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Unten links

Angesichts aktueller Nachrichten aus europäischen Kreißsälen werden die Unterschiede zwischen parlamentarischer Demokratie und altmodischem Königreich wieder einmal klar. Da haben diese Monarchenlehrlinge von der Insel des ewigen Niesels nun einen Thronfolger, aber wem soll der folgen und vor allem: Wann? Vor einer gefühlten Ewigkeit, nämlich 1953, bestieg Elisabeth II. den Chefinnensessel, mac...

Nicht ohne Linke

Linke haben in der Bundesrepublik noch nie etwas geschenkt bekommen - außer Verdächtigungen, Ausgrenzung, Schikane. Selbstverständlichkeiten, die ihren Organisationen per Gesetz zustehen, mussten und müssen sie sich oft erkämpfen. Der Klub der politisch Etablierten lässt nur ungern Neulinge herein; erst recht keine, die am System herumkritisieren. Insofern fügt die sich anbahnende Einigun...

ndPlusMartin Kröger

Pssssssst, seid doch mal leiser

Um Berlin leiser zu machen, hat die Europäische Union Kommunen verpflichtet, einen sogenannten Lärmaktionsplan aufzulegen. Mit dem Plan will der Berliner Senat den Krach durch Verkehr in der Metropole zu reduzieren - Bürger beteiligten sich mit tausenden Hinweisen.

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Reinhard Schwarz

Haushaltsrisiko Nordbank

Was geschieht, wenn die ehemalige Landesbank doch noch kollabieren sollte? Hamburg und Schleswig-Holstein haften mit jeweils fünf Milliarden Euro. Langjährige Sparprogramme wären demnach Makulatur. Die Rettung der HSH Nordbank 2008 hat auch die Haushalte der Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein in Mitleidenschaft gezogen. Doch das könnte noch lange nicht das Ende der Verluste sein...

ndPlusReinhard Schwarz, Hamburg

Cleverness kommt vor dem Fall

Einst saßen sie im Vorstand der HSH Nordbank, ab Mittwoch nehmen sie auf der Anklagebank im Hamburger Strafjustizgebäude Platz. Sechs ehemalige Vorständler, darunter die früheren Chefs Dirk Jens Nonnenmacher und sein Vorgänger Hans Berger, müssen sich vor Gericht verantworten

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Karin Leukefeld, Swaida, Damaskus

Abseits des Geschützdonners

Swaida ist eine andere Welt in Syrien. Wer in den letzten Wochen Aleppo, Homs oder das Umland von Damaskus gesehen und den andauernden Geschützdonner gehört hat, reibt sich angesichts der Idylle die Augen. Parks und Gärten sind grün und blühen, auf den Feldern wird die Spreu vom Weizen getrennt, Bauern ernten und in der Provinzhauptstadt Swaida mit etwa 60 000 Einwohnern geht das Leben einen ge...

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Schreddern sie schon?

Es ist erstaunlich, wie viele sich bei dem NSA-Theater inzwischen schon zum Affen gemacht haben. Schlimmer jedoch ist, dass die frei rumlaufen, während man jene, die sich um den Rechtsstaat sorgen, im Käfig der Unmündigkeit mit faulen Bananen füttert.

Ingolf Bossenz

Opium? Aber gewiss doch

Gott und der Mammon. Wenn der Papst reist, begleiten ihn diese beiden gewichtigen Herren. Während der erste weitgehend goutiert wird, führt der zweite immer wieder zu Aufregung, Protesten und Tumulten. Auch - und gerade - in Brasilien. Zu viel, zu groß, zu teuer. Die Papstvisite zum katholischen Weltjugendtag wird einsortiert in die Abteilung Mammutprojekte wie Fußball-WM und Olympische Spiele....

Düstere Aussichten

Die Wirtschaft im Osten stagniert, während der Westen wenigstens ein kleines Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnet. Die Kluft wächst also wieder leicht - und dies ist schon seit 2010 so. Die frühere Erkenntnis, dass die Wirtschaft in den neuen Ländern, da weniger konjunktursensibel, im Aufschwung langsamer wächst, dafür aber im Abschwung stabiler bleibt, gilt nicht mehr. Statistikfre...

ndPlusDetlef D. Pries

Spitzenkraft

Gerade erst wurde der 50. Jahrestag ihres Pionierflugs gefeiert: Am 16. Juni 1963 war die damals 26-jährige Valentina Tereschkowa an Bord von »Wostok 6« als erste Frau in den Weltraum gestartet. Nach knapp drei Tagen und 48 Erdumrundungen landete die »Möwe« (Tschaika), wie ihr Funkrufname lautete, wohlbehalten wieder auf der Erde. Ein Programmierfehler, aufgrund dessen sich die enge Kapsel zunä...

Zu späte Fahndung?

nd: Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat gestern eine Plakatkampagne begonnen, mit der nach noch lebenden Nazi-Kriegsverbrechern in Deutschland gesucht werden soll. Das Motto der Aktion heißt »Spät. Aber nicht zu spät!« Glauben Sie das? Schoeps: Das scheint mir tatsächlich zu spät zu sein. Denn wie alt sind denn die Täter, die vermutet werden? Die dürften ja schon zwischen 90 und 110 Jahre alt se...

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Parlamentarisches Kontrollgremium des Bundestages

Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages kommt wegen der Spähaffäre am Donnerstag erneut zu einer Sondersitzung zusammen. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU), der in der Regierung für die Geheimdienste zuständig ist, soll dort über die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem US-Geheimdienst NSA Auskunft geben.

Wirtschaft im Osten stagniert

er Aufschwung kommt in diesem Jahr im Osten Deutschlands nicht mehr an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Demnach stagniert die Konjunktur in den neuen Ländern, wie das Institut mitteilte. Bundesweit bleibt das IWH aber bei seiner Vorhersage, wonach ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent erwartet wird.

ndPlusRené Heilig

... ond nah nix dun!

Über dem Eingang des Stuttgarter Innenministeriums und nachgeordneter Sicherheitsbehörden, die zur Aufklärung der NSU-Terrortaten verpflichtet wären, könnte der Leitspruch stehen: »Zuerscht amol a bissle denka. Ond nomol denka. Ond nah nix dun.«

Rainer Balcerowiak

Statt Hilfe kommt Merkel

Bundeskanzlerin Merkel besichtigte von der Flut geschädigte Gebiete in Sachsen Anhalt. Die Bevölkerung wartet indes noch immer auf die Auszahlung der zugesagten Hilfen. Flutkatastrophen in Wahlkampfzeiten erfreuen sich bei deutschen Politikern großer Beliebtheit.

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ndPlusFabian Lambeck

Kandidaten im Tansparenz-Check

Auf der Webseite »abgeordnetenwatch« kann man seit Dienstag nicht nur in Kontakt mit Bundestagskandidaten treten. Zudem können sich die Bewerber dazu verpflichten, im Bundestag für mehr Transparenz bei Abgeordneten und Parteien zu stimmen.

Rudolf Stumberger

Comeback der NS-Kader

Der bayerische Verfassungsschutz rekrutierte in den 50er Jahren eifrig ehemalige Nazis. Die US-amerikanischen Besatzer hegten anfangs Bedenken, duldeten das Personal aber. Schließlich herrschte Kalter Krieg.

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Gewalttote werden Alltag in Ägypten

Kairo (AFP/nd). In Ägypten gehen die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi weiter. Am Dienstagmorgen wurden dabei in Kairo sechs Menschen getötet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Bereits am Vorabend waren in der Hauptstadt vier Menschen sowie zwei weitere auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Die Gewalt auf dem Si...

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Geschäfte mit dem »Glaubensfeld«

Papst Franziskus ist in Brasilien mit stürmischer Herzlichkeit sowie heftigen Protesten empfangen worden. »Ich bin gekommen, um junge Menschen aus allen Teilen der Welt zu treffen«, sagte das Kirchenoberhaupt nach seiner Ankunft zum katholischen Weltjugendtag in Rio de Janeiro.

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Sara Charlotte König

Eine Hand wäscht in Mexiko die andere

Die Festnahme von Zetas-Boss Miguel Ángel Treviño Morales ist der bislang schwerste Schlag gegen das Drogengeschäft seit Amtsantritt von Präsident Enrique Peña Nieto. Doch vielen Experten erscheint sie als Pakt zwischen mexikanischer Regierung und organisiertem Verbrechen.

ndPlusPeter Schäfer, Tunis

Tunis ist nicht Kairo

In Tunesien, Geburtsland des »Arabischen Frühlings«, herrscht derzeit politischer Stillstand. Die Forderung nach Neuwahlen wird lauter.

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Weniger Verkehrstote

(dpa). Die Zahl der Verkehrstoten ist in Berlin zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres starben auf den Straßen der Hauptstadt 13 Menschen, fünf weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Verletzten sank dem vorläufigen Ergebnis zufolge um rund 15 Prozent auf 5404. Auch bundesweit starben in den ersten fünf ...

Fall Sürücü in der Türkei

(nd). Die Staatsanwaltschaft Berlin hat türkischen Strafverfolgungsbehörden umfangreiches Ermittlungsmaterial in dem Fall der 2005 in Berlin wegen ihrer Lebensweise getöteten Hatun Sürücü übermittelt. Dies teilte die Senatsverwaltung für Justiz am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft der Türkei führt ein eigenes Strafverfahren gegen die Brüder Mutlu und Alpaslan Sürücü und hatte deshalb um begl...

Bernd Kammer unterstützt SPD-Forderungen

Achtung, Tretminen!

Das Problem Hundekot bewegt die Stadt. Nachdem wir am Dienstag an dieser Stelle die Polizei gelobt hatten, weil deren Diensthundeführer ganz vorbildlich Hundekotbeutel bei sich führen, um die Verdauungsextrakte ihrer vierbeinigen Untergebenen einzusammeln, konzentrieren wir uns heute auf die Stimmen der Kritik. Die sind in der SPD besonders laut, offenbar weil sie eine Nase für die Bedürfnisse der Menschen hat.

»Reichsbürger« türmte durchs Kellerfenster

»Mein Name ist Helmut Makowski und ich stehe unter Völkerrecht. Ich zahle keine Steuern.« So präsentierte sich ein etwas untersetzter, nach medialer Aufmerksamkeit suchender Herr mit Schnauzer zackig seinen zwei Zuhörern - sie seien ebenfalls »Nichtsteuerzahler«, nickten die beiden Herren beflissentlich. So geschehen am Dienstag draußen vor dem Gerichtssaal, drinnen war nach drei Minuten alles ...

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Vom Alphorn und der Tuba bis zur Zurna

(nd.) Der Franzose Michel Godard gilt als einer der virtuosesten Tuba- und Serpentspieler des Jazz und anderer improvisierender Musik. Er ist gleichermaßen in Klassik und Jazz zu Hause. Am Donnerstag, 25. Juli, wird er ab 20 Uhr zum Auftakt des »Blasmusik - Festival für Holz, Blech und Gemüse: Renaissance_Jazz« im RADIALSYSTEM zu hören sein. Bis zum 28. Juli präsentiert das Festival die ungewöh...

Berlin in Bildern

(dpa). Der Pinsel von Anja Rieger hat ein Wasserdepot im Stiel, ihr Aquarellkasten ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Alles, was die Illustratorin zum Malen und Zeichnen verwendet, soll praktisch sein. Die Bilder der 52-Jährigen entstehen an ungewöhnlichen Orten. Zum Beispiel in der U-Bahn in Berlin. »Ich muss immer sehr aufpassen, dass sich die Menschen nicht beobachtet fühlen, wenn...

Zum 14. Mal: Young Euro Classic

(nd). Vom 26. Juli bis 11. August sind die besten Jugendorchester der Welt in Berlin: bei der 14. Ausgabe von Young Euro Classic. Nicht weniger als 34 Konzerte stehen im Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf dem Programm. Für die ungewohnte Vielzahl von Veranstaltungen ist vor allem das neue Preisträger-Festival am ersten Festival-Sonntag (28. Juli) verantwortlich, das zum Großteil eine Koope...

Jürgen Amendt

Paradies für Radfahrer

Wenn die Bilder, die in den letzten Wochen aus den krisengeschüttelten Ländern des europäischen Südens zu sehen sind, nicht lügen, dann ist es um den internationalen Ruf der Deutschen derzeit nicht gut bestellt. Zum Glück für Deutschland aber gibt es noch Berlin.

ndPlusAnouk Meyer

Wenn Träume auf die Wirklichkeit treffen

Weiße Traumstrände und tiefblaues Meer unter glühender Sonne: Für uns kältegebeutelten Nordeuropäer ist die Karibik Traumziel und Sehnsuchtsort in einem. Die Realität - Armut, Krankheit, Naturkatastrophen - wird da gerne außen vor gelassen.

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»Wir stoßen an unser Grenzen«

Zahlreiche Waldbrände halten die Feuerwehr im brandenburgischen Kreis Teltow-Fläming in Atem. Die Löscharbeiten auf einem etwa 17 Hektar großen ehemaligen Militärgelände in Radeland (Teltow-Fläming) bei Teupitz sind kompliziert, weil noch im Boden liegende Munition detonieren kann.

Frostfreie Winter im Thüringer Wald

Wie viel Klimawandel vertragen Wintersport und Wintertourismus? Nicht mehr sehr viel, sagt eine neue Studie. Meist frostfreie Winter auch im Thüringer Wald werden viele der heutigen Einwohner Thüringens noch selbst erleben.

Dieter Hanisch, Schleswig

Wenn Betriebskosten über dem Durchschnitt liegen

Wie hoch dürfen die Betriebskosten bei Wohnungen für Hartz IV-Bezieher sein? Diese Frage wird derzeit vor dem Schleswiger Landessozialgericht verhandelt. Die Entscheidung darüber könnte für Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel teuer werden - und als Präzedenzfall dienen.

ndPlusMarina Mai

Flüchtlingsheim eröffnet vorerst nicht

In dieser Woche ziehen definitiv noch keine Asylbewerber in das ehemalige Max-Reinhardt-Gymnasium in Hellersdorf ein. Grund für die Verzögerung des ursprünglich für Ende Juli geplanten Einzugs sind allerdings nicht Bürgerproteste, sondern technische Probleme.

Malene Gürgen

Zurückgeben leichtgemacht

In Berlin lässt es sich für ziemlich viele Menschen ziemlich gut leben, und das hat sich längst herumgesprochen. Ob aus Brighton, Barcelona oder Baltimore, immer mehr junge Menschen zieht es an die Spree, viele von ihnen für eine erst mal unbestimmte Zeit.

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Westwallruinen als Biotop

Mainz (dpa/nd). Auf einem neuen Weg am historischen Westwall entlang kann das Bollwerk aus dem Zweiten Weltkrieg künftig erwandert werden. »Die Ruinen des Westwalls sind ein Mahnmal der Geschichte und erinnern an die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten«, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am Dienstag bei einem Besuch in der Eifel. Die Überreste des Wall se...

Jens Albes, dpa

Ein Windatlas für Rheinland-Pfalz

Wo weht wie viel Wind in Rheinland-Pfalz? Ein neuer Atlas gibt exakte Antworten für Kommunen und Windrad-Betreiber. Die oppositionelle CDU kritisiert, er komme zu spät. Längst drehten sich Windräder auch an ungeeigneten Orten.

Kuh ohne Fladen

Für Bäuerin Frieda Pixberg im ostbrandenburgischen Oderbruch sind die schlaflosen Nächte vorbei. Die vor einer Woche von der Weide verschwundene Herde junger Rinder ist wieder da. Doch wo waren die Tiere?

ndPlusVelten Schäfer

Wasserrettung per Gesetz

Vor rund 100 Jahren wurde die Deutsche-Lebensrettungsgesellschaft gegründet, nachdem in Binz 16 Menschen beim Einsturz der Seebrücke ums Leben gekommen waren. Nun sollen die Lebensretter besser ausgestattet werden - Anlass ist eine seltene Häufung von Badeunfällen.

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Finale

Mecklenburg-Vorpommerns 23. Landeskunstschau steuert auf ihr Finale zu. Nach gut vier Wochen Dauer schließt die Ausstellung zeitgenössischer Kunst am Sonntag im Kulturhaus Mestlin. Projektleiterin Antje Schunke geht von insgesamt 1500 Besuchern aus, wie sie am Dienstag sagte. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, da das einstige DDR-Musterdorf doch sehr abgelegen sei. »Die Leute kommen gezielt, Lauf...

Verkauft werden soll die Legende

Der Krakauer Museumsdirektor Michal Niezabitowski sieht die Online-Auktion der berühmten »Schindler-Liste« skeptisch. »Das Dokument hat große historische Bedeutung, aber es ist keine drei Millionen Dollar wert«, sagte er im polnischen Rundfunk. Das 14-seitige Dokument aus dem Jahr 1945, in dem 801 jüdische Häftlinge unter anderem mit Name, Geburtsdatum und Beruf aufgelistet sind, wurde am Freit...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Es ist der Drang zur ... Schändung

Am Donnerstag beginnen in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele. Natürlich nicht mit Frank Castorf - denn zur Eröffnung kommen die Kanzlerin und Bundespräsident. Es gibt nun mal Intelligenzen, die kann man mischen, wie man will: Es kommt immer Angst vor dem Unreinen heraus.

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ndPlusAlexander U. Martens

Kameras wie Fliegen

Dass die grenzenlose Freiheit der Kommunikation, die das Internet einst verhieß, sich mittlerweile von einem schönen Traum eher zu einem Albtraum entwickelte, das wissen wir spätestens, seit bekannt wurde, dass die großen US- und britischen Geheimdienste wie riesige Staubsauger alle Daten aufsaugen, derer sie habhaft werden können, und zwar von Freund wie Feind gleichermaßen. Und es spricht wen...

hds

Loriots Lindemann

Loriot, diese Himmelsmacht, ist treu: Der 2011 Verstorbene holt seine Leute verlässlich nach - wenn sie nicht wie wie Evelyn Hamann aus der Reihe tanzen, der er, als sie 2007 starb, hinterherrief, sie habe die Reihenfolge nicht eingehalten. Wo doch das Timing der Hamann sonst immer so perfekt gewesen sei. Heinz Meier (Foto: dpa/ Radio Bremen) hielt sich an die von Loriot vorgegebene Reihenfolge...

ndPlusKarlen Vesper

Im Herzen der Leser

Es sei hier verraten: In der Redaktion gibt es eine interne Rechenart, um das Interesses für das hauseigene Veranstaltungsangebot zu messen. »Wie viele Trittins waren bei dir gestern Abend?«, wird tags darauf der Moderator eines nd-Klubs von den Kollegen gefragt. »Ein Trittin« sind sieben Mann (respektive Frauen). Exakt so viele kamen, als vor Jahren der Spitzenpolitiker der Grünen über Ökologi...

Klaus Hammer

Luftwesen mit Erdenschwere

Das ist keine Malerei des ästhetischen Farbensinns, auch kein sachlich kühler Detailrealismus, sondern die Arbeiten der Malerin, Grafikerin und Keramikerin E.R.N.A schockieren und faszinieren durch die expressive, fast pophafte Aggressivität ihrer Farbe wie ihrer Themen.

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Folge 4: SCHWARZER BLOCK (Substantiv, der)

Sie sind unabhängig, haben aber ihre eigenen Markenzeichen: Autonome kommen oft in schwarzer Kleidung zur Demo, mit Kapuzenpulli und Sonnenbrille. Und sie laufen ganz vorne: im Schwarzen Block. Jede größere Demonstration teilt sich in Blöcke von Parteien, Organisationen und Strömungen

Hanno Böck, Proschim

Gegen das Wegbaggern

Es ist ein beschaulicher kleiner Ort im Südosten von Brandenburg: Im Gebiet des geplanten Tagebaus »Welzow Süd 2« findet das diesjährige Klimacamp in der Lausitz statt. Die Klimacamper wollen verhindern, dass Proschim für den Braunkohleabbau umgesiedelt wird.

ndPlusJens-Eberhard Jahn

Minderheiten schützen und fördern

Minderheiten mehrerer Länder haben bei der Europäischen Kommission eine Bürgerinitiative eingereicht. Ziel ist neben dem Schutz auch die aktive Förderung von Minoritäten.

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ndPlusSilvia Ottow

Mit dem Glückwunsch kommt die Einladung

Mit jährlich rund 69 000 Neuerkrankungen und 26 000 Todesfällen ist Darmkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Er bleibt gefährlich, auch wenn sich seine Behandlung in den letzten Jahren aus dem Krankenhaus zu den niedergelassenen Fachärzte verlagert hat.

Robert D. Meyer

Aus Davids wird Goliath

Telefónica Deutschland übernimmt für rund 8,1 Milliarden Euro den Mobilfunkbetreiber E-Plus. Durch das geplante Geschäft wird der bisherige Platzhirsch T-Mobile als größter Anbieter auf dem deutschen Markt abgelöst. Telefónica und E-Plus gaben den Deal am Montag bekannt.

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Velten Schäfer

Nachlassende Beitragsmoral

Rund 180 000 freischaffende Künstler und Publizisten werden von der Künstlersozialkasse unterstützt. Die von Staat, Unternehmen und aus Beiträgen finanzierte Versicherung tritt für diese Gruppen wie ein regulärer Arbeitgeber auf. Doch mehr Unternehmen bleiben ihre Beiträge schuldig.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Leiharbeit in der Hightech-Branche

Eine Woche nach dem Tod von zwei Leiharbeitern reagieren die Meyer Werft und die Gewerkschaft mit dem Abschluss einer Sozialcharta. Das Unglück löste eine politische Diskussion über die Unterbringung von »Gastarbeitern« aus: Offenkundig gibt es keine durchsetzbaren Mindeststandards.

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»nd« zieht mit

Die Präsidenten der Schachverbände Norwegens und Deutschlands, Jöran Aulin-Jansson und Herbert Bastian haben eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit hinsichtlich der Schacholympiade 2014 unterzeichnet. »neues deutschland« wird Medienpartner.

Angela Maurer schwimmt auf Platz drei

Das Geburtstagsgeschenk kam vier Tage zu früh, aber Angela Maurer strahlte dennoch über das ganze Gesicht. »Das ist absolut überraschend, damit hat keiner gerechnet, ich am allerwenigsten«, sagte sie nach ihrem Bronze-Coup über zehn Kilometer im Hafenbecken von Barcelona und herzte einen Gratulanten nach dem anderen

Frank Hellmann, Göteborg

Trotzige Ausreden

Das erste Gefühl verriet Unwohlsein. Silvia Neid hatte noch gar nicht Platz genommen im Presseraum des Gamla Ullevi, da war es der Bundestrainerin bereits ein wenig zu kühl. Also zog sie sich schnell eine Trainingsjacke über und den Reißverschluss hoch.

Ich war sofort da

Energie Cottbus startete am Montagabend mit einem 0:1 bei Erstligaabsteiger Fortuna Düsseldorf in die neue Zweitligasaison. Mit Trainer RUDI BOMMER sprach ALEXANDER LUDEWIG über den misslungenen Auftakt, die Ziele in dieser Saison und das Leben in der Lausitz.

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Großbritannien feiert kleinen Prinzen

Großbritannien ist nach der Geburt des ersten Kindes von Prinz William und Herzogin Kate in Feierlaune. Am Dienstag wurde der Junge, der an dritter Stelle der Thronfolge steht, mit 41 Salutschüssen im Londoner Green Park nahe des Buckingham Palastes begrüßt. Gleichzeitig knallte es am Tower of London 62 Mal, während in Westminster Abbey die Glocken läuteten. Vom Morgen an versammelten sic...

Thomas Burmeister, dpa

Die Bezwinger der »Mordwand«

Magie einer Felswand: Selbst wer nie dort klettern würde, bekommt beim Anblick der Eigernordwand in der Schweiz eine Gänsehaut. Vor 75 Jahren wurde sie erstmals bezwungen.

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Telefonieren mit Handy im Ausland billiger

Wer im Ausland per Handy telefoniert oder mobil ins Netz geht, wird erheblich zur Kasse gebeten. Unter dem Druck der EU gelten nun ab 1. Juli 2013 neue, maximal erlaubte Preise. 2015 sollen die Roaming-Gebühren gänzlich wegfallen.

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Kein Hartz-IV-Mehrbedarf bei Laktoseintoleranz

Sind Hartz-IV-Bezieher Vegetarier, können sie bei einer Milchzuckerunverträglichkeit vom Jobcenter keinen Mehrbedarf wegen einer kostenaufwendigen Ernährung verlangen. Der Mehrbedarf könne allenfalls gerechtfertigt sein, wenn sie wegen der sogenannten Laktoseintoleranz auch teurere Fisch- und Fleischprodukte verzehren müssen, urteilte das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz in Mainz am 12. März 2013 (Az. L 6 AS 291/10).

Beiträge nachzahlen

Riester-Sparer haben die Möglichkeit, Altersvorsorgebeiträge nachzuzahlen und sich so die gesamte staatliche Zulage zu sichern. Darauf verweist die Ostdeutsche Landesbausparkasse AG (LBS Ost), Fehlende Einzahlungen sollten ergänzt werden, da sonst die Zulagen anteilig gekürzt werden. Diese Regelung ist meistens für Ehefrauen interessant, die durch die Geburt eines Kindes unmittelbar zulag...

Pflegenoten akzeptieren

Pflegeheime und ambulante Pflegedienste müssen nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 16. Mai 2013 (Az. B 3 P 5/12 R) den seit 2009 eingeführten »Pflege-TÜV« weiter hinnehmen. Die gesetzlichen Vorschriften zur Benotung der Pflegequalität und die damit verbundene Veröffentlichung im Internet seien »nicht verfassungswidrig«. Der Gesetzgeber durfte die Prüfungen den Pflegekassen und damit ...

Bildungs- und Teilhabepaket geändert

Zum 1. August 2013 treten einige Änderungen beim Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) in Kraft, wie die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen Berlin in ihrer aktuellen Ausgabe »A-Info« von Juni 2013 informiert. Die Gesetzesänderungen betreffen das Zweite Buch des Sozialgesetzbuches (SGB II). Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket haben neben Hartz-IV-Beziehern auch Wohngeld- und Kinderzuschlagsbezieher.

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Wenn der Fehlerteufel unterwegs ist ...

Ob im Buchladen oder im Internet - eine Flut von Ratgebern bietet rund um das Thema Bewerbungsschreiben Hilfe an. Doch immer noch scheitern viele Jobsuchende an den von ihnen verursachten Formfehlern. Der Bewerbungsexperte Christian Püttjer kennt die häufigsten Fehlerteufel und gibt Auskunft, worauf Bewerber unbedingt achten sollten.

Mobilität quasi zum Nulltarif möglich

Seit Dezember 2012 sind Dienstfahrräder den Dienstwagen steuerlich gleichgestellt. Nun tritt sowohl für Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes die Ein-Prozent-Regelung in Kraft, welche die private Nutzung hochwertiger Fahrräder zu verführerischen Preisen verspricht. Was sich genau hinter dieser Regelung verbirgt, für wen sich ein Firmenvelo lohnt und was es beim neuen »Dienstradprivileg« zu beachten gilt, verrät der pressedienst-fahrrad.

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Bedingte Erbenhaftung

Nach dem Tod eines Mieters läuft der Mietvertrag mit den übrigen in der Wohnung lebenden Angehörigen weiter. Wohnte er allein, treten die Erben in den Vertrag ein. Grundsätzlich haften diese mit ihrem gesamten Vermögen für die Mietschulden. Sie können jedoch innerhalb eines Monats den Mietvertrag kündigen. Dann müssen sie offene Mietschulden nicht zahlen, soweit das geerbte Vermögen nicht...

Minutensache im Internet

Jetzt startet ein neues Startup mit dem Namen Malerprofis24. Es bringt Handwerker mit Kapazitäten und potenzielle Kunden in nur wenigen Minuten zusammen. Auf diese Weise könnte sich die Vergabe von Aufträgen in Deutschland verändern.

Modernisierung und Wandel in Eigentum

Steigende Mieten, teure Modernisierungen, spekulativer Wohnungsleerstand, Zweckentfremdung und Abriss von Wohnraum sowie immer mehr Umwandlungen von Mietwohnungen in Eigentum - das sind die Erfahrungen der Berliner Mieter mit dem angespannten Wohnungsmarkt. Der Berliner Mieterverein (BMV) hat in den vergangenen Monaten mit seiner Aktion »IMMOWATCH« die Mieter nach ihren Beobachtungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Druck dort größer wird. Der BMV sieht sich in seinen wohnungspolitischen Einschätzungen bestätigt: »Jetzt heißt es handeln«, lautet sein dringender Appell an den Senat.

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Enteignung

Für den Ausbau einer Straße in Dienethal (Rhein-Lahn-Kreis) darf ein Grundstücksbesitzer enteignet werden, so das Verwaltungsgericht Koblenz in einem Urteil vom 21. Juni 2013 (Az. 4 K 922/12.KO). 2007 war ein Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau einer Straße in Dienethal ergangen. Da mehrere Grundstücke des Eigentümers in die Trasse ragen, wollte der Landesbetrieb die Parzellen im Auftra...

Sieben Tipps: Energiesparen im Haushalt

● Tipp 1: Verbrauch regulieren: Das Absenken der Raumtemperatur um ein Grad bringt rund 6 Prozent Energieeinsparung. ● Tipp 2: Fenster nicht über längere Zeit auf Kippstellung belassen - dadurch geht unnötig Energie verloren. ● Tipp 3: Freie Heizungen: Heizkörper nicht durch Verkleidungen oder Fensterbänke verbauen oder durch Vorhänge und Gardinen verdecken. ...

Sparflamme im Eigenheim

Wer seine Immobilie eigenhändig auf Sparflamme trimmen will, wagt sich vor allem an die Dämmung etwa von Dach oder Keller heran. Wie der aktuelle LBS-Hausbesitzertrend zeigt, trauen sich vier von zehn Modernisierern diese Arbeiten selbst zu.

Vorsicht bei Gemeinschaften

Immobilienkäufer erfüllen sich mit dem Kauf eines Eigentums oft einen Traum: Endlich unabhängig von Vermietern! Doch besonders bei Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern ist ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit gefragt. Über die Besonderheiten von Wohnungseigentümergemeinschaften klärt die D.A.S. Rechtsschutzversicherung auf.

... und so funktioniert’s

Eine energetische Sanierung senkt den Energieverbrauch und schont den Geldbeutel. Eigentümer erhöhen den Wert ihrer Immobilie, verbessern das Wohnklima und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz.

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Steuerliche Entlastung bei Hochwasser

Um die vom Hochwasser bedingten Schäden zu beheben, werden viele Betroffene tief in die Tasche greifen müssen. Doch sie können steuerliche Möglichkeiten nutzen, wie das Bundesfinanzministerium sowie die Finanzministerien der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Bayern und Baden-Württemberg beschlossen haben.

Zahlung auch nach abgebrochenem Studium

Haben Kinder nach einem abgebrochenen Studium und mehreren Praktika erneut angefangen zu studieren, können die Eltern trotzdem zu Unterhaltszahlungen verpflichtet sein. Grundsätzlich besteht bis zum Abschluss der Erstausbildung Unterhaltspflicht, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Hamm am 29. Mai 2013 (Az. 7 UF 166/1).

Wichtig ist die Absicht der Einkunftserzielung

Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen zu den Einkunftsarten, die der Einkommensteuer unterliegen. Was dabei alles zu beachten ist - darüber informiert die Steuerberaterkammer Berlin.

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Bei Unfall EU-weit Notrufnummer 112

Mit dem Auto im Urlaub in Europa. Es kracht. Und nun? Unfallbeteiligte sollte europaweit ein einheitliches Formular - den Europäischen Unfallbericht - benutzen. Dringend ist zu empfehlen, die EU-weit einheitliche Notrufnummer 112 zu speichern. Wie ist die Realität?

Der Zoll treibt die Schulden ein

Die Zahl der Versicherten, die bei den Krankenkassen in der Kreide stehen, wächst. Nun soll eine Neuregelung noch vor der Bundestagswahl im September Abhilfe schaffen.

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Den Berechtigungsausweis sichtbar auslegen

Der Albtraum eines jeden Autofahrers: Der Mann hatte sein Auto vermeintlich sicher geparkt. Doch als er von einem Behördengang zurückkehrte, fand er anstelle seines fahrbaren Untersatzes eine Lücke vor. Der Wagen war abgeschleppt worden.

Baulärm im Kurhotel und Flugverspätung

Erst plante das Ehepaar einen typischen Wellnessurlaub. Im Kurbad X buchte die Ehefrau medizinische Kurleistungen dazu. Drei Wochen dauerte der Aufenthalt, der allerdings weniger erholsam war als erhofft: Denn direkt neben dem Kurhotel lag eine Baustelle, auf der an sechs Tagen die Woche gearbeitet wurde. Darüber kam es nun zum Rechtsstreit.