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Keine Chance für Flüchtlinge in Australien

Australien will alle Bootsflüchtlinge künftig in ein Asylzentrum nach Papua-Neuguinea abschieben. »Von jetzt an werden Asylsuchende, die per Boot in Australien ankommen, keine Chance haben, sich als Flüchtling in Australien niederzulassen«, sagte der neue Premierminister des Landes, Kevin Rudd, am Freitag.

ndPlusTom Strohschneider

Merkels Macht

Wenn die Kanzlerin ihre Regierung als »erfolgreichste« bezeichnet, gehört das zur Folklore des Parteienstreits. Wenn sie aber erklärt, der Wahlkampf finde »über Dinge statt, die die Menschen beschäftigen«, kann man ihr das nicht durchgehen lassen.

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ndPlusRalf Streck

Strom aus der Wüste oder Fata Morgana

Ein Streit über die richtige Strategie bei der Desertec-Industrieinitative drohte das Konzept vom sauberen Strom aus der Wüste zu stören. Die Initiatoren von der Desertec-Stiftung zogen die Notbremse und verließen die Initiative.

»Das war rufschädigend für Desertec«

nd: Als 2007 das Desertec-Konzept vorgestellt wurde, war die Idee vom Wüstenstrom eine großartige Vision. Nun zerbröckelt die zur Realisierung gegründete Desertec Industrial Initiative (DII). Zwei große Unternehmen sind ausgeschieden, jetzt verlässt die Stiftung die DII. Bleibt nur eine Vision? Gropp: Nein, davon ist nicht auszugehen, dafür ist schon zu vieles gemacht worden und zu vieles in ...

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ndPlusDaniel Kestenholz

Strahlende See vor Fukushima

Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA hat an der Küste entlang des Katastrophenkraftwerks Fukushima Daiichi einen starken Anstieg von Caesium 134 und 137 gemessen. Beide gelten als gesundheitsschädigend, sie sollen das Risiko von Krebserkrankungen erhöhen.

ndPlusAnna Cavazzini und Janna Schönfeld

Widerstand in Jaitapur

In Jaitapur, zwischen der Metropole Mumbai und dem Urlauberparadies Goa, will die indische Regierung das größte Atomkraftwerk der Welt errichten. Mit Hilfe des französischen Konzerns Areva sollen sechs Druckwasserreaktoren entstehen. Die Bevölkerung rebelliert und Jaitapur wird zum Kristallisationspunkt der jungen indischen Anti-AKW-Bewegung.

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Eigentor mit Nawalny

Der Fall Alexej Nawalny ist spätestens jetzt in aller Munde. Dafür hat nicht nur die russische Gerichtsbarkeit mit dem Wirrwarr um Verurteilung, Haft und Freilassung gesorgt. Konnten selbst Zeugen der Anklage dem vorgeblichen Veruntreuer so recht keinen Schaden nachweisen, ist doch längst genug anderes Unheil angerichtet.

Nukleares Rollback

Brüssels Pläne zur direkten Subventionierung der Atomkraft dürfen die Gegner der gefährlichen Technologie eigentlich nicht wundern. Nach dem deutschen Nein zur Kernenergie nach der Katastrophe von Fukushima war es naiv zu glauben, andere europäische Staaten würden in Anbetracht der Nachrichten aus Japan in einem Anflug von Automatismus laut »No!«, »Non!« und »Ei!« rufen und das Atomzeitalter zumindest in Europa auf einen Schlag für beendet erklären.

Langsam und qualvoll

Der Techno-Pionier Derrick May verglich einmal seine Musik mit seiner Heimatstadt: »Die Musik ist genauso wie Detroit - ein kompletter Fehler.« Nun ist die Stadt, die einst Motorcity getauft wurde, endgültig am Ende. Detroit ist seit Donnerstag ganz offiziell bankrott. Als May und Co. in den 1980er Jahren begannen, düstere Lieder auf ihren Synthesizern und Computern zu programmieren, hatt...

Hendrik Lasch

Erosion

Das Industriegebiet um Bitterfeld, in dem sich einst viele aufstrebende Solarfirmen niederließen, ist nicht zuletzt dank staatlicher Förderung gediehen. Allerdings ist es offenbar auch dabei zu starker Erosion gekommen - nicht im Boden, sondern in Fragen von Moral und Anstand.

»Brian« doch an Karfreitag?

nd: Ihre Initiative »Religionsfrei im Revier« führte an Karfreitag den religionskritischen Film »Das Leben des Brian« auf. Die Stadt Bochum leitete ein Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Feiertagsgesetz ein. Nun wurde das Verfahren eingestellt. Erleichtert? Schnückel: Nicht ganz, denn wir hatten uns eigentlich erhofft, nach unserem bewussten Regelverstoß den Rechtsweg weiter beschreit...

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Schwerin steht zu seinen Schiffbauern

Seit Monaten wurde darüber debattiert, nun liegt ein Gesetzentwurf vor: Für Werften will das Land - trotz zuletzt schlechter Erfahrungen - auch künftig bürgen. Das Prüfverfahren ist neu, ebenso die finanzielle Obergrenze. Und das sorgt für Zündstoff.

Aert van Riel

Merkel spielt die Ahnungslose

Bei ihrer Sommerpressekonferenz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag einen vagen Acht-Punkte-Plan für eine Verbesserung des Datenschutzes vorgestellt. Oppositionspolitiker kritisierten die mangelnde Aufklärung beim NSA-Abhörskandal.

Uwe Kalbe

Wuchtige Botschaften

»Wir haben gute Arbeit geleistet.« Das ist die Bilanz von Horst Seehofer, Parteichef und Ministerpräsident, der am Freitag zu Beginn des Parteitages in München die CSU auf Kurs für die Landtagswahl am 15. September und für die Bundestagswahl eine Woche später brachte.

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Steffen Twardowski

Alles halb so schlimm

Die mutmaßliche Ausspähung von Bürgern beschäftigt seit Wochen die Medien. Die Menschen reagieren darauf nur wenig besorgt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung erwarten von der Bundesregierung, dass sie mehr gegen die Spähaktionen der Geheimdienste unternimmt.

Sven Eichstädt, Leipzig

Thüringer Stromtrasse darf gebaut werden

Die Bundesregierung will den Ausbau des Stromnetzes vorantreiben und hat dazu 2009 ein Energieleitungsausbaugesetz beschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht hat jetzt über Klagen gegen eine vorgesehene Höchstspannungsleitung im Thüringer Wald entschieden.

ndPlusFabian Lambeck

Subventionen für Lohndrücker

Die öffentliche Hand fördert mittelständische Firmen, ohne dabei auf deren Tariftreue zu achten. Einer der größten Profiteure ist der Online-Schuhhändler Zalando. Das Unternehmen steht seit längerem wegen seiner Lohndrückerei in der Kritik.

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»Kinetische« US-Angriffe in Syrien?

Washington (dpa/nd). Die USA erwägen nach Angaben von Generalstabschef Martin Dempsey den Einsatz von Waffengewalt in Syrien. Die Regierung diskutiere derzeit »kinetische Angriffe« (kinetic strikes) auf Ziele in Syrien, sagte Dempsey bei einer Anhörung im Kongress, ohne dies näher zu erläutern. Derzeit gewinne das Militär von Machthaber Baschar al-Assad im Dauerkonflikt mit der Opposition die O...

John Dyer, Boston

Detroiter Desaster

Detroit hat in den vergangenen Jahrzehnten knapp 20 Milliarden Dollar Schulden angesammelt. Es kann die Forderungen der Gläubiger nicht mehr erfüllen. Michigans Gouverneur Rick Snyder genehmigte den Gang der Stadtoberen zum Insolvenzrichter, um »einen Neustart zu ermöglichen«.

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Ralf Klingsieck, Paris

Kläger gegen Folter und Algerienkrieg

Der Autor des Buches »La Question«, das zu einem Fanal gegen Frankreichs kolonialistischen Algerienkrieg wurde, ist verstorben.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Unbeschwerter Königswechsel

Wenn König Albert II. am Sonntag sein Amt - in Belgien besitzen die Regenten weder Krone noch Zepter - an seinen Sohn Philippe übergibt, ist es das erste Mal in der Geschichte des Landes, dass ein König vor seinem Tod abdankt. Albert II. ist schon länger gesundheitlich angeschlagen.

»Bouteflika hat algerischen Staat zerstört«

Nach wochenlanger Behandlung in einer französischen Klinik ist Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika am Dienstag in seine Heimat zurückgekehrt. Im Rollstuhl sei der 76-jährige Staatschef in ein algerisches Regierungsflugzeug gebracht worden, hieß es aus Flughafenkreisen. Bouteflika war nach einem Schlaganfall Ende April zur Behandlung nach Paris gebracht worden und befand sich seitdem in der Privatklinik Val-de-Marne. Sein Gesundheitszustand wurde streng geheim gehalten. Als der algerische Journalist Hichem Aboud Ende Mai darüber berichtete, wurde ihm verboten, das algerische Staatsgebiet zu verlassen. Mit ihm sprach Anna Fischer.

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Allianz ist systemrelevant und muss vorsorgen

Basel (dpa/nd). Der deutsche Allianz-Konzern und acht weitere weltweit bedeutende Versicherungsunternehmen müssen künftig höhere Kapitalreserven zur Abwehr von Finanzkrisen vorhalten. Sie werden in einer ersten Liste systemrelevanter Versicherer aufgeführt, deren Zusammenbruch nach Einschätzung von Experten das weltweite Finanzsystem gefährden würde. Die Liste, die noch erweitert werden s...

Stefan Otto

Streit um Gift im Spielzeug

Ab Samstag gelten in der EU neue Grenzwerte für Schadstoffe in Kinderspielzeug. In Deutschland sind sie umstritten, weil die Grenzwerte für Schwermetalle EU-weit lockerer sein werden. Berlin denkt gar nicht daran, die neuen EU-Grenzwerte zu übernehmen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Klimakiller in Sorge

Eine zu aprupte Umstellung auf regenerative Energiequellen könnte eine neue Krise auslösen. Das behauptet zumindest ein britischer Think-Tank. Die Carbon-Tracker-Initiative ist erst seit zwei Jahren »auf Sendung« - als Blogger, im Internet, mit Studien und auf Veranstaltungen.

ndPlusRobert D. Meyer

Zurück ins Nuklearzeitalter

Brüssel sagt Ja zur Atomkraft. Die EU-Kommission plant offenbar, Kraftwerksbetreibern den Zugang zu direkten Subventionen zu ermöglichen. Umweltschützer sind über den Vorschlag schockiert. Dass der Vorstoß jetzt kommt, ist kein Zufall. Viele Nuklearprojekte stecken in der Krise.

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Alexander Ludewig

Die beste Mannschaft seit acht Jahren

Uwe Neuhaus sieht nach Urlaub aus. Rund um das Stadion An der Alten Försterei in Berlin wird am Freitag auf Hochtouren gearbeitet, letzte Vorbereitungen für den Saisonstart in die 2. Bundesliga am Sonntag gegen den VfL Bochum. Sogar das Fahnenschwenken üben noch einige Fans.

Gemeinsames Leid verbindet

Treffen sich zwei bei der Tour de France Akkreditierte in der Wäscheabteilung eines Kaufhauses. Der eine wühlt im Unterwäschefach, die andere mustert T-Shirts. Das Akkreditierungskärtchen, das beiden vor der Brust baumelt, ist ausreichender Anlass für eine Kontaktaufnahme.

ndPlusAndreas Morbach, Barcelona

Der Greis staunt

Am Freitag wurden die Schwimmweltmeisterschaften in Barcelona eröffnet. Bis zum 4. August werden bei 68 Entscheidungen Medaillen vergeben. Bereits Fakten geschaffen wurden bei den Springern: Das Klippenspringen taucht in Barcelona erstmals im WM-Programm auf.

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Charité will verhandeln

(nd-Kröger). In die Tarifauseinandersetzung an der Charité kommt Bewegung. Laut Gewerkschaft ver.di hat die Unternehmerseite der Aufnahme von Tarifverhandlungen zugestimmt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem konkrete Quotenregelungen, die die Besetzung von Stationen während der Nachtschichten regeln soll. Überdies seien für »Intensivstationen und diverse andere Bereiche Vereinbarungen über ...

Rentnerin nach Überfall verstorben

(dpa). Nach einem brutalen Raubüberfall ist eine 89-Jährige aus Buckow gestorben. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, erlag sie am Donnerstag ihren schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise auf die Täter eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt. Zwei Männer sollen die Rentnerin und ihre 63-jährige Pflegetochter am vergangenen Samstag in ihrer Wohnung in der Fritz-Er...

Ein erster Schritt

»Eine besondere Roma-Strategie ist nicht erforderlich.« So wehrte Deutschland 2011 die diesbezügliche Aufforderung der Europäischen Kommission ab. Schließlich, so die Argumentation, stünden Roma ja die Integrationsprogramme für Ausländer offen.

ndPlusMartin Kröger

Oranienplatz: Henkel will Camp auflösen

Der Ton in der Debatte um das Flüchtlingscamp am Oranienplatz in Kreuzberg verschärft sich. Innensenator Frank Henkel (CDU) forderte in einem Interview mit dem »Tagesspiegel« eine Auflösung des Protestlagers.

Martin Kröger

Roma werden massiv ausgegrenzt

Die Liste der Klischees über Roma ist lang. In deutschen Medien werden die teils Jahrhunderte in der Gesellschaft weitergegebenen Stereotype auch gerne abgerufen, um sie in die aktuelle Berichterstattung zur Situation bulgarischer und rumänischer Zuwanderer einzuflechten. Das hat Andrea Wierich vom Berliner Verein »Amaro Foro« herausgefunden. Die Autorin stellt fest: »Hier werden also leicht ab...

Malene Gürgen

Bildung, Gesundheit, Wohnen

Als erstes Bundesland hat Berlin diese Woche einen »Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma« verabschiedet. Damit nehme der Senat »seine Verantwortung wahr, für jeden, der in Berlin lebt, die Möglichkeit für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen«

Tim Zülch

Die Zicken des Adels

Wieso heißt die Jungfernheide Jungfernheide? Fanden im Springpfuhl früher Weitsprungwettbewerbe statt? Erschienen den Erbauern des Engelbeckens göttliche Lichtgestalten? - Heute startet die Serie »Ortsgeheimnis«, die verschiedenste Orte und die Herkunft ihrer Namen erkundet.

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Zurück auf Anfang

(nd). Juli Karin Kaper und Dirk Szuszies stellen am Sonntag ihren Film »Die Letzte Mahadevi« im Kino Lichtblick vor. Das moderne, aber reale Märchen wird im Rahmen der Reihe »Zurück auf Anfang«, bei der etablierte Regisseure ihre Frühwerke präsentieren, gezeigt. In dem Film aus dem Jahr 2005 findet sich Anfang der 50er Jahre eine junge Österreicherin unerwartet in der Rolle einer birmesis...

Gedenken an Attentäter

(dpa). Vor dem 69. Jahrestag des fehlgeschlagenen Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu zivilgesellschaftlichem Engagement aufgerufen. »Wir alle müssen uns immer wieder zusammenfinden, um unser freiheitliches Gemeinwesen zu verteidigen gegen Anfeindungen von Rassisten und Neonazis. Das ist die gemeinsame Verantwortung, die uns aus d...

»Tip« verkauft

(dpa). Die Mediengruppe Berliner Verlag verkauft das Stadtmagazin »Tip«. Neuer Eigentümer ist die Raufeld Verlag GmbH. Alle 26 »Tip«-Mitarbeiter würden vom Raufeld Verlag übernommen, teilte die Berliner Verlag GmbH am Freitag mit. Bereits im Jahr 2010 seien Layout und Produktion des Printprodukts »Tip« an die Agentur Raufeld Medien ausgegliedert worden. Nun übernehme deren geschäftsführender Ge...

Martina Jammersl

Besser eine gut gemalte Rübe als eine schlecht gemalte Madonna

»Ich send‘ Euch diese Rezension/ Von Eurem einst verkannten Sohn, / Der réellement - und damit Ihr‘s wisst -/ est un de nos plus grands artistes./ Dies steht nun fest für immerdar,/ gedrucktes Zeug ist ja stets wahr.« Diese Zeilen richtete der 36-jährige Max Liebermann mit Genugtuung aus Paris an seine Eltern, als in der renommierten französischen Kunstzeitschrift »L’Art« der erste monografisch...

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Alle Hungerstreikenden im Krankenhaus

Eisenhüttenstadt (epd/nd). Die vier hungerstreikenden Flüchtlinge aus der brandenburgischen Abschiebehaft in Eisenhüttenstadt sind inzwischen alle im Krankenhaus. Am Freitagvormittag sei auch der vierte Flüchtling in eine Klinik gebracht worden, so eine Sprecherin des Innenministeriums. Die anderen, die sich mehrere Tage lang an dem Hungerstreik beteiligt haben, werden zum Teil bereits seit Mit...

Schlammabsaugen in Teterow

Mehr als 2000 Seen prägen Mecklenburg-Vorpommern - und locken Tausende Angler und Badende an. Viele Gewässer leiden aber immer noch unter alten Abwässern und Nährstoffüberschüssen. In Teterow soll das bald anders sein.

Volker Stahl, Hamburg

Im Reich der Raupe

Hohe Preise, oft schlechtes Wetter, wenige Besucher, miese Stimmung - die Internationale Gartenschau (igs) in Hamburg hat nicht den besten Ruf. Zu Recht? Ein Rundgang über das 20 Hektar große Gelände im Stadtteil Wilhelmsburg.

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Gudrun Janicke, dpa

Plage und Delikatesse

Für die Havelfischer in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind sie teils eine Plage. Die eingewanderten Chinesischen Wollhandkrabben zerstören Netze und Reusen und sie fressen auch schon mal den Fang. Natürliche Feinde haben sie nicht. Doch das ändert sich

ndPlusWilfried Neiße

Über 2300 Schüler erhalten Bafög

Das von der rot-roten Landesregierung eingeführte Schüler-Bafög hat sich etabliert. Insgesamt wurden für das vergangene Schuljahr 2532 Anträge eingereicht, von denen die meisten bewilligt worden waren, teilte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst mit. Insgesamt wurden 2326 Anträge bewilligt und 206 abgelehnt, heißt es in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage weiter. 2267 Schüler ...

ndPlusRudolf Stumberger, München

Als München fast überfahren wurde

Schnellstraße statt Viktualienmarkt, kreuzungsfreie Stadtautobahnen über Altstadtdächern - wenn der Stadtentwicklungsplan von 1963 umgesetzt worden wäre, sähe München trostlos aus. Karl Klühspies ist es zu verdanken, dass der Plan nicht umgesetzt wurde.

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Lutz Debus

Singen für den Frieden

Die älteren Rockbegeisterten werden sich an die Szene noch gut erinnern. Fast am Ende des Films »Woodstock - 3 Days of Peace & Music« erklingt die US-amerikanische Nationalhymne, interpretiert von Jimi Hendrix. Mit der übersteuerten Gitarre protestiert er gegen den Vietnamkrieg.

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Oliver Eberhardt

Hand in Hand

Informationen und Bildung sind wichtig für den Friedensprozess in Palästina und Israel, aber auch gegen Antisemitismus und Islamophobie weltweit. Bildungseinrichtungen können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. nd-Autoren besuchten Schulen in Jerusalem und Osnabrück.

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Marlene Göring

»Wir sind gar nicht so anders«

Karim* hat schon sehr früh gefrühstückt. Bis zum Sonnenuntergang fasten der Junge und seine Eltern, es ist gerade Ramadan. Deswegen wird er auch auf der Geburtstagsfeier nichts essen, zu der Miriam eingeladen hat. Das weiß die Achtjährige, und erzählt, dass es bei ihr dafür zu Weihnachten keine Geschenke gibt, denn sie feiert dann Hanukkah. Julia, die beste Freundin der beiden, ist nicht dabei,...

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Bernd Zeller

Sommerloch

Der Bundespräsident hat das Sommerloch in einer feierlichen Zeremonie für eröffnet erklärt. Daraufhin wurde das Wetter strahlend sonnig und sommerlich warm, was nach dem langen Winter und dem kurzen Frühling zu Besorgnis und Schrecken in der Bevölkerung führte. Bis die Kanzlerin klarstellte, es gäbe überhaupt keinen Grund, von den hohen Temperaturen irgendetwas zu wissen, und Innenminister Friedrich ins kühlere Washington D.C. beorderte, wo man ihn gar nicht erwartet hatte, weil man mit der Auswertung seiner Flugdaten noch nicht so weit war

Der (einst) geliebte Mörder

Am 10. Juli 2013 bewaffnete sich ein 38-jähriger Streifenpolizist in einem Münchner Vorort mit seiner Dienstwaffe und einem Revolver. Er fuhr zur Arbeitsstelle seiner Lebensgefährtin, die sich vor kurzem von ihm getrennt hatte; die fünfjährige Tochter des Paars war um diese Zeit bei den Großeltern untergebracht. Die Eltern waren sich über das Sorgerecht nicht einig geworden. Der Vater holte die...

ndPlusMartin Koch

Widerstand im Supermarkt

Der griechische Philosoph Sokrates, so erzählt man, ging in Athen mit seinen Schülern gern auf den Markt, ohne dort allerdings jemals etwas zu kaufen. Das verärgerte die Händler, denn Sokrates war für viele in der Stadt ein Vorbild. Also fragten sie ihn eines Tages nach den Gründen für sein geschäftsschädigendes Verhalten: »Warum kommst du eigentlich so oft hierher, wenn du nichts kaufen willst...

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ndPlusWolfgang Schreyer

Promis im Zwielicht

»Die Flakhelfer«, das neue Buch des Politikwissenschaftlers Malte Herwig, 41, ist lesbar und gut belegt. Es geht ihm um den Schwachpunkt im Leben namhafter Männer wie Walter Jens, Günter Grass, Martin Walser, Dieter Wellershoff, Hans Werner Henze, Erhard Eppler oder Hans-Dietrich Genscher. Die hätten ihre Mitgliedschaft in der NSDAP endlos verdrängt oder vertuscht, als schwer vereinbar mit ihre...

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Martin Hoffmann

Nach einem Jahr schon ausgewirtschaftet

Der ägyptische Generalstaatsanwalt prüft Klagen gegen den gestürzten Präsidenten Mursi und Mitglieder der Muslimbruderschaft. Ihnen wird unter anderem Spionage und wirtschaftliches Missmanagement vorgeworfen. Doch woran lassen sich diese Vorwürfe messen?

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ndPlusHans-Georg Schleicher

KALENDERBLATT: Rivonia

Rivonia ist ein Ort von besonderer Symbolik in Südafrika und weit über dessen Grenzen hinaus bekannt. Der Name steht für eine Generation von Führern des Afrikanischen Nationalkongresses ANC, die den Befreiungskampf des Landes geprägt haben.

ndPlusKlaus Eichner

Das Risiko, geschnappt zu werden

Die heute als Whistleblower bezeichneten »Dissidenten« aus den Reihen der amerikanischen bzw. britischen Geheimdienste stehen in einer gewissen Tradition. Im Unterschied zu den nachrichtendienstlich gesteuerten und genutzten Quellen der konkurrierenden Dienste wollen sie eine breite Öffentlichkeit erreichen, ihr Wissen nicht nur bestimmten Kreisen zukommen lassen. Über die internationalen Medie...

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Effektiv gegen rechte Szene

Namhafte deutsche Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler appellieren an Öffentlichkeit und Politik, sich verstärkt dem Rechtsextremismus entgegenzustellen. Es sei an der Zeit, hart vorzugehen gegen den rechtsextremistischen Untergrund, wie er bei der Aufdeckung der NSU-Morde sichtbar geworden sei, heißt es in dem am Donnerstag von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft veröffentlichten Aufruf.

ndPlusHeinrich Fink

Isar und Jordan

»Ich bin in München noch als Untertan von König Ludwig III. geboren. Das Königreich Bayern ist verschwunden, turbulente Zeiten der Räterepublik, der Weimarer Republik, des Hitler-Putsches 1923 und die bitteren Jahre des Dritten Reiches lösten einander ab. So wurde ich ein Kind stürmischer Epochen.« Diese Selbstauskunft gab Schalom Ben-Chorin (Foto: Archiv), gebürtiger Münchener, in einem seiner...

Christina Matte

Vom Wert des Geheimnisses

Man kann über Mario Vargas Llosas Essayband urteilen wie die spanische Tageszeitung, »El Mundo«: »Brillant, kühn und extrem kontrovers«. Man kann aber auch der Meinung sein, da befehde ein alter Mann die Kultur der Gegenwart, in der er nicht mehr die Rolle spielt, die er glaubt.

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Gedenktafel in Waren

Die Stadt Waren ehrt den Dramatiker Heiner Müller (1929-1995) mit einer Gedenktafel. Damit wird daran erinnert, dass Müller zwischen 1939 und 1947 in der Stadt an der Mecklenburgischen Seenplatte lebte und arbeitete, sagte Dietmar Henkel, Ordnungsamtsleiter in der Stadtverwaltung, am Freitag. Der bedeutende deutsche Dramatiker war in der Müritzstadt zur Schule gegangen und hatte nach Kriegsende...

Jürgen Amendt

Grebenhain und der Milliardär

Die Stadt Detroit in den USA ist pleite. Umgerechnet 13,7 Milliarden Euro lasten auf dem städtischen Haushalt. Das ist viel für eine Stadt mit 700 000 Einwohnern. Und ein Warnzeichen auch für Deutschland? Aber nein, versichert der deutsche Städtetag. Hiesige Kommunen könnten nicht pleite gehen.

Christel Berger

Sie impulsiv, er still - eine leidenschaftliche Liebe

Das kurze und intensive Leben der Brigitte Reimann, vor achtzig Jahren geboren, bewegt. Kein Wunder, dass neue Bücher darüber erscheinen. »Lebenswege der Brigitte Reimann« heißt das neue Buch von Christina Onnasch und der Fotografin Angelika Fischer.

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Gezielter Tabubruch

Eigentlich sollte man zum Fall Bushido nichts mehr sagen, schreiben, senden. Jedes Wort, jede Zeile über den Berliner Rapper und seinen seit Freitag, 19. Juli, indizierten Hass-Song wird sonst leicht Teil einer unfreiwilligen PR-Kampagne. Die »Bild« verhilft Bushido dazu, dass sein neuestes Lied, in dem er Politiker und Prominente mit dem Tod bedroht bzw. sie homophob beschimpft, noch öfter im ...

Christoph Links

Ein kleines Wunder

Als im Juni 1973 die erste Ausgabe unter dem Namen «Chile-Nachrichten» erschien, handelte es sich um ein hektographiertes Blatt, mit dem West-Berliner Linke auf die Nöte der sozialistischen Regierung unter Salvador Allende aufmerksam machen wollten.

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Seite 28

Gaswolke wird zerrissen

Garching (dpa/AFP/nd). Das riesige Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie bietet derzeit ein besonderes Schauspiel: Es zieht eine Gaswolke so sehr in die Länge, dass sie bald zerreißt. »Man kann genau sehen, wie die Wolke regelrecht zu einer Spaghetti-Nudel wird«, sagte der Leiter des Beobachtungsteams, Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei Mün...

ndPlusIris Rapoport, Berlin und Boston

Wer kennt Framingham?

Auf der Bundesstraße 9 von Boston aus westwärts: zersiedeltes Land, gesichtslose Orte, deren Namen man schon im Vorbeifahren wieder vergisst. Irgendwann Framingham. Plötzlich der Gedanke: Framingham!? Etwa das Framingham? Tatsächlich ist das der Ort, in dem 1948 die »Mutter aller Langzeituntersuchungen« in der Medizin, die Framingham-Studie, begonnen wurde.

ndPlusMartin Koch

Erotischer Streit um die Macht

Einer der Ersten, der das Sozialverhalten von Schimpansen systematisch erforschte, war der US-Psychologe Robert Yerkes. Obwohl er nicht daran zweifelte, dass auch Menschenaffen zu gegenseitigem Mitgefühl fähig sind, gelang es ihm zunächst nicht, dies nachzuweisen.

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Beruhigendes Geklapper

Von wegen, das ist nur etwas für Omis: Handarbeiten sind wieder voll im Trend. »Seit die sogenannten Myboshi-Mützen und Loop-Schals Kult sind, kommen viele Jugendliche zu mir und wollen stricken und häkeln lernen«, sagt Manuela Seitter vom Rock›n Woll-Laden im baden-württembergischen Ulm. »Die jungen Menschen versuchen in der kommerzialisierten Welt wieder etwas selber zu machen«, ...

Ulrich Sedlag

Räuber-Untermieter im Hornissenkasten

Mitten im Hochsommer waren plötzlich an Nistblöcken in meinem Garten Wespen häufiger als Bienen, für die sie eigentlich bestimmt sind. Zunächst war ich nicht sicher, ob sie nicht etwa dort auf Beutesuche sind, denn schließlich sind es Räuber. Aber bald konnte ich die eine oder die andere beim Vermauern eines Nestes beobachten. Wie bei den Bienen steht bei den Faltenwespen, die ihre Flügel...

ndPlusRené Gralla

Kugel »fangen« und Kasten schütteln

Ein »Pinball Wizard«, von dem vor über 40 Jahren The Who gesungen haben, das wollte jeder Junge damals sein: am Flipperautomat der King, und die Mädels würden ihn bewundern. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute haftet dem Flippern beinahe etwas rührend Nostalgisches an. Um so leidenschaftlicher pflegen die echten Pinball-Fans ihr Hobby. Sogar Weltmeisterschaften tragen sie aus. Bei der WM 2013 mit über 60 Teilnehmern, die der Schwede Jörgen Holm im hessischen Echzell gewann, belegte der angehende Industriemechatroniker NICO WICKE, 23, aus Göttingen als bester Deutscher den vierten Platz.

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Ekkehart Eichler

Ein Augenblick im Schatzkästchen der Natur

»Diese Tour werdet ihr ganz bestimmt nie vergessen«, lehnt sich Nikos weit aus dem Fenster, als wir Punkt zwölf am Hotelanleger seinen schnittigen Flitzer besteigen. Na mal schön auf dem Teppich bleiben, denken wir skeptisch und rekapitulieren diverse touristische Versprechen.

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ndPlusHeidi Diehl

Nachts Schäfchen zählen fällt aus

Was für ein Empfang. »Schön, dass Du da bist«, begrüßt mich Evelyne am Bahnhof, als sei ich eine lang fortgewesene Freundin, die endlich wieder nach Hause kommt. Nach 20 Minuten Serpentinenfahrt immer bergauf wartet Teil zwei der Begrüßung. Und die ist einfach tierisch! Sassi kennt kein Fremdeln, kuschelt sich zügig an und macht mir sofort klar, wie sie sich die nächsten Tage vorstellt: Streich...