnen fällt vor dem Hintergrund des bearishen Verlaufs am Dienstag nach dem passablen Start am Montag für den DAX schwer, es scheint sich, wie bereits im DAX Talk des deutschen DailyFX-Forums thematisiert, um einen klassischen Windb...

Auf Sendung

Stecker raus und Tür zu - so einfach ist es nicht. Mag die Regierung in Athen auch die Frequenzen abgeschaltet haben, bleibt der griechische staatliche Radio- und Fernsehsender ERT doch auf Sendung. Die erschreckende Botschaft von Willkür verbreitet sich längst weltweit.

Schotten dicht im Schengen-Raum

Die sogenannten Schengen-Staaten können von Ende 2014 an in »Notfällen« wieder ihre nationalen Grenzen bis zu zwei Jahre lang schließen. Das Europaparlament billigte damit am Mittwoch in Straßburg mit deutlicher Mehrheit einen zuvor mit dem EU-Ministerrat ausgehandelten Kompromiss.

Jörg Meyer

Sozialwohnungen verschwinden

Auslaufende Mietpreisbindung und mangelnder sozialer Wohnungsneubau lassen die Schere zwischen angebotenen Sozialwohnungen und potenziell anspruchsberechtigten Haushalten immer weiter auseinanderklaffen. Im Jahr 2011 gingen erneut rund 57 000 Wohnungen verloren.

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Jan Keetman

Der Premier und die Topfschläger

Erst das Dialogangebot der türkischen Regierung, dann Knüppelgarden. Ist das ein Ausdruck perfider Strategie der türkischen Regierung oder zunehmender Kopflosigkeit? Noch am Montag setzte die Regierung auf Entspannung, so schien es zumindest.

Fabian Köhler, Istanbul

Sturm überm Gezi-Park

Ein zerstörtes Camp und verstörte Demonstranten - das ist die Bilanz des mitternächtlichen Polizeieinsatzes im Istanbuler Gezi-Park.

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1968 auf Türkisch

Serhat Karakayali wurde 1971 in Duisburg geboren. Er war Mitarbeiter im Forschungsprojekt »Transit Migration«, lehrte zuletzt an der Universität Halle-Wittenberg und ist nun Gastwissenschaftler an der Uni Hamburg. Mit ihm sprach Jürgen Amendt.

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Sprit sparen auf dem Papier

Bei Versprechungen ist die Bundesregierung ganz groß. Das gilt nicht nur für die nicht finanzierbaren Wohltaten für die konservative Wählerklientel, mehr noch trifft es leider in der Umweltpolitik zu. Neuestes Beispiel ist die vom Bundeskabinett verabschiedete »Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie«. Das Programm - verbrauchsärmere Autos, mehr Elektrofahrzeuge, etwas Kraftstoff aus Biomasse - ist...

Schlamm vergangener Zeiten

Eine vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission hat hierzulande bei einem erschreckend hohen Anteil von rund 20 Prozent der Bürger offenen und latenten Antisemitismus konstatiert. Er reicht bis in die sogenannte Mitte der Gesellschaft. »Für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft ist dieser Umstand nicht hinnehmbar und muss weiterhin entschlossen bekämpft werden«, lautet daher ein Kern...

Licht auf die Dunkelziffer

Die EU-Kommission beziffert sie auf eine Billion Euro - die Summe, die den Mitgliedsländern mittels Steuerhinterziehung jährlich durch die Lappen geht. Und das in Zeiten knapper Staatskassen. Es kursieren aber auch völlig andere Zahlen, niedrigere und höhere. Das Problem: Mehr als grob geschätzte Dunkelziffern kann niemand vorlegen. Wer Abhilfe schaffen will, muss also zuerst Licht ins Dunkel b...

Martin Kröger

Feuerlöscher

Es gibt dieses Foto aus den Anfangstagen der Berliner Piratenfraktion - jener bunten, unverbrauchten Gruppe, die als Erste im Herbst 2011 in einem Landesparlament »zum Ändern« klarmachen wollte. Auf dem Gruppenbild strahlen unten rechts zwei Männer mit Schiebermützen in die Kamera: Alexander Spies und Oliver Höfinghoff. Die beiden Mützenträger von damals haben seit Dienstagabend nun auch in der...

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Kabinett bringt Gleichstellung auf den Weg

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine Gesetzesänderung zur steuerlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften auf den Weg gebracht. Die Regierung reagiert damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Ungleichbehandlung der Homo-Ehe im Steuerrecht als verfassungswidrig eingestuft hat.

ndPlusJohannes Hartl, München

Fehler wurden gemacht - von anderen

Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags nahmen der damalige Innenminister Günther Beckstein und der jetzige Innenminister Joachim Herrmann die bayerischen Behörden in Schutz. Der Grundtenor: Fehler seien gemacht worden - aber woanders.

Neue Schlaglichter auf die Verbrechen des NSU

Von René HeiligBeim sogenannten NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München haben Aussagen eines Angeklagten zusätzliche Fragen aufgeworfen. Die Darstellungen werfen auch ein Schlaglicht auf den »Ermittlungseifer« der Sicherheitsbehörden.

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Energiekosten gerecht verteilen

»Maßnahmen zur Energieeffizienz dürfen nicht dazu führen, dass Mieterinnen und Mieter aus ihren Wohnungen heraussaniert werden.« Diesen Konsens formulierte gestern in Berlin der Exekutivdirektor des Potsdamer Instituts IASS, Klaus Töpfer.

Mit neun Themen in den Wahlkampf

Berlin (Agenturen/nd). Die Mitglieder der Grünen haben neun Schlüsselprojekte für die Bundestagswahl im Herbst bestimmt. Die Ökopartei will demnach in erster Linie für folgende Pläne eintreten: einen kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien, ein Ende der Massentierhaltung, Wohlstand ohne immer mehr Wirtschaftswachstum, einen allgemeinen Mindestlohn, eine Bürgerversicherung bei Gesundheit, ei...

Simon Poelchau

»Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum«

Die Mieten steigen, und Wohnraum wird knapp. Dies ist die Folge einer langjährigen Wohnungsbaupolitik, die die Interessen der Mieter völlig vernachlässigt. Schwarz-Gelb liefert demnach für Wahlkampfaussagen der Opposition im Wahlkampf 2013 gute Vorlagen.

ndPlusClaus Dümde

Deichbrüche und Billionenfluten

Zwei Tage lang befasste sich das höchste deutsche Gericht mit den Rettungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank. Ob Karlsruhe dem Billionenpoker Grenzen setzt, ist noch unklar. Mit einem Urteil wird erst im Herbst gerechnet.

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ndPlusFilippos Sacharis, Athen

»Die Pressefreiheit ist in Gefahr«

Die Vorstände der Journalistenverbände warnten gestern, dass die Meinungs- und Pressefreiheit in Griechenland in eine Sackgasse geführt wird. Viele Journalisten sprachen schon von einer neuen »Junta«. »Die Pressefreiheit ist in Gefahr.« warnt Themis Beredimas.

Harald Neuber

Senderschließung stößt auf Kritik

Die Schließung von ERT provoziert harsche Kritik von allen Seiten. Wird Präsident Papoulias das umstrittene Dekret unterzeichnen?

Anke Stefan, Athen

Keine Funkstille in Athen

Im Handstreich ging die griechische Regierung mitten in der Nacht gegen ihre eigene Fernseh- und Rundfunkstation vor. Ein staatliches TV- und Radioprogramm nach dem anderen wurde gestern in Griechenland abgeschaltet. Nach dem ersten Entsetzen formiert sich breiter Widerstand.

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Stern überm Schloss

Man soll ja nicht unken, aber so viel kann man wohl sagen: Der Flughafen bekommt Konkurrenz. Denn die Großbaustelle, die sich jetzt in der Mitte der Stadt ausbreitet, weist viele Parallelen auf zu dem Pannenprojekt am Rande Berlins. Sie ist genauso umstritten, hat bereits mehrere Terminverschiebungen hinter sich...

Erste Insassen im Heidering

(dpa/nd). Im neuen Berliner Männergefängnis Heidering nahe dem brandenburgischen Großbeeren sitzen seit Mittwoch die ersten Strafgefangenen. Die zwölf Neuankömmlinge wurden aus anderen Gefängnissen der Hauptstadt in die Vollzugsanstalt auf einem Berliner Grundstück im Nachbarland verlegt, wie die Senatsverwaltung für Justiz mitteilte. Der Betrieb in Heidering hatte sich zuletzt wegen technische...

ndPlusMartin Kröger und Sarah Liebigt

Sarrazin moderiert AfD und Co.

Unter dem Motto »Der Euro gerettet - Deutschland ruiniert« lädt der alteingesessene Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) am kommenden 18. Juni zu einer Podiumsdiskussion. Debattieren soll u.a. der Afd-Vorsitzende Bernd Lucke. Moderieren wird Thilo Sarrazin (SPD).

Kaiserwetter und Trauerzug
Bernd Kammer

Kaiserwetter und Trauerzug

Das Wetter passte und das Wortspiel lag nahe: »Kaiserwetter«, konnte es sich Hermann Parzinger gestern bei der Grundsteinlegung für das »Berliner Schloss - Humboldtforum«, wie der Bau offiziell heißt, nicht verkneifen. Wowereit will die Idee des Humboldt-Forums weiter verbreiten.

Gericht berät über Flugrouten

Am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg haben sich Anwohner und Bundesbehörde eine zweitägige Debatte um die umstrittene Flugroute über den Müggelsee geliefert. Beide Seiten beharrten auch am Mittwoch auf ihren Standpunkten. Die Anwohner halten die Route für rechtswidrig.

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ndPlusKatja Kollmann

Tanz im Quadrat

»Sieht man eine Frau und einen Mann vor dem Standesbeamten, sollte man sich fragen, wer von beiden der Mörder sein wird.« Genüsslich zitiert Lisa aus dem Krimi-Oeuvre ihres Mannes. Gilles verschanzt sich scheinbar eingeschüchtert hinter dem Schreibtisch. Der französische Erfolgsautor Eric-Emmanuel Schmidt lässt in seiner Tragikkomödie »Kleine Eheverbrechen« ein lang verheiratetes Ehepaar wechse...

Hans-Dieter Schütt

Das »wilde Tier«

Katharina Thalbach. In Ihrem Spiel trifft die Gelsomina des Clowns Fellini auf die Achse Besson-Brecht, Lust trifft auf List, Leidfähigkeit auf Lachnerv. Weibs-Pumuckl, der bei Shakespeare Puck heißt. Schon das junge zarte schöne Grinsen hatte bei der Thalbach was vom Fach der Ko(s)mischen Alten. Kosmisch ist, wenn man am Erdenleben frech die Finsternisse liebt - wie sie dauerhaft Lichtmasken w...

Gunnar Decker

Der Schein trügt

Um Ursula Werner, Jahrzehnte eine feste Größe am Berliner Gorki-Theater, sehen zu können, muss man derzeit nach München an die Kammerspiele fahren. Das ist für die Münchener schön, für die Berliner schade. Vor allem ist es kein Ruhmesblatt für die Gorki-Intendanz.

ndPlusThomas Blum

Mehr Betongold, weniger Kunstblech!

Kunst macht Arbeit und hinterlässt im Prozess ihrer Herstellung nicht selten Schmutzflecken. Und wenn sie schließlich fertig ist, steht sie ohne erkennbare Funktion in der Gegend herum: z.B. Georg Baselitz‘ lustige Quatschgemälde im Bundestag oder die Siegessäule. So ähnlich ist es auch mit den Kunsterzeugern: Derzeit sitzen sie noch wie der Hausschwamm im Gebäude der einstigen Akademie der Wis...

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CSU-Politiker drohen Rentnerin

München (dpa/nd). Zwei Augsburger CSU-Politiker haben einer 68 Jahre alten Rentnerin wegen eines missliebigen Leserbriefs mit juristischen Schritten gedroht - und damit den Zorn von Parteichef Horst Seehofer auf sich gezogen. »Beinahe täglich rede ich von Dialog, Transparenz, auf die Bürger zugehen«, klagte Seehofer am Mittwoch - »und dann schlägt wieder irgendwo der Blitz ein. Mir gefällt das ...

Ermittlungen gegen Personalräte?

Erfurt (dpa/nd). Die Linkspartei will interne Ermittlungen gegen Polizeibeamte in Thüringen in einer Aktuellen Stunde im Landtag thematisieren. Es müsse dabei der Verdacht ausgeräumt werden, dass vor allem Personalräte besonders intensiven Ermittlungen ausgesetzt seien, sagte Fraktionsvize Martina Renner am Mittwoch. Das jetzt eingestellte 18-monatige Ermittlungsverfahren gegen einen Saalfelder...

ndPlusAriane Mann

Melnitsa, Karat und Sabantui

Wenn im Lichtenberger Stadtteil Karlshorst Düfte von Currywurst und Schaschlik sich mischen, Bier und Kwas ausgeschenkt werden oder Klänge russischer Folklore und deutscher Rockmusik weithin hörbar sind - dann ist wieder die Zeit der Deutsch-Russischen Festtage.

ndPlusHarald Lachmann

Landratspisten für Luftgaukler

Die Eröffnung des offenbar kaum benötigten Regionalairports Kassel-Calden zeigt erneut: Deutschland hat zu viele Flughäfen. Die zumeist steuerfinanzierten Rollbahnen zerstören sich oft gegenseitig das Geschäft und alimentieren zugleich ausländische Billigairlines.

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Mücken kommen

Dresden (dpa/nd). Nach der Flut droht Sachsen eine neue Plage: Stechmücken. Da die Überschwemmungen nur langsam zurückgingen, könne es in betroffenen Gebieten zu einer starken Vermehrung von Mücken kommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Heimische Stechmücken übertrügen in der Regel zwar keine gefährlichen Infektionskrankheiten. Ihre Stiche seien aber unangenehm und könnten zu lokalen En...

Akten vernichtet

Gera (dpa/nd). Das Hochwasser in Gera hat auch Thüringens größtes Finanzamt getroffen und etliche Akten zerstört. Betroffen seien rund 100 laufende Meter, erklärte der Sprecher des Finanzministeriums, Alexander Flachs. Schuld sei Wasser, das aus der Kanalisation in den Keller des Gebäudes gedrückt wurde. Doch seien die betreffenden Daten nicht gänzlich verloren, weil die Akten auch als Kopie od...

Debatte abgelehnt

Berlin (nd). Nach Angaben der Linkspartei hat die schwarz-gelbe Koalion am Mittwoch abgelehnt, »in dieser Sitzungswoche über die Folgen des Hochwassers in einer Vereinbarten Debatte zu debattieren«, so Dagmar Enkelmann Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion. Deshalb werde die LINKE ihren Antrag zur Schaffung eines Hochwasserfonds in Höhe von zehn Milliarden Euro heute zusätzlich a...

ndPlusWilfried Neiße

Lockmittel für Absolventen

Um dem ungebremsten Wegzug von Hochschulabsolventen aus Brandenburg etwas entgegenzusetzen, wird nun eine bezahlte Abschlussphase in einem Unternehmen angeboten. Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) verspricht sich davon eine stärkere Bindung junger Akademiker an einheimische Betriebe. Philipp Schmadtke ist dabei, sein Studium an der Fachhochschule in Brandenburg/Havel mit einer Masterarbe...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Mit Sicherheit allein gelassen

Wie schon 2002 sind viele Opfer des Hochwassers nicht ausreichend abgesichert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt daher der Politik eine Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen vor, ähnlich, wie es die LINKE am Dienstag vorgeschlagen hat.

Ein Kollektiv von Deichgrafen

Anita Tack (LINKE) ist seit November 2009 brandenburgische Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Von Beruf ist sie Diplomingenieurin für Städtebau und Regionalplanung. Über die Auswirkungen des Hochwassers sprach mit ihr Andreas Fritsche.

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Weniger Geld für die Kultur

Sachsen-Anhalt will den Theatern und Orchestern ab 2014 jährlich rund sieben Millionen Euro streichen. Der Landeszuschuss solle von derzeit 36 auf 29 Millionen Euro sinken, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Mittwoch in Magdeburg. Besonders hart wird es die Theater in Halle, Dessau-Roßlau und Eisleben treffen. In Halle soll der Landeszuschuss von 11,9 auf 9,05 Millionen Euro sinken...

Bulle aus Buxtehude

Der US-Autor John Green erhält in diesem Jahr den Jugendbuchpreis »Buxtehuder Bulle«. Damit zeichnet die Jury seinen Roman »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« aus, der seit Monaten auch auf den Bestsellerlisten für Erwachsenenliteratur steht. Ob der 35-Jährige sich über die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung freut, war zunächst unbekannt. »Wir haben ihn noch nicht erreicht«, sagte Kerstin ...

Das große Trauma

Am 17. Juni wird im Rahmen der »Münzenberg-Lektionen« im nd-Gebäude das Stück »DAS ENDE DER SED - Die letzten Tage des Zentralkomitees« aufgeführt. Warum es seit über einem Jahr Säle füllt, das wollte nd-Redakteurin Karlen Vesper vom Buch-Autor Hans-Hermann Hertle wissen.

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Sergi López

Der katalanische Schauspieler, geboren am 22. Dezember 1965 nahe Barcelona, hat nach Schauspielunterricht und Bühnenauftritten 1992 sein Filmdebüt als Verliebter in »Antonios Freundin« gegeben. Mit dem französischen Regisseur, Manuel Poirier, hat er weitere Filme gedreht, darunter »Western«, der 1997 in Cannes den Preis der Jury erhielt. López ist ein sympathischer Typ, dem seine Partner in »Ha...

ndPlusCaroline M. Buck

Sex für die Umwelt

Die Webseite dieser Organisation, die auszog, die Welt zu verbessern, sieht aus, als habe ein Comiczeichner sich mal so richtig ausgetobt und dabei neben viel offensichtlicher Waldsymbolik auch ein paar Blätter seiner Lieblingsmagazine mit deutlich weniger jugendfreien Themen als Vorlage verwendet. Nackte Menschen in eindeutigen Posen, die auf Wurzelwerk ihren Spaß haben: »Fuck for Forest« (FFF...

Tobias Riegel

American Angst

Wie diszipliniert man die Bevölkerung, wenn die realen äußeren Feinde fehlen? Die Administrationen der USA haben sich darüber seit 1945 den Kopf zerbrochen und verschiedene Ersatzkriege als Bedrohungsquellen ausgerufen. Der »Kalte« wurde gewonnen.

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JFK in Berlin

Zwei junge dynamische Hoffnungsträger und ein konservativer Greis, der sich am Amt festkrallt - und doch noch in jenem Jahr 1963 seinen Sessel räumen muss. »Seit der mächtigste Mann der Welt sich zu einem Bürger der Stadt erklärt hat, hat es keine ernste Krise mehr für sie gegeben«, erinnert sich Egon Bahr in dem die 50 Jahre alten Fotos des einstigen »Quick«-Reporters Ulrich Mack bündelnden Ba...

Unrechtsstaat?

Der Terminus »Unrechtsstaat« ist unter Historikern und Juristen gleichermaßen umstritten. Eine wissenschaftlich haltbare Definition des Begriffs gebe es weder in der Rechtswissenschaft noch in den Sozial- und Geisteswissenschaften, urteilte der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages im März 2009. Dennoch wird in politischen Diskussionen oft das Gegensatzpaar »Rechtsstaat − Unr...

Christoph Nitz

Nähe, aber nicht zu nah

Mit seiner Ostpolitik des »Wandels durch Annäherung« bereitete er den Boden für die Vereinigung 1990. Er verkörperte das andere Deutschland. Sein antifaschistischer Widerstand brachte Täter wie Mitläufer des Hitlerregimes sowie Kalte Krieger auf die Palme. Franz Josef Strauß wetterte 1961: »Eines wird man Herrn Brandt fragen dürfen: Was haben Sie zwölf Jahre lang draußen gemacht? Wir wissen, wa...

ndPlusJörn Schütrumpf

Ausbruch aus der Kommunalka

Man schrieb das Jahr 1950: Nach der erzwungenen Beichte vor Walter Ulbricht wartete Kurt W. Leucht, Stadtbaurat in Dresdens, auf sein Urteil. Ulbricht, zu Hermann Matern gewandt, hob den Daumen: »Das sind die Leute, die wir brauchen.« Von Stund an war Leucht Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Aufbau, verantwortlich für die großzügige Wiedererrichtung aller in Trümmern liegenden Städte der...

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Werner Jung

Sicherheit nirgends

Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen: Und dies in einer holländischen Familie, die in wohlhabenden, gesicherten Verhältnissen existierte. Anna Enquist, selbst Psychoanalytikerin führt in dieses Milieu. Drik ist nach dem frühen Krebstod seiner Frau dabei, Boden unter den Füßen zu gewinnen. Unterstützt durch seine Schwester Suzan und ihren Mann Peter nimmt er seine Arbeit als Psychiater wieder...

ndPlusUwe Stolzmann

Ein Fuß mit rotlackierten Nägeln

Ist dies ein Thesenroman, eine Streitschrift, ein Märchen? Das Buch hat von allem etwas. Gioconda Belli, geboren 1948 in Nicaragua, war ab den Siebzigern eine Ikone der rebellischen Sandinisten. »Befreiung« hieß für sie immer auch »Befreiung der Frau«, Befreiung der weiblichen Sexualität. Hier bündelt sie ihre Visionen. Ort des Geschehens ist das Phantasieland Faguas, klein, mit Meer und ...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Fürsorgliche Geister

Vom Buchumschlag schaut uns eine freundliche junge Frau an - verschmitzt. Wie alt sie ist? Es wird uns nicht verraten. Wie hat sie sich diese wild-phantastischen Geschichten ausdenken können? Ist sie gesegnet mit Traumbildern, die sie morgens nur noch aufzuschreiben und etwas auszuschmücken braucht? Wenn man Lucy Wood fragen würde, wäre womöglich von Märchen die Rede, die früh auf sie Ein...

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Brüssel will Einblicke in Vermögen

Europas Finanzämter sollen nach dem Willen der EU-Kommission vollen Einblick in die Vermögen von EU-Bürgern im Ausland erhalten. EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta legte am Mittwoch in Brüssel einen Richtlinienentwurf vor zum automatischen Austausch von Steuerdaten.

Kurt Stenger

Hotspot für Konzernprofit

Vodafone Deutschland kürzt gerade bei den Beschäftigten. Gleichzeitig will der Konzern an anderer Stelle einige Milliarden Euro für einen Unternehmenskauf locker machen. Kabel Deutschland hat es nicht eilig. Die Aktie legte binnen eines Jahres um über 80 Prozent zu.

Robert D. Meyer

Großes Geschäft mit den kleinen Apps

Der Internetgigant Google kauft den Navigationsdienst Waze. Für die Anwendung legt der Konzern angeblich eine Milliarde US-Dollar hin. Das Geschäft mit Apps für Smartphones und Tablets boomt, auch wenn nur wenige Unternehmen daran verdienen.

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Der ewige Voigt

Karriereende ist ein höchst komplizierter Begriff in Zusammenhang mit Jens Voigt. Der Radprofi aus Berlin steht ab dem 29. Juni vor seiner 16. Tour-de-France-Teilnahme. »Offiziell ist noch nichts - aber ich gehe von einem Tourstart aus«, sagte der 41-Jährige.

Zu wenig Geld für Ballspieler

Der Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes, Thomas Weikert, forderte im September 2012 ein Umdenken in der Spitzensportförderung. Weniger Orientierung an Medaillen, mehr an der Wirkung für den Breitensport. Dem Konzept Medaillenzählung stimmte er jetzt dennoch zu.

Charlotte Schneider, dpa

Lkw-Fahrer, die gegen Weltmeister auflaufen

Es klingt fast wie ein Scherz: Wenn die besten acht Mannschaften der Fußball-Konföderationen den Testlauf zur WM in Brasilien austragen, spielt auch Tahiti mit. Die Auswahl des Pazifik-Archipels bestreitet den Confederations Cup fast ohne Profis.

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Udo Bartsch

Triumph der Hüpfprinzessin

Inka und Markus Brand sind ganz oben angekommen. Im Vorjahr gewannen die beiden Spieleautoren mit »Village« den Titel »Kennerspiel des Jahres«, nun holt das erfinderische Ehepaar aus Gummersbach die nächste Trophäe: »Der verzauberten Turm« wurde von der Kritiker-Jury zum »Kinderspiel des Jahres 2013« gekürt. Um die Prinzessin zu befreien, treten die Spieler gegen einen bösen Zauberer an. ...

Axel Eichholz

16 Forscher auf sechs Eisschollen

Der russische Atomeisbrecher Jamal hat die Polarstation SP-40 erreicht. Die Eisscholle nördlich der kanadischen Küste, auf der die Station untergebracht war, droht zu brechen.

ndPlusMartin Koch

Emanzipation im Weltall

Im Wettlauf um die »Eroberung« des Kosmos war die Sowjetunion den USA anfangs um Längen voraus. Nicht nur den ersten künstlichen Satelliten (Sputnik 1), das erste Lebewesen (die Hündin Laika) und den ersten Menschen (Juri Gagarin) beförderten sowjetische Ingenieure ins All. Im August 1962 führten die Kosmonauten Andrijan Nikolajew und Pawel Popowitsch auch den ersten Doppelflug der Geschichte d...

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Als ich nach Hause fuhr, hatte ich Flügel
ndPlusHeidi Diehl

Als ich nach Hause fuhr, hatte ich Flügel

Auch beim 11. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb waren alle Geschichten mit so viel Herzblut geschrieben, dass die Jury wieder größte Mühe hatte, sich für jene zehn zu entscheiden, die dann zur Abschlussveranstaltung am 28. Mai im Münzenbergsaal vorgelesen wurden.

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Lieber arm dran, als Arm ab

Lieber arm dran, als Arm ab

»Drei Wochen! DREI WOCHEN! Weißt du eigentlich, wie lange das ist! Welche Chancen ich da alle verpasse?« Mein zwölfjähriger Sohn hält mir seinen blaulila gefleckten, auf doppelte Breite angewachsenen Finger entgegen und schaut mich vorwurfsvoll an, während der Arzt die Krankenschwester holt, damit sie den Gips vorbereitet. »Wie soll ich denn, bitteschön, mit einem Gipsarm Schlagzeug spiel...

Onkel Otto - das schwarze Schaf

Onkel Otto - das schwarze Schaf

Ein schwarzes Schaf? Auch wir hatten eins. Mein Onkel Otto, der Bruder meiner Mutter. Er wohnte mit seiner Familie in einem Dorf bei Hamburg. Seine acht Kinder füllten das Heim mehr als aus. Da war Leben in der Bude. Gänse, Puten, Hühner, Kaninchen und vor allem viel Auslauf. Auf all das konnte ein Stadtkind wie ich nicht alltäglich zurückgreifen. Ein einziges Paradies. Wenn da bloß nicht...

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Die Birke vor meinem Fenster

Die Birke vor meinem Fenster

Nun bin ich alt. Über 80 Jahre. Die hohe Birke vor meinem Fenster ist jünger, aber ihre weiße und schwarze Rinde ist runzliger als mein Gesicht. Gestern kamen Männer und haben sie umgesägt. Sie war den Straßenbauern im Wege. Ich habe zugeschaut - und es hat mir wehgetan. An der Birke hängen so viele Erinnerungen, schöne und schwere Erinnerungen. Einer der sägenden Männer warf etwas ...

Die alte Dame und ein Büchernarr

Die alte Dame und ein Büchernarr

»Bitte noch nicht anfangen. Ich erwarte noch jemanden.« Der bekannte Schriftsteller schob mit dem Zeigefinger der linken Hand seine Brille über Nasenwurzel und Stirn in den widerspenstigen Haarschopf, seine Rechte ruhte auf dem bereits aufgeschlagenen Buch, das er seinen Hörern vorstellen wollte. Fragend schaute er in die Runde seiner Besucher, die kleine dünne Stimme suchend, die um Aufschub g...

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Eine Dame gesellte sich zu mir

Eine Dame gesellte sich zu mir

Nach Entlassung aus neunmonatiger Haft im englischen Kriegsgefangenenlager 2228 bei Waterloo in Belgien, machte ich mich auf den Weg von Essen nach Emmerich am Rhein, um dort eine vorläufige Bleibe bei der Frau meines im Krieg umgekommenen Bruders zu finden. Ich, siebzehnjährig, der an der Westfront auf deutschem Boden noch acht sinnlose Kriegswochen »überlebte« - im Gegensatz zu vielen gleicha...

Ohne »Queen Mary« wäre das nicht passiert

Ohne »Queen Mary« wäre das nicht passiert

Es war einmal vor Jahren ein Samstagmorgen. Der Kalender zeigt Sommer, doch das Wetter beharrt auf einen wechselhaften Spätfrühlingsregen, der seit Tagen die Temperatur senkt. Ob sich die Sonne auch heute wieder vor Scham verstecken wird? Gleich wie: Eine junge Frau startet mit dem Fahrrad, auf dessen Gepäckträger in einem blauen Müllsack ein weiß-blauer Seesack verharrt. Zumindest bis zu...

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Schwimmunterricht wider Willen

Schwimmunterricht wider Willen

Der fürchterliche Bombenangriff auf meine Heimatstadt Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 hatte auch unsere Wohnung total zerstört. Längs der Elbe, stromaufwärts, bewegten wir uns mit Tausenden ausgebombten, verstörten Menschen. Die brennende Stadt lag hinter uns. Wir, das waren meine Eltern, die gehbehinderte Schwester und ich Zwölfjähriger. Spät am Abend erreichten wir das Dorf ...

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Eine ganz besondere Duftmarke

Als das geschah, war ich in der LPG »Frohe Zukunft« der Vorsitzende und meine Frau für die Buchhaltung zuständig. Und wenn Not am Mann war, sprang sie ein. Wir lebten in der guten Mecklenburger Landluft ruhig und zufrieden. Natürlich gab es in der Arbeit hin und wieder Ärger, vor allem mit dem Wetter. Entweder war es zu trocken oder zu nass, und wir hatten nicht genügend Futter für unsere Tiere...

Doch nichts ist unendlich

Ein launiger Abend, gute Freunde im Gespräch. Jemand bringt das Thema »Erste Liebe« in die Runde. Wer erinnert sich nicht an diese Zeit? Verhaltenes Schmunzeln, nachdenkliches Erinnern bestimmen die angeregte Unterhaltung. Alle haben etwas zu erzählen. Vielleicht liegt es am Rotwein, vielleicht an der aufgewühlten Stimmung, als wir gemeinsam vereinbaren, jeder versuche es, seine erste große Lie...

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108 nutzten ihre Chance zum Schreiben

Abel, Helmut, 16567 Mühlenbeck; Apel, Brigitte, 10585 Berlin; Armbruster, Albert, 08529 Plauen; Armbruster, Sigrid, 08529 Plauen; Bastian, Helmut, 06217 Merseburg; Beese, Brigitte, 04279 Leipzig; Bernstein, Lutz, 04600 Altenburg; Biedermann, Inge, 01809 Heidenau; Bohne, Ralf, 39120 Magdeburg; Brach, Dietmar, 65195 Wiesbaden; Brederlow, Nina, 12307 Berlin; Breternitz, Rosa, 14478 Potsdam; ...