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Unten links

Das Hamstern ist eine alte Tugend, nicht erst seit DDR-Zeiten. Trotzdem hüllt sich der Hamsterer meist in Schweigen. Erst durch Maßlosigkeit fällt Hamstern auf. Dann etwa, wenn die Rechenzentren der Geheimdienste wegen der Menge an verarbeiteten Daten so warm werden, dass sie im Gebäude die Heizung ersetzen. Manchmal werden Hamsterer aber auch verpfiffen. So hat Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ...

Uwe Kalbe

Keine Lust auf Wünsche

In Deutschland sinkt die Lust auf Kinder kaum. Trotz Krise und anders als in anderen EU-Ländern, wo Arbeitslosigkeit junge Paare offenkundig veranlasst, ihre Familienplanung zu ändern. Das spielt auf den ersten Blick der These in die Hand, dass die Reformen der letzten Jahre hier Erfolg zeitigen. Oder: Dass Deutschland in Sachen Krise über den Berg ist. Man hört schon die Arbeitsmarktexperten der Union, wie sie erneut auf gesunkene Arbeitslosigkeit und gesicherte Verhältnisse verweisen.

Lena Schöneborn kritisiert Verbandsbosse

Die Olympiasiegerin Lena Schöneborn hat sich kurz vor der EM der Modernen Fünfkämpfer unzufrieden mit der Kommunikation der internationalen Verbände über Regeländerungen in ihrem Sport gezeigt. “Es wird schon wieder viel gemunkelt”, so Schöneborn im nd-Interview.

Juncker bleibt trotz Abhöraffäre

Der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker sieht wegen der Geheimdienst-Affäre keinen Grund für einen Rücktritt. Das sagte der dienstälteste Regierungschef in der EU am Mittwoch im Luxemburger Parlament.

ndPlusRainer Balcerowiak

Wahlprogramme sind ökonomische Desaster

Eine der wichtigsten Denkfabriken der deutschen Kapitalverbände hat sich am Mittwoch in den Wahlkampf eingeschaltet. Die Realisierung der Wahlversprechen der Bundestagsparteien (ohne FDP) würde das Wirtschaftswachstum abwürgen und bis zu 900 000 Arbeitsplätze kosten.

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»Keine Gewissensfrage«

Martin Locher ist Pilot bei der Fluggesellschaft Air Berlin und Vorstandsmitglied der Pilotenvereinigung Cockpit. Mit ihm sprach Johanna Treblin darüber, aus welchen Gründen Flugkapitäne sich bei Abschiebungen weigern können, den Flug zu starten.

ndPlusMalene Gürgen

Bei Einreise Ausweisung

Ein Großteil der Anträge auf Asyl wird in Deutschland abgelehnt, viele werden gar nicht erst geprüft. Rechtlicher Beistand ist oft schwierig, so auch im Fall des Pakistani Usman Manir, der im Abschiebegefängnis in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) sitzt und wartet.

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Verändert Poesie die Welt?

nd: Ist der bewaffnete Kampf in Kolumbien noch gerechtfertigt? Rendón: Die Gründe, warum es in Kolumbien zu bewaffnetem Kampf gekommen ist, sind nach wie vor aktuell. Dennoch wäre es sehr wünschenswert, wenn es eine ähnliche Entwicklung geben würde wie in anderen lateinamerikanischen Ländern, wo ehemalige Mitglieder der Guerilla, so Mujica in Uruguay und Rousseff in Brasilien, gezeigt haben, ...

ndPlusDavid Graaff, Medellín

Das Wunder von Medellín

Als eine kleine Gruppe von Schriftstellern 1991 das Internationale Poesiefestival in Medellín ins Leben rief, war die Stadt eine der gefährlichsten Metropolen der Welt. Mit Gedichten aus aller Welt ein Zeichen gegen den Terror und die Angst zu setzen, ist bis heute das Anliegen der Veranstalter.

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»Wir sind alle Bolivien«

Sie standen allein auf weiter Flur: die USA und Kanada. Deren Unmut zum Trotz verurteilte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die erzwungene Landung des Flugzeugs von Boliviens Präsident Evo Morales ohne Umschweife. Und das nicht in La Paz, sondern in der Höhle des Löwen selbst: Washington. Das ist einmal mehr ein deutliches Zeichen für ein gewachsenes Selbstbewusstsein der lateinamer...

Prager Zitterpartie

Als Tschechiens Präsident Miloš Zeman am Mittwoch auf der Prager Burg eine neue Ministerriege vereidigte, bedankte er sich ausdrücklich für deren »Mut, sich an dieser Regierung zu beteiligen«. Zemans Gegner finden es indessen dreist, dass der Präsident seine Expertenregierung ohne Rücksicht auf Stimmen und Stimmungen im Parlament ernennt.

Simon Poelchau

Die gemeinsame Abwicklung

Dass die Entscheidung über die Abwicklung einer europäischen Bank künftig zentral in Brüssel gefällt werden soll, ist eine wichtige Lehre aus der Finanzkrise. Schließlich sind die Kreditinstitute in Europa eng miteinander verflochten. Eine Schieflage eines Geldhauses in Italien etwa kann schnell zu Turbulenzen in der ganzen Eurozone führen.

Irina Wolkowa

Vermittler

Revolutionen werde es mit ihm nicht geben, beschwichtigte Wladimir Urin gleich in seiner Antrittsrede die Fundis vom Bolschoi, die aus Russlands berühmtesten Musentempel am liebsten einen Antiquitätenladen machen würden. Dabei war Urin von Kulturminister Wladimir Medinski am Dienstag unter anderem zum Bolschoi-Boss ernannt worden, weil er das Theater künstlerisch entstauben soll. Außerdem soll ...

Braucht Kultur Schutz?

nd: Was sind die Folgen der vorgesehenen größten transatlantischen Freihandelszone für den Kulturbereich in Europa? Zimmermann: Die Marktinteressen der großen US-amerikanischen Kulturunternehmen - Google, Amazon - , sind sehr stark. Die europäische Kulturwirtschaft wird voraussichtlich nicht gestärkt aus einer solchen Verhandlung herausgehen, im Gegenteil wäre die kulturelle Vielfalt in Europ...

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Hendrik Lasch, Dresden

Musterschüler auch beim Bremsen

Sachsen, das sich in finanzpolitischer Hinsicht seit jeher gern als »Übererfüller« profiliert, wird das erste Bundesland sein, in dem eine Schuldenbremse in Kraft tritt. Bereits ab 1. Januar 2014 darf das Land nur noch in wenigen Ausnahmefällen Kredite aufnehmen.

ndPlusVelten Schäfer

Mehr als Zahlen

Der Zensus 2011 maß 1,9 Prozent weniger Deutsche als zuvor gedacht, zahlreiche Städte und Gemeinden müssen mit geringeren Finanzzuweisungen rechnen. Nun machen sich auch generelle Zweifel an der neuen »registergestützten Methode« der Volkszählung breit.

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Robert D. Meyer

Warten auf mehr Datenschutz

Datenschützer und Bürgerrechtler hoffen nach der Anhörung zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) darauf, dass die umstrittene Regelung von den Richtern gekippt wird. Auf starken Beistand von SPD und Grünen sollte allerdings niemand hoffen.

ndPlusAnja Krüger

Ende einer Ausstellung

An der Universität Duisburg-Essen treibt der Streit um angeblich anti-muslimische Bilder bizarre Blüten. Nachdem eine Doktorandin zweimal Arbeiten entfernt hatte, brach die Hochschule eine Ausstellung ab.

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Rechtsextreme Gruppen aufgelöst

Paris (AFP/nd). Eineinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Antifa-Aktivisten in Paris hat die französische Regierung zwei rechtsextreme Gruppierungen aufgelöst. Das Verbot der Gruppen Troisième Voie (Dritter Weg) und Nationalistische Revolutionäre Jugend (JNR) wurde am Mittwoch in einer Kabinettsitzung beschlossen, wie Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem in Paris sagte. Ebe...

Straßburg billigt Verbot von »Garde«

Straßburg (AFP/nd). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Verbot einer rechtsextremen paramilitärischen Organisation in Ungarn gebilligt, die vor allem mit Aktionen gegen Sinti und Roma aufgefallen ist. Ein Staat müsse nicht warten, bis eine politische Bewegung Gewalttaten begehe, um einzugreifen, stellten die Straßburger Richter fest. Sie wiesen damit eine Beschwerde des Vorsi...

Anke Stefan, Athen

Poker mit »Piratensender«

Einen Monat nach der Schließung des öffentlich-rechtlichen griechischen Senders ERT hat der Nachfolgekanal am Mittwoch sein erstes Signal ausgestrahlt. Das Testbild zeigte den neuen Sendernamen EDT, einen Globus und bunte Wellen und erscheint auf der Frequenz des ERT.

Oliver Eberhardt, Kairo

Demonstration der Entschlossenheit

Hazem al-Beblawi Beblawi wird neuer Regierungschef in Ägypten; er steht vor einer schwierigen Kabinettsbildung. Die Muslimbruderschaft lehnte ein Angebot zur Beteiligung am Kabinett ab. Ausländische Regierungen haben Finanzzusagen gemacht.

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Julian Bartosz, Wroclaw

Polens »Großer Bruder« hält sein Wort

Der Titel einer Topmeldung im Internet versprach Polens Bürgern viel: »Amerika hält sein Wort«. Allerdings ging es nicht um die heiß ersehnte Aufhebung des Visazwangs für Reisen zum »Großen Bruder«.

ndPlusHarald Neuber

Der Fall Manning weist Edward Snowden den Weg

Im Fall Edward Snowden haben US-amerikanische Experten Kritik an der US-Regierung geübt. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat mehrere europäische Staaten zu Erklärungen für das Überflugverbot für Boliviens Präsidenten aufgefordert.

ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Baath-Partei hat an Bedeutung verloren

Die gravierenden Umbesetzungen, die Staatschef Assad an der Spitze der Baath-Partei vorgenommen hat, sind bislang ohne erkennbare Auswirkungen auf die Politik geblieben. Auch vom in der Parteihierarchie offenbar degradierten Vizepräsidenten Scharaa ist nichts zu vernehmen.

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ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Standard&Poor’s stuft Italien herab

Dass Italien keinen Ausweg aus der Krise findet, merken nicht nur die Bewohner des Landes. Auch außerhalb der Grenzen wird mit deutlichem Misstrauen registriert. Die Rating-Agentur Standard&Poor’s (S&P) reagierte und stufte Italien in seiner Bonität nochmals herab.

ndPlusHaidy Damm

Keine Arbeit, keine Kinder

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie sieht einen engen Zusammenhang zwischen steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Kinderzahl in Europa.

Hermannus Pfeiffer

Europaweite Lösung

Die EU-Kommission hat ihre Pläne zur Abwicklung maroder Geldinstitute am Mittwoch in Brüssel vorgestellt: Demnach will die Kommission künftig selbst über die Schließung von Banken entscheiden. Kritik kommt aus Deutschland von Bundesregierung und Linkspartei.

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R.B.

STARporträt: Ricardo Darín

Der argentinische Schauspieler Ricardo Darín gehört zu den bedeutendsten seines Landes und wurde mehrmals als bester Schauspieler ausgezeichnet. Geboren wurde er am 16. Januar 1957 in Buenos Aires, seine Karriere startete er im Alter von zwölf Jahren.

ndPlusCaroline M. Buck

Bankraub als Bühnenshow

Die Unfassbaren - Now You See Me» ist ein Film der Spiegel hinter dem Spiegel, der gezinkten Kartentricks und doppelten Böden. Es ist die Show eines Magiers auf der Leinwand: voller Glitter und Glamour und unglaublicher Taten, die unmöglich real sein können und doch auf den ersten Blick verblüffend echt erscheinen. Gedreht von Louis Leterrier, einem französischen Hollywood-Import und Veteranen ...

Marc Hairapetian

Karibisches Kaleidoskop

Sieben Segmente, gefertigt von sieben Regisseuren, fügen sich zum Ablauf einer ganzen Woche in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Im Auftakt »El Yuma« erlebt der junge US-Amerikaner Teddy Atkins eine Touristentour, die ihn in die Arme einer außergewöhnlichen »Frau« führt.

ndPlusHans-Günther Dicks

Szenen einer Ehe

Wollen Sie wirklich einen Film sehen, der »Das Glück der großen Dinge« heißt und damit schon im Titel aufgesetzte Emotionen und ein kitschiges Happy End ahnen lässt? Lassen Sie sich nicht abschrecken! Hinter dem unsäglichen deutschen Verleihtitel verbirgt sich einer der klügsten und bemerkenswertesten Independent-Filme der Saison: »What Maisie Knew« ist das neue Opus des mehrfach ausgezeichnete...

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Sorgen und Ängste?

In Marzahn-Hellersdorf gibt es Sorgen und Ängste. Das will Franz Allert, Chef des Landesamts für Gesundheit und Soziales, am Dienstag bei der skandalösen Diskussionsveranstaltung des Bezirks zu einem zu eröffnenden Flüchtlingsheim festgestellt haben. Im Berliner Osten geht die Angst vor Menschen um, die dort wohnen sollen, aber nicht von dort sind, also auch nicht dahin gehören sollen.

Rassistische Attacke am Neptunbrunnen

(dpa). Hinter einem brutalen Überfall auf einen 48 Jahre alten Afrikaner nahe dem Alexanderplatz stand möglicherweise ein rassistisches Motiv. »Das Opfer sagt, dass die beiden Tatverdächtigen ihn rassistisch beleidigt haben«, teilte Polizeisprecher Stefan Redlich gestern mit. Zwei betrunkene Männer hatten das aus Guinea stammende Opfer am Dienstagabend am Neptunbrunnen zusammengeschlagen und sc...

Eine verpasste Chance

Bianca Klose ist Leiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin und war am Dienstag bei der Veranstaltung in Hellersdorf zugegen. Mit ihr sprach für »nd« Ralf Hutter.

Marina Mai

Hellersdorf-Lichtenhagen

Rund 1000 Menschen trafen sich am Dienstagabend im Berliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf, um über eine Notunterkunft für Flüchtlinge zu diskutieren. Doch statt Diskussionen gab es fremdenfeindliche Parolen und Applaus für die NPD.

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Berlinale im Freien

(dpa). Die Berliner Filmfestspiele starten am 25. Juli ihre traditionelle Sommer Berlinale. Auf der Freilichtbühne im Volkspark Friedrichshain sind bis zum 28. Juli vier Highlights aus dem vergangenen Winterprogramm vor dem offiziellen Kinostart zu sehen. Das lange Filmwochenende startet mit Ramon Zürchers Berliner Familiengeschichte »Das merkwürdige Kätzchen«, gefolgt von dem amerikanischen Gr...

Neues Gewand für »strassenfeger«

(nd). In den Straßen und U-Bahnhöfen Berlins sind sie kaum mehr wegzudenken: die Straßenzeitungen. Sie werden verkauft, um die Obdachlosen Berlins direkt - und indirekt über diverse Einrichtungen - zu unterstützen. Eine dieser Zeitungen, der »strassenfeger«, hat jetzt eine neue Gestaltung bekommen. Die Bachelor-Absolventin der Visuellen Kommunikation der Kunsthochschule Berlin Weißensee Thekla ...

Nichts wie weg

(dpa). Auch im digitalen Zeitalter werben Reiseländer, Fluggesellschaften und Tourismusanbieter noch mit großformatigen Plakaten für sich. Die Ausstellung »Rund um die Welt« im Deutschen Historischen Museum Berlin (bis 1. September) zeigt, dass die Plakatwerbung in früheren Zeiten eine ganz eigene Kunstgattung war. Erstmals stellt das Museum in einer großen Schau Tourismusplakate mit dem Schwer...

Stefan Amzoll

Musik vor den Toren der Stadt

Daslängst nicht mehr randständige, wohl aber internationalisierte Festival »Randspiele« in Zepernick verdiente viel mehr Publicity. Ihr Künstlerischer Leiter Helmut Zapf klagt darüber. Zurecht. Die Lokalblätter schicken nur noch selten Reporter.

Volkmar Draeger

Der die Bürde trägt

Auf den ersten Blick wirken die Exponate des Kálmán Várady fast schön in ihrem Gold- und Silberglanz. Zu schön, um so gemeint zu sein. Der genauere Blick eröffnet die dahinter verborgene Dimension. Sie klammert die 25 Ausstellungsstücke in der Berliner Galerie Kai Dikhas.

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Polizei zeigt sich an

Bremer Polizisten wird vorgeworfen, in einer Diskothek brutal gegen einen 28 Jahre alten Mann vorgegangen zu sein. Der Vorfall wurde von einer Videokamera der Disco aufgezeichnet, mehrere Medien berichteten am Mittwoch darüber. Die Polizei selbst erstattete Anzeige.

Dieter Hanisch, Westerland

Urlauber ja - Flüchtlinge nein

Sylt lebt inzwischen ganzjährig vom Tourismus. Die Schickeria und die High Society lassen es sich auf der Nordseeinsel gut gehen. Eigentlich ist jeder Gast den Insulanern recht, doch es gibt Ausnahmen: Für Flüchtlinge gibt es nicht immer ein freundliches Willkommen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Rechnung ohne Wirt

Während sich die politischen Akteure bundesweit für die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes rüsten, sorgen in Thüringen zwei Bürgerbegehren für zusätzliche Polarisierung.

ndPlusBernd Kammer

Neubau bremst Mieten

Steigende Neubauzahlen zeigen Wirkung, jedenfalls nach den Erkenntnissen des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). »Die Mieten wachsen langsamer als vermutet«, so IVD-Vizepräsident Schick bei der Präsentation des jüngsten Marktmietspiegels seines Verbandes am Mittwoch.

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Volksbegehren vor Scheitern

Potsdam (dpa). Beim Volksbegehren zum Erhalt der beiden bereits fusionierten Lausitzer Hochschulen deutet sich zur Halbzeit ein Scheitern an. Seit dem Start der Aktion vor drei Monaten haben 11 822 Brandenburger ihre Unterschrift für den Erhalt beider Einrichtungen geleistet, wie die Landeswahlleitung in Potsdam am Mittwoch mitteilte. Die Initiatoren der Aktion äußerten sich in Cottbus enttäusc...

Bildung hinter Gittern

Potsdam (dpa). In Brandenburg haben im vergangenen Jahr 58 Häftlinge einen Schulabschluss erreicht. Im Schuljahr 2011/2012 machten 16 Gefängnis-Insassen ihren Realschulabschluss, 42 weitere einen Hauptschulabschluss. Wie eine Sprecherin des Justizministeriums am Mittwoch berichtete, hätten die Gefangenen im Anschluss an die Schulausbildung die Möglichkeit, noch im Strafvollzug eine Ausbildung a...

Haasenburg kritisiert Aufnahmestopp

Hamburg/Potsdam (epd). Nach dem Belegungsstopp des Landes für die umstrittenen Haasenburg-Heime in Brandenburg hat der Jugendhilfe-Träger in einem Offenen Brief das Vorgehen des Bildungsministeriums kritisiert. Offizielle Weisungen der zuständigen Behörden zu dem am Dienstagabend bekanntgegebenen Belegungsstopp und einem vermeintlichen »Beschäftigungsverbot« für mehrere Mitarbeiter lägen bislan...

ndPlusWilfried Neiße

Hochzeit der Kobolde

Die Landesgartenschau in Prenzlau ist im Sinne des Wortes aufgetaut. Gestartet bei winterlichen Temperaturen, hat sie inzwischen eine achtbare Zwischenbilanz vorzuweisen. Aber auch der »Tag danach« wird von den Kommunalverantwortlichen schon in den Blick genommen.

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Storms Handschrift

Theodor Storms handschriftliche Originalfassung der Novelle »Der Schimmelreiter« ist jetzt restauriert worden. Schleswig-Holsteins Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat das Manuskript am Mittwoch in der Landesbibliothek in Kiel vorgestellt. Die Landesregierung setze sich auch in Zeiten knapper Kassen dafür ein, das schriftliche Kulturgut zu bewahren, sagte Spoorendonk. Die Mittel dafür wu...

Mehr als jedes andere Volk

Der Dramatiker Rolf Hochhuth hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief aufgefordert, dem von den USA gejagten Edward Snowden Asyl zu gewähren. In dem Brief heißt es unter anderem: »Sie werden vermutlich, Frau Bundeskanzlerin, wie viele fragen: Warum soll ausgerechnet die BRD diesem Amerikaner Asyl gewähren? Meine Antwort als Deutscher ist so simpel wie plausibel: Mehr als jedes andere Vo...

Ingolf Bossenz

Massen. Mörder? Moses!

Vor dem Abmarsch wird noch aufgeräumt. Denn: »JAHWE befahl den Auszug. Sie aber wollten sich satt fressen an den Fleischtöpfen Ägyptens.« Nun sind sie tot. Erschlagen auf Geheiß des Moses: »Nicht weichen werden wir vom Herrn, weder zur Rechten noch zur Linken.«

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ndPlusLutz Steinbrück

Reizvolles Spiel mit Uneindeutigkeiten

Was ist zu halten von einem weißen Ring, der bis in den Himmel ragt, sich jede Nacht enger zusammenzieht und so den Bewegungsradius der Hauptfigur immer weiter einschränkt? Wie steht es um eine 50-Jährige, die mit dem verstorbenen Gatten, ihrem ersten Freund und einem langjährigen Ex-Liebhaber zusammenlebt? Was nach therapeutischem (Be-)Handlungsbedarf schreit, ist für das betroffene Personal a...

Henry-Martin Klemt

Im Märchen lernst du alles noch einmal

Die Liebe ist das Haus der Utopien. Ihr Land ist das Märchenland. Nicht nur Menschen und Tiere, sogar Männer und Frauen können im Märchen einander nicht nur alles sagen, sondern auch verstehen. Gewinnen im Miteinander ihr Leben, ohne sich zu verlieren. Märchenhaft die Wirklichkeit, die keine Wirklichkeit aussperren muss, die teilbar bleibt bis in die Trauer, die Verlassenheit hinein. An ihre Wä...

Irmtraud Gutschke

Ein Beben im Bodenlosen

Ein Vater und sein Sohn, eine Lehrerin und ihr 17-jähriger Schüler, eine Frau und ihr Onkel, eine Großmutter und ihre Enkelin, zwei Freundinnen, zwei Freunde ... Nicht vornehmlich von sich scheint Anne Richter zu erzählen, sondern von ganz verschiedenen Leuten.

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Leseprobe

Selten in der jüngeren Geschichte ist das Vertrauen in die Rationalität des kapitalistischen Wirtschaftssystems so schwer erschüttert worden wie im Zuge der Finanzkrisen der letzten Jahre. Diese Krisen, die zugleich auch politische, polizeiliche, ökologische und letztlich lebensweltliche Krisen sind, haben offenbar die Plausibilität des Kapitalismus in vielerlei Hinsicht in Frage gestellt ... D...

Axel Berger

Kritik einer Illusion

In seiner Studie zu »Nationen und Nationalismus« hat Eric Hobsbawm darauf hingewiesen, dass der Topos »nationale Befreiung« im 20. Jahrhundert zu einem der wichtigsten und am wenigsten umstrittenen »Schlagworte der Linken« geworden sei. Obwohl er dem Marxismus eigentlich fremd war. Bei der Gründung des Bundes der Kommunisten waren Marx und Engels noch von einer Aufhebung der Nationalität durch ...

ndPlusMartin Hundt

Im höchsten Lichte der Vernunft?

Es wirkt beruhigend, in unsrer hektischen, elektronikgesteuerten Gegenwart gelegentlich noch an die vor nun schon rund 200 Jahren blühende klassische deutsche Philosophie erinnert zu werden, sie als »eine der wirkungsmächtigsten Ideenkonstellationen in der Geschichte der Philosophie« mit »europäischer Dimension«, als eine Philosophie »in praktischer Absicht« bezeichnet zu finden. Aber war sie n...

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Erster Schritt zum EM-Titel

Vor dem ersten Endrundenspiel seit dem enttäuschenden Viertelfinalaus bei der Heim-WM vor zwei Jahren suchten einige deutsche Fußballerinnen noch einmal Zerstreuung am malerisch gelegenen Växjö-See. Mit der Entspannung wird es für das runderneuerte Nationalteam aber spätestens beim heutigen EM-Auftakt gegen die Niederlande vorbei sein. Ausgerechnet die stark verjüngte Mannschaft, der sechs Stam...

Tom Mustroph, Mont-Saint-Michel

Tony Martin bester Zeitfahrer

Die 100. Tour de France wird immer mehr zur Deutschlandtour. Auf der elften Etappe holte Tony Martin den vierten Tageserfolg deutscher Radprofis. Am Mittwoch setzte er sich im Zeitfahren durch und distanzierte den Briten Chris Froome um zwölf Sekunden.

Es wird schon wieder gemunkelt

LENA SCHÖNEBORN, 27, startet am Donnerstag bei der EM der Modernen Fünfkämpfer in Drzonkow. Im Interview mit OLIVER HÄNDLER beschreibt die Olympiasiegerin von 2008 ihre Unzufriedenheit über die häufigen Regeländerungen und ihre Pläne für die Zeit nach der Karriere.

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Neuer Mega-Stern entdeckt

In der Milchstraße wächst ein neuer Sternengigant. Der Himmelskörper sei schon jetzt 500 Mal so schwer wie die Sonne, teilte die Europäische Südsternwarte (Eso) am Mittwoch in Garching mit. Es sei damit der größte Protostern, der jemals in der Milchstraße beobachtet wurde - und er wachse noch immer. »Diese Sterne sind nicht nur selten, ihre Geburt verläuft extrem schnell und ihre Kindheit ist k...

Ralf Streck, Madrid

Der Nächste geht auf mich

Die Krise in Spanien verändert auch die Konsumgewohnheiten. Das Café Comercial in Madrid hat eine Idee aus Italien aufgegriffen. Kunden zahlen freiwillig, wenn sie einen Kaffee trinken, den nächsten gleich mit.

ndPlusSusanne Steffen, Tokio

Ehemaliger Fukushima-Chef stirbt an Krebs

Masao Yoshida ist an Krebs gestorben. Yoshida leitete die verzweifelten Versuche, nach dem Tsunami im März 2011 die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl abzuwenden.